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Morgellons auf FFP2-Masken und Tests? Psycho-Dermatologe erklärt Phänomen

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Psychodermatologe erklärt das Phänomen: Morgellons auf FFP2-Masken und Coronatests? Was hinter vermeintlichem Parasitenbefall steckt

Dunkle, fadenartige Wesen sollen sich auf FFP2-Masken und Coronateststäbchen befinden und Menschen befallen. Amateurvideos im Netz sollen das beweisen. Es ist von sogenannten Morgellons die Rede. Diese sieht man nur unter dem Mikroskop. FOCUS Online erklärt den vermeintlichen Parasitenbefall.

Eine medizinische Maske liegt unter einem Mikroskop. Auf einem Bildschirm ist die Vergrößerung zu sehen. Das Mikroskop hat auf hellem Hintergrund einen einzelnen dunklen Faden erfasst. „Wir beginnen wieder, es mit Wärme zu aktivieren“, sagt eine Frauenstimme, die Kamera schwenkt auf einen Mann, der auf die Maske pustet. Was passiert? „Wir sehen, dass es sich bewegt“, sagt die Frau.

Sie spricht dabei nicht von einer herkömmlichen dunklen Stofffaser. Sie hält diesen Faden für ein Lebewesen, einen Parasiten. Einen sogenannten Morgellon. Videos wie diese kursieren derzeit vielfach im Netz. Mal werden Masken unter die Lupe genommen, mal das Wattestäbchen eines Corona-Tests. Und immer wieder finden sich dunkle Fasern, die sich bewegen, wenn sie angepustet oder an einen Wassertropfen gehalten werden.

Auf Masken und Tests: Parasit oder harmlose Faser?

Nun gibt es die einen, die davon ausgehen, dass es sich um eine Faser handelt, die vermutlich bei der Produktion auf die weiße Maske geraten ist. Dass sich Fasern in einem Luftstrom bewegen, wundert sie nicht. Sind sie elektrostatisch aufgeladen, kann auch mal der Eindruck entstehen, sie würden sich ganz von allein bewegen (wie Haare, die an einem Luftballon gerieben wurden und dann vom Kopf abstehen).

Dann gibt es die anderen, die dahinter eine Verschwörung vermuten. Sie meinen, Parasiten auf den Gegenständen gefunden zu haben, die in ihre Haut eindringen können und krank machen. „Die Menschheit wird angegriffen“, schreibt ein Twitter-Nutzer zum genannten Video. Glaubt man einem Facebook-Post, verlangt eine Rossmann-Kundin ihr Geld zurück, weil sie bei der Drogeriekette Masken gekauft hat, die „mit Morgellons verseucht“ waren.

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Die Corona-Pandemie hat das Mysterium Morgellons wiederbelebt, doch das vermeintlich neue Phänomen ist Hautärzten längst bekannt. Studien zu Morgellons gibt es mehr als 80 – doch keine konnte den wissenschaftlichen Nachweis erbringen, dass es solche Parasiten tatsächlich gibt.

Morgellons? 0,2 Prozent der Bevölkerung leidet unter Dermatozoenwahn

Uwe Gieler und seine Kollegen erleben trotzdem seit Jahren, dass Menschen in ihre Praxis kommen, die sich von Morgellons befallen glauben. Gieler ist Spezialist auf dem Gebiet der Psychosomatischen Dermatologie, also der Lehre von Haut und Psyche. Er leitet stellvertretend die Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie der Uniklinik Gießen und Marburg.

Die Einbildung von Morgellons unter der Haut zählt zum sogenannten Dermatozoenwahn. „Betroffene sind der festen Überzeugung, dass Veränderungen in ihrer Haut vorhanden sind, missinterpretieren diese und verarbeiten sie wahnhaft. Sie versuchen, gemeinsam mit Medizinern einen Beweis dafür zu finden. Gelingt das nicht, wechseln sie im Zweifelsfall den Behandler“, erklärt Uwe Gieler. „Diese unabänderliche Überzeugung macht den Wahn aus. Alle Hautärzte in Deutschland kennen diese Wahnform, auch Tropenmediziner und Veterinärmediziner, weil sich Betroffene auch dorthin wenden.“

Was ihm seine Patienten als vermeintliche Parasiten, die sie auf ihrer Haut gefunden haben, bereits präsentierten, hat Gieler auf Fotos dokumentiert: In kleinen Behältern finden sich Hautschuppen, Textilfasern, kleine Gewittertierchen und sogar Zweige mit Weidenkätzchen.

