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Geheimnis um seine Tresor gelüftet

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Er wurde ermordet, vor 17 Jahren: Rudolph Moshammer. Das Leben des Modezaren mit dem Schoßhündchen unter dem Arm war so legendär wie geheimnisvoll. Jetzt kam ein neues Detail ans Licht.

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Es war die vielleicht größte Promi-Schocknachricht im Jahr 2005. Ein Prostituierter ermordete Rudolph Moshammer in dessen pompöser Grünwald-Villa mit einem Stromkabel. Mit 64 Jahren verstarb der berühmte Modezar und hinterließ so einige Legenden und Mythen, die sich Zeit seines Lebens um ihn rankten. 

Eine der offensichtlicheren Geheimnisse, weil sie wohl bei jedem Menschen bewusst hinter verschlossene Türen gesperrt werden: die Inhalte aus seinem Safe. Nach der Ermordung Moshammers öffnete die Polizei den Tresor und machte eine ungewöhnliche Entdeckung. Dies berichtet nun der Personenschützer Werner Wittek im Interview mit der „Bild“-Zeitung.

Demnach sei er von der Polizei gebeten worden, als enger Vertrauter des Toten bei der Tresor-Öffnung im Keller der Villa dabei zu sein. „Da war seine Krankenakte drin. Er war ja ständig in Behandlung, aber das sollte geheim bleiben. Alle Unterlagen von den Arztbesuchen wurden sofort im Tresor weg gesperrt“, erzählt der einstige Moshammer-Bodyguard.

„Sein Sexleben hat Moshammer sehr beschäftigt“

Wittek schildert auch eine Theorie, wieso ausgerechnet dieser Inhalt im Tresor schlummerte. Der 59-Jährige gehe davon aus, dass Mosi seine nie öffentlich gelebte Homosexualität mit seinem Leibarzt besprochen habe. Diese Gespräche, so seine Vermutung, seien auch Teil der Akte gewesen. „Sein Sexleben hat Moshammer sehr beschäftigt. Aber damals war ein Outing leider noch nicht so leicht wie heute“, beschreibt Wittek das Dilemma.

Auch zu der Ermordung seines ehemaligen Chefs äußert sich der Bodyguard: „Ich wünschte, ich hätte das verhindern können. Ich hatte ihn kurz vorher zu Hause abgeliefert“, so Wittek, der Moshammer immer an der Tür abliefern musste und nie in die vier Wände hineindurfte, wie er erklärt. Auch das habe mit seinem Sexleben zu tun gehabt, das Moshammer stets streng unter Verschluss gehalten hatte.



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Opernsänger Michael Müller-Kasztelan: Quarantäne statt Premiere

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Nach sieben Wochen Probe war es ein Schock: Corona-Test positiv, neun Tage vor der Premiere. Michael Müller-Kasztelan stand im Opernhaus auf der Bühne, als ihn Intendant Daniel Karasek herauswinkte und nach Hause schickte. „Ich konnte das gar nicht glauben. Wir waren in voller Fahrt, wollten raus mit dem Musical. Und ich hatte ja überhaupt keine Symptome“, sagt der Sänger, der im Musical „Sunset Boulevard“ die männliche Hauptrolle singt und spielt. Joe Gillis, ein erfolgloser Drehbuchschreiber in Hollywood, der per Zufall in den goldenen Käfig des verglühenden einstigen Stummfilmstars Norma Desmond gerät.

„Ein tolles Musical und eine tolle Rolle“, sagt der Tenor, seit der Spielzeit 2009/10 fest im Ensemble der Kieler Oper, „ich habe da sehr viel Energie hineingesteckt und sehr lange dran gefeilt, weil die Schauspielanteile doch größer sind als in der Oper. Im Grunde ist das ein Kammerspiel.“ Und das sollte nun alles einfach verpuffen? Glücklicherweise, erzählt er, habe ihm das Theater die Rolle offen gehalten. Der Zeitrahmen hätte gereicht, sich vor der Premiere am 22. Januar wieder freizutesten.

