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Tischtennis – Zwischen den Welten – Sport in der Region

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Das hat sie nun davon. Wenn es blöd läuft, wird Sabine Winter demnächst eines ihrer Alleinstellungsmerkmale verlieren; vielleicht sehr bald schon, vielleicht wird es noch etwas dauern. Je nachdem, wie fleißig ihr Herausforderer übt, den sie sich da versehentlich selbst herangezogen hat. Erst kannte sie nur die Videobotschaft, in der ein Junge sie zum Duell auffordert, etwa zehn, elf Jahre alt, schätzt sie. Inzwischen kennt sie auch den Namen: Prosper. Er lebt in einem Slum in Uganda.

Es klingt verrückt, was ihr junger Kontrahent mit ihr vorhat: ein Tischtennis-Duell auf einer Slackline. Eigentlich ein Fall für „Wetten, dass..?“ oder „Klein gegen Groß“, aber diese TV-Sendungen kennt der Junge natürlich nicht. Dafür kennt er Sabine Winter, die ihn erst auf die Idee gebracht hat. Mit Spaßvideos, die sie ins Internet stellte. Tischtennis auf dem Einrad, auf der Slackline, im Vorbeigleiten auf Skiern. So hat alles angefangen. Deshalb ist Winter, die Erstligaspielerin vom TSV Schwabhausen, heute offizielle Schirmherrin eines Projekts in Nsambya, einem sehr armen Viertel der ugandischen Hauptstadt Kampala, direkt am Äquator.

Mountain-TT hieß das Video, das Winter damals ins Netz stellte. Man sah sie mit zwei Hälften einer selbst gebauten Tischtennisplatte, die sie auf den Rücken geschnallt hatte, den Herzogstand besteigen und hoch droben mit ihrem Vater Mark und vorbeikommenden Wanderern ein paar Bälle schlagen. Darauf erhielt sie eine Nachricht von einem gewissen Bazira Bale, der nur mal loswerden wollte, wie cool er und die Kinder, die er trainiert, diese Videos fanden. Nach und nach erfuhr Sabine Winter, dass Bale aus Uganda kommt und dort „Slum Ping Pong“ gegründet hat. Seit Februar 2017 bringt er Kindern in einem Armenviertel Tischtennis bei. Die 27-Jährige war von der Idee begeistert, fing an, ein paar ihrer Trikots zu versteigern und Spenden für dieses Projekt zu sammeln.

Dank eines Videos bis nach Deutschland auf sich aufmerksam gemacht: Das Projekt Slum Ping Pong Uganda.

(Foto: oh)

Es ist gerade Training in Schwabhausen. Winter hat eben noch ein Match gegen ihre Teamkollegin Laura Tiefenbrunner bestritten, es wurde viel gelacht. Nun übt die 18-jährige Tiefenbrunner mit anderen weiter, für Winter ist die Einheit vorbei. Wegen langjähriger Schulterprobleme hat sie in diesem Jahr ihren Trainingsumfang reduziert, jetzt hat sie Zeit, auf ihrem Smartphone Fotos und Videos vom Slum Ping Pong zu zeigen. Von Kindern, die in langen Schlangen an der Platte stehen und darauf warten, dass sie für einen Ballwechsel an die Reihe kommen – sie haben zu wenige Tische für die etwa 100 Jungen und Mädchen in der Halle. Man sieht einige, die derweil draußen allein gegen eine Wand spielen, und ein kleines Mädchen, das mangels Schläger mit einem Schuh gegen den Ball haut. Diesen Filmausschnitt findet Winter besonders süß.

Ihre Spaßvideos dreht Sabine Winter immer noch, sie sei anfangs selbst ganz baff gewesen, wie diese auf Facebook eingeschlagen hätten. Zuletzt sah man sie an einer Platte unter einem Wasserfall spielen und auf dem Wipfel eines ziemlich hohen Baums. Auf diese Art hat sie sich eine fürs Tischtennis erstaunlich breite Fanbasis geschaffen – und die nutzt sie inzwischen auch, um auf die Kinder in Uganda aufmerksam zu machen. Den Schriftzug Slum Ping Pong hat sie mitgenommen auf den Baumwipfel, und sie veröffentlicht auf ihrer Seite auch Videos aus Nsambya.

