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Experte fordert mehr Hilfen bei Neuorientierung im Job

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Für Menschen, die sich im mittleren Alter beruflich neu orientieren, sollte es aus Expertensicht mehr Förderangebote des Staates geben. Es gebe zwar viele Möglichkeiten, um einen Berufsabschluss nachzuholen oder einen Meister zu machen. Völlig fehle aber Hilfe für Menschen, die mit 40 Jahren noch einmal studieren wollen, sagte der Chef der Qualifizierungsagentur der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg, Stefan Baron, dem “Handelsblatt” (online am Sonntag). “Ein Dieselingenieur, der bald seine Arbeit verliert und daher ein IT-Studium machen möchte, fällt durchs Raster.” In Zeiten eines beschleunigten Strukturwandels sei das enorm schädlich. Die AgenturQ berät Betriebe im Auftrag von Metallindustrie und der Gewerkschaft IG Metall bei der Weiterbildung.



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Der digitale Zauberer hat es mit handfesten Lieferketten-Problemen zu tun.

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New York Der Nike-CEO John Donahoe hat ein Nachschub-Problem: „Wenn unsere Schuhe vorher 40 Tage von Asien in die USA gebraucht haben, sind es jetzt 80“, erklärt der 61-Jährige, was es bedeutet, wenn in Vietnam die Fabriken still stehen und Covid die Häfen lahm legt. Die Engpässe in der Lieferkette machen dem Chef des Labels mit dem berühmten Swoosh-Logo deutlich zu schaffen, wie das jüngste Quartal zeigte.

Weil der Nachschub nur langsam kommt und die T-Shirts und Schuhe in Containern auf ihre Auslieferung warten, hat Donahoe seinen kurzfristigen Ausblick nach unten revidiert. An der Wall Street fiel der Aktienkurs am Freitag deshalb zwischenzeitlich um mehr als sechs Prozent.

20 Monate ist es her, da hat Donahoe die Führung des Sportartikel-Giganten übernommen. Der ehemalige Ebay-CEO sollte den skandalgeplagten Konzern mit seinem digitalen Know-How vorwärts bringen. Das hat vor allem in der Pandemie hervorragend geklappt. Doch nun muss er sich mit handfesten Produktionsproblemen herumschlagen.

Der Rückschlag kommt für Nike in einer Zeit, in der Donahoe die Pandemie eigentlich gut gemeistert hat. Auch die Investoren haben ihn dafür gefeiert: Die Aktie des schärfsten Konkurrenten der deutschen Sportmarken Adidas und Puma ist seit seinem Antritt um 50 Prozent gestiegen. Nur wenige Monate nach seinem Start im Januar 2020 hatte das Coronavirus auch die USA erreicht und der Manager musste seine digitale Erfahrung im Eiltempo einbringen: Die Läden waren zu, Donahoe musste fast komplett auf E-Commerce umstellen. Ein Gebiet, auf dem er sich dank Ebay zu seinem Glück bestens auskennt.

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Dabei hatte Donahoe eigentlich schon ohne Corona genug Baustellen in seinem neuen Job: Er hatte schließlich den langjährigen CEO Mark Parker ersetzt, der wegen mehrerer Skandale gehen musste. Parker hatte mit dem Nike-eigenen Trainingscamp „Oregon Project“ für negative Schlagzeilen gesorgt, weil sich die von Nike gesponserten Athleten mit Dopingvorwürfen konfrontiert sahen.

45 Prozent Frauen auf der Ebene der Vice Presidents

Auch beim Thema Frauen lag einiges im Argen: Mehrere Topmanager hatten das Unternehmen verlassen, nachdem sich Mitarbeiterinnen über sexuelle Belästigung und Benachteiligung beim Gehalt beschwert hatten. Zuvor war bekannt geworden, dass Nike in seine Sponsoren-Verträge Strafen festschrieb, sollten Spitzenathletinnen schwanger werden.

Mark Parker

Der langjährige Nike-Chef musste nach einer Reihe von Vorwürfen seinen Posten räumen.


(Foto: AP)

Bei den Schwarzen sah es nicht viel besser aus: Nike wird zwar vor allem in den USA als schwarze Marke wahrgenommen. Dafür sorgten Werbespots wie der mit dem Footballspieler Colin Kaepernick, der bei der Nationalhymne nicht aufstand – als Protest gegen polizeiliche Gewalt gegen Schwarze. Damit zog Nike sogar den Zorn von Donald Trump auf sich. Aber im Management suchte man die schwarzen Gesichter vergeblich.

Donahoe will das ändern. Er hat versprochen, dass bei den Vice-Presidents bis 2025 insgesamt 45 Prozent Frauen sein sollen. Außerdem sollen die Posten ab Direktor und höher zu 30 Prozent von ethnischen Minderheiten besetzt werden. Eigentlich hatte er auch eine 100-tägige „Zuhör“-Tour angekündigt. Doch die musste er virtuell abhalten.

Auch sonst ist sein Managementstil für Nike innovativ: Vor zwei Wochen gab der Meditations-Fan seinen Büro-Mitarbeitern weltweit eine Woche frei, um sich erholen und Energie tanken zu können.

Der aus Illinois stammende Manager war nach seiner Zeit als CEO des Beratungsunternehmen Bain & Co nicht nur lange Jahre CEO bei dem Online-Auktionshaus Ebay, wo er mehr als 40 Zukäufe tätigte. Er führte danach auch den Cloud-Computer-Spezialisten ServiceNow.

