Connect with us

Politik

„Trainieren für Tag X“: Rechsextreme nisten sich im Kampfsport ein

Veröffentlicht

auf


Junge Rechtsextremisten interessieren sich nach Angaben der Bundesregierung zunehmend für gemeinsame sportliche Aktivitäten. Besonders attraktiv ist Kampfsport. Training und Veranstaltungen dienen der Szene als Einnahmequelle und um „Kameraden“ anzuwerben.

Rechtsextremistische Kampfsportgruppen rücken immer stärker ins Blickfeld der deutschen Sicherheitsbehörden. Obgleich größere Veranstaltungen für die Szene 2020 auch wegen der Corona-Pandemie bisher kaum möglich waren, hat sich das Gemeinsame Extremismus- und Terrorismusabwehrzentrum-Rechts von Bund und Ländern in den ersten acht Monaten dieses Jahres 14 Mal mit der rechtsextremistischen Kampfsportszene befasst. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Im gesamten Jahr 2019 gab es 22 entsprechende Besprechungen, doppelt so viele wie im Jahr zuvor. „Insbesondere junge Rechtsextremisten interessieren sich zunehmend für gemeinsame sportliche Aktivitäten“, neben Kampfsport seien auch Kraftsport und Bergsteigen in der Szene beliebt, hält das Innenministerium fest.

Überschneidungen mit Hooliganszene

Die Grünen wünschen sich angesichts dieser Erkenntnisse eine sportpolitische Strategie, um einer Unterwanderung des Extremkampfsports durch Rechtsextreme Einhalt zu gebieten. „Uns muss klar sein, dass die extreme Rechte Kampfsport nicht als Selbstzweck betreibt. Da wird für den Straßenkampf und letztlich für den Umsturz, den ‚Tag X‘ trainiert“, sagte Monika Lazar, sportpolitische Sprecherin der Fraktion. Ein Lizensierungsverfahren für Sportstudios und Trainer könnte hier eine Lösung sei.

Die Stadt Ostritz hatte die rechtsextreme Veranstaltung „Kampf der Nibelungen“ im Oktober 2019 noch verboten.

(Foto: imago images/lausitznews.de)

Zu den Kampfsportgruppen im rechtsextremistischen Spektrum zählen laut Verfassungsschutz unter anderem „Baltik Korps“ aus Rostock und „Knockout 51“ aus Eisenach in Thüringen. Personelle Überschneidungen und Kontakte zwischen rechtsextremistischen Kampfsportlern und der Fußball-Hooliganszene sehen die Verfassungsschützer beispielsweise in Dortmund, Cottbus und Chemnitz.

Ärger um „Kampf der Nibelungen“

Nach Kenntnis der Bundesregierung haben in den vergangenen Jahren auch mehrere aktive Bundeswehrangehörige auf Facebook „Likes“ zum „Kampf der Nibelungen“ abgegeben, und als Besucher an diesem größten rechtsextremistischen Kampfsport-Event teilgenommen. „Die Anzahl der Kennverhältnisse liegt im knapp zweistelligen Bereich“, hält das Innenministerium mit Blick auf Angehörige der Bundeswehr fest. Es sei „völlig inakzeptabel“, dass Bundeswehrangehörige an derartigen Veranstaltungen teilnehmen, betonte Lazar. Hier müssten dringend Konsequenzen gezogen werden.

Ende September hatte die Polizei in Magdeburg die diesjährige Ausgabe der Veranstaltung verboten und aufgelöst. Rund 90 angereiste Teilnehmer und Besucher aus zehn Ländern mussten das Veranstaltungsgelände verlassen. Rund 140 Beamte waren im Einsatz. Ein Boxring wurde sichergestellt.

Nach dem Verbot im Vorjahr und wohl auch aufgrund der Corona-Beschränkungen hatten die Veranstalter diesmal einen kleineren, öffentlich nicht angekündigten Wettbewerb geplant, der später online zu sehen sein sollte. Nachdem die Besucherzahl des Wettbewerbs zwischen 2013 und 2018 stark gewachsen war, hatten die Behörden den im sächsischen Ostritz geplanten „Kampf der Nibelungen“ im Oktober 2019 erstmalig untersagt.



Quelle

Weiterlesen
Klicken Sie hier, um einen Kommentar abzugeben

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Politik

EU-Ratschef fordert Klarheit von Großbritannien im Handelsstreit

Veröffentlicht

auf

Durch


Charles Michel

Die EU wolle eine Einigung, aber nicht um jeden Preis.


