Connect with us

Mode

Warum wir in Beziehungen gemein sind: Boshaftigkeit in der Liebe

Veröffentlicht

auf


Es muss schon vor einiger Zeit gewesen sein, jedenfalls saßen wir draußen in einer kleinen Gruppe zusammen. Ein Freund hatte Geburtstag. Für einen Tag befreit von allem, was ihm das Lebensjahr aufgebürdet hatte, erzählte er drauflos, und wir sorgten, berauscht von der Geselligkeit, dafür, dass er im Zentrum der Aufmerksamkeit blieb. Seine Freundin kam ein wenig später dazu. Sie wirkte angestrengt, als sie sich neben uns niederließ. Gleich darauf begann sie, Bemerkungen einzuwerfen: Unser Freund habe einen zu kleinen Tisch reserviert, zu wenig Essen bestellt. Sie raunte mir, für ihn gut hörbar, zu: Ob mir schon aufgefallen wäre, dass er seit Wochen keinen Sport mache. Noch vor Mitternacht nahm sie ihn am Arm und führte ihn davon. Schwankend drehte er sich nach uns um. Er rief, wie gern er eigentlich noch bleiben würde.

Später fragte mich eine Freundin, ob mir auch aufgefallen sei, wie gemein die Partnerin unseres Freundes an diesem Abend, der ja immerhin sein Geburtstag war, zu ihm gewesen sei. Ob ich mir vorstellen könnte, woran das lag. Ich hatte nicht weiter daran gedacht, es als die üblichen Beziehungs-Sticheleien abgetan, die mir selbst nicht fremd waren.

Für die schnelle Pointe ausgenutzt

Aber je dauerhafter sich unsere sozialen Kontakte reduzieren, desto mehr Zeit bleibt, die Paarbeziehungen im nächsten Umfeld zu beobachten. Man telefoniert, gibt einander küchenpsychologische Ratschläge – oder schaut dabei zu, wie sich andere vor einem Videobildschirm gegenseitig ins Wort fallen. Warum sind die meisten von uns immer wieder gemein zu unseren Partnern? Nicht jene, die in ihrer Beziehung ohnehin schon nichts mehr mit sich anzufangen wissen. Sondern die, die ganz offensichtlich grundsätzlich zufrieden sind.

Wie erwähnt, das Problem ist mir vertraut. Schamvoll erinnere ich mich an Momente, in denen ich die wunden Punkte damaliger Freunde für eine schnelle Pointe ausgenutzt habe. In denen ich ihnen vorwarf, faul und antriebslos zu sein, nur weil ich selbst nichts mit meiner inneren Unruhe anzufangen wusste. Wir saßen zusammen, jemand lud uns zu einer Radtour ein. Undenkbar, rief ich. Um die Uhrzeit kommt der nie aus dem Bett. Umgekehrt war ich empört, wenn sich jemand so etwas bei mir erlaubte.

Bei anderen meint man die kleinen Ungerechtigkeiten besser einschätzen zu können. Das war fies, urteilt man, jetzt mische ich mich ein und sorge für Gerechtigkeit. Manchmal gelingt das. Manchmal lacht man aber auch auf Kosten der oder des anderen mit. Und manchmal lächelt man gequält und schweigt.

Bei der Verwandten, die ihrem Mann vor versammelter Runde ins Gesicht sagt, er solle jetzt endlich mal den Mund halten mit seinen langweiligen Geschichten. Bei der Freundin, die augenrollend davon berichtet, dass ihr Freund nach Monaten der Kurzarbeit, in denen er täglich ihren Digitalkonferenzen lauschen musste, die Hälfte vergessen hat, wenn er aus dem Supermarkt kommt. Bei dem Mann einer Freundin, der sie auf eine schlecht sitzende Hose oder einen Fleck auf dem T-Shirt aufmerksam macht, als sie zu uns ins Zimmer kommt.



Quelle

Weiterlesen
Klicken Sie hier, um einen Kommentar abzugeben

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mode

François Demachy, Chefparfümeur von Dior über Düfte nach der Pandemie

Veröffentlicht

auf

Durch


Behalten Sie das Geschehen umfassend im Blick.

