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Kuss und Regenbogenfahne: Rammstein kämpft mit spektakulären Mitteln gegen Homophobie

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Berlin/Moskau/Chorzów –

Sex geht immer bei Rammstein. Oder Gewalt. Gern auch in Kombination. Die Band aus Berlin ist bekannt für harte Texte und martialisches Auftreten. Provokationen scheinen dabei gewollt. Umso erstaunlicher, dass nun eine zarte Geste für Aufsehen sorgt. Die Gitarristen Richard Kruspe und Paul Landers küssen sich am Ende eines Songs. Auf der Bühne.

Na und? Es ist in Moskau! Hauptstadt eines Landes, in dem Menschenrechtler immer wieder brutale Übergriffe auf Homosexuelle beklagen. Erst vor wenigen Tagen wurde eine Aktivistin umgebracht.

Das Stück heißt „Ausländer“. Schon den Song sehen manche als Provokation, gerade auch in Deutschland. Im Video paddelt die Band per Schlauchboot mit Schwimmwesten übers Meer einem rettenden Ufer entgegen. Während der laufenden Tour lassen sich die Musiker in Schlauchbooten über die Menge zur Hauptbühne tragen. In Frankfurt hielt Sänger Till Lindemann den Booten ein „Willkommen“-Schild entgegen.

Provokation mit „Ausländer“ in Russland

Dann spielen sie „Ausländer“, auch in Moskau. Kruspe und Landers gehen im finalen Gitarrenduo langsam aufeinander zu, Lindemann zieht sich beobachtend zurück. Dann kommt der Kuss. Das war auch in Berlin so. Die Geste gibt es nicht überall auf der Tour, doch sie wirkt wie ein Teil der Show. Ein Spektakel wie ein Rammstein-Auftritt lässt zwischen Flammen und Böllern auch kaum Platz für Improvisation.

Allerdings postete die Band nach dem Moskau-Konzert ein Foto des Kusses auf ihrem Instagram-Account. Kommentar in kyrillischer Schrift: „Russland, wir lieben dich.“ Im Netz und in westlicheren Ländern gab es dafür viel anerkennende Reaktionen für Rammstein.

Parlamentsabgeordneter ruft zu Boykott auf

In Moskau allerdings rief etwa der Parlamentsabgeordnete Vitali Milonow dazu auf, Russland künftig solche Auftritte zu ersparen. „Wenn sie es für möglich halten, sich derartig aufzuführen, dann sollten wir es auch für möglich halten, uns von solchem Müll fernzuhalten“, sagte der Hardliner dem Radio NSN. Die Fans der Band seien doch nicht normal. Was Milonow auch nicht freuen wird: Es sind viele. Ins Moskauer Central Dynamo Stadion kamen gut 80 000. Russische Rammstein-Fans zählen zu den treuesten Anhängern.

Zuvor hatte sich Kremlchef Wladimir Putin einen Schlagabtausch mit Elton John geliefert. Der britische Popstar hatte in einem offenen Brief an Putin kritisiert, dass in Russland im Kinofilm „Rocketman“ über sein Leben alle schwulen Liebesszenen geschnitten wurden.

Geste gegen LGBTIQ-Diskriminierung in Polen

Ein deutliches Statement der Solidarität mit der LGBTIQ-Gemeinde zeigte Rammstein schon beim Konzert im polnischen Chorzów, auch in Polen werden Homosexuelle immer wieder drangsaliert. Landers und Schlagzeuger Christoph Schneider schwenkten in den Schlauchbooten die Regenbogenfahne für Akzeptanz der Vielfalt lesbischer, schwuler, bisexueller, transsexueller, intersexueller, queerer Lebensformen.

In Chorzów war Rammstein rund 40 Kilometer entfernt von jenem Ort, der als Synonym für die Abgründe deutscher Geschichte steht: Auschwitz. Eine KZ-ähnliche Szene hatte gerade erst für einen jener Skandale gesorgt, die Gegnern von Deutschlands wohl erfolgreichstem Musikexport immer neue Munition liefern.

Im März kündigte die Gruppe per Teaser für die Auskopplung „Deutschland“ nach zehn Jahren ein neues Studioalbum an. In der kurzen Sequenz, die im kompletten Video kaum noch eine Rolle spielt, sind Mitglieder der Band in Kleidung zu sehen, die an die von KZ-Häftlingen erinnert. Für das Internationale Auschwitz Komitee kritisierte Christoph Heubner, die Band mache „auch vor den deutschen Konzentrationslagern nicht halt“. Für Überlebende seien solche Videos empörend und abstoßend.

Rammstein wurde häufig am rechten Rand vermutet. Ihre Coverversion von „Stripped“ unterlegten sie mit Filmmaterial der Nazi-Ikone Leni Riefenstahl. Anschließende Vorwürfe und daraus resultierende Selbstkritik mündeten im Bekenntnissong „Links 2 3 4“ – und doch wurde „Stripped“ später nochmals per Youtube-Kanal platziert.

