Connect with us

Unterhaltung

Söder oder Laschet? Doch der Machtkampf in der CDU ist ein ganz anderer

Veröffentlicht

on


Wolfgang Schäuble ist innerhalb der CDU die größte Autorität. Er greift jetzt die CSU an. Ohne eine „starke und vitale CDU“ könne die Union schlecht Wahlen gewinnen. Die Volkspartei Union brauche die Einigkeit von CDU und CSU. Damit erweckt Schäuble den Eindruck, die gerade laufende Schlacht sei eine zwischen den Schwesterparteien. So ist es aber nicht. Die Schlachtordnung ist eine Andere.

Kontroverse Aussage – Schutz von Leben nicht absolut? Was der CDU-Grande Wolfgang Schäuble sagen wollte 

Die Grenze zwischen Freund und Feind verläuft nicht zwischen den Parteien. Sie verläuft quer durch nur eine Partei. Nein, es ist kein Kampf zwischen CDU und CSU. Sondern ein Kampf innerhalb der CDU. 

Wäre es eine Auseinandersetzung zwischen CDU und CSU, die Angelegenheit wäre einfach zu klären: Die CDU ist, je nachdem wie man rechnet, vier bis fünf mal so groß wie die CSU. Größte ist nicht alles, am Ende aber dann schon. Man braucht nur abzustimmen. Am Ende siegt dann der, der mehr auf die Waage bringt. So war es schon einmal. 

Kandlerkandidatur CDU: Erinnerungen an Ernst Albrecht und Franz Josef Strauß

Jetzt wird gerade viel über 1979/80 geredet und geschrieben. Damals entschied die Unionsfraktion den Streit zwischen CDU und CSU über die Kanzlerkandidatur zwischen Ernst Albrecht und Franz Josef Strauß in einer Kampfabstimmung. Diese alte Geschichte wird erzählt, um zu begründen, weshalb Entscheidungen der Parteiführung nicht unbedingt ausschlaggebend sein müssen. 

„1979“ erzählt aber noch eine ganz andere Geschichte. Strauß konnte die Kampfabstimmung in der Unionsfraktion nur für sich entscheiden, weil der CDU-Teil der Fraktion mehrheitlich hinter ihm stand. Auch damals schon handelte es sich also nicht allein um einen Streit zwischen CDU und CSU, sondern einen innerhalb der CDU. Und auch damals fanden sehr viele innerhalb der CDU einen Kanzlerkandidaten Strauß überzeugender als das Personalangebot der CDU.

Und auch damals spielte es für die Abgeordneten in der Fraktion augenscheinlich bestenfalls eine untergeordnete Rolle, dass Albrecht nicht nur den Rückhalt des CDU-Vorsitzenden Kohl hatte, sondern auch den des gesamten CDU-Parteivorstandes. Der hatte sogar einstimmig für Albrecht optiert.

Kommentar von Ulrich Reitz – Söders Meisterstück: Jetzt muss die CDU selbst über ihr Schicksal entscheiden 

Heute ist es exakt wieder so. Die Führung der CDU ist – inzwischen allerdings längst nicht mehr einstimmig, bestenfalls noch einmütig – an der Seite von Armin Laschet, ihres CDU-Vorsitzenden. Aber die Abgeordneten der CDU und augenscheinlich auch eine Mehrheit der so genannten Basis der CDU, optieren wie damals 1979/80 für das Personalangebot der CSU.

Und jetzt wird es pikant: Inzwischen ist klar geworden, dass sich diese Entwicklung schon länger abgezeichnet hat. In der viel zitierten Sitzung des Parteipräsidiums der CDU, dass sich vor einer Woche am Ende einhellig für Laschet ausgesprochen hatte, lief es anders als bisher dargestellt. Will sagen: Laschet hätte gewarnt sein können, wenn er gewollt hätte. Aber er wollte nicht. Er glaubte, er könne sich allein mit der Unterstützung der CDU-Granden gegen Söder durchsetzen. Ein fataler Irrtum. 

In der CDU-Basis ist man eher für Söder als für Laschet

In der Sitzung sprachen sich zwar alle Präsidiumsmitglieder persönlich für Laschet aus. Einige aber wiesen nach Informationen von FOCUS Online aus Landesverbänden und Parteigliederungen darauf hin, dass die Stimmung an der Basis eine andere sei. Das war insbesondere in Baden-Württemberg so, aber auch in der Jungen Union und in der zahlenmäßig großen Mittelstandsvereinigung.  

