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Neue Erkenntnisse zu Glyphosat: Ist das Pflanzenschutzmittel doch für das weltweite Insektensterben verantwortlich?

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Neue Studie
Neue Erkenntnisse zu Glyphosat: Ist das Pflanzenschutzmittel doch für das weltweite Insektensterben verantwortlich?

Glyphosat wird seit den 1970er Jahren weltweit eingesetzt.

© FRP / Picture Alliance

US-Forscher sind einer Nebenwirkung von Glyphosat nachgegangen. Das Herbizid hemmt die Produktion von Melanin in Insekten und schwächt so ihre Immunabwehr.

Der Bestand an Insekten nimmt dramatisch ab. In vielen Ländern können Insekten heute in Städten besser überleben als in ländlichen Gebieten, wenn der Boden dort landwirtschaftlich genutzt wird. Schon lange wird ein Zusammenhang zwischen dem Insektensterben und dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln vermutet, nur der Nachweis ist schwierig. Denn das weltweit am meisten verwandte Pflanzenschutzmittel Glyphosat wurde eigens so entwickelt, dass es keine schädlichen Auswirkungen für Insekten, Tiere und Menschen haben sollte.

Glyphosat tötet gezielt Pflanzen ab, indem es einen wichtigen Stoffwechselprozess unterbricht. Diesen Stoffwechsel gibt es nur in Pflanzen, also galt Glyphosat lange Zeit als harmlos. Glyphosat ist in den letzten Jahren nach Prozessen in den USA massiv in die Kritik gekommen. Österreich und Vietnam haben das Herbizid vollständig verboten, mehrere andere Länder planen einen schrittweisen Ausstieg.

Tod durch die Hintertür

Nun haben Forscher der Johns-Hopkins-Universität festgestellt, dass Glyphosat doch Nebenwirkungen für Organismen hat. Ihre Erkenntnisse deuten darauf hin, dass das Herbizid das Immunsystem von Insekten schwächt. Schon im Jahr 2001 untersuchte ein Forscherteam die Wirkung von Glyphosat auf Pilze. Sie fanden heraus, dass das Mittel die Melaninproduktion der Pilze hemmt.

Beim Menschen ist Melanin als schützendes Hautpigment bekannt, bei Insekten spielt es eine entscheidende Rolle bei der Immunität. Also fragten sich die Forscher, welche Auswirkungen Glyphosat auf das Immunsystem von Insekten hätte, würde die Chemikalie auch hier die Melaninproduktion stören. Die Wirkung untersuchten sie bei zwei Insektenarten: einer afrikanischen Stechmücke, die als Malariaüberträger bekannt ist, und einer Wachsmottenart.

Die Insekten sterben mit enormer Geschwindigkeit

Bei beiden Arten hemmt Glyphosat tatsächlich die Melaninproduktion. Die Insekten sind dann anfälliger für Infektionen. Eine Vergiftung über einen Umweg: Die Tiere sterben nicht am Glyphosat, es macht sie nur wehrlos gegenüber anderen Infektionen. „Mücken, die Glyphosat ausgesetzt waren, waren weniger in der Lage, Plasmodium-Infektionen zu beherrschen, denen sie sonst widerstanden hätten“, so Co-Autor Daniel Smith. Bei der Stechmücke führt das nicht allein zur Gefährdung der Insekten, sie sind vermutlich auch gefährlichere Überträger von Malaria. „Diese Ergebnisse geben Anlass zur Sorge über den zunehmenden Einsatz von Glyphosat in Regionen der Welt, in denen Malaria endemisch ist.“

Das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat ist Gegenstand heißer Diskussionen.

