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Wirtschaft

Dax nach Koalitionsvertrag auf Stabilisierungskurs

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FRANKFURT (dpa-AFX) – Nach zuletzt fünf schwachen Tagen wagt der Dax derzeit einen erneuten Stabilisierungsversuch. Der Leitindex knüpfte am Donnerstag an seine Erholung vom November-Tief an, die am Vortag schon im Verlauf begonnen hatte. Nach einem frühen Anstieg bis auf 15 962 Punkte legte das deutsche Kursbarometer gegen Mittag aber nur noch moderat um 0,18 Prozent auf 15 906,23 Punkte zu.

Etwa 3,4 Prozent hatte der Dax bei seinem Rückfall vom Rekordniveau bei 16 290 Punkten bis auf 15 740 Punkte im Vortagstief verloren. Auf diesem Niveau hatte er seine Kursgewinne seit Ende Oktober fast komplett abgegeben. Auch der MDax raffte sich nach einer sechstägigen Durststrecke wieder auf. Er stieg am Donnerstag um 0,29 Prozent auf 34 927,49 Zähler. Das Eurozonen-Barometer EuroStoxx lag mit dem MDax auf Augenhöhe.

Ganz sicher, ob dies die Wende zum Positiven ist, sind sich Experten aber noch nicht. “Die Erholung von den gestrigen Tiefs könnte der Ansatz für eine Bodenbildung gewesen sein”, gab sich der CMC-Markets-Marktanalyst Jochen Stanzl aber zumindest vorsichtig optimistisch. Nun sei es wichtig, dass der Dax nicht unter das Niveau von 15 735 Punkten fällt. Impulse aus New York wird es bei der Stabilisierung zunächst keine geben, die US-Börsen bleiben am Donnerstag wegen “Thanksgiving” geschlossen.

Etwas Unterstützung erhalten deutsche Aktien von dem Koalitionsvertrag, den SPD, Grünen und FDP am Vortag vorstellten. “Die Ampel-Koalition bringt frischen Wind in das politische Deutschland”, so Stanzl. In einer zügigen Regierungsbildung würde er nun ein wichtiges Signal sehen für Anleger. Allerdings werde der Start zunächst davon geprägt sein, die vierte Pandemie-Welle zu brechen. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen überschritt in Deutschland erstmals die Schwelle von 70 000. Mittlerweile sind mehr als 100 000 Menschen an oder mit dem Virus gestorben.

Die Inhalte des Vertrags bewegten am Donnerstag auch Einzelaktien, darunter vor allem die Energiebranche. Die Aktien von RWE knüpften mit einem Kurssprung um vier Prozent an ihre schon positive Reaktion am Vortag an. Beschleunigte Ziele für den Kohleausstieg und anspruchsvollere Ziele im Bereich der Erneuerbaren Energien seien positiv für den Energiekonzern, schrieb Jefferies-Analyst Ahmed Farman.

Die Rally im Energiesektor erstreckte sich auf viele andere Branchenwerte, darunter die Aktien von Nordex. Diese knüpften mit mehr als sechs Prozent Plus an ihren starken Vortag an und erreichten ein Hoch seit Ende Oktober. Der Hersteller von Windkraftanlagen hatte zudem einen Auftrag aus Peru für Anlagen mit einer Leistung von 177 Megawatt erhalten.

Ein weiterer sehr gefragter Wert waren wegen der Koalitionsziele die Aktien des Nebenwertes Synbiotic, die um zehn Prozent anzogen. Analyst Aliaksandr Halitsa von der Privatbank Hauck & Aufhäuser verwies hier auf die von den Ampel-Parteien geplante kontrollierte Abgabe von Cannabis, die ein wichtiger Meilenstein für den deutschen Cannabinoid-Markt sei, auf dem das Unternehmen unterwegs ist.

