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Unterhaltung

Heinz Rudolf Kunze über Musik in der Pandemie: „Die Depression ist monumental“

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Als er abnimmt, hat Heinz Rudolf Kunze gerade den Sonntagmorgenspaziergang mit seinem Hund hinter sich gebracht. Entspannt ist der Sänger, Liedermacher, Rockmusiker im Gespräch trotzdem kein bisschen am Telefon – eher gereizt bis zornig. Corona mache es Künstlern zu Beginn des dritten Jahres der Pandemie immer noch schwer bis unmöglich, ihren Beruf auszuüben, die Politik reagiere „tapsig“. Bezüglich der „Querdenker“- und Impfgegnerszene sieht Kunze eine allgemeine Entsolidarisierung: „Die Gesellschaft wird atomisiert.“

Herr Kunze, die Popmusik steht am Beginn des dritten Corona-Jahres. Wie geht es Ihnen?

Wenn Sie es wirklich wissen möchten, möchte ich auch nichts beschönigen. Es geht mir, und ich glaube, da spreche ich jetzt mal wirklich für alle Kollegen, sehr schlecht. Wenn ich nicht so eine heldenhafte Ehefrau hätte, die mich immer wieder rettet und mir erklärt, warum ich morgens aufstehen muss, dann wäre ich vermutlich schon 100 Kilometer tief in der Depression versunken.

Was macht Ihnen das Aufstehen so schwer?

Die Lage. Wir sind ja überhaupt nicht weiter. Seit zwei Jahren erklärt man uns, es wird besser, und es wird nicht besser. Alle handelnden und verantwortlichen Personen in der Politik, der Medizin und der Wissenschaft tappen offensichtlich im Dunkeln, so scheint es jedenfalls gelegentlich. Die Politik kann sich nicht aufraffen, konsequent gegen Impfgegner vorzugehen – was ich sehr bedauere. Weil in Deutschland ja jedes entschlossene Handeln sofort mit Hitler verwechselt wird.

Wie meinen Sie das, Herr Kunze?

Seit dem Zweiten Weltkrieg haben alle deutschen Politiker eine panische Angst davor, durch jedwedes entschlossene Handeln, auch wenn es notwendig sein sollte, in Totalitarismusverdacht zu geraten. Man denke nur an die entsprechenden Anwürfe, die sich Helmut Schmidt gefallen lassen musste, als er die Flut in Hamburg bekämpft hat und es wagte, ohne Genehmigung die Bundeswehr einzusetzen. Und so diskutiert man also mit diesen Idioten, die unsere Gesellschaft spalten und das gedeihliche Zusammenleben behindern.

Das klingt sehr zornig.

Weil die Zeit drängt. Vor ein paar Tagen habe ich einen Aufsatz von einem Mediziner gelesen, der gesagt hat, er mag sich noch gar nicht vorstellen, welche gesundheitlichen Schäden diese Zeit für die gesamte Gesellschaft bringt – dass Operationen aufgeschoben werden, dass Leute nicht mehr zur Vorsorge gehen, ihre Krankheiten nicht mehr richtig beachten aus Angst, eine Arztpraxis aufzusuchen. Abgesehen von Covid‑19 kommt da noch eine Lawine von Krankheiten auf uns zu.

Und die Künstler können weiterhin nicht auftreten.

Mein Beruf, das muss ich nicht erklären, ist so betroffen wie kaum ein anderer. Ich habe schon vor anderthalb Jahren gesagt, bald werde von uns nur noch die Hälfte da sein – der Rest werde Taxi fahren oder an der Tankstelle arbeiten. Ich kenne solche Fälle bei Musikern, die vor drei Jahren noch bei den größten deutschen Künstlern auf der Bühne standen. Und weitere Musiker, die ich gut kenne und die noch jung genug sind, denken darüber nach, ihren Beruf, den sie lieben, aufzugeben und was anderes zu lernen. Die Depression ist monumental.

