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Das „Unwort des Jahres“ lautet Klimahysterie – zu Recht?

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Seit 1991 kürt die sprachkritische Aktion das „Unwort des Jahres“. Zu den unrühmlichen Gewinnern der vergangenen Jahrzehnte zählen Begriffe wie „Ausländerfrei“, „Humankapital“ oder die gute alte „Lügenpresse“. Als Unwort des Jahres 2019 schafft es nun also die „Klimahysterie“ ganz oben aufs Treppchen der rhetorischen Schande. (Lesenswert: Das ist das Unwort des Jahres 2018) „Mit dem Wort ‚Klimahysterie‘ werden Klimaschutzbemühungen und die Klimaschutzbewegung diffamiert und wichtige Debatten zum Klimaschutz diskreditiert“, heißt es in der Begründung. Der Begriff pathologisiere pauschal das zunehmende Engagement für den Klimaschutz als eine Art kollektive Psychose, erläutert die Jury weiter.

Darf man nicht gegen bestimmte Auswüchse der Klimadebatte sein?

Ist das wirklich eine gute Wahl? Keine Frage, der Klimawandel ist ein wissenschaftliches Faktum: Unser Planet wird wärmer und unser Lebensstil trägt dazu bei. Menschen, vor allem solche in Machtpositionen, die diese Tatsache wider besseres Wissen leugnen, sind Idioten und handeln meiner Meinung nach völlig verantwortungslos. Aber ist es auf der anderen Seite wirklich zu leugnen, dass das Wort „Klimahysterie“ einen wahren Kern hat? Ist es nicht möglich, für den Schutz der Umwelt und gegen bestimmte Auswüchse der Klimadebatte zu sein? (Lesen Sie auch: Dieter Nuhr ätzt gegen Greta Thunberg) Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber mich beschleicht ein ungutes Gefühl, wenn ich in einem „Spiegel TV“-Beitrag sehe, wie junge Schüler einer Gruppe von Rentnern beim Borden eines Kreuzfahrtschiffs auflauern – mit Gasmasken und Schildern, auf denen „Kreuzfahrer, ihr vergiftet uns! Haut ab!“ steht. Geht’s auch ein Stück weniger theatralisch?

„Fridays for Future“ bedient sich politischen Kitschs

Der Publizist und Philosoph Alexander Grau bezeichnete kürzlich das Vorgehen und die Rhetorik der „Fridays for Future“-Bewegung, die stets auf die eigenen Befindlichkeiten abstellt und penetrant auf die Emotionalisierung der Debatte abzielt, als „politischen Kitsch“. Natürlich müssen Aktivisten laut sein und an Gefühle appellieren, um sich im massenmedialen Rauschen überhaupt Gehör zu verschaffen. Dennoch wirkte zum Beispiel die Rede von Greta Thunberg auf dem UN-Klimagipfel, in der sie die versammelten Politiker fragte, wie sie es nur wagen könnten, ihr ihre Jugend zu stehlen, reichlich übertrieben. (Auch interessant: Warum die Aufregung um Greta Thunbergs Bahn-Foto blamabel ist)

„Extinction Rebellion“ als „Weltuntergangssekte“

Oder nehmen wir die Aktionen von „Extinction Rebellion“, jenem Aktivisten-Bündnis und Kunstblut-Kult, deren Mitglieder sich gerne so verkleiden, als hätten sie den Film „Eyes Wide Shut“ einmal zu oft gesehen. Die blockieren nicht nur Straßen und – warum auch immer – umweltfreundliche U-Bahnen, sondern sprühen auch gerne literweise rote Farbe, beziehungsweise klimaverträglichen und selbstverständlich veganen Rote-Bete-Saft, öffentlichkeitswirksam an staatliche Gebäude oder gießen ihn breite Treppen hinunter, um damit das Blut verstorbener Tierarten zu symbolisieren. Da wundert es nicht, dass selbst die Ökosozialistin und ehemalige Ikone der Grünen Jutta Ditfurth diese Leute als „Weltuntergangssekte“ bezeichnete. (Lesenswert: Klaas rappt für den Umweltschutz)

