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Wirtschaft

VW-Datenleck in Nordamerika – über 3,3 Millionen Kunden betroffen

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VW

VW geht davon aus, dass vor allem Kunden und Kaufinteressenten der Tochter Audi betroffen sind.

(Foto: dpa)

Herndon Neuer Ärger für Volkswagen in Nordamerika: Durch eine Panne bei einem Geschäftspartner waren Daten von mehr als 3,3 Millionen Kunden über ein Jahr lang ungesichert im Internet zugänglich.

Nach bisherigem Kenntnisstand gehe VW davon aus, dass vor allem Kunden und Kaufinteressenten der Tochter Audi betroffen seien, sagte ein Unternehmenssprecher am Freitag. Zuvor hatte das US-Blog „Techcrunch“ über das Datenleck berichtet und einen Brief an Kunden sowie ein entsprechendes Schreiben von Audis Anwälten veröffentlicht.

Bei dem Großteil der Daten handelt es sich laut VW lediglich um Kontaktinformationen. Dieser Teil des Leaks umfasse etwa Namen, E-Mail-Adressen, Telefon- und teilweise Fahrzeugnummern von rund 3,1 Millionen Audi-Kunden in den USA und 163.000 in Kanada sowie 3300 US-Kunden von VW.

Es seien allerdings auch vertraulichere Daten von ungefähr 90.000 Audi-Kunden ungeschützt gewesen. In 95 Prozent dieser Fälle gehe es um Führerscheinnummern, doch ein geringer Teil betreffe auch hochsensible Angaben wie US-Sozialversicherungsnummern.

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Wirtschaft

Öko-Plastik bislang kaum gefragt: Lego & Co. basteln mit Mais und Zucker

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Öko-Plastik bislang kaum gefragt

Lego & Co. basteln mit Mais und Zucker

Spielwaren-Firmen investieren massiv in nachhaltige Produkte. Eine der kunststoffintensivsten Branchen will in Zukunft auf Plastik aus nachwachsenden Rohstoffen setzen. Eltern und Kinder interessieren sich bislang kaum für das Thema – dennoch steht die Branche vor einem Wandel.

Sie landen in der Waschmaschine, im Dreck und gehen trotzdem so gut wie nie kaputt. Dabei behalten die kleinen Teile stets ihre Farbe und werden über Generationen weitergegeben: Legosteine! Nahezu die gesamte Produktpalette des dänischen Traditionsunternehmens besteht aus Plastik, welches bislang mit Erdöl oder Erdgas hergestellt wird. Das könnte sich bald ändern: Lego plant in den nächsten Jahren 400 Millionen Euro in die Entwicklung ökologischer Produkte zu stecken. Bis 2030 will der Spielzeug-Hersteller die bunten Steine aus nachwachsenden Rohstoffen fertigen.

Lego bewegt sich in einem Markt, der seit Jahren wächst. Im vergangenen Jahr hat die deutsche Spielwarenbranche einen Umsatz von 3,7 Milliarden Euro verbucht, ein Plus von 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Spielzeugsektor zählt dabei zu einem der Kunststoff-intensivsten Branchen überhaupt. Schätzungen zufolge bestehen 80 Prozent der Spielzeuge aus Plastik. Jedes Jahr landen Hunderttausende Tonnen frisch produzierter Plastik-Spielwaren in den Kinderzimmern. „Gerade einmal ein Prozent dieser Spielwaren sind aus ökologisch-hergestellten Kunststoffen“, sagt Harald Käb im Gespräch mit ntv.de. Er ist Experte für Nachhaltigkeit und berät Unternehmen bei der Transformation zu innovativ-nachhaltiger Materialnutzung.

„Der Umstieg auf Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen und Recycling ist ein langwieriger Prozess“, berichtet Käb. Das liegt zum einen an den komplexen Anforderungen, die der Kunststoff erfüllen muss. Vor allem das Thema Sicherheit spielt im sensiblen Kleinkind-Bereich eine zentrale Rolle. Bei recycelten Kunststoffen ist es jedoch aufwendig, diese zu gewährleisten. Das Altmaterial stammt meist aus mehreren Quellen, die jeweils sorgfältig auf Schadstoffe überprüft werden müssen. Zum anderen stehen bislang noch nicht genügend nachwachsende Ressourcen zur Verfügung. Umweltschützer sehen Bio-Kunststoffe auch kritisch, weile diese mit Nahrungsmitteln um Anbauflächen konkurrieren könnten.

