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Wirtschaft

Wall Street nach US-Wahl weiter im Auftrieb

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New York Am Tag zwei nach der US-Wahl geht die Rally an der Wall Street weiter. Der Dow Jones Industrial schloss mit einem Plus von 1,95 Prozent bei 28.390,18 Punkten. Damit summiert sich das Plus in dieser Woche nun bereits auf rund sieben Prozent, womit der Leitindex seinen 6,5-prozentigen Verlust aus der Vorwoche mehr als wettmachte. Der marktbreite S&P 500 gewann am Donnerstag 1,95 Prozent auf 3510,45 Punkte. Der Nasdaq 100 rückte um 2,56 Prozent auf 12.078,07 Zähler vor.

In der Hoffnung auf eine Fortsetzung des wirtschaftspolitischen Status Quo in den USA decken sich weitere Anleger mit Aktien ein. „Mit einem Biden-Sieg und einer republikanischen Mehrheit im Senat wird die neue Regierung Schwierigkeiten haben, viele ihrer geplanten Programme zu verabschieden“, sagte Rich Weiss, Chef-Anleger beim Vermögensverwalter American Century. „Dies ist aus Sicht des Marktes das ‚beste‘ Ergebnis, da es die größte Stabilität verleiht.“

Joe Biden, dem Herausforderer von US-Präsident Donald Trump, fehlen im Wahlgremium nur noch wenige Stimmen für den Einzug ins Weiße Haus. Seine Demokraten verfehlten jedoch ihr Ziel, neben dem Repräsentantenhaus auch im Senat die Mehrheit zu erringen. Damit seien Vorhaben wie eine strengere Regulierung oder Steuererhöhungen vom Tisch, sagte Fondsmanager Michele Pedroni vom Vermögensverwalter Decalia. Allerdings würden die erhofften zusätzlichen Hilfen zur Abfederung der Coronavirus-Folgen geringer ausfallen als gedacht. In der Hoffnung auf eine Fortsetzung des wirtschaftspolitischen Status Quo in den USA decken sich weitere Anleger mit Aktien ein. „Die Märkte bevorzugen eine gespaltene Regierung“, sagte Anlagestratege Brian Levitt vom Vermögensverwalter Invesco. Dies dämpfe die Sorgen vor Steuererhöhungen, umfangreichen Investitionen in erneuerbare Energien oder Änderungen an der Krankenversicherung.

Joe Biden, dem Herausforderer von US-Präsident Donald Trump, fehlen im Wahlgremium nur noch wenige Stimmen für einen Einzug ins Weiße Haus. Seine Demokraten verfehlten jedoch ihr Ziel, neben dem Repräsentantenhaus auch im Senat die Mehrheit zu erringen. (Aktuelles zur Wahl lesen Sie in unserem Newsblog)

Damit sei eine strengere Regulierung der Wirtschaft vom Tisch, sagte Portfoliomanager Justin Onuekwusi vom Vermögensverwalter Legal & General. „Das ist ein riesiger Positiv-Faktor und wiegt die Wahrscheinlichkeit eines kleineren Konjunkturpakets auf.“ Schwindende Furcht vor Kartell-Ermittlungen verhalf großen Technologiekonzernen wie Amazon oder Apple zu Kursgewinnen von jeweils mehr als zwei Prozent.

Zur Abfederung der Coronavirus-Folgen werde aber die US-Notenbank in die Bresche springen, sagte Chris Beauchamp, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses IG. „Die Fed wird ihre Wertpapierkäufe wohl mit einem matten Seufzer ausweiten müssen, um die Zeit zu überbrücken, bis ein Hilfspaket der Regierung verabschiedet ist.“ Sie werde am Donnerstag aber noch nicht aktiv werden, prognostizierte Dirk Steffen, Chef-Anlagestratege der Deutschen Bank. Ähnlich wie die Europäische Zentralbank (EZB) werde sie die Tür für neue Geldspritzen im Dezember aufstoßen.

Diese Aussicht setzte der Weltleitwährung erneut zu. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, fiel um 0,6 Prozent. Gleichzeitig deckten sich Anleger mit Gold ein, das sich um 2,3 Prozent auf 1947 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) verteuerte. Das Edelmetall dient häufig als Absicherung gegen Inflation.

Börsianer schließen Unruhen nicht aus

Einige Börsianer warnten allerdings davor, angesichts des knappen US-Wahlausgangs auf eine reibungslose Machtübergabe zu vertrauen. Trump werde sich verbissen an die Macht klammern, prophezeite Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade. „Wir stehen am Rande eines Bürgerkrieges und es ist nur eine Frage der Zeit, bis Trump die Pforten hierfür öffnet.“

In mehreren US-Städten zogen sowohl Trump- als auch Biden-Anhänger auf die Straßen, einige von ihnen mit Waffen. Gleichzeitig brachte Trump seine Anwälte in Stellung, um die laufende Auszählung in einigen Bundesstaaten zu stoppen oder um eine Neuauszählung durchzusetzen.

