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„Die Jugendarbeit war früher besser“

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Das, was Erling Haaland heute für den BVB ist, war Márcio Amoroso vor fast 20 Jahren. Als Gesicht und Superstar der Borussia schrieb er Geschichte, wurde Deutscher Meister. Für seinen „Nachfolger“ Haaland hat er einen Tipp parat.  

Márcio Amoroso war teuer, sehr teuer. 50 Millionen D-Mark zahlte der BVB im Sommer 2001 an den FC Parma. Der Brasilianer war der neue Rekordtransfer der Bundesliga. „Darf man so viel Geld für einen Spieler ausgeben?“, lautete die Frage, die sich damals Fans und Medien stellten. Heutzutage wären 25 Millionen Euro kein Grund für eine Debatte über den Wert von Sportlern.

Doch Amoroso war das Geld wert, schoss den BVB mit seinen Toren zur Deutschen Meisterschaft und wurde zum Helden in Dortmund. Seine Zeit beim Klub endete abrupt nach einem Streit mit den Verantwortlichen über die Behandlung einer Knieverletzung. Trotz dessen ist der technisch versierte Brasilianer auch heute noch mit dem Verein verbunden und ist Teil der Legendenmannschaft des BVB. Im Interview mit t-online spricht er ausführlich über seinen Werdegang und erklärt, was ihm am heutigen Fußball nicht gefällt.

t-online: Herr Amoroso, Sie sind vor rund 21 Jahren für 25 Millionen Euro zu Borussia Dortmund gewechselt, waren damals der Rekordtransfer der Bundesliga. Seitdem sind die Preise weltweit explodiert. Was wären Sie heute wert?

Márcio Amoroso (46): Ich war ein technisch starker Spieler und dadurch auch so teuer. Die Technik der Spieler ist zwar über die Jahre besser geworden, doch ich wäre immer noch über dem Durchschnitt. Ich glaube, ich wäre heute doppelt so teuer wie damals – also 50 Millionen Euro (lacht).

Was sagen Sie zu den Entwicklungen der Ablösesummen?

Die hohen Preise hängen mit der schlechteren Förderung von Talenten zusammen. Die großen Klubs geben den eigenen Jugendspielern weniger Chancen, zu den Profis zu kommen. Es schaffen vielleicht ein oder zwei den Sprung. Für den Rest müssen sie dann Geld ausgeben und dadurch, dass immer mehr Geld im Spiel ist, kosten die auch viel.

Warum bekommen Ihrer Meinung nach weniger Jugendspieler eine Chance?

Weil die Jugendarbeit in den 90er Jahren besser war.

Inwiefern?

Die Mentalität im Fußball hat sich verändert. Die Trainer heute legen einen größeren Wert auf die physischen und taktischen Voraussetzungen der Spieler. Früher wurde mehr auf das tatsächliche fußballerische Talent und die Technik geschaut. Wenn ein Spieler heute technisch super ist, aber keine 15 Kilometer im Spiel läuft und taktisch nicht ganz mitkommt, wird er oft aussortiert. 

Hätte der junge Márcio Amoroso heutzutage Probleme, Profi zu werden?

Ich hätte auch heute noch Erfolg, weil sich die talentiertesten Spieler immer durchsetzen. Ich müsste mich etwas anpassen, aber auch heute setzen sich noch viele Spieler durch, die in erster Linie technisch stark sind. Da denke ich zum Beispiel an Neymar.

Ein Zauberer am Ball: Márcio Amoroso. (Quelle: Team 2/imago images)

Inzwischen sind Sie nicht mehr Spieler, sondern Zuschauer. Haben Sie mit den von Ihnen kritisierten Veränderungen des Spiels auch weniger Spaß daran, ein Fußballspiel zu sehen?

Ich muss mir die Spiele schon aussuchen. Ich will die Spiele sehen, in denen die Teams eher einen technischen als einen physischen Schwerpunkt haben. Barcelona, Bayern, Paris, Liverpool. Mit „Kick and Rush“, wie es in England von vielen Teams praktiziert wurde und wird, kann ich mich nie anfreunden.

