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So lernte sie, sich selbst zu lieben

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Früher Tanzen und Gymnastik, heute Triathlon und Krafttraining – schon seit frühester Kindheit macht Mel C ihrem Namen als Sporty Spice alle Ehre.

Mitte der 90er-Jahre wurde sie so mit den anderen Spice Girls weltberühmt. Doch mit dem Erfolg kamen auch immer mehr Unsicherheiten. Das Gefühl, nie genug zu sein, verlangte ihr körperlich fast alles ab – Mel C litt an Depressionen und einer Essstörung.

Wie Mel C den Weg zurück zu einem gesunden Leben fand, warum es so wichtig ist, sich selbst zu lieben und welche Übungen sie im Fitnessstudio am liebsten macht, verrät sie FIT FOR FUN im Interview.

FIT FOR FUN: Wie sieht deine tägliche Fitnessroutine aus?

Mel C: Das hängt immer davon ab, wie viel Zeit ich habe. Aber mein Ideal wäre, vier- bis fünfmal die Woche zu trainieren. Am liebsten trainiere ich morgens. Nach dem Aufstehen trinke ich schnell einen Kaffee und gehe dann ins Fitnessstudio.

Wenn ich für ein Event oder ein Fotoshooting trainiere, trainiere ich gerne zweimal am Tag. Dann mache ich morgens beispielsweise etwas Cardio und nachmittags Krafttraining.

FIT FOR FUN: Gibt es Übungen, die du am liebsten machst?

Mel C: Am liebsten vermische ich verschiedene Sportstile. 2011 habe ich mit Triathlon angefangen. Die Abwechslung zwischen Rad fahren, schwimmen und laufen finde ich sehr aufregend, weil es einfach nicht langweilig wird. 

Und meinem Körper hat es auch sehr gutgetan. Ich hatte in dieser Zeit am wenigsten Beschwerden oder Verletzungen.

Und ich liebe es, draußen zu sein – im Fluss zu schwimmen, Rad zu fahren oder laufen zu gehen.

FIT FOR FUN: Wie bleibst du fit, wenn du auf Tour bist oder  reist?

Mel C: Meistens ist es sogar einfacher für mich, zu trainieren, wenn ich unterwegs bin. Wenn ich zu Hause bin, bin ich Mutter und deswegen auch viel unterwegs, um meine Tochter beispielsweise zur Schule zu bringen.

Aber wenn ich beruflich unterwegs bin, habe ich wirklich Zeit für mich selbst und Zeit fürs Fitnessstudio. Letztens war ich in einem Hotel in Mainz. Und wir waren direkt in der Nähe vom Rhein, das Wetter war toll und es war so schön, dort laufen zu gehen.

Als ich das erste Mal mit den Spice Girls in Japan war, ging ich in Tokio joggen. Das ist einfache eine tolle Art, um einen Ort kennenzulernen. Oft verbringe ich so viel Zeit im Auto und kann mir die Stadt nur aus dem Fenster anschauen. 

Aber wenn man einfach rausgeht und mit den Menschen dort in Kontakt kommt, kann man viel mehr die Energie eines Ortes spüren.

Bildergalerie: So sieht Mel C’s Fitness-Routine im Gym aus

FIT FOR FUN: Gibt es auch Tage, an denen du dich einfach nicht zum Sport motivieren kannst?

Mel C: Was ich über die Jahre gelernt habe, ist, auf meinen Körper zu hören. Ich bin durch eine Phase gegangen, in der ich ihm viel abverlangt habe.

Ich bin zehn Kilometer laufen gegangen, obwohl mein Körper eigentlich keine Kraft dazu hatte. Je älter ich wurde, desto mehr habe ich gemerkt, dass ich auf ihn hören muss.

Wenn es Tage gibt, an denen ich keinen Sport machen möchte, lasse ich es. Die andere Sache, die ich aber auch noch lerne, ist, dass ein Tag, an dem ich mich erhole, aber trotzdem aktiv bin, mehr Wert ist, als auf der Couch zu sitzen und Kartoffelchips zu essen.

