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Impfangebot für alle 12- bis 17-Jährigen soll rasch kommen

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Berlin Angesichts steigender Corona-Fallzahlen verstärken Bund und Länder die Bemühungen im Kampf gegen die Pandemie. Die Gesundheitsministerkonferenz will am Montag beschließen, dass auch alle Kinder und Jugendlichen ab zwölf Jahren ein Impfangebot erhalten sollen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine Impfung in dieser Altersgruppe bisher nur, wenn Vorerkrankungen vorliegen oder in der Familie besonders gefährdete Angehörige leben.

Seit Sonntag gilt zudem die Testpflicht für nicht geimpfte oder genesene Reiserückkehrer – unabhängig vom Urlaubsland. Die Bundespolizei hat nach eigenen Angaben mit stichprobenartigen Kontrollen in den Grenzregionen begonnen. „Wer nach Deutschland einreist, muss damit rechnen, kontrolliert zu werden“, sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer der „Bild am Sonntag“. Bundes- und Landespolizei arbeiteten „Hand in Hand“.

Die Bundesregierung erwägt zudem, Corona-Tests in absehbarer Zeit kostenpflichtig zu machen: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe schon vor Wochen gesagt, dass er es für denkbar halte, die Tests zu einem späteren Zeitpunkt für Ungeimpfte nicht mehr kostenlos anzubieten, teilte das Ministerium mit. „Der genaue Zeitpunkt ist noch festzulegen.“

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland steigt weiter an. Am Sonntag meldete das Robert Koch-Institut (RKI) 2097 Ansteckungen binnen eines Tages, vor einer Woche waren es 1548. Die Sieben-Tage-Inzidenz, die die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen beschreibt, stieg von 16,9 auf 17,5.

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Um das Impftempo zu erhöhen, soll jetzt auch flächendeckend allen 12- bis 17-Jährigen ein Impfangebot gemacht werden. Dies sieht die Beschlussvorlage des Bundes für die Gesundheitsministerkonferenz an diesem Montag vor, worüber die „Bild am Sonntag“ berichtete.

Ständige Impfkommission will bisher keine uneingeschränkte Empfehlung abgeben

Die Ressortchefs hatten schon Anfang Mai in einer Videoschalte beschlossen, Kindern und Jugendlichen bis Ende August ein Impfangebot mit dem Vakzin von Biontech-Pfizer zu machen, sollte die Europäische Arzneimittel-Agentur (Ema) den Impfstoff bis dahin für diese Altersgruppe zulassen.

Zwar hat die Ema Ende Mai die Zulassung erteilt, vor ein paar Tagen zusätzlich auch für den Impfstoff von Moderna. Doch in Deutschland bleibt die Ständige Impfkommission (Stiko) bisher bei ihrer Empfehlung, Zwölf- bis 17-Jährige nur zu impfen, wenn eine Vorerkrankung vorliegt oder Angehörige einem besonderen Risiko ausgesetzt sind.

Trotzdem haben die Impfungen längst in großem Stil begonnen. Deutschlandweit ist nach Daten des RKI bereits rund jeder fünfte Zwölf- bis 17-Jährige mindestens einmal geimpft. Den vollständigen Impfschutz haben gut neun Prozent der Kinder und Jugendlichen in der Altersgruppe.

Spitzenreiter bei den Erstimpfungen sind die Bundesländer Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen. Am niedrigsten liegen die Erstimpfungsquoten von Kindern und Jugendlichen in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Brandenburg. Insgesamt ist in Deutschland mittlerweile gut jeder zweite Bürger ab zwölf Jahren vollständig geimpft, rund 62 Prozent haben zumindest eine erste Spritze erhalten.

Die Stiko begründet ihre Zurückhaltung damit, dass bisher zu wenige Daten über geimpfte Kinder und Jugendliche vorlägen und man deshalb beispielsweise nur sehr wenig über mögliche Nebenwirkungen wisse. Außerdem seien Kinder und Jugendliche ohne Vorerkrankungen in der Regel nur selten von schweren Infektionsverläufen betroffen.

