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Wirtschaft

Der beste schaffte 73 Prozent Rendite

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Frankfurt Das Coronavirus mit seinen Folgen für Konjunktur und Kapitalmärkte sorgte für erstaunliche Wertgewinne bei Investmentfonds, genauso aber auch für massive Verluste in den ersten drei Quartalen dieses Jahres. So erzielten Aktienfonds für Goldminen mit durchschnittlich 29 Prozent die höchsten Gewinne in den Monaten Januar bis September. Dicht darauf folgten Produkte für Technologieaktien mit rund 22 Prozent.

Deutliche Verluste verbuchten jedoch Fonds mit diversen Strategien mit Anleihen und Aktien. Am schlechtesten schnitten Fonds mit lateinamerikanischen Aktien ab, die 37 Prozent an Wert verloren. „Die Pandemie erzeugt klare Gewinner und klare Verlierer“, resümiert André Härtel. Der Analyst vom Fondsratinghaus Scope Analysis stellte die Auswertung unter den sogenannten Publikumsfonds am deutschen Markt für das Handelsblatt zusammen. Die Fonds werden vor allem für private Anleger aufgelegt.

Die Gruppe der Spitzenreiter profitiert von der Flucht der Anleger in die Krisenwährung Gold. Seit den Rettungsprogrammen von Notenbanken und Regierungen in historisch einmaliger Größenordnung rechnen mache Investoren mit höherer Inflation. Das stärkte den Goldpreis und schob daher auch die Aktienkurse der Fördergesellschaften an.

Bei der Titelauswahl im Segment der Goldminenaktien war Georges Lequime von Earth Resource Investments in den ersten drei Quartalen am erfolgreichsten. Der Manager des „Earth Gold Fund“ erwirtschaftete 45 Prozent Rendite mit Papieren wie Teranga Gold, Iam Gold, Kinross Gold oder West African Resources. Goldminenfonds führen allerdings ein Nischendasein. Scope Analysis zählt in der Kategorie 32 Produkte, die insgesamt lediglich 15 Milliarden Euro Kapital managen.

Die zweite große Gewinnersparte, die Technologiefonds, erreicht eine andere Größenordnung. Es gibt 68 Produkte mit einem Volumen von immerhin 69 Milliarden Euro. Allerdings sind Technologieaktien auch noch gewichtig in vielen breiter investierenden Aktienfonds enthalten. Die Pandemiebekämpfung mit den Maßnahmen zur Abstandshaltung und dem Trend zum Homeoffice gibt vielen Geschäftsmodellen von Tech-Konzernen Auftrieb.

Beispiele für Nutznießer sind der Onlinehändler Amazon, die Google-Muttergesellschaft Alphabet oder das soziale Netzwerk Facebook. Die Gewichte an den Aktienbörsen hatten sich bereits während der vergangenen Jahre durch den Boom der Tech-Werte massiv verschoben. Dieser Trend wurde durch Corona beschleunigt: Der Apple-Konzern beispielsweise ist an der Börse inzwischen rund 2,1 Billionen Dollar wert, damit fast doppelt so viel wie alle 30 Dax-Aktien zusammen.

New Economy schlägt die alten Industrien

Dagegen litten viele klassische Branchen wie Tourismus, Luftfahrt oder Industrie unter den Folgen der Pandemie. „Deshalb ist der Ertragsunterschied in der Bilanz der ersten drei Quartale zwischen Fondsgruppen der ‚New Economy‘ und der ‚Old Economy‘ so groß wie noch nie seit der Finanzkrise“, sagt Analyst Härtel. Als Beispiele auf der Negativseite nennt er die Verluste der Produkte für Rohstoff- und Energieaktien, aber auch die europäischen Aktienfonds mit einem eher geringeren Gewicht von Tech-Unternehmen an den Börsen.

Wenn Anleger heute zum Beispiel auf Tech-Aktienfonds als ein langfristiges Anlagethema setzen wollen, können ihnen Ratings der Fondsanalysehäuser als Orientierung dienen. Aus einer überdurchschnittlichen qualitativen und quantitativen Bewertung leiten die Fondanalysten eine hohe Wahrscheinlichkeit für ein auch künftig gutes Abschneiden ab.

