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Guter Wille, aber keine Lösung: Gespräch mit Astrazeneca endet ergebnislos

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Guter Wille, aber keine Lösung

Gespräch mit Astrazeneca endet ergebnislos

Die EU hat sich bei ihrer Impfkampagne auf Lieferungen von Astrazeneca verlassen, doch das Unternehmen ist mit der Produktion ins Hintertreffen geraten. Zuerst werden die Länder bedient, die früher bestellt haben. Ein Krisengespräch am Abend läuft zwar konstruktiv, das hilft der EU aktuell aber kaum weiter.

Was für ein Hickhack: Die Europäische Union und der Pharmakonzern Astrazeneca streiten auf offener Bühne um Corona-Impfstoff. EU-Kommissarin Stella Kyriakides appellierte am Mittwoch an die moralische Verantwortung der Firma – die sich ihrerseits gegen Vorwürfe verwahrte. Auch ein Online-Krisengespräch am Abend brachte keine Lösung. Große Mengen Impfstoff für Deutschland und andere EU-Länder werden somit wohl Wochen oder Monate später kommen. Der schützende Piks könnte sich für Millionen Menschen verzögern.

„Wir bedauern, dass es immer noch keine Klarheit über den Lieferplan gibt und erbitten uns von Astrazeneca einen klaren Plan zur schnellen Lieferung der Impfstoffe, die wir für das erste Quartal reserviert haben“, erklärte Gesundheitskommissarin Kyriakides nach dem Krisentreffen mit Astrazeneca auf Twitter. „Wir werden mit dem Unternehmen zusammenarbeiten, um Lösungen zu finden und die Impfstoffe rasch für die EU-Bürger zu liefern.“ Sie lobte aber den konstruktiven Ton des Gesprächs mit Unternehmenschef Pascal Soriot, der sich persönlich zugeschaltet habe.

Astrazeneca teilte mit, es habe ein „konstruktives und offenes Gespräch“ über die Komplexität der Erhöhung bei der Impfstoff-Produktion und die Schwierigkeiten stattgefunden. Das Unternehmen habe eine noch engere Zusammenarbeit zugesagt, „um gemeinsam einen Weg für die Auslieferung unseres Impfstoffs in den kommenden Monaten aufzuzeichnen“.

Nur ein Bruchteil der Bestellung wird geliefert

Der Streit begann am Freitag mit der Ankündigung des britisch-schwedischen Herstellers, nach der für diese Woche erwarteten Zulassung des Impfstoffs weit weniger an die EU zu liefern als zugesagt. Von EU-Politikern wurden Zahlen genannt: Statt erwarteter 80 Millionen Impfdosen im ersten Quartal kämen nur 31 Millionen. Am Mittwoch deutete eine EU-Vertreterin an, dass die Dimension noch größer ist. Erwartet worden sei eine „dreistellige Zahl“, und geliefert werde davon nur ein Viertel. Seit Tagen setzen die EU-Kommission und die 27 EU-Staaten das Unternehmen deshalb unter Druck.

Die EU hat einen Rahmenvertrag über insgesamt 400 Millionen Impfdosen von Astrazeneca. Damit das Mittel schon bei Zulassung geliefert werden kann, wurden der Firma 336 Millionen Euro zur Aufstockung der Produktion zugesagt. Nach EU-Lesart hätte sie auf Halde produzieren müssen. Nun fragt die EU: Wo ist der Impfstoff? Bei dem Treffen am Mittwochabend sei die Frage auch nicht schlüssig beantwortet worden, hieß es aus Kommissionskreisen.

Astrazeneca-Chef Soriot hatte sich am Mittwoch unter anderem in einem Interview der „Welt“ geäußert – allerdings nicht zur Zufriedenheit der EU. Einige von Soriots Argumenten: Die EU habe ihren Vertrag später abgeschlossen als Großbritannien, wo das Astrazeneca-Mittel bereits genutzt wird. In der EU werde der Impfstoff in Belgien und den Niederlanden produziert. Und ausgerechnet dort sei in einer Anlage der Ertrag sehr niedrig. „Das machen wir ja nicht mit Absicht!“ Sein Team arbeite rund um die Uhr, um die Probleme zu lösen.

