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Scharfer Streit ums Impfen: Aiwanger wirft Söder “Unverschämtheit” vor

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Scharfer Streit ums Impfen

Aiwanger wirft Söder “Unverschämtheit” vor

Der bayerische Ministerpräsident befürchtet, sein Wirtschaftsminister Aiwanger manövriere sich mit seinen Zweifeln am Impfen in eine bestimmte Ecke. Der lässt das nicht auf sich sitzen – und weist die Vorwürfe scharf zurück, spricht gar von “Falschbehauptungen”.

Der Streit zwischen Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und seinem Vize Hubert Aiwanger über Corona-Impfungen nimmt an Schärfe zu. CSU-Chef Söder erneuerte im ZDF-“Sommerinterview” seine Kritik an Aiwangers Impf-Argumentation – der daraufhin scharf konterte.

Der Chef der Freien Wähler warf Söder eine bewusste Falschbehauptung vor und sprach von einer “Unverschämtheit”. Söder hatte zuvor über Aiwangers demonstrative Zweifel an Corona-Impfungen gesagt: “Meine Sorge ist, dass er sich in eine Ecke manövriert, aus der er selber nicht mehr herauskommt.” Er mache sich “a bissl” Sorge um Aiwanger, der auch Wirtschaftsminister in Söders Kabinett ist.

Söder betonte weiter, es gehe dabei nicht um die Frage, ob sich Aiwanger impfen lassen wolle oder nicht, dies stehe jedem frei. Aber der Sound und der Sprech dahinter seien problematisch: wenn Aiwanger etwa von Nebenwirkungen spreche, bei dem ihm “die Spucke wegbleibt”, oder wenn er beispielsweise sage, es sei nicht bewiesen, ob die Impfstoffe wirkten. “Da muss man aufpassen”, sagte Söder.

Dazu sagte Aiwanger: “Es ist eine bewusste Falschbehauptung, ich hätte gesagt, dass nicht bewiesen sei, ob Impfstoffe wirken. Ich habe im Gegenteil gesagt, Impfen ist ein wichtiger Baustein im Kampf gegen Corona, aber es muss freiwillig bleiben.”

Keine Entlassung aus Kabinett

Zudem sagte Söder, Aiwanger verwende die gleiche Wortwahl wie AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel. Er warnte Aiwanger, der auch Spitzenkandidat der Freien Wähler für die Bundestagswahl am 26. September ist, “an irgendeinem Rand” nach Wählerstimmen zu fischen. “Das ist ein totaler Trugschluss. Die Leute wählen am Ende richtige ‘Querdenker’.” Wenn Aiwanger sich aber in deren Nähe begebe, müsse er aufpassen, dann nicht auch als solcher identifiziert zu werden. “Und dann wird es in der Tat schwierig.”

Dazu Aiwanger: “Es ist eine Unverschämtheit, mich als ‘Querdenker’ abstempeln zu wollen, weil ich gegen die Impfpflicht bin und mehr Sensibilität einfordere beim Thema Impfen von unter 12-Jährigen, was auch die STIKO bisher nicht empfiehlt.”

Söder verwies aber darauf, dass Aiwanger im bayerischen Kabinett bisher jeden Beschluss der Anti-Corona-Maßnahmen mitgetragen habe. Er sehe daher keinen Grund, Aiwanger aus dem Kabinett zu entlassen. Zudem habe er das Gefühl, dass auch die Freien Wähler selbst “sehr unglücklich sind über seine Äußerungen”. Er wolle der Partei nun Zeit geben, die Lage selbst ein Stück weit zu reflektieren. Bemerkenswert sei aber auch die Reaktion der Wirtschaft, die sich klar gegen Aiwanger gestellt habe.



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Oliver Pocher bei Konzert von Polizei abgeführt

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Das hatte sich Oliver Pocher vermutlich anders vorgestellt: Bei einem Überraschungsauftritt beim Konzert von Pietro Lombardi musste die Polizei einschreiten. Die Szenen hielt der Comedian im Video fest.

