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Politik

Ein Außenseiter rettete in Alabama die Ehre der Republikaner

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Tommy Tuberville

Einzug in den Senat – ausgerechnet mit den Stimmen ungezählter „Crimson Tide“-Fans.


(Foto: AP)

Düsseldorf Wer verstehen will, warum American Football in Alabama eine fast religiöse Bedeutung hat, der werfe zu allererst einen Blick auf die Landkarte. Es gibt keine Großstadt. Atlanta in Georgia oder New Orleans in Louisiana liegen als nächste Metropolen jeweils mehrere Autostunden außerhalb Alabamas.

Warum ist diese kleine Exkursion in die Geografie hier von Bedeutung für diese kleine Geschichte? Weil sie indirekt die Erklärung liefert, warum es im Heart of Dixie, dem inoffiziellen Motto Alabamas, keinen Profisport gibt. Weder für NFL (American Football) noch MLB (Baseball) und NBA (Basketball) ist der Markt groß genug, um dort ein Team anzusiedeln.

Und doch gibt es fast nichts, was die rund fünf Millionen Einwohner von Alabama so sehr bewegt wie der Sport. In Ermangelung eines Profiteams konzentriert sich die emotionale Hingabe auf den College-Sport. Und da gibt es zwei bedeutende Standorte: die University of Alabama in Tuscaloosa, genannt „Crimson Tide“, und die „Tigers“ der Auburn University. Beide Hochschulen messen sich nicht nur regelmäßig in akademischen Kategorien, sondern auch auf dem Footballfeld, wobei die Crimson-Tide-Teams der ewige Favorit sind und die Auburn University, deren bekanntester Alumni übrigens Apple-Chef Tim Cook ist, den ewigen Herausforderer stellt.

Wer nun glaubt, College-Sport in Alabama habe womöglich eine Bedeutung wie bayerischer Vereinssport in, sagen wir, Mainfranken, der irrt. Beide Teams besitzen Stadien mit einer Kapazität jenseits von 87.000 Zuschauern, die regelmäßig ausverkauft sind. Die TV-Einschaltquoten der Spiele zur besten Sendezeit liegen auf Augenhöhe mit den Übertragungen der NFL.

All das ist auch der herzlichen Abneigung geschuldet, mit der sich „Crimson Tide“- und „Tigers“-Fans verbunden fühlen. Eine Rivalität, die vielfach in sozialkritischen Büchern ernsthaft beschrieben wurde, die Familien erfasst und entzweit, die platt beschrieben so ausgedrückt werden könnte: Dortmund gegen Schalke hoch zehn.

Und nun hat der ehemalige „Tigers“-Coach Tommy Tuberville ausgerechnet mit den Stimmen ungezählter „Crimson Tide“-Fans die Ehre der Republikaner zumindest in Alabama gerettet. Der politische Quereinsteiger eroberte den Sitz im Senat zurück, den die Trump-Partei vor Jahren im streng republikanischen Alabama überraschend verloren hatte.

Sieben Siege bei nur drei Niederlagen

Dass Tuberville in seiner zehnjährigen Amtszeit als Headcoach in Auburn den übermächtigen Rivalen „Crimson Tide“ siebenmal bei nur drei Niederlagen schlagen konnte, haben ihm Millionen von Alabama-Fans offenbar nicht nachgetragen. Tuberville umwarb die Anhänger des sportlichen Rivalen mit der Aussage, sie sollten doch froh sein über die Niederlagenserie in den Jahren seiner Trainerzeit.

Denn „die erst hat dazu geführt, dass in Tuscaloosa 2007 der beste Trainer aller Zeiten verpflichtet wurde: Nick Saban“. Seither hat die Uni Alabama fünf nationale Meisterschaften gewonnen – und Ex-Auburn-Coach Tuberville den Sitz im Senat.

Mehr: Ein Astronaut, eine Transgender-Politikerin und eine QAnon-Anhängerin: Wer in den Kongress einzieht



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Nach Hausdurchsuchung: Nawalnys Bruder festgenommen

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Nach Hausdurchsuchung

Nawalnys Bruder festgenommen

Während Alexej Nawalny in Haft sitzt, durchsuchen maskierte Polizisten in Moskau nicht nur seine Wohnung, sondern auch zwei weitere. Sein Bruder und zwei Vertraute werden unter einem fadenscheinigen Vorwand festgenommen.

