Connect with us

Panorama

Warum sich die Super League als Rohrkrepierer erwies – und es verlogene Gewinner gibt

Veröffentlicht

on


Pläne der Topklubs
Warum sich die Super League als Rohrkrepierer erwies – und es verlogene Gewinner gibt

Am Stadion an der Anfield Road in Liverpool hängen Protest-Plakate von Fans

© Paul Ellis / AFP

Die Idee der Super League wurde so schnell beerdigt, weil Fans, Verbände und andere Klubs geschlossen Widerstand leisteten – doch der Erfolg darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Fußball ein grundlegendes Problem hat.

Wer verstehen will, wie groß die Wucht des Widerstands gegen die Pläne der Super League war, muss sich nur einmal das Sky-Interview mit dem früheren englischen Nationalspieler Gary Neville anschauen. Der wütete mit einer Schimpftirade gegen die englischen Klubs, die sich an der geschlossenen Elite-Liga beteiligen wollten: „Ich bin angewidert, absolut angewidert“, es seien „Blender“, die in eine Liga „ohne Wettbewerb“ wechseln wollen, es sei „eine Schande“, nur „blanke Gier“ treibe sie an und „sie haben nichts zu tun mit Fußball in diesem Land“.

Speziell einen früheren Verein Manchester United sprach der ehemalige Profi an. Nevilles Wut ist in jedem Wort, in jedem Satz spürbar. Sie richtete sich aber auch gegen die anderen englischen und europäischen Vereine, die an dem unausgegorenen Projekt Super League beteiligt waren, darunter Schwergewichte wie Real Madrid und Juventus Turin. Nevilles Entsetzen über das Vorhaben steht stellvertretend für den Sturm der Entrüstung, der in Großbritannien und in ganz Europa losbrach. Beim FC Chelsea und beim FC Liverpool gingen die Fans auf die Straße. Er war so heftig, dass die sechs englischen Klubs das Projekt schleunigst wieder aufgaben, bevor der Imageschaden noch größer wurde.

Die Super League hätte den Fußball verändert

Mit dem Rückzug der englischen Klubs war die Idee schneller gestorben als sie das Licht der Welt erblickt hatte: 20 Vereine spielen in einer europäischen Super League, 15 davon als feste Mitglieder. Vorfinanziert von der US-Investmentbank JPMorgan Chase sollten sichere Einnahmen durch Eigenvermarktung garantiert werden – die Super League sollte zur Gelddruckmaschine für die Vereine werden, ganz ohne sich in den die Mühen des Liga-Alltags zu qualifizieren. Allein der Wegfall des grundlegenden Wettbewerbs hätte den Charakter des Fußballs verändert, der von der Möglichkeit des Auf- und Abstiegs der Vereine lebt.

Die Dreistigkeit der Initiative wurde nur von der Begründung übertroffen, die Real-Boss und Milliardär Florentino Pérez für das Projekt anführte: Er behauptete tatsächlich, den „Fußball zu retten, der sich in einer kritischen Situation befindet“. Was er damit meinte: Real Madrid wie andere große Traditionsvereine befinden sich durch die Coronakrise in einer finanziellen Krise. Den FC Barcelona zum Beispiel, der ebenfalls zum „dreckigen Dutzend“ gehörte, plagen Schulden von über einer Milliarde Euro. Im Bündnis mit den nach reinem Profit strebenden Besitzern der englischen Vereine wollten die Schulden-Klubs ihren Status retten, ohne Rücksicht auf Fans, nationale Ligen oder lästige Regeln der Uefa.

Watzke und Rummenigge bezogen schnell Stellung

Es war ein bemerkenswertes Bündnis, dass die Super League so schnell beerdigte. Fans, Ligen, Verbände, aktuelle und ehemalige Profis, Vereine, Medien – alle verurteilten die Idee. In Großbritannien mischte sich sogar die Politik ein: Premierminister Boris Johnson schrieb in einem Beitrag für das Radau-Blatt „Sun“: Ich werde alles tun, was ich kann, um diesem lächerlichen Plan die Rote Karte zu zeigen.“ Johnson traf Verbandsvertreter und Fangruppen zum Krisengipfel in der Downing Street. Der Druck auf die englischen Vereine war gewaltig – und wirkte.

Zum Bündnis im Kampf gegen das Super-League-Imperium gehörten auch der FC Bayern und Borussia Dortmund, was aus deutscher Sicht ein gutes Zeichen ist. Karl-Heinz Rummenigge und Hans-Joachim Watzke bezogen öffentlich schnell Stellung. Sie wissen sehr genau, dass eine Super League ohne Wettbewerb eine Grundlage des Fußballs zerstört hätte und damit den eigenen Interessen schadet. Sie bewiesen ein Gespür für das Kulturgut Fußball, dass US-Investoren und europäische Milliardäre offenbar nicht haben.

