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Wirtschaft

Weitere Gewinne trotz offenen Wahlausgangs

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NEW YORK (dpa-AFX) – Trotz der anhaltenden Unsicherheit über den Ausgang der US-Präsidentschaftswahl haben die US-Aktienmärkte am Donnerstag ihren Erholungskurs fortgesetzt. Frische Konjunkturdaten hatten ebenso kaum Einfluss auf die Notierungen, wie die Ergebnisse der US-Notenbanksitzung. Die Fed ließ die Leitzinsen erwartungsgemäß unverändert.

Der Dow Jones Industrial schloss mit einem Plus von 1,95 Prozent bei 28 390,18 Punkten. Damit summiert sich das Plus in dieser Woche nun bereits auf rund 7 Prozent, womit der Leitindex seinen 6,5-prozentigen Verlust aus der Vorwoche mehr als wettmachte. Der marktbreite S&P 500 gewann am Donnerstag 1,95 Prozent auf 3510,45 Punkte. Der Nasdaq 100 rückte um 2,56 Prozent auf 12 078,07 Zähler vor.

Auch zwei Tage nach der Wahl in den USA war nicht entschieden, wer die nächsten vier Jahre im Weißen Haus regiert. Der republikanische Amtsinhaber Donald Trump meldete sich am Donnerstag mit ungeduldigen Tweets zu Wort und sprach erneut von Betrug, ohne jeden Beleg. Unterdessen hat eine Richterin im US-Bundesstaat Michigan Medienberichten zufolge eine Klage von Trumps Wahlkampfteam gegen die Stimmauszählung abgewiesen. Der demokratische Herausforderer Joe Biden mahnte zu Geduld und zeigte sich weiter optimistisch, die nötige Mehrheit von 270 Stimmen in der Wahlversammlung zu erreichen. Dazu fehlte Biden noch die Mehrheit in einem der noch nicht entschiedenen Staaten.

Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets zeigte sich erstaunt über die anhaltende Kaufwelle an den Börsen. Statt angesichts der Unsicherheit passiv zu bleiben, „greifen Anleger rund um den Globus bei Aktien zu als stünde der nächste Wirtschaftsboom vor der Tür oder aber das Coronavirus wäre endgültig besiegt. Die Investoren hofften auf einen moderateren Kurs in der amerikanischen Politik mit positiven Effekten für die Weltwirtschaft. „Sollte Donald Trump gewinnen, könnte er nicht durchregieren, da sich die Republikaner mit einer Blockade im demokratisch geführten Repräsentantenhaus auseinandersetzen müssten. Gewinnt Biden, dürfte er mit größeren Projekten wie einer Steuerreform am noch republikanisch bestimmten Senat scheitern“, so Stanzl.

Die Produktivität der US-Wirtschaft stieg im dritten Quartal geringer als prognostiziert. Das Verhältnis von Produktion und Arbeitszeit legte auf das Jahr hochgerechnet um 4,9 Prozent zu. Analysten hatten im Schnitt einen Zuwachs um 5,6 Prozent erwartet. In der vergangenen Woche betrug die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe 751 000, rund 7000 weniger als in der Vorwoche. Experten hatten lediglich mit 735 000 neuen Anträgen gerechnet.

Die in New York gelisteten Titel des chinesischen Amazon-Rivalen Alibaba verloren 2,7 Prozent. Der Online-Händler konnte sich zwar im dritten Quartal deutlich von den zeitweisen Folgen der Corona-Krise erholen. Doch im Trubel um den geplatzten Börsengang des Finanzablegers Ant Group sorgte ein Bericht der „Financial Times“, wonach sich der IPO um mindestens ein halbes Jahr verzögern dürfte, für Moll-Stimmung.

Derweil sprangen die Anteilscheine von Qualcomm dank starker Quartalszahlen um 12,8 Prozent hoch. Der Chipkonzern profitierte im vergangenen Quartal stark vom aufkommenden Geschäft mit dem superschnellen 5G-Mobilfunk. Qualcomm ist unter anderem der wichtigste Anbieter von 5G-Funkmodems – und konnte sich einen Platz in Apples neuen iPhones sichern, obwohl die Firmen lange in einen Patentstreit verwickelt waren.