Etwa 0,2 Prozent der Bevölkerung sind hierzulande vom Dermatozoenwahn betroffen, schätzt Gieler. Das sind rund 166.000 Menschen allein in Deutschland. Sie leiden an einer ernsten Erkrankung, allerdings keiner körperlichen, sondern einer psychischen. Helfen kann eine Psychotherapie. Bei Dermatozoenwahn kommen auch Psychopharmaka zum Einsatz. Doch oft akzeptieren Betroffene diesen Behandlungsweg nicht, weil sie sich nicht psychisch krank fühlen.

Diese Parasiten können den Menschen befallen

Die Existenz von Morgellons ist wissenschaftlich nicht erwiesen, doch es gibt durchaus Parasiten, die den Menschen befallen. In allen bislang bekannten Fällen ist eine Infektion über einen abgepackten, unbenutzten Mund-Nasen-Schutz oder ein frisches Teststäbchen allerdings äußerst unwahrscheinlich, wenn nicht sogar ausgeschlossen.

Außerdem zeigen sich bei einem Befall durch bekannte Parasiten meist ganz konkrete Symptome, die auf eine Infektion schließen lassen – im Gegensatz zu den diffusen Beschwerden, die Morgellons-Patienten beschreiben: von Kopfschmerzen bis Fußkribbeln, von Augenleiden bis hin zu Verdauungsbeschwerden oder Ängsten und Zwangshandlungen.

Ein Überblick über mögliche Parasiten, die Menschen befallen können:

  • Fadenwürmer: Die langen, fadenförmigen Würmer sehen den dunklen Textilfasern, die auf Masken entdeckt wurden, tatsächlich ähnlich. Allerdings gelangen sie nicht über Stoffe oder andere Gegenstände in den Körper, sondern über den Verzehr von rohen Lebensmitteln, die mit Eiern oder Larven der Würmer verunreinigt sind. Je nach Art des Wurms können sich unterschiedliche Beschwerden zeigen, von Krämpfen, Juckreiz am After oder Durchfall bis hin zu einem Darmverschluss oder einer Blutvergiftung.
  • Larva migrans, zu deutsch Hautmaulwurf: Dabei handelt es sich um einen Parasiten, der zur Familie der Hakenwürmer gehört. Die Larven bohren sich in die Haut und legen dort bis zu drei Millimeter breite Kanäle an, die sich als bizarre Spuren unter der Haut abzeichnen. Betroffene haben massiven Juckreiz, Schwellungen und Blasen – hervorgerufen durch die Immunantwort des Körpers auf den Parasiten. Übertragen wird der Wurm nicht über Textilien wie Masken, sondern durch Sandflöhe. Wer an den Stränden der Karibik, in Afrika, Asien oder Südamerika barfuß durch den Sand läuft, kann davon befallen werden.
  • Krätzmilben: Sie können in die Haut eindringen und dort ihre Eier und andere Ausscheidungen ablegen. Das führt zu starkem Juckreiz. Übertragen werden Krätzemilden hauptsächlich durch engen Hautkontakt mit einer infizierten Person oder Geschlechtsverkehr. Der Kontakt muss mindestens mehrere Minuten stattfinden, ein kurzes Händeschütteln reicht für gewöhnlich nicht. Denn Krätzemilben springen nicht und fliegen nicht durch die Luft, sie wandern. Auch die Gefahr, über eine neue, unbenutzte Maske mit Krätzemilben infiziert zu werden, ist „so gut wie ausgeschlossen“, sagt Gieler.
  • Bettwanzen: Diese blutsaugenden Insekten verbreiten sich hauptsächlich über bereits befallene Gegenstände, etwa alte Möbelstücke, die auf dem Flohmarkt gekauft wurden. Ist ein Hotelbett befallen, können die Tiere über das Gepäck mit in den eigenen Haushalt wandern. Dort deuten Kotspuren in Form von kleinen schwarzen Punkten auf den Befall hin. Anzeichen für Bettwanzenstiche auf der Haut sind juckende, gerötete Pusteln, wenige Millimeter bis einige Zentimeter groß. Auch Blasen können sich nach dem Stich einer Bettwanze bilden. „Eine Übertragung durch Corona-Masken und Textilfasern ist auch in diesem Fall überhaupt nicht denkbar“, sagt Gieler.

