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Wirtschaft

Investoren stellen sich auf Sieg von Trump ein

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Bulle und Bär im Handelssaal Frankfurt

Im Blick der Anleger bleibt der weitere Verlauf der US-Wahl.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Investoren am deutschen Aktienmarkt warten weiter auf ein eindeutiges Ergebnis der US-Wahlen. Doch mit zunehmender Spannung schaltet der Dax wieder in den Rallymodus. Nachmittags notiert der Leitindex 1,5 Prozent im Plus bei 12.265 Zählern. Die Handelsspanne am heutigen Mittwoch liegt mit knapp 440 Zählern ähnlich hoch wie bei der US-Wahl vor vier Jahren.

Damit hat das Börsenbarometer aus technischer Sicht wieder die wichtige Marke von 12.200 Zähler überwunden. Sollte die Frankfurter Benchmark nachhaltig darüber bleiben, wäre die Korrektur seit Ende Oktober laut technischer Analyse beendet. Bereits am gestrigen Dienstag setzte der deutsche Leitindex seinen Höhenflug vom Wochenanfang fort und schloss 2,5 Prozent höher bei 12.088 Punkten.

Auch wenn noch kein eindeutiger Sieger der US-Wahl feststeht, stellen sich Investoren auf eine zweite Amtszeit von Donald Trump ein. (Aktuelles zur Wahl lesen Sie in unserem Newsblog) Er hat sich bereits zum Sieger erklärt, will die Auszählung der Stimmen vor Gericht stoppen. Es könnte aber bis Freitag dauern, bis das genaue Ergebnis vorliegt.

Naeem Aslam, Chefmarktanalyst beim Brokerhaus Avatrade, rechnete bereits vor dem Handelsstart mit einem Wahlsieg Trumps. „Was die Märkte angeht, so ist klar, dass die Händler damit glücklich sind, weil sie wissen, dass Trump ein weiteres massives Konjunkturpaket und noch mehr Deregulierung mitbringt.“

Vor allem die Techwerte dürften von einer zweiten Amtszeit des Republikaners profitieren, sagte Andrew Brenner, Analyst bei NatAlliance Securities. Unter einem Präsidenten Joe Biden dürften sie sich deutlich schlechter entwickeln, unter anderem weil die Demokraten die Branche in Anhörungen kritisiert hatten und weil höhere Unternehmensteuern die Firmen belasten dürften.

So liegt der Terminkontrakt auf den Nasdaq 100, dem Auswahlbarometer der US-Technologiebörse, derzeit knapp vier Prozent im Plus. Auch der heimische TecDax schneidet mit einem Plus von 1,8 Prozent im Vergleich zum Dax besser ab.

Doch die nächsten Handelstage am deutschen Aktienmarkt könnten noch turbulent verlaufen. Nicht nur die politische Stimmung in den USA deutet auf eine Polarisierung hin, auch das Verhalten der Börsianer. Viele hatten eine feste Meinung, welche Aktien von welchem Kandidaten profitieren würden und hatten entsprechend gekauft. Nun müssen sie ihre Positionen an das Wahlergebnis anpassen. Das könnte zu hektischen Kursbewegungen führen.

Entsprechend werden derzeit am Markt die Papiere verkauft, die von einem US-Präsidenten Joe Biden profitiert hätten. Dazu zählen die Aktien, die zum Bereich „saubere Energie“ zählen, wie die vom Windkraftanlagenbauer Nordex. Das Minus bei dem Papier liegt bei mehr rund 3,9 Prozent.

Anleger sollten sich „auf eine lange Nachspielzeit“ einstellen, sagte Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING. „Es kommt nun doch zur nicht ganz unerwarteten Hängepartie, mit möglichen Aufregern, Unruhe und Unsicherheit an den Finanzmärkten. Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, warnte davor, dass die Stimmung jederzeit kippen könnte.