Es hätte noch klappen können mit der Premiere …

Erst recht, nachdem klar wurde. dass die bei Michael Müller-Kasztelan diagnostizierte Virenlast extrem gering war. „Der Infektiologe im Testlabor hätte mich nach einer ausführlichen Mundspülung wieder auf die Bühne gelassen“, scherzt er, „bei mir als Sänger sei wahrscheinlich nur Totmaterial auf dem Stäbchen gelandet, hat er gesagt. Letzteres war ernst gemeint.“

Im Vertrauen auf die baldige Freiheit testete sich Michael Müller-Kasztelan täglich selbst – stets negativ. „Es hätte also noch klappen können mit der Premiere“, sagt er. Als das Theater dann aber zwei Tage später das gesamte Premierenwochenende absagte, weil das Monitoring knapp 30 Positiv-Testungen in allen drei Ensembles ergeben hatte, war der Frust schon etwas abgeklungen. „Ich war auch etwas ausgepowert – und plötzlich konnte ich die kleine Zwangspause auch ein bisschen positiv sehen.“

Der Zwangspause die guten Seiten abgewinnen

Zeit, den Kopf freizumachen, sich schon mal auf kommende Projekte einzustimmen. Haydns „Jahreszeiten“ für das Philharmonische Konzert zum Beispiel, den Cassio im „Othello“ oder die Rolle in der Strauss-Oper „Salome“ beim Bergen Festival im Mai in Norwegen. Zeit aber auch für die Familie mit den beiden kleinen Söhnen. „Ich versuche sowieso, den Dingen die guten Seiten abzugewinnen“, sagt er, „mit einem positiven Mindset kommt man weiter.“

Das half auch, als sich letzten Sonntag doch Erkältungssymptome einstellten – und der PCR-Test eine deutliche Virenlast ergab. So war Corona doch noch bei Müller-Kasztelan angekommen; „der Kleine hat es aus der Schule mitgebracht“. Und während der Sänger nun wieder zu Hause festsitzt, kam auch Post vom Gesundheitsamt – mit der Nachricht, er sei jetzt genesen und könne die Quarantäne beenden …



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Danke für die Lektion, RTL

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„Wir müssen euch mitteilen, dass solche Äußerungen wie von Janina nicht toleriert werden können. Janina muss das Camp verlassen.“ Mit diesen Worten teilte Moderator Daniel Hartwich per Dschungeltelefon den Kandidatinnen und Kandidaten den Rauswurf von Bohlen-Ex Janina Youssefian aus „Ich bin ein Star – holt mich hier raus!“ (IBES) mit.

RTL, bisher in eigenen Formaten wenig zimperlich bei Beleidigungen und Mobbing, greift durch – mit aller Konsequenz. Nachdem Youssefian ihre Konkurrentin Linda Nobat rassistisch beleidigt hat, half auch eine mehr erzwungene als ehrliche Entschuldigung nicht weiter und Youssefian wurde von zwei Rangern aus dem südafrikanischen Dschungel abgeholt. RTL löst den Vertrag mit der 39-Jährigen auf und lässt sie alsbald die Heimreise antreten.

Deutliche Worte im Dschungelcamp nach rassistischer Entgleisung

Wenige Stunden zuvor eskalierte ein Streit zwischen Youssefian und ihrer schwarzen Mitcamperin Nobat. Mit Beleidigungen, Beschimpfungen und Zickereien machten die Beiden in den vergangenen Tagen auf sich aufmerksam und schenkten einander nichts.

