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Squash will raus aus dem Schatten

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In den 1980er-Jahren schwappte eine Squash-Welle aus den USA und Asien nach Europa. Der schnelle Rückschlagsport erlebte in Deutschland einen wahren Hype. Überall schossen Squash-Center wie Pilze aus dem Boden. Zum europäischen Hotspot der Racket-Cracks schwang sich seinerzeit Kiel auf. Hier eroberten sie das Kieler Schloss und trugen dort zweimal die European Championships aus. Als Kieler Flaggschiff etablierten sich die Kieler Boastars mit vier deutschen Meistertiteln zwischen 1991 und 1998.

Chris Walker und Simon Frenz führten Kiel zum Europapokalsieg

Eine Kieler Sternstunde feierte der Squash-Sport 1991, als die Boastars, angeführt vom englischen Weltklassespieler Chris Walker und dem Kieler Lokalmatador Simon Frenz, im Europapokal triumphierten. Squash war in aller Munde. „Außer dem THW Kiel war Anfang der 1990er-Jahre sportlich in Kiel nicht viel los. So konnten wir als Squasher in eine Nische hineinstoßen und Fans sowie lokale Sponsoren für uns gewinnen. Es boomte wirklich ohne Ende“, erinnert sich der heute 50-jährige Simon Frenz. 30 Jahre nach dem Sieg im Europapokal fristet der einstige Trendsport in Kiel jedoch ein Schattendasein. Warum?

„Damals war es chic, zum Squashen zu gehen. Jeder wollte und hat es ausprobiert“, blickt Hajo Scepanik auf die 1980er-Jahre zurück. Der deutsche Ü 60-Meister (2004) gehörte 1979 zu den Gründungsmitgliedern des Kieler Squash Clubs, dem mittlerweile einzigen verbliebenen Verein in Kiel. In Hochzeiten gab es drei Squash-Klubs, die auf fünf Anlagen mit mehr als 50 Courts aktiv werden konnten. 2021 sind es lediglich noch vier Courts, wovon zwei aktuell Corona-bedingt geschlossen bleiben. „Teilweise waren die Vier-Wände-Courts für Wochen im Voraus ausgebucht. Gerade zu Schlagzeiten in den frühen Abendstunden war es fast unmöglich, Plätze zu ergattern“, erinnert Frenz, der 1979 im Alter von acht Jahren das erste Mal das Racket schwang und schnell über die Stadtgrenzen hinaus erfolgreich wurde: „Squash ist in den Grundzügen eine einfache Sportart, in der man zügig Fortschritte macht.“

Das neue Jahrtausend als Ende des Booms

Anfang der 2000er-Jahre ebbte der Boom schlagartig ab. Zu abhängig war die Sportart vom Engagement einzelner Personen wie dem 2019 verstorbenen Boastars-Manager und Frenz-Vater Carsten oder dem ambitionierten Squash-Hallenbetreiber Manfred Werner, die sich fast zeitgleich aus der ersten Squash-Reihe zurückzogen. Zudem beendete 1998 auch der dreimalige deutsche Einzelmeister Simon Frenz seine internationale Laufbahn, um sich seiner beruflichen Karriere als Unternehmer zu widmen.

„In Deutschland fehlte es im Squash an der absoluten Professionalisierung, weil der Sprung von der Trendsportart zur olympischen Sportart nicht gelungen ist “, sagt Frenz. In Kiel sank das Interesse am dynamischen Indoorsport ebenfalls. Aus Squashcourts wurden Fitnessräume, oder die Center schlossen ganz ihre Türen. So wie in Friedrichsort. „Es gab noch Courts, aber kaum noch qualifizierte Trainingsangebote. Schleichend setzte ein Abwärtsprozess bei den Mitgliederzahlen ein“, analysiert Kai Rixen.