Der Autobauer General Motors (GM) erholt sich dank boomender SUV- und Pick-up-Verkäufe schneller als erwartet vom Corona-Schock: Er verdiente im dritten Quartal schon wieder glänzend. Die Aktien stiegen um 5,4 Prozent.

Merck & Co sanken als Schlusslicht im Dow um 0,2 Prozent. Der Pharmakonzern baut sein Krebsgeschäft mit dem Kauf der nicht börsennotierten Biotech-Firma Velosbio für 2,75 Milliarden Dollar aus.

Der Euro hielt sich im US-Handel über der Marke von 1,18 US-Dollar und notierte zuletzt bei 1,1827 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1855 (Mittwoch: 1,1721) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8435 (0,8532) Euro gekostet. Am Rentenmarkt stieg der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) um 0,01 Prozent auf 138,96 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Anleihe lag bei 0,77 Prozent.



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Hat Musk zu hoch gewettet?: Dudenhöffer: „Tesla steckt in der Wachstumsfalle“

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Hat Musk zu hoch gewettet?

Dudenhöffer: „Tesla steckt in der Wachstumsfalle“

Mit der Fabrik in Grünheide fährt Elon Musk die Kapazitäten seiner E-Autoschmiede massiv hoch. Auto-Experte Dudenhöffer warnt: Es gibt zu viele E-Autos und zu wenige Käufer. „Die Marktanteile schwinden, und die Gewinne sind dünn“. In einigen Märkten sei Tesla „quasi nicht mehr vorhanden“.

Tesla ist bekannt dafür, beim Wachstum massiv aufs Gas zu drücken. Was lange ein Erfolgsrezept war, könnte sich nun aber rächen. Denn während die Produktionskapazitäten der E-Autoschmiede weiterhin schnell wachsen, sind Marktanteile und Verkaufszahlen geschrumpft. Tesla sei längst an seine Wachstumsgrenzen gestoßen, schreibt der Branchenspezialist Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut Duisburg.

Wenn Tesla im Sommer die Produktion in der neuen Fabrik im brandenburgischen Grünheide aufnimmt, können hier in der ersten Ausbaustufe 500.000 Fahrzeuge vom Band rollen. Weltweit ergibt das für das kommende Jahr eine Produktionskapazität von mehr als 1,5 Millionen Elektroautos.

Werden diese Autos auch Abnehmer finden? Dudenhöffer bezweifelt das. Laut seiner Studie war die Tesla-Produktion schon 2020 nicht voll ausgelastet, im vergangenen Jahr wurden demnach nur knapp 500.000 Teslas ausgeliefert. Die Kapazitätsauslastung lag somit bei nur 50 Prozent. Eine Auslastung von unter 85 Prozent sei mit deutlichen Verlusten verbunden. Tesla bezahlt das hohe Wachstumstempo mit teuren Überkapazitäten, ist der Branchenexperte überzeugt. Es sei eine Situation, „mit der man im Autogeschäft mehr als nur graue Haare bekommt“.

Tatsächlich könnte die Lage sogar noch viel schlimmer sein. Für Dudenhöffer lässt das die Monatsstatistik vermuten. Der Branchenexperte sieht deutliche Hinweise, dass der Absatz im Dezember 2020 kräftig gepusht wurde, um die knapp 500.000 Verkäufe 2020 zu erreichen. In den acht großen E-Auto-Märkten in Europa habe Tesla 30 Prozent aller Fahrzeugauslieferungen allein im Dezember getätigt. In Norwegen beispielsweise habe über die Hälfte der Kundenauslieferungen im Dezember stattgefunden, heißt es.