Trauriger Höhepunkt: eine Auseinandersetzung, nachdem beide erfuhren, wieder gemeinsam in eine Dschungelprüfung zu müssen. Dann fielen in eben jenem Beleidigungs-Exzess zwei Sätze, die alles veränderten. „Geh doch in den Busch wieder zurück, wo du hingehörst“, sagte Youssefian zunächst von der wütend herumbrüllenden Nobat unbemerkt, wiederholte aber kurz darauf: „Geh doch in den Busch wieder.“ Das nahmen dann auch Nobat und die Mitcamperinnen und Mitcamper zur Kenntnis.

„Solche Aussagen sind scheiße“, quittierte Jasmin Herren sofort. „Janina, entschuldige dich dafür, das ist ganz, ganz, ganz schlimm“, sagte Anouschka Renzi in Richtung Youssefian, „das ist rassistisch.“ Harald Glööckler fand am Lagerfeuer deutliche Worte: „Das geht gar nicht, das ist rassistisch und das geht nicht.“ Und auch Tara Tabitha redete Youssefian ins Gewissen: „Das (sic!) Kommentar mit dem Busch kannst du wirklich nicht sagen!“

Dschungel-Kandidaten applaudieren nach Youssefian-Rauswurf

RTL bewertete den Vorfall genauso und warf Youssefian aus der Sendung. Unter den Kandidatinnen und Kandidaten gab es für diese Entscheidung Applaus. Auch weil das Team im Camp so deutlich Stellung bezog, hatte RTL in diesem Fall leichtes Spiel: Die Teilnehmenden selbst waren es, die den Rassismus als solchen benannten, sie waren es, die Youssefian permanent auf das Fehlverhalten hinwiesen und eine Entschuldigung erwirkten.

RTL musste nur noch Konsequenzen ziehen. Der Sender ließ die Hasstiraden von Nobat ungeahndet (wohl auch, weil sie der Quote dienen) und warf Youssefian wegen der zwei getätigten Busch-Sätze hinaus. Während Youssefian mehrfach noch im Dschungel anprangerte, dass Nobat sie übel beleidigt habe, und auf ihrem Instagram-Profil am Mittwoch schrieb, auch Nobat hätte wegen der Beleidigungen gehen müssen, wertet RTL die Vorkommnisse anders.

Warum eine rassistische Beleidigung anders als eine persönliche Beleidigung ist

Der Sender unterscheidet zwischen Beleidigungen gegen eine Person und rassistischen Beleidigungen gegen Menschen anderer Hautfarbe. So war Nobat zwar alles andere als zimperlich, bezeichnete Youssefian etwa als „dumme Bitch“. Diese hingegen beleidigte nicht nur Nobat als Person, sondern ihre Herkunft. Damit unterstellt sie, dass Nobat, deren Eltern aus Kamerun nach Deutschland kamen, wegen dieser Herkunft solch ein Verhalten zeige. Fehlverhalten wird also nicht mehr Nobat als Person und ihren Charaktereigenschaften zugeschrieben, sondern der Tatsache, dass sie schwarz ist und ihre Eltern aus Afrika stammen.

Nach mehrmaligen Aufforderungen der Kandidatinnen und Kandidaten bat Youssefian am nächsten Morgen um Entschuldigung – Nobat registrierte das, sagte sie, nahm die Entschuldigung aber nicht an. Es sei nicht so gemeint gewesen, sagte Youssefian, die im Iran geboren ist und 15 Jahre dort gelebt hat. Sie wollte Nobat umarmen, „glaubst du, ich bin eine Rassistin?“, fragte sie. Doch Nobat wandte sich ab.

Es folgte eine Premiere im deutschen Fernsehen: Unaufgeregt und nüchtern wurde der Rauswurf verkündet. In den sozialen Netzwerken gab es viel Lob für das Handling. Keine Witze, keine dramatische Musik, keine Dutzenden Wiederholungen. Während einige Zuschauerinnen und Zuschauer den Rauswurf für alternativlos halten und als richtig empfinden, gehen andere mit Youssefian d‘accord, wonach auch Nobat hätte rausgeworfen werden müssen.