Surftipp: Gesundheit – Morgellons: Das steckt hinter der Krankheit

Der Psychodermatologe fasst zusammen: „Es gibt eine ganze Reihe von Infektionskrankheiten der Haut. Diese können wir allerdings alle nachweisen. Bei den Morgellons war bisher noch kein ernstzunehmender Wissenschaftler in der Lage, diese klar zu identifizieren. Und die diskutierten Übertragungswege sind absurd. Untersuchungen haben gezeigt, dass sich Morgellons wissenschaftlich in keiner Weise sichern lassen.“

Corona-Teststäbchen unter dem Mikroskop

Mark Benecke stützt die Aussagen von Uwe Gieler mit einer aktuellen Untersuchung. Der Sachverständige für biologische Spuren hat in seinem Labor die Stäbchen eines Corona-Antigentests unter einem Mikroskop untersucht. Auch er hat dort dunkle, fadenartige Fasern ausgemacht. Der Deutschen Presse-Agentur sagte er, dass es sich in seiner Untersuchung um blaue Textilfasern handelte. „Die könnten aus der Fabrik stammen, in dem die Stäbchen hergestellt wurden – zum Beispiel von der Arbeitskleidung der Mitarbeiter.“ Die Stäbchen werden dort nicht im Reinraum hergestellt, sagt er, sondern sie werden erst nach der Produktion sterilisiert.

Dass sich die Fasern unter bestimmten Umständen in den Videos krümmen und biegen, kann Benecke erklären: „Wenn man auf die Fasern draufhaucht, nehmen sie die Feuchtigkeit und Wärme aus der Atemluft auf und bewegen sich dann. Auch elektrostatische Anziehungskräfte beispielsweise unter der Verpackungsfolie können für die Bewegung verantwortlich sein.“

Dass einige Leute bei diesem Anblick im ersten Moment fälschlicherweise an Parasiten denken, findet er nachvollziehbar. Insbesondere, wenn der Eindruck durch die Form der Fasern noch verstärkt wird: „Wenn man die Textilfasern vergrößert, kann die verdrillte Faser auch schon mal ähnlich aussehen wie beispielsweise winzige Muskeln“, sagt der Experte.

Der Effekt der elektrostatischen Anziehungskräfte wird durch das Material begünstigt. Synthetische Stoffe wie Polyester sind besonders anfällig dafür, zeigt etwa eine Studie der Wissenschaftler Chishiko Takatsuki und Teruko Tamura. FFP-Masken werden laut der Beipackzettel der Hersteller in der Regel aus Polypropylen und Ethylen-Vinyl-Acetat hergestellt. Die Teststäbchen eines Corona-Antigentests sind in der Regel aus Polyester. Alle Stoffe werden seit vielen Jahren verwendet und sie sind toxikologisch unbedenklich, heißt es vom Universitätszentrum für Allgemeinmedizin und Gesundheitswesen im schweizerischen Lausanne auf Anfrage.

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perfm/nu/mit dpa





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Tübingen: Öffnen trotz Krise? Erste Studien bewerten Erfolg des Modellprojekts

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Zurück zum normalen Leben – was für die meisten Menschen derzeit eine in weiter Ferne liegende Hoffnung ist, wird in Tübingen seit etwa einem Monat vorangetrieben. Trotz der Corona-Pandemie öffnet die Stadt als Modellregion Einzelhandel, Kultur und zeitweise sogar die Außengastronomie unter Auflagen. Nun gibt es auch erste Studien zu den Folgen des Projekts.

Modellregion Tübingen: Mit Schnelltest in die Innenstadt

Das Konzept hinter Tübingens Modellversuch: Flächendeckendes Testen soll Corona-Fälle aufspüren, die betreffenden Personen begeben sich in dem Fall in Quarantäne und können niemanden mehr anstecken. Alle anderen genießen die Freiheit.

