Connect with us

Unterhaltung

„Unzensiert – Bushidos Wahrheit“ auf Amazon Prime Video: Unglaublich ehrlich

Published

on


Berlin. Gleich zu Beginn wird Anis Ferchichi, so der bürgerliche Namen des Rappers, gefragt, ob er stolz auf sich sei, wenn er auf die vergangenen drei Jahre zurückblicke. Bushido, der zwischen 2005 und 2018 zum Mega-Star des Genres und gar zum Objekt der Klatschpresse avancierte, nennt zunächst auch ein paar Beispiele für seinen Stolz, etwa das „gute Gespür in Sachen Musik“. Dann aber beginnt eine brachiale Abrechnung mit sich selbst und seiner langjährigen Abhängigkeit vom kriminellen Berliner Abou-Chaker-Clan, die zum zentralen Thema werden wird.

„Nein, stolz bin ich nicht, auf keinen Fall“, sagt er mit längst feuchten Augen und atmet hörbar durch. Für einen kurzen, stillen Moment nur sieht man ein allenfalls angedeutetes, fast gütiges Lächeln, so als wünsche er sich Absolution. Dann aber gewinnt wieder die Scham die Oberhand, und Bushido blickt schuldbewusst zu Boden.

Es sind diese stillen Momente in „Unzensiert – Bushido‘s Wahrheit“, auch die kurzen Blicke zwischen dem 43-Jährigen und seiner Frau Anna Maria und die Gesten gegenüber seinen Kindern, die bisweilen mehr verraten als alle eloquent gewählten Worte. Dann wirkt Bushido zutiefst menschlich, und selbst der skeptische Zuschauer mag jetzt an der Wahrhaftigkeit zumindest dieses Augenblicks nicht zweifeln. Hier scheint ein Saulus auf dem Weg zum Paulus.

Versagen, Schuld und Scham

Saulus, das ist der Bushido, den die langjährige Abhängigkeit von Clan-Boss Arafat Abou-Chaker beinahe seine Ehe und schließlich seine Selbstachtung gekostet hätte. Wenn er etwa erzählt, wie er wortlos und gesenkten Blickes zuließ, dass seine Frau von Abou-Chaker aufs Übelste beschimpft und bedroht wurde, gerät ihm das beinahe zur Selbstgeißelung. Jahrelang sei er für den Clan anschaffen gegangen, so Bushidos drastische Schilderung.

Für seine Glaubwürdigkeit spricht, dass durchaus auch kritische Stimmen zu Wort kommen. So ist Rapper-Kollege Charnell überzeugt, dass „der kleine Graffiti-Sprayer“ erst durch die Nähe zum Clan die notwendige Street Credibility für den ganz großen Erfolg erlangen konnte. Und der Islam-Wissenschaftler Ahmad Omeirate sieht in Bushido und Abou-Chaker „die Pioniere, die Deutsch-Rap und Clan-Kriminalität bzw. Clans an sich als erfolgreiches Business-Modell etabliert haben“.

Von Versagen, Schuld und Scham, vor allem seiner Familie gegenüber, spricht Bushido selbst immer wieder. Familie – das ist hier das Schlüsselwort, an dem alles hängt. So war es zunächst einzig und allein Anna-Maria, die wie eine Löwin um ihre Familie gekämpft und trotz aller Drohungen wiederholt den Mut aufgebracht haben soll, Arafat Abou-Chaker die Stirn zu bieten.

Video

Umbruch in den deutschen Charts: War’s das mit dem Deutschrap?

Früher waren die Single-Charts DER Gradmesser für die Top-Hits in Deutschland. In den letzten Jahren scheinen sie allerdings vom Deutschrap dominiert zu werden.  © RND/Matthias Schwarzer

Der heimliche Star ist Bushidos Frau

Überhaupt ist die Schwester von Popstar Sarah Connor hier so etwas wie der heimliche Star. Mag die 40-Jährige auf den ersten Blick nur wie eine weitere semi-prominente Influencerin daherkommen, so gewinnt sie in jedem ihrer Interviews oder Gespräche mit ihrem Mann ein wenig mehr an Profil.

