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Wirtschaft

Was Sie über Aktien wissen müssen

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Frankfurt/Main (dpa/tmn) – Zahlen lügen nicht: 0,03 Prozent – das ist im Durchschnitt das, was man derzeit laut FMH Finanzberatung an Zinsen für sein Geld auf einem Tagesgeldkonto bekommt. Vermögen aufbauen kann man damit schwerlich.

Wer mehr aus seinem Geld machen will, kommt im Moment um Aktien kaum herum. Für Einsteiger ist die Welt der Aktien aber oft schwer zu durchschauen. Dabei ist es nicht wirklich kompliziert. Wer weiß worauf er sich einlässt, kann sein Gesamtvermögen mit Aktienanlagen streuen und die Rendite verbessern. Wichtige Fragen und Antworten:

Was sind Aktien?

„Aktien sind verbriefte Anteile an Aktiengesellschaft“, erklärt Claus Walter, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Freiburger Vermögensmanagement GmbH. „Damit werden die Inhaber dieser Wertpapiere Gesellschafter eines Unternehmens.“ Das in Aktien investierte Kapital zählt zum Eigenkapital des Unternehmens.

Aktionäre sind also Miteigentümer, die damit auch ein finanzielles Risiko eingehen, sollte das Unternehmen Verluste machen. Allerdings werden Aktionäre auf der anderen Seite auch an Gewinnen beteiligt.

Ist eine Aktie gleich eine Aktie?

Es gibt verschiedene Arten von Aktien. Unterschieden wird zum Beispiel in Namens- und Inhaberaktien. „Bei Namensaktien sind die Aktionäre einzeln in das Aktienregister eines Unternehmens eingetragen“, erklärt Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

Inhaberaktien gehören hingegen demjenigen, in dessen Depot sie liegen. „Inhaberaktien sind quasi ein anonymes Inhaberpapier“, schreiben Stefanie Kühn und Markus Kühn in ihrem Ratgeberbuch. Die AGs kennen die Aktionäre hier nicht und können nur über die Depotbanken mit ihnen Kontakt aufnehmen.

Eine weitere Unterscheidung ist die von Stamm- und Vorzugsaktien. „Vorzugsaktien sind nicht stimmberechtigt, die Inhaber können auf den Hauptversammlungen also nicht mitreden“, erklärt Kurz. „Dafür erhalten sie meist etwas mehr Dividende.“ Wer Stammaktien besitzt, kann hingegen auf den Hauptversammlungen über alle Tagesordnungspunkte mitentscheiden.

Wie kann man Aktien kaufen?

„Gehandelt werden Aktien an den verschiedenen Börsenplätzen“, erklärt Kurz. In Deutschland ist dieBörse in Frankfurt am Mainein wichtiger Handelsplatz, in den USA dieBörse in New York. Darüber hinaus gibt es weitere internationale oder regionale Handelsplätze.

Kaufen können Anleger Aktien nicht an den Börsen direkt, sondern nur über ihre Bank oder ihren Broker. Dazu müssen sie ein Depot haben. „Ist das eingerichtet, geben Sie den Auftrag, an einer Börse eine bestimmte Aktie zu kaufen“, erklärt Walter. „Diesen Auftrag wickelt dann ein Broker nach den festgelegten Vorgaben ab und die Papiere werden bei einem erfolgreichen Kauf in das Depot eingebucht.“

Wie wird der Kurs einer Aktie gebildet?

Wie viel Aktien kosten, ist eine Frage von Angebot und Nachfrage. „Wenn jemand eine Aktie zu einem Preis von 50 Euro verkaufen will, muss er jemanden finden, der bereit ist, 50 Euro zu zahlen“, erklärt Kurz. „Das passiert im Aktienhandel jeden Tag millionenfach.“

Der Preis, zu dem Verkäufer bereit sind, ihre Aktien zu verkaufen, wird Briefkurs oder englisch „Ask“ genannt. Der Preis, den Käufer bereit sind für die Aktie zu zahlen heißt Geldkurs oder englisch „Bid“. Die Spanne dazwischen wird als „Spread“ bezeichnet.

Was ist ein Börsenindex?

„Ein Börsenindex ist die Zusammenfassung von verschiedenen Aktien unter einer Überschrift“, erklärt Jürgen Kurz. Der Deutsche Aktienindex Dax zum Beispiel fasst die 30 größten Unternehmen des deutschen Aktienmarktes und bildet deren Wertentwicklung ab. Erstellt werden Indizes zum Beispiel von den Börsen aber auch von Finanzdienstleistern wie Morgan Stanley Capital International (MSCI).

„Wichtig ist die Unterscheidung, ob es sich um einen Kursindex oder einen Performanceindex handelt“, erklärt Walter. „Ein Kursindex, wie etwa der bekannte amerikanische Dow Jones, gibt nur die Entwicklung der täglichen Börsenkurse wieder.“ Bei einem Performanceindex, wie etwa dem Dax, werden auch Dividendenzahlungen eingerechnet.