Völlig neu bei Nike war jedoch auch Donahoe nicht: Der Manager saß bereits im Verwaltungsrat. Das war zur Zeit seines Antritts eher ein Makel. Schließlich war er damit auch während der Skandale als unabhängiges Mitglied dabei.

„Bro”-Kultur bei Nike

Beobachter kritisierten schon lange Unternehmenskultur der Sportartikel-Firma. Alice Mann vom Finanzinvestor Blue Wolf Capital sprach von einer wahren „Bro-Culture“ – also einer männlich dominierten, unreifen Unternehmenskultur, wie sie auch bei vielen Start-ups im Silicon Valley vorzufinden ist.

Diesen Teil der Silicon-Valley-Kultur versucht Donahoe abzustoßen. Anlässlich der ‘Black Lives Matter’-Protesten nach der Tötung von George Floyd durch die Polizei schrieb er seinen Mitarbeitern: „Wir müssen in unserem eigenen Haus aufräumen!“ Außerdem hat Nike aus Solidarität den berühmten Slogan ‘Just do it’ in einem Spot in ‘For once, don’t do it’ abgewandelt. Darin rief Nike die Menschen auf, diesmal nicht so zu tun, als gäbe es keinen Rassismus.

Die digitale Ausrichtung wird Donahoe dagegen auch weiter beibehalten: „Auch wenn die Läden wieder zu den alten Umsätzen zurückkehren, so wachsen wir doch vielmehr digital“, ist er überzeugt.

Um die Kunden auch in Remote-Zeiten an sich zu binden, hat Nike verschiedene Mitglieder-Programme ins Leben gerufen, die nicht nur bessere Preise, sondern auch exklusiven Zugang etwa zu neuen, angesagten Sneakern bieten. „Wir sehen, dass Kunden, die exklusiven Zugang zu Sneakern bekommen, auch sonst mehr bei Nike kaufen“, erklärt er.

Angesichts der jüngsten Probleme mit der Lieferkette schreibt Gabrielle Carbone, Analystin bei der Deutschen Bank, dass Donahoe das Unternehmen auf lange Sicht gut positioniert hat und die Fabrikschließungen wegen Corona ein vorübergehendes Problem sind. „Während das Unternehmen sich mit Problemen bei der Lieferkette konfrontiert sieht, bleibt die Nachfrage nach Nike-Produkten robust“, ist sie überzeugt.

Mehr: Reebok ohne Adidas: Experten sehen eine Chance nur in der Fokussierung



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Touristiker zufrieden mit Buchungszahlen in den Herbstferien

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Trotz Corona und möglicher Einschränkungen rechnen Touristiker in Schleswig-Holstein im Herbst mit einer guten Auslastung. “Für diesen Herbst ist die Buchungslage bereits gut bis sehr gut, für den Winter aber noch verhalten”, sagte die Geschäftsführerin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TA.SH), Bettina Bunge. Es gibt nach Angaben der TA.SH aber überall noch freie Unterkünfte. Viele Gäste buchten mittlerweile kurzfristiger und nähmen in Kauf, nicht mehr ihre Wunsch-Unterkunft zu bekommen. In den Städten sei die Nachfrage zudem grundsätzlich etwas verhaltener.

Dennoch könne sich Schleswig-Holstein als Ganzjahresreiseziel etablieren, unabhängig von Ferienzeiten und Wetterlagen, sagte Bunge. “Auch wenn ausländische Reiseziele wieder gefragt sind, werden derzeit weiterhin erdgebundene Nahziele favorisiert.”

Die Nordsee-Inseln und beliebte Küstenorte wie St. Peter-Ording und Büsum sind zufrieden mit der Buchungslage. Amrum meldet für die Herbstferien eine Auslastung von etwa 70 Prozent. Auch für den Jahreswechsel zeichne sich “eine erfreuliche Buchungslage” ab. Auf Föhr erwarten die Betriebe für Herbst und Winter durchschnittlich etwa 50 Prozent Auslastung. Sylt meldet eine starke Buchungsnachfrage bis in den Oktober hinein. Auf Pellworm gingen täglich Buchungsanfragen bis zum Ende der Herbstferien ein, heißt es. Für Weihnachten und Silvester sowie Biike (21. Februar) werden die freien Kapazitäten hier bereits knapp. St. Peter-Ording rechnet mit einer ähnlich guten Auslastung wie im Vorjahr. Büsum meldet im September und Oktober zum Teil deutlich mehr Buchungen als 2020.

Ähnlich sieht es an der Ostsee aus: Touristiker auf Fehmarn melden eine vermehrte Nachfrage beziehungsweise Buchungen für September und Oktober. Zahlen oder Einschätzungen für den Winter liegen bislang nicht vor. In Timmendorfer Strand gibt es für Ende Oktober nach den Herbstferien Buchungslücken. Generell sind hier mehr Buchungen für September und Oktober zu verzeichnen als 2020. Auch in Grömitz setzt sich die gute Nachfrage der letzten drei Monate fort. An der Schlei sind Unterkünfte besonders in den Herbstferien gut gebucht.

Etwas einfacher werde es für Spontan-Reisende, eine Unterkunft nicht direkt an der Küste zu finden. Auch in den großen Städten wie Lübeck und Flensburg sind nach Angaben der TA.SH noch Ferienwohnungen und Hotelzimmer frei.



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