Rassismus-Eklat im Dschungelcamp sagt viel über die deutsche Gesellschaft aus

Der Vorfall im Dschungelcamp offenbart jedoch viel mehr – es ist keine Sache, die sich nur zwischen zwei Reality-TV-Sternchen zutrug und niemanden weiter etwas angeht. Vielmehr erzählt dieser Vorfall mehr über die Gesellschaft in Deutschland im Jahr 2022 als vielen wohl bewusst ist – nicht nur, weil RTL diesen Unterschied zwischen persönlicher und rassistischer Beleidigung macht. Und deshalb ist es auch richtig und wichtig gewesen, dass RTL die Szenen ausgestrahlt hat.

Die Äußerungen von Youssefian waren unbedacht und wahrscheinlich tatsächlich „nicht so gemeint“. Das Problem: Nicht so gemeint ist in dem Fall trotzdem gesagt.

„Ihr könnt mal eine Umfrage machen, wie oft sich jemand dann anhören muss: ‚Das war aber nicht so gemeint.‘“, sagte Nobat im Interview. In Deutschland und der weiß dominierten Welt herrscht immer noch der Irrglaube, Rassismus sei nur, was offensichtlich, offen und direkt kommuniziert und gemeint sei. Rassisten sind Neonazis, Rechtsextreme, Rechtsradikale, aber nicht normale Bürgerinnen und Bürger, denen mal etwas „nicht so gemeintes“ rausrutscht. Und vor allem keine Menschen, die selbst Migrationshintergrund haben – die erleben schließlich auch selbst immer wieder Rassismus.

Rassistisches Gedankengut ist oft unbewusst und tief verankert

Eine ähnliche Diskussion gab es in Deutschland vor nicht allzu langer Zeit, als beim Einzelzeitfahren bei den Olympischen Spielen im August der Sportdirektor des Bund Deutscher Radfahrer, Patrick Moster, den Rennfahrer Nikias Arndt mit dem Ruf „Hol‘ die Kameltreiber“ anfeuerte. Moster, der aus Japan abreisen musste und von seinen Aufgaben entbunden wurde, sagte später zu seiner Verteidigung, die Worte seien ihm herausgerutscht.

Genau hier liegt aber der Irrtum. Die Aussagen von Youssefian und Moster offenbaren, wie tief verankert rassistisches Denken in Menschen steckt – hätten sie die Gedanken nicht vorher schon gehabt, wären sie in diesen Szenen nicht im Affekt ausgesprochen worden. Die Worte mögen nicht beabsichtigt und nicht bewusst rassistisch gewählt worden sein, sie legen dennoch rassistische Grundstrukturen offen.

Diese Strukturen ziehen sich durch alle Bereiche – und führen zu einer permanenten Abwertung von Black People / People of Color (BPoC) in Deutschland. Mit einem „nicht so gemeint“ ist der Absender fein raus. Statt sich der unbequemen Wahrheit über sich selbst zu stellen und das eigene Handeln zu reflektieren, befreit man sich damit selbst vom Vorwurf, rassistisches Gedankengut zu haben oder Rassismus zu verbreiten.

Janina Youssefian (links) und Linda Nobat konnten sich von Beginn an nicht ausstehen – und wurden von den Zuschauerinnen und Zuschauern genau deshalb zusammen in die Dschungelprüfung „Das Traumahaus der Stars“ gewählt. © Quelle: RTL

Unbewusster Rassismus: Was jeder dagegen tun kann

Bemerkenswert ist auch, wie Nobat den Vorfall einordnet. „Ich bin in der Situation, in der ich gerade bin, zum einhundertmillionsten Mal. Das hier ist nicht neu für mich“, berichtet sie. Über den Rauswurf sagt sie, es sei zum ersten Mal in ihrem Leben so, „dass etwas so gerecht gemacht wird.“ Dieser Satz offenbart, wie wenig ernst Rassismus in Deutschland 2022 immer noch genommen wird – trotz Black Lives Matter und Anti-Rassismus-Kampagnen.