Bei Jenoptik erfreute die Anleger das Ende der Hängepartie bei der Suche nach einem Käufer für das Militärtechnikgeschäft. Die Anteile profitierten mit einem Kurssprung um acht Prozent vom Verkauf der Sparte Vincorion an einen Fonds des Finanzinvestors Star Capital Partnership. Die Analysten von Kepler Cheuvreux sprachen von einem “klar positiven Kurstreiber”.

Mit vier Prozent auf Talfahrt blieben dagegen die Aktien von Drägerwerk. Am Vortag waren sie wegen eines enttäuschenden Ausblicks schon eingebrochen, nun sorgte ein eindeutiges Statement des Metzler-Experten Alexander Neuberger für weiteren Verkaufsdruck. Er drehte sein bisher positives Votum in eine Verkaufsempfehlung und halbierte das Kursziel auf 50 Euro. Der Experte vermisst bei dem Hersteller von Medizin- und Sicherheitstechnik vor allem strukturelle Verbesserungen der Profitabilität.

Einen Rückschlag gab es ferner für die Fans von Borussia Dortmund und damit auch für die Anleger: Die Papiere des Fußballclubs sackten nach dem sicheren Aus in der Champions League um 3,1 Prozent ab. Damit versiegt für den Bundesligisten eine besonders lukrative Geldquelle. Im Zuge der vierten Pandemie-Welle sind obendrein wieder “Geisterspiele” zu befürchten.



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Wirtschaft

Zugausfälle nach Abellio-Aus befürchtet: Nachfolger bereit

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Pendler und Reisende müssen sich spätestens Anfang Februar auf wichtigen Regionalbahn-Strecken in Nordrhein-Westfalen auf Verspätungen oder gar Zugausfälle einstellen. Mit Blick auf das Ausscheiden des Unternehmens Abellio aus dem Bahnverkehr sagte der NRW-Chef des Fahrgastverbandes Pro Bahn, Andreas Schröder, der Deutschen Presse-Agentur: “Bei der jetzt schon knappen Personalsituation sind Zugausfälle beim Übergang auf Nachfolgeunternehmen zu befürchten.” Abellio-Mitarbeiter nähmen vermutlich Resturlaub. Engpässe seien vor allem bei Lokführern möglich. Die finanziell schwer angeschlagene Firma Abellio muss Ende Januar den Betrieb einstellen, mehrere andere Unternehmen sollen übernehmen.

Am Donnerstag (9.12.) entscheidet der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), welche Bahnunternehmen in einem Notvergabeverfahren die Abellio-Linien übernehmen. Bis zum 14.12. folgen die beiden anderen NRW-Verkehrsverbünde Nahverkehr Rheinland (NVR) und Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL).

Zu den Bewerbern zählen DB Regio und nach Brancheninformationen unter anderem National Express. DB Regio bewerbe sich dabei für das S-Bahn-Netz Rhein-Ruhr und Ruhr-Sieg, wie eine Firmensprecherin sagte. Falls das Unternehmen den Zuschlag bekomme, müssten in kurzer Zeit 500 Beschäftigte – in der Regel ehemalige Abellio-Mitarbeiter – neu eingestellt und geschult werden. Das sei “ohne Zweifel eine große Herausforderung”.

Bei diesem Übergang wird es wohl zu “Ruckeleien” kommen, wie auch der VRR-Chef Ronald Lünser unlängst im Verkehrsausschuss des Landtags gesagt hatte. Abellio kommt derzeit auf 21 Millionen gefahrene Zugkilometer pro Jahr und damit auf einen Marktanteil von etwa einem Sechstel im Schienen-Personen-Nahverkehr (SPNV) von NRW. Den Marktaustritt eines so großen Bahnunternehmens gab es noch nie. Lünser sagte, es gebe “keine Blaupause” für den Übergang. Man sei zwar gut vorbereitet und zuversichtlich, dass es zu keinem Betriebsstillstand komme. Aber am Anfang sei mit “der einen oder anderen Einschränkung” zu rechnen.

