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Köln-Chorweiler: Lange Warteschlange vor Impfbus

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Es hat etwas Triumphierendes, wie Impfarzt Rolf Jender die Spritze in die Luft hält. „Es kann losgehen“, ruft er. 14 Uhr in Köln-Chorweiler. Ein „vulnerabler Sozialraum“, wie die Stadtverwaltung es ausdrückt. Vor einiger Zeit hätte man noch „sozialer Brennpunkt“ gesagt. Und noch davor „Problemviertel“.

Chorweiler ist eine Trabantenstadt aus den 70er Jahren. Anonyme Hochhausblöcke, viel Beton und ein gesichtsloses Einkaufszentrum. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt hier bei 543 – in Köln insgesamt beträgt sie 188. Deshalb soll hier jetzt vorrangig geimpft werden.

Vor dem Impfbus: eine lange Schlange

Die Menschen in Chorweiler, so war zu hören, sprächen teilweise kaum Deutsch und hätten Vorbehalte gegen das Impfen. Davon ist an diesem Montagmittag wenig zu merken. Auf dem Liverpooler Platz im Zentrum des Viertels steht der Impfbus – und davor eine sehr lange Schlange.

Benjamin Stieb, der „Sozialraumkoordinator“ von Chorweiler, ist zufrieden. „Heute Morgen haben wir erfahren, dass es losgehen soll, und dann alle Hebel in Bewegung gesetzt“, erzählt er. „Wir haben aus unserem ganzen Verteiler Leute angerufen, bei einigen bin ich persönlich vorbeigegangen. Das hat offenbar was gebracht.“

Grazyna hat im Internet gesehen, dass man sich hier impfen lassen kann. Sie ist 58, hat sich schon vor längerer Zeit registrieren lassen, „aber bisher ist leider nichts passiert“. Jetzt steht sie in der Schlange ziemlich weit vorne und ist „erleichtert“. Sie ist vor kurzem Oma geworden: „Ich hoffe, dass ich noch viele Jahre mit meinen Enkelchen verbringen kann.“

Riza (51) steht mit seiner Frau in der Reihe. Er ist „ein bisschen angespannt“, wie er zugibt. „Wir wissen nicht, was auf uns zukommt“, sagt er. „Was überhaupt jetzt passieren wird. Aber ansonsten okay.“ Er hat jedenfalls das Gefühl, dass man sich das nicht entgehen lassen darf.

Kölner OB Henriette Reker: „Wir hebeln die Impfreihenfolge nicht aus“

Am Morgen ist die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker im Fernsehen aufgetreten. „Wir hebeln die Impfreihenfolge nicht aus“, hat die parteilose Politikerin gesagt. „Es ist uns gelungen, für diese Menschen in den Sozialräumen eine Priorisierung auf die Gruppe drei vorzuziehen, und die Gruppe drei ist jetzt dran. Da wir mit gesondertem Impfstoff impfen, entgeht hier niemandem eine Impfung, die er sonst bekommen hätte.“ Und dann hat sie noch hinzugefügt: „Wenn die Menschen aus den Stadtteilen, die etwas infektiöser sind als andere, geimpft werden, dann nützt es uns allen. Weil: Die können uns alle nicht mehr anstecken.“

Der Leitende Impfarzt Jender wird jetzt schon fast etwas ungeduldig. Dieser Einsatz in Chorweiler sei etwas überraschend gekommen, erzählt er, aber das sei für ihn kein Problem. „Da wir ja so viele Leute so schnell wie möglich impfen müssen, ist mir jeder Termin recht.“ Das große Interesse überrascht ihn nicht: „Der Wunsch der Bevölkerung, geimpft zu werden, ist sehr groß. Es ist nur eine kleine Minderheit, die noch Sorge oder Angst hat. Es wollen alle den Impfstoff.“

„Ich hab’s noch nicht mal gespürt. Alles okay.“

Jetzt geht es los. Fatma Sezek ist die Erste. Hinein ins Impfmobil und den Ärmel hochgekrempelt. Pieks. Hat’s wehgetan? Sie schüttelt den Kopf. Zwei Minuten später steht sie schon wieder draußen: „Ich hab’s noch nicht mal gespürt. Alles okay.“ Ein Mann sagt: „Sie war mutig.“

Etwas weiter entfernt von dem Rummel sitzen zwei Männer mittleren Alters, rauchen und trinken Kaffee aus Pappbechern. Der eine von ihnen hat sich schon letzte Woche beim Hausarzt impfen lassen. Der andere noch nicht. „Sind die morgen auch noch hier?“, erkundigt er sich. „Vielleicht geh ich dann.“ Er wiegt den Kopf hin und her. „Doch“, sagt er dann. „Ich geh.“





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Kulturszene: Dirigent der Royal Philharmonics fordert Brexit-Visalösung

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Kulturszene
Dirigent der Royal Philharmonics fordert Brexit-Visalösung

Vor seinem ersten Auftritt mit dem Royal Philharmonic Orchestra fordert Dirigent Wassili Petrenko ein Ende des Brexit-Streits um Visa für Künstler. Foto: Graham Flack/Royal Philharmonic Orchestra/PA Media/dpa

© dpa-infocom GmbH

Wegen des Brexit müssen Künstler, die in Großbritannien arbeiten wollen – oder andersherum – teure Visa beantragen. So rechnen sich Tourneen und Konzerte oft nicht. Wassili Petrenko fordert eine schnelle Lösung.