Sie sind produktiv in vielen Bereichen, schreiben auch Bücher und Musicals. Und haben schon immer einen gewaltigen Songoutput. Haben Sie sich in der Zeit noch stärker aufs Liederschreiben verlegt?

Ich bin gerade dabei, mein nächstes Album fertigzumachen. Ich habe geschrieben wie ein Irrer, bin also gewiss nicht verstummt. Mein Ausstoß erhöht sich von Jahr zu Jahr. Und die Menge an Texten, die ich nicht vertonen kann, wächst ins Unermessliche. Ich werde eine riesige Portion an Texten hinterlassen, wenn ich nicht mehr lebe – woran sich gern andere Menschen abarbeiten können. Ich könnte derzeit wahrscheinlich 200 Songs allein über Corona veröffentlichen. Das werde ich tunlichst bleiben lassen, denn ich glaube, das will keine Sau hören.

Ich denke, es wäre schon von Interesse, diese seltsame Zeit in Liedern wiederzufinden.

Sie werden auf meinem nächsten Album natürlich schon hören, wie gereizt mich das alles macht. The Clash sind dagegen die Regensburger Domspatzen. (lacht)

Sie waren vor Corona zuweilen mit zwei Bands und obendrein noch solo unterwegs. Wie schwer war die Konzertvollbremsung durch die Pandemie für Sie?

Wir wollen ehrlich sein. Richtig gelähmt mit totaler Funkstille war ich nur sieben Monate lang. Dann konnte ich zumindest meine Solokonzerte – unter zum Teil drastischen Hygienemaßnahmen – wieder machen. Ich erinnere mich dabei an Kirchenkonzerte, die ich gab, bei denen die Leute in der Kirche mit sieben Meter zueinander Abstand saßen, und draußen vor der Kirche war eine Kneipe, in der die Menschen einander ohne Maske auf dem Schoß saßen und sich geknutscht haben. Gestern habe ich in Greven vor 400 Leuten gespielt – alle maskiert. Also: Im Alleingang ging einiges, mit Band nicht. Meine große Jubiläumstournee zu meinem 40. Bühnenjubiläum ist zweimal verschoben worden. Jetzt liegt sie auf April und Mai 2022 – und ob sie stattfinden kann, weiß niemand. Ich hoffe …

Wie ist Ihr im November erschienenes Album „Werdegang“ mit Neueinspielungen älterer Songs entstanden?

Ich bin quer durch Deutschland gereist – nach Hamburg, Berlin, Mannheim, Stuttgart – und habe mit vielen verschiedenen Produzenten gearbeitet. Das habe ich mir nicht nehmen lassen. Virtuelle Dateienverschickung – das hasse ich. Ich will vor Ort sein und mit den Leuten reden. Und das habe ich getan. Und festgestellt: Unter Kollegen geht die Depression bis zum Grund des Meeres. Ich habe so etwas noch nie erlebt – es ist in unserem kriegsfreien Leben die schlimmste Katastrophe.

Das Gefühl einer alles abschnürenden Enge.

Ja. Und das eine ist: Man hat keinen Sündenbock, man kann es keinem vorwerfen. Das andere: Die Politik reagiert so tapsig, planlos und verwirrt. Ich habe vor ein paar Tagen einen Songtext geschrieben, ich weiß noch nicht, ob ich den zum Song machen werde, aber darin heißt es ungefähr: „Als ich ein kleiner Junge war, habe ich immer gedacht, ich werde gut regiert / das sind alles kluge Leute, die sich um mich kümmern.“ Ich fühlte mich geborgen bei Willy Brandt und Helmut Schmidt und sogar bei Franz Josef Strauß und Herbert Wehner. Aber inzwischen habe ich das Gefühl, die sind alle viel doofer als ich und wissen überhaupt nicht, wo’s langgeht.

Wo geht’s denn lang?

Ich weiß es ja auch nicht. (lacht)

Hatten Sie Angst vor Corona? Mit 65 Jahren gehören Sie ja auch zu der Gruppe, die besonders vor schweren Covid‑19-Verläufen gewarnt wurde.

