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Regionalflughäfen im Süden: Einbrüche bei Passagierzahlen

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Die Regionalflughäfen in Bayern und Baden-Württemberg erwarten wegen der Corona-Krise deutlich weniger Fluggäste bis zum Jahresende. Der „Bodensee-Airport“ rechne im laufenden Jahr mit etwas weniger als 145 000 statt wie erhofft mehr als 500 000 Passagieren, sagte der Geschäftsführer des Friedrichshafener Flughafens, Claus-Dieter Wehr. „In der derzeitigen Lage ist auch keine Besserung in Sicht.“

Auch an den Regionalflughäfen in Memmingen und Karlsruhe/Baden-Baden sind Passagierzahlen und Einnahmen wegen der Corona-Krise eingebrochen. Der Geschäftsführer des „Allgäu Airports“, Ralf Schmid, geht statt ursprünglich zwei Millionen Fluggästen von nur 800 000 Passagieren im Jahr 2020 aus. Am „Baden-Airpark“ rechnet Geschäftsführer Manfred Jung bis zum Jahresende mit rund 420 000 Passagieren – gegenüber rund 1,35 Millionen im Jahr 2019.



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Börsengang von Compleo Charging Solutions im Fokus: Börse am Mittwoch

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WWF nennt Reform „Katastrophe“: EU-Länder erzielen umstrittenen Agrardeal

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Landwirtschaftsministerin Klöckner jubelt: Unter ihrem Vorsitz gelingt endlich eine Einigung, wie in den kommenden sieben Jahren 387 Milliarden Euro an die EU-Landwirte verteilt werden. Klöckner spricht von einem „Meilenstein“ für die Umwelt. WWF und Grrenpeace sind entsetzt.

Die EU-Staaten haben sich auf eine Reform der milliardenschweren Agrarpolitik verständigt. Nach fast zweitägigen Verhandlungen einigten sich die Agrarminister der Mitgliedstaaten in Luxemburg auf einen Kompromissvorschlag der deutschen EU-Ratspräsidentschaft. Da auch das Europaparlament in dieser Woche seine endgültige Linie festlegen will, können beide Seiten anschließend Verhandlungen miteinander aufnehmen. Die Umweltverbände WWF und Greenpeace kritisierten den Kompromiss der EU-Mitgliedstaaten scharf.

Weil Deutschland noch bis Ende des Jahres den Vorsitz der EU-Staaten innehat, leitete Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner die Verhandlungen. Nach stundenlangen Gesprächen in kleineren Formaten ging sie gegen Mitternacht mit einem neuen Kompromissvorschlag in das Plenum mit den anderen Ministern. Nach weiteren Nachbesserungen gelang am Morgen der Kompromiss. Die CDU-Politikerin sprach von einem „Meilenstein“ für einen „Systemwechsel“. Die Einigung sei wohl ausbalanciert zwischen Natur-, Umwelt- und Tierschutz und zu gewährleistender Ernährungssicherheit in Europa.

Strengere Auflagen, weniger Kontrollen

Kann zufrieden sein: Landwirtschaftsministerin Klöckner.

(Foto: picture alliance/dpa)

Bei der Agrarreform geht es um den größten Posten im EU-Budget. Die Agrarpolitik ist mit derzeit 387 Milliarden Euro über die nächsten sieben Jahre der größte Posten im EU-Haushalt. Deutschland stehen davon rund 42 Milliarden Euro zu. Viele Landwirte sind von den Direktzahlungen aus Brüssel abhängig, fürchten aber zugleich zu hohe Umweltauflagen. Die EU-Kommission hatte 2018 eine umfassende Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) für die Jahre 2021 bis 2027 vorgeschlagen. Mittlerweile gilt für die nächsten zwei Jahre eine Übergangsphase, sodass neue Regeln erst ab 2023 in Kraft treten würden.

Nach dem Vorschlag der EU-Kommission sollen die Staaten unter anderem mehr Freiheiten bekommen, wie sie eine Reihe vorgegebener Ziele erreichen wollen – etwa die Erhaltung der Natur, den Klimaschutz und die Sicherung der Lebensmittelqualität. Dazu sollen sie jeweils nationale Pläne erstellen, die von der EU-Kommission genehmigt werden müssten.

Nach Angaben des Rates der Mitgliedstaaten sollen laut dem nun getroffenen Kompromiss künftig alle Landwirte an höhere Umweltstandards gebunden sein. Kleinbauern sollen demnach vereinfachten Kontrollen unterworfen werden, „wodurch der Verwaltungsaufwand verringert und gleichzeitig ihr Beitrag zu den Umwelt- und Klimazielen gesichert würde“.

Verbände widersprechen Klöckner

Dagegen erklärte der WWF, die Reform werde „zur Katastrophe für Natur- und Klimaschutz“. Die Landwirtschaftsminister der Union setzten die „zerstörerische Subventionspolitik zugunsten großer Agrarkonzerne fort“. Auch Greenpeace monierte, die Minister betrieben „klassische Klientelpolitik für Großbetriebe und Agrarwirtschaft zu Lasten bäuerlicher Familienbetriebe und der Umwelt“.