Die Abellio Rail GmbH befährt derzeit unter anderem den RE 1 von Aachen über Köln nach Hamm, den RE11 von Düsseldorf nach Kassel, den RE19 von Düsseldorf nach Arnheim und den RE49 von Wuppertal nach Wesel. Im S-Bahn-Netz führt Abellio unter anderem die S2 von Dortmund nach Essen und die S9 von Hagen nach Recklinghausen. Die Nachfolge-Firmen sollen das Personal von Abellio übernehmen. Die Verkehrsverbünde haben den 1080 Mitarbeitern zugesichert, bei der Übernahme auch Überstundenkonten und Urlaubsplanungen zu berücksichtigen und Versetzungen mit “unzumutbaren Wegstrecken” zum neuen Arbeitsplatz zu vermeiden.

Etwa 80 Prozent der Verkehrsleistung erbringt Abellio für den VRR – der Verkehrsverbund mit Sitz in Gelsenkirchen ist also der Hauptbetroffene vom Abellio-Aus. Der Marktaustritt ist eine teure Sache: Das Land stellt 380 Millionen Euro bereit, um die absehbaren Folgekosten in den nächsten Jahren auszugleichen.

Der Grünen-Politiker Norbert Czerwinski fordert langfristige Konsequenzen. “Wir brauchen ein öffentliches Eisenbahnverkehrsunternehmen, das bereitsteht und Verkehrsleistungen übernehmen könnte”, sagt das Mitglied des VRR-Verwaltungsrats. “Auf bestimmten Strecken sollten wir die Möglichkeit haben, Verkehrsleistungen direkt an ein öffentliches Unternehmen zu vergeben und nicht öffentlich auszuschreiben, damit Firmen dann wieder mit Dumpingpreisen reingehen und wenige Jahre später das Handtuch werfen”, sagt Czerwinkski. “Wir wollen eine Landesverkehrsgesellschaft, an der alle drei Verbundräume beteiligt sind – also VRR, NWL und NVR.”



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Wirtschaft

EU in Handelskriegen: Sanktionen mit Gegensanktionen bekämpfen

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Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen

Die EU-Kommission will ein neues Instrument vorschlagen, dass sie ermächtigen würde, im Ernstfall Sanktionen mit eigenen Sanktionen zu beantworten.


(Foto: imago images/Le Pictorium)

Brüssel Die Europäische Union wappnet sich für neue Wirtschaftskriege – und orientiert sich dabei an der Abschreckungslogik aus dem Kalten Krieg. Um andere Länder von wirtschaftlichen Erpressungsversuchen abzubringen und Firmen aus der EU vor willkürlichen Zwangsmaßnahmen zu schützen, stärkt Europa seine Gegenschlagskapazität. Das zumindest ist der Plan der Kommission.

An diesem Mittwoch will die EU-Behörde ein neues Instrument vorschlagen, dass sie ermächtigen würde, im Ernstfall Sanktionen mit eigenen Sanktionen zu beantworten. Der Entwurf liegt dem Handelsblatt vor.Zuerst hatte das Onlineportal Politico darüber berichtet.

Im Prinzip will Brüssel ein geo-ökonomisches Schreckensgleichgewicht schaffen. Die bloße Existenz der neuen Vergeltungsoption, soll verhindern, dass sich andere Länder zu wirtschaftspolitischen Aggressionen gegen die EU verleiten lassen.

Damit Abschreckung gelingt, muss sie glaubwürdig sein. Die Kommission strebt deshalb eine weitreichende Reform ihrer Handelspolitik und eine erhebliche Machtausweitung an. 

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Wirtschaft

Asien-Börsen vor US-Verbraucherdaten auf Erleichterungsrally

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Börse Schanghai

Die Märkte reagieren derzeit sensibel auf jede noch so kleine Neuigkeit im Zusammenhang mit Omikron.