Eine wichtige Frage aber, vielleicht die wichtigste, bleibt unbeantwortet. Was wäre passiert, wenn Arafat Abou-Chaker nicht in jeder Hinsicht übergriffig geworden wäre? Wäre auch dann aus dem Saulus ein Paulus, aus Bushido endlich der Familienvater Anis Ferchichi geworden? Eine Frage, auf die er, wie er zugibt, keine Antwort weiß. Und man ist versucht, ihm auch diese unglaubliche Ehrlichkeit abzukaufen.



Quelle

Continue Reading
Advertisement
Click to comment

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Unterhaltung

Autobiografie „1000 Jahre Freud und Leid“

Published

on


„Ich habe nicht alles gelesen, was er geschrieben hat.“ Ai Weiweis Satz über die Lyrik seines Vaters Ai Qing verblüfft. Fast die Hälfte seiner gut 400 Seiten starken autobiografischen Erinnerungen „1000 Jahre Freud und Leid“ widmet einer der international bekanntesten Künstler vordergründig der Geschichte seiner Familie und dabei vor allem der seines Vaters, einem bekannten Dichter. Doch dieser Teil ist weit mehr als eine Familiensaga: Ai Weiwei legt die Grundlage für ein tieferes Verständnis seines eigenen rebellischen Lebens.

Ai Weiwei schreibt in einfacher, klarer Sprache

Der Künstler beschreibt mit dem Werdegang seines Vaters angenehm leichtfüßig in einfacher Sprache und klaren Sätzen die Entwicklung und Geschichte Chinas im 20. Jahrhundert. Die handelnden Personen und einschneidenden Ereignisse sind auch im Westen bekannt. Chinesische Größen wie Mao Tsetung oder Zhou Enlai, aber auch der chilenische Dichter Pablo Neruda kreuzen die Wege der Familie ebenso wie sie historische Ereignisse erleben und erleiden, etwa die brutale Unterdrückung der Kulturrevolution. „Wir waren an Schwierigkeiten so sehr gewöhnt, dass es mir zur zweiten Natur geworden war, die Dinge zu nehmen, wie sie kamen“, schreibt Ai Weiwei an einer Stelle.

„Uch war ein dummer Junge, nicht besonders sensibel“

Bei einer Buchpräsentation in Berlin schildert der Künstler einen Teil seiner Schutzmechanismen. „Als ich jung war, war ich ein dummer Junge, nicht besonders sensibel“, sagt Ai Weiwei. Das habe ihn auch davor bewahrt, verrückt zu werden.

Ai Weiwei: „ich fühle mich unter der Erde wohler“

Mit dem Vater durchlebt er verschiedene Phasen der Verfolgung, sie hausen am Rande einer Wüste, sind in ein Straflager verbannt, müssen eine Zeit in einem Erdloch leben. Ai Weiweis sachlicher Stil nimmt den Schilderungen viel von ihren Schrecken. In Berlin, vor seinem Wechsel nach Großbritannien einige Jahre seine Wahlheimat und noch immer Standort eines riesigen Ateliers, erläutert er Konsequenzen. „Ich fühle mich unter der Erde wohler, deswegen ist mein Atelier in Berlin auch unter der Erde“, sagt der 64-Jährige. Jenseits der Gesellschaft gelebt zu haben, habe der Familie in China auch einen Moment der Sicherheit gegeben.

„Man kann niemandem trauen“ im autoritären China

Der Zusammenhalt etwa mit dem Vater ist keine Selbstverständlichkeit im autoritären China. „Eine Sache, die totalitäre Systeme zerstören, sind menschliche Beziehungen. Man kann niemandem trauen.“ Es gebe Misstrauen zwischen Eltern und Kindern, Lehrern und Schülern, Mann und Frau. „Weil alles berichtet werden könnte.“ So entwickle sich „ein Geist des reinen Überlebens“, der Menschen verändere. Solche Dinge passierten in China heute noch immer, sagt Ai Weiwei. „Menschen verlieren ihre Unschuld.“

Auch Ai Weiwei selbst hat Verfolgung der eigenen Person erlebt in seiner Heimat. 81 Tage lang war er verschwunden in Chinas Sicherheitsapparat, die Weltöffentlichkeit suchte mit Nachdruck nach dem Künstler. Die Schilderungen seiner Erlebnisse mit unsinniger Überwachung, scheinbar willenlosen Soldaten und einem skrupellosen System lassen bei der Lektüre schwanken zwischen verzweifeltem Lachen und blankem Schrecken.