Können Aktionäre auch mitreden?

Jeder Aktionär, der stimmberechtigte Aktien hat, kann sich auf der jährlichen Hauptversammlung einbringen. Auf diesen Treffen zieht der Vorstand Bilanz und gibt einen Ausblick auf die Zukunft. Entschieden wird auf der Hauptversammlung über die Verwendung des Gewinns, also, ob eine Dividende ausgeschüttet wird und ob der Vorstand für seine Arbeit entlastet wird. Auch der Aufsichtsrat wird hier gewählt.

„Dabei gilt der Grundsatz: One Share, one vote“ , sagt Kurz. Übersetzt heißt das etwa: Pro Aktie eine Stimme. „Als Kleinaktionär kann man in der Regel keine Berge versetzen“, sagt der Anlegerschützer. „Aber man kann sein Fragerecht aktiv nutzen.“



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Toyota will Gewinnprognose mehr als verdoppeln

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Toyota

Der Autobauer werde Medienberichten zufolge nun ein Betriebsergebnis von über einer Billion Yen (rund 8,2 Milliarden Euro) anpeilen.


(Foto: AP)

Tokio Toyota profitiert einem Medienbericht zufolge von einer Erholung der Fahrzeugmärkte in China und in den USA. Der größte japanische Autobauer wolle deswegen bei der Vorlage der Quartalszahlen am Freitag seine Gewinnprognose für das bis Ende März laufende Geschäftsjahr mehr als verdoppeln, berichtet die Zeitung „Mainichi“. Er werde nun wohl ein Betriebsergebnis von über einer Billion Yen (rund 8,2 Milliarden Euro) anpeilen.

Wegen des globalen Absatzeinbruchs in der Branche in der Coronakrise hatte Toyota im August lediglich einen operativen Gewinn von 500 Milliarden Yen prognostiziert und damit das schwächste Ergebnis seit neun Jahren. Allerdings liegt auch die neue Prognose noch deutlich unter dem Gewinn des vorherigen Geschäftsjahres, als es rund 2,5 Billionen Yen waren. Analysten rechnen diesmal im Schnitt mit einem operativen Gewinn von 1,25 Billionen Yen. Toyota wollte sich nicht zu dem Bericht äußern.

Mehr: Der Autoabsatz in China ist im Oktober vorläufigen Berechnungen zufolge deutlich gestiegen. Im September war der Absatz aber noch höher ausgefallen.



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Fed bleibt auf Niedrigzinskurs: Anleger wetten auf „Weiter so“ nach US-Wahl

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Die Rally an der Wall Street hält an. Dabei setzen die Anleger darauf, dass es in den USA nach der Präsidentschaftswahl keinen radikalen politischen Richtungswechsel geben wird. Die US-Notenbank bleibt bei ihrer ultralockeren Geldpolitik. Derweil gehen die Aktien eines Chip-Herstellers durch die Decke.

In der Hoffnung auf eine Fortsetzung des wirtschaftspolitischen Status Quo in den USA decken sich weitere Anleger mit Aktien ein. „Die Märkte bevorzugen eine gespaltene Regierung“, sagte Anlagestratege Brian Levitt vom Vermögensverwalter Invesco. Dies dämpfe die Sorgen vor Steuererhöhungen, umfangreichen Investitionen in erneuerbare Energien oder Änderungen an der Krankenversicherung. Daher stieg der US-Standardwerteindex Dow Jones an diesem Donnerstag um 2,0 Prozent auf 28.390 Punkte. Der technologielastige Nasdaq rückte 2,6 Prozent auf 11.890 Punkte vor und der breit gefasste S&P 500 legte 1,9 Prozent auf 3510 Punkte zu.

Nasdaq Composite 11.890,93

Joe Biden, dem Herausforderer von US-Präsident Donald Trump, fehlen im Wahlgremium nur noch wenige Stimmen für den Einzug ins Weiße Haus. Seine Demokraten verfehlten jedoch ihr Ziel, neben dem Repräsentantenhaus auch im Senat die Mehrheit zu erringen. Damit sei eine strengere Regulierung der Wirtschaft vom Tisch, sagte Portfoliomanager Justin Onuekwusi vom Vermögensverwalter Legal & General. „Das ist ein riesiger Positiv-Faktor und wiegt die Wahrscheinlichkeit eines kleineren Konjunkturpakets auf.“ Schwindende Furcht vor Kartell-Ermittlungen verhalf großen Technologiekonzernen wie Amazon oder Apple zu Kursgewinnen von bis zu 3,6 Prozent.

