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DFB: Verschenkter Sieg gegen Argentinien – Sport

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Die gute Nachricht vorweg: Die deutsche Mannschaft hat ihr Länderspiel am Mittwochabend gegen Argentinien ordnungsgemäß und in vorgeschriebener Sollstärke absolviert. Sie hat es zu elft begonnen und zu elft beendet. Der Bundestrainer Joachim Löw hat sogar noch drei Mal wechseln und die angeschlagenen Marco Reus und Ilkay Gündogan trotzdem auf der Bank belassen können. Das Spiel der deutschen Mannschaft litt allerdings vor allem gegen Ende durchaus unter dem Ausfall von 13 verletzten oder kranken Fußballern, und wer will, mag sich jetzt sorgen um die spielerische Harmonie, acht Monate vor der Europameisterschaft.

Die DFB-Elf führt 2:0 gegen Argentinien, aber dann…

Problematisch war vor allem, dass die deutsche Mannschaft durch Tore von Serge Gnabry und Kai Havertz nach 22 Minuten schon mit 2:0 führte, diesen Vorsprung in der deutlich schwächeren zweiten Halbzeit aber noch verspielte. „Die erste Halbzeit haben wir sehr beherzt gespielt. Wir hatten sehr viele gute Aktionen“, sagte Löw. „In der zweiten Halbzeit hatten wir ein paar Ballverluste, wir waren nicht mehr ganz so mutig und sind ein bisschen ins Schwimmen gekommen. Wir konnten das Spiel nicht über 90 Minuten halten, das muss man sagen.“ Auch Joshua Kimmich, am Mittwoch Kapitän, fand: „Wir sind nicht mehr so hinterhergelaufen. Hintenraus dann die beiden Gegentore. Das ist jetzt leider schon öfter passiert. Ich glaube nicht, dass irgendjemand Angst hat, dass er ein Gegentor bekommt. Die Argentinier haben es irgendwann besser gemacht und uns hinten reingedrückt.“

DFB-Elf in der Einzelkritik

Klostermann flitzt wie Usain Bolt


Am Ende stand es also nur 2:2 (2:0). Und es ist nun schon 31 Jahre her, dass Deutschland zuletzt ein Freundschaftsspiel gegen Argentinien gewonnen hat. Deutschland hat Argentinien seit 1990 zwar bei vier Weltmeisterschaften bezwungen, zwei Mal im Viertelfinale (2006, 2010) und zwei Mal im Endspiel (1990, 2014), aber von den nunmehr acht weniger relevanten Spielen hat eine deutsche Auswahl in dieser Zeit kein einziges gewonnen. Im April 1988 gewann man mit Jürgen Klinsmann, Rudi Völler und dem Torschützen Lothar Matthäus in Berlin 1:0. Für Argentinien spielte damals noch Diego Maradona.

Diesmal fehlten die ganz großen Namen auf beiden Seiten. Der 23. Vergleich zwischen den beiden Nationen stand unter besonderen Vorzeichen. Bei Argentinien war Lionel Messi gesperrt, während Angel di Maria und Sergio Agüero nicht berücksichtigt wurden. Aus der Startelf vom WM-Finale 2014 war nur noch Marcos Rojo von Manchester United übrig. Im deutschen Team stand zum ersten Mal kein einziger Spieler mehr auf dem Feld, der 2014 zum deutschen Weltmeister-Kader gehört hat.

14 Feldspieler blieben Löw bloß, um daraus seine Startelf zu formieren. Er entschied sich unter anderem für zwei Neulinge, den Innenverteidiger Robin Koch und den Mittelstürmer Luca Waldschmidt, beide vom SC Freiburg. Die beiden sind die Debütanten Nummer 102 und 103 in der 13-jährigen Ära Löw. Mit Nadiem Amiri (66.) und Suat Serdar (71.) wurden im Laufe des Spiels die Nummern 104 und 105 eingewechselt. Der Abend war also wenigstens ein kleiner Erfolg für Löws Innovations- und Erneuerungskraft. Dagegen verzichtete der Bundestrainer am Spielort Dortmund darauf, seinen spärlichen Kader mit örtlich beheimateten Fußballern wie Julian Weigl, Mahmoud Dahoud oder Mats Hummels aufzufüllen. Vor allem für ein Comeback von Hummels sah Löw „keine Veranlassung“.