Die Stiko will aber neue Studien fortlaufend auswerten und ihre Empfehlung dann gegebenenfalls anpassen. Zuvor hatten prominente Politiker wie Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) die unabhängige Impfkommission gedrängt, ihre Entscheidung zu überdenken.

Vizekanzler Scholz macht sich für baldiges Ende der kostenfreien Corona-Tests stark

Um den Impfanreiz in der Bevölkerung weiter zu erhöhen, könnte es zudem Corona-Tests bald nicht mehr kostenlos geben. „Corona-Tests sollten kostenpflichtig werden, wenn alle sich hätten impfen lassen können – also in wenigen Wochen“, sagte Vizekanzler und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Ausnahmen müssten natürlich für die gelten, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können, sowie für Kinder und Jugendliche. Auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) forderte den Bund auf, Corona-Tests so schnell wie möglich kostenpflichtig zu machen.

Das Bundesgesundheitsministerium verwies auf frühere Äußerungen von Ressortchef Jens Spahn, wonach er es für denkbar halte, die Tests zu einem späteren Zeitpunkt für Ungeimpfte nicht mehr kostenlos anzubieten. Der genaue Zeitpunkt sei allerdings noch festzulegen, teilte das Ministerium mit.

Selbst zahlen müssen bereits Urlauber, die vor der Heimreise nach Deutschland zu einem Test verpflichtet sind. Die entsprechende Verordnung ist seit Sonntag in Kraft. Sie sieht vor, dass Reiserückkehrer, die nicht vollständig geimpft oder von einer Covid-Erkrankung genesen sind, bei der Rückkehr nach Deutschland einen negativen Corona-Test vorweisen müssen. Dies gilt unabhängig vom gewählten Verkehrsmittel und von der Risikoeinstufung des Urlaubslands.

Die Bundespolizei kündigte verstärkte Stichprobenkontrollen in den Grenzregionen und im Zugverkehr an. An den Grenzen werde aber niemand zurückgeschickt, teilte ein Sprecher mit. Die Daten würden erhoben und an das zuständige Gesundheitsamt weitergeleitet. „Wir erheben auch keine Bußgelder, sondern leiten die Anzeige einer Ordnungswidrigkeit an die zuständigen Behörden weiter“, erklärte der Sprecher weiter.

Mehr: Die Testpflicht für Reiserückkehrer hätte schon vor Monaten beschlossen werden müssen



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U18-Wahl: Ergebnisse der Jugend-Bundestagswahl 2021

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Die Ergebnisse der U18-Wahl 2021 im Überblick:

  • Die Grünen: 21,02 Prozent
  • SPD: 19,21 Prozent
  • CDU/CSU: 16,92 Prozent
  • FDP: 12,03 Prozent
  • Die Linke: 7,51 Prozent
  • AfD: 5,85 Prozent
  • Tierschutzpartei: 5,65 Prozent
  • Sonstige: 11,8 Prozent

Seit Montag, den 20. September 2021, stehen die Endergebnisse der U18-Bundestagswahl fest: 21 Prozent der jungen Menschen in Deutschland hätten ihr Kreuz bei der Partei von Annalena Baerbock und Robert Habeck gemacht, teilten das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) und der Deutsche Bundesjugendring (DBJR) am Dienstag offiziell mit. 

Knapp dahinter rangiert die SPD mit 19,2 Prozent auf Platz zwei, gefolgt von der Union mit 16,9 Prozent. Die FDP landete demnach mit zwölf Prozent auf dem vierten Rang. Die Linke kam auf 7,5 Prozent der Stimmen. Für die AfD stimmten 5,9 Prozent, für die Tierschutzpartei 5,7 Prozent. Auf die sonstigen Parteien verteilten sich 11,8 Prozent der Stimmen.

Hintergründe zur Jugendwahl 2021

Bundesweit stimmten nach Angaben des DBJR rund 262.000 Menschen unter 18 Jahren ab. Damit habe sich eine Rekordzahl an Kindern und Jugendlichen beteiligt. Das große Interesse an Politik sei ein deutliches Zeichen dafür, die Wahlaltersgrenzen in Deutschland abzusenken, teilte das DKHW mit. Zusammen mit dem DBJR und weiteren Jugendverbänden organisiert das Kinderhilfswerk die Wahlen.