Bei Razzien gegen Angehörige und Mitarbeiter des inhaftierten Kremlkritikers Alexej Nawalny ist unter anderen dessen Bruder festgenommen worden. Der 37-jährige Oleg Nawalny sei zunächst für 48 Stunden in Gewahrsam, teilte Nawalnys Mitarbeiter Iwan Schdanow am späten Mittwochabend auf Twitter mit. Als Grund sei ein Verstoß gegen Corona-Hygieneauflagen genannt worden, schrieb Nawalnys Team auf Telegram. Auch die Juristin Ljubow Sobol, eine enge Vertraute und Mitarbeiterin Alexej Nawalnys, sowie ein Mitarbeiter von Nawalnys Anti-Korruptions-Stiftung seien festgenommen worden.

Maskierte Uniformierte hatten seit dem Nachmittag Büros und Privatwohnungen von Familie und Mitarbeitern des Oppositionspolitikers durchsucht – offenbar lautete auch hier der Vorwurf auf Hygiene-Verstöße. Durchsucht wurden unter anderem die Moskauer Wohnung der Familie, eine Wohnung von Nawalnys Frau Julia sowie die seiner Pressesprecherin Kira Jarmysch. Das Team des Oppositionellen kritisierte, dass sich Polizisten teils gewaltsam Zutritt zu den Wohnungen verschafft und Anwälte nicht oder zu spät zu den Beschuldigten gelassen hätten.

Nawalnys Bruder war bereits 2014 zu einer langen Haftstrafe verurteilt worden. Nawalny warf dem Staat damals vor, Oleg als Geisel genommen zu haben, um ihn selbst unter Druck zu setzen. Die jüngste Durchsuchungswelle erfolgte einen Tag, bevor ein Gericht über die 30-tägige Haftstrafe Alexej Nawalnys entscheiden will. Nawalnys Anwälte wollen am Donnerstag im Stadtgericht von Chimki bei Moskau die Freilassung des 44-Jährigen erreichen.

Hunderttausende protestieren für Freilassung

Nawalnys Organisation kämpft gegen Korruption im russischen Machtapparat und musste in der Vergangenheit immer wieder in den verschiedenen Büros Durchsuchungen und Beschlagnahmungen von Computern hinnehmen. Erstmals hatte sich Nawalny in diesem Monat in einem seiner viel beachteten Enthüllungsfilme den Präsidenten Wladimir Putin vorgenommen – und ihm einen riesigen, aus Schmiergeldern finanzierten Palast am Schwarzen Meer zugeschrieben. Putin erklärte, nichts mit dem milliardenteuren Anwesen zu tun zu haben, das in dem mehr als 95 Millionen Mal aufgerufenen Film „Ein Palast für Putin“ gezeigt wird.

Nawalnys Team kündigte an, die Massenproteste für die Freilassung des Putin-Gegners am kommenden Sonntag fortsetzen zu wollen – unabhängig davon, was das Gericht nun verkünde. Denn erst am 2. Februar soll darüber entschieden werden, ob eine frühere Bewährungsstrafe Nawalnys – wie vom Strafvollzug gefordert – in echte Haft umgewandelt wird. Ihm drohen außerdem weitere Prozesse und viele Jahre Gefängnis. Bei den Protesten in mehr als 100 russischen Städten hatten am vergangenen Samstag laut Organisatoren bis zu 300.000 Menschen die Freilassung Nawalnys gefordert. Das Bürgerrechtsportal OWD-Info zählte fast 4000 Festnahmen bei den nicht genehmigten Kundgebungen.



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Polizei in Moskau nimmt Nawalnys Bruder fest

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Die Polizei durchsucht die Wohnung von Oleg Nawalny, dem Bruder des inhaftierten Kremlgegners Alexej Nawalny.

Russland steht wegen des Umgangs mit dem Oppositionskritiker international in der Kritik.