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Löw positionierte den Debütanten Koch im Zentrum einer Fünferkette, schließlich spielt der 23-Jährige genau dort auch in einer Freiburger Mannschaft, die derzeit die Bundesliga erobert. Koch spielte inmitten der Kollegen Emre Can und Niklas Süle, aber wer dachte, mit solch einer improvisierten Innenverteidigung werde man sich gegen Argentinien gewiss schwer tun, der überschätzte die Angriffspower der mauen Südamerikaner. Es war vielmehr die mit Mühe und Not zusammengeflickte deutsche Mannschaft, die sich in der Torannäherung zunächst als erstaunlich einfallsreich erwies.

Der Münchner Joshua Kimmich, der Leverkusener Kai Havertz und der Dortmunder Julian Brandt harmonierten im Mittelfeld miteinander, als spielten sie jeden Tag zusammen – Havertz und Brandt haben in Leverkusen ja wirklich lange zusammen gespielt. So kam es, dass der Münchner Flügelstürmer Serge Gnabry bereits in der 16. Minute das 1:0 erzielte. Das war sein zehnter Treffer im elften Länderspiel – eine phänomenale Quote. Ein etwas überwältigenderes Gefühl könnte sechs Minuten später das 2:0 für Havertz gewesen sein, schließlich war es für ihn im sechsten Länderspiel der erste Treffer im Nationaltrikot. Pech hatte die deutsche Elf, als Halstenberg in der 31. Minute die Latte traf, Glück hatte sie, als Argentiniens Rodrigo de Paul zwei Minuten später an den Pfosten schoss.

Die Gäste machten es der deutschen Mannschaft auch in der zweiten Halbzeit zunächst nicht allzu schwer, mit zögerlichen Angriffen und massiven Versäumnissen in der Rückwärtsbewegung eröffneten sie ihnen manchen Konter. Dem Leverkusener Argentinier Lucas Alario gelang in der 66. Minute der Anschlusstreffer, und weil die zunehmend stärkeren Gäste in der letzten halben Stunde auf den Ausgleich drückten, kann man diesen auch als halbwegs verdient erachten: In der 85. Minute schoss Lucas Ocampos – nach einem feinen Solo des entfesselten Alario – den Treffer zum 2:2-Endstand.

Deutsche Nationalmannschaft Deutschland vergibt Sieg gegen Argentinien

Deutschland vergibt Sieg gegen Argentinien

Ein Test mit vielen Erkenntnissen: Das völlig neu sortierte deutsche Nationalteam führt lange klar, doch dann passieren Fehler und die Partie endet 2:2.




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Türkei – Militärshow auf dem Fußballplatz – Sport

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Die Spieler der türkischen Elf salutieren erneut beim 1:1 im Stade de France. Zwei Profis von Fortuna Düsseldorf verweigern sich dem Gruß.

Manchmal wäre ein 0:0 gescheiter, ein tor- und vor allem jubelloses Unentschieden. Ein 0:0 für den Weltfrieden, sozusagen.

In Saint-Denis, beim geopolitisch aufgeladenen Spiel zwischen Frankreich und der Türkei in der Gruppe H der Qualifikation für die Europameisterschaft im kommenden Jahr, lief lange alles recht harmonisch. Trotz der Sorgen, die es vorher gab, der Debatten über militärisch salutierende Fußballer und Boykottforderungen. Die Marseillaise? Natürlich gab es Pfiffe, immerhin waren 30 000 Türken ins Stade de France gekommen, sie tauchten die Arena in feuriges Rot. Doch der französische Fußballverband stellte die Nationalhymne einfach so donnernd laut ein, dass die paar Pfiffe im „Allons enfants de la patrie, le jour de gloire est arrivé“ untergingen. Es gab auch missfallendes Geheule, als die Bleus fürs Aufwärmen den Rasen betraten, aber das gehört nun mal dazu.