Zudem sagte Soriot, sein Unternehmen sei vertraglich nicht zur Lieferung bestimmter Mengen verpflichtet. Vielmehr habe man nur einen „best effort“ zugesagt, sich also im besten Sinne zu bemühen. In zwei bis drei Monaten sei das Problem zu lösen, sagte der Manager voraus. Und zu den konkreten Mengen: „Sobald wir in den nächsten Tagen die Zulassung erhalten, liefern wir drei Millionen Dosen. Dann jede Woche mehr, bis wir bei 17 Millionen sind. Die werden nach Bevölkerungszahl verteilt, für Deutschland mithin ungefähr drei Millionen in einem Monat.“ Das sei „gar nicht so schlecht“. Insgesamt werde die EU fair behandelt.

Boris Johnson hält sich zurück

Das alles wiederum empörte die EU-Seite. Es gebe einen Vertrag mit festen Lieferplänen je Quartal, und „best effort“ heiße nicht, dass keine Verpflichtung bestehe, hielt Gesundheitskommissarin Kyriakides entgegen. Im Vertrag sind nach EU-Angaben konkret vier Fabriken genannt, zwei davon in Großbritannien. Auch diese müssten für den EU-Auftrag eingesetzt werden, ergo soll Impfstoff von Großbritannien auf den Kontinent gebracht werden. Dass die EU ihren Vertrag später abgeschlossen habe, spiele ebenfalls keine Rolle. „Wir weisen die Logik des ‚Wer zuerst kommt, mahlt zuerst‘ zurück“, sagte Kyriakides. „Das gilt vielleicht beim Metzger um die Ecke, aber nicht bei Verträgen.“

Der britische Premierminister Boris Johnson will sich auf diese Debatte nicht einlassen. Es handle sich um eine Angelegenheit zwischen der EU und Astrazeneca, sagte Johnson am Mittwochabend in London und fügte hinzu: „Wir sind sehr zuversichtlich, was unseren Nachschub und unsere Verträge betrifft.“ Die EU-Kommission steht selbst in der Kritik, weil Impfstoff in der EU knapp ist und bisher prozentual weit weniger Menschen immunisiert wurden als etwa in Großbritannien oder Israel. Das liegt zum Teil daran, dass die Mittel in der EU eine Marktzulassung statt nur eine Notfallzulassung bekommen sollen – und das dauert länger. So hat die Impfkampagne später begonnen.

In der EU zugelassen sind derzeit Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna. Auch Biontech/Pfizer hatte zwischenzeitlich Produktionsprobleme, aber wohl nur kurzfristig. Astrazeneca wäre der dritte Hersteller mit EU-Zulassung. Die großen bestellten Mengen sollten die Impfkampagne in Fahrt bringen. Doch gibt es auch Fragezeichen, ob das Vakzin für ältere Menschen freigegeben wird. Experten der EU-Arzneimittelagentur EMA wollen sich am Freitag dazu äußern.



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Treffen der US-Konservativen: Heimspiel für Trump

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Stand: 01.03.2021 07:39 Uhr

Es war Trumps erster Auftritt seit dem 20. Januar – und es wirkte, als sei er nie abgewählt worden. Beim Konservativen-Treffen in Florida untermalte der Ex-Präsident seinen Führungsanspruch und schloss eine Rückkehr nicht aus.

Von Jule Käppel,
ARD-Studio Washington zzt. aus Orlando/Florida

„Habt ihr mich schon vermisst?“, fragte Donald Trump die Ultra-Konservativen auf ihrem Jahrestreffen in Orlando, Florida. Fast sechs Wochen hatte er sich nur sporadisch zu Wort gemeldet – in schriftlichen Statements und in Telefonaten mit rechten Fernsehsendern. Sein Comeback begann mit einer klaren Ansage zur Zukunft der republikanischen Partei.

„Wir haben die republikanische Partei. Sie wird sich vereinigen und stärker sein als je zuvor. Ich werde keine neue Partei gründen“, sagte Trump und nannte die Gerüchte „Fake News“. Die Spekulationen waren entstanden, nachdem einige hochrangige Parteimitglieder ihn im zweiten Amtsenthebungsverfahren schuldig gesprochen hatten. Auf der Bühne zählte er sie namentlich auf – sie wurden ausgebuht.