(Foto: dpa)

Die Polizei in Moskau hat den Bruder des prominenten russischen Oppositionellen Alexej Nawalny festgenommen. Oleg Nawalny wurde demnach bei einer Reihe von Durchsuchungen von Wohnungen und Büroräumen im Umfeld seines prominenten Bruders am Mittwoch festgenommen. Auch eine von Alexej Nawalnys Frau Yulia bewohnte Wohnung wurde durchsucht.

Am Fenster teilte sie Journalisten mit, die Polizei habe ihren Anwalt nicht zu ihr in die Wohnung gelassen. Für Sonntag haben Nawalnys Unterstützer Demonstrationen angekündigt. Alexej Nawalny war am 17. Januar nach seiner Rückkehr aus Berlin nach Russland prompt verhaftet worden. In Deutschland war er wegen einer Vergiftung mit einem Nervengift behandelt worden.

Unter den durchsuchten Orten waren auch Büros von Nawalnys Anti-Korruptions-Organisation sowie die Wohnung seiner Sprecherin, wie Nawalnys Berater am Mittwoch in den sozialen Netzwerken berichteten. Begründet worden seien die Durchsuchungen mit mutmaßlichen Verstößen gegen epidemiologische Richtlinien oder Hygienevorschriften, sagte der Chef von Nawalnys Anti-Korruptions-Organisation, Leonid Volkow.



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Guter Wille, aber keine Lösung: Gespräch mit Astrazeneca endet ergebnislos

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Guter Wille, aber keine Lösung

Gespräch mit Astrazeneca endet ergebnislos

Die EU hat sich bei ihrer Impfkampagne auf Lieferungen von Astrazeneca verlassen, doch das Unternehmen ist mit der Produktion ins Hintertreffen geraten. Zuerst werden die Länder bedient, die früher bestellt haben. Ein Krisengespräch am Abend läuft zwar konstruktiv, das hilft der EU aktuell aber kaum weiter.

Was für ein Hickhack: Die Europäische Union und der Pharmakonzern Astrazeneca streiten auf offener Bühne um Corona-Impfstoff. EU-Kommissarin Stella Kyriakides appellierte am Mittwoch an die moralische Verantwortung der Firma – die sich ihrerseits gegen Vorwürfe verwahrte. Auch ein Online-Krisengespräch am Abend brachte keine Lösung. Große Mengen Impfstoff für Deutschland und andere EU-Länder werden somit wohl Wochen oder Monate später kommen. Der schützende Piks könnte sich für Millionen Menschen verzögern.

„Wir bedauern, dass es immer noch keine Klarheit über den Lieferplan gibt und erbitten uns von Astrazeneca einen klaren Plan zur schnellen Lieferung der Impfstoffe, die wir für das erste Quartal reserviert haben“, erklärte Gesundheitskommissarin Kyriakides nach dem Krisentreffen mit Astrazeneca auf Twitter. „Wir werden mit dem Unternehmen zusammenarbeiten, um Lösungen zu finden und die Impfstoffe rasch für die EU-Bürger zu liefern.“ Sie lobte aber den konstruktiven Ton des Gesprächs mit Unternehmenschef Pascal Soriot, der sich persönlich zugeschaltet habe.

Astrazeneca teilte mit, es habe ein „konstruktives und offenes Gespräch“ über die Komplexität der Erhöhung bei der Impfstoff-Produktion und die Schwierigkeiten stattgefunden. Das Unternehmen habe eine noch engere Zusammenarbeit zugesagt, „um gemeinsam einen Weg für die Auslieferung unseres Impfstoffs in den kommenden Monaten aufzuzeichnen“.

Nur ein Bruchteil der Bestellung wird geliefert

Der Streit begann am Freitag mit der Ankündigung des britisch-schwedischen Herstellers, nach der für diese Woche erwarteten Zulassung des Impfstoffs weit weniger an die EU zu liefern als zugesagt. Von EU-Politikern wurden Zahlen genannt: Statt erwarteter 80 Millionen Impfdosen im ersten Quartal kämen nur 31 Millionen. Am Mittwoch deutete eine EU-Vertreterin an, dass die Dimension noch größer ist. Erwartet worden sei eine „dreistellige Zahl“, und geliefert werde davon nur ein Viertel. Seit Tagen setzen die EU-Kommission und die 27 EU-Staaten das Unternehmen deshalb unter Druck.