In England haben Sie nie gespielt. Ihre erste Station in Europa war Italien bei Udinese Calcio. Wie waren Ihre ersten Eindrücke dort?

Ich hatte großes Glück, von Udinese verpflichtet zu werden. Die Besitzer des Klubs, die auch heute noch da sind, entschieden sich damals, die Strategie auf dem Transfermarkt zu verändern. Sie wollten junge, talentierte Spieler günstig holen und später teuer verkaufen. Davon profitierte ich, auch wenn es kein leichter Start für mich war, weil die Liga die beste in Europa war und ein hohes Niveau hatte. 

Hatten Sie Angst, es nicht zu schaffen?

Nein. Ich war selbstbewusst und sicher, dass ich mich durchsetzen würde.

Und abseits des Rasens? War Italien ein Kulturschock für sie?

Die Anpassung an das Leben und die Kultur in Italien war leicht. Es gibt viele Ähnlichkeiten zu Brasilien. Und man muss bedenken, dass ich ja wenige Jahre zuvor in Japan gelebt hatte. Ich sage Ihnen, das war ein echter Kulturschock (lacht). Aber Italien mag ich auch heute noch sehr gerne, besitze dort immer noch ein Haus. Und das Essen ist herausragend.

Auch an Udinese Calcio haben Sie bestimmt noch gute Erinnerungen, schossen dort viele Tore. Einer Ihrer Sturmpartner war Oliver Bierhoff. Welche Erinnerungen haben Sie an ihn?

Oliver war ein beeindruckender Spieler, ich habe viel von ihm gelernt. Ich habe zusammen mit ihm und Paolo Poggi im Sturm gespielt. Bierhoffs Stellungsspiel war herausragend und hat mir und Paolo viele Freiheiten gegeben. Dazu war er einer der besten Kopfballspieler, die ich kenne. Doch er war nicht nur ein guter Kollege im Spiel, er war auch ein guter Mensch. 

Márcio Amoroso (vorne links) und Oliver Bierhoff (obere Reihe, 3. von links) spielten gemeinsam im Sturm von Udinese Calcio. (Quelle: imago images/Kolvenbach)Márcio Amoroso (vorne links) und Oliver Bierhoff (obere Reihe, 3. von links) spielten gemeinsam im Sturm von Udinese Calcio. (Quelle: Kolvenbach/imago images)

Nach Ihrer Zeit bei Udinese ging es nach Parma und von dort aus zu Borussia Dortmund. Wie waren die ersten Wochen in Deutschland für Sie?

Etwas schwieriger, da ich die Sprache nicht kannte und es kulturell ein paar mehr Unterschiede gab. Aber mir war klar, dass ich mich dem Land anpassen und mich integrieren musste, nicht umgekehrt. Deshalb habe ich mich damit auseinandergesetzt, wie Deutsche denken und leben und mit der Zeit kam ich dann auch gut zurecht. Wenn es nach mir gegangen wäre, wäre meine Zeit in Dortmund auch länger gewesen, als sie war.

Wie ist Ihre heutige Beziehung zum BVB?

Ich habe immer noch viel Kontakt zu den Menschen im Verein, bin auch Teil der Legendenmannschaft des BVB. Zusammen mit Evanilson, Dédé oder auch Jörg Heinrich. Ich habe noch viele Freunde in Dortmund. Und die Fans werde ich nie vergessen, sie sind einzigartig auf dieser Welt. 

Die von Ihnen genannten Männer waren Spieler, die sich voll und ganz mit dem Klub identifizierten. Eine Sache, die laut Aussagen einiger Fans und Experten bei einigen der heutigen Profis fehlt. Stimmt das?

Dazu bin ich dann doch zu weit weg. Um eine differenzierte Aussage zu treffen, müsste ich in Dortmund sein und die Stimmung mitbekommen. Was ich aber sagen kann, ist, dass der Verein beeindruckende Fans hat und deshalb in der Pandemie besonders leidet. Es fehlt die Atmosphäre, das Gefühl, dass dir diese Fans geben. Das löst etwas Einmaliges in dir aus. Die Spiele fühlen sich doch aktuell nur wie Freundschaftsspiele an und gerade in Dortmund ist das eine große Umstellung.