Kooperationen mit Schulen und der Uni sollen helfen

Er will dem Squash-Sport in Kiel mit der Wiedereröffnung des Friedrichsorter Squashcenters neues Leben einhauchen. „Da sieht es aus wie vor 15 Jahren. Alles ist unberührt, nur neue Böden müssen eingebaut werden. Die Infrastruktur ist ansonsten intakt. Um möglichst viele Menschen für unseren Sport zu begeistern, wollen wir eng mit Schulen und der Universität kooperieren. Langfristig könnte Kiel wieder zum Stützpunkt werden“, sagt der ehemalige Neumünsteraner Bundesligaspieler und jetzige Landestrainer des schleswig-holsteinischen Squash Verbandes.

Beim Kieler Squash Club mit seinem 45 Aktiven befürwortet man Rixens Projekt: „Jeder geöffnete Court in Kiel hilft unserem Sport weiter. Zurzeit müssen unsere Spieler in Westerrönfeld trainieren. Das ist suboptimal“, sagt der KSC-Vorsitzende Christoph Lehmann. Die Kieler Squash-Altmeister Scepanik und Rainer Poerksen (63 Jahre) werben für ihren Sport: „Schwere Verletzungen haben wir in unserer Karriere nie gehabt. Beim Squash kann man sich in kurzer Zeit auspowern. Eigentlich müsste das dem heutigen Zeitgeist entsprechen. Jungen Interessenten müsste man ein preisgünstiges Angebot unterbreiten, um ihnen Squash schmackhaft zu machen.“

Die Hoffnung: Vielleicht gibt es irgendwann auch ohne den ganz großen Boom wieder einen Kieler Squasher auf Simon-Frenz-Niveau.



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Champions League – Leipzig siegt diszipliniert: Nun Fortschritte zeigen

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Leipzig (dpa) – Das Auf und Ab von RB Leipzig geht weiter.

Dank einer Leistungssteigerung bucht der Fußball-Vizemeister mit einem 2:1-Sieg in der Champions League gegen Gruppensieger Manchester City die Europa League – und blickt nun auf das Bundesliga-Duell mit der punktgleichen Borussia aus Gladbach. “Jetzt geht es darum, da weiterzumachen, wo wir aufgehört haben. Wir befinden uns aktuell in einer ungewohnten Situation. Auch jetzt haben wir erst mal nur ein Spiel gewonnen”, sagte Konrad Laimer mit Blick auf den Bundesliga-Alltag, wo es zuletzt drei Niederlagen in Serie hagelte. “Wir müssen weiterhin zu Konstanz finden und wollen in den letzten drei Spielen das Jahr positiv beenden.”

Dafür ist nach dem gescheiterten Trainer-Experiment von RB-Chef Oliver Mintzlaff mit Strahlemann Jesse Marsch taktische Disziplin gefordert. Diese impfte Interimscoach Achim Beierlorzer dem Team nun offenbar ein. “Wir haben uns zusammengesetzt und gesprochen, man hat gesehen, dass wir in den letzten Spielen es oft zu offen gestaltet hatten. Wir müssen im Ballbesitz auch mal den Ball laufen lassen, um Luft zu schnappen für den nächsten Angriff. Wenn wir Ball und Gegner laufen lassen, hat man gesehen, dass auch eine Mannschaft wie Man City nicht gerne einen Ball hinterherläuft”, meinte Kevin Kampl und übte indirekt Kritik am Matchplan, der zuletzt aufgrund des hohen Tempos oft Fehlerketten verursachte.

Nur wenige Umstellungen

Dabei hatte Beierlorzer beim ersatzgeschwächten Team nur wenige Umstellungen vorgenommen. Hinter strahlte die von Dreier- auf Viererkette umgestellte Abwehr Sicherheit aus. Die erfahrenen Laimer und Kampl störten den Spielaufbau des englischen Meisters, und vorn setzte der Gymnasiallehrer für Mathematik und Sport auf eine kreative Dreierkette mit einem Spielmacher-Trio. “Jede Chance entsteht durch Tiefgang. Wenn wir mit drei Zehnern spielen, brauchen wir diese vertikale Tiefe von allen Positionen”, betonte Beierlorzer, der nach seinem Champions-League-Debüt in Brügge (5:0) nun den zweiten Königsklassen-Coup feierte und als “Mister 100 Prozent” in die Statistik eingeht. “Eine gute Quote”, meinte er schmunzelnd.

