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Fußball-Bundesliga in Corona-Krise vor schwierigem Winter

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Als in Deutschland noch die Kinderspielplätze gesperrt waren und es um die Frage ging, ob die Bundesliga trotzdem spielen darf, war ein wichtiges Argument ihrer politischen Befürworter, dass der Fußball für viele Menschen ein bisschen Freude und Ablenkung in schwierigen Zeiten bedeutet. Die Diskussionen aus dem Corona-Frühjahr wirken in den Tagen vor dem abermaligen Runterfahren des gesellschaftlichen Lebens wie aus einer fernen Zeit. Von der Freude, die der Fußball geben kann, ist in diesen Tage jedenfalls nicht mehr viel die Rede. Es geht mit Blick auf einen anstrengenden Winter vor allem ums Durchhalten in der Pandemie. Beim Publikum. Und eben auch in der Liga.

Schon das Halloween-Wochenende hatten die Infektionslage und die damit verbundenen Regelungen in einen Geisterspieltag verwandelt. Da mussten die neuen Beschränkungen gar nicht erst wirksam werden. Die Anspannung und auch Gereiztheiten, die in diesen Tagen der Einschränkungen spürbar sind, gehen auch an der Bundesliga nicht vorbei. Die eine Borussia (Dortmund) betonte in dieser Woche in einem offenen Brief an ihre Fans, dass der Profifußball nachweislich kein Treiber der Pandemie sei. Gerade vor diesem Hintergrund sei es schwer zu akzeptieren, dass diese Fakten bei der politischen Entscheidung nicht zählten.

Die andere Borussia (Mönchengladbach) vertrat durch Sportdirektor Max Eberl wiederum die Auffassung, dass „wir“ alle leichtsinnig waren. „Jetzt haben wir die Konsequenz. Ich weiß, dass viele Branchen wieder extrem getroffen sind. Wir kennen viele Menschen und wissen, dass Gastronomen und auch der Einzelhandel wieder riesige Probleme kriegen. Aber dafür sind wir alle verantwortlich“, sagte Eberl. „Da kann man nicht immer sagen: Die Regierung ist schuld. Wir sind verantwortlich. Jeder Einzelne von uns. Und genau so sehe ich das im Fußball auch.“ Man müsse nun „einfach mal die Faust in der Tasche“ lassen: „Wir haben das verdammt noch mal zu akzeptieren.“

Auch in der bisher schwierigsten und konfliktträchtigen Phase der Pandemie ist der Fußball offenbar ein Spiegel der gesellschaftlichen Stimmungen und Meinungen in diesem Land. Sportlich lässt sich dagegen ziemlich uneingeschränkt sagen, dass der Fußball das Unterhaltungsbedürfnis seiner Fans auch in der Krise immer noch ordentlich bedient, wenngleich es auf den Stadienrängen vollkommen emotionslos zugeht. Die Einschaltquoten haben ihr Corona-Tief aus der Vorsaison überwunden. Der neue Bundesligaalltag vor dem Bildschirm ist eingekehrt.

Und die kommenden Wochen versprechen weiter Spannung – am Samstag (18.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) steht der Klassiker zwischen Dortmund und dem FC Bayern an, der Zweite erwartet den Ersten. Von einem echten Heimspielvorteil wird der BVB gegen die Bayern in einem leeren Stadion aber kaum sprechen können. Schon in der Vorsaison hatten die Münchner Ende Mai unter diesen Umständen mit einem 1:0-Sieg im Dortmunder Stadion den entscheidenden Schritt Richtung Meisterschaft gemacht. Selbst das ewig junge Duell des deutschen Fußballs gehört schon zur Corona-Routine.



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Boris Herrmann kollidiert bei Vendée Globe mit Fischerboot – Charlie Dalin als Erster im Ziel

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Wenige Stunden vor seiner Ankunft bei der Vendée Globe ist der Deutsche Boris Herrmann am Mittwochabend mit einem Fischerboot kollidiert. Das bestätigte sein Team. Die Kollision ereignete sich etwa 90 Seemeilen vor der Ziellinie. Herrmann sei unverletzt, doch seine „Seaexplorer“-Yacht habe einige Schäden davongetragen. Der 39 Jahre alte Hamburger werde seine Fahrt ins Ziel nur mit stark reduzierter Geschwindigkeit fortsetzen können.

Zuvor war am Abend Charlie Dalin nach gut 80 Tagen im französischen Les Sables d’Olonne angekommen. 37 Tage lang lag der Franzose an der Spitze der härtesten Regatta der Welt. Er hat den Globus umsegelt – ganz alleine, ohne jemals anzuhalten und ohne jegliche physische Hilfe von außen. Doch obwohl er um 20.36 Uhr nach genau 80 Tagen, sechs Stunden, 15 Minuten und 47 Sekunden als Erster die Ziellinie überfuhr, ist er wahrscheinlich nicht der Sieger der wegen ihres großen Aufwandes nur alle vier Jahre stattfindenden Wettbewerbs.

