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Hertha BSC verleiht Deyovaisio Zeefuik an Blackburn Rovers

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Berlin (dpa) – Fußball-Bundesligist Hertha BSC hat Deyovaisio Zeefuik verliehen. Der Flügelspieler spielt bis Saisonende in der englischen Championship bei den Blackburn Rovers. Die Engländer sicherten sich nach Hertha-Angaben eine Kaufoption für den Niederländer.

„In den vergangenen Tagen hat sich für Deyo die Möglichkeit des Wechsels nach England ergeben. Er möchte diese Chance auf mehr Spielzeit und zur Weiterentwicklung nutzen. Wir haben nun mit Blackburn eine Vereinbarung getroffen, die für alle Seiten passt“, sagte Herthas Geschäftsführer Sport Fredi Bobic.

Zeefuik kam im Sommer 2020 nach Berlin und lief seitdem in 34 Pflichtspielen auf. Er erzielte im März 2021 beim Bundesliga-Sieg gegen Bayer Leverkusen (3:0) seinen ersten und bisher einzigen Treffer.



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Wolff Fuss: An welchen Klubs sich der VfL Wolfsburg und Borussia Mönchengladbach orientieren sollten

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Zwei Wochen frei. Für Ende Januar ist das ungewöhnlich. Gerade auch, da die Rückrunde gerade erst wieder begonnen hat. Aber die WM in Katar wirft einen langen Schatten voraus, und so sehr sie auch mitunter gegeißelt wird, für Borussia Mönchengladbach oder den VfL Wolfsburg ist diese Pause im Moment ein Segen. Weil jetzt in Ruhe und ohne große Schweinwerfer noch einmal an entscheidenden Schrauben gedreht werden kann. Katar als Chance wäre eine irreführende, arg zugespitzte These. Die 14 Tage spielfrei sind es ganz sicher.

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Mit hohen Ambitionen in die Saison gestartet, drohen beide Vereine in den für gewöhnlich vollkommen irrationalen Abstiegskampf zu fallen oder sind bereits mittendrin. Gladbach gewinnt zwei von drei Vergleichen gegen die Bayern und verliert keinen einzigen. Der Puffer auf Bundesliga-Rang 16 beträgt nur noch drei Punkte. Champions-League-Teilnehmer Wolfsburg ist seit neun Bundesliga-Spielen ohne Sieg, verliert sieben davon. Der Abstand auf Platz 16 beträgt zwei Punkte.

All das wirkt zutiefst unlogisch. Beide brauchen nichts so sehr wie wieder festen Boden unter den Füßen. Beiden fehlt, was beispielsweise Bochum und Köln, zwei ursprünglich als Abstiegskandidaten gehandelte Klubs, mittlerweile zu Leitlinien erhoben haben. Taktische Disziplin und nahezu bedingungslose Hingabe und Bereitschaft. Dazu Mut und Intensität. Das hilft über manch individuelles Defizit hinweg. Individuelle Klasse haben beide erstgenannten Klubs im Überfluss. Es gilt vielmehr in diesen zwei Wochen einen Geist zu entwickeln, der den Fall stoppt. Noch ist Zeit.

Immer dienstags wechseln sich an dieser Stelle Bestseller-Autor Ronald Reng, die deutsche Fußball-Nationaltorhüterin Almuth Schult, Sky-Kommentator Wolff Fuss und Jochen Breyer, Moderator des ZDF-„Sportstudios“, mit Meinungsbeiträgen ab. Sie sind alle Kolum­nisten des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND), zu dem auch der SPORTBUZZER gehört.





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Alfred Gislason hat sich neu erfunden

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Die Handball-Europameisterschaft in Ungarn und der Slowakei ist eine Grenzerfahrung. Besonders für Bundestrainer Alfred Gislason. 15 Corona-Fälle machten sein drittes großes Turnier mit der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) erneut zu einem vermeintlichen Muster ohne Wert. Doch der 62-jährige, oft zum Geysir aus Akureyri stilisierte Isländer bewahrte Ruhe. Gislason erfand sich neu. Im Kern.

Wer den anderen, aus elf Kieler Jahren (2008-2019) beim THW womöglich unbekannten Alfred Gislason studieren wollte, musste nach einer Viertelstunde in der Partie gegen Schweden am Sonntag nur genau hinsehen. Abwehrkoloss Patrick Wiencek kam nach einer gelungenen Aktion – sagen wir gegen Albin Lagergren oder Jim Gottfridsson – vom Feld gelaufen und setzte sich nach dem Wechsel mit Spielmacher Philipp Weber auf die Bank. Was jetzt passierte, war nicht der zuweilen obligatorische Klaps mit der isländischen Pranke auf die Schulter, nach dem so mancher Ottonormalsportler zehn Physiotherapie-Einheiten bräuchte. Es war ein sanftes, fast zärtliches Streicheln, zufrieden warmes Zureden. Ein Schauspiel, in dem die vergangenen Wochen subsumiert sind wie in keinem anderen Moment in Bratislava.