Das Spiel wogte also nett dahin, ziemlich animiert sogar. Die Franzosen taten viel für die Offensive, um die schmähliche Niederlage beim Hinspiel vergessen zu machen, scheiterten aber regelmäßig an den massierten Abwehrreihen der Türken, gleich zwei davon hatten die Gäste da montiert, und an Mert Günok, dem auffällig gut aufgelegten Torwart.

Bis zur 76. Minute war alles gut, 0:0. Dann traf Olivier Giroud mit dem Kopf, ausgerechnet Giroud, 33 Jahre alt, der viel Geschmähte und oft Unterschätzte. In seinem Verein, dem FC Chelsea, spielt er nur noch sehr selten, im Nationalteam aber schießt er Tor um Tor. Er war diesmal nur Ersatz, obwohl ihm einige Tage zuvor schon das Siegtor gegen Island gelungen war. Nationalcoach Didier Deschamps zog ihm Wissam Ben Yedder vor, den Stürmer von AS Monaco. Von dem hieß es, er sei in viel besserer Form. Nun ja, ging so. Giroud brauchte nach seiner Einwechslung nur vier Minuten für sein Tor, breitete dann die Arme zum Albatros, führte die Hände hinter die Ohren. Noch Fragen, noch Diskussionen? „Zorro“ nannte ihn der Kommentator auf dem TV-Sender M6, „Held“, sogar „Retter“, alles in einem Atemzug.

Das 0:0, dahin. Nun fühlten sich die Türken bemüßigt, ihre extreme Tiefenlage aufzugeben und auch vorne mal was zu probieren. Und so passierte in der 82. Minute, was aus sportlicher Sicht ja durchaus und immer im Bereich des Möglichen liegt, politisch aber gerade nicht so unproblematisch ist: Tor für die Türkei.

Eine lange Freistoßflanke von Hakan Calhanoglu zum entfernten Pfosten, hinter die Rücken der französischen Verteidiger. Und da flog der Düsseldorfer Kaan Ayhan heran, Kopf voran, 1:1. Ayhan und seine Mitspieler stürmten jubelnd vor die Gästekurve, wo die 3800 härter gesottenen Fans aus der Türkei untergebracht waren. Schließlich legten mehrere türkische Spieler die rechte Hand flach an die Stirn, streckten sich durch zur Achtungsstellung, in Formation. Ayhan jedoch nicht, der Torschütze, der weigerte sich diesmal, obschon man ihn offenbar dazu drängte. Die Kurve salutierte zurück.

Auch Ayhans Düsseldorfer Teamkollege Kenan Karaman soll sich dem Militärgruß diesmal verweigert haben. Gegen Albanien hatten beide Spieler diesen noch gezeigt. Später ließ die Fortuna wissen, es habe sich um eine Solidaritätsbekundung für Soldaten und deren Angehörige gehandelt, nicht aber um ein politisches Statement.

Nach dem Siegtor in ebenjenem Spiel gegen Albanien konnte man mit viel Wohlwollen noch von einer einigermaßen spontanen Aktion reden, so streitbar und deplatziert sie auch war. Da zeigten sich türkische Nationalspieler im Moment patriotischer Ergriffenheit solidarisch mit türkischen Soldaten, die in Nordsyrien gegen die Kurden kämpfen.

Torschütze Kaan Ayhan (re.) und sein Düsseldorfer Mitspieler Kenan Karaman (li.) salutierten nicht, Merih Demiral (Mitte) schon.

(Foto: Charles Platiau/Reuters)

Diesmal war gar nichts mehr spontan, und wer noch immer daran zweifelte, wie angeblich zufällig sich alles vermischt, Nationalstolz und Kriegspropaganda, brauchte nur noch mal ein paar Minuten warten: Nach dem Schlusspfiff führten die Spieler ihre militärische Show noch einmal auf, ausgeruht, manche schon in ihre Trainingsjacken gehüllt. Der Salut ist jetzt Trotz und Provokation.