Zugang zu allen F+Artikeln

  • Alle wichtigen Hintergründe zu den aktuellen Entwicklungen
  • Exklusive Berichte zur Corona-Pandemie und anderen Themen
  • Über 800 F+Artikel pro Monat
  • Jederzeit kündbar




Jetzt 30 Tage kostenfrei testen


Jetzt F+ und am Sonntag Lesegenuss mit der FAS

Nur 5,95 € /WOCHE

  • Starke Themen, mutige Standpunkte: Die digitale Sonntagszeitung
  • Bereits am Vorabend ab 20 Uhr
  • Zugang zu allen F+Artikeln
  • Monatlich kündbar




JETZT BESTELLEN FÜR NUR 5,95 € / WOCHE


Login für Digital-Abonnenten



Quelle

Weiterlesen

Mode

Stylistin Julia von Boehm über Mode für die Golden Globes und ihre Ratschläge an Klientin Nicole Kidman

Veröffentlicht

auf

Durch


Frau von Boehm, herzlichen Glückwunsch! Nicole Kidman, die Sie in Kleiderfragen beraten, wurde für einen Golden Globe nominiert, als beste Schauspielerin in einer Fernsehserie für ihre Rolle in „The Undoing“. Heute Abend werden die Preise vergeben.

Alfons Kaiser

Verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Deutschland und die Welt“ und das Frankfurter Allgemeine Magazin.

Danke. Ja, sie hat mich gleich aus Aus­tralien angerufen, wo sie jetzt während der Pandemie lebt und dreht, auch weil sie dort vor Corona sicherer ist. Ich freue mich natürlich schon deshalb, weil wir über die Arbeit zu Freundinnen geworden sind. Denn das Styling ist eine intime Angelegenheit, da kommt man sich nahe und kennt sich gut.

Und Sie arbeiten schon seit sieben Jahren für sie.

Genau. Die erste Saison war Cannes 2014, als ihr Film „Grace of Monaco“ zur Eröffnung des Festivals lief. Damals trug sie ein mehrlagiges schulterfreies blaues Kleid aus Spitze von Armani Privé.

Das stach so heraus, dass Kidman damals „Prinzessin von Cannes“ genannt wurde. Wäre ein solcher Look auch für die Golden-Globe-Verleihung an diesem Sonntag passend?

Ich denke nicht. Denn in Zeiten der Pandemie ist die Frage: Was kann oder sollte man jetzt anziehen? Ich habe ihr schon ein kleines Moodboard mit Eindrücken und Anregungen geschickt. Und ohne zu viel zu verraten: Es wird vermutlich kein Kleid mit einem Papagei auf der Schulter, sondern ein zurückgenommener Look. In diesen Zeiten ist Schlichtheit angesagt. Das Virus hat mich extrem demütig gemacht. Aber mein Stil war ohnehin nie so richtig laut, sondern eher subtil.

Für die Golden Globes würde das also bedeuten: eher Dior als Dolce & Gabbana, eher Armani als Gucci?

Ach, das sehen wir dann!

Jedenfalls sind die Celebrity-Abteilungen der Marken mit guten Ideen auf Sie zugekommen.

Ja, klar. Aber ich weiß meist schon so, was ich will. Ich habe meinen eigenen Kopf.

Wie wichtig sind dabei die aktuellen Modetrends?

Dem Trend folge ich nicht. Ich schaue mir an, was in der Welt los ist, wo die Schauspielerin im Leben steht, was in dem Film passiert. Zum Beispiel trug Nicole für die Premiere von „Die Verführten“ in Cannes 2017 kein schulterfreies Kleid, sondern ein hochgeschlossenes mit langen Fransen von Michael Kors. Das war ein kleiner Hinweis auf die Kostüme des Films, der im amerikanischen Bürgerkrieg spielt.

Man muss also alles im Blick haben: Person, Anlass und Film.

Ja, aber die Entscheidung treffe ich instinktiv.

Und wie haben Sie ihr jetzt ein Kleid ausgesucht?

Per Zoom. Sie bekommt Pakete von Modemarken zugeschickt, und dann schauen wir gemeinsam. Ein Schneider ist bei ihr zum Anpassen und Abstecken. Das geht überraschend gut.

Preisverleihungen finden während der Pandemie

Es ist leichter. Wenn die Schauspielerinnen bei einer Gala zwei Stunden sitzen und dann aufs Podium gehen, sind die Kleider längst verknittert. Auch das Licht und das Blitzlicht sind oft ungnädig. So etwas erspart man sich, wenn man zu Hause sitzt.

Die Mode ist im Lockdown entspannter geworden. Der Trend zur Loungewear, schon vorher zu sehen, hat sich nun richtig durchgesetzt.

Ja, aber Sweatpants kann ich nicht mehr sehen. Selbst wenn ich hier zu Hause in meinem Gartenhäuschen sitze, wo ich mir mein Büro eingerichtet habe, bin ich richtig angezogen. Dabei sieht es hier recht unkonventionell aus: Ich habe einen kleinen Heizofen, einen Tisch, den ich für 99 Dollar gekauft habe, einen Computer mit Drucker und einen Teppich, das war’s.