Arturo Casadevall, ein weiterer Autor der Studie, möchte noch keine direkten Schlüsse zwischen dem Einsatz von Glyphosat und dem weltweiten Insektensterben ziehen. Er betont aber, dass die entdeckten Nebenwirkungen überraschend sind, die Wirkung also von niemandem vorhergesehen wurde. „Unsere Ergebnisse zeigen unerwartete Auswirkungen eines weitverbreiteten Herbizids und machen darauf aufmerksam, dass die Verbreitung dieser Chemikalien in der Umwelt unbeabsichtigte Folgen haben kann“, lautet seine sehr vorsichtige Formulierung. Auch so wird die Diskussion um Glyphosat weitergehen. Eine Studie aus dem Jahr 2017 zeigte, dass bis zu 75 Prozent der Fluginsekten in den letzten 25 Jahren verschwunden sind. Es ist also keine Zeit mehr zu verlieren.

Quelle: Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health



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Mehr Schnupfen: Symptome bei Delta-Variante laut Forschern anders

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Mehr Schnupfen
Symptome bei Delta-Variante laut Forschern anders

Die zunächst in Indien entdeckten Corona-Variante Delta kann bei Patienten anscheinend etwas andere Symptome als frühere Corona-Typen verursachen. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

© dpa-infocom GmbH

Eine laufende Nase gehört für gewöhnlich nicht zu den Symptomen einer Covid-19-Infektion. Bei der Delta-Variante könnte das anders sein. Der Verlust des Geschmackssinnes taucht bei ihr auch seltener auf.

Die zunächst in Indien entdeckten Corona-Variante Delta kann bei Patienten anscheinend etwas andere Symptome als frühere Corona-Typen verursachen.

In einer britischen App zur Überwachung von Corona-Symptomen wurden zuletzt am häufigsten Kopfschmerzen, eine laufende Nase und eine raue Kehle gemeldet, wie die BBC am Montag berichtete. In Großbritannien macht die als sehr ansteckend geltende Delta-Variante bereits mehr als 90 Prozent aller Fälle aus.

Tim Spector vom King’s College London, der die Zoe Covid Symptoms-Studie leitet und die gemeldeten Symptome auswertet, sagte dem Sender: «Seit Anfang Mai haben wir uns die häufigsten Symptome der App-Nutzer angeschaut – und sie sind nicht mehr dieselben wie zuvor.» Zwar gehöre Fieber noch immer dazu, aber der Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn, der bislang als typisches Corona-Symptom galt, sei weniger gängig. Zeitlich passe dies mit der Verbreitung der Delta-Variante zusammen.

Für einige jüngere Menschen könne sich Covid-19 somit stärker wie eine einfache Erkältung anfühlen, sagte Spector – und rief Betroffene auf, sich in jedem Fall testen zu lassen.

dpa



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Bill Gates: Niemand besitzt in den USA mehr Ackerland, jetzt gerät er deshalb in die Kritik

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Pommes für McDonald’s
Niemand besitzt in den USA mehr Acker als Bill Gates – jetzt gerät er deshalb in die Kritik

Bill Gates gerät wegen seines Land-Investments zunehmend in die Kritik

© Gian Ehrenzeller/KEYSTONE

Mit Landwirtschaft würden Bill Gates wohl die wenigsten in Verbindung bringen. Dabei ist der Tech-Milliardär der größte Besitzer von Landwirtschaftsflächen in den USA. Um Umweltschutz geht es dabei aber nicht.

Geht es in den letzten Monaten um Bill Gates, dreht es sich meist um seinen Kampf gegen die Corona-Krise oder um die Scheidung von seiner Noch-Ehefrau Melinda Gates. In den USA wird aber zunehmend Kritik an einem von Gates‘ Investments laut: Er ist seit Anfang des Jahres der größte Besitzer von Landwirtschaftsflächen in dem Land. Und damit Teil eines wachsenden Problems.

110.000 Hektar an Landwirtschaftsflächen sollen die Gates laut einem aktuellen „NBC“-Bericht aktuell besitzen, schon als es im Januar noch 100.000 Hektar waren, wurden sie laut der Fachzeitschrift „Land Report“ zum größten Besitzer von Farmfläche in den USA. Umgerechnet umfasst die über 18 Bundesstaaten verteilte Fläche knapp , das entspricht der gemeinsamen Fläche der deutschen Bundesländer Bremen und Hamburg. 