Vor seinem ersten Auftritt mit dem Royal Philharmonic Orchestra hat Dirigent Wassili Petrenko ein Ende des Brexit-Streits um Visa für Künstler zwischen der EU und Großbritannien gefordert.

«Es gibt offensichtlich einige Hindernisse und es ist schwieriger als es war», sagte der 45-Jährige der Nachrichtenagentur PA. Er hoffe, dass beide Seiten eine Lösung finden, zumal die neuen Visaregeln viel Geld kosten und auf die Honorare drücken. Petrenko warb für eine rasche Entscheidung. Schließlich sei das Orchester ein wichtiger Botschafter für Großbritannien in der Kulturszene.

«Dieser Moment, wenn man Kultur aus London, aus dem Vereinigten Königreich, in andere Länder bringt, ist wahrscheinlich eines der besten Instrumente für sogenannte Soft Power», sagte der Russe. «Das ist heutzutage lebenswichtig.» Seit dem Brexit müssen EU-Bürger, die in Großbritannien arbeiten wollen, teure Visa beantragen – das gilt auch für die Gegenrichtung. Künstler wie Elton John fordern mit Nachdruck Ausnahmen, da sich unter den bestehenden Bedingungen Tourneen und Konzerte kaum rechnen. Noch immer gibt es aber zwischen der EU und Großbritannien keine Einigung, beide Seiten geben sich gegenseitig die Schuld daran.

Petrenko warb zudem für internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen die Corona-Pandemie sowie für die gegenseitige Anerkennung von Impfstoffen und Impfzertifikaten. «Wir alle hoffen, dass jeder einzelne Impfstoff, der sich als erfolgreich erwiesen hat, in jedem Land akzeptiert wird.» Die Frage dürfe nicht politisiert werden, mahnte der Dirigent. Die ganze Welt sitze im selben Boot. «Jede Regierung sollte es akzeptieren und versuchen, zusammenzuarbeiten, wie ein Orchester zusammenarbeitet – stellen Sie sich es so vor: Wenn die Fagotte die erste Geige hassen, gibt es keine Musik.»

Petrenko folgt auf den Schweden Charles Dutoit, zuvor war er Chefdirigent des Royal Liverpool Philharmonic Orchestra. Mit dem Londoner Royal Philharmonic Orchestra hat er an diesem Mittwoch seinen ersten Auftritt.

dpa



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Lollapalooza-Festival sagt Auftritte des Rappers DaBaby ab

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Ein amerikanisches Musikfestival hat die Auftritte des Rappers DaBaby aus dem Programm genommen. Dieser hatte falsche Behauptungen über HIV verbreitet und Frauen beleidigt.

Nach umstrittenen Aussagen des US-Rappers DaBaby über Homosexuelle und Menschen mit Aids hat das US-Musikfestival Lollapalooza alle Auftritte des Künstlers abgesagt. „Lollapalooza wurde auf der Basis von Vielfalt, Inklusivität, Respekt und Liebe gegründet. In diesem Sinne wird DaBaby nicht mehr im Grant Park auftreten“, erklärten die Initiatoren des Festivals in Chicago am Sonntag (Ortszeit) bei Twitter. Anstelle des Musikers sollen die Rapper Young Thug und G Herbo auftreten.

DaBaby, der mit bürgerlichem Namen Jonathan Lyndale Kirk heißt, hatte Ende Juli bei einem Konzert in Miami für Empörung gesorgt, weil er falsche Informationen über das HI-Virus und die Krankheit Aids verbreitete.

Späte Entschuldigung auf Instagram

Der Rapper rief seine Fans auf, ihre leuchtenden Smartphones in die Höhe zu halten und sagte: „Wenn ihr heute nicht mit HIV, Aids oder einer anderen sexuell übertragbaren Krankheit hergekommen seid, an der ihr in zwei, drei Wochen sterben werdet, dann haltet eure Handy-Lichter hoch“. Zudem machte er homophobe Bemerkungen und beleidigende Aussagen über Frauen.

DaBaby entschuldigte sich später in einer Videobotschaft bei Instagram für seine Aussagen. Doch seine Entschuldigung sorgte erneut für Kritik, weil der Rapper sagte, seine homosexuellen Fans hätten kein Aids, weil sie „Klasse“ hätten und keine „Junkies“ seien.

Mehrere Künstler distanzierten sich nach dem Vorfall von DaBaby. Die Musikerin Dua Lipa, die zusammen mit dem Rapper den Song „Levitating“ veröffentlicht hat, schrieb bei Instagram, sie sei „überrascht und entsetzt“ über dessen Aussagen.