Seit Mitte März darf man in der Tübinger Innenstadt nach Vorlage eines negativen Schnelltests Bummeln und Kaffeetrinken, sogar Kinos und Büchereien haben geöffnet. Das Projekt wurde von den Bürgern gut angenommen: Bis zu 36.000 Schnelltests wurden pro Tag durchgeführt, und das bei 91.000 Einwohnern in der Stadt und 230.000 im Kreis Tübingen.

Surftipp: Alle Neuigkeiten zur Corona-Pandemie finden Sie im News-Ticker von FOCUS Online 

Am 1. April änderten sich die Regeln: Das Pilotprojekt war für auswärtige Tagestouristen nicht mehr zugänglich, die Außengastronomie musste wieder dichtmachen. Das Konzept blieb jedoch. Und während die bundesweiten Corona-Zahlen seitdem tendenziell steigen, liegt die Staat Tübingen immer noch bei einer Sieben-Tages-Inzidenz von rund 80 – der Kreis dagegen bei rund 180. Funktioniert der Modellversuch also?

Studie: Tübingens Inzidenzen wären ohne Modellprojekt kaum niedriger

Erste wissenschaftliche Studien beleuchten das Pilotprojekt nun genauer, berichtet der „Spiegel“. Ein Team rund um den Ökonom Klaus Wälde von der Universität Mainz hat dazu die Sieben-Tages-Inzidenz des Landkreises Tübingen mit einem hypothetischen Landkreis verglichen, in dem es keine Öffnungen gab. Diesen haben sie aus verschiedenen Kreisen, deren Inzidenzen vor Projektstart den Zahlen Tübingens ähnelten, statistisch aggregiert. Das Ergebnis: Zwar unterscheiden sich die Verläufe zwischen den beiden Regionen, am Ende des betrachteten Zeitraums ist die Inzidenz jedoch fast gleich (linke Darstellung).

In diesem Vergleich ist jedoch noch nicht berücksichtigt, dass eine Erhöhung der Testkapazitäten notgedrungen mehr Corona-Fälle aufdeckt – und damit die Inzidenzen nach oben treibt. Die Wissenschaftler rechneten diese Verzerrung aus den Daten heraus und fanden, dass sich der Unterschied zwischen Tübingen und dem Kontrollkreis durch die Korrektur weiter reduziert (rechte Darstellung).

„Die allgemeine Aussage ist vielleicht, dass Modellversuche für die eigene Bevölkerung gut gehen“, so Wälde. Eine gewisse Vorsicht schwingt in der Aussage mit, denn die Bewertung der Zahlen bringt einige Schwierigkeiten mit sich. So verzerrt die Osterzeit die Daten. Und auch die teilweise Rücknahme der Öffnungen bringt Veränderungen mit sich. Die Studie ist in der Vorveröffentlichung, wurde also noch nicht von anderen Wissenschaftlern geprüft.

Wissenschaftler bezeichnen Modellversuch als „verantwortbar“

Doch auch eine zweite Studie, durchgeführt von der Virologin Melanie Brinkmann und ihrem Team, kam zu ähnlichen Ergebnissen wie Wälde.  „Das großflächige Ausrollen von Schnelltests und die Schaffung von Testanreizen hat einen Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz nicht abwenden können“, so die Forschenden. Das Testen habe jedoch dazu geführt, dass die Zahl der Neuinfektionen seit Anfang des Monats „auf einem hohen Niveau stagniert beziehungsweise leicht abnimmt“. Ihre Untersuchung stützte sich auf den Verlauf der Sieben-Tages-Inzidenz in der Stadt Tübingen und zog keine Vergleichsregion mit ein.

Das Forschungsteam kommt zu dem Schluss, dass es zu verantworten sei, „dieses Projekt unter strenger Beobachtung fortzusetzen“. Ihre Untersuchung stützte sich auf den Verlauf der Sieben-Tages-Inzidenz in der Stadt Tübingen und zogen keine Vergleichsregion mit ein. Durch noch intensiveres Testen solle „eine stabile Niedriginzidenz“ erreicht werden.