Eine beeindruckende Kulisse: Die "Gelbe Wand" von Dortmund. (Quelle: imago images/ActionPictures)Eine beeindruckende Kulisse: Die „Gelbe Wand“ von Dortmund. (Quelle: ActionPictures/imago images)

Was früher Sie im BVB-Sturm waren, ist heute Erling Haaland. Wie bewerten Sie ihn?

Er ist ein toller Spieler und physisch stark. Sein Torabschluss ist sehr gut und schnell. Er hat noch viel Potenzial zur Entwicklung. Ich glaube, er kann einer der besten Stürmer der Welt werden. Dortmund ist der perfekte Ort für ihn. Beim BVB bekommen Angreifer den Freiraum, sich zu entwickeln. Robert Lewandowski wurde dank Dortmund zum besten Stürmer der Welt. Das kann auch Erling Haaland schaffen.
  

  
Haaland ist bereits auf dem Einkaufszettel mehrerer Top-Klubs. Glauben Sie, Dortmund kann ihn über den Sommer hinaus halten?

Der BVB braucht das Geld nicht, was ein Verkauf einbringen würde. Es gibt also keinen Druck, ihn abgeben zu müssen. Dazu wäre es schwer, einen guten Ersatz für ihn zu finden. Es gibt nur wenige Spieler auf dieser Welt, die so ein Talent haben. Auch für ihn wäre es besser, in Dortmund zu bleiben. Hier kann er sich in Ruhe weiterentwickeln. Ein Wechsel käme zu früh. Auch wenn ich verstehe, dass sein Agent Mino Raiola sich umguckt und sehr entschlossen und direkt in den Verhandlungen ist. 





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Kompakt: Lewandowski schreibt Geschichte, Frankfurt patzt böse – Augsburg, Mainz und Hertha gerettet

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FC Augsburg – Werder Bremen 2:0 (0:0)


Der SV Werder Bremen muss mehr denn je um den Abstieg in der Bundesliga zittern. Beim FC Augsburg kassierten die Bremer eine bittere 0:2 (0:0)-Niederlage und rutschen damit auf den Relegationsplatz 16. Augsburg – im zweiten Spiel des neuen Trainer Markus Weinzierl -, wie auch kampflos Mainz 05, das erst morgen spielt, sind damit vorzeitig vor dem Abstieg gerettet. In der ersten Hälfte gab Werder klar den Ton an. Der Relegations-Teilnehmer der Vorsaison profitierte dabei in der WWK-Arena, vor der sich einige Fans versammelten, von einem Platzverweis für die Gastgeber. Der Videoschiedsrichter schaltete sich ein und deckte eine Tätlichkeit von Ruben Vargas (13.) auf, der gegen Theodor Gebre Selassie treten wollte. Der Versuch genügte für Rot.

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Nach Roten Karten glichen die Bremer kurz nach Wiederanpfiff aus: Christian Groß (49.) flog wegen wiederholten Foulspiels mit Gelb-Rot vom Feld. Beide Teams lieferten sich ein hitziges Duell – und Augsburg ging in Führung – diesmal nach Toren. Der in der kommenden Saison zu Union Berlin wechselnde Rani Khedira (57.) schoss nach einem Eckball-Chaos das 1:0 – per Elfmeter legte Daniel Caligiuri (90.) das 2:0 zum sicheren Klassenerhalt nach. Als Tabellen-16. hat Werder nun nur noch einen Punkt Vorsprung vor dem direkten Abstiegsplatz 17, den der 1. FC Köln belegt – und einen Zähler Rückstand aufs rettende Ufer. Platz 15 belegt Aufsteiger Bielefeld.


