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Rassismus-Eklat – Janina Youssefian war kein Ausrutscher!

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Das Dschungelcamp erlebt eine historische Entgleisung. Eine Kandidatin beleidigt eine andere rassistisch und muss die Show verlassen. Der Sender reagiert richtig – und trotzdem: Wir müssen reden!

Die deutsche Sprache ist mächtig. Sie kann entwaffnend sein und einen polternden Idioten mit gut vorgetragenen Argumenten in die Schranken weisen. Sie kann überzeugen und heilen. Auch ein engstirniger Hornochse wird in der richtigen Tonlage und mit der angemessenen Wortwahl in seiner Meinung erschüttert, wenn er spürt: Ich bin auf dem Holzweg.

Die Sprache leitet an, sie ist Orientierung, sie konstituiert unser Denken. Sie ist unser Werkzeugkasten, mundgerecht und mobil. Permanent bei uns und bereit, zur Problemlösung beizutragen. Es mag wie ein Kalenderspruch klingen, aber: Wer laut brüllt, wird gehört. Wer sich gewählt ausdrückt, wird verstanden – die einfachste Handlungsmaxime zum Lebensglück. 

Foto-Serie mit 12 Bildern

Rassismus, die No-go-Area der deutschen Sprache

Denn ja, auch das ist Sprache: Sie kann verletzen, erniedrigen, diffamieren. Niemand kann verhehlen, dass es deutsche Ausdrücke gibt, die so schroff und roh sind, dass sie in der gesellschaftlichen Mitte unseres Landes nicht akzeptiert werden. Doch vor allem für einen Bereich der Sprache gilt in unserer Gesellschaft das Motto „No-go-Area“: Halte dich fern von rassistischen Äußerungen. Rassismus hat in unserer Sprache nichts verloren. Nur wer seine Sprache anpasst, kann auch seine Gedanken ändern.

Denn wer rassistisch spricht, bei dem stellt sich die Frage: Wie voll von Ressentiments und Vorurteilen mag dann erst seine Gedankenwelt sein? „Sie hätte alles sagen können, beleidige mich, mach alles, was du willst, aber lass die Hautfarbe aus dem Spiel“, gab daher Linda Nobat gestern in der RTL-Sendung „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“ fassungslos zu Protokoll, nachdem sie einen Spruch zu hören bekam, der vor Rassismus nur so strotzte. 

Ein Millionenpublikum sah die Entgleisung von Janina

Man mag diesen Satz gar nicht zitieren, so schändlich ist er. Aber es muss sein. Ein jeder soll wissen: Wer so redet, gehört nicht zu uns – und tritt unsere Werte mit Füßen. „Geh doch zurück in den Busch, wo du hingehörst“, giftete Janina Youssefian, einstmals als angebliche „Teppichluder“-Affäre von Dieter Bohlen bekannt geworden, gegen ihre Kontrahentin. 

Für einen Moment stand die Welt im Dschungel still. 

Die anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Show waren überfordert, schockiert – angeekelt. „Hat sie das gerade wirklich gesagt?“, stand in ihren Augen geschrieben, groß und grell. 3,84 Millionen Menschen schauten am Montagabend bei RTL zu, als dieser unsägliche Kommentar die zehn Mitinsassen am Lagerfeuer, aber auch die Moderatoren Sonja Zietlow und Daniel Hartwich sprachlos zurückließ. Man muss sich das vergegenwärtigen: Fast jeder dritte Fernsehzuschauer, der gestern um 22.15 Uhr noch vor der Glotze saß, sah, wie eine 39-jährige Deutsch-Iranerin eine 27 Jahre alte Frau mit kamerunischen Wurzeln herabwürdigte. 

Am Vortag machten sie gemeinsam eine Prüfung, dann platzte die Bombe. (Quelle: RTL)

Zuvor flogen die Fetzen, es wurden üble Beleidigungen ausgesprochen, die Emotionen kochten hoch. Eine Ausnahmesituation. Und dennoch war es nur dieser eine Satz, der alles veränderte. Der Janina Youssefian ins Abseits manövrierte und deutlich machte, wie rückständig sie denkt.

Das Problem: Youssefian verstand gar nicht, worin das Problem lag. Als eine Kandidatin sie auf ihren Fehler hinwies, reagierte sie pampig. Hört mal! Sie sei doch auch als „Bitch“ betitelt worden – so die Ausflucht. 

