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Hertha unter Druck: Beim Tabellenletzten müssen Punkte her – Berlin – Aktuelle Nachrichten

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Fußball

Hertha unter Druck: Beim Tabellenletzten müssen Punkte her

Herthas Trainer Ante Covic.

Foto: dpa

Berlin. Hertha BSC will seine sieglose Serie am vierten Spieltag der Fußball-Bundesliga beenden. Die Mannschaft von Trainer Ante Covic tritt an diesem Samstag beim 1. FSV Mainz an. Die Rheinhessen sind als einziges Team der Liga noch ohne Punkt und belegen den letzten Tabellenplatz. Hertha ist mit einem Punkt aus den ersten drei Partien Vorletzter. Zuletzt haben den Profis des Berliner Vereins nach Meinung von Covic die Entschlossenheit und das Selbstbewusstsein gefehlt. 90 Prozent würden auch in Mainz nicht reichen, warnte der Hertha-Coach.




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In der Champions League trifft Dortmunds Paco Alcácer auf seinen alten Arbeitgeber FC Barcelona

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Ganz genau weiß Paco Alcácer noch nicht, was er tun wird, wenn er am Dienstagabend im Westfalenstadion durch einen Treffer gegen den FC Barcelona eine Explosion der Freude auslösen sollte. Es wäre ein Tor gegen seine ehemaligen Kollegen, gegen einen Verein aus seinem Heimatland, die Rituale des Spiels sehen für solche Augenblicke eigentlich einen pietätvollen Verzicht auf große Jubelorgien vor.

Doch Alcácer verspürt offenbar auch ein Jahr nach seinem Wechsel in die Bundesliga noch Reste von Groll wie er jüngst gegenüber Radio Cadena SER Catalunya andeutete. „Ich würde das in dem Moment entscheiden“, erwiderte er auf die Frage nach seinen Jubelplänen, „Ich habe Respekt vor vielen Leuten und vielen ehemaligen Teamkollegen. Viele Leute haben sich sehr gut gegenüber mir verhalten und andere haben sich sehr schlecht benommen. Einige Leute beim FC Barcelona haben ihr Wort nicht gehalten.“ Diplomatie und Dankbarkeit klingen anders.

Die dunkle Seite offengelegt

Alcácer ist einer dieser Stürmer, die nicht ohne ihre besonderen Eigenheiten vorstellbar sind. Fußballer, die seit ihrer Kindheit treffen und treffen und treffen, die es gewohnt sind, auch dann gefeiert zu werden, wenn sie jenseits ihrer Momente vor dem Tor kaum auffallen. Der vorige Sonnabend war wieder einmal so ein Tag, als der 26 Jahre alte Spanier zwar das kostbare 1:0 gegen Bayer Leverkusen geschossen und das wegweisende 2:0 mit einer genialischen Finte vorbereitet hatte, die Daten der Spielanalysten aber auch die dunkle Seite dieses Fußballers offenlegten. Alcácer hatte nur 24 Ballaktionen, er war lediglich 8,59 Kilometer gelaufen, und er hatte nur elf Prozent seiner Zweikämpfe gewonnen.

Obwohl Alcácers Sturmpartner deutlich mehr gearbeitet hatten, sagte Sebastian Kehl, der Leiter der Lizenzspielerabteilung über den Torjäger: „Heute hat Paco auch ein enormes Laufpensum an den Tag gelegt, viel gestört zwischen den Innenverteidigern, und ist dann da, wenn man ihn braucht.“ Bei diesem Fußballer sehen sie gerne über mäßige Werte in vielen Diagnosekategorien hinweg. Denn Alcácer „ist ein echter Torjäger von hoher fußballerischer Qualität“ sagt BVB-Sportdirektor Michael Zorc. Und solche sind selten.

Für den BVB ist dem Spieler – Pokal und Supercup eingerechnet – in allen sechs Pflichtspielen der laufenden Saison ein Tor gelungen. Hinzu kommen drei Treffer für Spanien in der Länderspielpause – das Fußballpublikum hat sich längst an solche Quoten bei Alcácer gewöhnt. Neu ist hingegen, dass er mittlerweile spielen kann, ohne nach spätestens einer Stunde an die Leistungsgrenzen seines Körpers zu geraten. Im Vorjahr traf er oft als Einwechselspieler in den Schlussphasen der Partien des BVB, zwölf Jokertore innerhalb einer Saison sind Bundesliga-Rekord. Durchschnittlich traf Alcácer alle 67 Minuten, auch das ist eine Ligabestmarke unter den Spielern, die in einem Jahr zehn mal oder öfter zum Einsatz kamen. Allerdings war er auch immer wieder mal verletzt.