Der Musiker Elton John warf DaBaby vor, Fehlinformationen zu verbreiten und damit zur Stigmatisierung der Krankheit beizutragen. „HIV-Fehlinformationen und Homophobie haben keinen Platz in der Musikindustrie“, teilte die Stiftung des Künstlers bei Twitter mit.



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Monaco Franze – Das „Spatzl“: Ruth Maria Kubitschek wird 90 Jahre alt

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München/Salenstein (dpa) – Über viele Jahre hinweg hat Ruth Maria Kubitschek das deutsche Fernsehen geprägt. Sie war auf dem ZDF-„Traumschiff“ an Bord, spielte im ARD-„Tatort“ mit oder in der Serie „Das Erbe der Guldenburgs“ im Zweiten.

+++ Aktuelle Promi-News +++

Kultstatus erlangte Kubitschek an der Seite von Helmut Fischer als Annette von Soettingen alias „Spatzl“ in der TV-Serie „Monaco Franze – Der ewige Stenz“ des Bayerischen Rundfunks. An diesem Montag (2. August) feiert sie ihren 90. Geburtstag.

Rückzug ins Privatleben

Seit mehr als 25 Jahren lebt die beliebte Schauspielerin in der Schweiz. Sie malt, gärtnert und genießt ihr Privatleben – in dem sie auch anlässlich ihres runden Geburtstages nicht gestört werden möchte. „Ich gebe keine Interviews mehr, kein einziges“, macht sie in einem kurzen Telefonat mit der Deutschen Presse-Agentur deutlich. Ruth Maria Kubitschek hat offensichtlich genug vom Rampenlicht, genug von Reporterfragen und vermutlich auch genug davon, im öffentlichen Interesse zu stehen.

Geboren wurde Ruth Maria Kubitschek 1931 in Komotau (heute Tschechien) am Rande des Erzgebirges. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges floh die Familie nach Sachsen-Anhalt. Ihren Drang an die Bühne setzte Ruth Maria gegen den Willen ihrer Eltern durch. Nach dem Besuch von Schauspielschulen in Halle und Weimar gab sie ihr Debüt als Fina in Brechts „Herr Puntila und sein Knecht Matti“ in Halle. Innerhalb weniger Jahre wurde sie zu einem Star des DDR-Fernsehens und DEFA-Films.

Doch die junge Frau wollte mehr. „Ich bin zu allen Kulturbehörden gegangen und habe erklärt, dass ich andere Rollen spielen wollte, als es in diesem Land möglich war“, berichtete sie im Gespräch mit der „Welt“. Immer wieder sei ihr das verwehrt worden. 1959 ging sie mit ihrem Sohn in den Westen. Ihr Mann, der Opern- und Theaterregisseur Götz Friedrich, blieb in der DDR, durfte aber auch im Westen inszenieren. Ein zweiter wichtiger Mensch an Kubitscheks Seite wurde später der „Traumschiff“-Erfinder Wolfgang Rademann.

Am Schlosstheater in Celle begann Kubitscheks westdeutsche Karriere. Gefördert wurde sie dabei von dem großen österreichischen Theatermann Fritz Kortner. Schon bald folgten Rollen in bundesdeutschen Fernsehproduktionen – Auftritte in „Lysistrata“ (1961), „Die Powenzbande“ (1973) oder die Titelrolle in „Melissa“ (1966).

„Monaco Franze“ und „Kir Royal“

Unvergessen bleibt indes ihre Rolle als „Spatzl“ in der ARD-Kultserie „Monaco Franze – Der ewige Stenz“ unter der Regie von Helmut Dietl. Wie sie großzügig ihrem umtriebigen Fernseh-Ehemann Franz Münchinger (gespielt von Helmut Fischer) jede Eskapade verzieh, gehört zu den amüsantesten Kapiteln deutscher TV-Geschichte.

Mit Dietl drehte sie 1985 auch die Kult-Serie „Kir Royal“, in der die Münchner Schickeria köstlich auf die Schippe genommen wurde. Bis sie 2014 in den Ruhestand ging, war Kubitschek ein Stammgast im Fernsehen – Quoten-Hits wie „Freunde fürs Leben“, „Katrin ist die Beste“, „Teuflisch starke Frauen“ und „Das Erbe der Guldenburgs“ untermauerten ihre Popularität. 2013 spielte sie in dem Kinofilm „Frau Ella“ schließlich ihre letzte Rolle.

Sie hat viele Talente

Langeweile kommt für Kubitschek aber auch abseits von Bühne und Kamera nicht auf. Im Gegenteil. Die Jubilarin ist eine leidenschaftliche Gärtnerin und Malerin und darüber hinaus eine talentierte Roman- und Sachbuch-Autorin („Im Fluss des Lebens“ und „Anmutig älter werden“).

In ihrer Schweizer Wahlheimat lebt sie seit mehr als 25 Jahren, 2013 wurde sie eingebürgert. „Da ich meinen Garten hier habe, habe ich ja auch ein Stück Schweizer Erde“, sagte sie vor fünf Jahren der Deutschen Presse-Agentur und bekannte: „Ich fühle mich hier wirklich zu Hause, ich ticke inzwischen auch wie die Schweizer.“



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