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Pedro Castillo will Peru radikal umbauen

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Peru

Bildung für alle, Marihuana für niemanden: Ein erzkonservativer Marxist will Peru komplett umkrempeln

Pedro Castillo, 51, hat die Wahlen im 32-Millionen-Land hauchdünn gewonnen. Früher jagte er Nachts Diebe und Verbrecher.

Pedro Castillo ist ein erzkonservativer Marxist – und voraussichtlich der nächste Präsident Perus.

EPA

Ins Wahllokal ritt er auf einem Pferd und seinen Strohhut setzt er selten ab: Pedro Castillo, der Landschullehrer aus der Provinz, ist wohl bald der ungewöhnlichste Präsident Lateinamerikas. Wenn die Nachzählung keine Unstimmigkeiten zutage bring, wird er im Juli in Perus Präsidentenpalast einziehen.

Sein Wahlerfolg gegen die rechtspopulistische Kandidatin Keiko Fujimori, gegen die die Staatsanwaltschaft wegen Korruptionsvorwürfen ermittelt, war denkbar knapp: Tagelang dauerte die Auszählung im 32-Millonen Land an. Zuletzt lag Castillo mit gerade mal 0,4 Prozent vorne.

«Nie mehr Arme in einem so reichen Land», skandierte Castillo im Wahlkampf. Das kam gut an in einem Staat, in dem Präsidenten turnusmässig wegen Korruption vor Gericht landen und der inzwischen die weltweit höchste Todesrate wegen Covid19 verzeichnet. Hoffnung weckt Castillo bei denjenigen, die sich als Verlierer des liberalen Wirtschaftsmodells fühlen: Bauern, Indigene, Arbeiter aus den städtischen Armenvierteln.

Die Elite in der Hauptstadt Lima, wo ein Drittel der Wahlberechtigten leben, nahm den 51-Jährigen lange überhaupt nicht wahr. 2017 war er kurzzeitig in den Medien aufgetaucht, als er an der Spitze eines Lehrerstreiks stand. Seit dieser Zeit ist der Bleistift sein politisches Symbol. Einen Systemwechsel weg vom Neoliberalismus hat er den Wählern versprochen. Der Staat müsse mehr Geld in Bildung und Gesundheit stecken, fordert er. Beides ist in Peru privatisiert und bietet dem grössten Teil der Bevölkerung nur einen minderwertigen Service.

Früher jagte er nachts nach Guerilleros

Geboren als drittes von neun Kindern einer Bauernfamilie erfuhr Castillo von klein auf Bürgerkrieg, Diskriminierung und Not. Seine Eltern waren Analphabeten, zuhause wurde nur die indigene Sprache Quechua gesprochen. In seiner Heimatprovinz Cajamarca fördern ausländische Bergbaukonzerne Gold, Kupfer und andere Edelmetalle – doch Cajamarca gehört dennoch zu den ärmsten Regionen Perus. Der kleinbäuerlichen Milch- und Landwirtschaft hat der Bergbau buchstäblich das Wasser abgegraben. Noch minderjährig trat er in seinem Heimatdorf Puña dem lokalen Selbstverteidigungskomitee bei, das nächtens patrouillierten, um Viehdiebe und Guerilleros zu vertreiben.

Fujimori Keiko wollte Peru regieren - und könnte jetzt wegen Korruptionsvorwürfen im Gefängnis landen.

Fujimori Keiko wollte Peru regieren – und könnte jetzt wegen Korruptionsvorwürfen im Gefängnis landen.

AP

Castillo war der einzige der Familie, der studieren konnte. Unter Entbehrungen schaffte er den Abschluss in Pädagogik und Psychologie und arbeitete lange als Lehrer in Cajamarca.

Er sympathisiert mit Kuba und anderen autoritären, sozialistischen Regimen der Region und will ein Verfassungskonvent einberufen. Gleichzeitig beteuert er, Demokrat zu sein und erklärte, er wolle ein Bildungssystem wie in Singapur einführen.