Fritten für McDonald’s

Die Flächen werden vor allem für den Gemüseanbau genutzt. Der „NBC“ zufolge wachsen etwa auf einer 28.000 Hektar umfassenden Fläche in Louisiana Sojabohnen, Mais, Reis und Baumwolle. In Washington, dem Heimatstaat der beiden, würden auf gigantischen Äckern Kartoffeln angebaut, die vom Fastfood-Riesen McDonald’s zu Pommes Frites verarbeitet werden.

Den Anbau übernimmt natürlich nicht Gates selbst. Auch seine Investment-Firma Cascade, die die Flächen verwaltet, ist nicht in der Landwirtschaft tätig: Stattdessen werden die Äcker schlicht verpachtet. 

Investment, nicht Umweltschutz

Obwohl Bill Gates immer wieder auf die zunehmenden Probleme mit dem Klimawandel aufmerksam machte, geht es bei den Landkäufen nicht darum, stellte Gates im März bei Reddit klar. Er hatte dort sein Buch „Wie wir die Klimakatastrophe verhindern“ in einer Fragerunde beworben und war auch auf die Ackerflächen angesprochen worden. „Das ist nicht mit dem Klimaproblem verbunden“, erklärte er. Es sei eine Entscheidung von Cascade gewesen, darin zu investieren. „Der Agrikultur-Sektor ist wichtig“, betonte Gates trotzdem im Rückbezug zur Klimafrage. Es gehe dabei etwa um effizientere Samen, darum Waldrodungen zu verhindern, sowie die Möglichkeit, mit günstigen Biotreibstoffen einen Wandel im Kraftstoffverbrauch bei Trucks und Flugzeugen zu erreichen, erläutert er.

Auf die kritischen Nachfragen ging er schon damals nicht ein. Dabei werden die in den USA immer lauter. Zwar machen Gates und Cascade mit ihrer Landflächen nur einen winzigen Bruchteil der knapp 365 Millionen Hektar Gesamtlandwirtschaftsflächen aus, doch sind sie mit ihrer Investment-Strategie nicht alleine. Land ist in. Viele Großinvestoren sehen es als wichtigen Bestandteil eines ausgeglichenen Portfolios. Der größte Vorteil: Landwirtschaftliche Flächen sind in ihrem Wert weniger von Wirtschaftskrisen betroffen. „Es ist ein gutes Investment“, sagte Experte Johnathan Hladik gegenüber „Recode“. „Es ist smart, es ist stabil, vor allem über mehrere Jahrzehnte und es bringt Geld ein.“

Melinda und Bill Gates

Teures Land

Doch die Entwicklung birgt auch Probleme. „Es wird immer schwerer, Land zu bekommen“, warnt etwa der American Farmland Trust in einer Analyse. Die Großinvestoren würden die Preise nach oben treiben, für angehende Farmer ohne eigenes Land würde es zunehmen unerschwinglich, klagt auch die Young Farmers Coalition. Nach Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums werden schon jetzt knapp 54 Prozent der Acker- und 28 Prozent der Weideflächen von ihren Besitzern nicht selbst bewirtet, sondern verpachtet.

Das hat weitere Auswirkungen, warnt die Young Farmers Coalition. Auf dem Pachtland würden in jüngster Zeit oft keine Familienbetriebe, sondern Landwirtschaftskonzerne anbauen. Mit Folgen für die Region: „Sie kaufen nicht bei lokalen Samenhändlern ein, sie statten sich nicht bei Ausrüstungshändler vor Ort aus und ihre Kinder besuchen nicht die dortigen Schulen“, klagt der Landwirtschaftsverband. Zudem sei die Gefahr größer, dass die Konzerne das Land nicht nachhaltig beackern, sondern den Boden mit Überdüngung und Monokulturen überbeanspruchen und dann auf die nächsten Flächen weiterziehen. 

Wie nachhaltig ist Gates‘ Investment?