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Fakt ist: Die Debatte um eine Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre hält sich seit Jahren – Parteien wie Bündnis 90/Die Grünen oder die FDP sind starke Befürworter einer solchen Reform.

Lesen Sie dazu: Wir sollten mit 16 schon die Welt retten dürfen

Immer neun Tage vor einem offiziellen Wahltermin stimmen die Heranwachsenden bei den U18-Wahlen ab. Alle Minderjährigen – unabhängig ihrer Staatsangehörigkeit – können an den Wahlen teilnehmen. Ausgewertet werden ausschließlich die Zweitstimmen. Das 1996 in Berlin gegründete Format existiert sowohl auf Europa- als auch auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene.

Mehr: Alle wichtigen Fragen und Antworten zur Bundestagswahl



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manager magazin – App Update

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Wir haben unsere manager magazin App erneuert. Leider funktionieren deshalb ältere App-Versionen aus technischen Gründen nicht mehr. Um weiterhin kostenlos Nachrichten, Analysen und Reportagen zu lesen, aktualisieren Sie bitte Ihre App:



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Der digitale Zauberer hat es mit handfesten Lieferketten-Problemen zu tun.

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New York Der Nike-CEO John Donahoe hat ein Nachschub-Problem: „Wenn unsere Schuhe vorher 40 Tage von Asien in die USA gebraucht haben, sind es jetzt 80“, erklärt der 61-Jährige, was es bedeutet, wenn in Vietnam die Fabriken still stehen und Covid die Häfen lahm legt. Die Engpässe in der Lieferkette machen dem Chef des Labels mit dem berühmten Swoosh-Logo deutlich zu schaffen, wie das jüngste Quartal zeigte.

Weil der Nachschub nur langsam kommt und die T-Shirts und Schuhe in Containern auf ihre Auslieferung warten, hat Donahoe seinen kurzfristigen Ausblick nach unten revidiert. An der Wall Street fiel der Aktienkurs am Freitag deshalb zwischenzeitlich um mehr als sechs Prozent.

20 Monate ist es her, da hat Donahoe die Führung des Sportartikel-Giganten übernommen. Der ehemalige Ebay-CEO sollte den skandalgeplagten Konzern mit seinem digitalen Know-How vorwärts bringen. Das hat vor allem in der Pandemie hervorragend geklappt. Doch nun muss er sich mit handfesten Produktionsproblemen herumschlagen.

Der Rückschlag kommt für Nike in einer Zeit, in der Donahoe die Pandemie eigentlich gut gemeistert hat. Auch die Investoren haben ihn dafür gefeiert: Die Aktie des schärfsten Konkurrenten der deutschen Sportmarken Adidas und Puma ist seit seinem Antritt um 50 Prozent gestiegen. Nur wenige Monate nach seinem Start im Januar 2020 hatte das Coronavirus auch die USA erreicht und der Manager musste seine digitale Erfahrung im Eiltempo einbringen: Die Läden waren zu, Donahoe musste fast komplett auf E-Commerce umstellen. Ein Gebiet, auf dem er sich dank Ebay zu seinem Glück bestens auskennt.

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Dabei hatte Donahoe eigentlich schon ohne Corona genug Baustellen in seinem neuen Job: Er hatte schließlich den langjährigen CEO Mark Parker ersetzt, der wegen mehrerer Skandale gehen musste. Parker hatte mit dem Nike-eigenen Trainingscamp „Oregon Project“ für negative Schlagzeilen gesorgt, weil sich die von Nike gesponserten Athleten mit Dopingvorwürfen konfrontiert sahen.

45 Prozent Frauen auf der Ebene der Vice Presidents

Auch beim Thema Frauen lag einiges im Argen: Mehrere Topmanager hatten das Unternehmen verlassen, nachdem sich Mitarbeiterinnen über sexuelle Belästigung und Benachteiligung beim Gehalt beschwert hatten. Zuvor war bekannt geworden, dass Nike in seine Sponsoren-Verträge Strafen festschrieb, sollten Spitzenathletinnen schwanger werden.

