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Von Enduro bis Chopper – Bayerische Boxer und China-News: Motorrad-Trends 2021

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Stuttgart (dpa/tmn) – Draußen sein, die Freiheit genießen. Motorradfahren wird immer beliebter. Auch für 2021 haben sich die Zweiradhersteller viel vorgenommen. Mit neuen Modellen und Techniken wollen sie weitere Kunden locken, auch wenn dieses Jahr alles andere als normal war.

Da im Herbst die beiden Leitmessen Intermot in Köln und Eicma in Mailand coronabedingt ausfielen, zeigen manche ihre Neuheiten deutlich später. So will etwa Harley-Davidson seine Modellpalette erst Anfang 2021 vorstellen.

Retromaschinen und Neues aus China

Michael Lenzen hält mehrere Neuheiten für 2021 für interessant, darunter Maschinen der Mittelklasse zwischen 500 und 1000 Kubikzentimeter. „Die neue Triumph Trident mit Dreizylindermotor und rund 100 PS zählt für mich zu den Höhepunkten 2021, aber auch die vielen Kooperationen zwischen chinesischen und europäischen Herstellern“, sagt der Vorsitzende beim Bundesverband der Motorradfahrer (BVDM).

Dazu zählt die Benelli TRK 800, eine Reiseenduro der italienischen Marke Benelli, die zum chinesischen Konzern Qianjiang gehört. Auch die hier bislang noch unbekannte chinesische Marke Voge verkauft nun Modelle in Europa.

Eine Nummer größer ist die CF Moto 1250 TR-G. Die große Reisemaschine wurde in China als Polizeimotorrad vorgestellt und soll in Europa der BMW R 1200 RT Konkurrenz machen. Angetrieben wird sie von einem 1,3 Liter großen V2 von KTM. Die französische Firma Mash verkauft mit der X-Ride 650 nun ein Retro-Motorrad im Stil der Yamaha XT 500, lässt es in China produzieren.

Ganz modern: das Super-Bike Bimota Tesi H2 mit 231 PS und Achselschenkellenkung. Einen Trend zur Elektromobilität wie bei Autos sieht Lenzen für 2021 nicht: „Harley-Davidson bietet mit der Live Wire zwar ein E-Motorrad an, Zero nun die neue SR/S. Aber einen Durchbruch sehe ich noch nicht.“

Was gibt es Neues in der Mittelklasse?

Viele interessante Neuvorstellungen finden sich in der Mittelklasse, meint auch Jörg Lohse: „Der Bereich zwischen 650 und 1000 Kubikzentimeter mit einer Leistung zwischen 75 und knapp über 100 PS wird nächstes Jahr zulegen, wenn neue Maschinen und neue Konzepte auf den Markt kommen“, sagt der stellvertretende Chefredakteur der Zeitschrift „Motorrad“.

„Hier tummeln sich viele Hersteller mit vielen Modellvarianten, umfangreichen Ausstattungen zu attraktiven Preisen“, sagt Lohse. Dazu zählen unter anderem Modelle wie KTM 890 Adventure R und das Sondermodell Rally, Aprilia RS 660, von der noch Naked- und Enduro-Ableger zu erwarten sind sowie die neue Triumph Trident. Günstige Modelle in der Klasse fangen bei rund 7500 Euro an.

„Interessant werden auch die Maschinen chinesischer Kooperationen sein, wie Mash oder Brixton, die nun auch Modelle in größeren Hubraumklassen als bisher Modelle anbieten werden“, sagt Lohse. Voge will mit zwei 500er-Allroundermodellen Aufmerksamkeit auf sich lenken. Dazu entdeckt Honda wieder den 350er-Kubikzentimeter-Bereich für sich und präsentiert mit der H’ness CB 350 sehr klassisch gestylte neue Modelle.

Bei den stärkeren und teureren Maschinen sieht Lohse einen Trend zu mehr Assistenzsystemen, die größere Sicherheit bieten. Bei der neuen Ducati Multistrada 1200 V4 arbeitet erstmals ein radargestütztes Assistenzsystem für einen Abstandswarner, Tempomat und Totwinkel-Warner. BMW hat ein ähnliches System angekündigt, KTM wird wahrscheinlich nachziehen.

Boxer und schwere Brummer aus Bayern

BMW hat mit dem Cruiser R 18 eine Maschine mit einem luftgekühlten 1,8-Liter-Zweizylinder-Boxer vorgestellt. Das 2021er Modell ist bereits ausverkauft. Daneben gibt es die Touring-Variante R 18 Classic im nostalgischen Look mit Windschild, Satteltaschen und Zusatzscheinwerfen. Weitere Individualisierungen sind möglich.