Doch der Kampf um den Fußball und den zukünftigen Weg ist deshalb nicht zu Ende. Die zynische Pointe ist, dass ausgerechnet die Uefa und ihr Präsident Aleksander Ceferin als Sieger dastehen. Es ist in erster Linie der Europäische Fußball-Verband, der mit seiner jüngst erneut aufgeblähten Champions League selbst dazu beiträgt, dass der Profi-Fußball ein grundlegendes Verteilungs- und Gerechtigkeitsproblem hat und sich den Fußballfans entfremdet. Darüber wird noch zu reden sein.



Quelle

Weiterlesen
Partner
Klicken Sie hier, um einen Kommentar abzugeben

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Panorama

Warum die Pandemie dafür verantwortlich ist, dass Kalifornien erstmals schrumpft und Texas stark wächst

Veröffentlicht

on



Amerika

Warum die Pandemie dafür verantwortlich ist, dass Kalifornien erstmals schrumpft und Texas stark wächst

Erstmals hat der bevölkerungsreichste US-Bundesstaat Kalifornien im vorigen Jahr an Einwohnerinnen und Einwohner verloren. Dafür verantwortlich war auch Corona.

Kalifornien verlor letztes Jahr über 180’000 Einwohner. Im Bild: Long Beach.

Keystone

So etwas hat die Immobilienmaklerin Chrissy Mallouf noch nie erlebt. Derart überhitzt sei der Häuser-Markt im Verwaltungsbezirk Denton County (Texas) derzeit, dass sie für jede neue Immobilie, die zum Verkauf stehe, 10 bis 20 reelle Angebote bekomme. Und nicht selten lägen diese Gebote weit über dem ursprünglichen Preis.

«Bis zu 70’000 Dollar mehr» wollten potenzielle Kunden bezahlen, erzählt Mallouf, um mögliche Konkurrenten auszustechen. «Das ist absolut irre», sagt die Immobilienhändlerin im Gespräch, bevor sie lacht. Denn eigentlich will sie sich nicht über diesen Boom in ihrer Heimat beklagen.

Denton ist Teil des rasant wachsenden Ballungsraums Dallas-Fort Worth, in dem heute fast 8 Millionen Menschen wohnen – oder umgerechnet 20 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren. Allein im vergangenen Jahr zogen unter dem Strich mehr als 30’000 Menschen in den gleichnamigen Verwaltungsbezirk, der verkehrstechnisch äusserst günstig im Norden der Mega-Agglomeration liegt.

Zwar machen sich alteingesessene Bewohner von Denton, einem Universitätsstädtchen, bereits Sorgen um den Charme des Vorortes. Aber letztlich nutzen die lokalen Wirtschaftsförderer die Bevölkerungsexplosion, um aggressiv neue Arbeitgeber anzuwerben. Denn neue Jobs ziehen Neuzuzüger an.

Elon Musk macht es vor: Von Kalifornien nach Texas

Besonders eifrig buhlen texanische Standort-Promotoren dabei um Betriebe und Unternehmer aus Kalifornien, dem bevölkerungsreichsten Bundesstaat in Amerika. Diese Kampagne scheint Erfolg zu haben, gemessen am grossen Echo in den Medien.

So verkündete im vorigen Jahr der eigenwillige Technologie-Milliardär Elon Musk, dass er seinen Wohnsitz aus dem Silicon Valley nach Texas verlege – auch weil seine Firmen Tesla (Autos) und SpaceX (Raketen) im «Lone Star State» ein Standbein aufbauen. In der Nähe des Flughafens von Austin entsteht derzeit eine neue Tesla-Fabrik, die mehr als 1 Milliarde Dollar kosten soll.

Natürlich fällt es einem schwerreichen Unternehmer wie Musk – geschätztes Vermögen: gegen 150 Milliarden Dollar – leicht, seine Zelte abzubrechen. Aktuelle Erhebungen zeigen allerdings, dass er bei weitem nicht der einzige Kalifornier ist, der dem «Golden State» und den hohen Lebenshaltungskosten in Städten wie San Francisco oder San José den Rücken zukehrte.

So verlor der Bundesstaat im vorigen Jahr, als die Pandemie an der Westküste besonders stark wütete und das öffentliche Leben viele Monate lang praktisch stillstand, netto gegen 182’000 Bewohnerinnen und Bewohner.