Gesellschaftspolitisch ist der dreifache Vater, der mit einer Lehrerkollegin verheiratet ist, allerdings stockkonservativ. Homoehe, die Legalisierung von Marihuana oder Abtreibung lehnt er strikte ab. Straffälligen Migranten droht er mit Abschiebung, Umweltpolitik und Klimawandel interessiert ihn wenig. Seine Klientel stört das nicht weiter. Sie erhofft sich von ihm vor allem eines: Gehört zu werden und mehr Teilhabe an Fortschritt und Reichtum.



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Waldbrände und Badeunfälle: Hitzewelle setzt Deutschland zu

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Waldbrände und Badeunfälle

Hitzewelle setzt Deutschland zu

Die aktuelle Hitzewelle setzt Deutschland stark zu. Während mancherorts Unwetter mit starken Regenfällen erwartet werden, kämpfen andere Regionen mit Waldbränden. An mehreren Badestellen kommt es derweil zu Unfällen mit Toten.

Mit Temperaturen deutlich über 30 Grad erlebt Deutschland das erste Hitze-Wochenende des Jahres. Zum Start der Sommerferien in Schleswig-Holstein machten sich am Wochenende zahlreiche Urlauber auf den Weg in die Küstenorte und zu den nordfriesischen Inseln. Andere zog es an Seen und Flüsse auf der Suche nach ein bisschen Erfrischung. Die könnte zumindest kurzzeitig auch von oben kommen – in Form von Starkregen und Hagel. Am Sonntag wird es tagsüber aber schon wieder schwülheiß bei Höchstwerten von über 35 Grad.

Für die folgenden Tage ist dann ein wenig Abkühlung in Sicht. „Der Montag bringt im Osten nochmals bis zu 34 Grad, bevor eine Kaltfront aus Westen aufräumt. Leider erneut mit heftigen Gewittern und hohem Unwetter-Potenzial“, sagte ntv-Meteorologe Björn Alexander. Auch der Dienstag könne bei teilweise schwülwarmen 20 bis 28 Grad nochmals intensive Gewitter bringen. „Am Mittwoch sollte es dann aber insgesamt ruhiger werden und bei frischen 19 bis 25 Grad ist dann erst einmal Durchatmen und Durchlüften angesagt“, so Alexander.

Waldbrände

Von Tag zu Tag steigt vielerorts die Gefahr von Waldbränden. Bei dem bisher größten Brand in Brandenburg seit Beginn der Saison kämpften Feuerwehrleute auf einer Fläche von zehn Hektar bei Bötzow (Oberhavel) nordwestlich von Berlin gegen die Flammen. Es gebe mehrere Brandstellen, die Feuerwehr sei mit 43 Kräften im Einsatz, sagte ein Sprecher der Regionalleitstelle. Verstärkung solle noch kommen. Bis auf drei Kreise galt in Brandenburg nach Angaben des Umweltministeriums landesweit die höchste Gefahrenstufe fünf. Auch in anderen Bundesländern kam es bereits zu Bränden.

Unwetter

Gewitter mit Starkregen haben in den Regionen um Karlsruhe und Pforzheim zahlreiche Feuerwehreinsätze ausgelöst. Der Regen überschwemmte auch die Autobahn 8 zwischen den Anschlussstellen Karlsbad und Pforzheim-West, wie die Polizei mitteilte. Auch im Westen und Nordwesten Deutschlands breitet sich in der Nacht zum Sonntag ein größeres Gewittergebiet aus. Es kann Gewitter mit schwerem Sturm oder orkanartigen Böen geben, die bis zu 100 km/h erreichen. Binnen kurzer Zeit kann es zwischen 25 und 40 Liter pro Quadratmeter regnen. Am Sonntagnachmittag kann es ebenfalls zunehmend schwere Gewitter mit heftigem Starkregen, großem Hagel und eventuell Orkanböen geben.

Unwetter hatten in den Niederlanden bereits erhebliche Schäden angerichtet. Westlich von Utrecht wurden am Freitag sechs Häuser so stark beschädigt, dass sie vorläufig nicht mehr zu bewohnen sind. Neun Menschen wurden verletzt. In der Region des Nationalparks Utrechtse Heuvelrug wurden zudem Tausende Bäume umgeknickt. Möglicherweise habe es sich um einen Tornado gehandelt, sagte ein Behördensprecher. Untersuchungen des Wetterdienstes dazu seien noch nicht abgeschlossen.