RTL ließ das nicht gelten. Richtigerweise schickte der Sender die 39-Jährige umgehend nach Hause. „RTL duldet ein derartiges Verhalten nicht (…) Das Dschungelcamp gibt Personen, die dieser Haltung nicht entsprechen, keine Bühne“, hieß es als Begründung. Gut so. Thema abgehakt. Alles wieder eitel Sonnenschein. War ja eh nur das Dschungelcamp. Also diese Trash-Show fürs niedere Volk, voll mit Gossensprache und einer Inszenierungsform, die es um des Effekts willen immer schon auf Erniedrigung abgesehen hat. 

Pustekuchen! 

Wer diesen Rassismus-Eklat im Dschungel Südafrikas nun als Ausnahme abtut und vorgibt, solche verbalen Entgleisungen seien nur in der Show-Dynamik krawalliger Unterhaltungsformate möglich, irrt gewaltig. Der einzige Unterschied zum sprachlichen Alltag, in dem rassistische Untertöne oder sprachliche Grenzüberschreitungen immer noch viel zu häufig vorkommen, ist die Aufmerksamkeit, die ihnen nun gewidmet wird. 

Dort wo Sprache ist, beginnt die Wirklichkeit

Wenn Harald XY zu Max Mustermann mal wieder das N-Wort sagt und auf den Fernseher zeigt, um seinem Kumpel zu zeigen, wen er meint, kriegt das nur keiner mit. Aber ist das weniger schlimm? Stört es gar nicht, von „Fremdenhass“ zu sprechen, wenn eigentlich Rassismus gemeint ist, man aber die Menschen, über die man spricht, zu Fremden macht – ohne zu wissen, woher sie kommen? Doch, es stört: Denn dort wo Sprache ist, beginnt die Wirklichkeit. Wie wir miteinander und übereinander reden, so leben wir auch zusammen.

Niemand muss in diesem Kommentar Angst haben, dass gleich die viel beschworene „Sprachpolizei“ aufkreuzt, ein Absperrband zieht mit dem Aufdruck „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“ und dahinter ein Vokabular einkesselt, das fortan zu mehrjähriger Gefängnisstrafe und Verbannung führen wird. Nein: Dieser Text hier möchte nur sensibilisieren und deutlich machen, dass Rassismus in unserer Sprache leider noch viel zu häufig Platz findet – ob bewusst oder unbewusst.

Der Fachjargon für den Busch-Ausspruch von Frau Youssefian und ebenso für Ausdrücke wie das N-Wort lautet: „Othering“. Menschen werden als andersartig erklärt, herabgestuft und nicht zur vermeintlichen Norm gezählt. Eine Erniedrigung, die einem kolonialistischen Zeitgeist entspringt: Hier die weißen Gutsherren, dort die Nicht-Weißen, die sich unterzuordnen haben.

Sprache: „Nach einiger Zeit ist die Giftwirkung doch da“

Unsere Sprache ist viel zu mächtig, als dass wir zulassen dürften, dass mit ihr solch Schindluder getrieben wird. Wie sagte es der von den Nazis verfolgte jüdische Romanist und Politiker Victor Klemperer einst in seiner Abhandlung „Sprache des Dritten Reiches“? Wörter seien wie Arsendosen, eine Kapsel mit gefährlichem chemischen Gebräu: „Sie werden unbemerkt verschluckt, sie scheinen keine Wirkung zu tun, und nach einiger Zeit ist die Giftwirkung doch da.“

Wir dürfen nicht tolerieren, dass dieses Gift in unsere Gesellschaft geträufelt wird. Ob im Dschungelcamp, vermeintlich weit weg von unserem Alltag, oder hier und jetzt: am Arbeitsplatz, auf der Couch, an der Supermarktkasse, in der Schule, auf den Sportplätzen, an Rasthöfen und in den Chats und Kommentarspalten der sozialen Medien. Mit unserer Sprache entscheiden wir über unser menschliches Miteinander: Wir können diskriminieren – oder Respekt zeigen. Entscheiden wir uns für Letzteres. 



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Vorschau: TV-Tipps am Montag | STERN.de

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Vorschau
TV-Tipps am Montag

„Landkrimi: Flammenmädchen“: Martin Merana (Manuel Rubey) und Franziska Heilmayr (Stefanie Reinsperger) erwarten eine Erklärung.