Denn der 36 Jahre alte Segler genießt anders als drei seiner Verfolger keine Zeitgutschrift. Drei Skipper hinter ihm, darunter Herrmann, waren Anfang Dezember einem untergehenden Konkurrenten zur Hilfe geeilt. Jean le Cam, der Senior im Feld, hatte den Franzosen Kevin Escoffier aus dem Wasser gefischt und auf seinem Boot aufgenommen; Boris Herrmann und Yannick Bestaven hatten zuvor ihren Kurs geändert, um zur Stelle zu sein.

Daher bekam Le Cam gut sechzehn Stunden, Bestaven mehr als zehn Stunden und Herrmann sechs Stunden gut geschrieben. Eine internationale Jury hatte dies entsprechend der Regattaregeln so entschieden. Solche Rettungsaktionen sollen nicht zu einem Nachteil führen, daher gibt es den Ausgleich.

Einige kritische Stimmen meldeten sich am Mittwoch angesichts dieses ungewöhnlichen Zieleinlaufs, denn nach dem Eintreffen des Ersten konnte weder eine Prognose über den Sieger noch über die Ränge abgegeben werden. „Die Regeln sind nicht perfekt, doch keiner hat bisher ein besseres System gefunden. Man muss den Leuten, die mir zur Hilfe eilten, einen Ausgleich gewähren“, sagt der Skipper Escoffier am Mittwoch in Sables d’Olonne der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. „Solidarität darf nicht bestraft werden“, meinte auch der Skipper Thomas Coville, der schon vor 20 Jahren an einer Vendée Globe teilgenommen hat, „ich kenne keinen anderen Sport, bei dem Ihr schlimmster Feind Ihnen vielleicht eines Tages das Leben rettet“, sagte Coville.

Auch wegen der Coronavirus-Krise war bei der diesjährigen Vendée Globe alles anders. Keine Menschenmassen säumten den Hafenkanal „Chenal“ von Sables d’Olonne, denn während der Pandemie sind Menschenansammlungen verboten. Immerhin hatte der Bürgermeister der Kleinstadt 300 Freiwilligen erlaubt, am Uferrand Beifall zu spenden und Leuchtfeuer zu schwenken. So sollte die Ankunft für den Ersten nicht allzu deprimierend ausfallen.

Der Franzose Dalin gehörte von Anfang zu den Favoriten und hielt in den letzten Wochen trotz der Anstrengungen seiner schnellsten Verfolger – neben Herrmann war das vor allem der Franzose Louis Burton – die Führung fast ohne Unterbrechung. Dalin ist nicht nur Profiskipper, sondern auch Bootsarchitekt. Er hat schon ein etlichen Solo-Regatten teilgenommen, doch noch nie an der Vendée Globe, die manche als den „Everest der Meere“ oder als das letzte große Abenteuer bezeichnen.

Wann Boris Herrmann, der ebenfalls seine erste Vendée Globe absolviert hat, im Ziel erwartet wird, ist nach der Kollision bislang unklar. Zuletzt lag er auf dem dritten Rang. Zudem richten sich alle Augen auf Bestaven. Der Franzose könnte aufgrund seiner umfangreichen Zeitgutschrift von zehn Stunden am Ende ganz oben auf dem Siegertreppchen stehen.



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2. Liga: Kiel verpasst Sprung auf Platz zwei

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2. Liga  

Paderborn (dpa) – Dem Pokal-Überraschungsteam Holstein Kiel geht im Zweitliga-Alltag derzeit etwas die Puste aus. Das Team von Trainer Ole Werner blieb beim 1:1 (1:1) beim SC Paderborn erneut sieglos und verpasste den Sprung auf Platz zwei.

Immerhin bewahrte Marco Komendas Ausgleich (15. Minute) die Norddeutschen in einem guten Zweitligaspiel vor der Niederlage. Der starke Bundesliga-Absteiger aus Paderborn war durch Chris Führich (2.) früh in Führung gegangen. Dem DFB-Pokal-Bayern-Bezwinger aus Kiel gelang aus den vergangenen fünf Spielen nur ein Sieg.

Kiel bleibt zum Rückrunden-Auftakt somit mit 33 Punkten auf Platz drei und führt nun ein Trio mit Greuther Fürth und Fortuna Düsseldorf (je 32) an, das knapp beieinander hinter dem Topduo Hamburger SV und dem VfL Bochum um Platz drei ringt.

Am Donnerstag hat Bochum beim abstiegsbedrohten FC St. Pauli (20.30 Uhr/Sky) die große Chance, sich etwas von den Verfolgern abzusetzen und bis auf einen Punkt an Spitzenreiter Hamburg heranzurücken. Der HSV hatte am Dienstag in einem langweiligen Topspiel beim Tabellen-Fünften Düsseldorf nur 0:0 gespielt.