Sommerpartys

Rund 4000 Menschen haben in der Nacht zu Samstag im Hamburger Stadtpark gefeiert – dabei wurde gegen die Corona-Regeln verstoßen. Mehrfach versuchte die Polizei, große Gruppen von Menschen aufzulösen, wie ein Sprecher der Polizei am Morgen sagte. Da dies nicht gelang, entschied sich die Polizei, das Gelände zu räumen. Dabei kam es vereinzelt zu Flaschenwürfen auf die Polizisten.

Deutlich heftiger waren die Zusammenstöße wegen eines illegalen Raves im Nordwesten Frankreichs. Präfekt Emmanuel Berthier sagte, ein junger Mann habe bei der extremen Gewalt eine Hand verloren, fünf Polizisten seien verletzt worden. Die Zusammenstöße hätten mehr als sieben Stunden gedauert. Einige Beteiligte hätten Molotowcocktails, Boulekugeln und Steine auf Sicherheitskräfte geworfen.

Badeunfälle und Nichtschwimmer

Auf der Suche nach Abkühlung sind die Seen und Flüsse im Land besonders beliebte Ziele. Oft begeben sich die Badenden dabei in Lebensgefahr. So kam es auch am Freitag wieder zu mehreren Todesfällen an Badestellen – etwa im Ortenaukreis in Baden-Württemberg, in Heilbronn oder in Bremen. Fehlender Schwimmunterricht in der Corona-Pandemie hat nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) die Zahl der Nichtschwimmer etwa in Brandenburg steigen lassen. „Eine große Masse an Nichtschwimmern rennt uns momentan die Türen ein und möchte Kurse belegen, das überfordert uns“, sagte der DLRG-Sprecher des Landes. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter kämen an ihre Grenzen. Alle Rettungsorganisationen und Schwimmschulen versuchten das auszugleichen, doch das werde wegen beschränkter Kapazitäten in den Schwimm-und Freibädern schwierig.



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Es fehlt die Magie: Spaniens Thiago hasst den modernen Fußball

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Es fehlt die Magie

Spaniens Thiago hasst den modernen Fußball

Er ist einer der besten Mittelfeldspieler der Welt. Sein Spiel verzaubert Millionen. Er hadert mit den Auswüchsen des modernen Fußballs. Der VAR, die Abwesenheit der Zuschauer, mehr Einwechslungen. Für Ex-Bayern-Profi Thiago verschwindet die Magie im Fußball.

Der frühere Bayern-Profi Thiago vermisst im fortschrittlichen Fußball häufig die Magie. „Ich sage mal so: Ich hasse den modernen Fußball, ich bin etwas klassischer“, äußerte der spanische Nationalspieler im Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“. Seinen ehemaligen Mitspieler Robert Lewandowski lobte er überschwänglich. Für den Spanier ist der Pole einer „der besten Stürmer der Fußballgeschichte.“

Der Mittelfeldspieler des FC Liverpool begründet seine Probleme mit dem modernen Fußball mit den Folgen der Corona-Pandemie, aber auch mit der zunehmend besseren Ausbildung der Spieler sowie technischen Hilfsmitteln beispielsweise für die Schiedsrichter. „Die Bauernschläue verschwindet. Einige mythische Spielzüge hätten ohne VAR nie existiert. Ich fand es vorher besser“, sagte Thiago. Der 30-Jährige betonte weiter: „Seit der Covid-Phase haben wir analytischere Mannschaften, noch besser vorbereitete Teams, weil der Trainer sich im Spiel besser mit der Mannschaft verständigen kann, weil wir untereinander besser kommunizieren können. Das verändert den Kern des Spiels.“

Er glaube daher, dass es im Fußball „weniger magische Aktionen als früher“ gebe: „Das liegt aber auch daran, dass die Spieler, die dazu imstande wären, seltener Magie zeigen, weil sie schneller und physisch stärker sind“, sagte Thiago. So hätten es Spieler häufig nicht mehr nötig zum Dribbling anzusetzen oder eine Grätschte auszupacken, „weil mit mehr Intelligenz agiert wird – man versucht, den Spielzug früher zu unterbinden. Aber man vermisst die Spieler, die anders sind und dir mit einer Aktion eine Atempause gönnen“, sagte Thiago.