Sollte es stimmen, dass rassistische Äußerungen ihr gegenüber nie Folgen hatten, ist das eine Bankrotterklärung der Gesellschaft. Immerhin handelt es sich in Deutschland um eine Straftat, die mit bis zu zwei Jahren Haft geahndet werden kann.

Hier sind wir alle gefragt: Es gilt, bei Vorfällen hinzuhören und einzuschreiten. Es gilt Menschen, die Rassismuserfahrungen haben, zuzuhören und ihnen nicht mit Sätzen wie „Ich mache keinen Unterschied in der Hautfarbe“ zu entgegnen, da sie erlebte rassistische Diskriminierung abwerten. Vor allem aber gilt, immer wieder das eigene Verhalten, das eigene Denken, das eigene Handeln zu reflektieren und sich rassistische Strukturen bewusst zu machen (gut erklärt in den Büchern und Hörbüchern „Exit Racism“ von Tupoka Ogette und „Was Deutsche nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten“ von Alice Hasters).

Es tut weh, festzustellen und damit konfrontiert zu werden, dass man selbst rassistische Gedanken hegt, obwohl man Rassismus zutiefst verabscheut. Aber nur so wird struktureller Rassismus im ersten Schritt sichtbar, im zweiten Schritt bekämpft.

Dschungelstars als Vorbild für den Umgang mit Rassismus

Bemerkenswert ist genau deshalb auch der Umgang der anderen Teilnehmenden von „Ich bin ein Start, holt mich hier raus“. Sie benannten den Rassismus an Ort und Stelle und sie waren es, die sich vereint auf die Seite von Linda Nobat schlugen, selbst wenn sie anderweitig Differenzen mit ihr haben. Sie erkannten, dass eine rassistische Beleidigung keine der üblichen Beleidigungen ist und auch, dass zu keinem Zeitpunkt Rassismus eine Antwort auf Fehlverhalten oder schlechte Charaktereigenschaften sein kann. Sie reagierten schlicht genauso, wie es sein sollte – und werden damit zu Vorbildern in einer Debatte, die uns noch lange begleiten wird.

Die Dschungelstars relativierten nicht und suchten keine Ausreden für Youssefian – zumindest wurden keine von RTL ausgestrahlt. Sie standen zusammen, applaudierten und beim Rauswurf – selbst jene, die im Dauerstreit Janina Youssefian gegen Linda Nobat eigentlich Team Janina waren, wie Harald Glööckler. Oder wie Erik Stehfest nach der Entscheidung sagte: „Das wird heute nicht mehr geduldet. Punkt.“

Nach Mobbing-Kritik: RTL wirft erstmals Kandidatin aus einem Reality-Format

Bei RTL ist der Rauswurf aus solch einem Format ein Novum – und zeigt womöglich, wo das Privatfernsehen hingeht. Beim Mobbing in der Sendung „Das Sommerhaus der Stars“ oder bei homophoben Äußerungen im Sat-1-Format „Promis unter Palmen“ waren es jeweils Mitkandidatinnen und Mitkandidaten, die die Übeltäter aus der Show wählten, nicht die Sender selbst. Das sorgte für reichlich Kritik. Zwar gab es schon Vorfälle, in denen Personen wegen radikaler Aussagen außerhalb der Sendungen aus Shows ausgeschlossen wurden (DJ Tomekk im Dschungelcamp 2008 nachdem ein Video mit dem Hitler-Gruß auftauchte, Michael Wendler und Xavier Naidoo wegen Verschwörungstheorien bei „Deutschland sucht den Superstar“), im Fernsehen war das aber nie zu sehen.