Zur Erinnerung: Bereits vor vier Jahren, nachdem der Sieg von Donald Trump feststand, verlief der Handel an der Frankfurter Börse turbulent. Nach dem Wahlergebnis startete der Dax am 9. November 2016 mit Verlusten von bis zu 2,9 Prozent in den Handel. Der deutsche Leitindex lag zur Eröffnung bei 10.181 Zählern und ging mit einem Schlussstand von 10.646 Punkten aus dem Handel. Die Tagesdifferenz lag bei 465 Zählern.

Blick auf die Einzelwerte

BMW: Der Automobilkonzern konnte trotz eines Umsatzrückgangs im dritten Quartal den Vorsteuergewinn steigern. Dank guter Geschäfte in China stieg das Konzernergebnis vor Steuern um nahezu zehn Prozent auf 2,46 Milliarden Euro. BMW bekräftigte die Erwartung, dass das Konzernergebnis vor Steuern im Gesamtjahr deutlich zurückgeht, also um mehr als zehn Prozent. Die Aktie legt 1,3 Prozent zu.

Vonovia: Der größte deutsche Immobilienkonzern profitiert von einem optimistischen Ausblick. Die Aktien legen 2,7 Prozent zu. Der Konzern erwartet, dass das Ergebnis 2020 trotz der Coronakrise am oberen Ende der Prognose liegen werde.

Hannover Rück: Die Corona-Pandemie wird den Gewinn des Versicherungskonzerns in diesem Jahr um mehr als ein Drittel dezimieren. Der weltweit drittgrößte Rückversicherer rechnet mit einem Nettoergebnis von mehr als 800 Millionen (Vorjahr: 1,28 Milliarden) Euro. Dies liegt jedoch über den Erwartungen der Analysten. Eine Dividende von vier Euro je Aktie sieht Hannover Rück auch in diesem Jahr als gesichert an. Die Aktie steigt 1,6 Prozent.

Zalando: Der Online-Modehändler Zalando läuft in der Corona-Krise zur Hochform auf. Das honorieren auch die Aktionäre, der Titel legt 3,1 Prozent zu und erreicht mit 88,85 Euro ein neues Rekordhoch. Weil viele Kunden auf Käufe über das Internet umstiegen, sprang der Umsatz im dritten Quartal um mehr als ein Fünftel auf 1,85 Milliarden Euro. Das bereinigte Betriebsergebnis legte auf 118 Millionen Euro nach lediglich sechs Millionen Euro im Vorjahreszeitraum zu. Von einem Nachfragedämpfer wie zum Ausbruch der Pandemie im März ist nach Unternehmensangaben bisher nichts zu spüren.

Blick auf andere Assetklassen

Der Goldpreis je Feinunze (31,1 Gramm) schwankt um die Marke von 1900 Dollar. Am Markt wird wohl eine Wiederwahl von Donald Trump erwartet, doch die Lage wird für ihn nicht einfacher. Denn die Demokraten verteidigen offenbar ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus. Möglicherweise könnten die Republikaner sogar ihre Mehrheit im Senat verlieren.

Diese Konstellation bedeutet: Es dürfte einige Zeit dauern, bis es in den USA zu einer neuen Finanzspritze kommt. Trump muss sich mit den Demokraten auf eine Höhe verständigen. Die Messlatte dafür liegt bei rund zwei Billionen Dollar. Als Folge eines solchen Pakets erhöht sich die Staatsverschuldung deutlich, was wiederum dem Goldpreis anschließend Auftrieb geben würde.

Vor vier Jahren rutschte der Goldpreis in den sechs Wochen nach der Wahl um mehr als 13 Prozent ab. Ein derartiger Verlust ist aber diesmal eher unwahrscheinlich, auch wenn die Verabschiedung des Konjunkturpakets länger dauern dürfte.

Die Anleger am Ölmarkt setzen ebenfalls vorsichtig auf einen Sieg des Republikaners Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl. Leichtes US-Öl verteuerte sich um bis zu 3,3 Prozent auf 3892 Dollar je Barrel (159 Liter), Nordseeöl der Sorte Brent kostete mit 40,80 Dollar 2,7 Prozent mehr.