Es fehlt dort natürlich an fast allem, erzählt sie: an Tischen, Schlägern, Schuhen und ganz allgemein an Geld. Vor wenigen Wochen war ihr Vater Mark zum zweiten Mal in Nsambya, quasi in Vertretung für seine Tochter, deren Termine einen Besuch bisher nicht zuließen. Er kann viel erzählen, von Hütten aus Holz, Wellblech und Plastikplanen, ohne Leitungswasser, Strom oder Toiletten; vom Schlamm, der bei Regenfällen die Wege hinab fließt; von Schulkindern, die zu achtzehnt in einem kleinen Kämmerchen auf Stockbetten schlafen, je zwei pro Matratze. Aber auch von der Schulturnhalle (Betonboden und ein fast dichtes Dach) der Railways Primary School, die Slum Ping Pong benutzen darf – und von deren Tischtennistraining. Vom erstaunlich hohen Niveau der Kinder, das Mark Winter sogar mit dem des oberbayerischen Kaders vergleicht. Inzwischen haben die meisten auch Schuhe bekommen. Sie träumen dort davon, vielleicht mal einen ugandischen Nationalspieler aus ihrer Location herauszubringen.

despor 2019.11.09 Tischtennis 1.Bundesliga Frauen TSV 1909 Langstadt - TSV Schwabhausen emspor, emonline, oespor, v.l.,

Aus Spaß wurde Freude: Durch die Reaktion auf eines ihrer witzigen Videos im Internet hat Sabine Winter erstmals von Slum Ping Pong erfahren. Seitdem setzt sie sich für dieses Projekt ein.

(Foto: Joaquim Ferreira / imago)

Das wichtigere Ziel ist natürlich ein anderes. „Man gerät in solchen Slums leicht in Alkohol- oder Drogenabhängigkeit“, weiß Winter. Slum Ping Pong versucht den Kindern eine sinnvolle, motivierende Beschäftigung und nebenbei „Werte, Orientierung und Tipps für ihr Leben zu geben“, sagt Sabine Winter, sie also sprichwörtlich von der Straße wegzuholen.

Es hat sich schon viel getan. Kürzlich hat Winter Trikots der deutschen Nummer zwei Dimitrij Ovtcharov versteigern dürfen, sie hat das Projekt in der Szene bekannt gemacht. Die SpVgg Thalkirchen engagiert sich, und eine Gruppe namens Tischtennispiraten hat so viele gespendete Schläger, Schuhe, Textilien gesammelt, dass sie weitere Projekte in Afrika versorgen konnte. Und dann ist es Winter und ihrem Vater gelungen, das Projekt beim Dream Building Fund des Weltverbands ITTF unterzubringen, da geht es um andere Beträge; um solche, die es erlauben, das Training auf umliegende Schulen auszuweiten. Und es geht längst um mehr als um Ping und Pong: Knapp 70 Euro koste es, einem Kind für ein Jahr einen Schulaufenthalt zu ermöglichen, der ihm sonst verwehrt bliebe. Winter hat schon einige gefunden, die wie sie selbst einem oder mehreren Kindern eine solche Chance finanzieren. Man könne dort mit wenig Geld viel bewirken, wirbt sie. Ein Essen sei für 20 Cent zu haben. Schuhe für drei Euro. Eine Malaria-Behandlung koste 20 Euro. Auch darum kümmerten sich Bale, ein 23-Jähriger mit Rasta-Mähne, und seine Organisation.

An diesem Samstag (14.30 Uhr) steht für Winter in ihrem Sport ein wichtiger Termin an. Die Partie gegen Busenbach, den Tabellenletzten, ein Kellerduell. „Das sollten wir gewinnen“, sagt sie. Für Schwabhausen ist es das dritte Heimspiel seit Winters Rückkehr zu ihrem Heimatverein und dem Aufstieg. Ihre Nationalteam-Karriere hat sie vorerst auf Eis gelegt, sie wohnt zurzeit nicht in Düsseldorf, sondern bei ihren Eltern in Hechendorf, Landkreis Starnberg – und drückt wieder die Schulbank. Nach der zehnten Klasse hatte sie die Schule zugunsten der Karriere beendet, wurde Profi und Sportsoldatin im Rang eines Oberfeldwebels. Zweimal war sie Europameisterin im Doppel. Als sie beschloss, zur Entlastung ihrer lädierten Schulter die Trainingsumfänge eine Zeit lang zu reduzieren, habe sie rasch festgestellt, dass sie plötzlich viel freie Zeit übrig hatte. Nun macht sie in Fürstenfeldbruck ihr Fach-Abitur. Sie habe das immer mal wieder im Kopf gehabt, erzählt sie, wenn die Karriere stockte, wenn die Schmerzen sie bremsten. In der Weltrangliste stand sie schon auf Rang 36, aktuell findet man sie auf 89. Es tue ihr gut, mal wieder was „mit dem Kopf zu machen“, sagt sie grinsend, auch wenn man natürlich auch an der Platte nicht nur mit Armen und Beinen arbeitet.