Daneben steht ein anderes Extrem: Mit der M 1000 RR stellte BMW das erste Motorrad mit M-Logo vor. Die straßentaugliche, extreme Maschine mit Renntechnik leistet 212 PS, kann bis zu 315 km/h schnell werden und kostet rund 32.000 Euro. Die erfolgreiche GS-Reihe von BMW bekommt zum 40-jährigen Jubiläum der Baureihe noch etliche Sondermodelle spendiert, angefangen bei der kleinen Einsteiger-GS mit 310 Kubik bis zum Topseller R 1250 GS.

Infokasten: Ausgiebige Probefahrten nicht vergessen

Egal, für welche Maschine Sie sich entscheiden: Die favorisierte Maschine sollte man vor dem Kauf unbedingt ausgiebig testen rät Matthias Haasper vom Institut für Zweiradsicherheit (ifz). „Ein sicherer Stand, mit beiden Füßen gleichzeitig auf dem Boden, bequemes Sitzen und gute Handlichkeit sind dabei wichtig.“

Dies sei gerade bei Fahranfängern von Bedeutung, um Unsicherheiten vorzubeugen. „Je mehr Assistenzsysteme an Bord sind, desto mehr Sicherheit bietet die Maschine. Das gilt für Fahranfänger ebenso wie für routinierte Fahrer“, erläutert Haasper.



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Das war nach dem Tod von Prinz Philip besonders schwierig

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Peter Phillips, der älteste Enkel von Queen Elizabeth II. und Prinz Philip, hat über den Tod des Herzogs von Edinburgh gesprochen – und erklärt, was für ihn und die gesamte Familie besonders hart war. 

Foto-Serie mit 25 Bildern

Am 9. April ist Prinz Philip im Alter von 99 Jahren auf Schloss Windsor verstorben, am 17. April fand ebendort eine Trauerfeier für ihn statt. Nun hat sein Enkelsohn, der 43 Jahre alte Peter Phillips, in einem Interview mit der BBC über die Trauer um seinen Großvater gesprochen.

Peter Phillips ist der einzige Sohn von Prinzessin Anne sowie der älteste Enkel von Queen Elizabeth II. und Prinz Philip. Der Verstorbene werde „schmerzlich vermisst“, sagte Peter Phillips, der wie seine jüngere Schwester Zara Tindall keinen Adelstitel trägt, in dem Gespräch. Weiterhin erklärte er, dass sein Großvater ein wichtiger Bestandteil im Leben der gesamten Familie gewesen sei, „und natürlich ist es traurig, natürlich vermissen wir ihn“.

Alle dachten sofort an die Queen, hätten sie gern umarmt

Die Gedanken der Angehörigen seien nach dem Tod des Herzogs von Edinburgh „sofort bei meiner Großmutter“ gewesen, „und wir haben versucht, sie so gut wie nur möglich zu unterstützen“, erklärte der Unternehmer weiterhin. 

Jeder habe die Bilder der Königin gesehen, die auf der Beerdigung ihres Ehemannes, mit dem sie über 73 Jahre lang verheiratet war, aufgrund der Corona-Pandemie allein sitzen musste. Das Schlimmste sei es, seine Liebsten nicht in den Arm nehmen zu können, während diese trauern. „Für jede andere Familie wäre es das Gleiche gewesen“, ist sich Phillips sicher. Man müsse sich in einer solchen Zeit am besten auf die glücklichen Erinnerungen fokussieren, so Peter Phillips. 



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Virtual Private Network: Was VPN ist und wer es braucht

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Virtual Private Network
Was VPN ist und wer es braucht

VPN-Clients gibt es für fast jedes Endgerät, egal ob Laptop, Computer, Smartphone oder Tablet.

© Prostock-studio/Shutterstock.com

VPN-Verbindungen sorgen für Sicherheit im Netz. Das müssen User über die virtuellen, privaten Netzwerke wissen.

Ein VPN zu nutzen, ist einer der einfachsten Wege, sich online zu schützen. Journalisten nutzen VPN-Netzwerke etwa zur sicheren Kommunikation und wer nicht möchte, dass Google und Amazon ständig über seinen Aufenthaltsort Bescheid wissen, findet mit VPN-Verbindungen ebenfalls sein Glück. Doch Vorsicht: Die verschlüsselte Kommunikation bietet keinen zusätzlichen Schutz vor Viren und Trojanern.

Was ist VPN?