Fed als Retter in der Not

Gold, Feinunze
Gold, Feinunze 1.943,88

Inmitten der Hängepartie um den Ausgang der Wahl bereitete die Notenbank Fed den Boden für neue Konjunkturhilfen. Sie beließ den Leitzins in der Spanne von null bis 0,25 Prozent und hielt zugleich die Tür für neue Nothilfen in der Corona-Pandemie offen. Fed-Chef Jerome Powell sagte, die Währungshüter hätten auf der Sitzung ihr milliardenschweres Anleihenprogramm analysiert und breit darüber diskutiert. Sie seien entschlossen, falls nötig mit „kraftvollen Instrumenten“ wie diesen die von der Krise hart getroffene Wirtschaft noch stärker zu stützen. Dauer, Umfang und Zusammensetzung des Kaufprogramms könne bei Bedarf angepasst werden.

Diese Aussicht setzte der Weltleitwährung erneut zu. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, fiel um 0,9 Prozent. Gleichzeitig deckten sich Anleger mit Gold ein, das sich um 2,4 Prozent auf 1948 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) verteuerte. Das Edelmetall dient häufig als Absicherung gegen Inflation.

Börsianer schließen Unruhen nicht aus

Qualcomm
Qualcomm 123,32

Einige Börsianer warnten allerdings davor, angesichts des knappen US-Wahlausgangs auf eine reibungslose Machtübergabe zu vertrauen. Trump werde sich verbissen an die Macht klammern, prophezeite Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade. „Wir stehen am Rande eines Bürgerkrieges und es ist nur eine Frage der Zeit, bis Trump die Pforten hierfür öffnet.“ In mehreren US-Städten zogen sowohl Trump- als auch Biden-Anhänger auf die Straßen, einige von ihnen mit Waffen. Gleichzeitig brachte Trump seine Anwälte in Stellung, um die laufende Auszählung in einigen Bundesstaaten zu stoppen oder um eine Neuauszählung durchzusetzen.

Qualcomm auf Rekordhoch – GM auf Überholspur

General Motors (GM)
General Motors (GM) 37,14

Am US-Aktienmarkt schossen die Papiere von Qualcomm um gut zwölf Prozent in die Höhe, nachdem der Chip-Hersteller für das laufende Quartal einen Umsatz über Markterwartungen in Aussicht gestellt hatte. Das Unternehmen gehöre zu den Profiteuren der Umstellung auf den neuen Mobilfunkstandard 5G, für dessen Nutzung neue Mobiltelefone notwendig seien, schrieben die Analysten vom Vermögensverwalter Canaccord Genuity.

Gefragt waren auch die Titel von General Motors (GM), die sich um 5,4 Prozent verteuerten. Dank des reißenden Absatzes profitabler Pickups und SUV machte der Autobauer einen überraschend hohen Quartalsgewinn. Die Gewinnmarge von 15 Prozent sei beeindruckend, lobte Analyst Philippe Houchois von der Investmentbank Jefferies.



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Biden wird bescheiden bleiben müssen

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Derzeit in Führung: Joe Biden, der Präsidentschaftskandidat der Demokraten, am 4. November in Wilmington, Delaware

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Im derzeit wahrscheinlichsten Szenario wird Joe Biden gegen eine republikanische Mehrheit im Senat regieren müssen. In diesem Ergebnis steckt die Aufforderung der Wähler, bescheiden zu bleiben.

Vieles deutet darauf hin, dass die amerikanische Innenpolitik in den kommenden zwei Jahren einem Abnutzungskrieg ähneln wird. Im wahrscheinlichsten Szenario regiert der demokratische Präsident Joe Biden gegen eine republikanische Mehrheit im Senat. In diesem Ergebnis steckt die Aufforderung der Wähler an die Demokraten, bescheiden zu bleiben. Die Mehrheit ist Donald Trumps offensichtlich überdrüssig geworden, doch sie gibt radikaleren Ideen in der demokratischen Agenda keinen Rückhalt. Das linke Bernie-Sanders-Lager hat vom Wähler auch eine Quittung bekommen.

Seinen Plan für eine Steuerreform, deren Hauptzweck die Umverteilung ist, kann Biden erst einmal zurückstellen. Sie hat keine Chance gegen republikanische Senatoren, für die Steuersenkungen zum politischen Lebenselixier gehören. Die Gesundheitsreformpläne darf Biden genauso einmotten wie seine ambitionierte Klimapolitik. Selbst die weitere Absicherung der Wirtschaft und der Haushalte in der Pandemie-Krise dürfte schwierig werden. Denn seit langem haben sich die Republikaner angewöhnt, immer dann für strikte Haushaltspolitik einzutreten, wenn ein Demokrat im Weißen Haus residiert. Sie legten Bill Clinton und Barack Obama Zügel an, während sie ihre Präsidenten Ronald Reagan, George W. Bush sowie zuletzt Trump hohe Schulden auftürmen ließen.



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