Scope Analysis gibt nur vier Strategien eine Bestbewertung für gute Erträge bei einem angemessenen Verlustrisiko über die vergangenen fünf Jahre: In den ersten drei Quartalen erwirtschafteten diese Fonds Wertzuwächse zwischen 27 und 44 Prozent. Zu diesem Quartett der meist einige Milliarden Euro schweren Fonds gehört der „Global Technology and Innovation Fund“ des britisch-amerikanischen Geldverwalters Janus Henderson Investors.

Fondsmanager Denny Fish arbeitet in San Francisco. Seiner Meinung nach werden einige Corona-Effekte langfristig wirken, etwa die beschleunigte Digitalisierung von Prozessen in Unternehmen, digitales Bezahlen, Homeoffice, der Internetspeicherort Cloud, Onlinehandel. Er erkennt die Folgen im täglichen Leben: „Für jeden ist jetzt eine Bestellung über Amazon die natürlichste Sache der Welt“, beschreibt Fish. So vertraut er weiterhin den Aktien der bisherigen Profiteure. Als Beispiele nennt der Fondsmanager die großen Konzerne Microsoft, Amazon, Adobe – dort erkennt er „exzellente Wachstumsaussichten für die kommenden Jahre“.

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Hoffnung für kleine Firmen

In den Aktien dieser großen Tech-Konzerne steckt ein gewichtiger Teil seines Fondskapitals. Doch gleichzeitig hat Fish in viele Gesellschaften mit einem Anteil von meist weniger als einem Prozent des Fondsvermögens investiert. „Hier sind Risken und auch Chancen höher, damit wollen wir die großen Ertragsbringer von morgen finden“, sagt der Fondsmanager.

Als Beispiele nennt er die US-Firmen Atlassian, einen Softwareentwickler, und den auf Umsatzsteuer-Management spezialisierten Anbieter Avalara. Auch Mercadolibre, mit einer auf Lateinamerika zielenden Handelsplattform für verschiedenste Güter, findet sich im Portfolio. Unter dem Strich ist der Manager überzeugt, dass seine ausgewählten Firmen künftig doppelt so stark wachsen wie die Gesamtwirtschaft.

Auf der Liste der Top-Produkte mit bestem Rating steht bei Scope auch der „Franklin Technology Fund“ vom US-Fondshaus Franklin Templeton Investments. Manager Jonathan Curtis erklärt zu seiner Aktienauswahl: „Wir konzentrieren uns auf das Thema digitale Transformation mit Stichworten wie Internet der Dinge, Künstliche Intelligenz, Datensicherheit.“

Die größten Einzelpositionen hält der Mann aus San Mateo in Kalifornien in Aktien von Amazon, Apple, Alibaba, Microsoft und Salesforce. „Viel los ist aber bei Firmen, die unter dem Radar vieler Anleger sind“, erklärt Curtis. Er meint damit auch Pandemiegewinner, deren Kurse sich verdreifacht hätten, wie er sagt. Dazu zählt der Fondsmanager die Firmen Docusign, spezialisiert auf die Umwandlung von Papierdokumenten in Digitalversionen, und auch Cloudflare, einen Dienstleister für Webseiten-Sicherheit.

Der dritte Fonds mit Spitzenrating von Scope ist der „Global Technology Funds“ des französischen Anbieters Polar Capital. Neue Investoren können hier allerdings nicht mehr einsteigen. Darüber hinaus hat nur noch der Fonds „World Technology“ des US-Vermögensverwalters Blackrock eine Bestbewertung.

Die allerbeste Wertentwicklung im laufenden Jahr schafft bisher allerdings ein kleiner und erst seit drei Jahren angebotener Fonds: Der „Abaris Technology Opportunities“ des schweizerischen Hauses Abaris Investment Management verweist die Konkurrenz der Tech-Fonds mit einer Wertsteigerung von 73 Prozent in die Schranken.