Hätte Spahn Streit verhindern können? – Laschet kämpft Schlacht seines Lebens – und machte zentralen Fehler schon vor Monaten 

Darauf machten nun in der Sitzung einige aufmerksam, zu ihnen habe, wird erzählt, Sachsen-Anhalts Regierungschef Rainer Haseloff gehört, aber auch der baden-württembergische Parteichef Thomas Strobl. Und der schleswig-holsteinische Regierungschef Daniel Günther, der zugleich CDU-Chef in Schleswig-Holstein ist.

Günther verwies auf die Stimmung in der schleswig-holsteinischen Landesgruppe der Unionsfraktion – völlig zu Recht. Denn am Montagabend, als alle Landesgruppen des CDU-Teils der Fraktion zusammensaßen, fiel die Zustimmung für Laschet besonders schmal aus, worüber FOCUS Online früh berichtete: Eine einzige Stimme votierte für Laschet als Kanzlerkandidat, neun aber für Söder. 

Der vergangene Sonntag wäre also der Zeitpunkt für eine offene und unverblümte Debatte über die Unterstützung für den CDU-Vorsitzenden als Kanzlerkandidat innerhalb der CDU gewesen. Allein – sie unterblieb. Laschet hörte über die Hinweise hinweg. Augenscheinlich wollte er es so. Er hätte gewarnt sein könne, wenn er hätte gewarnt sein wollen. 

Die warnenden bis drohenden Stimmen, die sich derzeit aus der CDU gegen die CSU und Söder wenden, müssten sich eigentlich an die Adresse der eigenen Basis wenden. Sagen wir es deutlich: Falls ein Verrat stattgefunden hat, dann war es einer der CDU-Basis am CDU-Chef – wobei: in dem ganzen Prozess stellte niemand Armin Laschet als Vorsitzenden der CDU in Frage. Als Kanzlerkandidat aber schon.

Böser Vergleich in „heute-show“ – Lässt Markus Söder seine Anhänger den Reichstag stürmen, wenn er nicht Kanzler wird? 

Wenn nun Laschet permanent darauf hinweist, man dürfe sich auf Umfragen nicht verlassen, dann wäre der richtige Adressat dafür nicht Markus Söder, sondern die eigene Partei. Denn offenbar ist sie es, die den Umfragen mehr Glauben schenkt als den Beschwörungen ihres eigenen Vorsitzenden.

Armin Laschet kämpft an zwei Fronten

Es gibt also in diesem Kampf eine doppelte Schlechtordnung: CDU-Führung gegen CSU-Führung, wer es in Trumpscher Manier möchte: Elite, Establishment gegen Volk, plus: CDU-Führung gegen CDU-Basis. Armin Laschet kämpft also an zwei Fronten.

In diesem Zweifrontenkrieg hilft es ihm wenig, wenn er darauf hinweist, er sei doch von der eigenen Basis gewählt worden. Denn: Die Basis hat einen Parteivorsitzenden gewählt, in der Erwartung, damit stehe zugleich der Kanzlerkandidat der Union fest. Damals aber war aber Söder auch noch nicht Kanzlerkandidat.

Inzwischen ist der Schaden groß geworden. Wie sagte es Friedrich Merz: die Union habe ihren Kompass verloren. Merz, der gerne Bundeskanzler geworden wäre, wurde am Samstag mittag mit großer Mehrheit im Hochsauerlandkreis zum Bundestagskandidaten gewählt. Der Wahlkreis gilt als sicher, selbst in diesen Zeiten. Merz sitzt also demnächst wieder im Deutschen Bundestag, der den neuen Bundeskanzler wählt. Oder die neue Bundeskanzlerin.

    





Quelle

Weiterlesen
Partner
Klicken Sie hier, um einen Kommentar abzugeben

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Unterhaltung

Lewandowski: Bayern-Stürmer stellt historischen Tor-Rekord von Gerd Müller ein

Veröffentlicht

on

Von


Der polnische Stürmer vom FC Bayern München hat mit seinem Treffer zum 1:0 gegen die Mannschaft von Christian Streich den beinahe 50 Jahre andauernden Tor-Rekord von Gerd Müller egalisiert.

