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Mode

Rapper Jay-Z verkauft Teile seiner Champagner-Marke an Moet-Hennessy

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Moet-Hennessy kauft vom Rap-Künstler und Unternehmer Shawn Jay-Z Carter 50 Prozent der Champagner-Marke  Armand de Brignac, die unter dem Kultnamen „Ace of Spades“ erfolgreich ist. Jay-Z habe es geschafft, neue Kundengruppen für hochpreisigen Champagner zu erschließen durch kreative Kommunikation, sagt der Vorstandsvorsitzende von Moet Hennessy, Philippe Schaus. Der Künstler bewarb den Champagner, dessen Marke seit knapp sieben Jahren in seinem Besitz ist, in Musikvideos, seine Frau Beyoncé promotete das edle Getränk in einem Album.          

Im Geschäftsjahr 2019 wurden eine halbe Million Flaschen verkauft, die meisten davon in den Vereinigten Staaten. Moet Hennessy könne mit seinem globalen Vertriebsnetz helfen, den unter dem Kultnamen „Ace of Spades“ bekannten Champagner in aller Welt zu verkaufen, sagte Schaus. Die Verhandlungen über eine Beteiligung begannen 2019 und hätten schnell zum Ergebnis geführt, sagte Jay-Z. Eingefädelt hatte sie der mit ihm befreundete französische Unternehmer Bernard Arnault, Chef des Luxuskonzerns LVMH, zu dem auch Moet Hennessy gehört. Angaben zum finanziellen Umfang der Transaktion machten die Beteiligten nicht.

Mit der Beteiligung durch die Großmacht auf dem Markt für edle Getränke bekommt die Karriere des Traditionschampagners Armand de Brignac eine neue bemerkenswerte Wendung. Zur Vorgeschichte gehört, dass bis zum Jahr 2006 ein Champagner mit dem Kultnamen Cristal unter Rappern und ihren nacheifernden Fans sehr beliebt war. Jay-Z berichtete jetzt, typischerweise hätten schwarze Jugendliche mit Cristal-Champagner des französischen Herstellers Louis Roederer gefeiert, wenn sie 21 Jahre alt wurden. Sie hätten begossen, dass sie bis dahin überlebt hätten, sagte Jay-Z im CNBC-Interview.

Der New Yorker Jay-Z war zwischen 1996 und 2006 einer der kreativsten und erfolgreichsten Rapper der amerikanischen East-Coast-Szene.


Der New Yorker Jay-Z war zwischen 1996 und 2006 einer der kreativsten und erfolgreichsten Rapper der amerikanischen East-Coast-Szene.
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Bild: AP

Im Jahr 2006 aber gab dann Louis Roederer-Chef Frederic Rouzaud dem „Economist“ ein Interview, das den Kultstatus von Cristal auf einen Schlag beendete. Der Manager sagte, er beobachte die Beliebtheit seines Champagners in der Rapper-Szene mit Neugier und heiterer Gemütsruhe. Ob er fürchte, die Verbindung mit Rappern könnte der Marke schaden, wurde er darauf gefragt.

Seine schicksalsschwere Antwort: „Das ist eine sehr gute Frage. Aber wir können Leuten nicht verbieten, ihn zu kaufen. Dom Perignon und Krug würden froh sein, das Geschäft zu machen.“ Jay-Z gab darauf eine offizielle Stellungnahme heraus, der zufolge er nie wieder Cristal trinken werde.  Er werde den Champagner auch nicht mehr in seinen Clubs servieren. Die Aussage der französischen Champagner-Vorstands wertete er als rassistisch, herablassend und respektlos gegenüber der Hiphop-Kultur.

Von da an half Jay Z der weitgehend unbekannten Champagner-Marke Armand de Brignac auf die Sprünge. Er plazierte die goldenen Flaschen nicht nur in seinen Musikvideos – für eine finanzielle Zuwendung allerdings. Er verkaufte sie auch in seinen 40/40-Clubs. Um Barack Obamas Wiederwahl zu unterstützen, stiftete er 350 der Flaschen in einem seiner Clubs in New York. Sie werden für rund 300 Dollar im Handel verkauft und von einer Winzerfamilie veredelt, die seit 1763 im Geschäft ist.

2014 konnte Jay-Z dann die Marke selbst erwerben. Der damalige Eigentümer Sovereign Brands kommentierte, Der Musiker habe ein Angebot gemacht, das sie nicht ablehnen konnten: 200 Millionen Dollar kursierte als Kaufsumme. Jay-Z verfolgt umfangreiche Geschäftsinteressen: Er hat unter anderem eine Modelinie, Restaurants und eine Musikproduktions-Firma. Er wolle gar nicht immer selbständig sein, sagt der Rapper. Aber wenn er kein angemessenes Angebot bekomme, dann mache er es eben selbst.