Attacke gegen Biden

Der Ex-Präsident sagte, die republikanische Partei verändere sich und nannte sie „eine Partei der Liebe“. In seiner gut anderthalbstündigen Rede nahm er sich viel Zeit, um die Regierung von Joe Biden zu kritisieren. Er verurteilte die Corona-, Energie- und Grenzpolitik.

Präsident Bidens Entscheidungen seien ein „Desaster“. „Eure Familien können immer noch nicht in lokalen Restaurants essen gehen“, sagte Trump. Aber Biden hole Tausende Flüchtlinge aus der ganzen Welt ins Land.

Hupkonzert für den Ex-Präsidenten

Auf der Bühne in den amerikanischen Nationalfarben hatte Trump ein Heimspiel. Auf der Zufahrt zum Tagungshotel begrüßte ihn ein Fahnenmeer am Straßenrand. Mit einem Hupkonzert und Jubelrufen feierten ausgelassene Anhänger die Rückkehr ihres Helden.

Dieser ungebrochene Rückhalt zeigte sich auch unter den Konferenzteilnehmern. In einer Umfrage mit mehr als 1000 Personen gaben sieben von zehn Konservative an, dass Trump 2024 erneut in den Kampf ums Weiße Haus einsteigen sollte.

Ihnen machte er verhalten Hoffnung. „Wer weiß, vielleicht entscheide ich mich, sie (die Demokraten, Anmerkung der Redaktion) ein drittes Mal zu schlagen“, sagte der Ex-Präsident. Er wiederholte seine unbewiesenen Behauptungen, dass die Wahl gestohlen worden sei. Der Saal war ganz seiner Meinung. Er habe gewonnen, skandierte die Menge.

Welle der Begeisterung

Die republikanische Partei hat keine Zeit länger zurückzuschauen. Sie will im kommenden Jahr bei den Zwischenwahlen die Mehrheitsverhältnisse im Kongress für sich entscheiden. Dabei sind die Konservativen auf Trumps Unterstützung angewiesen und er ließ daran keinen Zweifel.

„Ich werde weiterhin an eurer Seite kämpfen“, versprach er und eine Welle der Begeisterung schlug ihm entgegen. In seinem ersten öffentlichen Auftritt nach dem Amtsende zeigte sich Trump als unbestrittener Anführer der konservativen Bewegung. Für diese Führungsrolle findet er in den Reihen der wertekonservativen Anhänger volle Unterstützung. Der Machtverlust hat nichts an ihrer Liebe für ihn geändert.

Christiane Meier, ARD New York, zu Trumps Auftritt

tagesthemen 22:45 Uhr, 28.2.2021

Er machte ihnen Mut, dass sich die Partei zu neuer Stärke aufschwingt und in vier Jahren wieder ein triumphierender Republikaner ins Weiße Haus einziehen wird. „Wer das wohl sein wird?“, orakelte Trump und ließ die Frage nach seiner Rückkehr ins Rampenlicht noch offen.

Trumps erste Rede als Ex-Präsident beim Jahrestreffen der Konservativen

Jule Käppel, ARD Washington, 1.3.2021 · 06:26 Uhr





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Dem Rausschmiss zuvorkommen: Orban droht der EVP mit Austritt

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Dem Rausschmiss zuvorkommen

Orban droht der EVP mit Austritt

Die EVP-Mitgliedschaft der Partei von Ungarns Ministerpräsident Orban liegt bereits auf Eis, nun rückt eine Suspendierung der Fidesz-Mitglieder immer näher. Nun ergreift Orban selbst das Zepter – und droht damit, dass seine Parteikollegen aus der Fraktion austreten.

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban droht mit dem Austritt der Abgeordneten seiner Fidesz-Partei aus der Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP) im Europaparlament. Dieser Schritt werde unweigerlich erfolgen, falls die EVP-Fraktion der Änderung ihrer Geschäftsordnung zustimme, wie sie die Fraktionsspitze am vergangenen Freitag vorgeschlagen hatte. Das schrieb Orban in einem Brief an EVP-Fraktionschef Manfred Weber von der CSU, den die Fidesz-Vizevorsitzende Katalin Novak auf Twitter veröffentlichte.