Die Wahl wird zur Hängepartie. Trump reklamierte den Sieg für sich, obwohl Millionen von Stimmen immer noch nicht ausgezählt sind. Für die Ölmärkte sei der Republikaner der Favorit, sagte Commerzbank-Experte Eugen Weinberg. Trump hatte sich für die Ölbranche eingesetzt und zudem das Atomabkommen mit dem Iran gekündigt, womit er die Rückkehr der Islamischen Republik auf den Weltmarkt behinderte.

Was die Dax-Charttechnik sagt

Die technische Analyse dürfte in den kommenden Handelstagen Orientierung bieten. Auf der Unterseite ist der Bereich um 11.450 Punkte wichtig, dort liegen drei Tagestiefs aus der vergangenen Woche. Auf diesem Level herrscht also seit Mittwoch vor einer Woche mehr Nachfrage als Angebot. Sollte der Dax aber deutlich tiefer rutschen, besteht die Gefahr, dass diese neuen Käufer sich schnell verabschieden und den Abwärtsdruck verstärken. Dann käme die Marke von 11.000 Punkten ins Spiel.

Warum 11.000 Zähler? Der Dax hat sich längere Zeit in einer Seitwärtsspanne von 1200 Punkten bewegt und diese mit dem Rutsch unter die Marke von 12.200 Zählern aufgelöst. 12.200 minus 1200 ergibt 11.000 Punkte. So funktioniert die technische Analyse, die oftmals wichtige Anhaltspunkte bietet. Zudem hatten die deutschen Standardwerte Mitte März auf diesem Niveau ein wichtiges Zwischenhoch (11.032 Punkte) ausgebildet.

Entsprechend würde sich die Lage erst deutlich verbessern, wenn der Dax wieder den Bereich um 12.200 Zähler überwinden würde.

Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax. Aktuelle Leerverkäufe von Investoren finden Sie in unserer Datenbank zu Leerverkäufen.



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Boeing 777 mit Triebwerksschaden: Frachtflieger muss in Moskau notlanden

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Boeing 777 mit Triebwerksschaden

Frachtflieger muss in Moskau notlanden

Nach dem Triebwerksbrand bei einer Boeing 777 über Denver kommt es nahe Moskau nun zu einem ähnlichen Vorfall: Ein Großraumjet von Rossiya Airlines habe nach dem Ausfall eines Triebswerks notlanden müssen, heißt es. Verletzt wurde niemand.

Nach einem Triebwerksausfall ist eine Boeing 777 in der russischen Hauptstadt Moskau notgelandet. Das linke Triebwerk des Großraumjets sei auf dem Flug von Hongkong nach Madrid ausgefallen, meldete die Agentur Interfax unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen. Die Passagiermaschine, die demnach zum Transport von Fracht genutzt wurde, sei sicher auf Moskaus größtem Flughafen Scheremetjewo aufgesetzt. „Es wurde niemand verletzt“, schreibt Interfax.

Vor gut einer Woche waren in den USA nach einem Triebwerksausfall große Flugzeugteile einer Boeing 777 von United Airlines (UA) in der Nähe von Denver als Trümmer in Wohngebiete gestürzt. Ein von einem Passagier gedrehtes Video zeigt, wie Flammen während des Fluges aus dem rechten Triebwerk schlugen. Die Verkleidung war zu diesem Zeitpunkt bereits in die Tiefe gestürzt.

Als Folge dieses Vorfalls ordnete die US-Luftfahrtbehörde FAA hat für bestimmte Triebwerke von Pratt & Whitney besondere Tests an. Dabei sollen bei den Triebwerkstypen, deren Teile abgefallen waren, die Turbinenschaufeln mit einem Wärmebild-Verfahren untersucht werden, hatte die US-Behörde mitgeteilt. Man werde diese Testergebnisse eng verfolgen und diese entsprechend mit den anderen Erkenntnissen aus der laufenden Untersuchung des Vorfalls bei weiteren Entscheidungen berücksichtigen.