Ich hatte niemals Angst. Ich habe mich sofort impfen lassen, auch ein zweites oder drittes Mal. Und davor auch nicht. Ich lebe ja – wenn ich nicht auf Tour bin – mit meiner Frau sehr zurückgezogen. Wir sind eigentlich Eremiten. An unserem privaten Leben hat sich durch die Pandemie kaum etwas geändert: Wir lesen gerne, wir hören gerne Musik, wir sehen gerne fern. Wir sind keine Partygänger. Der einzige Unterschied war: Früher durften wir so leben, heute mussten wir so leben. Und wenn man das muss, wird es manchmal blöde. Aber die entscheidende Problemebene war schon der Beruf.

Wobei man bei Künstlern wie Ihnen, die im ganzen deutschsprachigen Raum bekannt sind, erst mal denkt: Na ja, finanziell braucht der sich keine Sorgen zu machen.

Das stimmt nicht. So viel Geld habe ich nicht. Das wird überschätzt. Klar, wenn man an die wenigen Schwerverdiener unserer Zunft wie Peter Maffay, Udo Lindenberg oder Helene Fischer denkt – die können auch noch zehn Jahre Pause machen. Aber alle anderen denken: Kann ich das noch ein Jahr überstehen?

Und ganz existenziell wird es für die Techniker oder Roadies …

Die technischen Helfer, von denen wir so abhängig sind, trifft es am allerschlimmsten. Bei denen kommt auch kein Gema-Geld rein wie bei uns Songschreibern. Viele arbeiten inzwischen bei Sicherheitsfirmen. Auch mein kluger Manager Matthias Winkler weiß nicht, was im April bei unserer Tour auf uns zukommt. Nachdem so viele den Beruf gewechselt haben, haben wir wenig Personal für live. Kommen die zurück? Ich kaue mir auf den Nägeln herum und frage mich das jeden Tag.

Wie erklären Sie sich diesbezüglich die überraschend große Menge an Impfunwilligen in Deutschland, die die Pandemie in die Länge ziehen?

Gestern habe ich gehört, dass 25 Prozent der Deutschen noch nicht geimpft sind. Unglaublich. Es gibt natürlich immer einen Bodensatz von Subproletariat, von Idioten, die keine Meldung erreicht. Dazu kommen die Verschwörungsidioten und das andere geistige Proletariat der Rechtsextremen. Ich fürchte, diese Situation kommt von den neuen Medien und dem ganzen Schwachsinn, der sich darin breitmacht. Ich nenne das mal den „Virus Trump“, der auch in unserem Land langsam um sich greift.

Tatsächlich sind deren Narrative vom Virus als – zum Beispiel – erfundenes Mittel für die „Merkel-Diktatur“ und die „Scholz-Diktatur“, um das Volk zu kontrollieren, so abstrus und vernunftfern, dass man sie für Comedy halten könnte.

Es gibt einen schönen Satz, den ich neulich gelesen habe: „200.000 Leute krakeelen in unserem Land: ‚Wir leben in einer Diktatur!‘ Würden wir in einer Diktatur leben, würden sie nicht krakeelen, dann wären diese 200.000 wahrscheinlich verschwunden.“

Diese Szene, die inzwischen von rechts durchwirkt und zum Teil angeführt wird, gefällt sich mit Symbolen, die die Nazis ihren Opfern aufzwangen, oder mit einem Selbstverständnis des Widerständlers gegen das System. Manche nähen sich einen gelben Stern auf den Mantel, auf dem „Ungeimpft“ steht, und eine Jana aus Kassel sah sich bei einer „Querdenker“-Demo allen Ernstes in der Tradition von Sophie Scholl, der hingerichteten Widerständlerin gegen den Nationalsozialismus.