Orban ist zugleich auch Vorsitzender der rechtsnationalen Fidesz-Partei. Die vorgeschlagene Änderung der Geschäftsordnung soll es ermöglichen, dass ganze Gruppen aus der Fraktion suspendiert oder ausgeschlossen werden können. Unter bestimmten Voraussetzungen bräuchte es dafür nur eine Mehrheit von über 50 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Die konservative Parteienfamilie EVP, in der auch CDU und CSU sind, ringt schon seit Jahren um ihren Umgang mit der ungarischen Mitgliedspartei. Die EVP-Mitgliedschaft des Fidesz wurde 2019 auf Eis gelegt – unter anderem wegen mutmaßlicher Verstöße gegen EU-Grundwerte sowie wegen Verbalattacken auf den damaligen EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker. Zur Fraktion im Europaparlament gehören die Fidesz-Abgeordneten bislang weiter.

„Wenn Fidesz nicht willkommen ist, …“

Das könnte sich infolge der angestrebten Modifikation der Geschäftsordnung ändern. Am kommenden Mittwoch soll die Fraktion über den Änderungsantrag abstimmen. In den Folgewochen könnte die Suspendierung stehen – wenn dem nicht der Austritt der Fidesz-Gruppe zuvorkommt.

Die Änderung der Geschäftsordnung würde zur „juristisch fragwürdigen Suspendierung unserer gewählten Abgeordneten in der EVP-Fraktion führen“, schrieb Orban im Brief an Weber. „Wenn Fidesz nicht willkommen ist, dann fühlen wir uns nicht verpflichtet, in der Fraktion zu verbleiben.“

Die Fidesz-Kritiker in der Fraktion halten dagegen: „Wir lassen uns nicht erpressen!“, sagte der österreichische Abgeordnete Othmar Karas am Sonntag. „Ich werde nicht locker lassen, die EVP-Fraktion als Hüterin der Werte und des Rechts auch nach innen glaubwürdig zu positionieren.“ Die Geschäftsordnung werde wie vorgesehen am Mittwoch geändert.



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Die Morgenlage: New-York-Gouverneur Cuomo äußert sich nach Belästigungsvorwürfen

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Die Morgenlage
„Flirt missverstanden“: New Yorks Gouverneur Cuomo äußert sich nach Belästigungsvorwürfen

Nach neuen Vorwürfen der sexuellen Belästigung hat sich New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo für mögliche „Fehlinterpretationen“ seines Verhaltens entschuldigt

© Jacquelyn Martin / AP / DPA

Große Mehrheit der Deutschen für Lockerung des Corona-Lockdowns +++ Donald Trump flirtet mit Präsidentschaftskandidatur 2024 +++ Friseure öffnen wieder +++ Die Nachrichtenlage am Montagmorgen.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo wurde zeitweise als Hoffnungsträger der Demokratischen Partei gehandelt. Nun erheben Ex-Mitarbeiterinnen schwere Anschuldigungen gegen den mächtigen Politiker – der sich falsch verstanden sieht. Sein Büro hat eine Untersuchung angekündigt, die Antworten bringen soll. Die Zustimmungswerte für Cuomo sind einer Umfrage zufolge allerdings schon jetzt deutlich gesunken.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag

Maas lenkt Blick auf verheerende humanitäre Lage im Jemen

Vor der internationalen Geberkonferenz für den Jemen hat Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) auf die verheerende Lage in dem Bürgerkriegsland aufmerksam gemacht. „Heute geht es nicht nur darum, im Jemen eine akute Hungersnot abzuwenden. Neue blutige Kämpfe um Marib, Cholera- und Polio-Ausbrüche, Heuschreckenplagen – die Not der Menschen sprengt jede Vorstellungskraft“, erklärte Maas heute. Er kündigte eine „substanzielle neue Hilfszusage“ Deutschlands für das Land an. Deutschland sei bereits jetzt einer der wichtigsten humanitären Geber, betonte Maas. Bei der Geberkonferenz werde die Bundesregierung mit einer weiteren Hilfszusage vorangehen „und eindringlich dafür werben, dass andere es uns gleich tun“.