Tesla Motors (USD) 684,43

Das sei „kurios“, schreibt Dudenhöffer weiter. Die erneut schwachen Januar-Zahlen bestätigen für ihn den kontinuierlichen Abwärtstrend: Laut der Studie fand Tesla in den Niederlanden lediglich Abnehmer für 16 Autos. Audi im Vergleich verkaufte 57 e-tron. Teslas Marktanteil schrumpfte damit von knapp 50 Prozent im Jahr 2020 auf 12 Prozent im Januar 2021. Tesla sei auf dem Markt „quasi nicht mehr vorhanden“, heißt es in der Studie. Für Deutschland ergibt sich ein ähnliches Bild: Hier ließ Tesla im Januar 453 Fahrzeuge neu zu, die Marke VW im gleichen Zeitraum 4562 vollelektrische Pkw. „Das Januar-Ergebnis mutet traurig an“, so Dudenhöffer.

Hat Tesla überdreht?

Dudenhöffer geht davon aus, dass der Druck auf Tesla weiter steigen wird. Die Konkurrenz kommt mit immer neuen E-Modellen. Neue Wettbewerber aus Europa und jede Menge chinesischer Startups wie Nio, Leapmotor oder Xpeng, tummeln sich inzwischen im Markt. Es sei ein schwieriges Umfeld für Tesla, denn „die Zwerge haben enorme Wachstumsraten“, heißt es in der Studie.

Die Latte für 2021 liegt deshalb hoch. Um die vorhandenen Produktionskapazitäten auszulasten, müsse der E-Autopionier seine Verkäufe weltweit verdoppeln. Tesla hat 2020 zwar versucht, mit Kostensenkungen im Batteriebereich und Preissenkungen gegenzusteuern. Allein in China wurde der Preis für das Model 3 innerhalb eines Jahres fünfmal gesenkt, und zwar um 30 Prozent von 54.500 US-Dollar auf 38.300 US-Dollar. In Deutschland purzelten die Preise für das Model 3 laut electrive.net ebenfalls im Januar. Aber besser wird die Lage dadurch nicht. Im Gegenteil, rechnet Dudenhöffer vor: „Klammert man den Gewinn aus CO2-Zertifikaten aus, dann machte Tesla im vierten Quartal einen ‚dünnen‘ Gewinn um die 1000 US-Dollar pro Fahrzeug.“

Mercedes als traditioneller Autobauer verdiente im Vergleich – trotz Transformationskosten wegen der E-Mobilitätswende – vor Steuern 5000 Euro pro Fahrzeug. Bei Toyota waren es laut der Dudenhöffer-Studie 1770 US-Dollar, bei Toyota knapp 2800 US-Dollar pro Fahrzeug.

Damit Tesla sein Produktionsziel von einer Million noch erreichen kann, muss sich laut der Studie der Weltmarkt für vollelektrische Fahrzeuge im Jahr 2021 verdoppeln. Gleichzeitig müsste Tesla seine Marktanteile stabil halten. Dudenhöffer hält das für unrealistisch: „Die für den Börsenwert notwendigen Dividenden und Gewinne sind nicht zu sehen. Das gilt auch für die nächsten Jahre.“



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Aktien Europa Schluss: Verluste – Steigende Anleiherenditen verunsichern

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PARIS/LONDON (dpa-AFX) – Die wieder deutlichen Kursverluste am US-Aktienmarkt haben am Donnerstag die europäischen Börsen etwas belastet. Die wichtigsten Indizes büßten im Tagesverlauf ihre moderate Gewinne ein und drehten leicht ins Minus.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab am Ende um 0,56 Prozent auf 3685,28 Punkte nach. Der französische Cac 40 verlor 0,24 Prozent auf 5783,89 Punkte und für den britischen FTSE 100 ging es um 0,11 Prozent auf 6651,96 Punkte nach unten.

Im Tagesverlauf wurde die Furcht vor anziehender Inflation wieder dominanter. Auslöser dafür war der jüngste Renditeanstieg am Kapitalmarkt. So kletterte der Zins für zehnjährige US-Staatsanleihen Richtung 1,5 Prozent. Beschwichtigende Worte von Notenbankern konnten dies nicht verhindern. In dieser Woche hatte US-Notenbankchef Jerome Powell klare Hinweise gegeben, dass die Zentralbank ihre ultralockere Geldpolitik noch lange fortsetzen will.

