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Türkei – Militärshow auf dem Fußballplatz – Sport

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Die Spieler der türkischen Elf salutieren erneut beim 1:1 im Stade de France. Zwei Profis von Fortuna Düsseldorf verweigern sich dem Gruß.

Manchmal wäre ein 0:0 gescheiter, ein tor- und vor allem jubelloses Unentschieden. Ein 0:0 für den Weltfrieden, sozusagen.

In Saint-Denis, beim geopolitisch aufgeladenen Spiel zwischen Frankreich und der Türkei in der Gruppe H der Qualifikation für die Europameisterschaft im kommenden Jahr, lief lange alles recht harmonisch. Trotz der Sorgen, die es vorher gab, der Debatten über militärisch salutierende Fußballer und Boykottforderungen. Die Marseillaise? Natürlich gab es Pfiffe, immerhin waren 30 000 Türken ins Stade de France gekommen, sie tauchten die Arena in feuriges Rot. Doch der französische Fußballverband stellte die Nationalhymne einfach so donnernd laut ein, dass die paar Pfiffe im „Allons enfants de la patrie, le jour de gloire est arrivé“ untergingen. Es gab auch missfallendes Geheule, als die Bleus fürs Aufwärmen den Rasen betraten, aber das gehört nun mal dazu.

Das Spiel wogte also nett dahin, ziemlich animiert sogar. Die Franzosen taten viel für die Offensive, um die schmähliche Niederlage beim Hinspiel vergessen zu machen, scheiterten aber regelmäßig an den massierten Abwehrreihen der Türken, gleich zwei davon hatten die Gäste da montiert, und an Mert Günok, dem auffällig gut aufgelegten Torwart.

Bis zur 76. Minute war alles gut, 0:0. Dann traf Olivier Giroud mit dem Kopf, ausgerechnet Giroud, 33 Jahre alt, der viel Geschmähte und oft Unterschätzte. In seinem Verein, dem FC Chelsea, spielt er nur noch sehr selten, im Nationalteam aber schießt er Tor um Tor. Er war diesmal nur Ersatz, obwohl ihm einige Tage zuvor schon das Siegtor gegen Island gelungen war. Nationalcoach Didier Deschamps zog ihm Wissam Ben Yedder vor, den Stürmer von AS Monaco. Von dem hieß es, er sei in viel besserer Form. Nun ja, ging so. Giroud brauchte nach seiner Einwechslung nur vier Minuten für sein Tor, breitete dann die Arme zum Albatros, führte die Hände hinter die Ohren. Noch Fragen, noch Diskussionen? „Zorro“ nannte ihn der Kommentator auf dem TV-Sender M6, „Held“, sogar „Retter“, alles in einem Atemzug.

Das 0:0, dahin. Nun fühlten sich die Türken bemüßigt, ihre extreme Tiefenlage aufzugeben und auch vorne mal was zu probieren. Und so passierte in der 82. Minute, was aus sportlicher Sicht ja durchaus und immer im Bereich des Möglichen liegt, politisch aber gerade nicht so unproblematisch ist: Tor für die Türkei.

Eine lange Freistoßflanke von Hakan Calhanoglu zum entfernten Pfosten, hinter die Rücken der französischen Verteidiger. Und da flog der Düsseldorfer Kaan Ayhan heran, Kopf voran, 1:1. Ayhan und seine Mitspieler stürmten jubelnd vor die Gästekurve, wo die 3800 härter gesottenen Fans aus der Türkei untergebracht waren. Schließlich legten mehrere türkische Spieler die rechte Hand flach an die Stirn, streckten sich durch zur Achtungsstellung, in Formation. Ayhan jedoch nicht, der Torschütze, der weigerte sich diesmal, obschon man ihn offenbar dazu drängte. Die Kurve salutierte zurück.

Auch Ayhans Düsseldorfer Teamkollege Kenan Karaman soll sich dem Militärgruß diesmal verweigert haben. Gegen Albanien hatten beide Spieler diesen noch gezeigt. Später ließ die Fortuna wissen, es habe sich um eine Solidaritätsbekundung für Soldaten und deren Angehörige gehandelt, nicht aber um ein politisches Statement.