Große Mehrheit der Deutschen für Lockerung des Corona-Lockdowns

Zweieinhalb Monate nach Beginn des harten Corona-Lockdowns ist es nach Auffassung einer großen Mehrheit der Deutschen Zeit für Lockerungen. Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur zufolge sind nur noch gut ein Drittel für eine Beibehaltung (26 Prozent) oder Verschärfung (9 Prozent) der geltenden Einschränkungen. 43 Prozent meinen dagegen, der Lockdown sollte bei den Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder an diesem Mittwoch weiter gelockert werden. 17 Prozent sind sogar für eine komplette Rückkehr zur Normalität. 5 Prozent machten keine Angaben. Zum ersten Mal seit Beginn des harten Lockdowns Mitte Dezember gibt es damit in den alle zwei bis vier Wochen durchgeführten YouGov-Umfragen eine Mehrheit für Lockerungen.

Golden-Globe-Verleihung per Video-Übertragung

In einem ungewöhnlichen Format hat gestern (Ortszeit) die Verleihung der Golden Globes begonnen. Statt wie üblich im vollen Ballsaal in Beverly Hills fand die wichtige Filmpreisgala Corona-bedingt als virtuelle Veranstaltung zeitgleich in Kalifornien und in New York statt – die Preisträger wurden per Video zugeschaltet. Der erste Golden Globe für die beste männliche Nebenrolle ging an Daniel Kaluuya. Als beste Schauspielerin in der Kategorie Komödie/Musical wurde Rosamund Pike ausgezeichnet. 

New Yorks Gouverneur spricht nach Belästigungsvorwürfen von Missverständnis

Der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo hat die Belästigungsvorwürfe zweier ehemaliger Mitarbeiterinnen gegen ihn als unglückliches Missverständnis beschrieben. Der Politiker der Demokratischen Partei erklärte gestern, es tue ihm „wirklich leid“, wenn seine Äußerungen als „unerwünschter Flirt missverstanden“ worden seien. Zuvor hatte der 63-jährige Demokrat auf Drängen von Parteikolleginnen einer unabhängigen Untersuchung der gegen ihn erhobenen Vorwürfe zugestimmt. Zwei frühere Mitarbeiterinnen werfen Cuomo vor, sie unverhohlen verbal sexuell angemacht zu haben. Eine von ihnen soll der Gouverneur auch unsittlich berührt haben. 

Iran lehnt Atom-Treffen mit USA vor Aufhebung der Sanktionen ab

Der Iran hat ein von der EU vorgeschlagenes Atom-Treffen mit den USA und anderen Vertragspartnern des Wiener Atomabkommens von 2015 abgelehnt. „Die USA müssen vorher zum Atomabkommen zurückkehren und die illegalen Sanktionen gegen den Iran aufheben (…) Dafür braucht man keine Verhandlungen“, sagte Außenamtssprecher Said Chatibsadeh am gestrigen Abend. Der Iran werde nur Taten anerkennen und dann entsprechend erwidern. „Wir werden zu unseren Verpflichtungen zurückkehren, sobald die Sanktionen aufgehoben sind“, wurde der Sprecher von der Nachrichtenagentur Isna zitiert. Teheran werde jedoch weiterhin die Zusammenarbeit mit dem EU-Außenbeauftragten Josep Borrell, den drei europäischen Staaten sowie China und Russland fortsetzen.

Donald Trump flirtet mit Präsidentschaftskandidatur 2024

Der frühere US-Präsident Donald Trump hat in seiner ersten Rede seit Amtsende seinen Führungsanspruch bei den Republikanern unterstrichen und mit einer Präsidentschaftskandidatur 2024 geflirtet. Die Demokraten hätten bei der Wahl vom 3. November in Wirklichkeit „das Weiße Haus verloren“, sagte Trump am Sonntag bei der Konservativen-Konferenz CPAC in Orlando vor jubelnden Anhängern. „Wer weiß, vielleicht werde ich mich entscheiden, sie ein drittes Mal zu schlagen.“ Trump wiederholte in seiner eineinhalbstündigen Rede vor konservativen Aktivisten und Politikern die Falschbehauptung, er habe die Wahl gegen den Demokraten Joe Biden gewonnen. Es sei „unmöglich“, dass er verloren habe, sagte der 74-Jährige, und wiederholte seine vielfach widerlegten Wahlbetrugsvorwürfe. Biden hatte die Wahl mit rund sieben Millionen Stimmen Vorsprung und einer klaren Mehrheit der Wahlleute gewonnen. Fünfeinhalb Wochen nach seinem Abgang aus dem Weißen Haus machte Trump auch deutlich, dass er bei seiner Republikanischen Partei weiter den Ton angeben will. „Ich werde keine neue Partei starten“, sagte der Ex-Präsident. „Wir haben die Republikanische Partei. Sie wird sich vereinen und stärker sein als jemals zuvor.“ Medienberichte, wonach er in den vergangenen Wochen die Gründung einer eigenen Partei erwogen haben soll, seien „Fake News“.