© ZDF/Petro Domenigg I FILMSTILLS.AT 2

20:15 Uhr, ZDF, Landkrimi: Flammenmädchen

Erst brennen Scheunen, dann geht ein altes Haus in Flammen auf: Seit Monaten folgt ein Brandanschlag dem nächsten. Ein Feuerteufel, den bisher niemand fassen konnte, treibt sein Unwesen. Als schließlich in den ausgebrannten Trümmern des verlassenen Hauses eine bis zur Unkenntlichkeit verkohlte Leiche gefunden wird, schalten sich die LKA-Beamten Franzi Heilmayr (Stefanie Reinsperger) und Martin Merana (Manuel Rubey) ein.

20:15 Uhr, RTL, Bauer sucht Frau wird 18 – Inkas schönste Momente, Doku-Soap

„Bauer sucht Frau“ wird volljährig! Dazu präsentiert Inka Bause die ultimativen Highlights der TV-Romanze. Vom ersten Kennenlernen, Begegnungen mit Tieren, Traktoren und Familienmitgliedern über harte Arbeit und lustige Flirtversuche bis zu Pannen und Missverständnissen – In 17 Rubriken erinnert Inka mit den Landwirten an die schönsten, lustigsten und skurrilsten, aber auch an die emotionalsten Momente aus 17 Staffeln „Bauer sucht Frau“.

20:15 Uhr, kabel eins, Daredevil, Fantasyactiondrama

Der kleine Matt Murdock und sein Vater Jack (David Keith), der sich mit Boxkämpfen über Wasser hält, führen ein bescheidenes Leben in New York. Eines Tages verliert Matt bei einem Unfall, bei dem er mit radioaktivem Müll in Kontakt kommt, sein Augenlicht. Seine Erblindung hat allerdings zur Folge, dass Matts andere Sinneswahrnehmungen geschärft werden. Als sein Vater auf offener Straße ermordet wird, möchte Matt (Ben Affleck) dessen Tod sühnen. Während er tagsüber als Anwalt tätig ist, sorgt er nachts als Superheld Daredevil auf den Straßen New Yorks für Recht und Ordnung.

20:15 Uhr, VOX, Die Höhle der Löwen, Gründershow

Judith Williams wird dank „Imagine Playhouse“ noch mal zum Kind. Die Löwin testet die bemalbaren Spielhäuser von Gründer Roman Römmich mit vollem Körpereinsatz. Aber wird aus dem Spiel auch ein Deal? Oder bleibt das Investment ein unerfüllter Kindheitstraum?

22:15 Uhr, ZDF, The Foreigner – Rache für meine Tochter, Thriller

Der chinesische Geschäftsmann ‎Quan (Jackie Chan) verliert bei einem Bombenanschlag in ‎London seine einzige Tochter. Als die Polizeiermittlungen stocken, jagt er die Täter auf eigene Faust. Bei seinen Recherchen gerät Quan in Belfast an den dubiosen nordirischen Politiker Hennessy (Pierce Brosnan). Der Ex-IRA-Kämpfer verweigert Quan jegliche Hilfe und verfolgt ganz eigene Interessen. Quan setzt ihn unter Druck und startet damit einen blutigen Rachefeldzug.

SpotOnNews



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Take a Look Inside the Chic, Adults-Only Hotel Mousai in Puerto Vallarta

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Photos Credit: Hotel Mousai

Tucked away along the coastline of Banderas Bay in Puerto Vallarta, Mexico is Hotel Mousai, an adults-only property inside the Garza Blanca Preserve and Residences. Boasting two all-suite towers, the hotel is a part of the prestigious Tafer Hotels & Resorts family, offering the city’s only five-diamond property.

In total, the reserve is made up of seven buildings, with two towers being dedicated solely to Hotel Mousai. This past spring, we had the opportunity to visit the resort, which is located only a 30-minute drive from the Puerto Vallarta airport.

hotel mousai

Upon arrival, what first caught our eye was the hotel’s stunning aesthetics and design—contemporary and innovative yet still warm and inviting. The lobby is decked out in bold, color-blocked furniture pieces; marble floors; life-sized chess pieces; and gold accents opening up onto views of the ocean.

The property is made up of two towers: The South and North, and rooms within each tower all include ocean view or jungle view rooms, walk-in rain showers, Smart Toto bidet toilets, complimentary Wi-Fi, a private terrace with jacuzzi, outdoor lounge chairs and an extra-large hammock on the patio.

hotel mousai

Other amenities include electric curtains, iPad-controlled lighting, a work desk, and a travel chest which houses the minibar, fridge and Nespresso coffee maker. For our stay, we settled into one of the 1,069-square-feet suites in the North Tower. Chic and modern, the space features contemporary design elements, unique pieces of art, and imaginative details—it’s a personality all on its own.