Langfristiges Renditeziel: 15 bis 20 Prozent im Jahr

Fondsmanager Marco Kott geht andere Wege als die Wettbewerber. „Wir haben keine der großen Konzerne wie Amazon, Apple oder Microsoft im Fonds“, sagt der Chef von Abaris. Seinen Ansatz erklärt er so: „Wir wollen die Amazons von morgen finden, suchen deshalb nach kleineren Unternehmen, denen wir ein Umsatzwachstum von mindesten 30 Prozent jährlich zutrauen.“ Mit dieser Strategie hält Kott langfristig Renditen von 15 bis 20 Prozent jährlich für realistisch. Es sei eine offensive Strategie: „Deshalb wird der Fondswert zeitweise auch stark schwanken“, räumt er ein.

Als Beispiel für attraktive Aktien nennt Kott Crowdstrike. „Die US-Firma bietet Sicherheitssoftware, und das besser und innovativer als Konkurrenten“, sagt der Experte. Sehr gut gefällt ihm auch Livongo Health, ein Unternehmen, das eine App zum Umgang mit chronischen Krankheiten programmiert habe. Die Aktie sei sechsmal teurer als noch zu Jahresanfang. In China setzt der Abaris-Chef unter anderem auf Youdao. Der Anbieter von Onlineausbildung wachse extrem stark – mit dreistelligen Raten.

Die Fondsmanager glauben an weiterhin gute Perspektiven ihrer Strategien. Allerdings sprechen sie trotz der eigenen Geschäftsinteressen auch von Risiken: Zurückhaltend zeigt sich Curtis von Templeton. In einigen Tech-Segmenten seien die Kurse sehr weit nach oben gelaufen. „Deshalb halten wir momentan eine höhere Barquote im Fonds“, erklärt der Manager.

Fish von Janus Henderson sieht ein potenziell großes Problem an anderer Stelle: „Wenn die Zinsen stark steigen sollten, dann wäre das schlecht“, fürchtet er. Auch denkbare politische Initiativen in den USA zur Eingrenzung der Marktmacht großer Tech-Konzerne, wie sie im Lager des demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden zu hören sind, müsse man im Auge behalten, sagt der Fondsmanager.

Hohe Kurse als Risiko

Deutlicher werden andere Experten wie Victor Zhang. Als Chef-Anlagestratege des großen US-Vermögensverwalters American Century Investments warnt er: „Investoren zahlen möglicherweise zu viel für die großen Technologieaktien. Die werden mit dem 32-Fachen ihres Gewinns gehandelt.“ Auf dem Niveau seien sie fast doppelt so teuer wie die sogenannten Value-Aktien aus konjunktursensiblen Sektoren. Zhang warnt: „Das erinnert an die Technologieblase zur Jahrtausendwende und die Finanzkrise.“

Aktuell hohe Kurse sind für die Tech-Kenner aber nicht das einzige Problem. Der Ausblick für die Branche ist für sie mit Fragezeichen versehen. Stratege Zhang denkt hier ähnlich wie Fondsmanager Fish. Im Kern stehen für ihn Überlegungen einer strengeren Regulierung: „In den USA sind die großen Tech-Konzerne mit kartellrechtlichen Bedenken, Fragen des Schutzes der Privatsphäre und dem Vorwurf der Verbreitung von Desinformation konfrontiert“, erinnert Zhang. Auch das Thema Steuervermeidung kann seiner Ansicht nach akut werden.

Zhang warnt daher vor einer möglichen Stimmungsänderung am Aktienmarkt und einer möglichen Abkehr von Tech-Aktien. Eine solche Stimmungsänderung wäre keine mit langer Reaktionszeit, fürchtet er: „Eine radikale Trendumkehr kann plötzlich kommen.“

Mehr: Nach dem Höhenflug der Tech-Aktien stellt sich die Frage nach den künftigen Gewinnern.



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Toyota will Gewinnprognose mehr als verdoppeln

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Toyota

Der Autobauer werde Medienberichten zufolge nun ein Betriebsergebnis von über einer Billion Yen (rund 8,2 Milliarden Euro) anpeilen.