Eiswürfel aus China im New Yorker Siedewasser

Umso größer der Kontrast zu seiner Zeit in den USA, wo er als junger Mann in den 80er Jahren den Dichter Allen Ginsberg ebenso trifft wie den bereits weltberühmten Künstlerkollegen Andy Warhol. In den Gegensätzen dieser Welten sieht sich Ai Weiwei wie ein aus China exportierter Eiswürfel, der im Siedewasser des New Yorker Broadway landet. „Dafür braucht man starke Nerven“, sagt er.

Auch dabei habe ihn seine eigene Dummheit geschützt. „Ich werde ein zweiter Picasso“, sagt er der besorgten Mutter vor dem Flug in die USA. „Meine Mutter ist bis heute nicht davon überzeugt, dass ich ein erfolgreicher Künstler bin.“ Das sei durchaus wichtig für ihn. „Sie ist meine Mutter, ich vertraue auf ihr Urteil“, sagt Ai Weiwei mit einem Schmunzeln. „Also nehme ich die Kunst nicht allzu ernst.“

Ai Weiwei: „1000 Jahre Freud und Leid. Erinnerungen“ , Penguin Verlag, 416 Seiten, 38 Euro

Von Gard Roth



Quelle

Continue Reading

Unterhaltung

Vorschau: TV-Tipps am Mittwoch | STERN.de

Published

on


Vorschau
TV-Tipps am Mittwoch

“Der Tag, an dem die Erde stillstand”: Welche Pläne verfolgt der Außerirdische Klaatu (Keanu Reeves)?

© Twentieth Century Fox Film Corporation

20:15 Uhr, kabel eins, Der Tag, an dem die Erde stillstand, Sci-Fi

1951: Ein unbekanntes Flugobjekt landet mitten im Central Park; an Bord ist der Außerirdische Klaatu (Keanu Reeves). Kommt er in friedlicher Mission? Stellt er eine Bedrohung dar? Die US-Regierung ist alarmiert und stellt ein Team aus Wissenschaftlern zusammen, um Klaatus Absichten zu untersuchen. Unter ihnen ist auch die Biologin Helen (Jennifer Connelly), der Klaatu zu vertrauen scheint.

20:15 Uhr, RTL, Danke Mirco, Sondersendung

Anlässlich des überraschenden Todes, des mit 52 Jahren viel zu früh aus dem Leben gerissenen Ausnahmekünstlers Mirco Nontschew, widmet RTL dem Comedian die zweistündige Sondersendung “Danke Mirco”. Populäre Szenen und unvergessliche Auftritte, unter anderem aus der Kult-Comedy “RTL Samstag Nacht”, zeigen die Person und das unnachahmliche Talent des gebürtigen Berliners.

20:15 Uhr, ZDFneo, Wilsberg: Russisches Roulette, Krimi

Wilsberg (Leonard Lansink) schuldet dem Finanzamt mehrere tausend Euro an Nachzahlungen. Dazu wird er auch noch in einen Autounfall verwickelt, bei dem eine junge Anhalterin zu Tode kommt. Woher kommen die 20.000 Euro, die die Verstorbene bei sich trug? Und was hat es mit dem Unfallfahrzeug auf sich? Der Fahrer des LKWs ergreift die Flucht, und aus dem Laderaum klettern spärlich gekleidete russische Damen, die sofort im Wald verschwinden.

20:15 Uhr, Tele 5, Apartment 212, Horror

Jennifer (Penelope Mitchell) will neu anfangen: Nach einer traumatischen Beziehung gibt sie in ihrem Heimatstädtchen alles auf und zieht in ein Apartment in die anonyme Großstadt. Aber die junge Frau findet keine Ruhe. Nach zahllosen durchweinten Nächten begeht ihre Nachbarin einen unerklärlichen Selbstmord. Danach wird ihr Zuhause auch für Jennifer zum Horrorkabinett.

20:30 Uhr, Das Erste, Ein Hauch von Amerika: Freunde und Feinde, Historienserie

Nach der Rückkehr von einer “Engelmacherin” bricht Erika (Franziska Brandmeier) vor ihrem Elternhaus zusammen und wird vom Notarzt abgeholt, während Marie (Elisa Schlott) und George (Reomy D. Mpeho) ihre erste Liebesnacht genießen. Zurück auf der Base, muss sich George den rassistischen Schikanen von Sergeant Hoskins (Tim Kalkhof) aussetzen. Marie wird von ihrer Familie trotz der Entlobung mit offenen Armen empfangen, von Siegfrieds (Jonas Nay) Mutter Anneliese (Anna Schudt) jedoch rausgeschmissen, als sie Erika im Krankenhaus besucht.