Im Mai vergangenen Jahres ist Alfred Gislasons Ehefrau Kara gestorben. Ihren Ehering trägt der Isländer an einer Kette, greift auch im Spiel immer wieder an den Ring.
Quelle: Sascha Klahn

Ein Gefühl der Gelassenheit, das sich früh abzeichnete. Bei einem Besuch unserer Zeitung in der Wahlheimat Gislasons in Wendgräben (Sachsen-Anhalt) hatte der Bundestrainer im Dezember beim Tee über die Jungen doziert, die er zu einer Einheit zusammenschweißen wolle. Die Starken aus der U 21, die es in der Bundesliga so viel schwerer haben als ihre dänischen, ihre schwedischen Altersgenossen, weil sie in der Bundesliga oft auf der Bank sitzen, während ihre Vereine auf ausländische Profis setzen. „So wird die Ausgeglichenheit der Bundesliga zu einem deutschen Problem“, sagte Gislason damals. Ein Problem, das er bis zur Heim-EM 2024 lösen will. Darum hat er seinen Vertrag beim DHB verlängert und muss sich nun nach der WM 2021 in Ägypten bei einem weiteren Turnier ausgebremst sehen.

Umso bemerkenswerter, wie Gislason eine Hiobsbotschaft nach der anderen in Bratislava schulterte. Der junge Rechtsaußen Lukas Zerbe nannte das einmal „beeindruckend unbeeindruckt“. Rune Dahmke, der lange unter Gislason in Kiel spielte, stellte fest: „Als Bundestrainer ist Alfred lockerer geworden. Ich spüre einen Unterschied bei ihm. Aber bei einem Verein in der Bundesliga wie dem THW hat man auch weniger Zeit, Spieler zu integrieren.“ Mannschaftsarzt Dr. Philip Lübke, den Gislason aus Kiel zum DHB lotste, wählte in seiner Wahrnehmung Worte wie „fürsorglich“. „Er ist immer mit den Spielern im Dialog.“

„Diese Mannschaft macht mir Spaß“: Bundestrainer Alfred Gislason (re.) im Spiel gegen Polen.
Quelle: Sascha Klahn

Er, der in Kiel wie ein Puppenspieler, wie Meister Geppetto die Fäden von Handball-Superstars wie Filip Jicha oder Domagoj Duvnjak in der Hand halten, den Erfolg inszenieren musste, fing nun an, wieder selbst zu schnitzen, zu formen. Er öffnete den Jungen die Tür des Umbruchs. Einem Zweitligaspieler vom VfL Gummersbach wie Julian Köster. Er ließ den 21-Jährigen spielen – fast drei Stunden in sechs Spielen –, ließ ihn in den schönsten Momenten des deutschen Spiels strahlen, sich ausprobieren. „Ohne Alfred würde ich nicht so viel spielen. Wir haben einen Draht. Er spricht viel mit mir“, sagte Köster. Er ließ ihn aber auch Fehler machen, Schatten werfen in Begegnungen gegen Handball-Giganten wie Spanien oder Norwegen. Begegnungen, in denen Deutschland, durchgerüttelt und -geschüttelt vom Coronavirus wie kein anderer EM-Teilnehmer, chancenlos war.

Der neue Alfred Gislason suchte plötzlich nicht mehr nur die kurzfristige Lösung. Er, der sich früher mit seinen Zuckungen und Ausbrüchen am Spielfeldrand in jede Kurve warf, sich „nicht angucken“ mochte, verfiel nie in Hektik, behielt das große Ganze im Blick. Er gab der Aufbruchstimmung – so grotesk das nach diesem Turnier klingen mag – ein Gesicht, ein Gefühl. Der Jugend eine Chance geben. Das klang dann so: „Julian wird von seinen Fehlern lernen. Er war mutig. Das fand ich toll.“ Auch Patrick Wiencek hat eine Veränderung festgestellt: „Viele unerfahrene Spieler haben sehr wertvolle Erfahrungen gesammelt – auch wegen ihrer Fehler. Es ist sehr angenehm mit Alfred.“

Kurz nach den oben angesprochenen Streicheleinheiten für Wiencek nahm Gislason im Spiel gegen Schweden einen Angriff seiner Spieler in den Fokus. Fehlpass Köster an den Kreis, kein Zucken, kein Zurückfallen in die Rolle des Derwischs. Stattdessen ein kurzer Griff an den Hals, an dem der Ehering seiner im Mai vergangenen Jahres verstorbenen Frau Kara an einer goldenen Halskette immer nah bei ihm ist. „Der Ring hilft mir“, sagt Gislason. Er ist geerdet. Er ruht in sich. Gislason sagt: „Das glaubt mir vielleicht keiner, aber ich habe sehr viel Spaß hier an der Sache und freue mich über viele Dinge.” Er schafft Perspektiven.