Die Musiker lassen sich nicht festlegen, Rammstein bleibt ambivalent und provokant. „Wir wollen provozieren, Leute in Bewegung bringen. Das ist das Gegenteil von Entertainment. Wenn man das Publikum unterhalten will, hat man in meinen Augen den Endpunkt der Kunst erreicht. Dann kann man eigentlich auch aufhören“, sagte Keyboarder Christian „Flake“ Lorenz dazu im „Rolling Stone“.

Auch „Deutschland“ ist eine brutale und wenig nationale Abrechnung mit 2000 Jahren Geschichte eines Landes, dem Rammstein sagt: „Meine Liebe kann ich dir nicht geben.“ Im Video dreht sich alles um Germania, verkörpert von einer Frau. Die Hautfarbe lässt sich als Geniestreich oder Provokation interpretieren: Germania ist schwarz. (Gerd Roth und Ulf Mauder, dpa)





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Berlin

Streaming-Anbieter: Teilen von Netflix-Accounts könnte bald verboten werden

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Köln –

Streaming-Anbieter Netflix denkt offenbar darüber nach, das beliebte Teilen von Accounts abzuschaffen. Netflix-Manager Greg Peters sagte in einem Pressegespräch anlässlich der Quartalszahlen des Unternehmens auf Nachfrage eines Investors: „Wir behalten das im Auge. Wir suchen nach kundenfreundlichen Wegen, um das Teilen oder Stehlen von Passwörtern einzudämmen.“ Für viele Investoren ist der Sharing-Trick ein Dorn im Auge.

Das Modell, einen Account auf mehrere Nutzer zu verteilen, ist bei vielen Zuschauern beliebt. Eine Person meldet sich bei Netflix an und bekommt dann die entsprechenden Kosten von den anderen Nutzern zurücküberwiesen. Im Gegenzug gibt die Person ihr Passwort weiter, sodass mehrere Personen zu einem günstigeren Preis den Streamingdienst nutzen können.  

Bis zu vier Personen gleichzeitig können über einen Netflix-Account je nach Abo-Modell Serien und Filme schauen, so sinkt natürlich auch der monatliche Preis pro Nutzer – was Netflix am Ende weniger Gewinn einbringt.

Quartalszahlen im Schnitt

Bisher hatte sich Netflix im Kampf gegen dieses Modell eher zurückgehalten. Wohl auch, weil die Konkurrenz mit Sky, Amazon Prime, Maxdome oder dem bald in Deutschland startenden Disney+ groß ist und der US-Streaminganbieter um seine Abonnenten kämpfen muss. Bei vielen Konkurrenten ist das Sharing-Modell von Netflix nicht möglich, Nutzer können sich nur an einer begrenzten Zahl von Geräten einloggen und meist auch nur ein Gerät gleichzeitig nutzen.

Im dritten Quartal hat Netflix einen Umsatz von 5,24 Milliarden Euro gemacht und lag damit etwa 1,2 Milliarden Euro vor dem Quartalsergebnis aus dem Vorjahr. Erwartet hatten die Verantwortlichen 5,25 Milliarden Euro an Umsatz. Auch die Nutzerzahlen sind im dritten Quartal 2019 gestiegen, 6,77 Millionen neue Nutzer konnte Netflix für sich gewinnen und lag damit 70.000 Nutzer über den eigenen Erwartungen.





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Peking/China: Auftragsmörder macht mit Opfer gemeinsame Sache

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Peking –

Dieser Plan ging wohl nach hinten los: In China sind fünf Männer festgenommen worden, die den Auftrag zur Ermordung eines Geschäftsmannes so lange untereinander weiterreichten, bis ihr Opfer zur Polizei ging. Ein Gericht in Nanning verurteilte die fünf potenziellen Mörder und den Auftragsgeber zu Haftstrafen bis zu fünf Jahren. Die Farce begann 2013 mit der Klagedrohung eines Geschäftsmannes gegen einen Immobilienunternehmer. Um einen teuren und langwierigen Rechtsstreit zu vermeiden, engagierte der Immobilienunternehmer einen Auftragsmörder.

Er zahlte ihm zwei Millionen Yuan (255.000 Euro), damit dieser seinen Kontrahenten aus dem Weg schafft. Der gedungene Killer wollte sich jedoch die Hände nicht schmutzig machen und gab den Auftrag zum halben Preis an einen Kollegen weiter. Auch der engagierte wiederum für 700.000 Yuan einen weiteren Mörder. Dieser schreckte ebenfalls vor der Tat zurück und beauftragte für 100.000 Yuan schließlich einen potenziellen Mörder.