Als Profi ist Winter viel herumgekommen, nur für private Reisen fehlte ihr oft die Gelegenheit. Im nächsten Sommer soll es aber soweit sein. Sie will nach Kampala, will Bale und die Kinder, die ihr bisher nur per Video mit Grüßen und Liedern danken konnten, endlich persönlich treffen. Und vielleicht auch die Slackline-Challenge absolvieren. Viele der Kinder in Nsambya tragen auf den Videos Winters alte Trainings-, Vereins- und Deutschlandtrikots, auf all den Rücken steht ihr Name. Höchste Zeit, den Trikots mal hinterherzureisen.



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NBA: Trauer um Kobe Bryant – Doncic emotional

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Nach dem tragischen Tod von NBA-Legende Kobe Bryant hat die Liga dem Ausnahmesportler viele Aktionen gewidmet.

In der Partie zwischen den Dallas Mavericks und den Oklahoma City Thunder leistete sich Dallas nach einer Schweigeminute vor Beginn der Partie zunächst eine Acht-Sekunden-Violation für das nicht rechtzeitige Ankommen im Vorderfeld in Erinnerung an die Nummer „8“, die Bryant auf seinem Trikot bei den Lakers trug. Danach ließen die Thunder ihre 24 Sekunden Angriffszeit verstreichen, in Anlehnung an die Nummer „24“, die Bryant ebenfalls trug. Anschließend zeigte die Spieluhr eine verbleibende Spielzeit von 11:24 Minuten an und die Shotclock stand ebenfalls bei 24.

Doncic: „Das schwerste Spiel, das ich jemals spielen musste“

Auch zahlreiche Spieler würdigten die Legende mit Aufschriften auf ihren Schuhen. Mavs-Superstar Luka Doncic erinnerte auf seinen Schuhen an alle neun Todesopfer des Helikopterabsturzes.

„Bei weitem das schwerste Spiel, das ich jemals spielen musste. Ich kann es immer noch nicht glauben. Immer bei uns“, schrieb der Slowene auf Twitter. Als er nach der Partie gefragt wurde, was er am meisten von Kobe vermissen werde, sagte Doncic sichtlich bewegt: „Alles!“ Bryant habe ihn motiviert, Basketball zu spielen.

Schröder Topscorer bei OKC

OKC-Star Chris Paul, der mit Bryant gut befreundet war, setzte aus persönlichen Gründen aus. 

Trotz aller Trauer um Bryant musste auch Basketball gespielt werden und Dallas lag bereits zur Halbzeit mit 59:47 in Führung. Anschließend bauten sie die Führung sogar auf 16 Zähler aus, bevor die Thunder einen 11:0-Lauf starteten. Anschließend gewannen die Mavs aber wieder die Kontrolle und konnten im Schlussviertel ihre Führung immer im zweistelligen Bereich halten, sodass am Ende ein 107:97-Sieg zu Buche stand. 

Doncic gelang mit 29 Punkten und elf Rebounds ein Double Double, ebenso wie Kristaps Porzingis, der 14 Punkte und zehn Rebounds beisteuerte. Auf Seiten der Thunder war Dennis Schröder mit 21 Zählern Topscorer. Doch der Sport war an diesem Abend in Oklahoma City nur Nebensache.

Timberwolves erinnern an Bryants Meilenstein

Eine bewegende Aktion zu Ehren Bryants starteten die Minnesota Timberwolves im Spiel gegen die Sacramento Kings (129:133). 

Auch die Timberwolves leisteten sich zu Beginn des Spiels, ebenfalls nach einer Schweigeminute, eine Acht-Sekunden-Violation. Währenddessen legte Andrew Wiggins den Ball auf jene Freiwurflinie, wo Bryant am 14. Dezember 2014 Michael Jordan in der ewigen NBA-Scorerliste überholt hatte und zwischenzeitlich auf Rang drei stand, bevor ihn LeBron James am vergangenen Sonntag überholte. 

Die Timberwolves-Stars Karl-Anthony Towns und Wiggins liefen zudem vor der Partie mit Trikots, die Kobes Nummern trugen, ein. 

Auch in anderen Arenen gedachten Mannschaften und Publikum des tödlich Verunglückten. Die Missachtung der Spiel- und Wurfuhr für acht sowie 24 Sekunden war dabei üblich, zumeist verfielen die Zuschauer zudem in ein 24-sekündiges Schweigen. Zahlreiche Spieler hatten Botschaften auf ihre Schuhe geschrieben, um Bryant und seiner Tochter zu gedenken.

  



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Uerdinger Fans sind restlos bedient

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How To Install TEMPTV Kodi Addon /Best IPTV and 1-Click Kodi2020

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