Die EU hat einen Rahmenvertrag über insgesamt 400 Millionen Impfdosen von Astrazeneca. Damit das Mittel schon bei Zulassung geliefert werden kann, wurden der Firma 336 Millionen Euro zur Aufstockung der Produktion zugesagt. Nach EU-Lesart hätte sie auf Halde produzieren müssen. Nun fragt die EU: Wo ist der Impfstoff? Bei dem Treffen am Mittwochabend sei die Frage auch nicht schlüssig beantwortet worden, hieß es aus Kommissionskreisen.

Astrazeneca-Chef Soriot hatte sich am Mittwoch unter anderem in einem Interview der „Welt“ geäußert – allerdings nicht zur Zufriedenheit der EU. Einige von Soriots Argumenten: Die EU habe ihren Vertrag später abgeschlossen als Großbritannien, wo das Astrazeneca-Mittel bereits genutzt wird. In der EU werde der Impfstoff in Belgien und den Niederlanden produziert. Und ausgerechnet dort sei in einer Anlage der Ertrag sehr niedrig. „Das machen wir ja nicht mit Absicht!“ Sein Team arbeite rund um die Uhr, um die Probleme zu lösen.

Zudem sagte Soriot, sein Unternehmen sei vertraglich nicht zur Lieferung bestimmter Mengen verpflichtet. Vielmehr habe man nur einen „best effort“ zugesagt, sich also im besten Sinne zu bemühen. In zwei bis drei Monaten sei das Problem zu lösen, sagte der Manager voraus. Und zu den konkreten Mengen: „Sobald wir in den nächsten Tagen die Zulassung erhalten, liefern wir drei Millionen Dosen. Dann jede Woche mehr, bis wir bei 17 Millionen sind. Die werden nach Bevölkerungszahl verteilt, für Deutschland mithin ungefähr drei Millionen in einem Monat.“ Das sei „gar nicht so schlecht“. Insgesamt werde die EU fair behandelt.

Boris Johnson hält sich zurück

Das alles wiederum empörte die EU-Seite. Es gebe einen Vertrag mit festen Lieferplänen je Quartal, und „best effort“ heiße nicht, dass keine Verpflichtung bestehe, hielt Gesundheitskommissarin Kyriakides entgegen. Im Vertrag sind nach EU-Angaben konkret vier Fabriken genannt, zwei davon in Großbritannien. Auch diese müssten für den EU-Auftrag eingesetzt werden, ergo soll Impfstoff von Großbritannien auf den Kontinent gebracht werden. Dass die EU ihren Vertrag später abgeschlossen habe, spiele ebenfalls keine Rolle. „Wir weisen die Logik des ‚Wer zuerst kommt, mahlt zuerst‘ zurück“, sagte Kyriakides. „Das gilt vielleicht beim Metzger um die Ecke, aber nicht bei Verträgen.“

Der britische Premierminister Boris Johnson will sich auf diese Debatte nicht einlassen. Es handle sich um eine Angelegenheit zwischen der EU und Astrazeneca, sagte Johnson am Mittwochabend in London und fügte hinzu: „Wir sind sehr zuversichtlich, was unseren Nachschub und unsere Verträge betrifft.“ Die EU-Kommission steht selbst in der Kritik, weil Impfstoff in der EU knapp ist und bisher prozentual weit weniger Menschen immunisiert wurden als etwa in Großbritannien oder Israel. Das liegt zum Teil daran, dass die Mittel in der EU eine Marktzulassung statt nur eine Notfallzulassung bekommen sollen – und das dauert länger. So hat die Impfkampagne später begonnen.

In der EU zugelassen sind derzeit Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna. Auch Biontech/Pfizer hatte zwischenzeitlich Produktionsprobleme, aber wohl nur kurzfristig. Astrazeneca wäre der dritte Hersteller mit EU-Zulassung. Die großen bestellten Mengen sollten die Impfkampagne in Fahrt bringen. Doch gibt es auch Fragezeichen, ob das Vakzin für ältere Menschen freigegeben wird. Experten der EU-Arzneimittelagentur EMA wollen sich am Freitag dazu äußern.



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