Obwohl es natürlich auch Tage gibt, an denen man Kartoffelchips essen muss. Aber ich sage mir dann, heute entspanne ich, aber morgen mache ich dann zum Beispiel einen Spaziergang.

Ich fühle mich einfach besser, wenn ich in Bewegung bin.

FIT FOR FUN: Hat es dich unter Druck gesetzt, Sporty Spice zu sein?

Mel C: Sportlich war ich schon als kleines Kind. Deswegen habe ich in der Hinsicht keinen Druck verspürt. Das war mehr ein persönlicher Druck, den ich selbst auf mich ausgeübt habe. Ich hatte das Gefühl, nicht genug zu sein – nicht dünn genug, nicht fit genug.

Ich denke, es ist kompliziert, weil es niemals nur einen Grund gibt, warum wir zwanghaft etwas machen oder zum Beispiel nicht ausreichend und ausgewogen essen.

Bei mir ging es um Kontrolle, um mein eigenes Körperbewusstsein und darum, dass ich versucht habe, so perfekt wie möglich zu sein. All diese Faktoren haben dazu beigetragen, dass ich eine ungesunde Einstellung zum Sport und zum Essen entwickelt habe.

FIT FOR FUN: Wie hast du es geschafft, dir diesen Druck zu nehmen?

Mel C: Ich bin an den Punkt gekommen, an dem es einfach nicht mehr ging. Mein Körper hat deutlich gemacht, dass er nicht mehr kann.

Ich habe mich schwach gefühlt, war nicht in der Lage, das Bett zu verlassen und sehr nah am Wasser gebaut. Ich ging zum Arzt und dieser diagnostizierte Depressionen bei mir.

Es fühlte sich wie eine große Erleichterung an, weil ich wusste, dass mir geholfen werden kann. Das war mein erster Schritt auf dem Weg zur Genesung.

Es hat einige Jahre gedauert, bis ich mich wieder wohlgefühlt habe und eine gesunde Einstellung zu Sport, Erholung und Essen gefunden habe. Aber ich habe es geschafft.

Je älter ich wurde, desto mehr wusste ich, wie wichtig es ist, dem Körper nicht zu viel abzuverlangen, denn er erholt sich nicht mehr so schnell wie in Teenagerjahren oder mit Anfang zwanzig.

FIT FOR FUN: Also behandelst du deinen Körper und dich selbst jetzt besser als früher?

Mel C: Hauptsächlich geschieht dies aus der Notwendigkeit heraus. Mein Job ist sehr fordernd und ich bin viel unterwegs.

Ich brauche Energie auf der Bühne und möchte toll aussehen und mich wohlfühlen. Dinge wie Crash-Diäten funktionieren einfach nicht.

Wir müssen eine gesunde Balance finden und wissen, was gut für uns ist. Bei mir war das, als ich mit Triathlon begann. Ich lernte, wie ich mich erholte, um die besten Resultate zu erzielen.

Mutter zu werden, war für mich auch ein wichtiger Grund. Ich war stolz darauf, was mein Körper geleistet hat. Ich denke, dass zu viele Frauen unzufrieden mit sich selbst und ihrem Körper sind.

Sie führen negative innere Monologe mit sich, wie ‚Ich hasse meine Beine oder den Speck am Bauch‘.

Auch ich bin natürlich nicht perfekt, was ist schon perfekt?! Aber ich habe gelernt, das Beste zu sein, das ich sein kann.

Wir müssen uns nur selbst feiern und sehen, wie unglaublich wir alle sind.

FIT FOR FUN: Dein Song „Blame it on me“ handelt von einer toxischen Liebesbeziehung. Würdest du auch sagen, dass du heute mehr für dich einstehst?