(Foto: Reuters)

Hongkong Die asiatischen Aktien bauen ihre Gewinne am Mittwoch im Handelsverlauf aus und setzen die weltweite Erleichterungsrally fort. Die Anleger atmeten mangels negativer Nachrichten zur Omikron-Virusvariante auf.

„Die Märkte reagieren sehr sensibel auf jede noch so kleine Neuigkeit im Zusammenhang mit Omikron, und das Ausbleiben schlechter Nachrichten wird von den Aktienmärkten sehr positiv aufgenommen, obwohl es – und ich bin kein Wissenschaftler – für eine Entwarnung noch zu früh zu sein scheint“, sagte Stefan Hofer, Anlagestratege der Privatbank LGT.

Die Märkte konzentrieren sich auch auf die am Freitag anstehenden Daten zum Verbraucherpreisindex in den USA. Ein hoher Wert wird die geldpolitischen Entscheidungsträger wahrscheinlich dazu veranlassen, das massive Anleihekaufprogramm der US-Notenbank schneller zu reduzieren.

„Die Erleichterungsrally könnte nur von kurzer Dauer sein, wenn die US-Daten am Freitag zeigen, dass die hohe Inflation hartnäckig oder anhaltend ist – wählen Sie ein Wort, das nicht ‘vorübergehend’ ausdrückt“, sagte Hofer.

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Japans Wirtschaft ist im dritten Quartal angesichts schwacher Nachfrage im In- und Ausland stärker geschrumpft als bislang angenommen. Gegenüber dem Vorquartal sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Juli bis September um 0,9 Prozent, wie die Regierung am Mittwoch auf Basis revidierter Daten bekanntgab. Zuvor hatten die amtlicher Statistiker noch einen Rückgang um 0,8 Prozent errechnet. Auf das Jahr hochgerechnet (annualisiert) war das BIP damit um 3,6 statt 3,0 Prozent rückläufig.

Zurückzuführen ist der Rückgang den Zahlen zufolge vor allem die coronabedingt weiterhin schwache Nachfrage privater Haushalte sowie auf geringere Exporte. Der private Konsum, der in Japan mehr als die Hälfte der Wirtschaftsleistung des Landes ausmacht, ging nach den revidierten Daten um 1,3 Prozent zurück statt wie bisher gedacht um 1,1 Prozent.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf gut ein Prozent höher bei 28.817 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 0,6 Prozent.

Die Börse in Schanghai lag 0,8 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Schanghai und Shenzen gewann gut ein Prozent.

Aktien des Bauunternehmens Kaisa ausgesetzt

In China spitzt sich derweil die Krise im Immobiliensektor weiter zu. Der Handel mit Aktien des angeschlagenen chinesischen Bauunternehmens Kaisa wurde ausgesetzt, wie die Hongkonger Börse am Mittwoch mitteilte. Die Handelsunterbrechung erfolgte, nachdem ein Insider mit direkter Kenntnis der Angelegenheit gesagt hatte, dass es unwahrscheinlich sei, dass Kaisa eine Frist für die Begleichung von Verbindlichkeiten in Höhe von 400 Millionen Dollar einhalten könne.

Auch Kaisas Rivale China Evergrande konnte laut Insidern nach Ablauf einer einmonatigen tilgungsfreien Zeit am Dienstag keine Zahlungen für einige US-Dollar-Anleihen leisten, hieß es Medienberichten zufolge am Dienstag. Damit droht ein massiver Zahlungsausfall des weltweit am höchsten verschuldeten Immobilienentwicklers. Anleger fürchten, dass eine Insolvenz einen Flächenbrand auslöst und den ganzen chinesischen Finanzmarkt destabilisieren könnte.

Mehr: Auf Gewinner setzen oder auf den Turnaround hoffen? Diese Chancen stecken in den Dax-Ausreißern.



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