Derweil ging die Berichtssaison der Unternehmen in eine neue Runde. Unter den größten Verlierern im EuroStoxx sackten die Anteilscheine von AB Inbev nach der Vorlage von Geschäftszahlen um mehr als sechs Prozent ab. Damit zogen sie auch den europäischen Sektor für Nahrungs- und Getränkehersteller nach unten, der mehr als ein Prozent verlor. Analysten bemängelten den vorsichtigen Margenausblick des Brauereikonzerns für 2021.

Mit einem Plus von gut vier Prozent reagierten die Aktien von Axa auf die jüngsten Geschäftszahlen des Versicherers. Analyst Ashik Musaddi von JPMorgan hob die starke Solvabilität hervor.

Ihre jüngste Kurserholung brachen dagegen die Safran-Aktien mit minus 3,8 Prozent ab. Analysten beurteilten die für 2020 vorgelegten Zahlen des Triebwerkbauers und Technologiekonzerns zwar als gut, waren aber enttäuscht vom Ausblick der Franzosen.

Der britische Bergbaukonzern Anglo American hatte im zweiten Halbjahr vom Boom der Preise für Rohstoffe wie Eisenerz und Platin profitiert. So konnten das enttäuschende Ergebnis der ersten Jahreshälfte und die Schwäche im Geschäft mit Kohle und Diamanten ausgeglichen werden. Die Aktien gewannen rund vier Prozent.



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Dax schließt im Minus – Gamestop-Aktie legt fast 180 Prozent zu

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Düsseldorf Der deutsche Leitindex hat an diesem Donnerstag nach den Gewinnen des Vortages eine Verschnaufpause eingelegt. Der Dax schloss 0,7 Prozent im Minus bei 13.879 Zählern, nachdem ihm zum Handelsauftakt noch der Sprung auf die Marke von 14.047 Zählern gelungen war.

Im Nachhinein betrachtet war der Kursrutsch am vergangenen Dienstag ein reinigendes Gewitter, das den Weg für höhere Kurse geebnet hat. An diesem Tag war der Dax rasant um mehr als 320 Punkte abgerutscht, um vom Tagestief von 13.664 Zählern aus wieder schnell nach oben zu steigen. „Wer hoch springen will, muss zuerst in die Knie gehen“, lautet das dazu passende Börsensprichwort.

Die Schnelligkeit dieses Kurswechsels ist für die weitere Dax-Entwicklung positiv: Die Chance zum günstigen Einstieg konnten nur wenige Anleger nutzen, folglich stehen noch viele Investoren an der Seitenlinie und wollen kaufen. Erschwerend kam hinzu, dass die Inflationsgefahr aufgrund der steigenden Renditen am US-Anleihemarkt offenbar viele Anleger vom Kauf abgehalten hat.

Aber die Mutigen, die gekauft haben, sind mit einer aktuellen Notierung von rund 14.000 Punkten bereits belohnt worden. „In dieser Situation erfordert es Mut, auf dem aktuellen Kursniveau einzusteigen“, prognostizierte Stephan Heibel nach Auswertung der Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment am vergangenen Montag. Dieser Mut könnte belohnt werden, wenn sich die Impfsituation in den kommenden Tagen und Wochen verbessert, sagte der Inhaber des Analysehauses Animusx zum Wochenanfang.

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Perspektivisch rückt die Marke von 15.000 Zählern in den Fokus

Entsprechend sieht das Szenario laut der aktuellen Umfrage der Börse Frankfurt unter Privatanlegern und Anlageprofis für die kommenden Handelstage erfreulich aus. Sollten die Kurse nachgeben, dürfte es zwar erneut deutlich nach unten gehen, weil es erst im Bereich zwischen 13.700 und 13.650 Punkten wieder eine hohe Kaufbereitschaft gibt. Auf der Oberseite hingegen gibt es keinen Deckel, der weitere Kursgewinne begrenzen könnte.

