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Flüchtlingshilfe: Mit einem Fuß im Gefängnis

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Eigentlich könnte Michael Störck seine Pension genießen und nach dem Aufwachen darüber sinnieren, was er aus dem arbeitsfreien Tag machen könnte. Stattdessen setzt sich der Wiener noch immer jeden Wochentag um sechs Uhr früh ans Steuer, um rechtzeitig seinen Jobs nachzukommen. Der 67-jährige Chirurg betreibt eine florierende Praxis in St. Pölten. Sein langjähriger Arbeitgeber, das Landesklinikum im niederösterreichischen Lilienfeld, hat ihn zudem gebeten, zwei Tage die Woche weiter als Chirurg einzuspringen. Zum einen wollte er sich noch nicht ganz zur Ruhe setzen. Zum anderen mochte er sein altes Spital, das wie viele andere unter akutem Ärztemangel leidet, nicht hängen lassen.

Nach Dienstschluss treibt Störck aber die Politik mehr denn je um. Politisch interessiert war er immer, politisch aktiv ist er erst spät geworden – vornehmlich wegen der sozialen Medien.

In einer geschlossenen Facebook-Gruppe tauscht sich Störck spätnachts mit rund dreihundert handverlesenen Facebook-Freunden über die aktuelle politische Lage aus. Die Gruppe versteht sich als „eine virtuelle Insel Gleichgesinnter im Kampf gegen den Rechtsextremismus“. Hauptthema sind nicht nur jüngste Wahrnehmungen von einschlägigen Umtrieben vor allem der FPÖ, sondern auch entsprechende Gegenwehr-Aktionen in der digitalen und analogen Welt.

Der in einer bürgerlichen Wiener Familie aufgewachsene Arzt kann sich bis heute auch nicht mit dem radikalen Bruch Österreichs bei der Flüchtlingspolitik abfinden. 2015 fanden sich Politiker aller Couleur, außer von der FPÖ, noch am Westbahnhof ein, um ihre Unterstützung für die Zehntausende Flüchtlinge und deren freiwillige Helfer zu demonstrieren. Mit dem Machtwechsel in der ÖVP von Reinhold Mitterlehner zu Sebastian Kurz und der Neuauflage von Schwarz-Blau machte sich zum Leidwesen von Michael Störck ein anderes Klima breit: Abschottung statt Empathie, Wegschauen statt Helfen, Kälte statt Wärme.

Michael Störck hat im Alltag als Arzt schon zu viel gesehen, um ein naiver Träumer zu sein: „Aber wenn jemand in Not ist und akut Hilfe braucht, frage ich nicht lange nach dem Fluchtgrund, Menschlichkeit geht vor.“

In seiner Facebook-Gruppe verfolgt er mit besorgter Aufmerksamkeit die Berichte von Flüchtlingshelfern am Balkan. Nicht nur auf griechischen Inseln und am Festland hoffen Zehntausende Flüchtlinge darauf, irgendwie weiterzukommen. Auch knapp vor der Haustür Österreichs warten im Nordwesten Bosniens Tausende junge Männer darauf, die EU-Außengrenze zu überwinden. Auch wenn sich Politiker von Sebastian Kurz bis Viktor Orbán nach wie vor rühmen, sie hätten die Balkanroute dichtgemacht.

Im vergangenen Jahr wurde ein Flüchtlingslager auf einer Mülldeponie zum Fanal. Bis zu tausend Asylsuchende lebten hier unter widrigsten Umständen. Das alles mitten in Europa, in Vucjak, unweit der kroatisch-bosnischen EU-Außengrenze. Das „Horrorcamp“ wurde vom Bürgermeister des nahen Bihać in der Hoffnung errichtet, die EU werde helfen, daraus ein Flüchtlingslager zu machen, für das sich niemand genieren muss.

Der Schandfleck Vucjak wurde nach einem Innenministertreffen Ende 2019 in Wien zwar geschlossen. Neue Lager werden aber von Bosnien bewusst nicht errichtet.

Die hier Gestrandeten leben so in einer Sackgasse. Im ganzen Land sind sie unerwünscht. Über die Grenze schafft es, so die Faustformel vor Ort, nur einer von tausend, die es versuchen. Denn die kroatische Staatsführung will mit allen Mitteln unter Beweis stellen, dass bald Schluss ist mit lästigen Grenzkontrollen Richtung Slowenien, Österreich und Deutschland – und das Land damit reif für die Schengen-Zone.



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Corona: Ein Beatmungsgerät für 115 Euro in 15 Minuten bauen? Dieser Arzt will es möglich machen

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Ein Beatmungsgerät für 115 Euro? Wie soll das funktionieren?

Samsun Lampotang, ein Anästhesie-Professor der Universität Florida, arbeitet an so einem Gerät.

Das Verrückte: Das Beatmungsgerät soll aus Materialien bestehen, die jeder im Baumarkt bekommen kann. Die Teile soll man für insgesamt 125 US-Dollar erwerben können.

Das sind umgerechnet etwa 115 Euro.

In seinem Maschinenbaustudium baute Lampotang einst transportierbare Beatmungsgeräte. Nun möchte er sein Wissen nutzen, dem Mangel an den Geräten entgegenzuwirken und Menschenleben zu retten.