Klöckner unterstrich vor allem eine Einigung auf verpflichtende Öko-Regeln. Demnach soll jedes EU-Land einen Mindestanteil von 20 Prozent der Direktzahlungen an die Teilnahme der Landwirte an Umweltprogramme knüpfen. Damit die Mitgliedstaaten keine EU-Mittel verlieren, wenn nicht genügend Landwirte an diesen Umweltprogrammen teilnehmen, ist laut Klöckner eine zweijährige „Lernphase“ vorgesehen, während derer die für Umweltprogramme reservierten Mittel auch anders abgerufen werden können.

EU-Parlament will mehr

An beidem, der Quote und der Übergangsfrist, stören sich WWF und Greenpeace. Europas Natur befinde sich in einem miserablen Zustand und das Artensterben auf Europas Wiesen und Feldern schreite weiter voran, erklärte der WWF. „Um ausreichende Wirkung zu entfalten, müssten es eigentlich verbindliche 50 Prozent sein, als minimaler Einstieg wären gerade noch mindestens 30 Prozent akzeptabel“, erklärte WWF-Experte Christoph Heinrich. Auf diesen Wert hatte sich am späten Dienstagabend das Europaparlament verständigt.

Auch Greenpeace-Experte Lasse van Aken kritisierte, das Budget für die Öko-Regelungen sei mit 20 Prozent niedriger als vom EU-Parlament beschlossen. „Wie diese Regeln umgesetzt werden und ob sie überhaupt wirken, ist fraglich.“ 390 Milliarden Euro Agrarsubventionen dagegen sollten weiterhin weitgehend bedingungslos verteilt werden, statt damit gezielt Umwelt- und Klimaschutz in der Landwirtschaft zu fördern.

Das Thema ist unter den EU-Abgeordneten hoch umstritten. Wegen mehr als 2000 Änderungsanträge werden sie sich wohl erst gegen Ende der Woche auf eine gemeinsame Position verständigen. Danach könnten die Verhandlungen zwischen den beiden EU-Institutionen über einen finalen Text beginnen.



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Snap: Aktie mit Kurssprung – Snapchat übertrifft Erwartungen

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Das Wachstum der Messenger- und Foto-App Snapchat inmitten der Corona-Pandemie hat die Anleger schwer beeindruckt. Die Aktie der Betreiberfirma Snap legte im nachbörslichen Handel am Dienstag um fast ein Viertel zu.

Snap steigerte im dritten Quartal den Umsatz im Jahresvergleich um 52 Prozent auf 679 Millionen Dollar. Das übertraf die Erwartungen der Analysten deutlich – und kann ein Signal für ein starkes Werbegeschäft auch in der Corona-Krise sein. Eine Sorge am Markt ist allerdings, dass von der Pandemie betroffene Unternehmen ihre Werbung zurückfahren und damit das Geschäft der Internetplattformen absackt. Die Snap-Aktie legte nachbörslich um 18 Prozent zu.

Zugleich könnte Snapchat auch von einem mehrwöchigen Facebook-Boykott durch zum Teil große Werbekunden zu Beginn des Quartals profitiert haben. Die Aktion sollte auf Hassrede beim weltgrößten Onlinenetzwerk hinweisen. Snap machte keine Angaben dazu, ob ein Teil der Anzeigenbudgets zu Snapchat abgewandert sei. Finanzchef Derek Andersen merkte allerdings an, dass die Neubewertung von Social-Media-Plattformen durch Werbekunden Snapchat ein besseres Verhältnis mit vielen von ihnen gebracht habe. Snap hatte zu Beginn der Corona-Krise zunächst einen deutlichen Schub für sein Geschäft verzeichnet – verfehlte dann im zweiten Quartal aber die eigene Umsatzprognose.

Die Zahl der täglich aktiven Snapchat-Nutzer stieg binnen drei Monaten von 238 auf 249 Millionen. Dabei festigte sich der Trend, dass dieses Wachstum nicht mehr aus den größten Märkten USA und Europa kommt. In Nordamerika stagnierte die tägliche Nutzerzahl bei 90 Millionen. In der Region Europa, in der Snap auch die Nutzer aus Russland und der Türkei mitzählt, wuchs sie von 71 auf 72 Millionen.

Unter dem Strich bleibt ein Verlust

Unter dem Strich verbuchte Snap weiterhin rote Zahlen von knapp 200 Millionen Dollar – nach einem Verlust von gut 227 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. Die Verluste gehen nach wie vor unter anderem darauf zurück, dass die Vergütung von Mitarbeitern mit Snap-Aktien in der Bilanz verbucht wird.

Snapchat war ursprünglich vor allem mit von allein verschwindenden Bildern bekannt geworden, versucht inzwischen aber auch verstärkt, sich als Plattform für Medieninhalte zu etablieren. In diesem Bereich sind unter anderem Sportinhalte zuletzt deutlich populärer geworden.

Außerdem setzt Snap massiv auf sogenannte erweiterte Realität (Augmented Reality, AR), bei der digitale Inhalte auf dem Bildschirm ins reale Umfeld eingefügt werden. Dazu gehören bei Snapchat zum einen Spaßfunktionen wie die Möglichkeit, sich Schnauzbärte oder Katzenohren zu verpassen. Zugleich steckt darin aber auch potenziell ein großes Geschäft, wenn Nutzer so Kleidung, Schuhe, Brillen oder Kosmetiktöne ausprobieren können. Snap fokussiert sich darauf verstärkt gerade in der Corona-Krise, in der die Nutzer mehr Dinge von zu Hause aus erledigen.




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