Für den Verhaltensökonom Joachim Goldberg, der die Erhebung auswertet, ist eine Konsolidierung unterhalb des bisherigen Dax-Rekords von 14.169 Punkten zu erwarten. Doch es gibt auch eine Option auf deutlich steigende Kurse. „Der Dax gibt sich noch lange nicht geschlagen“, meint der ehemalige Devisenhändler.

Als erste Hürde muss der Dax nun das Rekordhoch mit 14.169 Zählern überwinden, was aber angesichts der Rahmenbedingungen nur eine Frage der Zeit sein dürfte. Perspektivisch rückt dann bereits die Marke von 15.000 Zählern in den Fokus. Das deckt sich mit der Jahresprognose von Charttechnik und Sentimentanalyse.

So hat Jörg Scherer, Leiter der technischen Analyse bei HSBC Deutschland, bereits Anfang 2021 einen Punktestand von 15.500 in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres prognostiziert. Und die Erwartung von Frederik Altmann vom Brokerhaus Alpha lautete Anfang 2021: „Der Dax dürfte sich im laufenden Jahr Richtung 16.500 Punkte bewegen.“ Auch die Jahresprognose der Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment hat zum Jahresanfang einen ähnlich hohen Dax-Stand im ersten Halbjahr signalisiert.

Was aber auch bedeutet: Die anschließenden saisonal schwierigen Sommer- und Herbstmonate sollten Anleger zu einem späteren Zeitpunkt betrachten.

Auch wenn die Zahl von 15.000 Punkten hoch erscheint, gegenüber einem Kurs von 14.000 Zählern ist das nur ein Kursanstieg von rund sieben Prozent. Zum Vergleich: Im November 2020, einem der stärksten Börsenmonate der Dax-Historie, kletterte die Frankfurter Benchmark um mehr als 15 Prozent.

Dieser Anstieg Richtung 15.000 muss nicht schnell erfolgen. Es wird vermutlich in diesem Zeitraum immer wieder Kursrutsche oder fulminante Kurssprünge ohne fundamentale Veränderungen geben, sogenannte „Short-Squeeze“.

Und solch eine Rally wird immer von zweifelnden Anlegern begleitet. Je mehr Investoren an der Nachhaltigkeit der Rally zweifeln, umso besser. „Kurse klettern an einer Wand voller Angst („Wall of Worry“)“, wissen erfahrene Anleger.

Denn Zweifel bedeutet an der Börse vereinfacht, „noch nicht ausreichend investiert“. Entsprechend halten diese Zweifler die Rally am Leben. Sie können noch kaufen, wenn die Kurse abrutschen, und müssen irgendwann ihre Zweifel aufgeben, wenn die Notierungen nach oben klettern. Das beflügelt eine Rally zusätzlich.

Steigende Renditen bei Staatsanleihen

Investoren verkauften aus Furcht vor einer anziehenden Inflation ertragsschwache Staatsanleihen aus ihren Depots. Dies trieb die Rendite der zehnjährigen Bundestitel auf minus 0,214 Prozent, den höchsten Stand seit knapp einem Jahr. Ihre US-Pendants rentierten mit Plus 1,494 Prozent auf einem Zwölf-Monats-Hoch. Steigende Renditen bedeuten höhere Finanzierungskosten für Staaten und Unternehmen.

Blick auf die Einzelwerte

Deutsche Bank: Die Aktie war mit einem Plus von mehr als 3,9 Prozent mit Abstand der größte Gewinner im Dax. Gleichzeitig erreichte der Anteilsschein mit 10,76 Euro den höchsten Stand seit August 2018. Die Aktie profitierte auch von den steigenden Renditen am Anleihemarkt.

Bayer: Milliardenschwere Abschreibungen im Agrargeschäft und Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten haben Bayer im vergangenen Jahr tief in die roten Zahlen gedrückt. 2020 fiel deshalb ein Verlust von 10,5 Milliarden Euro an. 2019 stand noch ein Gewinn von 4,1 Milliarden Euro zu Buche. Die Aktie fiel um 6,4 Prozent, denn die Dividende soll auf zwei Euro pro Aktie sinken. Für 2019 hatte Bayer noch 2,80 Euro gezahlt.