Schalke 04 – Eintracht Frankfurt 4:3 (1:1)


Eintracht Frankfurt steht nach einer peinlichen 3:4 (1:1)-Niederlage beim abgeschlagenen Tabellenletzten FC Schalke 04 vor dem endgültigen Champions-League-K.o.. Die Eintracht wirkte nach dem in der vergangenen Woche an den BVB verlorenen CL-Rang nervös – und geriet direkt in Rückstand. Ein unnötiges Foul von Tuta im Strafraum an Amine Harit führte zum Elfmeter, den Klaas-Jan Huntelaar im Nachschuss verwandelte (15.). Nach einer Flanke von Amin Younes verschätzte sich S04-Keeper Ralf Fährmann kapital und ermöglichte André Silva einen freien Kopfball zum 1:1 (29.). Ein Eigentor von Sané (51.) brachte die SGE kurzzeitig auf die Siegerstraße, doch Schalke schlug völlig überraschend zurück: Blendi Idrizi (53.) und Florian Flick (60.) schossen die arg von Corona-Erkrankungen dezimierten Schalker wieder in Front. Und es sollte noch schlimmer für die Frankfurter kommen: S04 kam durch Matthew Hoppe (64.) kurz danach sogar noch zum 4:2

Während Schalke 04 damit sein letztes Heimspiel vor dem Abstieg gewann, könnte es am Sonntag für Frankfurt richtig dick kommen: Sollte Borussia Dortmund gegen Mainz 05 (18 Uhr) gewinnen und der VfL Wolfsburg bei RB Leipzig (20.30 Uhr) punkten, hätte die SGE vor dem letzten Spieltag keine theoretische Chance mehr auf die Königsklassen-Qualifikation.


SC Freiburg – Bayern München 2:2 (1:1)


Der alte und neue deutsche Meister FC Bayern München hat mit einem 2:2 (1:1) beim SC Freiburg seinen 24. Saisonsieg verpasst – doch das geriet komplett zur Nebensache, weil ein Mann Geschichte schrieb: Robert Lewandowski. Der Top-Torjäger des FC Bayern erzielte in der 26. Minute seinen 40. Saisontreffer per Elfmeter und stellte damit den legendären Bundesliga-Torrekord von Bayern-Legende Gerd Müller aus der Saison 1971/72 ein. Eine unglaubliche Leistung, die den Rest des Spiels nahezu obsolet machte. Dass Manuel Gulde (29.) für die gut mitspielenden Freiburger kurz danach den Ausgleich erzielte, Leroy Sané (53.) den FCB wieder in Führung brachte und Christian Günter (81.) noch der späte Ausgleich gelang, fiel angesichts des Lewandowski-Rekords kaum ins Gewicht.


Hertha BSC – Köln 0:0

Der 1. FC Köln muss stark um den Verbleib in der Bundesliga zittern: Durch das 0:0 in Berlin steht der FC auf einem direkten Abstiegsplatz, hat einen Punkt Rückstand auf den Relegationsplatz und zwei auf das rettende Ufer. Die Hertha hingegen ist durch den Punkt gerettet, spielt auch in der nächsten Saison in der Bundesliga. Das Keller-Duell war kein Spiel für Feinschmecker. Das Spiel extrem ereignisarm, die erste richtige Chance gab es erst nach einer halben Stunde. Berlins Nemanja Radonjic scheiterte mit seinem Schuss aber an Köln-Keeper Timo Horn (30.). Ohne Tore ging es in die Pause. Und auch nach der Halbzeit wurde es nicht besser. Die Kölner fanden kein Mittel, vor dem Tor der Berliner gefährlich zu werden. Die Hertha verwaltete den Punkt aufgrund der Ergebnisse auf den anderen Plätzen bis zum Schluss.


Bayer Leverkusen – Union Berlin 1:1 (1:0)

Vor der Partie wurden in der BayArena Lars und Sven Bender verabschiedet. Beide beenden nach der Saison ihre Karriere, Lars Bender wurde zum Ehrenspielführer von Bayer 04 ernannt. Die Europa League hat der Werksklub in der Tasche, Union kämpft noch um die Teilnahme an der Conference League – und hat durch den Punktgewinn beste Chancen auf das internationale Geschäft, weil Gladbach sein Heimspiel gegen Stuttgart verloren hat. Beide Teams versuchten in der Offensive Akzente zu setzen, ohne wirklich zwingend zu sein. Die Führung gelang dann Shootingstar Florian Wirtz, der einen Abpraller aus kurzer Distanz über die Linie drückte (26.). In der zweiten Halbzeit gab es dann ganz viel Leerlauf, bis plötzlich Union der Ausgleich gelang. Ausgerechnet der von Bayer und Union verliehene Joel Pohjanpalo traf zum Ausgleich (72.).