Der Entwurf wird nicht patentiert, sondern bleibt ein „Open-Source-Projekt“. Das heißt: Jeder mit Expertise in dem Gebiet kann mitgestalten und mitentwickeln. 

Wenn das Beatmungsgerät erfolgreich überprüft ist, wird der Professor das finale Design online veröffentlichen. Danach sollen Ingenieure weltweit theoretisch in der Lage sein, es mit den richtigen Bestandteilen nachzubauen. 

Ob das Gerät den europäischen Zulassungsvoraussetzungen für Medizinprodukte entsprechen wird, ist unklar.  

Eigentlich, sagt Lampotang, wünsche er sich aber, dass die Geräte nie gebraucht werden.



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Abfahrt

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Nun soll es auf die Wand’rung gehn,
studieren hab’ ich satt.
Leb wohl! Das Scheiden fällt nicht schwer,
du hochgelahrte Stadt!
Was braucht’s auch mehr, wenn sich gesund
das Herz im Busen regt?
Drum sei, o Frühling, mir gegrüßt,
dem es entgegenschlägt.

Nun fort mit deutsch’ und röm’schem Recht,
mit Kirche und mit Staat.
Selbst du, Philosophia, bist
zur Reise nicht probat.
Was braucht’s auch mehr …

In eine Kiste werf’ ich all
die Weisheit, Band für Band.
O, hielt ein Siegel Salomons
sie ewig drin gebannt!
Was braucht’s auch mehr …

Feldflasche du voll würz’gen Weins,
du sei mein einzig Buch
in dem ich noch studieren will
mit manchem tiefen Zug.
Was braucht’s auch mehr …

Mein ganz Geräte auf der Fahrt
sei Wanderstab und Hut.
So zieh ich in die Welt hinaus
mit leichtem Geld und Mut.
Was braucht’s auch mehr …

Worte: Joseph Victor von Scheffel
Weise: mayer (Jürgen Sesselmann)

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Joseph Victor (ab 1876 von) Scheffel, geboren 1826 und gestorben 1886 in Karlsruhe, war ein im 19. Jahrhundert viel gelesener deutscher Schriftsteller und Dichter. Er schrieb Erzählungen, Versepen und bekannte Liedtexte. Er war indirekter Schöpfer des Begriffes Biedermeier. und vereinigte in seinen Werken die beiden Grundströmungen des damaligen Zeitgeistes, bürgerliche Bildungsbeflissenheit und nationale Begeisterung. Seine historischen Epen und Erzählungen haben wahrscheinlich nicht unwesentlich zu dem seit der Bismarckzeit aufkommenden Selbstbild der Deutschen als einer altfränkisch biederen, ungekünstelt zuverlässigen und ernsthaft strebsamen Nation beigetragen. Bei Wikipedia wird passend zum Lied berichtet: „Die große Resonanz, die Scheffel bei der zeitgenössischen Leserschaft der „besseren Stände“ fand, mag darauf zurückzuführen sein, dass seine Darstellung deutschen Wesens und deutscher Treue beständig auf klassische Bildungsgüter zurückgreift, die teils umständlich ausgebreitet, meist aber nur in Anspielungen erwähnt werden. Die zeitgenössische, im humanistischen Gymnasium gebildete Leserschaft hatte dadurch ein doppeltes Vergnügen. Einerseits konnte sie ihre Bildungsanstrengungen durch eine anspruchsvolle Unterhaltungsliteratur belohnt sehen. Anderseits bot das Scheffel’sche Werk eine willkommene Entschädigung für die vielfach nur mit mäßigem Erfolg absolvierte und als qualvoll empfundene Schulzeit, weil es das dort eingepaukte Bildungswissen zwar voraussetzte, letztlich aber gegenüber den als höherwertig dargestellten Idealen deutscher Schlichtheit und Treue abqualifizierte.“

mayer (Jürgen Sesselmann) ist Liederdichter und -komponist im Nerother Wandervogel. Wie ich zwischenzeitlich erfuhr, ist das Lied in einer qualitativ bedeutend besseren Version auf der Bockreiter CD 13 bzw. hier zu finden:

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Ellis Marsalis (85) ist tot: Jazz-Ikone stirbt an Coronavirus – Musik

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Der amerikanische Jazzpianist Ellis Marsalis (85) ist tot.

Der Familienpatriarch hatte sechs Kinder, darunter der Saxofonist Branford Marsalis (59) und der Jazz-Trompeter und Komponist Wynton Marsalis (58).

Die Bürgermeisterin von New Orleans, LaToya Cantrell, würdigte den Musiker als „Legende“ und „Ikone“.

Marsalis wurde 1934 in New Orleans (US-Staat Louisiana) geboren. Er brachte sich schon als Kind Klarinette und Klavierspielen bei. Er trat in Clubs auf, spielte in Bands, studierte Musikerziehung und unterrichtete Jazzmusiker wie Harry Connick Jr. und Terence Blanchard.

In seinem Namen wurde in New Orleans 2011 die Konzerthalle Ellis Marsalis Center for Music eröffnet.





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