SpotOnNews



Quelle

Continue Reading

Unterhaltung

Lenzerheide Marketing hat konkrete Entwicklungspläne

Published

on


Bruno Fläcklin bleibt bei der LMS AG, aber nicht mehr als CEO ©LMS AG

Nach zehn Jahren als unternehmerisch geführte Tourismusorganisation stehen bei der Lenzerheide Marketing und Support AG (LMS AG) die nächsten Entwicklungsschritte an. Der Standort soll per innovativer Produkt- und Angebotsgestaltung weiterentwickelt werden. Hierzu wird die zweiköpfige Geschäftsleitung um eine Person erweitert, die für den dritten Bereich Produkt- und Angebotsgestaltung zuständig sein wird.

Aufgrund seines aktuellen Gesundheitszustands wird Bruno Fläcklin als langjähriger CEO nicht wie geplant in die Geschäftsführung der LMS AG zurückkehren können. Seine Position wird daher per sofort ausgeschrieben.

Im Oktober 2020 informierte die LMS AG über die schwere Krebserkrankung von Bruno Fläcklin und den vorübergehenden Ausfall des Geschäftsführers und Tourismusdirektors. Ein stufenweiser Wiedereinstieg in seine Tätigkeit war ab Sommer 2021 geplant, seine Aufgaben wurden ad interim an Domenico Bergamin übertragen.

Trotz positivem Heilungsverlauf schreitet die Regeneration von Bruno Fläcklin nicht wie gewünscht voran, sodass ein Wiedereinstieg in seiner bisherigen Funktion nicht mehr möglich ist. Bruno Fläcklin bleibt der Ferienregion Lenzerheide aber dennoch erhalten und stellt der LMS AG sein grosses Know-how in einem reduzierten Arbeitspensum weiterhin zur Verfügung. «Ich bin froh, dass ich mich um meine vollständige Genesung kümmern und gleichzeitig meine Erfahrung in reduziertem Pensum in die Destination eingeben kann», sagt der abtretende Tourismusdirektor.

Domenico Bergamin, Geschäftsführer ad interim Foto: LMS AG

Domenico Bergamin wird bis zu seinem Austritt Ende Januar 2022 weiterhin die Geschäftsführung behalten. Zum 1. März 2022 wird er dann als Geschäftsführer von Allegra Tourismus eine neue Herausforderung wahrnehmen. Der Verwaltungsrat gratuliert Domenico Bergamin zur neuen Herausforderung und bedankt sich für sein grosses Engagement in den vergangenen Monaten: «Domenico hat in den sehr anspruchsvollen letzten Monaten mit der Pandemie und Brunos Krankheit die LMS AG umsichtig geführt und weiterentwickelt. Wir arbeiten sehr gerne mit ihm zusammen», unterstreicht Verwaltungsratspräsident Daniel Stiefel.

Die LMS AG sucht ab sofort eine Nachfolge für den Geschäftsführer-Posten. Damit soll die Führungsstruktur gemeinsam mit der Geschäftsleitung gestärkt und optimal an die Bedürfnisse der Region angepasst werden. Marc Schlüssel, Leiter Marketing und Kommunikation, wird wie Bruno Fläcklin die Geschäftsleitung weiterhin unterstützen. Im Zuge der Neuorganisation werden die Aufgaben innerhalb der Leitung neu verteilt.

Zudem will das LMS AG-Team die Zukunft der Ferienregion Lenzerheide noch aktiver mitgestalten, um die Destination zu einem ganzjährig-lebendigen Ferien-, Wohn-, Lebens- und Arbeitsort zu entwickeln.

Gemeinsam mit dem lokalen Gewerbe und allen Leistungsträgern gilt es, bedürfnisorientierte, innovativere Angebote zu entwickeln und diese erfolgreich am Markt zu platzieren. Die LMS AG wird sich von der reinen Marketingorgansiation zur innovativen Destinationsentwicklerin wandeln. (MICE-tip)



Quelle

Continue Reading

Trending

We use cookies in order to give you the best possible experience on our website. By continuing to use this site, you agree to our use of cookies.
Accept