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Mode

François Demachy, Chefparfümeur von Dior über Düfte nach der Pandemie

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Mode

Stylistin Julia von Boehm über Mode für die Golden Globes und ihre Ratschläge an Klientin Nicole Kidman

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Frau von Boehm, herzlichen Glückwunsch! Nicole Kidman, die Sie in Kleiderfragen beraten, wurde für einen Golden Globe nominiert, als beste Schauspielerin in einer Fernsehserie für ihre Rolle in „The Undoing“. Heute Abend werden die Preise vergeben.

Alfons Kaiser

Verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Deutschland und die Welt“ und das Frankfurter Allgemeine Magazin.

Danke. Ja, sie hat mich gleich aus Aus­tralien angerufen, wo sie jetzt während der Pandemie lebt und dreht, auch weil sie dort vor Corona sicherer ist. Ich freue mich natürlich schon deshalb, weil wir über die Arbeit zu Freundinnen geworden sind. Denn das Styling ist eine intime Angelegenheit, da kommt man sich nahe und kennt sich gut.

Und Sie arbeiten schon seit sieben Jahren für sie.

Genau. Die erste Saison war Cannes 2014, als ihr Film „Grace of Monaco“ zur Eröffnung des Festivals lief. Damals trug sie ein mehrlagiges schulterfreies blaues Kleid aus Spitze von Armani Privé.

Das stach so heraus, dass Kidman damals „Prinzessin von Cannes“ genannt wurde. Wäre ein solcher Look auch für die Golden-Globe-Verleihung an diesem Sonntag passend?

Ich denke nicht. Denn in Zeiten der Pandemie ist die Frage: Was kann oder sollte man jetzt anziehen? Ich habe ihr schon ein kleines Moodboard mit Eindrücken und Anregungen geschickt. Und ohne zu viel zu verraten: Es wird vermutlich kein Kleid mit einem Papagei auf der Schulter, sondern ein zurückgenommener Look. In diesen Zeiten ist Schlichtheit angesagt. Das Virus hat mich extrem demütig gemacht. Aber mein Stil war ohnehin nie so richtig laut, sondern eher subtil.

Für die Golden Globes würde das also bedeuten: eher Dior als Dolce & Gabbana, eher Armani als Gucci?

Ach, das sehen wir dann!

Jedenfalls sind die Celebrity-Abteilungen der Marken mit guten Ideen auf Sie zugekommen.

Ja, klar. Aber ich weiß meist schon so, was ich will. Ich habe meinen eigenen Kopf.

Wie wichtig sind dabei die aktuellen Modetrends?

Dem Trend folge ich nicht. Ich schaue mir an, was in der Welt los ist, wo die Schauspielerin im Leben steht, was in dem Film passiert. Zum Beispiel trug Nicole für die Premiere von „Die Verführten“ in Cannes 2017 kein schulterfreies Kleid, sondern ein hochgeschlossenes mit langen Fransen von Michael Kors. Das war ein kleiner Hinweis auf die Kostüme des Films, der im amerikanischen Bürgerkrieg spielt.

Man muss also alles im Blick haben: Person, Anlass und Film.

Ja, aber die Entscheidung treffe ich instinktiv.

Und wie haben Sie ihr jetzt ein Kleid ausgesucht?

Per Zoom. Sie bekommt Pakete von Modemarken zugeschickt, und dann schauen wir gemeinsam. Ein Schneider ist bei ihr zum Anpassen und Abstecken. Das geht überraschend gut.

Preisverleihungen finden während der Pandemie

Es ist leichter. Wenn die Schauspielerinnen bei einer Gala zwei Stunden sitzen und dann aufs Podium gehen, sind die Kleider längst verknittert. Auch das Licht und das Blitzlicht sind oft ungnädig. So etwas erspart man sich, wenn man zu Hause sitzt.

Die Mode ist im Lockdown entspannter geworden. Der Trend zur Loungewear, schon vorher zu sehen, hat sich nun richtig durchgesetzt.

Ja, aber Sweatpants kann ich nicht mehr sehen. Selbst wenn ich hier zu Hause in meinem Gartenhäuschen sitze, wo ich mir mein Büro eingerichtet habe, bin ich richtig angezogen. Dabei sieht es hier recht unkonventionell aus: Ich habe einen kleinen Heizofen, einen Tisch, den ich für 99 Dollar gekauft habe, einen Computer mit Drucker und einen Teppich, das war’s.