Separated by a mirrored wall, the en-suite bathroom features a moon mirror with LEDs, a walk-in rain shower decorated with Venetian chocolate litmus with quartz plates, and an automated Toto comfort toilet (a.k.a., a bidet). Each room also comes with its own iPad which you can use to order room service, book a spa reservation, send a message to your concierge, turn the lights on/off, or close your blinds in the evening.

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Hotel Mousai has four restaurants on property which are open to guests at Garza Blanca as well, but Mousai guests get priority reservations when booking. Although all-inclusive dining options can sometimes miss the mark, the property ensures that each restaurant lives up to its high standards.

You’ll find that anywhere you go, you’ll be getting the very best in ingredients as well as unique flavor combinations that will make you leave you wanting more. One of the best restaurants on property is Hiroshi, an elegant Japanese restaurant overlooking the ocean and open for dinner only.

Mexico may not be your first thought when it comes to amazing sushi, but whether you’re staying at the hotel or just visiting the area, you have to try this impressive restaurant. Using the freshest ingredients and delicate precision, the dishes here are the type you’ll write home about. If you can’t decide what to get, ask for the chef’s suggestions and you can’t go wrong.

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Around the resort, guests can take advantage of Hotel Mousai’s exlusive amenities including a state-of-the-art gym; a gorgeous, sky-high spa with hydrotherapy treatments; tennis court, basketball court, and squash room; and two rooftop infinity pools, one for each tower.

Guests can also take a complimentary trolly down to the beach or to Garza Blanca hotel to experience its sister property’s amenities as well. For a unique adventure, book an ocean kayaking tour to Los Arcos.

The three-hour experience begins on the beach at Garza Blanca and guests can choose either a private or tandem kayak as they venture out into the ocean headed toward the rock formation. Once there, if the water and weather permit, you can jump out of your kayak to snorkel around the area to view the subaquatic wildlife. Pro Tip: If you’re prone to motion sickness, pop a Dramamine prior to taking off.

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Or, if you’d rather stay on dry land, book a private tequila tasting and learn all about the country’s most popular liquor while getting to taste some of the region’s best brands. You’ll learn the differences between white, reposado and anejo and how to match them with your meals.

Did you know that finishing your tequila shot with a lime has nothing to do with covering up the harsh flavor of the liquor? Book the experience to find out why this tradition lives on ‘til this day…the answer will surprise you.

We loved everything about this all-inclusive experience in Puerto Vallarta, from the welcoming smiles of the staff as we arrived, to the mouth-wateringly good food, picturesque rooftop infinity pool, and our own private terrace Jacuzzi which helped us end our days each night. If you’re looking for a high-end, adults-only property in Puerto Vallarta, Hotel Mousai is the perfect place to spend your next vacation.

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Web- und App-Tipp – Bahn direkt: Eine Seite für Zugfahren ohne Umsteigen

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Berlin (dpa/tmn) – Mit dem Zug von Stuttgart nach Lüneburg. Ohne Umsteigen in weniger als fünf Stunden. Das klingt gut, sehr gut sogar. Da kann das Auto gerne stehen bleiben.

Solche und ähnliche Reiseplanungen sind auf der Seite „Direkt.bahn.guru“ möglich. Dort visualisiert der Berliner Entwickler Julius Tens auf Basis von Fahrplandaten für ganz Europa direkte Zugverbindungen im Fernverkehr auf der Landkarte -ohneAnspruch auf Vollständigkeit.

Dunkelgrün für schnell da

Man muss einfach oben rechts den Ausgangsbahnhof ins Suchfeld eingeben, den Eintrag auswählen, und dann leuchten die vom Ausgangsbahnhof direkt erreichbaren Stationen als bunte Punkte auf. Und zwar in Ampelfarben – von dunkelgrün für sehr nah bis rot für weit, gemessen nach Fahrzeit. Die Verbindungsdauer erscheint beim Mouse-over über einen Bahnhof.

Preiskalender für günstige Tickets

Klickt man auf einen Bahnhof, öffnet sich ein Preiskalender auf „Bahn.guru“, die das Ziel hat, die günstigsten Tickets für die jeweilige Verbindung anzuzeigen. Denn auch Sparpreise fließen dort ein. „Bahn.guru“ kann zudem direkt angesteuert werden, wenn man Start- und Zielbahnhof schon kennt. Bei beiden Seiten handelt es sich um werbefreieOpen-Source-Projekte.



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