Mel C: Ja auf jeden Fall. Als ich jünger war, habe ich mich oft nicht getraut, meine Meinung zu sagen.

Aber je älter ich wurde, desto mehr habe ich gemerkt, wie wichtig es ist, dass andere dich auch so gut behandeln wie du sie behandelst. Das war leider nicht immer so.

FIT FOR FUN: Immer mehr Menschen setzen sich in sozialen Netzwerken für Body Positivity ein. Was denkst du darüber?

Mel C: Ich finde es toll und wichtig. Wir wurden zu lange mit bearbeiteten und geschönten Bildern bombardiert, die unerreichbar sind. Wir brauchen einen Realitätscheck.

Auch ich als Person, die in der Öffentlichkeit steht, sehe Bilder von mir in Magazinen und denke, dass ich so aussehe. Und dann schaue ich in den Spiegel und merke: Nein, so sehe ich aus!

Es ist wichtig, den Leuten zu verdeutlichen, dass das Bild, das sie sehen, nicht real ist, besonders für junge Menschen. Denn ganz ehrlich: Wie viele Selfies braucht es, um das perfekte Bild für Instagram zu haben?

FIT FOR FUN: Welchen Rat würdest du jungen Frauen geben, die mit sich selbst hadern oder sich in ihrem Körper unwohl fühlen?

Mel C: Das ist schwer, weil ich ja selbst auch an diesem Punkt war. Ich denke, dass geht allen Frauen so – selbst die, die so perfekt scheinen, haben Unsicherheiten. Meine Tochter ist elf und ich versuche wirklich, sie zu ermutigen, sich selbst zu lieben, und ihr Selbstbewusstsein aufzubauen.

Am Ende des Tages ist jeder genug. Wir sind alle verschieden und individuell und zum Glück ist das so. Das ist es doch, was diese Welt ausmacht.

Es bricht mir das Herz, junge Menschen zu sehen, die unglücklich mit sich selbst sind. Wenn man mit sich selbst im Reinen ist, kann man erst das Beste aus sich herauszuholen.

Es ist wie eine Disziplin, diesen inneren negativen Dialog abzuschalten. Manchmal sage ich schreckliche Dinge zu mir, die ich niemals zu jemand anderem sagen würde.

Es ist ein Lernprozess, nett zu sich selbst zu sein.

FIT FOR FUN: Was wolltest du mit deinem neuen Album „Melanie C“ ausdrücken?

Mel C: Es ist sehr besonders für mich, gerade weil es ja auch meinen Namen trägt und ich mich weiterentwickelt habe. Ich habe gelernt, mich selbst zu akzeptieren und mich wohlzufühlen.

Jetzt bin ich so glücklich, dass ich Lieder produzieren wollte, die die Menschen nicht nur zum Tanzen bringen. sondern denen sie auch gerne zuhören. Ich wollte Lieder, die eine tiefere Bedeutung haben und die Menschen ermutigen.

FIT FOR FUN: Dein Lied „Who I am“ handelt davon, sich selbst nicht mehr zu verstecken. Würdest du sagen, dass du jetzt mit dir im Reinen bist?

Mel C: Auf jeden Fall. Es war ein langer Weg, aber endlich – in diesem Alter – bin ich müde davon, immer zu versuchen, die perfekte Version von mir selbst zu sein.

Ich habe endlich verstanden, dass ich toll bin, so wie ich bin. Ich akzeptiere meine Unsicherheiten. Natürlich haben wir alle Dinge, die wir an uns noch verbessern könnten, aber wir müssen das loslassen.

Ich liebe dieses Lied, denn es verdeutlicht alles, was ich mit dem Album ausdrücken wollte.

Ich möchte die Menschen ermutigen, sich selbst zu lieben und zu leben. Ich habe einige Jahre mit einer Essstörung und Depressionen gelebt und das Leben ist zu schade dafür. Jeder verdient es, glücklich zu sein.