Oliver Pocher ist bei einem Auftritt von Pietro Lombardi am Freitagabend von der Polizei abgeführt worden. Der Comedian soll Corona-Regeln missachtet haben. In mehreren Instagram-Storys erklärt der 43-Jährige, was vorgefallen ist. Beim “Strandkorb Open Air” in Hartenholm in Schleswig-Holstein war er zunächst zu seinem Freund auf die Bühne gekommen.

Was dann passierte und wie Pocher die Szene beschreibt, sehen Sie in unserem Video.

Mit den zwei Polizeibeamten, die erschienen, habe der Comedian zunächst versucht zu reden. “Jetzt bleiben Sie mal ganz entspannt”, ist der 43-Jährge auf einem Mitschnitt zu hören, den er auf Instagram postete. “Das ist dann so eskaliert, dass mich die Polizei wirklich im Polizeigriff dort abführen wollte.”

“Es gibt Sachen, die wirklich relevant sind” 

Anschließend erklärt Pocher noch, wie “übertrieben” er die Aktion gefunden habe. “Ich bin echt auch Team Polizei”, aber abgeführt zu werden, “weil man mal einfach kurz 30 Sekunden ins Publikum gegangen ist”, zeige, “wo wir momentan stehen…”, so der TV-Star und weist daraufhin, dass es andere “Sorgen und Probleme” gebe. “Es gibt Sachen, die wirklich relevant sind.” 

In den letzten Wochen hatten die “Strandkorb Open Air”-Konzerte immer wieder für Aufsehen gesorgt. Helge Schneider zum Beispiel brach im Juli wütend seinen Auftritt in Augsburg ab. Dem Comedian hatte das Hygiene-Konzept des Veranstalters nicht gepasst. Daraufhin hatte der Kabarettist alle “Strandkorb Open Air”-Konzerte abgesagt. Auch Nena cancelte ihre Auftritte. Immer wieder äußerte sie sich kritisch über die Corona-Maßnahmen. 



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Versicherer mit Kapitalpuffer: Gut eine Milliarde Euro an Flut-Opfer ausgezahlt

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Versicherer mit Kapitalpuffer

Gut eine Milliarde Euro an Flut-Opfer ausgezahlt

Rund ein Fünftel der Summe für die versicherten Schäden durch die Flutkatastrophe vom Juli in Rheinland-Pfalz und NRW ist mittlerweile ausgezahlt worden, wie der Branchenverband mitteilt. Sorgen um die finanzielle Stabilität der Versicherer seien unbegründet.

Rund zehn Wochen nach der Hochwasserkatastrophe in West- und Süddeutschland haben die Versicherungen bereits über ein Fünftel aller versicherten Schäden reguliert. “Mehr als ein Fünftel der Schadensumme haben wir bereits ausgezahlt, also etwa 1,5 Milliarden Euro”, sagte Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. “Etwa eine Milliarde Euro ging an private Haushalte und etwa eine halbe Milliarde Euro an Gewerbetreibende, darunter auch viele kleine und mittlere Unternehmen.”

Die Gesamtsumme der versicherten Schäden beträgt rund 7 Milliarden Euro, so Asmussen weiter. Es gebe 250.000 einzelne Schadensfälle, von denen allein 50.000 zerstörte Autos seien. “Das Regentief Bernd und das folgende Hochwasser waren die schlimmste Naturkatastrophe, die wir in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg gesehen haben”, sagte Asmussen. Insgesamt seien 16.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Versicherer und Versicherungsvermittler in den Überschwemmungsgebieten im Einsatz gewesen, außerdem 2500 externe Kräfte, zum Beispiel Gutachter.

Versicherer haben ausreichenden Kapitalpuffer

Sorgen um die finanzielle Stabilität der Versicherer müsse man trotz der Größe des Schadensereignisses nicht haben, betonte Asmussen. “Die Versicherungen können mit Schadensereignissen wie der Hochwasserkatastrophe umgehen. Sie sind Teil unseres Geschäftes. Erstens sind unsere Unternehmen rückversichert. Und zweites hat die Versicherungswirtschaft einen ausreichend großen Kapitalpuffer.”