Das liegt an der Bildungspolitik der letzten Jahrzehnte, dass jeder Abitur machen darf und geistig nichts mehr von den Menschen verlangt wird. Wir sind intellektuell offenbar auf dem geraden Weg in eine Neosteinzeit. Das ist meine größte Sorge überhaupt: die grassierende von unserem Bildungssystem mitverschuldete Verblödung der Menschheit. Die Leute wissen immer weniger und sind deswegen immer anfälliger für Schwachsinn.

Das Pochen auf die eigene Freiheit, den Impfgang nicht zu gehen, beinhaltet auch das zutiefst asozial erscheinende Verhalten, für andere das Risiko eines schweren Verlaufs oder sogar des Todes einzugehen.

Es hat eine Entsolidarisierung der Gesellschaft stattgefunden. Das ist der Wahnsinn des Identitären – jeder soll seine Identität feiern, soll einzeln sein, besonders und speziell. Das ist das Gegenteil, was Martin Luther King gesagt hat, dass alle Menschen gemeinschaftlich in Frieden zusammenleben sollen. Die Gesellschaft wird atomisiert. Warum? Keine Ahnung?

Sind Sie für eine Impfpflicht?

Ich bin sogar radikal für eine Impfpflicht. Und sehr enttäuscht über die zögerliche Haltung der deutschen Politik. Man könnte ja auch mal von Österreich lernen, ohne gleich einzumarschieren.

Hat die Pandemiezeit Sie verändert? Hat Sie das seelisch geprägt, sind Sie zynischer geworden?

Warten Sie mal das nächste Album ab. (lacht) Als Mensch verändert? Ich bin sehr deprimiert – wie viele Menschen. Und ich glaube, dass es nicht nur daran liegt, dass ich inzwischen 65 bin, dass ich keine Fernsehnachrichten mehr ertrage. Ich lese weiterhin meine Zeitung, aber die „Tagesschau“, dieses Bombardement aus schlechten Meldungen, halte ich nicht aus.

Worauf setzen Sie für das Jahr 2022?

Auf das, was Martin Heidegger am Ende seines Lebens gesagt hatte – auf einen Gott, den es nicht gibt, den es aber geben müsste.

Heinz Rudolf Kunze (65) gehört seit den Achtzigerjahren zu den bekanntesten Songwritern der deutschsprachigen Pop- und Rockmusik. Die Karriere des 1956 geborenen Sängers und Musikers begann 1980 mit dem Sieg beim Pop-Nachwuchs-Festival in Würzburg in der Sparte „Folk, Lied, Song“. 1981 veröffentlichte Kunze sein Debütalbum „Reine Nervensache“. Mit dem Album „Dein ist mein ganzes Herz“ und dem zugehörigen gleichnamigen Top-Ten-Hit wurde er 1985 einem breiten Pop- und Rockpublikum bekannt. Im November 2021 veröffentlichte der Musiker das Doppelalbum „Werdegang“ mit neuen, zum Teil deutlich veränderten Einspielungen älterer Songs. Kunze hat zwei Bands, die rockigere „Verstärkung“ und die akustische „Räuberzivil“, zu deren Klangfarben Folk, Country, Americana zählen. Er hat eine Tochter und einen Sohn und ist in zweiter Ehe verheiratet.



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Luxushotels, Networking und Bastian Baker

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Das Dolder Grand stellt sich vor. ©LS

Am 19. Mai 2022 empfingen die Leading Hotels auf ihrer Roadshow Kollegen und Partner bei einem Networking-Event. Rund 30 der 400 Hotels aus dem Leading Hotels-Verband stellten sich im Zürcher Hotel Widder vor.

Viele nutzten die Corona-Zeit, um Teilen ihres Hotels frischen Wind einzuhauchen. So berichtet Deniz Gruska vom Hotel Palace Berlin, dass sie das Innendesign ihrer Business-Zimmer generalüberholt haben und diese sich nun besser in das Gesamtlayout des Hotels einfügen. Und auch das Hotel Marbella Club in Málaga hat ihre Villen in der Zeit zum zentralen Produkt auf ihrem Gelände herausgearbeitet, schwärmt Andrea Surrà von ihrem Produkt. Für Isabelle Bouvier, General Managerin vom Royal Palm Beachcomber Hotel auf Mauritius, stehen Auffrischungs-Arbeiten erst noch bevor, verrät sie TRAVEL INSIDE. Unter anderem sei ein eigenes Programm für Teenager geplant.