Nach dem Triebwerksausfall an der Boeing 777 nahe Denver droht nun zahlreichen Großraumjets dieses Typs ein Flugverbot. In Japan und Großbritannien dürfen die Maschinen mit diesem Antrieb von Pratt & Whitney vorerst nicht mehr verkehren. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hatte am Wochenende bereits eine entsprechende Notfall-Richtlinie angekündigt.



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Aktien Asien: Deutliche Verluste – Technologiewerte unter Druck

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TOKIO/HONGKONG/SHANGHAI (dpa-AFX) – Die wichtigsten Aktienmärkte in Fernost haben am Freitag deutlich verloren. Wieder aufgeflammte Zinsängste sorgten für die stärksten Abgaben seit März vergangenen Jahres. Damit geht eine Woche mit stärkeren Schwankungen zu Ende. Verlusten in der ersten Hälfte folgte eine Erholung am Donnerstag, bevor es nun wieder abwärts ging. Unter dem Strich notieren die wichtigsten Indizes Asiens unter dem Stand vor einer Woche. Damit ist auch die Aufwärtsbewegung seit Jahresbeginn ins Stottern geraten.

Die gestiegenen Renditen am Anleihemarkt hätten sich besonders auf die hoch bewerteten Technologieaktien negativ ausgewirkt, merkte Marktstratege Stephen Innes vom Broker AxiCorp in einem Kommentar an. Das sorgte an den technologielastigeren Börsen wie Südkorea für Abgaben. Märkte, die stärker von traditionellen, zyklischen Branchen bestimmt sind, hätten sich dagegen besser geschlagen, so Analyst Jeffrey Halley vom Broker Oanda. Rückläufige Rohstoffpreise seien allerdings dem australischen Aktienmarkt nicht gut bekommen. Hier ging es um über zwei Prozent nach unten.

Halley sieht den Renditeanstieg und die zugrunde liegenden Inflationssorgen noch gelassen. Der Preisanstieg spiegele eine sich normalisierende wirtschaftliche Aktivität nach dem Einbruch des vergangenen Jahres wider. Eine gefährliche Lohn-/Preis-Spirale sei derzeit nicht abzusehen.

Für den japanischen Leitindex Nikkei 225 fiel um knapp vier Prozent auf 28 966,01 Punkte. Der CSI-300-Index mit den 300 größten Unternehmen, die an Chinas Festlandsbörsen gelistet sind, notierte 2,43 Prozent tiefer mit 5336,76 Zählern. In Hongkong sank der Leitindex Hang Seng zuletzt um 3,35 Prozent auf 29 066,25 Punkte.



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Euro bleibt unter 1,22 US-Dollar

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Euro- und Dollar-Scheine

In den beiden Währungen wird ein Großteil der weltweiten Transaktionen abgewickelt.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Der Euro hat am Freitag weiter unter der Marke von 1,22 US-Dollar notiert. Unter diese Marke war er am Donnerstagabend im Zuge einer allgemein trüberen Marktstimmung gefallen. Am Freitagmorgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,2160 Dollar und damit etwas weniger als am Vorabend.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagnachmittag noch auf 1,2225 Dollar festgesetzt.

Der Euro wurde vor allem durch den stärkeren US-Dollar belastet. Die amerikanische Währung profitierte von der trüberen Stimmung an den Aktienmärkten, ausgelöst durch steigende Kapitalmarktzinsen in den USA.

Hintergrund sind steigende Wachstums- und Inflationsaussichten in den Vereinigten Staaten infolge des von der Regierung angepeilten Konjunkturprogramms in Billionenhöhe.

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Am Freitag stehen einige Wirtschaftsdaten auf dem Programm. In Europa werden Wachstums- und Preisdaten aus großen Volkswirtschaften wie Frankreich erwartet. In den USA stehen Zahlen zu den Konsumausgaben und zur Verbraucherstimmung an.



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