Nicole Kidman im Jahr 2014 in Cannes, bei ihrem ersten Auftritt unter modischer Beratungvon Julia von Boehm.


Nicole Kidman im Jahr 2014 in Cannes, bei ihrem ersten Auftritt unter modischer Beratungvon Julia von Boehm.
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Bild: AFP

Da stehen überhaupt keine Kleiderständer?

Nein. Ich mache das jetzt alles aus der Ferne. Auch viele Büros der Modemarken sind noch geschlossen.

Für Styling-Aufträge müssten Sie also in Zukunft eigentlich gar nicht mehr persönlich in Los Angeles sein.

So ist es. Ich bin früher oft nur für ein paar Stunden nach Los Angeles geflogen, für Anproben, auch weil die Marken das so am liebsten hatten. Das war eigentlich schon immer Blödsinn. Aber in Zeiten des Klimawandels erkennt man es endlich als solchen.

Sie sind auch Modechefin der amerikanischen „Instyle“. Könnten sich auch die Magazine stärker zurücknehmen? Müssen Modeshootings für deutsche Zeitschriften zum Beispiel in New York im Studio stattfinden, oder geht das auch in München?

Geht auch. Die Modeszene musste dringend auf den Boden geholt werden, und das passiert jetzt. Wir müssen nun kreativer werden, wenn wir uns neue Geschichten ausdenken. Spätestens meine Töchter erinnern mich daran, dass eine neue Zeit angebrochen ist. Saft in einer Plastikflasche darf ich nicht mehr kaufen.

Meinen Sie, die Modeleute nehmen den Wandel ernst? Wird nicht bald alles wie immer sein?



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Handykordel: Smartphone stylisch angeleint

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Wer hat’s erfunden? Zumindest das kann man in diesem Fall mit großer Sicherheit sagen: kein Schweizer. Und auch das scheint recht klar: Die Berlinerin Yara Jentzsch Dib war eine der ersten, damals im Jahr 2016. Bevor sie anfing, an der Markenbildung zu arbeiten, saß sie schon am Küchentisch und bastelte Handykordeln. Fünf Jahre später hängt ihre Handykordel in Rostrot mit farblich passendem Band, nun unter dem Label Xouxou, nicht mehr allein um den Hals unseres Models.

Jennifer Wiebking

Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Das nennt man wohl To-go-Kultur: Geld, Schlüssel, Maske, Handy, Handykordel – nicht weniger und nicht mehr scheint der moderne Mensch heute zu brauchen, wenn er das Haus verlässt. Oder sollte man, genderkorrekt, sagen: sie? Denn wer sich ein Smartphone-Case quer um den Oberkörper schlingt, ist meist weiblich.

Teenager können beruhigt sein, denn so ist das Handy griffbereit, wenn die Situation für ein Update des Profilfotos günstig ist. Junge Mütter haben die Hände frei fürs Kind, und das andere Baby, also das Handy, bleibt trotzdem in nächster Nähe. Ältere Damen müssen mit Kordel um den Körper nur noch nach der Lesebrille suchen.

Schmückendes Provisorium

An der Schnur ist uns das Handy noch näher, und die Welt da draußen nur einen Wisch entfernt. Riechen, schmecken, sehen, fühlen, am Handy daddeln. Wenn das digitale Endgerät mittel- bis langfristig ohnehin am oder gar im Körper befestigt wird, sind die Umhängekordeln in der Zwischenzeit ein schönes Provisorium. Und sie schmücken ja wirklich ein bisschen, wie der Strang mit aufgefädelten Perlen an dem Gehäuse von Studionooks (weiße Hülle). Siehe auch das Gehäuse, das kaum da zu sein scheint, aber dessen Kordel mit dicken Quasten versehen ist, von Etuui (durchsichtige Hülle mit rosa Band).

Was unser Model noch trägt? Ein Hemd aus dem Onlinestore Mytheresa von Plan C, der jungen Marke von Carolina Castiglioni, deren Familie einst die Modemarke Marni gründete.

Und unser Model trägt, neben einer Kordel mit robustem Riemen von Jalouza (schwarz), noch einen Beweis dafür, dass das Zeitalter der großen Erfindungen nicht so schnell vorbei sein wird. Denn auch der To-go-Kaffeebecher lässt sich an eine hübsche Leine namens Joyuma (grauer Becher mit grünem Band) legen. Wer’s erfunden hat? Natürlich jemand in Berlin.



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