Lucy Fröhlich vom Gstaad Palace im Berner Oberland berichtet, dass sie in den Pandemie-Jahren durchaus vom Inlandstourismus profitieren konnten. Schweizer stellten generell schon die meisten Besucher und während Corona habe dies noch mehr zugenommen.

Auch weitere, bekannte Hotelgrössen waren auf dem Event vertreten, wie das Hotel Bayerischer Hof in München, das The Ritz in London oder das Excelsior Hotel Ernst in Köln. Daniela Bodenstein, Sales Managerin vom Excelsior, schwärmte von dem besten Haus am Domplatz, in dem jedes Zimmer anders geschnitten ist und sich wie ein Stück zu Hause anfühlen soll. Als Geheimtipps gab sie TRAVEL INSIDE den Afternoon Tea im Wintergarten des Hotels mit und legte den Gin Tonic in der Piano Bar ans Herz, der der beste der Stadt sei.

Neben einem Flying Dinner freuten sich ausgewählte Gäste über ihre Hotelgewinne zu Häusern der anwesenden Leading Hotels-Partner. Die überraschende Showeinlage des Abends kam von Schweizer Singer-Songwriter Bastian Baker. «Ich habe gerade kurz Pause im Zirkus Knie, da wollte ich schnell vorbei kommen», scherzte er und gab ein paar seiner Songs zum Besten.

Luisa Schmidt



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Sonntagabend-Krimi: Meret Beckers Abschied aus dem «Tatort»

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Sonntagabend-Krimi
Meret Beckers Abschied aus dem «Tatort»

Nina Rubin (Meret Becker) in einer Szene des ARD-Krimis «Tatort – Das Mädchen, das allein nach Haus‘ geht». Foto: Hans Joachim Pfeiffer/rbb/ARD/dpa

© dpa-infocom GmbH

Meret Becker hört beim Berliner «Tatort» auf und hat sich mit einem dramatischen Finale verabschiedet. Deutsche Krimifans haben schon öfters Kommissare sterben gesehen. Manchmal ist das Ende kurios.

Wenn ein Schauspieler nach langer Zeit aus einer Rolle ausscheidet, dann tüfteln Drehbuchautoren oft: Wie kann der Abschied aussehen? Bei Schauspielerin Meret Becker war es endgültig.

Sie hat sich am Sonntagabend mit einem dramatischen Finale als Kommissarin Nina Rubin vom Berliner «Tatort»-Krimi im Ersten verabschiedet.

Am Ende der Folge «Das Mädchen, das allein nach Haus‘ geht», wird sie nach einem Showdown auf dem Flughafen von einem russischen Mafioso erschossen. Ihr Kollege Robert Karow (Mark Waschke) trägt sie in seinen Armen übers Flugfeld und und ruft verzweifelt: «Nina, nicht einschlafen!» Vergebens. In der letzten Szene ist zu sehen, wie die Polizeikollegen vor einem Foto von Rubin mit Trauerflor innehalten.

Ära geht zu Ende

Mit Beckers Abschied geht beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) eine «Tatort»-Ära zu Ende, die mit «Das Muli» 2015 begonnen hat. Dass sie aufhört, ist seit 2019 bekannt. Waschke wird in der nächsten Folge («Das Opfer») solo ermitteln. Beckers Nachfolgerin wird Corinna Harfouch.

Wenn Kommissare den Serientod sterben: Krimi-Fans kennen das. Im Februar fiel die Dortmunder Hauptkommissarin Martina Bönisch in der «Tatort»-Episode «Liebe mich» im dramatischen Finale eines tragischen Falls gezielten Schüssen zum Opfer. Damit verabschiedete sich Darstellerin Anna Schudt nach insgesamt 22 Einsätzen vom Ermittler-Team aus dem Ruhrgebiet.