Nicole Kidman im Jahr 2014 in Cannes, bei ihrem ersten Auftritt unter modischer Beratungvon Julia von Boehm.


Nicole Kidman im Jahr 2014 in Cannes, bei ihrem ersten Auftritt unter modischer Beratungvon Julia von Boehm.
:


Bild: AFP

Da stehen überhaupt keine Kleiderständer?

Nein. Ich mache das jetzt alles aus der Ferne. Auch viele Büros der Modemarken sind noch geschlossen.

Für Styling-Aufträge müssten Sie also in Zukunft eigentlich gar nicht mehr persönlich in Los Angeles sein.

So ist es. Ich bin früher oft nur für ein paar Stunden nach Los Angeles geflogen, für Anproben, auch weil die Marken das so am liebsten hatten. Das war eigentlich schon immer Blödsinn. Aber in Zeiten des Klimawandels erkennt man es endlich als solchen.

Sie sind auch Modechefin der amerikanischen „Instyle“. Könnten sich auch die Magazine stärker zurücknehmen? Müssen Modeshootings für deutsche Zeitschriften zum Beispiel in New York im Studio stattfinden, oder geht das auch in München?

Geht auch. Die Modeszene musste dringend auf den Boden geholt werden, und das passiert jetzt. Wir müssen nun kreativer werden, wenn wir uns neue Geschichten ausdenken. Spätestens meine Töchter erinnern mich daran, dass eine neue Zeit angebrochen ist. Saft in einer Plastikflasche darf ich nicht mehr kaufen.

Meinen Sie, die Modeleute nehmen den Wandel ernst? Wird nicht bald alles wie immer sein?



Quelle

Weiterlesen

Mode

Handykordel: Smartphone stylisch angeleint

Veröffentlicht

auf

Durch


Wer hat’s erfunden? Zumindest das kann man in diesem Fall mit großer Sicherheit sagen: kein Schweizer. Und auch das scheint recht klar: Die Berlinerin Yara Jentzsch Dib war eine der ersten, damals im Jahr 2016. Bevor sie anfing, an der Markenbildung zu arbeiten, saß sie schon am Küchentisch und bastelte Handykordeln. Fünf Jahre später hängt ihre Handykordel in Rostrot mit farblich passendem Band, nun unter dem Label Xouxou, nicht mehr allein um den Hals unseres Models.

Jennifer Wiebking

Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Das nennt man wohl To-go-Kultur: Geld, Schlüssel, Maske, Handy, Handykordel – nicht weniger und nicht mehr scheint der moderne Mensch heute zu brauchen, wenn er das Haus verlässt. Oder sollte man, genderkorrekt, sagen: sie? Denn wer sich ein Smartphone-Case quer um den Oberkörper schlingt, ist meist weiblich.

Teenager können beruhigt sein, denn so ist das Handy griffbereit, wenn die Situation für ein Update des Profilfotos günstig ist. Junge Mütter haben die Hände frei fürs Kind, und das andere Baby, also das Handy, bleibt trotzdem in nächster Nähe. Ältere Damen müssen mit Kordel um den Körper nur noch nach der Lesebrille suchen.

Schmückendes Provisorium

An der Schnur ist uns das Handy noch näher, und die Welt da draußen nur einen Wisch entfernt. Riechen, schmecken, sehen, fühlen, am Handy daddeln. Wenn das digitale Endgerät mittel- bis langfristig ohnehin am oder gar im Körper befestigt wird, sind die Umhängekordeln in der Zwischenzeit ein schönes Provisorium. Und sie schmücken ja wirklich ein bisschen, wie der Strang mit aufgefädelten Perlen an dem Gehäuse von Studionooks (weiße Hülle). Siehe auch das Gehäuse, das kaum da zu sein scheint, aber dessen Kordel mit dicken Quasten versehen ist, von Etuui (durchsichtige Hülle mit rosa Band).

Was unser Model noch trägt? Ein Hemd aus dem Onlinestore Mytheresa von Plan C, der jungen Marke von Carolina Castiglioni, deren Familie einst die Modemarke Marni gründete.

Und unser Model trägt, neben einer Kordel mit robustem Riemen von Jalouza (schwarz), noch einen Beweis dafür, dass das Zeitalter der großen Erfindungen nicht so schnell vorbei sein wird. Denn auch der To-go-Kaffeebecher lässt sich an eine hübsche Leine namens Joyuma (grauer Becher mit grünem Band) legen. Wer’s erfunden hat? Natürlich jemand in Berlin.



Quelle

Weiterlesen

Trending

We use cookies in order to give you the best possible experience on our website. By continuing to use this site, you agree to our use of cookies.
Accept