(Foto: AP)

Tokio Toyota profitiert einem Medienbericht zufolge von einer Erholung der Fahrzeugmärkte in China und in den USA. Der größte japanische Autobauer wolle deswegen bei der Vorlage der Quartalszahlen am Freitag seine Gewinnprognose für das bis Ende März laufende Geschäftsjahr mehr als verdoppeln, berichtet die Zeitung „Mainichi“. Er werde nun wohl ein Betriebsergebnis von über einer Billion Yen (rund 8,2 Milliarden Euro) anpeilen.

Wegen des globalen Absatzeinbruchs in der Branche in der Coronakrise hatte Toyota im August lediglich einen operativen Gewinn von 500 Milliarden Yen prognostiziert und damit das schwächste Ergebnis seit neun Jahren. Allerdings liegt auch die neue Prognose noch deutlich unter dem Gewinn des vorherigen Geschäftsjahres, als es rund 2,5 Billionen Yen waren. Analysten rechnen diesmal im Schnitt mit einem operativen Gewinn von 1,25 Billionen Yen. Toyota wollte sich nicht zu dem Bericht äußern.

Mehr: Der Autoabsatz in China ist im Oktober vorläufigen Berechnungen zufolge deutlich gestiegen. Im September war der Absatz aber noch höher ausgefallen.



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Fed bleibt auf Niedrigzinskurs: Anleger wetten auf „Weiter so“ nach US-Wahl

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Die Rally an der Wall Street hält an. Dabei setzen die Anleger darauf, dass es in den USA nach der Präsidentschaftswahl keinen radikalen politischen Richtungswechsel geben wird. Die US-Notenbank bleibt bei ihrer ultralockeren Geldpolitik. Derweil gehen die Aktien eines Chip-Herstellers durch die Decke.

In der Hoffnung auf eine Fortsetzung des wirtschaftspolitischen Status Quo in den USA decken sich weitere Anleger mit Aktien ein. „Die Märkte bevorzugen eine gespaltene Regierung“, sagte Anlagestratege Brian Levitt vom Vermögensverwalter Invesco. Dies dämpfe die Sorgen vor Steuererhöhungen, umfangreichen Investitionen in erneuerbare Energien oder Änderungen an der Krankenversicherung. Daher stieg der US-Standardwerteindex Dow Jones an diesem Donnerstag um 2,0 Prozent auf 28.390 Punkte. Der technologielastige Nasdaq rückte 2,6 Prozent auf 11.890 Punkte vor und der breit gefasste S&P 500 legte 1,9 Prozent auf 3510 Punkte zu.

Nasdaq Composite 11.890,93

Joe Biden, dem Herausforderer von US-Präsident Donald Trump, fehlen im Wahlgremium nur noch wenige Stimmen für den Einzug ins Weiße Haus. Seine Demokraten verfehlten jedoch ihr Ziel, neben dem Repräsentantenhaus auch im Senat die Mehrheit zu erringen. Damit sei eine strengere Regulierung der Wirtschaft vom Tisch, sagte Portfoliomanager Justin Onuekwusi vom Vermögensverwalter Legal & General. „Das ist ein riesiger Positiv-Faktor und wiegt die Wahrscheinlichkeit eines kleineren Konjunkturpakets auf.“ Schwindende Furcht vor Kartell-Ermittlungen verhalf großen Technologiekonzernen wie Amazon oder Apple zu Kursgewinnen von bis zu 3,6 Prozent.

Fed als Retter in der Not

Gold, Feinunze
Gold, Feinunze 1.943,88

Inmitten der Hängepartie um den Ausgang der Wahl bereitete die Notenbank Fed den Boden für neue Konjunkturhilfen. Sie beließ den Leitzins in der Spanne von null bis 0,25 Prozent und hielt zugleich die Tür für neue Nothilfen in der Corona-Pandemie offen. Fed-Chef Jerome Powell sagte, die Währungshüter hätten auf der Sitzung ihr milliardenschweres Anleihenprogramm analysiert und breit darüber diskutiert. Sie seien entschlossen, falls nötig mit „kraftvollen Instrumenten“ wie diesen die von der Krise hart getroffene Wirtschaft noch stärker zu stützen. Dauer, Umfang und Zusammensetzung des Kaufprogramms könne bei Bedarf angepasst werden.