Fans des Sonntagabend-Krimis der ARD mussten zuletzt einige Abschiede verkraften. Allein aus dem vierköpfigen Dortmund-Team ließ sich erst Daniel Kossik (Stefan Konarske) versetzen, dann quittierte Nora Dalay (Aylin Tezel) den Dienst. Im Rostocker «Polizeiruf 110» – ebenfalls im Ersten zu sehen – hängte zu Jahresanfang der von Charly Hübner gespielte Kommissar Sascha Bukow den Polizeiberuf an den Nagel. Im Jahr davor schied Maria Simon als Olga Lenski aus dem «Polizeiruf» aus – nach zehn Jahren als Ermittlerin in Brandenburg.

Dramatische Abschiede keine Seltenheit

Dramatischer verliefen die Abschiede vom «Tatort» in jüngerer Zeit: In der elften Folge des Weimar-«Tatorts», erstausgestrahlt an Neujahr 2021, stirbt Kommissar Lessing (Christian Ulmen) im Einsatz – auch wenn seine Frau und Kollegin Kira Dorn (Nora Tschirner) ihn zunächst noch an ihrer Seite wähnt. Ganze 17 Jahre gehörte Nadeshda Krusenstern (Friederike Kempter) zum Münster-Team von Frank Thiel (Axel Prahl) und Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers), bevor sie 2020 in der WDR-Produktion «Das Team» – einer Folge mit Ermittlern verschiedener Standorte und ohne festes Drehbuch – erschlagen wurde.

Das Ausscheiden eines TV-Kommissars aus einer Krimiserie hat im deutschen Fernsehen schon viele Varianten erlebt. Ein kleiner Schock für das Publikum waren etwa die tödlichen Schüsse auf ZDF-Kommissar Erwin Köster (Siegfried Lowitz) 1986. Der Schütze in dem Krimi war übrigens der spätere James-Bond-Bösewicht Christoph Waltz. ZDF-Kommissarin Lisa Wagner hatte 2021 als Winnie Heller hingegen ein eher kurioses Finale – sie wurde von einem Blitz erschlagen.

Oft passiert es aber auch ganz unblutig. Die «Tatort»-Kommissare Paul Stoever (Manfred Krug) und Peter Brockmöller (Charles Brauer) verabschiedeten sich 2001 mit einer Swing-Einlage und Cheerleadern.

dpa



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Pegasus Airlines ernennt neuen Chief Commercial Officer

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Onur Dedeköylü, Chief Commercial Officer Pegasus Airlines ©Pegasus Airlines

Seit dem 13. Mai 2022 leitet Onur Dedeköylü die kommerzielle Abteilung der Pegasus Airlines. Damit ist er zuständig für aus Verkauf, Netzwerkplanung, Marketing, Ertragsmanagement, Preisgestaltung, Kundenerlebnis und Fracht.

Als Senior Vice President Marketing leistete er seit 2010 einen wichtigen Beitrag zur digitalen Transformation der Fluggesellschaft, zum Markenaufbau und zum Produktmanagement des Zusatzprodukts. Der Wirtschaftsingenieur hat einen MBA-Abschluss in Marketing und Finanzen der Georgia State University in Atlanta.

Er begann seine Karriere bei Gillette in den Bereichen Vertrieb und Marketing. Nach seiner Tätigkeit in der globalen Zentrale der Abteilung für Gesundheitsprodukte von Kimberly Clark in Atlanta, USA, setzte er seine Karriere im Vereinigten Königreich fort. Dort arbeitete er in den Bereichen Marktforschung, Produktentwicklung und Markenmanagement in der europäischen Zentrale von Hasbro in Grossbritannien.

Anschliessend wechselte er in die Türkei, wo er die Ländergesellschaft der  der Coca-Cola Company führte. Im Jahr 2010 wechselte Onur Dedeköylü als Senior Vice President zu Pegasus Airlines. (TI)



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