Zumindest das muss sich Gates nicht vorwerfen lassen. Cascade wollte sich zwar nicht zur Investmentstrategie bei landwirtschaftlichen Flächen äußern, betonte aber den Fokus auf Nachhaltigkeit bei dem Investment. Man habe alle Landwirtschaftsflächen im Portfolio bei einer Non-Profit-Organisation registriert, erklärte Sprecher Charles Zehren mehreren US-Medien. „Leading Harvest verpflichtet alle Besitzer von Landwirtschaftsflächen, konstant die Qualität des Bodens, die Biodiversität und die Wasser- Luft und -Erntequalität zu erhöhen. Zudem müssen sie positiv zu den Gemeinden vor Ort beitragen.“ Auch der respektvolle und sichere Umgang mit den Arbeitskräften werde überwacht. 

Überprüfbar ist das aber nur schwierig. Die Landkäufe erfolgten nicht über Cascade selbst, sondern über ein Netzwerk von mindestens 22 Tochter- und Briefkasten, fand „NBC“ heraus. „Es ist eine Briefkastenfirma einer Briefkastenfirma einer Briefkastenfirma, die letztlich für Bill Gates investieren“, so der Farmer und Aktivist John Quarterman. Er baut in Georgia Gemüse an und hatte sich von Gates‘ Investment eine Verbesserung der Bewässerungssituation in der Region erhofft. Durch exzessiven Lebensmittelanbau waren dort die Wasservorräte immer weiter erschöpft worden. „Ich dachte, wenn jemand mit mehr Kapital kommt, könnte er mit gutem Beispiel vorangehen“, erklärt er seine Hoffnung. „Aber er hat nie etwas anders gemacht als alle anderen hier.“

Quellen:NBC, US-Landwirtschaftsministerium, National Farmers Union, Young Farmers Coalition, American Farmland Trust



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Neue Smartwatch klein aber fein

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Bist du auf der Suche nach einer Smartwatch, die etwas kleiner ausfällt als viele andere Modelle am Markt? Dann ist die Garmin Venu 2s vielleicht genau das richtige Modell für dich. Denn die kleinere Variante der abgesehen vom etwas größeren Akku baugleichen Fitness-Multisportuhr Garmin Venu 2 vereint Premium-Funktionen in einem 40 Millimeter kleinen Gehäuse bei einem 1,1 Zoll großen AMOLED-Farbdispay. Das sind 5 Millimeter beziehungsweise 0,2 Zoll weniger als im klassischen Venu-2-Modell. Wir haben die Garmin Venu 2s, die vor allem eine weibliche Zielgruppe ansprechen soll, einem ausführlichen Test unterzogen.

Garmin Venu 2s: Das steckt drin

Ehe wir uns der Leistung im Alltag zuwenden, ein kleiner Blick auf die wichtigsten Spezifikationen der Sportuhr. Sie ist mit einem Gewicht von rund 38 Gramm angenehm leicht, mit einem faserverstärkten Kunststoffgehäuse ausgestattet und verfügt über eine leicht geriffelte Lünette aus Edelstahl. Das Display wird von Gorilla Glass 3 geschützt, an der Seite sind zwei Funktionstasten zu finden. Weite Teile der Bedienung erfolgen aber über den Touchscreen. Damit du die Uhr auch beim Schwimmtraining tragen kannst, ist sie bis zu 50 Meter wasserdicht (5 ATM).

Doch zurück zum Bildschirm, der mit einer Auflösung von 360 x 360 Pixeln punkten möchte. Die satten Schwarzwerte des AMOLED-Panels sorgen dafür, dass alle Menüpunkte auch bei starker Sonneneinstrahlung ordentlich ablesbar sind. Praktisch: Teil der Ausstattung ist auch ein Helligkeitssensor. Parallel dazu besteht die Möglichkeit, die Intensität der Displaybeleuchtung manuell zu regulieren. Du kannst dann aber nur zwischen drei Helligkeitsstufen auswählen. Und zwar im Handumdrehen, indem du von links nach rechts über den Bildschirm wischst.