VPN steht für „Virtual Private Network“, also „virtuelles, privates Netzwerk“. Sogenannte VPN-Dienste ermöglichen es, geschützte Verbindungen im Netz aufzubauen und auch den eigenen Datenverkehr zu verschlüsseln. Anwender können sich das Ganze wie einen Tunnel zu einem Anbieter vorstellen, durch den alle Daten fließen. Das erschwert es Dritten, an diese Daten zu gelangen oder die Spur eines Anwenders im Internet zu verfolgen.

Wer braucht eine VPN-Verbindung?

Wer per VPN-Verbindung im Netz unterwegs ist, verbirgt seinen echten Standort und erhält eine andere IP-Adresse als seine eigentliche. User können per VPN beispielsweise vorgeben, aus einem anderen Land zu stammen. Wenn man eine Internetseite aufrufen möchte, läuft alles über den genutzten Dienst, der die Daten an den Nutzer weiterleitet. Die besuchte Seite sieht dabei nicht die eigene IP-Adresse, sondern die des jeweiligen Servers des Anbieters.

Dazu kommt die Möglichkeit der sicheren Kommunikation: VPN-Verbindungen sind verschlüsselt und können nicht einfach eingesehen werden. Das ist beispielsweise in Ländern nützlich, in denen es nicht gern gesehen ist, sich mit Journalisten zu unterhalten und ihnen Informationen zukommen zu lassen.

Sicherheit bieten VPN-Dienste außerdem Usern, die sich in ein öffentliches WLAN-Netz einwählen möchten. Es gehört nämlich unter anderem zu den Methoden von Kriminellen, sich über derartige WLAN-Netzwerke Daten von Anwendern zu beschaffen, die diese nutzen.

Auch bei Unternehmen kommen VPN-Netzwerke teils zum Einsatz. Sie sollen es beispielsweise Mitarbeitern aus dem Homeoffice oder auf Reisen ermöglichen, auf sensible Daten des Unternehmens zugreifen zu können.

Wie nutze ich VPN?

User wählen sich mithilfe von VPN-Clients, also Software, in ein VPN-Netzwerk ein. Dabei gibt es unterschiedliche technische Möglichkeiten: Entweder lädt man sich einen Client herunter oder man greift auf Browser-basierte Lösungen zurück. Viele Dienste bieten Abo-Modelle, die im Regelfall nur wenige Euro im Monat kosten. Es gibt auch kostenlose Angebote, die allerdings oftmals Einschränkungen aufweisen – darunter etwa ein begrenztes Datenvolumen oder Werbung.

SpotOnNews



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„Es könnte alles schlechter sein“

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Frumpy-Sängerin Inga Rumpf gilt als Deutschlands erste Rockröhre. Bei t-online blickt sie zu ihrem 75. Geburtstages auf ihr Leben zurück und spricht dabei unter anderen über ihre WG mit Udo Lindenberg.

In den späten 60ern wurde sie durch die City Preachers bekannt. Mit Frumpy und Atlantis ebnete sich Inga Rumpf den Weg für die Solokarriere. Heute ist sie eine feste Größe in der deutschen Musikszene. Und nun feiert sie am Montag, den 2. August, ihren 75. Geburtstag. Zu dem Anlass lässt die gebürtige Hamburgerin im Geburtstagsplausch mit t-online ihr Leben Revue passieren.

t-online: Frau Rumpf, Sie werden 75. Bedeutet Ihnen das etwas oder ist es „nur“ eine Zahl?

Inga Rumpf: Ich wundere mich schon, wie schnell das Leben vorbeirauscht. Ich konnte zum Glück viel erleben. Schon beim 65. Geburtstag war ich erstaunt, dass ich schon so alt werde. Es ist schön, dass ich noch tätig sein kann und Fans habe, die mit mir alt geworden sind. Es kommt immer wieder vor, dass ich einige von ihnen auf Konzerten treffe.

Wie geht es Ihnen?

Meine Devise ist: Könnte alles schlimmer sein. (lacht) Morgens beim Aufstehen knirscht es schon.

Wenn ich das so sagen darf: Sie wirken auf mich geistig absolut fit. Hält Sie die Musik fit? Brauchen Sie Aufgaben im Leben?

Neue Ideen halten einen fit. Etwas vorzuhaben hält einen immer jung. Das muss nicht nur Musik wie in meinem Fall sein. Ich muss allerdings mit meiner Stimme und meinem Körper vorsichtig sein. Das ist mein Instrument, das brauche ich, um aktiv zu bleiben. Ich war vor Corona jeden zweiten Tag schwimmen. Aber das geht gerade nicht. Jetzt mache ich täglich 10 Minuten Gymnastik.