Nach dem Siegtor in ebenjenem Spiel gegen Albanien konnte man mit viel Wohlwollen noch von einer einigermaßen spontanen Aktion reden, so streitbar und deplatziert sie auch war. Da zeigten sich türkische Nationalspieler im Moment patriotischer Ergriffenheit solidarisch mit türkischen Soldaten, die in Nordsyrien gegen die Kurden kämpfen.

Torschütze Kaan Ayhan (re.) und sein Düsseldorfer Mitspieler Kenan Karaman (li.) salutierten nicht, Merih Demiral (Mitte) schon.

(Foto: Charles Platiau/Reuters)

Diesmal war gar nichts mehr spontan, und wer noch immer daran zweifelte, wie angeblich zufällig sich alles vermischt, Nationalstolz und Kriegspropaganda, brauchte nur noch mal ein paar Minuten warten: Nach dem Schlusspfiff führten die Spieler ihre militärische Show noch einmal auf, ausgeruht, manche schon in ihre Trainingsjacken gehüllt. Der Salut ist jetzt Trotz und Provokation.

Vielleicht blieb Jean-Yves Le Drian auch deshalb zu Hause. Ursprünglich war vorgesehen gewesen, dass der französische Außenminister auf der Ehrentribüne Platz nimmt. In letzter Minute sagte er ab: „für unsere kurdischen Alliierten“. Aus der Regierung war nur Roxana Maracineanu, die Sportministerin, im Stade de France. Sie dankte nach dem Spiel dem französischen Verband und den Sicherheitskräften, dass die für einen gesitteten Verlauf der Begegnung gesorgt hatten, und fügte dann an: „Mit ihrem militärischen Gruß haben die türkischen Spieler aber alle Mühen zerstört, die Geste widerspricht dem Sportsgeist.“ Maracineanu forderte die Uefa auf, eine „exemplarische Strafe“ auszusprechen. Der Verband will zunächst die Spielberichte analysieren, bevor über etwaige Maßnahmen entschieden wird. Der türkische Nationaltrainer Senol Günes sagte, die Mannschaft habe nur „unsere Soldaten unterstützen“ wollen: „Bei diesem militärischen Gruß geht es nicht darum, eine negative Haltung zu demonstrieren.“

Es gibt inzwischen eine internationale Kampagne mit dem Ziel, den Austragungsort für das Finale der Champions League zu verlegen: Vorgesehen ist dafür das Atatürk-Stadion in Istanbul, am 30. Mai 2020. In Frankreich hatte es vor dem Spiel gegen die Türkei Intellektuelle und Politiker gegeben, die zu einem Boykott der Begegnung aufriefen, sie verlangten gar, es abzusagen. In den sozialen Netzwerken lief die Petition unter #AnnulationFranceTurquie. Die Verantwortlichen aber fanden, eine Absage würde die politisch gespannte Lage zwischen beiden Ländern nur weiter verschärfen. Am Ende sei es doch nur Fußball, man vertraue auf den gesunden Menschenverstand.

Nun, der Menschenverstand war auch bemerkenswert stabil, bei fast allen auf den Rängen. Wenigstens, solange es 0:0 stand.



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Kommentar – Schädliche Stille – Sport

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Nun gerät auch Konstanze Klosterhalfens Trainer im umstrittenen Nike-Projekt unter Druck. Das Schweigen der Athleten wäre ein fatales Signal.

Eines war ihnen bis zuletzt immer sehr wichtig gewesen im Umfeld von Konstanze Klosterhalfen: dass die 22-Jährige zu allen Fragen Stellung bezog, die ihre Mitgliedschaft im hochumstrittenen Nike Oregon Project betrafen. Und das stimmte durchaus, auch wenn sich die Repliken meist auf denselben sparsamen Nenner bringen ließen: Klosterhalfen habe nichts mit Alberto Salazar zu tun, dem mittlerweile gesperrten Chefcoach der mittlerweile abgewickelten Lauffabrik; sie trainiere bei Salazars langjährigem Vertrauten Pete Julian, der sie zuletzt zur Bronzemedaille über 5000 Meter bei der Leichtathletik-WM in Doha lenkte. Und Julians Trainingsgruppe sei sowieso die allerbeste der Welt.