Der Letzte in der Reihe beschloss jedoch, die Summe sei eine drohende lebenslange Haft nicht wert und entschied, den Mord vorzutäuschen – mit Hilfe des Opfers. In einem Café traf sich der Geschäftsmann mit seinem potenziellen Mörder und erklärte sich bereit, für ein Foto gefesselt und geknebelt zu posieren. Nach dem Fototermin ging er schnurstracks auf eine Polizeiwache, sämtliche saumseligen Auftragsmörder wurden festgenommen. (afp)





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rbb-„Abendshow“: neuer Moderator-Comedian Ingmar Stadelmann verspricht Fressefreiheit für Berlin

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In der letzten Ausgabe der „Abendshow“ Ende September trat Ingmar Stadelmann noch als großspuriger Chef des „E-Scooter-Departments“ im RBB an und verspottete so den Medienhype gegenüber dem Vehikel. In der neuen Ausgabe am Donnerstag wird er schon seinen Kopf für die gesamte „Abendshow“ hinhalten und die Sendung moderieren. Seine beiden Vorgänger bekamen nicht mal die Chance, sich vom Publikum zu verabschieden. Britta Steffenhagen und Marco Seiffert hätten der Show „vom Start weg eine erstklassige Präsenz“ verschafft, lobhudelte Heiner Heller, beim RBB verantwortlich für „Unterhaltung und junge Formate“.

„Abendshow“-Start – ein Desaster

Dabei war der Start des RBB-Satireformats vor zwei Jahren ein Desaster – und viel besser wurde es auch nicht mehr, weder inhaltlich noch quotentechnisch. Die Show wollte sowohl „unterhaltsam-satirisch“ wie „politisch zupackend“ sein. Doch diese Kombination funktionierte nie, Berichte über ernste Themen blieben Fremdkörper, wurden zuletzt immer weniger eingestreut. Ebenso wenig gelang das Zusammenspiel der Moderatoren. Marco Seiffert, eine beliebte Radiostimme, wirkte vor der Kamera linkisch. Britta Steffenhagen dagegen versuchte, ihre schalen Gags mit Geschrei und Grimmassen zu verbreiten, was alles nur noch schlimmer machte. So empörte sie sich in der letzten Ausgabe minutenlang darüber, dass im September, wie in jedem Jahre, schon wieder Lebkuchen angeboten werden.

Dabei hätte Berlin, laut RBB die „aufregendste Stadt der Welt“, viel mehr zu bieten als solche altbackenen Meckereien. „Wir müssen viel mehr abbilden, was Berlin eigentlich ist“, betont Ingmar Stadelmann. Der aus der Altmark stammende Wahlberliner und Radiomoderator hat viele Erfahrungen damit, den Wahnsinn, aber auch die liebevollen Skurrilität dieser Stadt einzufangen und auf die Bühne zu bringen. In seinem dritten Programm „Fressefreiheit“ spielte er mit dem Berliner Humor und den Berliner Typen − vom Kellner bis zum Kampfradler − vor vollen Sälen in ganz Deutschland und machte die Erfahrung, dass das überall funktioniert: „Der Einheimische sagt: Stimmt! Der Auswärtige sagt: Witzig!“ Gern agiert der Stand-up-Comedian mit dem Publikum – das würde auch der „Abendshow“ guttun.

Zugleich streitet Stadelmann unter dem Motto „Fressefreiheit“ auch dafür, über alles offen zu sprechen – und so mancher Kollege beklagt sich darüber, dass er auf der Bühne mehr wagen könne als im Fernsehen. Stadelmann ist sich des Problems bewusst, will vor allem gegen die eigene „Selbstbeschneidung“ ankämpfen und baut auf das Vertrauen der RBB-Redakteure, das ihm schon seit Jahren bei Radio Fritz entgegengebracht wird. „Mein Plan ist es, nichts wegzulassen: Wir sollten über alles sprechen, über alles Witze machen, über alles lachen und über alles nachdenken.“

Format Late-Night-Show

Eine wichtige Baustelle sieht er darin, sich mit dem RBB-Team „warmzuarbeiten“ und dessen Potenzial endlich „auf die Straße zu bringen“. Als neuer Redaktionsleiter wird der gebürtige Wiener Robert Wilde arbeiten, mit dem Stadelmann schon für die „heute show“ im ZDF kooperiert hat. Ihr Beitrag über die Wiener „Hakenkreuzschnitzel“ sorgte 2016 für Wirbel. Einschränken muss Stadelmann dafür seine Bühnenauftritte – seine für 2020 geplante Tour zum neuen Programm „Verschissmus“ muss er eindampfen, um die „Abendshow“ live moderieren zu können. Der bekennende Harald-Schmidt-Fan will in der Sendung formal an die traditionellen Late-Night-Shows mit Sidekick und Band anknüpfen und verspricht schon für die heutige Ausgabe echte Überraschungen.
Die Abendshow donnerstags 20.15 Uhr, RBB   





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