Dazu empfehlen sie regelmäßige Massentests in besonders stark betroffenen Stadtteilen sowie Aktionstage, an denen die gesamte Bevölkerung zum Test eingeladen wird. Auch strenge Quarantänemaßnahmen müssten Teil eines Konzepts sein.





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Psychisch kranke Frau verschafft sich Zutritt zu Prinz Andrews Haus

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Eine Spanierin schaffte es, die Wachen in Windsor zu überlisten und ungehindert auf das royalen Anwesen von Prinz Andrew zu gelangen. Die Frau drang sogar bis in das Haus des Queen-Sohnes vor.

Foto-Serie mit 25 Bildern

Am vergangenen Samstag waren alle Augen auf Schloss Windsor gerichtet, als sich die britische Königsfamilie zusammenfand, um Prinz Philip im kleinsten Kreis die letzte Ehre zu erweisen. Nur wenige Kilometer weiter liegt das Anwesen seines Sohnes Prinz Andrew, das nun zum Schauplatz eines skurrilen Vorfalls wurde. 

Wie die britische „The Sun“ berichtet, schaffte es eine psychisch kranke Frau, die Wachen zu überlisten und sich Zugang zur Royal Lodge zu verschaffen. Und das mit einem ganz simplen Trick: Die 44-Jährige gab sich einfach als Andrews Verlobte aus. Sie heiße Irene Windsor und sei zum Mittagessen mit dem 61-Jährigen verabredet, erklärte sie.

Sicherheitspersonal zahlte Taxirechnung

Mit ihrem selbstbewussten Auftreten, der glamourösen Kleidung bestehend aus Anzughose, Bluse und Blazer sowie perfekt frisierten Haaren habe die Spanierin auf das Sicherheitspersonal so überzeugend gewirkt, dass es sogar die Taxirechnung beglich und sie ohne einen Nachweis ihrer Identität auf das Gelände ließ.

Die Royal Lodge liegt im Windsor Great Park und wird durch Zäune und Wachpersonal geschützt. (Quelle: IMAGO / ZUMA Press)

20 Minuten lang sei die 44-Jährige über das Anwesen spaziert, habe dann die Royal Lodge betreten und nach Andrew gefragt. So sei der Schwindel dann schließlich auch aufgeflogen. Die Polizei wurde gerufen und nahm die Frau in Gewahrsam. Ein Sprecher bestätigte der „Sun“: „Die Thames Valley Police wurde am Montagmorgen zur Royal Lodge im Windsor Great Park gerufen, da ein weiblicher Eindringling gemeldet wurde.“

Klinikaufenthalte aufgrund psychischer Erkrankung

In der Handtasche der Spanierin seien Karten des Geländes und anderer royaler Residenzen der Königsfamilie sowie ein Schlüsselring zur Selbstverteidigung in Form einer Katze mit scharfen Zacken gefunden worden. Auf dem Revier habe man festgestellt, dass die 44-Jährige bereits mehrere Klinikaufenthalte aufgrund einer psychischen Erkrankung hinter sich hat. Sie wurde in einer entsprechenden Einrichtung untergebracht.

Prinz Andrew, der gemeinsam mit seiner Exfrau Sarah Ferguson in der Royal Lodge lebt, soll während des Vorfalls zuhause gewesen sein. Aufgrund der erheblichen Sicherheitslücke wurden Ermittlungen eingeleitet, die Konsequenzen für das Wachpersonal mit sich ziehen werden.



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Taylor Swift rächt sich an Plattenfirma

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Hannover. Ein Musiker, der mit seinen Songs nicht auf Spotify vertreten ist, der hat es ziemlich schwer. Das gilt im Jahr 2021, aber es galt zumindest eingeschränkt auch schon vor sieben Jahren. Taylor Swift war das egal.

Am 3. November 2014 verschwinden alle Songs der Künstlerin vom schwedischen Musik-Streamingdienst. Dabei handelt es sich weder um einen technischen Fehler, noch um ein Rechte-Problem. Swift selbst hatte entschieden, ihre Musik nicht länger auf der Plattform zu publizieren. Betroffen ist davon auch das gerade erst erschienene Album „1989″.

