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Wirtschaft

Fed hält Kurs in den Nachwirren der US-Wahl stabil

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The Federal Reserve in Washington

Die Zitterpartie um das Weiße Haus kommt für die Notenbank zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.

(Foto: Reuters)

Washington Inmitten der Hängepartie um den Ausgang der US-Wahl hat die Notenbank Federal Reserve den Zinskurs abgesteckt. Sie beließ den geldpolitischen Schlüsselsatz am Donnerstag in der Spanne von null bis 0,25 Prozent.

Zugleich hielt sie die Tür für neue Nothilfen in der Coronakrise offen. Die Zentralbank verpflichte sich, die volle Bandbreite ihrer Instrumente zu nutzen, bekräftigten die Währungshüter um Fed-Chef Jerome Powell.

Die Sitzung fiel in eine politisch turbulente Zeit, in der noch zwei Tage nach der US-Wahl Unklarheit darüber herrschte, wer künftig die größte Wirtschaftsmacht der Welt führen wird: Amtsinhaber Donald Trump oder sein demokratischer Herausforderer Joe Biden.

Die Zitterpartie um das Weiße Haus, die womöglich noch ein juristisches Nachspiel haben wird, kommt für die Fed zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Sie dringt seit langem auf ein weiteres Konjunkturpaket, um die Folgen der Coronakrise abzumildern. Das Parlament konnte sich in Wahlkampfzeiten jedoch nicht zu einem fünften Hilfspaket durchringen. Zuvor hatte der Kongress bereits Maßnahmen im Volumen von mehr als drei Billionen Dollar zur Krisen-Bekämpfung bewilligt.

Mehr: US-Wahlkrimi spitzt sich zu – Der Newsblog



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Wirtschaft

Nicht nur wegen Datenschutz: Zuckerberg attackiert Apple

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Nicht nur wegen Datenschutz

Zuckerberg attackiert Apple

Apple will die Datensammlung auf iPhones erschweren. Mark Zuckerberg gefällt das nicht. Personalisierte Werbung ist schließlich das Geschäftsmodell von Facebook, und die dürfte damit deutlich schwieriger werden. Außerdem fürchtet der Facebook-Chef Wettbewerbsverzerrung durch Apples Messenger.

Facebook ist in der Corona-Pandemie bisher ungebremst gewachsen. Doch das weltgrößte Online-Netzwerk stellt sich auf Gegenwind aus zwei Richtungen ein: von Apple und aus der EU. Der iPhone-Konzern bereitet Facebook schon seit Monaten Sorgen mit seinem Plan, Nutzern mehr Kontrolle über ihre Privatsphäre zu geben. Jetzt attackierte Facebook-Chef Mark Zuckerberg Apple so scharf wie nie zuvor. In der Europäischen Union sieht Facebook die rechtliche Lage rund um den Transfer von Daten in die USA als Unsicherheitsfaktor.

Apple will Nutzern in den kommenden Monaten neue Möglichkeiten geben, die Datensammlung auf iPhones einzuschränken. Sie werden leichter verhindern können, dass Apps und Werbedienste Informationen über ihr Verhalten über die Grenzen einzelner Anwendungen und Websites hinweg sammeln. Apples Plan ist, dass jede App die Nutzer für den Zugriff um Erlaubnis fragen muss.

Facebook befürchtet, dass die Personalisierung der Werbung durch das geringere Wissen über die Menschen ungenauer wird. Dabei ist das Versprechen an die Werbekunden, präzise die gewünschte Zielgruppe zu treffen, ein Eckpfeiler von Facebooks Geschäftsmodell. Zuckerberg und Facebook hatten schon in den vergangenen Monaten kritisiert, schlechtere personalisierte Werbung würde vor allem kleinen und mittleren Unternehmen schaden. Dabei seien sie gerade in der Corona-Krise auf das Online-Netzwerk als Plattform für ihre Geschäfte angewiesen. Facebook sammele Daten aus verschiedenen Quellen, „um kleinen Unternehmen zu helfen, ihre Kunden effizienter zu erreichen“, sagte Zuckerberg. Damit könne Apples Vorgehen die gesamte Wirtschaft bremsen, lautet der Vorwurf.

„Sehen Apple als größten Konkurrenten“

Und der Facebook-Chef legte bei seiner Kritik noch eine Schippe drauf. „Apple mag behaupten, dass sie es tun, um den Leuten zu helfen – aber ihre Schritte folgen klar ihren Wettbewerbsinteressen“, sagte Zuckerberg in einer Telefonkonferenz mit Analysten nach Vorlage aktueller Quartalszahlen. „Ich möchte betonen, dass wir Apple verstärkt als einen unserer größten Konkurrenten sehen.“ Speziell schoss sich Zuckerberg auf Apples Chatdienst iMessage ein, der mit Facebooks Angeboten WhatsApp und Messenger konkurriert. Der Apple-Service sei auf allen iPhones vorinstalliert und werde dort bevorzugt, kritisierte er.

Zudem griff er Apples Haltung beim Datenschutz an. Chat-Inhalte bei WhatsApp seien dank Komplett-Verschlüsselung grundsätzlich nur für die Beteiligten im Klartext verfügbar, betonte der Facebook-Chef. Apple aber speichere standardmäßig iMessage-Backups ohne Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auf seinen Servern, wenn man den iCloud-Dienst nicht ausschalte. „Apple und Regierungen haben die Möglichkeit, sich Zugang zu Nachrichten der meisten Leute zu verschaffen“, sagte Zuckerberg.