Lewandowskis Obsession

Vor dem EM-Duell mit Polen hat der Spanier auch seinen in den höchsten Tönen von seinem früheren Mitspieler und Weltfußballer Robert Lewandowski geschwärmt: „Er ist ein Stürmer, der seit Jahren auf 30 Tore pro Saison kommt. Aber er wird immer noch besser.“ Warum das so ist? „Weil er weiter übt, seine Technik poliert, weil er alles, was er nicht so gut macht, zu verbessern versucht. Und er ist ein geborener Siegertyp. Er ist ein Profi ‚wie die Krone einer Tanne‘, wie man in Spanien sagt“, begründete der 30-jährige Thiago, derzeit in Diensten des FC Liverpool.

„Ich weiß nicht, ob Obsession das richtige Wort ist“, antwortete der Mittelfeldspieler auf die Frage, ob Lewandowski ein „obsessiver Typ“ sei: „Robert hat Lebensgewohnheiten entwickelt, die gesund sind und die ihm in jeder Hinsicht nutzen. Die Obsession jedes Stürmers besteht darin, Tore zu erzielen. Aber da ist er ruhig und gelassen – er schießt ja Tore.“

Spanien trifft am Samstagabend (21 Uhr/ARD und MagentaTV und im Live-Ticker auf ntv.de) in Sevilla auf Polen um Bundesliga-Rekordtorschütze Lewandowski. Für beide Teams geht es nach den enttäuschenden Ergebnissen zum Auftakt (Spanien 0:0 gegen Schweden, Polen 1:2 gegen die Slowakei) bereits um viel. Für Polen ist bei einer weiteren Niederlage das Vorrundenaus besiegelt.

Der dreimalige Europameister Spanien hat sich einen Plan zurechtgelegt, um Bayern-Stürmer Lewandowski zu verteidigen, versicherte Thiago: „Was ich sagen kann: Wir werden Robert den nötigen Respekt entgegenbringen – und versuchen, gut gegen ihn zu verteidigen. Man kann jeden Spieler der Welt stoppen.“



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Brunello Cucinelli Worries About No-Vax Choice – WWD

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JAB WORRIES: Brunello Cucinelli proudly revealed that 1,174 employees of his namesake company will be vaccinated against COVID-19 by Sunday, an initiative accomplished over three days.

At the presentation of his spring men’s wear collection, Cucinelli raised an issue that has been on his mind over the past few days. “What to do with those employees that will refuse the vaccine? I know their colleagues will worry about this decision and will not easily work near them,” Cucinelli told WWD, while estimating the no-vax group to be a minority.

To flag these concerns, Cucinelli has written to Italy’s Prime Minister Mario Draghi and COVID-19 Emergency Commissioner Francesco Paolo Figliuolo, who at the end of May visited Cucinelli’s headquarters in Solomeo, where the entrepreneur has established a vaccination hub.

His decision is “for the time being, to ask non-vaccinated employees to stay at home with a paid leave for six months. But what will happen after that? I feel I am a custodian of the company and it’s not my job to try and convince them to get their injections, but this is an ethical, moral, civil and religious problem.”

The vaccination hub is not limited to protecting Cucinelli’s employees. It is open every day until midnight also to the general population and can distribute 500 jabs per day.

Other Italian fashion companies have been active in setting up vaccination centers, including Gucci, Prada and OTB to Giorgio Armani, Ermenegildo Zegna and OVS.

After an initial slowdown in the rollout of vaccines, the government has increased the pace of the injections in the country. As of June 19, 50.2 percent of the population has received a first dose and fully vaccinated citizens total 15.3 million, or 25.8 percent of the population, according to Il Sole 24 Ore Lab 24.





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