(Foto: AFP)

Brüssel EU-Ratschef Charles Michel hat von Großbritannien Klarheit über den anvisierten Handelspakt nach dem Brexit gefordert. „Brexit heißt Brexit, (…) aber Brexit heißt auch, sich zu entscheiden“, sagte Michel am Mittwoch im Europaparlament. „Großbritannien hat eine große Entscheidung zu treffen.“

Die EU wolle eine Einigung, aber nicht um jeden Preis. Sie biete Zugang zu ihrem Binnenmarkt, bestehe aber auf fairen Wettbewerbsbedingungen. London könne nicht alles auf einmal haben – Zugang zum EU-Binnenmarkt und völlige Eigenständigkeit beim Setzen von Standards und Regeln. „Wir brauchen Lösungen, die mit unseren Prinzipien in Einklang zu bringen sind“, sagte Michel.

Die EU und Großbritannien streiten seit Monaten über die Bedingungen des Vertrags, der die wirtschaftlichen Beziehungen nach der Brexit-Übergangsphase ab 2021 regeln soll. Am Freitag hatte der britische Premierminister Boris Johnson der EU vorgeworfen, sie wolle gar kein Abkommen, deshalb stelle sich Großbritannien nun auf einen Bruch ohne Vertrag zum Jahreswechsel ein – es sei denn, die EU ändere ihre Haltung fundamental.

EU-Chefunterhändler Michel Barnier sagte, ihre klare Haltung werde die EU bis zum Schluss beibehalten: „Wir bleiben ruhig, wir bleiben konstruktiv, wir bleiben respektvoll, aber auch fest und entschlossen bei der Verteidigung unserer Prinzipien und der Interessen jedes Mitgliedsstaats der Europäischen Union und der EU selbst.“

Eine Einigung sei noch möglich, bekräftigte Michel im EU-Parlament. „Unsere Tür bleibt offen bis zum letzten Tag, bis zum letzten Tag, an dem es noch etwas nützt.“ Die EU sei bereit, die Gespräche zu intensivieren und rund um die Uhr zu verhandeln, auch auf Grundlage von Vertragstexten.

Mehr: EU-Notplan soll harten Brexit im Falle eines Ausstiegs ohne Abkommen verhindern.



Quelle

Weiterlesen

Politik

„Fake“ und „parteiisch“: Trump bricht Interview ab – und droht

Veröffentlicht

auf

Durch



Das Verhältnis von Donald Trump zu kritischen Journalisten ist zerrüttet, nicht erst seit seinem jüngsten Interview für die CBS-Sendung „60 Minutes“. Doch dieses Mal bricht er das Gespräch nicht nur ab, er droht später auch der Moderatorin.

Zwei Wochen vor der Präsidentschaftswahl in den USA hat Amtsinhaber Donald Trump ein TV-Interview vorzeitig abgebrochen. Das teilte der Fernsehsender CBS mit. Trump drohte auf Twitter damit, einen Mitschnitt noch vor dem geplanten Ausstrahlungstermin am kommenden Sonntag selbst zu veröffentlichen. Er kritisierte das mit der renommierten Journalistin Lesley Stahl für die CBS-Sendung „60 Minutes“ geführte Gespräch als „fake“ und „parteiisch“.

Vor der Wahl sollte das Interview Teil einer „60 Minutes“-Sonderausgabe über den Republikaner Trump und seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden an diesem Sonntag sein. Trump sprach von einem „furchtbaren Eingriff“ in die Wahl am 3. November.

Bei einem Wahlkampfauftritt am Dienstagabend in Erie im US-Bundesstaat Pennsylvania schien er CBS zu drohen. „Ihr müsst euch anschauen, was wir mit ’60 Minutes‘ machen. Ihr werdet einen solchen Kick daraus bekommen“, sagte der Präsident vor jubelnden Anhängern. „Lesley Stahl wird nicht glücklich darüber sein.“

„Da kommt noch viel mehr“

Bereits zuvor hatte Trump ein kurzes Video auf Twitter veröffentlicht, zu dem er schrieb: „Lesley Stahl von ’60 Minutes‘ ohne Maske im Weißen Haus nach ihrem Interview mit mir. Da kommt noch viel mehr.“ Trump, der zu Monatsbeginn selbst an Covid-19 erkrankt war, trägt fast nie einen Mund-Nasen-Schutz. Zudem hat er wiederholt nachweislich falsche Aussagen über Gesichtsmasken und das Coronavirus verbreitet.

Medien, die kritisch über ihn berichten, bezeichnet der US-Präsident als „Volksfeinde“ und ihre Berichte als „Fake News“. Regelmäßig wirft er US-Medien vor, diese würden Biden nicht annähernd so hart angehen wie ihn.



Quelle

Weiterlesen

Politik

Großeinsatz der Polizei am Niederrhein – Menschen befreit

Veröffentlicht

auf

Durch



Großeinsatz der Polizei am Niederrhein – Menschen befreit



Quelle

Weiterlesen

Trending

We use cookies in order to give you the best possible experience on our website. By continuing to use this site, you agree to our use of cookies.
Accept