Diese Aussicht setzte der Weltleitwährung erneut zu. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, fiel um 0,9 Prozent. Gleichzeitig deckten sich Anleger mit Gold ein, das sich um 2,4 Prozent auf 1948 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) verteuerte. Das Edelmetall dient häufig als Absicherung gegen Inflation.

Börsianer schließen Unruhen nicht aus

Qualcomm
Qualcomm 123,32

Einige Börsianer warnten allerdings davor, angesichts des knappen US-Wahlausgangs auf eine reibungslose Machtübergabe zu vertrauen. Trump werde sich verbissen an die Macht klammern, prophezeite Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade. „Wir stehen am Rande eines Bürgerkrieges und es ist nur eine Frage der Zeit, bis Trump die Pforten hierfür öffnet.“ In mehreren US-Städten zogen sowohl Trump- als auch Biden-Anhänger auf die Straßen, einige von ihnen mit Waffen. Gleichzeitig brachte Trump seine Anwälte in Stellung, um die laufende Auszählung in einigen Bundesstaaten zu stoppen oder um eine Neuauszählung durchzusetzen.

Qualcomm auf Rekordhoch – GM auf Überholspur

General Motors (GM)
General Motors (GM) 37,14

Am US-Aktienmarkt schossen die Papiere von Qualcomm um gut zwölf Prozent in die Höhe, nachdem der Chip-Hersteller für das laufende Quartal einen Umsatz über Markterwartungen in Aussicht gestellt hatte. Das Unternehmen gehöre zu den Profiteuren der Umstellung auf den neuen Mobilfunkstandard 5G, für dessen Nutzung neue Mobiltelefone notwendig seien, schrieben die Analysten vom Vermögensverwalter Canaccord Genuity.

Gefragt waren auch die Titel von General Motors (GM), die sich um 5,4 Prozent verteuerten. Dank des reißenden Absatzes profitabler Pickups und SUV machte der Autobauer einen überraschend hohen Quartalsgewinn. Die Gewinnmarge von 15 Prozent sei beeindruckend, lobte Analyst Philippe Houchois von der Investmentbank Jefferies.



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Biden wird bescheiden bleiben müssen

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Derzeit in Führung: Joe Biden, der Präsidentschaftskandidat der Demokraten, am 4. November in Wilmington, Delaware

Bild: AP

Im derzeit wahrscheinlichsten Szenario wird Joe Biden gegen eine republikanische Mehrheit im Senat regieren müssen. In diesem Ergebnis steckt die Aufforderung der Wähler, bescheiden zu bleiben.

Vieles deutet darauf hin, dass die amerikanische Innenpolitik in den kommenden zwei Jahren einem Abnutzungskrieg ähneln wird. Im wahrscheinlichsten Szenario regiert der demokratische Präsident Joe Biden gegen eine republikanische Mehrheit im Senat. In diesem Ergebnis steckt die Aufforderung der Wähler an die Demokraten, bescheiden zu bleiben. Die Mehrheit ist Donald Trumps offensichtlich überdrüssig geworden, doch sie gibt radikaleren Ideen in der demokratischen Agenda keinen Rückhalt. Das linke Bernie-Sanders-Lager hat vom Wähler auch eine Quittung bekommen.

Seinen Plan für eine Steuerreform, deren Hauptzweck die Umverteilung ist, kann Biden erst einmal zurückstellen. Sie hat keine Chance gegen republikanische Senatoren, für die Steuersenkungen zum politischen Lebenselixier gehören. Die Gesundheitsreformpläne darf Biden genauso einmotten wie seine ambitionierte Klimapolitik. Selbst die weitere Absicherung der Wirtschaft und der Haushalte in der Pandemie-Krise dürfte schwierig werden. Denn seit langem haben sich die Republikaner angewöhnt, immer dann für strikte Haushaltspolitik einzutreten, wenn ein Demokrat im Weißen Haus residiert. Sie legten Bill Clinton und Barack Obama Zügel an, während sie ihre Präsidenten Ronald Reagan, George W. Bush sowie zuletzt Trump hohe Schulden auftürmen ließen.



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