FIT FOR FUN: Du bist ja nicht nur Sängerin, sondern auch DJane. Wie hat das dein Album beeinflusst?

Mel C: Ich mache das nun schon einige Jahre und ich liebe Dance-Musik. Ich glaube, ich habe selbst vergessen wie sehr.

Dieses Album ist definitiv von den Dance Music Beats beeinflusst. Es ist einfach total anders, als auf der Bühne zu stehen und zu singen.

Mel C in weißem Hosenanzug auf dem Cover ihres Albums

Das aktuelle Album von Mel C: „Melanie C“

Melanie C

Mit ihrem aktuellen Album „Melanie C“ geht Mel auch in Deutschland im Mai 2021 auf Tour:

6. Mai München – Technikum

10. Mai Berlin – Festsaal Kreuzberg

11. Mai Bremen – Bürgerhaus

17. Mai Köln – Live Music Hall

FIT FOR FUN: Letztes Jahr standest du wieder mit den Spice Girls auf der Bühne. Was hat sich seit eurem ersten Auftritt verändert?

Mel C: Es war unglaublich, wieder mit den Mädels auf der Bühne zu stehen. Von der Performance her hat sich gar nicht viel geändert, ich habe immer noch die Power und die Energie gespürt, die wir damals in den 90er-Jahren hatten.

Was anders war, ist, dass wir mehr präsent waren und die Dinge mehr genossen haben. Ich denke, je älter ich wurde, desto entspannter wurde ich. Wenn ich jetzt einen Fehler gemacht habe, hat es mich nicht gestört.

Wir sind nicht perfekt, aber deshalb nicht weniger erfolgreich.





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Drei Getränke, die das Immunsystem stärken

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Der Herbst ist da – und mit ihm die Erkältungszeit sowie die befürchtete zweite Corona-Welle. Jetzt heißt es stark bleiben – auch für das Immunsystem.

Diese Getränke können ohne viel Aufwand vor einem Kratzen im Hals, Husten, Schnupfen und Co. schützen und schmecken zudem richtig lecker.
 

Ingwer-Shot: Abwehrkräfte mit scharfen Waffen ausstatten

Ob in Suppen, als Tee oder als Shot: Ingwer ist derzeit das Nonplusultra, um fit durch den Herbst zu kommen.

Es fördert nicht nur den Stoffwechsel und kurbelt die Fettverbrennung an, sondern steht auch an windigen und regnerischen Herbsttagen den Abwehrkräften bei.

Dank Eisen, Magnesium, Natrium und Calcium wirkt Ingwer entzündungshemmend und bekämpft schon die ersten Anzeichen einer Erkältung.

Außerdem sorgen das in der scharfen Knolle enthaltene Kalium, Phosphor und Vitamin C dafür, dass das Immunsystem widerstandsfähiger wird.

Ingwer-Shots können ganz einfach selbst gemacht werden, dafür sind nur ein paar Zitronen, frischen Ingwer oder Ingwersaft und Agavendicksaft nötig.

Das Beste: Während bei der Zubereitung von Ingwertee durch das heiße Wasser viele Mineralstoffe verloren gehen, ist das bei den Shots nicht der Fall ist.

Der Ingwersaft wird kalt gepresst, wodurch alle wichtigen Vitamine erhalten bleiben und die Abwehrkräfte so mit voller Kraft unterstützen können.
 

Zitronenwasser mit Honig und Zimt: Power-Trio mit Geschmack

Der Saft der Zitrone liefert eine Menge VitaminC, Honig wirkt entzündungshemmend und Zimt wird eine antibakterielle Wirkung zugeschrieben.

Ein Drink aus allen drei Zutaten, die in Wasser eingerührt werden? Eine effektive und flüssige Waffe für die anrollende Erkältungswelle! Am besten trinkt man den in lauwarmem Wasser aufgelösten Honig morgens mit etwas Zitronensaft und gibt 1/4 Teelöffel Zimt dazu.