Zu einer möglichen Pflichtversicherung äußerte er sich skeptisch: “Es wäre ein Fehler, eine Versicherung verpflichtend einzuführen, die dann ganz allein die Kosten der fehlenden Anpassung an die Klimafolgen tragen muss”, sagte er. “Viel wichtiger wäre aus unserer Sicht ein Gesamtkonzept, das auch staatliche und private Prävention umfasst.”



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Vorhersage für Großbritannien: Mehrheit der Kinder wird sich anstecken

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Vorhersage für Großbritannien

Mehrheit der Kinder wird sich anstecken

Großbritannien impft erst seit wenigen Tagen Kinder und Jugendliche. Das wird zusätzlich zu den anhaltend hohen Gesamtinfektionszahlen deutliche Auswirkungen haben. Ein Experte vermutet, dass es in dieser Altersgruppe zu vielen Ansteckungen kommen wird.

Angesichts hoher Corona-Fallzahlen in britischen Schulen geht ein Experte davon aus, dass sich die meisten Kinder im Winter mit dem Virus anstecken werden oder bereits infiziert waren. “Ich denke, dass sich in sechs Monaten die Mehrheit infiziert haben wird”, sagte der Public-Health-Experte Azeem Majeed vom Imperial College London. Seit Ende der Schulferien in England sind die Fallzahlen unter den 5- bis 14-Jährigen enorm gestiegen. Die Inzidenz liegt mehr als doppelt so hoch wie in anderen Altersgruppen, wie etwa in einer Auswertung der “Financial Times” zu erkennen ist.

Großbritannien impft erst seit kurzem auch 12- bis 15-Jährige. “Es wäre besser gewesen, damit früher zu beginnen”, sagte Majeed. “Da waren wir im Vergleich zu anderen europäischen Ländern spät dran.” Für Kinder unter 12 Jahren gibt es bislang keine zugelassenen Corona-Impfstoffe, allerdings erkranken sie auch seltener schwer. Das Risiko sei eher, dass Kinder das Virus an Erwachsene weitergäben, die nicht oder weniger wirksam durch Impfstoffe geschützt seien, sagte der Mediziner.

Das britische “Joint Committee on Vaccination and Immunisation” (JCVI) hatte sich Anfang September mit dem Hinweis auf potenzielle myo­kar­diale Schäden gegen eine generelle Coronaimpfung von 12- bis 15-Jährigen ausgesprochen und war dafür hart kritisiert worden. Dem JCVI wurde daraufhin vorgehalten, die Gefährdung der Jugendlichen durch ein Long Covid-Syn­drom zu ignorieren und die Rolle der Kinder als Überträger zu unterschätzen. Seit Mitte September erhalten nun Kinder und Jugendliche dieser Altersgruppe eine Impfung mit Biontech. Ob sie auch – wie Erwachsene – eine zweite Dosis erhalten, soll noch geprüft werden.

Wenig Hoffnung auf weniger Tote

Majeed hat keine großen Hoffnungen, dass die noch immer sehr hohen Corona-Fallzahlen in Großbritannien vor dem nächsten Frühjahr deutlich sinken werden. Die Inzidenz hat sich seit längerem um die 300 eingependelt. Pro Woche sterben im Schnitt etwa 1000 Menschen an oder mit Covid-19. “Die Regierung scheint das akzeptiert zu haben”, sagte der Experte. Dabei handele es sich um einen der höchsten Werte in Europa.

Die Corona-Beschränkungen sind in England seit Mitte Juli fast vollständig aufgehoben. In den anderen Landesteilen des Vereinigten Königreichs gelten ähnlich Regeln, allerdings setzt man dort zum Beispiel noch stärker auf die Maskenpflicht.



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