Sie war die erste Rockröhre Deutschlands: Inga Rumpf wird 75. (Quelle: Jim Rakete)

Blicken wir mal zurück zu den Anfängen. Was verbinden Sie mit Ihrer Kindheit?

Ich wurde in der Nachkriegszeit geboren. Das war eine schwierige Zeit, weil wenig Geld da war. Als Kind habe ich für Geschäfte schon kleine Aufträge erledigt und für Nachbarn Hausarbeiten gemacht. Als Teenager habe ich auch in den Ferien gearbeitet – Urlaub kannten wir nicht. Und ich bin in einer musisch begabten Familie groß geworden. Ich habe mir viel abgeschaut.

Was war denn Ihre erste Begegnung mit der Musik?

Bei einer Feier stand ich mit vier Jahren auf dem Tisch und habe gesungen. Dafür habe ich sogar fünf Mark bekommen. (lacht)

Die erste Gage also.

Genau. Da dachte ich „Das mache ich öfter!“ Denn fünf Mark waren damals viel Geld. In unserem Haus habe ich manchmal bei den Nachbarn geklingelt und gefragt, ob ich etwas vorsingen dürfte. Ich wusste, dass das gut ankommt und ich dafür vielleicht zwei, fünf oder gar zehn Pfenning bekommen könnte. (lacht) Meine Eltern sahen das mit Humor. Als ich mir später eine Gitarre gewünscht habe, war für mich klar: Die Musik ist mein Weg.

War die Musik denn schon immer Ihr Traum oder gab es davor auch noch anderes, was Ihnen gefiel?

Mein Vater war Seemann, und ich war auch begeistert vom Meer und der Schifffahrt. Als kleines Mädchen wollte ich tatsächlich gern Funkerin werden und zur See fahren. Ich konnte schon früh das Morsealphabet, die Seemannsknoten binden und kannte die Bedeutung der Flaggen. Aber ich merkte, dass ich mit der Musik weiterkommen würde. Meiner Mutter zuliebe habe ich allerdings eine Ausbildung zur Schaufensterdekorateurin abgeschlossen. Sie meinte nämlich, das wäre sicherer, falls es mal mit der Musik nicht so läuft. (lacht) Aber ich war damals schon mit den City Preachers unterwegs.

Mit den City Preachers fing Ihre Karriere ja direkt gut an. Von der Azubistelle auf die großen Bühnen, sozusagen. Ihre Mutter wollte für Sie ja den Plan B. Wie hat sie dann reagiert, als Sie sagten, dass Sie sich auf die Musik fokussieren werden?

Meine Mutter war nicht so begeistert von meinen Versuchen als Musikerin, aber ich habe einfach das gemacht, worauf ich Bock hatte.

Aber Mama hat sich schon damit abgefunden, oder?

Als ich 21 wurde, hatte ich alle Freiheiten. Ich lebte mit den City Preachers in einer Wohngemeinschaft und meine Mutter gab mir für meine Zukunft den Segen.

Wie erinnern Sie sich an die Zeit mit den City Preachers in den späten 60ern?

Wir haben viel geprobt und erste Konzerte gespielt. Es war eine Zeit des Aufbruchs und wir waren ein wechselnder Haufen von Amateuren.

Inga Rumpf, Udo Lindenberg (2.v.l.) und die restlichen City Preachers. (Quelle: Michael Laukeninks)Inga Rumpf, Udo Lindenberg (2.v.l.) und die restlichen City Preachers. (Quelle: Michael Laukeninks)

In der WG lebte ja auch Udo Lindenberg, der bei den City Preachers Schlagzeuger war. Wie muss man sich das Zusammenleben mit dem jungen Udo vorstellen?

Unsere Diskussionen in der Küche waren sehr interessant. Wir haben das alte Hamburg unten am Hafen vor unserer Haustür sehr genossen und über Gott und die Welt gesprochen. Aber über Hausarbeit konnte man mit Udo nicht sprechen. (lacht) Das passte nicht zusammen.

Dann ging es für Sie mit Frumpy und Atlantis weiter. Da kam dann auch der Erfolg und Sie tourten sogar mit Aerosmith und Lynyrd Skynyrd zusammen in den USA. War das ein Kulturschock?