Arminia Bielefeld – TSG Hoffenheim 1:1 (1:1)

Die Arminia holt zumindest einen Punkt um Abstiegskampf und verlässt durch die Niederlage von Werder Bremen den Relegationsplatz. Gegen die TSG Hoffenheim gelang ein 1:1 (1:1). Die Gäste aus Sinsheim gingen schnell durch Torjäger Andrej Kramaric in Führung. Der Torjäger vollendete mit seinem 19. Saisontreffer einen schönen Konter der TSG nach einem Eckball für die Arminia. Die Bielefelder brauchten ein paar Minuten, um sich wieder zu sammeln. Der Ausgleich gelang dann aber wunderschön. Andreas Voglsammer versenkte einen Freistoß in den linken Torwinkel (23.). Und der Bielefelder hatte auch in der zweiten Halbzeit die Riesenchance zum 2:1. Hoffenheims Kevin Akpoguma will zu seinem Torwart zurückköpfen, übersieht aber Voglsammer, der mit seinem Schuss aus kurzer Distanz aber an Philipp Pentke scheitert (48.). Und Pentke entschärfte auch die nächste Riesenchance und wehrte einen Kopfball von Fabian Klos ab (64.).


Borussia Mönchengladbach – VfB Stuttgart 1:2 (1:0)

Die Borussia hat ganz wichtige Punkte im Kampf um Europa eingebüßt. Im letzten Heimspiel unter Trainer Marco Rose, der zur neuen Saison zu Borussia Dortmund wechselt, gab es eine 1:2-Niederlage gegen den VfB. Gladbach hat jetzt auf Platz sieben, der zur Teilnahme an der Conference League berechtigt, einen Punkt Rückstand auf Union Berlin. Die Führung kurz vor der Halbzeit erzielte Lars Stindl. Der Kapitän versenkte eine Hereingabe von Christoph Kramer volley zur Führung (45.). In der zweiten Halbzeit neutralisierten sich dann beide Teams, bis Stuttgarts Wataru Endo aus der zweiten Reihe zum Ausgleich traf (72.). Und nur wenig später schoss Pascal Stenzel mit einem abgefälschten Schuss zur VfB-Führung ein (78.). Gladbach kam nicht mehr zurück.





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Glasgow Rangers knacken 100-Punkte-Marke: Schottischer Meister beendet Saison ohne Niederlage

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Der schottische Meister Glasgow Rangers hat erstmals in der Vereinsgeschichte eine Saison beendet, ohne eine Niederlage zu kassieren. Die Mannschaft des englischen Trainers und früheren Nationalspielers Steven Gerrard, die schon seit dem 7. März als schottischer Meister feststand, gewann zudem alle 19 Heimspiele in der Liga. Am letzten Spieltag besiegten die Rangers am Samstag Aberdeen mit 4:0. Mit 102 von 114 möglichen Punkten stellte Gerrards Team einen weiteren Vereinsrekord auf. Es war das erste Mal überhaupt, dass der Klub die 100-Punkte-Marke durchbrach.

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Rund um das Stadion Ibrox Park, in dem wegen der Corona-Regeln keine Zuschauer erlaubt waren, versammelten sich am Samstagnachmittag Hunderte Rangers-Anhänger und feierten den Erfolg ihres Teams ausgelassen, ohne Abstand und überwiegend auch ohne Masken. Politiker und Behörden appellierten an die Fans, die Versammlung aufzulösen. Auch die Rangers riefen dazu auf. „Bitte feiert sicher und vernünftig„, twitterte der Klub. „Wir bitten die Fans, sich vom Ibrox zu entfernen.

Für den ehemaligen Liverpool-Star Gerrard ist es in der dritten Saison im Ibrox Park die erste Trophäe als Coach. Für die Glasgow Rangers bedeutet der 55. Meistertitel das Ende einer langen Durststrecke. Nach einer Insolvenz war der Rekordmeister 2012 aus der schottischen Premiership ausgeschlossen worden und musste in der 4. Liga neu starten. Seitdem hatte Erzrivale Celtic Glasgow neunmal in Serie die schottische Meisterschaft gewonnen. Die Rangers beendeten die Saison nun mit 25 Punkten Vorsprung vor dem ungeliebten Nachbarn.