Die Mischung stärkt nicht nur die Abwehrkräfte, sondern bringt auch den Stoffwechsel in Schwung und hält den Blutzucker auf einem konstanten Level.

Schöner Nebeneffekt: Das Getränk wirkt nicht nur effektiv gegen Erkältungen, sondern beugt auch Heißhungerattacken vor.

Bildergalerie: 25 Tipps, umeine Erkältung zu vermeiden

Golden Milk: Dem Immunsystem einheizen

Warm und wohltuend ist die Kombination aus heißer Milch, Kokosöl, Honig und der goldenen Essenz: Kurkuma.

Ihm verdankt das Getränk nicht nur seine Farbe, sondern auch seine besondere Wirkungsweise. Das darin enthaltene Curcumin soll sich reinigend und belebend auf den Körper auswirken und zudem in der Lage sein, Krebszellen zu bekämpfen. Außerdem hemmt der Stoff Entzündungen und regt die Verdauung an.

Um den Effekt des Curumin zu verstärken, wird dem Drink zudem Pfeffer beigemischt. Durch das Alkaloid Piperin kann sich die heilende Wirkung des exotischen Gewürzes noch stärker entfalten.

Übrigens: Die Golden Milk findet ihren Ursprung in der indischen Tradition des Ayuveda, in der das Kurkuma seit jeher Anwendung findet und zur Heilung verschiedenster Krankheiten eingesetzt wird.





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Zum 80. Geburtstag der Tänzerin Natalja Makarowa

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Für ihre Verkörperung der Primaballerina Vera Baranova in dem berühmten Broadway-Musical „On your Toes“ erhielt Natalja Makarowa 1983 einen Tony Award: Rosa Seide umrahmt die hohen Wangenknochen, lässt die großen, dunklen Augen noch mysteriöser leuchten, betont die schmale, edle Nase und die schönen Lippen der damals dreiundvierzigjährigen Ballerina. Klein sieht sie hinter dem Mikrofon aus, zerbrechlich geradezu, aber das täuscht. Sie ist härter im Nehmen als die KGB-Agenten, die sie 1970 nach ihrer Flucht in den Westen zehn Tage lang verfolgten. Sie lächelt ihr versonnenes Ballerinenlächeln und trägt dann drei Minuten eine der witzigsten Reden in der Geschichte der Tony-Verleihungen vor. Kaum zu glauben, so hebt sie an, erst töte sie dieses Musical fast, indem es ihr etwas an den Kopf werfe – auf sie war bei den Bühnenproben ein Dekorationsteil herabgestürzt und hatte ihr ein Schulterblatt zerschlagen –, und nun halte sie diese Auszeichnung in den Händen.

Das sei eigentlich wie in der russischen Literatur üblich – da gingen ja auch alle Geschichten immer gut aus. Brüllendes Gelächter im Saal. Aber, fährt sie fort, trotzdem: „Wer hätte das gedacht, als ich vor dreizehn Jahren hier in den Westen floh, um frei zu sein. Doch was heißt frei? Ich konnte kein Wort Englisch!“ Ihr erster Satz habe gelautet: „Aus Ihrem Fenster kann ich die Bäume sehen“, das sei kein sehr brauchbarer Satz gewesen, in New York schon gar nicht. Und nun halte sie den Tony in den Händen, ungläubig: „Für eine Sprechrolle!“ In der Tat, russischer hat amerikanisches Englisch bis zum achtzigsten Geburtstag Makarowas an diesem Mittwoch selten geklungen. 1985 verliehen ihr die Engländer für dieselbe Rolle und dasselbe russische Englisch auch noch einen Laurence Olivier Award. Wie in der russischen Literatur eben! Bei einem anderen Fernsehauftritt demonstriert sie, wie sie einmal im Souffleurkasten gelandet war, anstatt wie geplant die Bühne in einem großen Rund fliegender Drehungen auszumessen. Das vereitelte der fürchterliche Krinolinenrock ihres Kostüms, mit dem sie vor der Vorstellung nie hatte proben können und der die gründlichste technische Rollenvorbereitung ihrerseits mit etwas Draht und ein paar Stoffbahnen in Sekunden zunichtemachte: „Ich drehe in die eine Richtung, der Rock reißt mich in die andere!“