Der physische Zustand, in dem Alcácer aus Katalonien ins Revier gekommen war, muss für einen professionellen Fußballer ziemlich außergewöhnlich gewesen sein. Erst jetzt, ein Jahr später, wirkt er wirklich fit. In diesem Bereich habe der Angreifer „einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht“, sagte Kehl am Sonnabend, „wir sind froh, dass er die Kraft hat, alle zwei Tage zu spielen.“

Allerdings wird auch hier wieder die schwierige Seite Alcácers sichtbar. Nachdem der Torjäger mit beeindruckenden Quoten vom FC Valencia nach Barcelona gekommen war, wurde er von kritischen Barça-Fans schnell „paquete“ genannt, was im Fußballjargon so viel heißt wie „Lusche“ oder „Flasche“. Offensichtlich hat ihn seine Situation bei dem berühmten Weltklub so sehr frustriert, dass er sich nicht besonders gewissenhaft um seine Fitness gekümmert hat. Gegen die Sturmkonkurrenten Lionel Messi, dessen Kumpel Luis Suárez, den eigensinnigen Neymar und später auch Ousmane Dembélé konnte Alcácer sich nie durchsetzen. Nachdem er dann nach Dortmund gewechselt war, sagte der große Diego Maradona: „Paco ist viel besser als Messi. Er hatte leider keine Chance bei Barça, weil ihn Messi schlecht behandelt hat.“

Beachtliches Gemeinschaftswerk

So eine Aussage muss natürlich mit Vorsicht betrachtet werden, weil Messi und Maradona alles andere als Freunde sind und der ehemals beste Spieler der Welt nicht immer ganz zurechnungsfähig ist, wenn er redet. Dass die zwischenmenschlichen Konstellationen im Angriff des FC Barcelona seit Jahren nicht ganz einfach sind, wird aber immer wieder mal sichtbar. Alcácer muss sich damit jetzt nicht mehr herumplagen, er hat sein Glück beim BVB gefunden. Dass es den Dortmundern tatsächlich zu gelingen scheint, diesen außergewöhnlichen Spieler immer besser zu machen, ist ein beachtliches Gemeinschaftswerk der Mitspieler, der Trainer, der Physiotherapeuten und der Menschen im Umfeld des BVB. Nun hoffen sie, dass Alcácer sich nicht bremsen lässt bei seiner Begegnung mit der eigenen Vergangenheit.





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Strommarkt: Brüssel erlaubt Deal zwischen RWE und Eon unter Auflagen

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Die EU-Wettbewerbshüter haben den Stromdeal der deutschen Platzhirsche RWE und Eon unter Auflagen erlaubt. Er führe nicht zu weniger Auswahl und höheren Preisen, teilte die Brüsseler Behörde am Dienstag mit. Damit können Eon und RWE den deutschen Strommarkt umkrempeln.

Die beiden Essener Konzerne wollen die RWE-Tochter Innogy zerschlagen und ihre Geschäftsfelder komplett neu aufteilen. Eon soll die Netze und das Endkundengeschäft von Innogy erhalten, RWE die erneuerbaren Energien von Innogy und Eon.

Einstige Rivalen teilen sich Geschäftsbereiche auf

Die langjährigen Rivalen wollen sich nicht mehr in die Quere kommen. RWE wird zum Produzenten und Großhändler von Strom. Eon, künftig ohne eigene Kraftwerke, will sich auf den Transport und Verkauf von Strom, Gas und Energiedienstleistungen an Haushalte und Unternehmen konzentrieren. Neu ist auch: Beide Konzerne sind künftig geschäftlich eng miteinander verbunden. Denn RWE erhält im Zuge des Tauschgeschäfts eine Beteiligung von 16,7 Prozent an Eon und kann so von dessen Dividenden profitieren.

„Privat- und Geschäftskunden in Europa müssen Strom und Gas zu wettbewerbsfähigen Preisen beziehen können. Wir können heute die Übernahme von Innogy durch Eon genehmigen, weil die Verpflichtungszusagen von Eon sicherstellen, dass der Zusammenschluss in den Ländern, in denen diese Unternehmen tätig sind, nicht zu einer geringeren Auswahl und höheren Preisen führen wird“, sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager.

Zu den Auflagen gehört nun, dass Eon unter anderem 34 Ladestationen für Elektroautos an deutschen Autobahnen abgeben muss. Die Ladestationen sollen künftig von einem Drittanbieter betrieben werden. Zudem muss Eon die Verträge mit den meisten seiner Heizstromkunden in Deutschland abgeben.

RWE, wegen seiner Braunkohlekraftwerke in der Kritik, wird durch den Deal mit Eon zu einem führenden Anbieter von erneuerbaren Energien – bei der Windenergie auf See nach eigenen Angaben die Nummer zwei weltweit. Jedes Jahr will der Konzern künftig 1,5 Milliarden Euro in die erneuerbaren Energien investieren. In Deutschland wird der Anteil von RWE an der Ökostrom-Erzeugung aber vorerst nur gering ausfallen. Von den rund 100 Gigawatt erneuerbarer Energien in Deutschland verfügt RWE nach Angaben von Vorstandschef Rolf Martin Schmitz nur über ein Gigawatt.