Streicht dein Finger von oben nach unten oder in die entgegengesetzte Richtung, landest du in der Widget-Übersicht. Dort wird dir auf einen Blick all das angezeigt, was du hinsichtlich der abrufbaren Hauptfunktionen sehen möchtest. Denn die Übersicht kannst du nach deinen persönlichen Wünschen anpassen. Unter anderem lassen sich abrufen: Deine während der Woche schon getätigten Intensitätsminuten, im Tagesverlauf bereits verbrauchte Kalorien, eine Analyse zur gemessenen Herzfrequenz der vergangenen Stunden und die umfangreichen Details des verbauten Schlaftrackers. Darüber hinaus bekommst du unter anderem Einblick in deine noch vorhandenen Energiereserven (Body Battery) und du kannst dein Stresslevel überprüfen. Leider fehlt eine Funktion, die Informationen über die empfohlene Erholungszeit gibt.

Auch auf dem Smartphone eingehende Nachrichten kannst du in einer Art Mitteilungszentrale einsehen. Und die ist – wie bei vielen Garmin-Smartwatches – einfach großartig gelöst. Denn die Synchronisation zwischen Smartphone und Handy funktioniert bei der Garmin Venu 2s einfach tadellos. Nachrichten, die du auf der Uhr als gelesen markierst, verschwinden auch auf dem Smartphone. Und wenn du Nachrichten auf dem Smartphone liest, verschwinden sie unmittelbar im Anschluss auch in der Mitteilungszentrale der Garmin-Uhr. Schade nur: Das direkte Antworten auf WhatsApp-Nachrichten war mit einem gekoppelten iPhone nicht möglich.

So fasst die Garmin Venu 2s auf dem Smartphone eingehende Benachrichtigungen zusammen.

Viele, viele Sportfunktionen

Voll auf ihre Kosten kommen mit der Garmin Venu 2s vor allem Menschen, die einen allgemein aktiven Lebensstil pflegen. Denn die Uhr ist mit zahlreichen Sportprofilen ausgestattet. Dazu gehören natürlich Basics wie Laufen, Radfahren, Schwimmen oder Gehen, die sich alle über die obere Menütaste an der rechten Seite aktivieren lassen. Drückst du diese Taste zum ersten Mal, kannst du deine Lieblings-Workouts als Favoriten abspeichern. Aber auch etwas ausgefallenere Sportarten wie beispielsweise Pilates, Bouldern, Rudern oder Indoor-Klettern kannst du auswählen. Dazu natürlich auch klassische Aktivitäten wie Golf, Skifahren, Wandern oder Laufen auf dem Laufband.

Besonders viel Wert hat Garmin aber auch darauf gelegt, dass möglichst viele Workouts im Fitnessstudio mit der Uhr getrackt werden können. Beispielsweise Kraft-, Cardio und HIIT-Training. Zudem hast du über das Display der Uhr die Möglichkeit, animierte Trainings einzusehen und direkt nachzumachen. Beim Krafttraining kannst du in Grafiken zudem direkt am Handgelenk sehen, welche Muskelgruppen du mit deinem Workout besonders trainiert hast.

Gut ist auch, dass Garmin allen Käufern der Venu 2s ein umfangreiches Material an Trainingsplänen zur Verfügung stellt – und das kostenlos. Über den Garmin Coach kannst du in der zugehörigen Connect App aus drei Plänen für das Lauftraining (5 km, 10 km, Halbmarathon) und sechs Plänen für das Radfahren auswählen. Dabei kommen auf der Uhr selbst personalisierte Trainings zum Einsatz, die sich am Trainingsstand des Nutzers / der Nutzerin orientieren.

Etwas lieblos wirkt leider die Anzeige im Workout-Modus selbst. Dass Garmin sich dazu entschieden hat, nur eine Farbe bei der Darstellung zu wählen ist noch zu verschmerzen. Dass aber nur die aktuelle Herzfrequenz ohne genauere Hinweise auf Herzfrequenz-Zonen angezeigt wird, ist doch etwas enttäuschend. Das kann Garmin deutlich besser. Wiederum positiv: Die Genauigkeit des integrierten GPS-Empfängers und die Präzision des Herzfrequenzsensors sind überdurchschnittlich gut.

Garmin Venu 2s Sportmodus
Übersichtlich, aber doch etwas lieblos gehalten: Die Anzeige der Garmin Venu 2s im Sportmodus.