Am US-Aktienmarkt stiegen die Papiere von Qualcomm um gut 15 Prozent auf ein Rekordhoch von 148,80 Dollar, nachdem der Chip-Hersteller für das laufende Quartal einen Umsatz über Markterwartungen in Aussicht gestellt hatte. Das Unternehmen gehöre zu den Profiteuren der Umstellung auf den neuen Mobilfunkstandard 5G, für dessen Nutzung neue Mobiltelefone notwendig seien, schrieben die Analysten vom Vermögensverwalter Canaccord Genuity.

Gefragt waren auch die Titel von General Motors (GM), die sich um zwei Prozent verteuerten. Dank des reißenden Absatzes profitabler Pickups und SUV machte der Autobauer einen überraschend hohen Quartalsgewinn. Die Gewinnmarge von 15 Prozent sei beeindruckend, lobte Analyst Philippe Houchois von der Investmentbank Jefferies.

Blick auf die Einzelwerte

General Motors: Der Autobauer General Motors (GM) erholt sich dank boomender SUV- und Pick-up-Verkäufe schneller als erwartet vom Corona-Schock: Er verdiente im dritten Quartal schon wieder glänzend. Die Aktien stiegen um 5,4 Prozent.

Qualcomm: Die Aktien des Chipherstellers sprangen dank starker Quartalszahlen um 12,8 Prozent hoch. Der Konzern profitierte im vergangenen Quartal stark vom aufkommenden Geschäft mit dem superschnellen 5G-Mobilfunk. Qualcomm ist unter anderem der wichtigste Anbieter von 5G-Funkmodems – und konnte sich einen Platz in Apples neuen iPhones sichern, obwohl die Firmen lange in einen Patentstreit verwickelt waren. Das Unternehmen gehöre zu den Profiteuren der Umstellung auf den neuen Mobilfunkstandard 5G, für dessen Nutzung neue Mobiltelefone notwendig seien, schrieben die Analysten vom Vermögensverwalter Canaccord Genuity.

Alibaba: Die in New York gelisteten Titel des chinesischen Amazon-Rivalen Alibaba verloren 2,7 Prozent. Der Online-Händler konnte sich zwar im dritten Quartal deutlich von den zeitweisen Folgen der Corona-Krise erholen. Der Umsatz lag im dritten Quartal mit gut 155 Milliarden chinesischen Yuan (20 Milliarden Euro) 30 Prozent über dem Vorjahreswert, wie das Unternehmen am Donnerstag in Hangzhou mitteilte. Doch im Trubel um den geplatzten Börsengang des Finanzablegers Ant Group sorgte ein Bericht der „Financial Times“, wonach sich der IPO um mindestens ein halbes Jahr verzögern dürfte, für Moll-Stimmung.

Am Dienstag war die Aktie von Alibaba deutlich unter Druck geraten, nachdem bekannt geworden war, dass aus dem Börsengang von Ant erst einmal nichts wird. Am Mittwoch gab die Aktie im Handelsverlauf weitere 5,05 Prozent nach.

Merck: Der US-Pharmakonzern baut sein Geschäft mit Krebsmedikamenten mit der Übernahme der kalifornischen Biotechfirma VelosBio aus. Dafür legt Merck & Co 2,75 Milliarden Dollar auf den Tisch. Der Abschluss des Zukaufs wird bis Jahresende erwartet. Merck hatte zuletzt eine Reihe von Deals vereinbart, um sein Portfolio an Krebsarzneien auszubauen und die Abhängigkeit von seinem Blockbuster, der Krebsimmuntherapie Keytruda, zu verringern. Merck & Co sanken als Schlusslicht im Dow um 0,2 Prozent.

Mit Agenturmaterial von Reuters und dpa.

Mehr: Dax baut Gewinne aus – Warum diese Wahlrally bald enden dürfte



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Co-Chef der Digitalbank N26 sieht einen Gewinn Ende des Jahres erstmals „in Griffweite“

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Valentin Stalf

Der Gründer und Co-Chef von N26 setzt weiter auf Wachstum. Inzwischen zählt die Smartphone-Bank sieben Millionen Kunden.

(Foto: dpa)

Frankfurt, Düsseldorf Mit einer Bewertung von 3,5 Milliarden Dollar ist N26 das wertvollste deutsche Finanz-Start-up. Schon lange wird die Digitalbank von etablierten Geldhäusern nicht mehr belächelt, sondern als scharfer Konkurrent gefürchtet – gerade, wenn es um junge Kunden geht.

Auch während der Coronakrise ist N26 weiter gewachsen. Das Fintech hat zwei Millionen neue Kunden für seine Banking-App gewonnen, wie Co-Gründer Valentin Stalf dem Handelsblatt sagte. Damit zählt N26 nun sieben Millionen Kunden. „Die Coronakrise treibt letztlich sogar unser Geschäft an“, so Stalf, der N26 im Jahr 2013 zusammen mit Maximilian Tayenthal gegründet hat.