Hat RTL durch die Kritik an „Das Sommerhaus der Stars“ gelernt? Möglich. Dass allerdings Matthias Mangiapane, immer wieder mit Mobbing-Vorwürfen konfrontiert, zur Dschungelshow „Die Stunde danach“ kam, sorgte in diesem Zusammenhang für Unverständnis in sozialen Netzwerken. Auch von anderen Personen, denen immer wieder Tyrannei vorgeworfen wird, etwa Desirée Nick, ist weiterhin gern gesehener Gast bei RTL.

Eskalation und persönliche Beleidigungen sind also offenbar nach wie vor gerne gesehen bei RTL, bei Rassismus aber ist selbst fürs Trash-TV eine Grenze erreicht.



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Antisemitismus im Netz „hat sich in der Corona-Pandemie noch verstärkt“

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Herr Moeller, wieso betiteln Sie Ihren Dokumentarfilm über heutigen Online­­antisemitismus mit „Jud Süß 2.0“?

In früheren Filmen habe ich mich viel mit NS-Filmpropaganda beschäftigt – besonders mit den antisemitischen Spielfilmen, allen voran mit Veit Harlans „Jud Süß“ von 1940, in dem in historisch verfälschender Weise die Geschichte des jüdischen Bankiers und Juweliers Joseph Süß Oppenheimer erzählt wird, der im 18. Jahrhundert Finanzberater des Herzogs von Württemberg war. Jetzt wollte ich eine Verbindung zur Gegenwart herstellen. Ich wollte den Bogen spannen in den digitalen Raum. In den Webvideos von heute lassen sich erschreckende Parallelen finden.

Welcher Weg führt vom Hetzfilm „Jud Süß“ zum Antisemitismus der Gegenwart?

Bei „Jud Süß“ handelt es sich um einen sogenannten Vorbehaltsfilm, er ist also immer noch unter Verschluss. Er dürfte gar nicht frei und ohne historische Einrahmung verfügbar sein, erst recht nicht im Internet. Im Nationalsozialismus wurde er gezielt KZ-Wachmannschaften vorgeführt, die dann noch brutaler gegen ihre Gefangenen vorgingen. Dieser Film kam wie andere auch einem Mordinstrument gleich.

Felix Moeller © Quelle: Gregor Baron

Und der Film ist dennoch im Internet zu finden?

Tatsächlich wird „Jud Süß“ heute auf irgendwelchen Servern immer wieder hochgeladen. Insgesamt werden NS-Materialien recycelt und mit aktuellen antijüdischen Botschaften versehen. Dieselben Dämonisierungen, Feindbilder und Verschwörungsgeschichten werden aktiviert. In „Jud Süß“ gibt es zum Beispiel eine Szene, in der sich ein langer Zug von Juden durchs Stadttor nach Stuttgart bewegt. Heute wird dieses Motiv in Ungarn als Propaganda gegen Flüchtlinge verwendet.

Was beunruhigt Sie am Netz-Antisemitismus besonders?

Die Verbreitung. Sie ist enorm, auch wenn inzwischen die großen Onlineplattformen wie Youtube, Instagram oder Twitter versuchen, die Flut an judenfeindlichen Videos einzudämmen. Gewitzte User finden sie mit wenigen Klicks aber immer wieder, vor allem auf Messengerdiensten wie Telegram. Antisemitische Ideologen teilen diese Beiträge oft mit mehr als 100.000 Followern. Diese mediale Wucht ist neu und hat sich in der Corona-Pandemie noch verstärkt.

Wieso fördert die Pandemie Antisemitismus?

Wenn eine tiefe Krise herrscht, gewinnt der Antisemitismus an Zulauf. Davon können jüdische Gemeinden berichten, das ist ein altbekannter Reflex. Auch die Ergebnisse von internationalen Recherchestellen belegen diesen Zusammenhang. In Krisen wird nach Schuldigen gesucht, die zum Beispiel angeblich Impfstoffe kontrollieren. Das wissen Cyber-Antisemiten genau.

Sind Jugendliche durch Antisemitismus im Netz besonders gefährdet?