Angesichts der 39,5 Millionen Menschen, die immer noch in Kalifornien wohnen, ist dieser Dämpfer zwar verschmerzbar; der Staat aber war lange stolz auf seine Magnetwirkung. «Go West, young man», lautete der legendäre Slogan aus früheren Zeiten, mit dem Kalifornien inoffiziell Neuzuzüger in den «Wilden Westen» lockte.

Nun ist dieser Trend gebrochen, vielleicht zum ersten Mal seit der Gründung des Bundesstaates im Jahr 1850. Zahlen der nationalen Statistikbehörde, die von der Denkfabrik Public Policy Institute of California ausgewertet wurden, zeigen: 2020 zogen 4,9 Millionen Menschen nach Kalifornien, während 6,1 Millionen wegzügelten.

Keine neue «Great Migration»

Und obwohl diese Zahlen darauf hindeuten, dass die Coronapandemie zu einer neuen «Great Migration» führte, einer massiven Wanderungsbewegung von einem Landesteil in den andern, sind sie doch mit Vorsicht zu geniessen. Zwar stimmt es, dass Städte an der West- und Ostküste im vorigen Jahr Einwohner einbüssten.

Eine Analyse der «New York Times», die auf 30 Millionen Adressänderungen der amerikanischen Post beruht, deutet aber auch darauf hin, dass von der Binnenmigration nur einige urbane Grossräume betroffen waren. Vor allem das Silicon Valley und New York City verzeichneten im vorigen Jahr einen überdurchschnittlich grossen Bevölkerungseinbruch – Städte also, in denen die Lebensqualität in den vergangenen Monaten stark zurückging.

Klar ist: Nebst Ballungsräumen wie Dallas-Fort Worth oder Austin profitierten im vorigen Jahr vor allem kleine Städte im Westen des Landes von den Neu-Zuzügern, Provo (Utah) beispielsweise oder Boise (Idaho). Dafür verantwortlich ist in erster Linie eine boomende lokale Wirtschaft, die sich von der Coronakrise weitgehend erholt hat.

In Utah belief sich die Arbeitslosenquote im März bloss auf 2,9 Prozent oder mehr als 3 Punkte weniger als im nationalen Durchschnitt. Bereits wird die Gegend um Provo im Volksmund «Silicon Slopes» genannt, eine Anspielung auf die zahlreichen Technologie-Firmen, die sich bereits in der herrlichen Bergwelt der Rocky Mountains angesiedelt haben.



Quelle

Weiterlesen

Panorama

Corona-Pandemie in den USA: Biden ermutigt zum Impfen von Kindern und Jugendlichen – Politik

Veröffentlicht

on



Washington (dpa) – Nach der Zulassung des Corona-Impfstoffs von Pfizer /Biontech in den USA für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren hat US-Präsident Joe Biden zur Impfung dieser Altersgruppe aufgerufen.

«Ich ermutige die Eltern, sicherzustellen, dass sie die Impfung bekommen», sagte Biden im Weißen Haus. Auch diese Altersgruppe könne sich mit dem Coronavirus infizieren und Freunde, Geschwister, Eltern und Großeltern anstecken. Biden versprach, dass Impfmöglichkeiten für die 12- bis 15-Jährigen schnell bereitgestellt würden. Schon von diesem Donnerstag an könnten sie sich in 15 000 Apotheken im ganzen Jahr impfen lassen.

«Dies ist ein weiterer großer Schritt in unserem Kampf gegen die Pandemie», sagte Biden. Bislang konnten sich in den USA Jugendliche erst im Alter ab 16 Jahren impfen lassen. Der US-Präsident kündigte zugleich an, dass die Marke von 250 Millionen verabreichten Corona-Impfdosen seit seinem Amtsantritt am 20. Januar überschritten werde. Insgesamt sind in den USA nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC vom Mittwoch inzwischen mehr als 117 Millionen der rund 330 Millionen Menschen vollständig geimpft.

Ein CDC-Expertengremium hatte sich für die Verabreichung des Corona-Impfstoffs von Pfizer/Biontech für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren ausgesprochen. Bereits zuvor hatte die US-Arzneimittelbehörde FDA das Vakzin für diese Altersgruppe zugelassen. Die bereits bestehende Notfallzulassung zur Verabreichung ab 16 Jahren wurde entsprechend angepasst und erweitert.

Vor den USA hatten schon Kanada und andere Länder den Impfstoff auch für 12- bis 15-Jährige freigegeben. Bei der europäischen Zulassungsbehörde EMA liegt ebenfalls ein entsprechendes Gesuch, die Prüfung könnte noch bis kommenden Monat dauern. In der EU darf das Mittel von Pfizer/Biontech bislang nur Menschen ab 16 Jahren gespritzt werden.