Nach seinem Treffer präsentierte Lewandowski ein T-Shirt zu Ehren Müllers unter seinem Trikot. Die Spieler und der Trainerstab der Bayern bildeten vor der Auswechselbank an der Seitenlinie ein Spalier für ihn und applaudierten.

Für Lewandowski ist es ein weiterer Meilenstein in seiner Karriere als Profi. Schon fünfmal war er Bundesliga-Torschützenkönig: 2014, 2016, 2018, 2019 und 2020. Seine bisherige Saisonbestmarke waren 34 Tore.

Freiburg gegen Bayern im Live-Ticker: Ein Tor fehlt! Lewandowski winkt Torrekord 

„Ich habe geglaubt, das ist ein Rekord für die Ewigkeit – der wird nie gerissen werden“, sagte Bayerns-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge gegenüber dem TV-Sender Sky.

Gerd Müller rechnete viel früher mit Einstellung des Rekords

Gerd Müller hatte offenbar schon viel früher damit gerechnet. „Er wunderte sich immer, dass ihn nicht längst schon jemand eingeholt hat. Von dem Moment an, als die Raumdeckung eingeführt wurde, hat er darauf gewartet, dass jemand die 40 Tore knackt“, äußerte seine Frau Uschi Müller gegenüber der „Sport Bild“.

Sky Ticket Supersport (Anzeige)

Heimat des Livesports: Streamen Sie Fußball, Formel 1 und mehr mit Sky Ticket – monatlich kündbar!

Nun hat es Robert Lewandowski vollbracht und die 40-Tore-Marke innerhalb einer Bundesliga-Spielzeit geknackt. Die Treffer des Bayern-Stürmers aus der aktuellen Saison im Überblick:

1. Spieltag (8:0-Sieg gegen Schalke) – ein Treffer

3. Spieltag (4:3-Sieg gegen Hertha) – vier Treffer

4. Spieltag (4:1-Sieg in Bielefeld) – zwei Treffer

5. Spieltag (5:0-Sieg gegen Frankfurt) – drei Treffer

7. Spieltag (3:2-Sieg in Dortmund) – ein Treffer

9. Spieltag (3:1-Sieg in Stuttgart) – ein Treffer

11. Spieltag (1:1 gegen Union Berlin) – ein Treffer

12. Spieltag (2:1-Sieg gegen Wolfsburg) – zwei Treffer

13. Spieltag (2:1-Sieg in Leverkusen) – zwei Treffer

14. Spieltag (5:2-Sieg gegen Mainz) – zwei Treffer

15. Spieltag (2:3-Niederlage in Gladbach) – ein Treffer

16. Spieltag (2:1-Sieg gegen Freiburg) – ein Treffer

17. Spieltag (1:0-Sieg in Augsburg) – ein Treffer

18. Spieltag (4:0-Sieg auf Schalke) – ein Treffer

19. Spieltag (4:1-Sieg gegen Hoffenheim) – ein Treffer

21. Spieltag (3:3 gegen Bielefeld) – ein Treffer

22. Spieltag (1:2-Niederlage in Frankfurt) – ein Treffer

23. Spieltag (5:1-Sieg gegen Köln) – zwei Treffer

24. Spieltag (4:2-Sieg gegen Dortmund) – drei Treffer

25. Spieltag (3:1-Sieg in Bremen) – ein Treffer

26. Spieltag (4:0-Sieg gegen Stuttgart) – drei Treffer

31. Spieltag (1:2-Niederlage in Mainz) – ein Treffer

32. Spieltag (6:0-Sieg gegen Gladbach) – drei Treffer

33. Spieltag (Ergebnis in Freiburg ausstehend) – ein Treffer





Quelle

Weiterlesen

Unterhaltung

Getreide-Preise: Nun droht die böse Überraschung im Supermarkt

Veröffentlicht

on

Von


Getreideexperten beobachten „teilweise historische Preisausschläge“ bei Getreide, Mais und Ölsaaten wie Raps – möglicherweise mit Folgen für die Verbraucher. „Wenn sich die Preise noch eine Weile so halten für Pflanzenöle und für Getreide, dann wird sich das innerhalb einiger Monate sicherlich in den Lebensmittelpreisen auch im Supermarkt niederschlagen“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Vereins der Getreidehändler der Hamburger Börse, Thorsten Tiedemann, der Deutschen Presse-Agentur.