Für Innogy, erst vor drei Jahren von der Konzernmutter RWE an die Börse gebracht, bedeutet die Entscheidung aus Brüssel das Aus. Der Großteil der mehr als 40 000 Mitarbeiter wird zu Eon wechseln. Dabei sollen bis zu 5000 Stellen aus beiden Unternehmen ohne betriebsbedingte Kündigungen abgebaut werden. Darüber hatte Eon-Chef Johannes Teyssen mit den Gewerkschaften eine Vereinbarung getroffen. Das neue Unternehmen wird den Namen Eon behalten. (dpa)





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Die neue Interview-Kolumne: Eine Curry mit Gregor Gysi – Heute: Das Auto

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Berlin –

Von nun an reden die Chefredakteure Jochen Arntz und Elmar Jehn jede Woche mit Gregor Gysi – über das, was die Stadt, das Land und die Welt bewegt. Kurz und klar, ein paar Minuten nur, solange man eben zusammensteht für eine Curry am Mittag in Berlin. Unser erstes Thema, wie könnte es anders sein in diesen Tagen: das Auto

Kann man links sein und SUV fahren?

Das eine schließt das andere nicht zwingend aus, auch wenn mir gerade kein Linker einfällt, der SUV fährt. Ich selbst käme mir in einem solchen Gefährt ziemlich verloren vor und frage mich, welchen Nutzwert ein so großes Auto mit einem eher höheren Spritverbrauch gerade auf kurzen Strecken haben soll. Das Gefährdungspotential für andere Verkehrsteilnehmer, wie es sich gerade erst auf so schreckliche Weise bestätigt hat, muss bedacht werden.

Braucht man in Berlin ein Auto?

Auch für mich überraschend hat eine Studie unlängst ergeben, dass man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in Berlin im Vergleich zu anderen Metropolen am schnellsten ans Ziel kommt. Insofern ginge es auch ohne. Allerdings kommt man selbst in Berlin öffentlich auch nicht überall hin, zum Beispiel nicht zum Ausflugsziel Moorlake.

Die Menschen müssen dafür durch ein noch besseres und zuverlässigeres öffentliches Verkehrssystem überzeugt werden. Das kostenfreie Ticket in Berlin, das der Senat für Schülerinnen und Schüler, Azubis und Studierende eingeführt hat, ist ein guter Anfang. Diese Verkehrsmittel brauchen aus Sicherheitsgründen mehr Personal und müssen auch dann fahren, wenn sie sich nicht rechnen. Dafür bezahlen wir schließlich Steuern. Verbote bringen nichts und Verteuerungen führen letztlich nur zu Privilegierten, die sich das Auto dann noch leisten können.

Ist die Diskussion ums Auto die neue soziale Frage?

Die Wohnungsfrage ist noch existentieller für die Menschen. Allerdings hat das Auto in Deutschland gesellschaftlich einen Stellenwert wie kaum in einem anderen Land. Hier wünschte ich mir etwas mehr französische Gelassenheit, wo das Auto eher als Nutzgegenstand betrachtet und entsprechend gefahren wird.

Vielleicht würde sich dann das Thema SUV von selbst erledigen, weil niemand solche Statussymbole brauchte. Ökologische Nachhaltigkeit wird sich allerdings nur dann gesamtgesellschaftlich durchsetzen lassen, wenn dies in sozialer Verantwortung geschieht.

Was sagt uns die Krise der Autoindustrie über den Zustand des Kapitalismus?

Es ist ein Trauerspiel, dass die Autokonzerne lieber Betrugssoftware entwickelt haben als Motoren, die die Grenzwerte in der Realität einhalten. Der Kapitalismus, der Markt an sich ist nicht in der Lage, ein umweltgerechtes, ressourcenschonendes Wirtschaften zu entwickeln. Die Politik muss einen Rahmen setzen, was die Bundesregierung gerade gegenüber der Autoindustrie deutlich vermissen lässt.

Da sind offenbar die Fotos vor blitzenden Karossen auf den Automessen wichtiger. Übrigens in den USA, in Australien, fast überall macht VW Vergleiche mit den Betrogenen, nur in Deutschland nicht, weil wir diese Art von Sammelklagen nicht eingeführt haben.

Warum hört man in der Klima-Debatte so wenig von den Linken – oder überlässt man das lieber Markus Söder?

Ministerpräsident Bodo Ramelow von den Linken muss sich in der Klima-Frage wirklich nicht verstecken. Er hat gerade mit seiner Koalition ein Programm beschlossen, um dem Wald zu helfen. Mir ist konkrete Politik allemal lieber als die eine oder andere Lautsprecherei. Aber grundsätzlich stellt sich die Frage, ob ein grüner Kapitalismus möglich ist. Die jungen Leute von Fridays for Future sind da, glaube ich, schon weiter.

Diese Debatte ist eine Chance für die Linke, weil damit die Überwindung von bestimmten Merkmalen des Kapitalismus nicht nur als soziale, sondern auch als klimapolitische Notwendigkeit auf die Tagesordnung kommt. Die Aufgabe der Linken ist es, beides zu verbinden.





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