Einige Monate zuvor hatte Swift einen solchen Schritt bereits angedeutet. Im „Wall Street Journal“ schrieb die Künstlerin damals einen Gastbeitrag, in dem sie das Geschäftsmodell der Streamingdienste scharf kritisierte. Musik sei wertvoll und müsse bezahlt werden, hieß es darin unter anderem. Bis heute beklagen sich viele Künstlerinnen und Künstler, dass die Einnahmen per Stream auf Diensten wie Spotify zu gering seien. Dass jemand den Dienst boykottiert, kommt allerdings nur selten vor.

Album bricht Verkaufsrekord

Swift schadet der Schritt nicht, trotz der schon damals beachtlichen Größe des Streamingdienstes. Im Gegenteil: Nur kurz nach dem PR-wirksamen Spotify-Ausstieg feiert ihr Album „1989″ einen neuen Verkaufsrekord. 1,287 Millionen Exemplare werden in den ersten sieben Tagen verkauft.

Nur ein Jahr später teilt Taylor Swift erneut aus. Diesmal nicht gegen Spotify, sondern gegen den Tech-Riesen Apple. Dieser bringt im Sommer 2015 seinen eigenen Streamingdienst auf den Markt, nämlich Apple Music. Der Clou: In den ersten drei Monaten müssen Neukunden nichts dafür zahlen. Der Skandal: Auch Künstlerinnen und Künstler gehen in dieser Zeit leer aus.

Gegen die Pläne des Konzerns wehrt sich kaum jemand. Außer Taylor Swift. Sie entschließt sich, ihr Album „1989″ auch Apple nicht zur Verfügung zu stellen. In einem Blogpost verurteilt die Musikerin den Schritt des Konzerns als „schockierend und enttäuschend“ und ruft Apple eindringlich auf, die Zahlpause zu überdenken. „Wir bitten Sie nicht um kostenlose iPhones. Bitte verlangen Sie von uns nicht, Ihnen unsere Musik ohne Gegenleistung zur Verfügung zu stellen“, heißt es da etwa.

Swift bringt Apple zum Umdenken

Der Beitrag löst ein Beben in den Medien aus, und auch im Apple-Konzern selbst. Der Chef der Plattform iTunes, Eddy Cue, sagt dem Technologie-Blog Recode später, Swifts offener Brief habe ein Umdenken ausgelöst. Er habe die Sache mit Konzernchef Tim Cook besprochen. Apple werde Künstler nun während der Gratis-Probezeit zu einem nicht näher genannten Tarif pro Abruf ihrer Songs bezahlen.

Swifts aktuellster Seitenhieb gegen die Konzerne der Musikindustrie befindet sich gerade auf Platz 1 der US-Charts. „Fearless“ heißt das Album, das eigentlich schon 2008 erschienen war. Damals war es Swifts Debütalbum und enthielt auch bekannte Hits wie etwa „Love Story“. Heute trägt „Fearless“ den Zusatztitel „Taylor’s Version“: Es wurde komplett neu eingespielt, eingesungen und mit zusätzlichen Titeln neu veröffentlicht.

Hintergrund der ungewöhnlichen Neu-Veröffentlichung ist, wie könnte es auch anders sein, ein weiterer Streit Swifts mit einem großen Musikkonzern. 2018 trennt sich die Sängerin von ihrem langjährigen Label Big Machine Records. Ein Jahr später verkauft dessen Chef Scott Borchetta die Plattenfirma für 300 Millionen Dollar an den Künstler-Manager und Investor Scott „Scooter“ Braun – inklusive der Rechte aller Taylor-Swift-Songs.

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Umbruch in den deutschen Charts: War’s das mit dem Deutschrap?

Früher waren die Single-Charts DER Gradmesser für die Top-Hits in Deutschland. In den letzten Jahren scheinen sie allerdings vom Deutschrap dominiert zu werden.  © RND/Matthias Schwarzer

Ein gewitzter Plan B

Swift macht das wütend. Ihr sei keine akzeptable Option zum Zurückkaufen ihrer Rechte gewährt worden, schreibt sie auf ihrem Tumblr-Account. Dem Künstlermanager Braun wirft sie derweil jahrelanges Mobbing vor. Ihr musikalisches Vermächtnis liege nun in den Händen eines Mannes, der versucht habe, es zu demontieren.