Öko-Plastik kostet doppelt so viel

Ganz auf Plastik verzichten, wollen nur sehr wenige Hersteller. Kein anderer Rohstoff eignet sich so gut für die Herstellung von Spielzeugen: Er ist sicher, lässt sich in jede Form gießen und beliebig färben. Und günstig ist er. Gerade einmal ein bis zwei Euro kostet ein Kilogramm im Einkauf.

Genau diese Eigenschaften nutzt Lego seit über 70 Jahren. Die einzigartige Druckkraft der Steine, ihre Stabilität und ihre Einfachheit sind das Resultat von Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymer, kurz ABS-Plastik. Der Kunststoff wird auch verwendet, um Telefone, Computer und Auto-Interieur herzustellen. Bislang lassen sich die Eigenschaften des Materials nicht in ausreichendem Umfang mit nachwachsenden Rohstoffen nachbilden. Die Anforderungsliste ist lang. „Sie müssen haltbar sein über viele, viele Jahre, sie müssen sicher sein und keine scharfen Kanten haben, wenn sie abbrechen“, sagt zum Beispiel ein Lego-Sprecher.

Bei Lego und in der Branche wird deshalb fleißig experimentiert. Mais, Weizen, Zuckerrohr, Kartoffeln – es gibt viele nachwachsende Rohstoffe, mit denen sich Polymere herstellen lassen. Das sind chemische Verbindungen, die sich miteinander und mit anderen Zusatzstoffen verketten und den Kunststoff bilden. Der Vorteil: Die Entwickler können ihre Eigenschaften sehr flexibel einstellen. „Bei Kunststoff aus nachwachsenden Rohstoffen ist bereits vieles möglich, es gibt aber auch noch Einschränkungen“, sagt Chemiker Harald Käb. Außerdem ist das bislang noch deutlich teurer. Öko-Plastik kostet aktuell oft noch ungefähr doppelt so viel wie herkömmliches Plastik.

Verbraucher interessieren sich bislang kaum für Öko-Spielzeug

Diesen Preis wollen Kunden aktuell noch nicht bezahlen. „Die Mehrheit ist nicht dazu bereit, mehr Geld für nachhaltige Spielzeuge auszugeben“, sagt der Spielzeug-Marktforscher Axel Dammler ntv.de. Bei vielen Kunden sei der Wunsch nach etwas Neuem, Aufregendem und vor allem nach dem Leuchten in den Augen der Kinder deutlich stärker als das ökologische Bewusstsein. „Da sind junge Menschen nicht anders als Ältere“, berichtet Dammler. Eine Umfrage des Deutschen Bundes für Spielwarenindustrie bestätigt diese Beobachtung. Nur 12 Prozent der Befragten gaben an, bei der Wahl des passenden Spielzeugs auf nachhaltige Kriterien wie Verpackung und Spielzeug-Material zu achten. Deutlich wichtiger sind Kunden der Unterhaltungswert (79 Prozent), die Qualität (52 Prozent) und der Preis (48 Prozent).

Warum investieren Unternehmen wie Lego dann so viel Geld in Recycling und in Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen? „Natürlich nicht nur aus Altruismus“, sagt Dammler. „In der Branche geht schon länger die Sorge vor strengeren Vorschriften um – zum Beispiel vor einer Plastik-Steuer.“ Dass es Politiker ernst meinen mit der Plastikvermeidung, hat in diesem Jahr bereits die Verpackungsindustrie zu spüren bekommen. Seit Anfang des Jahres erhebt die Europäische Union eine Abgabe von 80 Cent je Kilogramm von nicht recyceltem Plastik-Verpackungsmüll von den EU-Staaten. Das Geld sollen sich die Regierungen von der Verpackungsbranche zurückholen.