Und: Wenn du unterwegs Musik hören möchtest, brauchst du dafür kein Smartphone mitzuführen. Denn die Garmin Venu 2s ist mit 8 GB Speicherplatz für die Nutzung von Musik-Dateien und Offline-Playlists von Spotify, Deezer und Amazon Music ausgelegt.

Umfangreiche App-Funktionen

Nicht direkt Teil der Ausstattung aber doch ein Teil der Uhr: die Garmin Connect App. Und die kann sich wahrlich sehen lassen, denn sie gehört zu den besten Smartwatch-Apps am Markt. Nicht nur die Tatsache, dass sie übersichtlich designt ist, weiß zu gefallen. Auch das extrem breite Spektrum an Funktionen und Einstellungsmöglichkeiten sowie Analysen wissen zu gefallen.

Basis sind vier Hauptmenüpunkte am unteren Ende der App. Auf der Startseite („Mein Tag“) fasst Garmin all das zusammen, was an aktuellen Vitalwerten und schon absolvierter Trainings wissenswert ist. Inklusive einer Übersicht zum Vortag und einer Zusammenfassung zu den vergangenen sieben Tagen. Der Reiter „Challenges“ spricht all diejenigen an, die Lust auf sportliche Herausforderungen haben. Freunde zum sportlichen Wettkampf herausfordern, fördert einen (noch) aktiveren Lebensstil. Im „Kalender“ kannst du auf alle von der Uhr gemessenen Details der vergangenen Tage zurückblicken. Und das in einem Detailreichtum, dass man gefühlt stundenlang durch die unzähligen Zahlen und Analysen stöbern könnte. Im „Newsfeed“ wiederum wirst du über all das informiert, was deine Freunde hinsichtlich ihrer Aktivitäten so treiben. Allerdings nur diejenigen, die auch ein Wearable von Garmin nutzen und ihre Trainings mit dem eigenen Freundeskreis bereitwillig teilen.

Garmin Connect App
Übersichtlich und umfangreich: die Garmin Connect App.

Wenn auch du eine Garmin-Smartwatch nutzt, nimm dir auf jeden Fall Zeit, um das umfangreiche Angebot der Garmin Connect App zu erkunden. Und lade dir in jedem Fall auch die App ConnectIQ von Garmin aus dem App Store deines Vertrauens aufs Handy. Denn hier findest du nicht nur zusätzliche Apps für deine digitale Armbanduhr, sondern auch weitere Watch Faces (Ziffernblätter), um deiner Uhr ein noch individuelleres Design zu spendieren.

Die Akkulaufzeit: Kürzer als bei anderen Garmin-Sportuhren

Hinsichtlich der Akkulaufzeit liefert die Garmin Venu 2s das, was eine Sportuhr leisten muss. Die beeindruckenden Laufzeiten der Garmin Fenix 6 Pro Solar oder der Garmin Enduro kann sie aber längst nicht erreichen. Begründet liegt das in der verbauten Display-Technologie. Denn das AMOLED-Panel der Venu 2s zieht so viel Strom, dass du ohne aktiviertes Always-on-Display, aber mit permanenter Messung von Blutsauerstoffsättigung (SpO2) und Puls und bei niedrigster Helligkeitsstufe des Bildschirms von rund vier Tagen Laufzeit profitieren kannst.

Schaltest du das Always-on-Display ein – das sich nachts zur Schlafenszeit übrigens vollständig deaktivieren lässt – reduziert sich die Akkulaufzeit bei sonst identischen Einstellungen auf höchstens zwei Tage. Um den Bildschirm zu schonen, solltest du aber lieber darauf verzichten, ihn kontinuierlich aufleuchten zu lassen. Garmin selbst verspricht zudem bis zu elf Tage Laufzeit im Energiespar-Smartwatch-Modus und bis zu sieben Stunden im GPS-Modus mit Musik. Für die meisten Nutzer ist das selbst bei einem zu absolvierenden Marathon ausreichend. Vor einem langen Training solltest du die Uhr aber in jedem Fall aufladen. Von knapp 10 auf 100 Prozent der Akkulaufzeit dauert das etwa 90 Minuten.