Munich Re: Der Rückversicherer hat das Corona-Jahr 2020 trotz hoher Schäden infolge der Pandemie mit einem Milliardengewinn abgeschlossen. Der Nettogewinn brach allerdings um 55 Prozent auf 1,21 (Vorjahr: 2,71) Milliarden Euro ein. Er lag damit knapp unter dem Durchschnitt der Schätzungen von Analysten.

Die Dividende soll mit 9,80 Euro je Aktie trotzdem stabil bleiben, auf einen Aktienrückkauf will Vorstandschef Joachim Wenning derzeit aber verzichten. Die Aktie legte 1,5 Prozent zu.

Aixtron: Der Chipanlagenbauer startet mit vollen Orderbüchern in das laufende Jahr und will Umsatz und Rendite deutlich steigern. Dementsprechend stieg die Aktie um 13,6 Prozent auf 19,50 Euro, auch weil die Experten der Investmentbank Liberum ihr Kursziel für Aixtron auf 18,50 von 16,50 Euro angehoben hatten. Und das Unternehmen will erstmals seit 2011 wieder eine Dividende zahlen, es sollen elf Cent pro Aktie werden.

Zudem hellte US-Chipindustrie-Zulieferer Applied Materials hellt mit seinem Ausblick die Stimmung im Halbleitersektor auf. Der Chipindustrie-Zulieferer rechnet für das laufende zweite Quartal mit einem Umsatz über den Analystenschätzungen.

Erneute Turbulenzen beim Handel mit der Gamestop-Aktie

Die Aufregung um den kriselnden Videospielehändler Gamestop findet am US-Finanzmarkt kein Ende. Nach starken Verlusten in den Vorwochen verdoppelte sich der Aktienkurs des zum Spielball von Spekulanten gewordenen US-Unternehmens am Mittwoch an den US-Börsen, ohne dass auf Anhieb ein klarer Grund ersichtlich gewesen wäre. Auch deutschen Aktienmarkt ging das Spiel munter weiter: Auf der Handelsplattform Xetra stieg der Kurs 180 Prozent im Plus

Die Handelsumsätze sind entsprechend hoch. Auf der bei Privatanlegern beliebten Handelsplattform Tradegate wurden gegen 14.30 Uhr mehr als 443.000 Papiere ge- und verkauft. In den vergangenen fünf Handelstagen lag dieser Wert bei etwas mehr als 100.000 Stück täglich. Auf der außerbörslichen Handelsplattform Lang und Schwarz erzielte das Gamestop-Papier den zweithöchsten Umsatz aller Werte. Auf Platz eins lag die Tui-Aktie.

Auch andere bei der Onlineplattform Reddit häufig gehandelte Aktien nutzten den Rückenwind des jüngsten Gamestop-Anstiegs und legten deutlich zu: So kletterten die Papiere des Kinobetreibers AMC Entertainment in Frankfurt um 27,6 Prozent.

Was die Dax-Charttechnik sagt

Die hart umkämpfte Schlüsselzone bei 13.800 Punkten hat in den vergangenen Handelstagen auf Schlusskurbasis gehalten. Anleger können diesen Bereich als Stop-Loss-Marke für taktische Investments nehmen. Unterstützt wird dieser Bereich von der 50-Tage-Linie, die den mittelfristigen Trend vorgibt und aktuell bei 13.798 Punkten notiert.

Auf der Oberseite gilt es zunächst, die kleine Abwärtskurslücke aus der vergangenen Woche zu schließen. Zwischen 14.050 Punkten und 14.036 Zählern gab es zu regulären Handelszeiten keine Notierung. Bei Dax-Ständen darüber dürfte der Dax in Richtung Rekordhoch steigen, das bei 14.169 Punkten liegt. Oberhalb des Rekordhochs liegt die nächste Zielmarke bei 14.300 Zählern.

Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.



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