Vielleicht blieb Jean-Yves Le Drian auch deshalb zu Hause. Ursprünglich war vorgesehen gewesen, dass der französische Außenminister auf der Ehrentribüne Platz nimmt. In letzter Minute sagte er ab: „für unsere kurdischen Alliierten“. Aus der Regierung war nur Roxana Maracineanu, die Sportministerin, im Stade de France. Sie dankte nach dem Spiel dem französischen Verband und den Sicherheitskräften, dass die für einen gesitteten Verlauf der Begegnung gesorgt hatten, und fügte dann an: „Mit ihrem militärischen Gruß haben die türkischen Spieler aber alle Mühen zerstört, die Geste widerspricht dem Sportsgeist.“ Maracineanu forderte die Uefa auf, eine „exemplarische Strafe“ auszusprechen. Der Verband will zunächst die Spielberichte analysieren, bevor über etwaige Maßnahmen entschieden wird. Der türkische Nationaltrainer Senol Günes sagte, die Mannschaft habe nur „unsere Soldaten unterstützen“ wollen: „Bei diesem militärischen Gruß geht es nicht darum, eine negative Haltung zu demonstrieren.“

Es gibt inzwischen eine internationale Kampagne mit dem Ziel, den Austragungsort für das Finale der Champions League zu verlegen: Vorgesehen ist dafür das Atatürk-Stadion in Istanbul, am 30. Mai 2020. In Frankreich hatte es vor dem Spiel gegen die Türkei Intellektuelle und Politiker gegeben, die zu einem Boykott der Begegnung aufriefen, sie verlangten gar, es abzusagen. In den sozialen Netzwerken lief die Petition unter #AnnulationFranceTurquie. Die Verantwortlichen aber fanden, eine Absage würde die politisch gespannte Lage zwischen beiden Ländern nur weiter verschärfen. Am Ende sei es doch nur Fußball, man vertraue auf den gesunden Menschenverstand.

Nun, der Menschenverstand war auch bemerkenswert stabil, bei fast allen auf den Rängen. Wenigstens, solange es 0:0 stand.



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Zinedine Zidane hat seinen Pogba schon bei Real Madrid

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Zidane hat seinen eigenen Pogba

Lesedauer: 2 Minuten

Ein Transfer von Paul Pogba zu Real Madrid scheiterte im Sommer kläglich. Braucht es diesen aber überhaupt? Zinédine Zidane sieht bereits einen Pogba in seine,Team.

100, 150, 200 Millionen und noch viel mehr. Die Summen, die für Paul Pogba im vergangenen Transferfenster kolportiert wurden, überstiegen jedes Maß an Realismus. 

Trotzdem: Real Madrid war wohl bereit, viel Geld für den Mittelfeldmann von Manchester United hinzulegen. Trainer Zinédine Zidane soll den Franzosen unbedingt für seine Mannschaft gefordert haben.

Nun braucht der Franzose seinen Landsmann aber wohl nicht mehr – der Grund: Er hat bereits einen Pogba in den eigenen Reihen. Die Rede ist von Youngster Federico Valverde.

Valverde ist „der Schlüssel“

Der 21-Jährige stand in den letzten drei La-Liga-Spielen der Königlichen immer in der Startelf und überzeugte seinen Trainer nachhaltig. 

Nach dem 4:2-Sieg gegen Granada lobte Zidane seinen Spielmacher in den höchsten Tönen. „Er ist sehr gut und das hat er immer gezeigt. Er entwickelt sich.“

Valverde steuerte dabei die Vorlage zum 2:0 von Eden Hazard bei und zeigte seine Wichtigkeit für das Offensivspiel der Madrilenen. „Er sucht immer den Weg nach vorne, will den Ball und war der Schlüssel für zwei Tore.“

Sollte der junge uruguayische Nationalspieler seine Form behalten, könnte der Name Pogba von der Wunschliste Zidanes verschwinden. Dann braucht es keine 100 Millionen Euro mehr, um die Lücke im Mittelfeld zu füllen.

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Sport News 15.10.19 Tesfaldet mebrahtu – RBL TV

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