Nach zuletzt zwei Auswärtssiegen verpasste es Ex-Erstligist Hannover 96 durch das 0:1 (0:0) beim Karlsruher SC, in der Tabelle zu klettern. Stattdessen sprang der KSC durch ein Eigentor von Kingsley Schindler (65.) mit 29 Punkten auf Rang sechs. „Wir sind eine richtig gute Truppe und mit Selbstvertrauen können wir auch jede Mannschaft in dieser Liga schlagen“, sagte KSC-Coach Christian Eichner.

Im Tabellenkeller wird es für den 1. FC Nürnberg gegen Jahn Regensburg nach dem 0:1 (0:0) immer bedrohlicher. Nach dem späten Gegentor von Andreas Albers (89.) haben die Franken nur noch vier Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge. Der Vorsprung kann am Donnerstag weiter schmelzen. Zuvor hatte der SV Sandhausen wie schon am Dienstag die Würzburger Kickers einen bitteren Abend erlebt.

Die bislang erfolglosesten Clubs der Liga verloren jeweils nach 1:0-Führung noch 1:2. Die Kickers bleiben mit nur neun Punkten aus 18 Spielen nach der knappen Niederlage in Aue abgeschlagen Letzter. Sandhausen hätte am Mittwoch die Abstiegsränge gar verlassen können, gab die frühe Führung durch Alexander Schirow (1.) aber noch aus der Hand. Darmstadt drehte durch einen Doppelschlag von Marvin Mehlem (36./48.) das Spiel und kam zum ersten Sieg in diesem Jahr. Sandhausen bleibt mit 15 Zählern Vorletzter.



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Premier League: Torloses Chelsea-Debüt für Tuchel

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London (dpa) – Trotz klarer Überlegenheit seiner Mannschaft hat Trainer Thomas Tuchel bei seinem Debüt mit dem FC Chelsea einen Sieg verpasst. Seine Mannschaft kam gegen die Wolverhampton Wanderers nicht über ein 0:0 hinaus.

Der Coach äußerte sich dennoch zufrieden. „Das gibt mir ein gutes Gefühl für die Zukunft“, sagte er nach dem Spiel beim Sender BBC. „Ich hatte nicht erwartet, dass wir nach einer Trainingseinheit und zwei Treffen auf diesem Level sind.“

Der deutsche Fußball-Nationalspieler Timo Werner blieb gegen die Wolves auf der Bank. Tuchel entschied sich im Angriffszentrum für den Franzosen Olivier Giroud. In Kai Havertz und Antonio Rüdiger standen zwei DFB-Akteure in der Startelf. Seine Aufstellung bezeichnete der neue Coach als unfair, „weil ich für niemanden im Team eine Erklärung hatte, warum er nicht spielt.“ Bei seinem Debüt habe er auf Erfahrung gesetzt, so Tuchel, der mit der Leistung „sehr zufrieden“ war.

Chelsea bestimmte an der Stamford Bridge das Spiel, hatte deutlich mehr Ballbesitz und gab auch mehr Torschüsse ab. Die Gäste hielten aber gut dagegen und kamen selbst zu gefährlichen Kontern. Nach 70 Minuten hatte Chelsea sogar etwas Glück, als Wolverhamptons Pedro Neto den Ball über Chelsea-Torwart Edouard Mendy lupfte, aber die Querlatte traf.

Trotz des 0:0 verzichtete Tuchel auch in der Schlussphase auf den ehemaligen Leipziger Werner und wechselte Tammy Abraham und Christian Pulisic ein, den er schon bei Borussia Dortmund trainierte. Wer sich unter dem neuen Coach einen Stammplatz erspielt, wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen. Tuchel kündigte mutigen Angriffsfußball an. Die geeigneten Spieler dafür hat er. „Dieser Chelsea-Kader ist ein Geschenk“, lobte auch sein Trainerkollege Jürgen Klopp.

In der Tabelle steht Chelsea nach dem 0:0 auf dem achten Platz. Nächster Gegner ist am Sonntag zuhause an der Stamford Bridge der FC Burnley. Ein paar Tage später sind die Blues zum London-Derby bei José Mourinhos Tottenham Hotspur zu Gast.

Mit einer sensationellen 1:2 (0:1)-Niederlage gegen Tabellenschlusslicht Sheffield United verpasste Manchester United am Abend den Sprung an die Spitze. Das 0:1 durch Kean Bryan (23.) konnte Harry Maguire zwar noch ausgleichen (64.), doch der Treffer von Oliver Burke nach 74 Minuten sorgte für den zweiten Sieg des Abstiegskandidaten aus Sheffield. Damit rangiert United nun weiter einen Zähler hinter dem Stadtrivalen Manchester City auf Platz zwei.



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