Die Unternehmen hatten vor einigen Wochen mitgeteilt, dass eine klinische Studie in der Altersgruppe von 12 bis 15 Jahren in den USA eine Wirksamkeit von 100 Prozent gezeigt habe. Die Impfung sei zudem auch gut vertragen worden. Die Nebenwirkungen hätten jenen in der Altersgruppe von 16 bis 25 Jahren entsprochen.

Laut FDA wurden den US-Behörden in den vergangenen Monaten etwa 1,5 Millionen Corona-Infektionen von Personen im Alter zwischen 11 und 17 Jahren gemeldet. Die Impfung von Minderjährigen gilt als sehr wichtig für die Annäherung an die sogenannte Herdenimmunität, mit der die Pandemie unter Kontrolle gebracht werden soll.

© dpa-infocom, dpa:210513-99-579388/3




Quelle

Weiterlesen

Panorama

Corona-Pandemie in den USA: Biden ermutigt Impfung von Kindern und Jugendlichen ab zwölf

Veröffentlicht

on


Corona-Pandemie in den USA
Biden ermutigt Impfung von Kindern und Jugendlichen ab zwölf

Joe Biden, Präsident der USA, hält eine Rede über Corona-Impfungen im South Court Auditorium im Weißen Haus. Foto: Evan Vucci/AP/dpa

© dpa-infocom GmbH

Die US-Behörden haben den ersten Corona-Impfstoff für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen. US-Präsident Biden spricht von einem weiteren großen Schritt im Kampf gegen die Pandemie – und ruft zur Impfung auf.

Nach der Zulassung des Corona-Impfstoffs von Pfizer/Biontech in den USA für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren hat US-Präsident Joe Biden zur Impfung dieser Altersgruppe aufgerufen.

«Ich ermutige die Eltern, sicherzustellen, dass sie die Impfung bekommen», sagte Biden im Weißen Haus. Auch diese Altersgruppe könne sich mit dem Coronavirus infizieren und Freunde, Geschwister, Eltern und Großeltern anstecken. Biden versprach, dass Impfmöglichkeiten für die 12- bis 15-Jährigen schnell bereitgestellt würden. Schon von diesem Donnerstag an könnten sie sich in 15 000 Apotheken im ganzen Jahr impfen lassen.

«Dies ist ein weiterer großer Schritt in unserem Kampf gegen die Pandemie», sagte Biden. Bislang konnten sich in den USA Jugendliche erst im Alter ab 16 Jahren impfen lassen. Der US-Präsident kündigte zugleich an, dass die Marke von 250 Millionen verabreichten Corona-Impfdosen seit seinem Amtsantritt am 20. Januar überschritten werde. Insgesamt sind in den USA nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC vom Mittwoch inzwischen mehr als 117 Millionen der rund 330 Millionen Menschen vollständig geimpft.

Ein CDC-Expertengremium hatte sich für die Verabreichung des Corona-Impfstoffs von Pfizer/Biontech für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren ausgesprochen. Bereits zuvor hatte die US-Arzneimittelbehörde FDA das Vakzin für diese Altersgruppe zugelassen. Die bereits bestehende Notfallzulassung zur Verabreichung ab 16 Jahren wurde entsprechend angepasst und erweitert.

Vor den USA hatten schon Kanada und andere Länder den Impfstoff auch für 12- bis 15-Jährige freigegeben. Bei der europäischen Zulassungsbehörde EMA liegt ebenfalls ein entsprechendes Gesuch, die Prüfung könnte noch bis kommenden Monat dauern. In der EU darf das Mittel von Pfizer/Biontech bislang nur Menschen ab 16 Jahren gespritzt werden.

Die Unternehmen hatten vor einigen Wochen mitgeteilt, dass eine klinische Studie in der Altersgruppe von 12 bis 15 Jahren in den USA eine Wirksamkeit von 100 Prozent gezeigt habe. Die Impfung sei zudem auch gut vertragen worden. Die Nebenwirkungen hätten jenen in der Altersgruppe von 16 bis 25 Jahren entsprochen.

Laut FDA wurden den US-Behörden in den vergangenen Monaten etwa 1,5 Millionen Corona-Infektionen von Personen im Alter zwischen 11 und 17 Jahren gemeldet. Die Impfung von Minderjährigen gilt als sehr wichtig für die Annäherung an die sogenannte Herdenimmunität, mit der die Pandemie unter Kontrolle gebracht werden soll.

dpa



Quelle

Weiterlesen

Trending

We use cookies in order to give you the best possible experience on our website. By continuing to use this site, you agree to our use of cookies.
Accept