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Bayern-Stürmer Lewandowski stellt 40-Tore-Rekord von Gerd Müller ein

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Jahrzehntealter Rekord
Bayern-Stürmer Lewandowski stellt 40-Tore-Rekord von Gerd Müller ein

Bayern-Stürmer Robert Lewandowski

© Thomas KIENZLE / POOL / AFP

Mit einem verwandelten Elfmeter zieht Robert Lewandowski mit Gerd Müller gleich. Als der Weltfußballer den Bundesliga-Torrekord einstellt, ehrt er die Bayern-Legende mit einer besonderen Aktion.

Weltfußballer Robert Lewandowski vom FC Bayern München hat Gerd Müllers Bundesliga-Rekord von 40 Treffern in einer Saison eingestellt. Der 32 Jahre alte Pole erzielte am Samstag im Spiel des deutschen Meisters beim SC Freiburg in der 26. Minute per Foulelfmeter sein Saisontor Nummer 40 und egalisierte damit Müllers Bestmarke aus der Spielzeit 1971/72. Diese galt jahrzehntelang als unerreichbar.

Den Strafstoß verwandelte Lewandowski flach und sicher. Nach seinem Treffer präsentierte er ein schwarzes T-Shirt mit dem Konterfei Müllers und der weißen Aufschrift „4EVER GERD“ unter seinem Trikot. Spieler und Trainerstab der Bayern bildeten vor der Auswechselbank an der Seitenlinie ein Spalier für ihn und applaudierten. „Souverän verwandelt. Hat er sich verdient, hat er sich erarbeitet. Glückwunsch zu diesem Rekord und dem 40. Tor“, sagte Lothar Matthäus in der Halbzeit beim Pay-TV-Sender Sky.

„Dankbar, dass ich so viele Vorlagen von meinen Kollegen bekomme“

Für Lewandowski ist es ein weiterer Meilenstein in seiner Karriere als Profi. Schon fünfmal war er Bundesliga-Torschützenkönig: 2014, 2016, 2018, 2019 und 2020. Seine bisherige Saisonbestmarke waren 34 Tore. „Es hilft nicht, wenn du es zu sehr willst“, hatte er vor einer Woche nach seinem Dreierpack beim 6:0 des deutschen Meisters gegen Borussia Mönchengladbach zu seiner Rekordjagd gesagt.

„Man sieht, dass er in einer grandiosen Form ist“, sagte Kapitän Manuel Neuer nach der Lewandowski-Show gegen Gladbach. Der herausragende Liga-Akteur weiß freilich, dass er für die Bestmarke nicht alleine verantwortlich ist. „Ich kann dankbar sein, dass ich so viele Vorlagen von meinen Kollegen bekomme“, bemerkte Lewandowski.

In roten T-Shirts mit einer 9 darauf jubeln drei Fußballer des FC Bayern München über die 9. Deutsche Meisterschaft in Folge

Die erfolgreiche Rekordjagd ist auch deswegen besonders hoch zu bewerten, weil der Weltklasse-Angreifer nach einer Knieverletzung Ende März vier Bundesliga-Partien verpasst hatte. Lewandowski fehlte den Bayern auch schmerzlich beim Champions-League-Aus gegen Paris Saint-Germain. Bei der Münchner 1:2-Niederlage in Mainz kehrte er vor drei Wochen auf den Platz zurück und erzielte sein 36. Saisontor.

Mit nun 276 Bundesliga-Toren liegt der ehemalige Spieler von Borussia Dortmund hinter dem ehemaligen Bayern-Stürmer Müller (365 Tore) auf Platz zwei der ewigen Torschützenliste. Womöglich kann Lewandowski auch diese Bestmarke in den kommenden Jahren noch angreifen. Sein aktueller Vertrag in München läuft noch bis zum 30. Juni 2023.

rw
DPA



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