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Frankfurter Stimmungsboykott bei Union-Sieg: 90 Minuten Geisterstunde

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imago/Jan Huebner

Audio: Inforadio | 25.02.2020 | Tabea Kunze | Bild: imago/Jan Huebner

Frankfurter Stimmungsboykott bei Union-Sieg

90 Minuten Geisterstunde

Der 2:1-Auswärtssieg des 1. FC Union in Frankfurt war aus sportlicher Sicht bemerkenswert. Noch beeindruckender war allerdings der Stimmungsboykott der Eintracht-Fans. Es war der bislang eindringlichste Protest gegen fanunfreundliche Anstoßzeiten. Von Philipp Büchner

Stimmungshoheit in Unterzahl

Die 2.700 Union-Fans entschieden sich gegen den stillen Protest und nutzten so ihre Stimmungshoheit und Stimmenhoheit in Unterzahl. Konkurrenzlos schallte ein Best-of des eisernen Liedguts durch die Commerzbank-Arena. Von „Wir singen rot, wir singen weiß“ über „F-C-U, Fußballklub Union Berlin“ bis hin zu „Wir sind Unioner, wir sind die Kranken“ waren die Gesänge glockenklar zu hören, obwohl die Heimfans trotz leerer Nordwestkurve mit etwa 44.000 in der Überzahl waren. Auch von den Mitgereisten gab es Kritik an der Spielansetzung. Vor dem Gästefanblock hing über die gesamte Spieldauer ein großes Banner „Anstoßzeiten fair gestalten“.

Fans des 1. FC Union fordern in Frankfurt faire Anstoßzeiten (Quelle: imago/Jan Huebner).
| Bild: imago/Jan Huebner

Die Transparente der Eintracht-Fans waren da deutlicher. Da gab es die Variante Humor: „Ihr streckt den Spieltag wir das Koka“ – in Anspielung an den Ruf Frankfurts als Drogenmetropole. Mit einem weiteren Schriftzug wurde der Montag derbe beleidigt, genauer gesagt, die Mutter des Montags, der unverblümt eine Tätigkeit im horizontalen Gewerbe angedichtet wurde.

In den Medien und sozialen Netzwerken gab es teilweise deutliche Kritik am Boykott der Frankfurter Ultraszene. Den Protest hielten einige Beobachter angesichts des bereits gefassten Beschlusses, die Montagsspiele in der Bundesliga zur Saison 2021/22 abzuschaffen, für unnötig und schädlich für die eigene Mannschaft. Unter dem offiziellen Hashtag #sgefcu überzogen manche Nutzer die Eintracht-Fans mit Kritik und Spott.

Viele Fußballfans zeigten jedoch Verständnis und verwiesen darauf, dass das Montagsspiel ein geeigneter Anlass sei, um gegen die generelle Zerstückelung des Spieltags zu protestieren.

Mit viel Humor stichelte die Satireseite FUMS an diesem Rosenmontag gegen die Wolfsburger Fanszene.

Während die Berliner Fans ihre Gesänge durchzogen, gab es von der Haupt- und Gegentribüne vereinzelte Versuche, die eigene Mannschaft anzufeuern, die das spätestens nach dem 0:1 durch Sebastian Andersson (49.) bitter nötig hatte. Union-Blogger Roßbach nahm dabei wahr, dass die Frankfurter auf die Unioner Melodien mit ihren eigenen Texten eingestiegen seien, „das ist halt wahnsinnig schwer ohne organisierten Support. Wir haben das neulich in Dortmund selbst erlebt.“ Beim Auswärtsspiel im Westfalenstadion hatten es zahlreiche Union-Fans, darunter die Vorsänger, aufgrund einer Polizeikontrolle nicht in die Gästekurve geschafft.

Boykott „schuld“ am Auswärtssieg?

Aber auch der Torjubel nach dem späten Anschlusstreffer geriet den Frankfurtern sehr kurz. 20 Sekunden Ekstase, dann wurde es wieder ruhig, während die Ouvertüre aus Franz von Suppés „Leichte Kavallerie“ als Torhymne bereits in die akustische Leer galoppierte.

„Ich glaube nicht, dass es am fehlenden Support lag, dass Christopher Lenz vor dem 0:1 diesen Ball erlief oder dass Rafal Gikiewicz in zwei Szenen so stark gehalten hat,“ ordnet Daniel Roßbach die Bedeutung des Stimmungsboykotts für den Spielausgang aus seiner Sicht ein. Für die Union-Fans war es zwar einerseits schade, auf die sonst so beeindruckende Stimmung im Frankfurter Stadion verzichten zu müssen, andererseits war das spätestens dann egal, als sie nach dem Abpfiff mit ihrer Mannschaft ausgiebig diesen überraschenden Auswärtssieg feiern konnten.

Sendung: Inforadio, 25.02.2020, 7:15 Uhr



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