Wir dürfen demokratische Prinzipien nicht über Bord werfen

Es wäre allerdings viel zu einfach, sich über diesen Mummenschanz oder überambitionierte Schüler lustig zu machen und damit die gesamte Klimabewegung diskreditieren zu wollen. Eigentlich sollen zum Unwort des Jahres ja Begriffe gewählt werden, die gegen „Prinzipien der Menschenwürde oder der Demokratie“ verstoßen. Was mich an der Klimadebatte stört, was ich tatsächlich hysterisch und alarmistisch finde, ist gerade die Unduldsamkeit gegenüber demokratischen Prozessen, die in vielen Wortbeiträgen der Öko-Aktivisten zum Ausdruck kommt. Der Klimawandel ist ohne Frage das drängendste Problem unserer Zeit – und dennoch sollten, ja dürfen wir demokratische Prinzipien nicht über Bord (schon gar nicht das eines Kreuzfahrtschiffs) werfen. (Lesen Sie auch: Das passiert, wenn ein Kreuzfahrtpassagier stirbt)

Demokratie bedeutet Kompromiss und Interessenausgleich

Um nicht falsch verstanden zu werden, ich sehe keine Ökodiktatur (übrigens auch ein Unwort-Anwärter) am Horizont aufsteigen. Dennoch sollten wir uns vor autoritären Tendenzen hüten, auch wenn sie einem guten Zweck dienen sollen. (Auch interessant: Dieter nur erntet für Greta-Kritik heftige Reaktionen) Die Mühlen der Demokratie mahlen nunmal langsam – aber das ist auch gut so! Demokratie bedeutet Kompromiss und Ausgleich zwischen verschiedenen Interessen. Dass jeder mitsprechen darf, auch wenn es fünf vor zwölf ist. Wer das nicht akzeptiert, drängt Menschen dazu, nach einer politischen Alternative zu suchen. Eine Partei trägt dieses Wort sogar im Namen – und der sollten wir nun wirklich keine weiteren Wähler zutreiben.



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Kathryn Newton Is a Springtime Princess in This Prabal Gurung Dress

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Kathryn Newton in Prabal Gurung at the Costume Designers Guild Awards.

We’re fully in winter’s icy grip, at the point of the season in which it feels like January has gone on for approximately five years and it seems like warmer weather may never come. Yes, this is a cry for help. 

This is why, short of booking a vacation somewhere farther south, we’re always delighted to see a red carpet look that captures the feeling of better times to come — namely, spring and summer. Kathryn Newton attended the 2020 Costume Designers Guild Awards to celebrate Alix Friedberg, the costume designer for „Big Little Lies,“ in just such an outfit, a dreamy, pastel-toned floral dress from Prabal Gurung. She looks like a springtime princess in the gown from Gurung’s Spring 2020 collection, a floor-length confection that fits her to a T — and it has pockets





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Marina Moscone Is Hiring An Executive Assistant In New York, NY

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Reports to: Chief Executive Officer/President
Classification: Salary Position—Full Time; Exempt

Marina Moscone was founded in 2016 by Marina and Francesca Moscone. The brand embodies a sense of understated luxury with subtle feminine elements, encompassing a full range of women’s ready-to-wear.

Job Summary: The position will provide support to the company CEO by leading day-to-day activities, maintaining calendars, and managing special projects. This is a great opportunity for an experienced executive assistant with excellent initiative to be a part of a fast-paced team. The role requires impeccable communication skills and the ability to prioritize and complete multiple tasks in a skillful and timely fashion.





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„Stiftung Warentest“: 13 Foundations im Check

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Make-up soll das Gesicht schöner und ebenmäßiger machen und dabei so wirken, als wäre es gar nicht drauf. „Stiftung Warentest“ hat 13 Grundierungen und Foundations getestet, die damit werben, Rötungen und Verfärbungen zu kaschieren. Dabei ist das Ergebnis gar nicht so schlecht: 11 von 13 Produkten erzielten eine gute Bewertung beim Testpunkt „kosmetische Eigenschaften“. Viele haben eine gute Deckkraft, auch der natürliche Eindruck bleibt bei einigen Produkten erhalten.

Auch interessant: Stiftung Warentest – so schneiden Trockenshampoos ab!

Zu Abwertungen in der Gesamtwertung kam es unter anderem wegen kritischer Stoffe. Drei Produkte enthielten ein schwer abbaubares Silikon

Auch interessant: Welcher Make-up-Pinsel dient für was?

Sechs weitere Produkte schnitten ebenfalls mit der Gesamtnote „Gut“ ab: Teint Haute Tenue+ von Clarins (40 Euro/30 ml), Even Better Makeup von Clinique (30,50 Euro/30 ml), Double Wear Maximum Cover von Estée Lauder (37,50 Euro/30 ml), Couvrance Korrigierendes Make-up-Fluid von Avene (19,60 Euro/30 ml), Dermablend Teintkorrigierendes Make-up von Vichy (19,80 Euro/30 ml) und Infaillible Total Cover von L’Oreal (9,45 Euro/30 ml).



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