Kurz nach der Niederlage gegen Schweden sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer: „Es tut mir leid für ihn. Für Alfred ist es an Verrücktheit nicht zu überbieten: Er hat noch kein normales Turnier absolvieren können, seit er im Amt ist.“ Schon der erste Lehrgang in Aschersleben, sein Debüt als Bundestrainer gegen die Niederlande waren 2020 ausgefallen, auch die WM 2021 und das olympische Turnier waren von der Pandemie überschattet. Und was macht Gislason? Bleibt in Bratislava gelassen, ein Fels in der Brandung, auch nach Niederlagen: „Ich komme aus einer Gegend, wo schon meine Vorfahren schnell reagieren mussten. Da hieß es: schnell reagieren oder tot. Daher kommt vielleicht meine Gelassenheit. Vielleicht bin ich hier weniger streng. Wir haben auch kaum trainiert.“ Dann lacht der Isländer ein herzliches Lachen, das Vorfreude weckt auf die kommenden zwei Jahre. „Aber keine Sorge. Das kommt noch.“



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Afrika-Cup: „Einfach schrecklich“ – Bestürzung in Kamerun nach Zuschauertragödie – Fußball

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Österreichischer Journalist – dank mutiger Hilfe entkommen

Kurt Wachter, ein österreichischer Journalist, war vor Ort und entkam der Katastrophe nur ganz knapp. „Ich war gut eine Stunde vor Anpfiff an genau diesem Eingang und konnte der Panik dank der mutigen Hilfe eines Stadion-Volunteers so gerade eben noch entkommen. Es war eine schreckliche Situation“, so Wachter.

Auch der dänische Journalist Buster Kirchner war Augenzeuge. „Vor dem Stadion war durch eine riesige Menschenmenge ein einziges Chaos“, berichtet er, „die Situation war absolut unübersichtlich. Zum Glück war ich nicht nahe genug an dem betreffenden Eingang, um Näheres über die Todesfälle mitbekommen zu haben.“

Chaos beim Abtransport der Leichen und Verletzten

Während das lokale Organisationskomitee die Todesfälle bestätigte, aber davon sprach, sich „in der unübersichtlichen Situation zunächst einen Überblick verschaffen“ zu wollen, wurden erste Berichte von dem Geschehen auf den Straßen und aus den umliegenden Krankenhäusern bekannt.

Der Abtransport der Leichen und Verletzten war offenbar aufgrund einer chaotischen Verkehrssituation stark verzögert, in den Kliniken herrschte Verzweiflung. „Viele der Verletzten waren in einem sehr bedrohlichen Zustand, als sie kamen“, berichtete Krankenschwester Olinge Prudence aus der Messassi-Klinik der Nachrichtenagentur AFP. „Wir müssen irgendwie sehen, dass wir sie in Spezial-Kliniken verlegen können“, so die Krankenschwester.

Bereits im Lauf der vergangenen Woche war es im von Fußball-Touristen derzeit vollgestopften Yaoundé zu einer Tragödie gekommen, als es in einem Nachtklub eine Explosion mit 14 Todesopfern gegeben hatte.

Stadioneingänge unzureichend konstruiert?

Ins 60.000 Zuschauer fassende Olembe-Stadion waren am Montag wegen der Corona-Pandemie nur 48.000 Zuschauer zugelassen worden. Und selbst für diese Menge seien die Stadioneingänge nicht ausreichend groß konstruiert, berichtete laut des britischen „Guardian“ ein Insider, der namentlich allerdings nicht genannt werden wollte.

Fehlende Sicherheitsstandards sind in afrikanischen Stadien keine Seltenheit, vor Arenen ist es bereits häufiger zu Massenpaniken mit Todesfällen gekommen. Im Olembe-Stadion in Yaoundé, das extra für den Afrika-Cup 2022 neu gebaut wurde, sollten zwei Viertelfinalspiele ausgetragen werden. CAF-Präsident Patrice Motsepe kündigte an, dass diese verlegt werden.

Spieler wussten nichts von der Tragödie

Trotz der Todesfälle war die Partie zwischen Gastgeber Kamerun und dem großen Außenseiter Komoren ausgetragen worden. Sowohl Reporter und Spieler hatten offenbar nichts mitbekommen von der vorangegangenen Katastrophe.

Gegen das personell arg dezimierte Außenseiterteam, das sogar mit einem Feldspieler im Tor hatte antreten müssen, hatte sich Kamerun lange erstaunlich schwer getan, ehe am Ende ein mühevoller 2:1-Sieg und der Einzug in die nächste Runde feststand. Echte Freude über den Sieg konnte sich angesichts der nach dem Spiel rasch verbreiteten Neuigkeiten allerdings naturgemäß nicht einstellen.


Stand: 25.01.2022, 12:32



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