Zwar haben Rohstoffpreise bei Backwaren nur einen geringen Anteil am Verkaufspreis. „Aber die Fleischproduktion wird sicherlich teurer werden durch Futter“, sagte Tiedemann. Auch bei Produkten wie Mehl und Pflanzenöl dürfte der Weltmarkttrend nach seiner Einschätzung auf die Verbraucherpreise durchschlagen.

Steigende Preise bei praktisch allen Agrarrohstoffen

Die Welternährungsorganisation FAO beobachtet seit geraumer Zeit steigende Preise bei praktisch allen Agrarrohstoffen. Unter dem Strich lag der FAO-Preisindex für Nahrungsmittel nach jüngsten Daten im April 31 Prozent über dem Vorjahreswert, nach elf monatlichen Anstiegen in Folge sei inzwischen der höchste Stand seit sieben Jahren erreicht. Besonders ausgeprägt ist der Trend bei Ölsaaten, wo das Preisniveau gegenüber April 2020 inzwischen doppelte Höhe erreicht hat. Befeuert wird diese Entwicklung aus Sicht der FAO auch von der Nachfrage der Hersteller von Biokraftstoffen.

„Erwartet hat man schon lange, dass irgendwas passieren wird in den Preisen aufgrund der hohen Liquidität und auch teilweise aufgrund der Engpässe, die in der Wirtschaft entstehen durch Corona-Einschränkungen“, sagte Tiedemann. Nach einer „ganz komfortablen Angebots- und Nachfragesituation im Getreide- und Ölsaatenmarkt“ sei nun „durch ein paar schlechtere Ernten mit einhergehendem Bestandsabbau etwas aus den Fugen geraten“.

„Dann kommen noch ein paar Wettermeldungen hinzu“

Hinzu komme, dass in Regionen mit stärkerem Wachstum nach der Corona-Rezession die Nachfrage anziehe. „Dann kommen noch ein paar Wettermeldungen hinzu, in Brasilien laufen wir auf eine relativ schlechte Ernte hinaus, und dann gehen die Märkte natürlich sehr stark nach oben.“

Besorgt äußerte sich Tiedemann darüber, dass die Selbstversorgung Deutschlands bei Agrarrohstoffen abnehme. Im Getreidewirtschaftsjahr sei Deutschland auf einen Nettoexport von rund zwei Millionen Tonnen gekommen. „Das sind nicht mal fünf Prozent der gesamten Getreideproduktion, die wir hier übrig haben.“ In früheren Jahren seien „auch schon mal netto sieben bis zehn Millionen Tonnen“ exportiert worden.

Der Hamburger Hafen ist die zentrale Drehscheibe für den Getreidehandel in Nordeuropa. Der Verein der Getreidehändler sieht sich seit über 150 Jahren als offizielles Sprachrohr des internationalen Handels mit Getreide, Ölsaaten, Futtermitteln, Hülsenfrüchten, Fischmehl und Speisesaaten.





Quelle

Weiterlesen

Unterhaltung

Sächsische Staatskapelle Dresden: Ehrendirigent Blomstedt leitet Sonderkonzert

Veröffentlicht

on


Dieses Mozartkonzert mit ihrem Ehrendirigenten Herbert Blomstedt mag für die Sächsische Staatskapelle Dresden ein wahres Labsal gewesen sein, in musikalischer wie mentaler Hinsicht. Von Anfang an lagen eine entspannte Stimmung (nicht mit Oberflächlichkeit zu verwechseln) und Spielfreude über dem Ganzen. Sicher, inzwischen sind Blomstedts Schritte bedächtiger geworden – er ist immerhin im 94. Lebensjahr –, aber wenn er dann auf dem Podium steht, und das tat er im wörtlichen Sinne die ganze Zeit, und zu dirigieren beginnt (meist auswendig), dann strahlt er nach wie vor ungebrochene, ansteckende Vitalität aus, Begeisterung für die ausgewählten Werke, reifes Können, was am Ende zu qualitativen Höchstleistungen bei allen Beteiligten führt. Aufgenommen wurde das Konzert in der Semperoper, zu hören war es bei Deutschlandfunk Kultur, MDR Kultur und MDR Klassik.