Ein Geschenk für den Westen

Es kann einem aber auch der Atem stocken, wenn das Internet Makarowas glanzvolle tänzerische Vergangenheit wiedererstehen lässt, seien Chopins Walzer und Mazurkas noch so verzerrt und verrauscht und ihre und die Silhouette ihres Partners Michail Baryschnikow auch leicht verschwommen, das Filmmaterial farblich eingetrübt. Die Rollen in „Other Dances“, die Jerome Robbins 1976 für die beiden schuf, schöpften aus dem Vollen der Kunst des Tanzpaares. Die technische Brillanz, die russische Volkstanzbasis und die intellektuelle und emotionale Tiefe ihres Wesens, all das kommt in diesen Variationen unerhört rein zum Ausdruck.

Immer wieder wird Makarowas Tanz als sublim beschrieben. Das meint vielleicht eine außergewöhnliche leiblich-seelische Durchdringung des musikalischen und tänzerischen Stoffes, ein höchst individuelles, vollständiges Sich-zu-eigen-Machen – wodurch dann das Wesenhafte, Essentielle, Allgemeingültige des Ausgedrückten recht eigentlich erst hervortritt. Gegenüber der „Washington Post“ leitete es Makarowa vor ein paar Jahren so ab: „Was gut war an Russland: Wir hatten unsere eigene Freiheit, Freiheit von frivoler Ablenkung. Die sowjetische Welt war ohne Essen, ohne Unterhaltung, ohne sinnlose Ablenkung, irgendwie pur. Das hat unsere Stärke hervorgebracht, unsere Spiritualität. Es ging immer nur um Theater, um Literatur, nur darum.“

Einer spontanen Eingebung folgend, hatte die damals Neunundzwanzigjährige in London beschlossen, dem Leningrader Kirow-Ballett, für das sie elf Jahre getanzt hatte, den Rücken zuzukehren, wie es neun Jahre zuvor Rudolf Nurejew getan hatte und es Baryschnikow vier Jahre nach ihr tun sollte. Sie war die ewig gleichen klassischen Rollen leid und auch, dass man ihr andere Tänzerinnen vorzog, die schlechter waren, aber treuer der Partei gegenüber. Das American Ballet Theatre hatte nicht gerade auf sie gewartet, aber ihre Seele, ihre erkämpfte Erhabenheit trug den Sieg davon. Als ihren Schatz bezeichnete sie ihre innere Welt.

Die wissbegierige, disziplinierte, perfektionistische Ballerina Makarowa schenkte dem Westen, als sie sich in eine Ballettmeisterin verwandelte, die erste komplette Aufführung von „La Bayadère“ außerhalb der Sowjetunion. Heutige Superstars wie Diana Wischnjowa sind durch ihre klugen Hände gegangen. Sie aber schaut auf die Birken vor ihrem Haus, die in Napa Valley an Russlands Weiten erinnern, vermisst das Pilzesammeln in den Wäldern und spielt Schach.



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Blutgruppe soll Einfluss auf den Krankheitsverlauf haben

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Sei es das Alter, Geschlecht oder die Blutgruppe: Seit Beginn der Pandemie gibt es Vermutungen, dass diese Faktoren die Immunabwehr gegen das Coronavirus beeinflussen können.

Aktuelle Untersuchungen verdeutlichen diesen Zusammenhang nun und zeigen auf, dass Menschen mit einer bestimmten Blutgruppe offenbar besser vor SARS-CoV-2 geschützt sind und somit seltener schwer erkanken. 
 