Was heute wichtig wird

Das sind die wichtigsten Themen und Termine des Tages:

Friseure öffnen wieder

Nach zweieinhalb Monaten im Corona-Lockdown dürfen heute bundesweit die Friseure wieder öffnen. Sie mussten seit dem 16. Dezember geschlossen bleiben, damals begann der harte Lockdown. In einigen Bundesländern öffnen zudem auch andere Einrichtungen, darunter sind etwa Gartenmärkte, Blumenläden, Fußpflegesalons oder Fahrschulen.

Österreich entscheidet über weitere Schritte in der Coronakrise

Drei Wochen nach Öffnung aller Geschäfte in Österreich entscheidet die Regierung in Wien heute über weitere Maßnahmen. Im Raum stand zuletzt der Neustart der Gastronomie und Hotellerie noch vor Ostern. Allerdings hat Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Sonntag die Entwicklung bei der Zahl der Neuinfektionen als „besorgniserregende Trendwende“ bezeichnet. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in Österreich aktuell bei etwa 160. Am Sonntag waren binnen 24 Stunden mehr als 2100 Fälle verzeichnet worden, ein Sonntags-Rekord für 2021. Haupttreiber der Steigerung sei die rasche Ausbreitung der stärker ansteckenden Mutanten in Österreich und ganz Europa, hieß es.

Urteil in Prozess gegen Frankreichs Ex-Präsident Sarkozy erwartet

Im spektakulären Prozess gegen Frankreichs ehemaligen Präsidenten Nicolas Sarkozy soll heute (13.30 Uhr) in Paris das Urteil verkündet werden. Der 66-Jährige muss sich mit zwei weiteren Beschuldigten wegen mutmaßlicher Bestechung und unerlaubter Einflussnahme verantworten. Sarkozy soll 2014 über seinen Anwalt Thierry Herzog von dem hohen Juristen Gilbert Azibert Ermittlungsgeheimnisse erhalten haben. Im Kern gefährdete dieses Verhalten die Unabhängigkeit der Justiz, so die Anklage.

Die Staatsanwaltschaft verlangt eine Haftstrafe von vier Jahren für Sarkozy – zwei davon zur Bewährung. Die Verteidigung fordert hingegen Freispruch. Sarkozy regierte von 2007 bis 2012 im Pariser Elyséepalast. 

Berlinale 2021: Digitaler Festivalteil beginnt

Die Filmfestspiele in Berlin finden wegen der Pandemie vorerst online statt. Am heutigen Morgen beginnt ein digitaler Branchentreff – dann sollen online die ersten Filme für Fachleute und Journalisten abrufbar sein. Am Freitag wird bekanntgegeben, welcher Film den Goldenen Bären als wichtigste Auszeichnung bekommt. Im Wettbewerb konkurrieren diesmal 15 Produktionen, darunter das Regiedebüt von Schauspieler Daniel Brühl mit dem Titel „Nebenan“, die Literaturverfilmung „Fabian oder Der Gang vor die Hunde“ von Dominik Graf oder der neue Film der Französin Céline Sciamma.

105. Stadtderby: FC St. Pauli empfängt Hamburger SV am Millerntor

Erstmals ohne Zuschauer stehen sich der FC St. Pauli und der HSV heute Abend (20.30 Uhr/Sky) im 105. Hamburger Stadtderby gegenüber. Um die Tabellenführung in der 2. Fußball-Bundesliga zurückzuerobern, benötigt der HSV im Millerntor-Stadion einen Sieg. Allerdings haben die Kiezkicker ihre vergangenen vier Punktspiele allesamt gewonnen, während das Team von Trainer Daniel Thioune zuletzt nur eine von fünf Partien für sich entscheiden konnten.

Weitere Nachrichten lesen Sie hier bei stern.de.  Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag.

Ihre stern-Redaktion

rw / sve
DPA
AFP



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