Fazit: Kleine und gute Premium-Smartwach

Test-Siegel Garmin Venu 2s

Wenn du dich für eine Smartwatch von Garmin entscheidest, kaufst du eine Premium-Smartwatch. Das hat auch Auswirkungen auf den Preis (siehe unten). Viel wichtiger ist aber, dass du dir ein richtig gut entwickeltes Stück Technologie sicherst. Nicht nur hinsichtlich der Verarbeitung, sondern auch mit Blick auf die nutzbaren Funktionen. Praktisch alle wichtigen Funktionen, die du als Hobby-Sportler brauchst, sind an Bord. An der einen oder anderen Stelle wurde aber natürlich gespart, um hochpreisigeren Modellen aus eigenem Hause eine gewisse Exklusivität zu wahren. So fehlen zum Beispiel Barometer und Höhenmesser.

Wichtig: Die Garmin Venu 2s ist primär für eine weibliche Zielgruppe gedacht. Für Männer eignet sich mehr die etwas größere und vor allem mit einem längeren Armband ausgestattete Garmin Venu 2. Schade: Die Uhr zeigt auf Wunsch zwar eingehende Anrufe an, du kannst mit ihr aber nicht am Handgelenk telefonieren. Denn Lautsprecher und Mikrofon sind nicht an Bord. Dafür kannst du per NFC mit der Uhr bezahlen – sofern deine Bank mit Garmin Pay zusammenarbeitet.

Vorteile

  • hochwertige Verarbeitung
  • gutes AMOLED Touch-Display
  • integrierte WLAN-Schnittstelle
  • Musikspeicher für bis zu 2.000 Titel
  • ordentliche Akkulaufzeit (ohne Always-on-Display)
  • Einrichtung von Notfallkontakten möglich
  • automatische Aktivitätserkennung (ab Werk deaktiviert)
  • eigener App Store (aber nicht alle Apps lassen sich installieren)

Nachteile

  • Für breitere Handgelenke eher ungeeignet (kleines Display, kurzes Armband)
  • keine Anzeige von Herzfrequenzzonen in Workouts
  • nur rudimentäre Navigations-Funktionen
  • Kompass installiert, aber keine dedizierte Kompass-App installiert
  • keine Telefonate über die Uhr möglich
  • nur wenige Banken unterstützen Garmin Pay

Bevor du die Garmin Venu 2s an deinem Handgelenk in Betrieb nimmst, solltest du die bereitliegenden Updates installieren. Das klappt am einfachsten direkt über die Uhr, indem du sie mit einem WLAN-Netzwerk verbindest und die bereitliegenden Firmware-Aktualisierungen installierst. Wir konnten die Uhr zunächst auf Version 2.12 aktualisieren und dann das Update auf Version 3.2.4 downloaden. Letztgenanntes Update sorgte im Test dafür, dass einige zuvor nur englischsprachige Menü- und Widget-Informationen auch auf Deutsch nutzbar sind. Kurz vor Veröffentlichung dieses Updates stellte Garmin das nächste Update auf Version 3.40 mit abermaligen Fehler-Korrekturen zur Verfügung.

Was kostet die Garmin Venu 2s?

Garmin selbst empfiehlt für die Smartwatch Venu 2s einen Verkaufspreis von 399,99 Euro. Und zwar für die verfügbaren Modelle mit 18 mm langem Silikon-Armband. Für das Modell mit Lederarmband liegt der empfohlene Verkaufspreis bei 449,99 Euro. Im Fachhandel kannst du aber schon jetzt von einem Preisnachlass profitieren. Dort steht die Garmin Venu 2s aktuell zu Preisen ab 360 Euro zur Verfügung. Die folgenden Farbkombinationen sind dabei möglich: Hellgrau / Silber (von uns getestet), Weiß / Roségold, Beige / Hellgold und Schiefergrau. Das Modell mit Lederarmband ist nur in Weiß / Roségold zu haben.

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