Amerika war für uns Krautrocker weit weg. Das war eine aufregende Zeit. Wir haben etwa dreieinhalb Wochen teilweise mit den beiden Bands in Stadien gespielt. Aerosmith waren schon Stars, Lynyrd Skynyrd standen gerade vor dem Durchbruch mit ihrem Hit „Sweet Home Alabama“. Wir kamen beim Publikum gut an, und auch die Bands behandelten uns kollegial und redeten mit uns.

Nur geredet? Gerade Aerosmith haben doch zu der Zeit nonstop Kokain geschnupft.

Die waren schon gepudert, ja. (lacht) Das war halt deren Ding. Aber uns hat eher das Catering interessiert. Weil wir wenig Geld verdient haben, waren wir auf das Essen Backstage angewiesen. Das war überlebenswichtig!

Und dann covert Tina Turner noch einen Song von Ihnen, „I Wrote a Letter“. Wie kam’s denn dazu?

Zu einer Karriere gehört ein bisschen Sein, ein bisschen Schein und ein bisschen Schwein. Mein Verlag hatte Tina 1983, als sie ihr Comeback plante, den Titel vorgeschlagen. Den Song hat sie kaum verändert, singt ihn aber vier Töne höher als ich. Das war eine große Ehre für mich.

Bei Aerosmith stibitzten Sie sich noch die Stullen und dann kommt der Geldregen durch Tina Turner, oder?

Wenn man künstlerisch tätig ist, ist das mit viel Risiko verbunden. Man braucht einen langen Atem, um durchzukommen. Man muss Durchhaltevermögen entwickeln und für schlechte Zeiten etwas zurücklegen. Man kann sich nie darauf verlassen, dass es nach einem Hit weitergeht.

Blicken Sie denn jetzt gelassen in die Zukunft?

Nun, jeder Mensch kennt Existenzängste, ich auch. Aber man legt etwas zurück oder investiert etwa in den Hauskauf. Da kann ich jetzt schon etwas gelassener sein.

Lässig auf dem Roten Platz: Inga Rumpf 1976 in Moskau. (Quelle: Privat)Lässig auf dem Roten Platz: Inga Rumpf 1976 in Moskau. (Quelle: Privat)

Wenn Sie zurückblicken, haben Sie in Ihrer Karriere alles richtig gemacht?

Ich denke schon, dass alles gut war, so wie es war. Alles andere wäre Spekulation. Manche Sackgassen oder Umwege führen auch zum Ziel. Man weiß ja nie, was in einer Sackgasse zu finden ist. Ich bin zufrieden mit dem, was ich mir erarbeitet habe. Als ich in den 1960ern antrat, wollte ich mit der Musik mein Leben finanzieren, die Welt sehen, Menschen kennenlernen und körperlich wie geistig gesund bleiben. Das ist mir alles gelungen.

Auf Ihrer neuen Compilation „Hidden Tracks“, welche neben der neuen LP „Universe of Dreams“ und Ihrer Autobiographie erscheint, spielen auch Ron Wood und Keith Richards von den Rolling Stones mit. Wo haben Sie denn die beiden getroffen?

Das war 1987. Ich machte eine Produktion für Island Records. Der Produzent erzählte mir, dass Keith Richards Musik von mir gehört hat und die gut fand. „Wenn diese Lady in der Stadt ist, dann sag mir Bescheid“, hatte er wohl gesagt. Ich konnte das gar nicht glauben. Der war doch einer meiner Heroes! Er kam zusammen mit Ron Wood und seiner Managerin in unseren Proberaum. Er brachte mir eine Kiste bayerisches Bier und für sich und Ronnie Whisky mit. (lacht) Wir haben dann einfach gejammt. Keith hat sich das Stück „Dance It Up“ ausgesucht und einen Riff dafür gefunden. Die Songs waren toll. Aber die ganze Produktion war nicht rund genug. Ich wollte es so damals nicht veröffentlichen. Das wäre nur Namedropping und Angeberei gewesen.

Ich bin großer Fan von The Smiths und Morrissey, habe aber eine Regel: Von denen möchte ich niemanden treffen. Wie war es denn für Sie, da auf einmal Ihren wie Sie sagten, „Heroes“ zu begegnen? Da kann ja, wenn es schlecht läuft, auch ein jahrelang gepflegtes Bild zerbrechen…

Ich habe mir da nie was vorgestellt. Wir sind ja Musiker und Kollegen. Da ist man sich auf Augenhöhe begegnet, auch wenn die ein anderes Standing als ich haben. Keith Richards ist ein Gentleman. Er war sehr höflich. Ron Wood auch. Sie waren zu den anderen Musikern im Raum genauso freundlich wie zu mir.



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