Junge Menschen sind in diesen Onlineforen extrem präsent. Die Inhalte sind für sie gut kompatibel: Antijüdische Inhalte werden etwa mit Rap transportiert oder über Onlinegames. Es gibt Spiele, in denen der Avatar einer Hitler-Figur nachempfunden ist und Gewalt an Jüdinnen und Juden verübt. Dieses Spiel ist so brutal, dass ich es gar nicht in meiner Doku zeigen kann.

Ist die menschenfeindliche Ideologie für Jugendliche in jedem Fall so klar erkennbar?

Nein, und das ist eine weitere Gefahr. Arglos werden Codes geteilt, die nur Eingeweihte verstehen. Nehmen Sie den „Happy Merchant“, den „glücklichen Kaufmann“, bei dem unterschwellig mit vermeintlichen jüdischen Physiognomien gespielt wird. Der „Merchant“ ist einer, der angeblich von der Krise profitiert. Auch der Begriff „Rothschild“ ist so ein antisemitisches Codewort oder „Wer zieht die Fäden?“.

Wie weit verbreitet ist dieser Antisemitismus?

Er findet sich durchaus auch in der Populärkultur, ein eindrückliches Beispiel dafür ist „Harry Potter“. Auch wenn die Filme um den Zauberlehrling gewiss nicht antisemitisch sind. Und doch wirken hier judenfeindliche Zerrbilder weiter: Bei „Harry Potter“ tauchen Kobolde auf, sogenannte Goblins, kleine, missgestaltete Wesen mit Hakennase, geldgierig und hinterhältig. Altbekannte Stereotype werden bedient.

Bleibt der Online­antisemitismus im virtuellen Raum?

Wir wissen, dass die Radikalisierung im Onlinebereich in Einzelfällen zu tatsächlicher physischer Gewalt geführt hat – in den USA und auch bei uns. Der Attentäter, der 2019 den Anschlag auf die Synagoge in Halle verübte, war bestens in Onlinecommunitys vernetzt.

Ist dieser Zusammenhang den Ermittlern sofort aufgefallen?

Tatsächlich mussten sie ein wenig gedrängt werden. Geholfen haben dabei in Halle die aktiven Nebenkläger. Gerade ist die Dokumentation des Prozesses erschienen: Die Ermittler sind lange von der These des einsamen Wolfs ausgegangen. Sie haben nicht wirklich geschaut, mit wem sich der Täter im Internet zusammengeschlossen und was er dort konsumiert hatte. Da gibt es sicherlich noch einiges aufzuklären.

Lässt sich gegen die Hetze im Netz etwas mit den Mitteln des Netzes tun?

Die Betreiber etwa der Verschwörungsplattform Telegram sitzen in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Man kommt offenbar nicht an sie ran. Es würde helfen, den Usern hierzulande mit strafrechtlichen Mitteln auf die Füße zu treten – also all jenen, die diese hetzerischen Inhalte teilen und verbreiten. Es wird auch durchaus etwas getan: In Bayern etwa gibt es eine Antisemitismus-Staatsanwaltschaft.

Wie fühlt sich ein Regisseur, der in diese Untiefen des Cyber-Antisemitismus geklettert ist und sich dort wochenlang umgeschaut hat?

Furchtbar. Es war eine psychisch belastende Zeit für mich. Ich wusste manchmal gar nicht, was schlimmer ist: die modernisierte Form des Antisemitismus oder das historische Material. Ich hoffe, dass ich mit meinem Dokumentarfilm dazu beitragen kann, antisemitische Symbole zu dechiffrieren. Gerade in diesen Tagen, da ja auch an die Wannseekonferenz erinnert wird und der Holocaust-Gedenktag begangen wird.

Der Dokumentarfilm „Jud Süß 2.0“ von Regisseur Felix Moeller ist am Dienstag, 25. Januar, um 22.45 Uhr auf Arte zu sehen – und darüber hinaus abrufbar in der Sendermediathek.



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