WhatsApp hatte jüngst mit einem Abgang von Nutzern zu kämpfen, nachdem neue Datenschutz-Regeln veröffentlicht worden waren. Sie befürchten, dass mehr Daten mit Facebook geteilt werden sollen. Facebook betonte, dass die Änderungen nur für die Kommunikation zwischen Unternehmen und ihren Kunden auf WhatsApp gelten sollen. Zuckerberg versuchte jetzt erneut, „Verwirrung auszuräumen“: „Dieses Update verändert nicht den Datenschutz bei Chats mit Freunden und Familie“, sagte er. „Alle diese Nachrichten haben Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, was bedeutet, dass wir nicht sehen oder hören können, was gesagt wird. Und wir werden es auch nie tun.“

Nutzerzahlen in Nordamerika gehen zurück

Im vergangenen Quartal war noch kein Gegenwind im Facebook-Geschäft zu spüren. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um ein Drittel auf knapp 28,1 Milliarden Dollar. Beim Gewinn gab es einen Sprung von 53 Prozent auf gut 11,2 Milliarden Dollar, wie Facebook nach US-Börsenschluss am Mittwoch mitteilte. Auch die Nutzerzahl legte weiter zu. Mindestens einmal im Monat kamen 2,8 Milliarden Nutzer zu Facebook – 60 Millionen mehr als ein Jahr zuvor. Täglich waren es 1,84 Milliarden nach 1,82 Milliarden im Schlussquartal des Vorjahres. Insgesamt griffen 3,3 Milliarden Nutzer monatlich auf mindestens eine App des Facebook-Konzerns, zu dem auch Instagram und WhatsApp gehören, zu.

Facebook 272,14

Auffällig war allerdings, dass in den USA und Kanada die Zahl täglich aktiver Nutzer im zweiten Vierteljahr in Folge zurückging. Nach 198 Millionen im zweiten Quartal 2020 waren es zuletzt 195 Millionen. Dabei ist die Region mit durchschnittlich über 53 Dollar Umsatz pro Nutzer besonders lukrativ für Facebook. In Europa waren es zuletzt im Schnitt knapp 17 Dollar pro Nutzer. Facebook sprach von „bedeutenden Unwägbarkeiten“ in der Zukunft. In der Pandemie habe man vom allgemeinen Schub des Online-Geschäfts profitiert. Sollte sich dieser Trend jedoch umkehren, werde das auch das Wachstum von Facebooks Werbeerlösen bremsen.

Zudem warnte das Online-Netzwerk bereits, dass es angesichts des rasanten Wachstums in der zweiten Jahreshälfte 2020 im laufenden Jahr absehbar geringere Zuwächse geben werde. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor sei die Situation rund um die Datenübermittlung aus der Europäischen Union. Der Europäische Gerichtshof hatte im vergangenen Sommer auch die neue Datenschutzvereinbarung „Privacy Shield“ gekippt. Nach der Attacke auf das Kapitol in Washington durch Anhänger von Donald Trump will Facebook den Nutzern dauerhaft keine Gruppen mit politischen Themen mehr empfehlen. Die Politik habe zuletzt alles durchtränkt – und viele Nutzer wollten nicht, dass ihre Zeit bei Facebook davon dominiert werde.



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Wirtschaft

Co-Chef der Digitalbank N26 sieht einen Gewinn Ende des Jahres erstmals „in Griffweite“

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Valentin Stalf

Der Gründer und Co-Chef von N26 setzt weiter auf Wachstum. Inzwischen zählt die Smartphone-Bank sieben Millionen Kunden.

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Frankfurt, Düsseldorf Mit einer Bewertung von 3,5 Milliarden Dollar ist N26 das wertvollste deutsche Finanz-Start-up. Schon lange wird die Digitalbank von etablierten Geldhäusern nicht mehr belächelt, sondern als scharfer Konkurrent gefürchtet – gerade, wenn es um junge Kunden geht.

Auch während der Coronakrise ist N26 weiter gewachsen. Das Fintech hat zwei Millionen neue Kunden für seine Banking-App gewonnen, wie Co-Gründer Valentin Stalf dem Handelsblatt sagte. Damit zählt N26 nun sieben Millionen Kunden. „Die Coronakrise treibt letztlich sogar unser Geschäft an“, so Stalf, der N26 im Jahr 2013 zusammen mit Maximilian Tayenthal gegründet hat.

Ziel sei es, in den Jahren 2021 und 2022 „weiter deutlich in Richtung Gesamtprofitabilität des Unternehmens zu gehen“, erklärte Stalf. „Bis Ende dieses Jahres könnte ein Gewinn in Griffweite sein.“

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Wirtschaft

Staatlicher Schadenersatz für Mieter: Grundsatz-Urteil

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Der Bundesgerichtshof (BGH) entscheidet heute in einem Pilotverfahren, ob Mieterinnen und Mietern für Behörden-Pannen beim Start der Mietpreisbremse Schadenersatz zusteht. Die Landesregierungen können seit Juni 2015 „Gebiete mit angespannten Wohnungsmärkten“ ausweisen. Dort gilt im Grundsatz, dass Vermieter beim Einzug neuer Mieter höchstens zehn Prozent auf die örtliche Vergleichsmiete aufschlagen dürfen.

Die Mietpreisbremsen-Verordnungen müssen zwingend eine Begründung enthalten. In etlichen Bundesländern nahm man es damit allerdings nicht so genau. Gerichte haben deshalb die ursprünglichen Verordnungen gekippt. Den Schaden haben die Mieter, die darauf vertraut hatten. Sie müssen mit ihrer überhöhten Miete nun dauerhaft leben. Ein Rechtsdienstleister will den Betroffenen zu Schadenersatz verhelfen und hat in dem Musterfall im Namen zweier Mieter aus Frankfurt das Land Hessen verklagt. (Az. III ZR 25/20)



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