Das alles wirkte schon damals, nun ja, originell. Julian hatte sich seit 2012 im NOP zum leitenden Trainer hochgedient, in einer Zeit also, aus der die schweren Vorwürfe stammen, die jüngst zu Salazars vierjähriger Sperre führten. So wirklich glaubhaft wirkte das ja nie: dass der Guru, der das Projekt fast 20 Jahre mit jeder Faser verkörperte, in dieser Zeit die Grenzen des Erlaubten ausreizte und teilweise überschritt, während ein Vertrauter nebenher eine völlig konträre Leistungskultur aufgezogen haben soll.

Jetzt hat der Strudel Klosterhalfens Trainer mit voller Wucht erfasst. Julian, sagte Salazars ehemalige Läuferin Mary Cain der Zeitschrift Sports Illustrated, sei oft dabei gewesen und nicht eingeschritten, wenn Salazar sich abfällig über ihr Gewicht äußerte, was Cain letztlich in schwere gesundheitliche Probleme (und 2015 zum NOP-Ausstieg) getrieben habe. Sie glaube von daher nicht, sagte die 23-Jährige, dass Julian befähigt sei, künftig Athleten zu betreuen: „Du musst als Trainer eine Führungsperson sein. Wenn du nicht dazwischen gehst, wenn ein Athleten in Schwierigkeiten ist oder leidet – wie soll das funktionieren?“ Julian entgegnete, er würde manche Dinge anders machen, könnte er die Zeit zurückspulen. Er habe hinter den Kulissen aber auch versucht, Cain zu schützen, er habe sogar Befehle von Salazar abgeschwächt. Das habe Cain wohl nicht bemerkt. Ach so?

Vor drei Wochen hatte Julian in den digitalen Netzwerken noch gedichtet: „Ich bereue nicht eine Minute meiner Zeit im NOP, da ist nicht ein Zweifel. Ich schicke Alberto und seiner Familie viel Liebe!“ Damals waren Cains Vorwürfe noch nicht publik. Aber so richtig zusammen passt das ja nicht: Wenn Julian einst die Athleten vor dem wütenden Chef schützte, weshalb hegte er bis vor Kurzem „nicht einen Zweifel“ an dessen Firmenkultur?

Julian hatte zuletzt verkündet, er werde seine bisherige Trainingsgruppe auch ins Olympiajahr 2020 führen, auch Klosterhalfen. Deren Management wollte sich am Donnerstag zu den jüngsten Entwicklungen nicht äußern. Mag sein, dass sich das bald ändert. Mag nur auch sein, dass die Athleten im Umfeld des einstigen NOP mit jedem Tag der Stille mehr und mehr mit jener Kultur verschmelzen, die Salazar einst vorlebte, die Nike alimentierte und die auch Julian tolerierte: Gewinnen, koste es, was es wolle.



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Why I HAD To Buy A 2nd Air Cooled Porsche! (PORSCHE 911 Carrera 3.2 Coupe Joins My 993 911)

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In this video, I do a walk-through of my new-to-me 1986 Porsche 911 3.2 Carrera Coupe. Stick around and you’ll get an up close and personal look at a solid example of a G body 1986 3.2 Carrera Coupe.

I’ll share with you my thoughts, what led me to buy this car to join my Porsche 993 911 in the garage and possibly some things you may want to look for when buying an air cooled Porsche from the 1980’s.

Yes, it’s true. I am a former BMW guy who is now an air cooled fanatic. I recently purchased this 1986 air cooled Porsche 911 as an addition to the air cooled car I already have: a 1995 Porsche 993 911.

Air cooled Porsche’s are absolutely a blast to own, drive and experience and this is exactly why I decided to buy a 2nd old school Porsche 911 to add to the garage.

About Bavarian Enthusiast TV:

This channel is all about owning and living with classic german sports cars. It’s about air cooled 911’s, classic BMW’s…and whatever else I pick up along the way.

Don’t forget to subscribe, comment and give me a thumbs up!