Mit Mozarts Sinfonie Nr. 38 D-Dur, der „Prager“, wurde eine gedankliche Brücke in Blomstedts erstes Chefjahr 1975 geschlagen, als er schon einmal dieses Werk mit dem Orchester erarbeitete, wovon noch heute eine Rundfunkaufnahme zeugt. Zwischen dem Erfolg von „Le nozze di Figaro“ in Prag und der ein dreiviertel Jahr später dort stattfindenden Uraufführung des „Don Giovanni“ führte Mozart sie erstmals im Januar 1787 im Prager Ständetheater auf – dreisätzig, also ohne Menuett (vielleicht weil man es damals in Prag so liebte), eine Sinfonie voller Leidenschaft und emotionaler Zerrissenheit, in drei Sonatensätzen kompositorisch dicht, dramatisch ungeheuer spannend und in Mozarts symphonischen Schaffen gleichsam einem Quantensprung entsprechend.

Musiker in Hochform

Was das herausgehobene Niveau der Wiedergabe durch die Staatskapelle und Herbert Blomstedt ausmacht, war die ungekünstelte Natürlichkeit, in der Schroffheiten genauso Platz hatten wie die kontrapunktischen Finessen und die von allen begeistert ausgekosteten dynamischen Kontraste. Man war hingerissen vom ersten bis zum letzten Ton. Blomstedts Einschätzung „sehr schön gespielt“ kann man nur zustimmen.

Die Bläser der Kapelle liefen sämtlich zur Hochform auf. Und der von den Damen und Herren um den 1. Konzertmeister Roland Straumer gewebte, unglaublich flexible Streicherteppich suchte seinesgleichen. In die auf gegenseitiger Wertschätzung und künstlerischer Verehrung beruhende Harmonie zwischen Herbert Blomstedt und der Kapelle passt auch nach so vielen Jahren kein Blatt.

Musikalische Delikatesse

Das traf auch auf die weiteren Werke des Konzerts zu, etwa die andere Sinfonie. So richtig erklären lässt es sich nicht, warum die C-Dur-Sinfonie (KV 338), Mozarts letzte Salzburger Sinfonie, im Schatten ihrer berühmten Schwestern, auch der „Prager“, steht. In barock anmutender Üppigkeit treffen hier oft völlig abrupt wechselnde Themen und dynamische Entwicklungen aufeinander. Herbert Blomstedt und seine Mitstreiter nahmen sich dieses Wechselbads der Gefühle ausgesprochen detailreich an, edel im Klang. Da waren das vor Energie berstende Allegro vivace zu Beginn, das präzise ausbalancierte Streicher-Andante und schließlich das in virtuoser Pracht dahin eilende Finale.

Mit dem A-Dur-Violinkonzert KV 219 stammte auch der solistische Beitrag von Mozart, wobei das Besondere des Stückes gerade darin besteht, dass solistische und orchestrale Passagen aufs Engste miteinander verquickt sind. Die Norwegerin Vilde Frang hatte 2018 als Einspringerin bei der Staatskapelle debütiert und durfte sich nun über eine weitere Einladung freuen. Es ist das letzte der Mozart’schen Violinkonzerte und bedeutet zugleich auch das Ende von seiner Geigerkarriere. Vilde Frang zeigte sich bestens vertraut mit dem sehr beliebten, melodisch einprägsamen Stück. Sie brachte vor allem technische Souveränität und eine Riesenportion unbestechlichen Geschmacks mit. Bei ihr atmete das Adagio keine triefende Sentimentalität, sondern offenbarte seine Größe ganz aus sich selbst heraus. Voller Schwung und geigerischer Delikatesse musizierte sie die Ecksätze, wobei ihr die Kapelle und natürlich Herbert Blomstedt die sensibelsten und inspirierendsten Partner waren, die man sich vorstellen kann.

Von Mareile Hanns



Quelle

Weiterlesen

Trending

We use cookies in order to give you the best possible experience on our website. By continuing to use this site, you agree to our use of cookies.
Accept