Schon bald könnten die Behörden auch die Spielzeug-Hersteller stärker ins Visier nehmen. Lego setzt deshalb auf Plastik aus Zuckerrohrbasis, zudem sollen recycelbare Papiertüten die Einweg-Plastikbeutel in den Sets ersetzen. Dem Unternehmen sind die Erneuerungen mehrere hundert Millionen Euro wert. „Kein einfacher Weg“ – deutete der Konzern zuletzt an. „Wir sehen aber, dass es gut läuft, obwohl wir uns noch in der Testphase befinden“, sagte Konzernchef Niels Christiansen der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Retro-Spielzeug bei Deutschen besonders beliebt

Doch selbst wenn die Produkte weiter aus Erdöl hergestellt werden: Gerade die Produzenten von qualitativ hochwertigem und deswegen sehr langlebigem Spielzeug sind trotzdem vergleichsweise nachhaltig. „Die Deutschen lieben Systemspielzeug“, erklärt Axel Dammler. Das sind Spielwaren, die in vielen Fällen über Generationen hinweg weitervererbt werden. Zum Beispiel das Gummi-Pferd von Schleich oder der Bauernhof von Playmobil. „Wir kennen Kunden, die Mitte der 1970er-Jahre ihren Kindern Playmobil-Figuren gekauft haben und jetzt mit denselben Figuren mit ihren Enkeln spielen“, sagte zuletzt ein Playmobil-Sprecher der „Welt“.

„Damit Unternehmen erfolgreich in die Zukunft gehen, müssen sie auf lange Frist trotzdem auf nachhaltige und ökologische Produkte setzen“, ist Harald Käb sicher. Einer Umfrage des Verbands für Deutsche Spielwaren zufolge sehen das mehr als die Hälfte der Spielwarenhersteller ähnlich: 52 Prozent der Firmen gaben an, dass eine ökologisch nachhaltige Ausrichtung insgesamt positiv für die Wettbewerbsfähigkeit der Firma sei. Käb nennt neben wirtschaftlichen Faktoren zudem noch einen weiteren Aspekt: „Spielwaren sind wunderbare Instrumente, Kinder und Jugendliche mit Themen wie Klimaschutz und Nachhaltigkeit bereits im Kinderzimmer in Kontakt zu bringen.“



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Wirtschaft

Putin nennt Spitzenkandidaten für Dumawahl – Medwedew nicht dabei

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Dimitri Medwedew

Putin hatte Medwedew Anfang vergangenen Jahres angesichts der schweren Wirtschaftskrise als Regierungschef entlassen.

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Moskau Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu und Außenminister Sergej Lawrow sollen nach dem Willen von Präsident Wladimir Putin die Kandidatenliste der Kremlpartei bei der Dumawahl im Herbst anführen. Den Parteichef von „Geeintes Russland“, Dmitri Medwedew, nannte Putin bei seiner Rede auf einem Parteitag am Samstag hingegen nicht als einen der gewünschten fünf Spitzenkandidaten.

Die Delegierten sollten später am Tag über Putins Vorschläge abstimmen. Dass ausgerechnet der ehemalige Regierungschef Medwedew, der als politischer Ziehsohn Putins gilt, nicht mehr als Spitzenkandidat antreten soll, bezeichnete die Politologin Tatjana Stanowaja als logischen Schritt.

Medwedew, der die Liste in den Jahren 2011 und 2016 noch angeführt hatte, sei mittlerweile eine „toxische Figur“ und ein Risiko für die Partei geworden. Putin hatte Medwedew Anfang vergangenen Jahres angesichts der schweren Wirtschaftskrise in Russland als Regierungschef entlassen.



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Wirtschaft

Zahl der Sparkassen wird weiter sinken

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Die Zahl der Sparkassen in Bayern wird nach Ansicht von Verbandspräsident Ulrich Reuter in den kommenden Jahren weiter deutlich zurückgehen. „Wenn der bisherige Trend anhält, könnten wir bis 2030 auf eine Zahl Mitte 50 zugehen“, sagte er dem „Nordbayerischen Kurier“ (Samstag). „Ende 2015 gab es in Bayern 71 Sparkassen, fünf Jahre später sind es jetzt 64. Diese Zahl wird sicherlich sinken.“ Zusammenschlüsse seien oft folgerichtig, weil der Druck auf die Kreditwirtschaft steige. „Da ergibt es oft einfach mehr Sinn, steinige Wege gemeinsam zu gehen“, sagte der Präsident des Sparkassenverbandes Bayern.

„Es geht uns wie den Bäckereien oder Metzgereien vor Ort – wenn die Kunden nicht mehr in die Filialen kommen, können wir irgendwann die Infrastruktur nicht aufrechterhalten“, betonte Reuter. „Die Sparkassen haben hier aber viel Geduld und großes Durchhaltevermögen, oft auch bei anhaltend geringer Kundenfrequenz und zum Teil über die Schmerzgrenze hinaus, doch das geht nicht dauerhaft.“



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