Ziel sei es, in den Jahren 2021 und 2022 „weiter deutlich in Richtung Gesamtprofitabilität des Unternehmens zu gehen“, erklärte Stalf. „Bis Ende dieses Jahres könnte ein Gewinn in Griffweite sein.“

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Staatlicher Schadenersatz für Mieter: Grundsatz-Urteil

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Der Bundesgerichtshof (BGH) entscheidet heute in einem Pilotverfahren, ob Mieterinnen und Mietern für Behörden-Pannen beim Start der Mietpreisbremse Schadenersatz zusteht. Die Landesregierungen können seit Juni 2015 „Gebiete mit angespannten Wohnungsmärkten“ ausweisen. Dort gilt im Grundsatz, dass Vermieter beim Einzug neuer Mieter höchstens zehn Prozent auf die örtliche Vergleichsmiete aufschlagen dürfen.

Die Mietpreisbremsen-Verordnungen müssen zwingend eine Begründung enthalten. In etlichen Bundesländern nahm man es damit allerdings nicht so genau. Gerichte haben deshalb die ursprünglichen Verordnungen gekippt. Den Schaden haben die Mieter, die darauf vertraut hatten. Sie müssen mit ihrer überhöhten Miete nun dauerhaft leben. Ein Rechtsdienstleister will den Betroffenen zu Schadenersatz verhelfen und hat in dem Musterfall im Namen zweier Mieter aus Frankfurt das Land Hessen verklagt. (Az. III ZR 25/20)



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Erwartungen verfehlt: Tesla gewinnt – und enttäuscht doch

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Erwartungen verfehlt

Tesla gewinnt – und enttäuscht doch

Tesla schreibt 2020 konstant schwarze Zahlen und beendet das Jahr mit einem satten Plus. Die Aktionäre reagieren dennoch verhalten auf den Quartalsbericht. Sie hätten sich noch mehr erhofft.

Der US-Elektroautobauer Tesla hat sein sechstes Quartal mit schwarzen Zahlen in Folge geschafft und erstmals ein ganzes Kalenderjahr mit Gewinn abgeschlossen. Trotz Corona-Krise erreichte das Unternehmen von Tech-Milliardär Elon Musk 2020 einen Überschuss von 721 Millionen Dollar (595 Mio Euro), wie es nach US-Börsenschluss mitteilte. Im Vorjahr hatte Tesla noch einen Verlust in Höhe von 862 Millionen Dollar verschmerzen müssen. Die Erlöse kletterten um 28 Prozent auf 31,5 Milliarden Dollar.

Tesla Motors (USD) 864,16

Bei Anlegern kamen die Zahlen trotz des ersten Jahresgewinns seit der Firmengründung 2003 nicht gut an, die Aktie reagierte nachbörslich zunächst mit Kursabschlägen von rund vier Prozent. Denn Tesla verfehlte die Erwartungen im Schlussquartal. Zwar schaffte Musks Konzern einen weiteren Gewinn, dieser fiel jedoch mit 270 Millionen Dollar geringer aus als am Markt angenommen. Die Erlöse wuchsen derweil im Jahresvergleich um starke 46 Prozent auf 10,7 Milliarden Dollar und übertrafen damit die Prognosen der Analysten leicht.

Für Ernüchterung bei Börsianern sorgte unter anderem, dass Tesla lediglich ein vages Auslieferungsziel für das laufende Jahr ausgab. Das Unternehmen, das sich in der Vergangenheit häufig mit den ehrgeizigen Vorgaben von Vorstandschef Musk schwertat, verkniff sich diesmal eine konkrete Zielmarke. Stattdessen hieß es lediglich, dass angestrebt werde, die Wachstumsrate von 50 Prozent aus dem vergangenen Jahr zu übertreffen. Das würde heißen, dass Tesla anpeilt, 2021 weltweit rund 750.000 Autos auszuliefern. 2020 waren es knapp 500 000 gewesen, womit Tesla seinen bisherigen Rekord schaffte.

Auch Teslas am Finanzmarkt stark beachtete Gewinnspanne verschlechterte sich zuletzt wieder deutlich, was die Hoffnung auf dauerhafte Profitabilität dämpft. Der Konzern macht einen wesentlichen Teil seines Ertrags mit dem Handel von Abgaszertifikaten, die andere Autobauer benötigen, um ihre Emissionsbilanz auszugleichen und so gesetzliche Vorgaben etwa in Kalifornien oder Europa zu erfüllen. Ohne diese Einkünfte, die sich im vergangenen Jahr auf 1,6 Milliarden und im Schlussquartal auf 401 Millionen Dollar beliefen, hätte Tesla kein Geld verdient.

Trotz des aus Sicht von Aktionären eher enttäuschenden letzten Vierteljahrs verlief 2020 für Tesla insgesamt äußerst erfolgreich. An der Börse zählte Musks Unternehmen mit einem Kursplus von rund 700 Prozent zu den größten Gewinnern, Tesla ist trotz seiner noch relativ bescheidenen Produktionszahlen und Gewinne der Autobauer mit der weltweit mit Abstand höchsten Börsenbewertung. Mit seiner bislang längsten Gewinnstrecke und dem Aufstieg in den renommierten US-Aktienindex S&P 500 erreichte der Konzern, der vor rund zwei Jahren noch als möglicher Pleitekandidat galt, wichtige Meilensteine.



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