Covid-19: Blutgruppen beeinflussen Krankheitsverlauf

Das Team um Dr. Tom Karlsen vom Osloer Universitätsklinikum hat im Frühjahr über 1.600 Blutproben von Covid-19-Patientinnen und Patienten aus Spanien und Italien mit einem schweren Krankheitsverlauf ausgewertet. 

Die genetischen Merkmale dieser Probanden wurden dann mit denen von gesunden Personen verglichen. 

Die Ergebnisse zeigen deutlich: Menschen mit der Blutgruppe A waren anfälliger für das Coronavirus. Bei ihnen war das Risiko für einen besonders schweren Krankheitsverlauf signifikant erhöht. 

Im Gegensatz dazu waren Personen mit der Blutgruppe 0 besser vor dem Virus geschützt. Die Blutgruppe B lag zwischen den beiden Werten. 

Die Ergebnisse der Preprint-Studie sind zwar noch nicht wissenschaftlich verfiziert, jedoch kamen auch chinesische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass überdurchschnittlich viele Covid-19-Erkrankte die Blutgruppe A aufwiesen. 
 

Blutgruppe 0 offenbar weniger anfällig

Diese bisherigen Erkenntnisse wurden nun auch von zwei weiteren Forschungsgruppen, die ihre Ergebnisse im Fachjournal ‚Blood Advances‘ veröffentlichten, unabhängig voneinander bestätigt. 

So haben dänische Forschende die Daten von mehr 473.000 auf Covid-19 getestete Personen aus nationalen Gesundheitsregistern mit einer Kontrollgruppe von über 2,2 Millionen Menschen verglichen. 

Sie fanden heraus, dass unter den positiv auf Covid-19-Getesteten im Vergleich zur Kontrollgruppe weniger Menschen mit der Blutgruppe 0 waren. Dafür waren die Blutgruppen A, B und AB überdurchschnittlich häufig vertreten. 

Die Schlussfolgerung der Forschenden: Personen mit der Blutgruppe 0 sind weniger anfällig für eine Corona-Infektion. 

Bildergalerie: 10 Tipps, um sich vor Viren und Bakterien zu schützen

Auch eine Studie aus Kanada hat den Zusammenhang zwischen dem Virus und den Blutgruppen genauer unter die Lupe genommen – mit ähnlichem Ergebnis. 

Von 95 Covid-19-Erkrankten, die in Vancouver im Krankenhaus behandelt worden waren, waren die Patientinnen und Patienten mit den Blutgruppen A und AB am schwersten erkrankt und mussten auch häufiger beatmet sowie auf der Intensivstation behandelt werden als Personen mit der Blutgruppe 0.

Die Autorinnen und Autoren der Studien merken an, dass weitere Untersuchungen erforderlich seien, um besser zu verstehen, warum sich die Blutgruppen auf den Verlauf von Covid-19 auswirken.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel enthalten lediglich allgemeine Hinweise. Zur Abklärung eines gesundheitlichen Problems empfehlen wir den Besuch bei ausgebildeten und anerkannten Ärzt*Innen.

Quellen

Karlsen, T. H., et al. (2020): The ABO blood group locus and a chromosome 3 gene cluster associate with SARS-CoV-2 respiratory failure in an Italian-Spanish genome-wide association analysis, abgerufen am 21.10.2020: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.05.31.20114991v1?deviceClass=desktop

Barnkob, M. B., et al. (2020): Reduced prevalence of SARS-CoV-2 infection in ABO blood group O, abgerufen am 21.10.2020: https://ashpublications.org/bloodadvances/article/4/20/4990/463793/Reduced-prevalence-of-SARS-CoV-2-infection-in-ABO

Hoiland, R. L., et al. (2020): The association of ABO blood group with indices of disease severity and multiorgan dysfunction in COVID-19, abgerufen am 21.10.2020: https://ashpublications.org/bloodadvances/article/4/20/4981/464437/The-association-of-ABO-blood-group-with-indices-of





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