Doch viel mehr zähle nun die Bundesliga. “Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie mit und gegen den Ball eine unheimliche Qualität hat. Genau da müssen wir weitermachen”, forderte Beierlorzer und lobte die disziplinierte Spielweise: “Wir haben uns an den Matchplan gehalten, waren defensiv unheimlich kompakt und haben genau die Momente genutzt, die wir uns erarbeitet haben. Insofern haben wir hochverdient gewonnen.” Doch “wichtig sind jetzt die drei Spiele in der Bundesliga, damit wir punktetechnisch in eine bessere Lage kommen”.

Titelchance erhalten

Zudem hat sich RB eine weitere Titelchance neben dem DFB-Pokal erhalten. “Es ist eine Chance, einen Titel zu gewinnen, es wird sehr spannend, wir haben einen großen Kader, wenn alle fit sind, ist das gut”, sagte Kampl. Auch Mintzlaff verdeutlichte inmitten der Trainersuche den Vorteil des Überwinterns. “Wir haben einen breiten Kader, der sehr viel Qualität hat und für drei Wettbewerbe ausgelegt ist”, sagte der RB-Chef.

Vor leeren Rängen hatten die Leipziger das Fernduell mit dem FC Brügge, der parallel bei Paris Saint-Germain 1:4 verlor, für sich entschieden. Dominik Szoboszlai brachte RB in der 24. Minute in Führung, André Silva erhöhte (71.) auf 2:0, ehe Riyad Mahrez (76.) den Endstand markierte.



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Fußball, Champions League: Besiegelt der FC Bayern München das bittere Aus für den FC Barcelona? – Champions League – Fußball

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Die Münchner, die das Hinspiel 3:0 gewannen, sind schon weiter. Auch vom ersten Platz wird sie niemand mehr verdrängen können. Aber Julian Nagelsmann kündigte an, dass er eine sehr starke Elf aufbieten werde.

“Schöne Grüße nach Lissabon. Macht euch keine Sorgen!”, wandte sich der Münchner Trainer an Benfica, das darauf angewiesen ist, dass die Bayern mindestens einen Punkt holen. Dann wären die Portugiesen bei einem Sieg gegen Dynamo Kiew weiter.

“Wir können Geschichte schreiben, das wäre der erste Sieg von Barcelona in München”, glaubt auch Xavi, dass nur drei Punkte reichen werden.

Nur Siebter in der Liga

Xavi war im November 2000 dabei, als Barcelona trotz des 5:0-Sieges gegen Beşiktaş ausschied. Er ist eine Klublegende, einer, der achtmal Meister wurde mit den Katalanen, viermal gewann er mit ihnen die Champions League.

Seit ein paar Wochen ist er Trainer des Klubs, der legendär hoch verschuldet ist mit weit mehr als einer Milliarde Euro und der Lionel Messi verloren hat. In der Primera Division belegt der FC Barcelona nur den siebten Tabellenplatz. Spitzenreiter und Erzrivale Real Madrid hat ein Spiel mehr – aber auch schon 16 Punkte.



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Dortmund für den Rest des Jahres ohne Abwehrspieler Akanji

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Dortmund (dpa) – Borussia Dortmund muss für den Rest des Fußball-Jahres 2021 ohne Abwehrspieler Manuel Akanji auskommen. Bei dem Schweizer wurde ein kleiner Eingriff am Knie vorgenommen.

Das bestätigte BVB-Coach Marco Rose nach dem 5:0 im letzten Champions-League-Gruppenspiel gegen Besiktas Istanbul. “Es war unumgänglich. Es ist kein größerer Eingriff. Bevor wir ihn jetzt mit durchziehen in den letzten drei Spielen, wollen wir ihn im Januar zurückhaben”, sagte der Coach.



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