Mark Parker

Der langjährige Nike-Chef musste nach einer Reihe von Vorwürfen seinen Posten räumen.


(Foto: AP)

Bei den Schwarzen sah es nicht viel besser aus: Nike wird zwar vor allem in den USA als schwarze Marke wahrgenommen. Dafür sorgten Werbespots wie der mit dem Footballspieler Colin Kaepernick, der bei der Nationalhymne nicht aufstand – als Protest gegen polizeiliche Gewalt gegen Schwarze. Damit zog Nike sogar den Zorn von Donald Trump auf sich. Aber im Management suchte man die schwarzen Gesichter vergeblich.

Donahoe will das ändern. Er hat versprochen, dass bei den Vice-Presidents bis 2025 insgesamt 45 Prozent Frauen sein sollen. Außerdem sollen die Posten ab Direktor und höher zu 30 Prozent von ethnischen Minderheiten besetzt werden. Eigentlich hatte er auch eine 100-tägige „Zuhör“-Tour angekündigt. Doch die musste er virtuell abhalten.

Auch sonst ist sein Managementstil für Nike innovativ: Vor zwei Wochen gab der Meditations-Fan seinen Büro-Mitarbeitern weltweit eine Woche frei, um sich erholen und Energie tanken zu können.

Der aus Illinois stammende Manager war nach seiner Zeit als CEO des Beratungsunternehmen Bain & Co nicht nur lange Jahre CEO bei dem Online-Auktionshaus Ebay, wo er mehr als 40 Zukäufe tätigte. Er führte danach auch den Cloud-Computer-Spezialisten ServiceNow.

Völlig neu bei Nike war jedoch auch Donahoe nicht: Der Manager saß bereits im Verwaltungsrat. Das war zur Zeit seines Antritts eher ein Makel. Schließlich war er damit auch während der Skandale als unabhängiges Mitglied dabei.

„Bro”-Kultur bei Nike

Beobachter kritisierten schon lange Unternehmenskultur der Sportartikel-Firma. Alice Mann vom Finanzinvestor Blue Wolf Capital sprach von einer wahren „Bro-Culture“ – also einer männlich dominierten, unreifen Unternehmenskultur, wie sie auch bei vielen Start-ups im Silicon Valley vorzufinden ist.

Diesen Teil der Silicon-Valley-Kultur versucht Donahoe abzustoßen. Anlässlich der ‘Black Lives Matter’-Protesten nach der Tötung von George Floyd durch die Polizei schrieb er seinen Mitarbeitern: „Wir müssen in unserem eigenen Haus aufräumen!“ Außerdem hat Nike aus Solidarität den berühmten Slogan ‘Just do it’ in einem Spot in ‘For once, don’t do it’ abgewandelt. Darin rief Nike die Menschen auf, diesmal nicht so zu tun, als gäbe es keinen Rassismus.

Die digitale Ausrichtung wird Donahoe dagegen auch weiter beibehalten: „Auch wenn die Läden wieder zu den alten Umsätzen zurückkehren, so wachsen wir doch vielmehr digital“, ist er überzeugt.

Um die Kunden auch in Remote-Zeiten an sich zu binden, hat Nike verschiedene Mitglieder-Programme ins Leben gerufen, die nicht nur bessere Preise, sondern auch exklusiven Zugang etwa zu neuen, angesagten Sneakern bieten. „Wir sehen, dass Kunden, die exklusiven Zugang zu Sneakern bekommen, auch sonst mehr bei Nike kaufen“, erklärt er.

Angesichts der jüngsten Probleme mit der Lieferkette schreibt Gabrielle Carbone, Analystin bei der Deutschen Bank, dass Donahoe das Unternehmen auf lange Sicht gut positioniert hat und die Fabrikschließungen wegen Corona ein vorübergehendes Problem sind. „Während das Unternehmen sich mit Problemen bei der Lieferkette konfrontiert sieht, bleibt die Nachfrage nach Nike-Produkten robust“, ist sie überzeugt.

Mehr: Reebok ohne Adidas: Experten sehen eine Chance nur in der Fokussierung



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