Es folgt eine Schlammschlacht in den sozialen Netzwerken, Swifts überaus treue Fangemeinde unterstützt die Sängerin dabei. Braun beklagt später, seine Familie habe aufgrund der Auseinandersetzungen Drohungen erhalten. Swifts Kampf um die Rechte an ihren Werken bleibt vergeblich. Doch sie hat zu diesem Zeitpunkt bereits einen Plan B in der Hinterhand.

Gegenüber dem Magazin „Billboard“ erklärt Swift, die Nutzung ihrer früheren Musik in der Werbung, in Videospielen oder Filmen konsequent zu untersagen. Für Braun und sein Label werden die Anteile an ihren Songs zumindest in diesem Punkt völlig nutzlos. Zudem kündigt Swift an, ihre alten, von „Big Machine Records“ vertriebenen Songs einfach komplett neu aufzunehmen, sobald die vertragliche Situation es erlaube. Das ist 2021 der Fall.

Fans rufen zum Boykott auf

Am 9. April erscheint das Debütalbum „Fearless“ schließlich in einer neuen Version mit dem Zusatz „Taylor‘s Version“, zum einen als CD über Swifts neues Label Universal, zum anderen aber auch bei den Streamingdiensten – hier ist Swifts Musikkatalog bereits seit 2017 wieder verfügbar. Die neue Version von Swifts Hit „Love Story“ wird innerhalb weniger Tage 74 Millionen Mal gestreamt, andere Songs des Albums erreichen ähnliche Aufrufzahlen.

Aber noch etwas anderes ist bemerkenswert: Bei der neuen Version von „Fearless“, aber auch bei allen anderen Alben seit der Trennung von „Big Machine Records“, wird Swift bei den Streamingdiensten als alleinige Herausgeberin ihrer Musik aufgeführt. Ihr neues Label Universal Music vertreibt allem Anschein nach nur noch die Tonträger der Sängerin, bei den Streamingdiensten tut Swift dies offenbar inzwischen selbst. Das wiederum bedeutet: Mehr Einnahmen für die Sängerin, weniger Einnahmen für einen großen Musikkonzern.

Und die frühere Version von Swifts Debütalbum? Nun, auch an der dürfte das frühere Label der Sängerin kaum noch Freude haben. Swifts Fans, die sich selbst „Swifties“ nennen, rufen seit einigen Tagen in den sozialen Netzwerken dazu auf, die Original-Versionen auf den Streamingdiensten aktiv zu blockieren.

Bei Spotify beispielsweise ist das möglich, indem man neben einem Song die drei Pünktchen drückt und dann auf „Song ausblenden“ klickt. Dann taucht das Stück nicht mehr in den Musikvorschlägen auf. Der Twitter-Account „Taylor Swift Updates“ beispielsweise liefert eine detaillierte Anleitung, wie das funktioniert. Der Tweet wurde von Fans zahlreich geteilt und kommentiert.

Was treibt Swift an?

Wieder einmal geht die Sängerin also als Siegerin aus einem Kampf mit einem Großkonzern hervor. Es dürfte nicht der letzte bleiben. Was genau Swift antreibt, ist derweil nicht ganz klar. Vielleicht ist es ein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn für die Belange von Künstlerinnen und Künstlern. Vielleicht aber auch nicht.

Bei der Veröffentlichung ihrer Platte „1989″ hatte sich die Sängerin nicht nur die Rechte an den Titeln und an der Musik schützen lassen, sondern auch die Rechte an einzelnen Textzeilen. Die Phrasen „This sick beat“, „Party like it’s 1989“ oder „Nice to meet you. Where you been?“ dürfen seither nicht ohne ihre Einwilligung verwendet werden. Wer es tut, muss entweder zahlen oder riskiert eine Klage.

Mag sein, dass es Swift bei ihren immer wiederkehrenden Auseinandersetzungen mit der Musikindustrie um Gerechtigkeit geht. Am Ende steckt hinter der Marke Taylor Swift aber vor allem auch eins: eine clevere Unternehmerin.



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