IG: @BavarianEnthusiastTV

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Lewis, van Gerwen, Anderson, Price im Viertelfinale

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Titelverteidiger Gerwyn Price hat beim Grand Slam of Darts im englischen Wolverhampton im Schnelldurchgang das Viertelfinale erreicht.

Die aktuelle Nummer fünf der PDC-Weltrangliste demontierte in seinem Achtelfinale den Engländer Darren Webster (Nr. 19) mit 10:1.

Der „Demolition Man“ konnte mit durchschnittlich 91 Punkten lediglich Leg 6 gegen den „Iceman“ gewinnen und entging damit nur knapp einem „Whitewash“.

Dem Waliser Price reichte ein Drei-Dart-Average von 99 Punkten für den Einzug in die nächste Runde, wo er auf Gary Anderson (Nr. 4) trifft. (Spielplan des Grand Slam of Darts 2019)

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Anderson muss lange zittern

Der „Flying Scotsman“ hatte sich in seinem Achtelfinale gegen seinen schottischen Landsmann Robert Thornton (Nr. 58) mit 10:8 durchgesetzt.

Zu Beginn des Matches musste Anderson vier Legs in Folge abgeben, der „The Thorn“ mit zwei High-Finishes von 100 bzw. 117 Punkten glänzte. Doch der Superstar kämpfte sich zurück ins Match und gleich sehenswert mit einem Shanghai-Finish zum 4:4 aus.

Im Anschluss an dieses Mini-Comeback lieferten sich die beiden Darts-Profis ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen – vor allem, da Thornton eine gute Doppelquote an den Tag legte.

Lewis mit Rekord bei Mega-Comeback

Eröffnet wurde der zweite Achtelfinal-Abend mit dem Top-Duell zwischen James Wade und Adrian Lewis.

„The Machine“, Nummer acht der Welt, legte dabei eine „Bullseye-Show“ ans Oche. Zunächst glänzte er mit einem 161er-Finish (Triple 20, Triple 17, Bullseye) zum zwischenzeitlichen 4:4-Ausgleich. Nur zwei Legs später baute der 36-Jährige mit einem erneuten Bullseye-Finish (20, 18, Bullseye) seine Führung zum 6:4 aus.

Der „Jackpot“ hatte seinem Landsmann lange nichts entgegenzusetzen, startete aber gegen Ende des Matches dank einer 180er-Show eine irre Aufholjagd. Mit insgesamt neun 180ern innerhalb eines Matches stellte Lewis (Nr. 15 der Welt) nicht nur einen Grand-Slam-Rekord auf, sondern sicherte sich nach 4:7-Rückstand noch den 10:9-Sieg. Wade war sichtlich bedient und verließ die Bühne nach seinem Ausscheiden ohne ein abschließendes Handshake mit seinem Kontrahenten.

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Van Gerwen trotz Durchhänger weiter

Im Viertelfinale trifft er auf Michael van Gerwen, der sich in seinem Achtelfinale gegen Ian White (Nr. 11) mit 10:7 durchgesetzt hatte.

Als White sich mit einem 143er-Checkout ein Break geholt und daraufhin auf 5:3 davongezogen war, geriet der Weltmeister zwischenzeitlich zwar ins Straucheln, fand dann aber wieder in sein High-Scoring zurück.

Mit einem Average von 101 Punkten und neun geworfenen 180ern buchte „MvG“ aber das Ticket in die nächste Runde.

Die Achtelfinal-Partien im Überblick:

Dave Chisnall – Ryan Harrington 10:3
Gabriel Clemens – Glen Durrant 9:10
Michael Smith – Daryl Gurney 10:7
Peter Wright – Rob Cross 10:3

James Wade – Adrian Lewis 9:10
Gerwyn Price – Darren Webster 10:1
Michaen van Gerwen – Ian White 10:7
Gary Anderson – Robert Thornton 10:8

Die Viertelfinal-Begegnungen:

Glen Durrant – Michael Smith
Dave Chisnall – Peter Wright
Adrian Lewis – Michael van Gerwen
Gerwyn Price – Gary Anderson



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