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„Das ist das Muster eines Raubtiers“ | ZEIT ONLINE

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Nachdem die Verteidigung im Prozess gegen den früheren Filmproduzenten Harvey Weinstein am Donnerstag ihr Schlussplädoyer gehalten hatte, hat nun auch die Anklage ihr letztes Statement abgegeben. Staatsanwältin Joan Illuzzi warf Weinstein in ihrer Abschlusserklärung schwere Sexualverbrechen sowie Machtmissbrauch vor. „Der Angeklagte war der Herr des Universums und die Zeugen waren nur Ameisen, auf die er ohne Konsequenzen treten konnte“, sagte sie. 

Illuzzi bescheinigte Weinstein in ihrem Plädoyer vor den Geschworenen einen „Mangel an menschlichem Einfühlungsvermögen“. Weinstein habe seine Opfer bewusst ausgesucht. Er habe es gezielt auf unbekannte Frauen abgesehen, die in der Filmbranche aufsteigen wollten, aber außer ihm keine Verbindungen gehabt hätten. Weiterhin habe er möglichst voneinander unabhängige Opfer gewählt: „Keine dieser Frauen wusste voneinander. Isoliere, isoliere, isoliere sie“, sagte Illuzzi. „Das ist das Muster eines Raubtiers.“

Zugleich verteidigte Illuzzi die Zeuginnen gegen Vorwürfe der Verteidigung, wonach diese im Prozess gelogen hätten. Dafür hätten sie kein Motiv, sagte die Anklägerin. Der Grund, warum sie ihre Anschuldigungen gegen Weinstein teilweise erst viele Jahre später äußerten, sei ein anderer: Sie hätten gedacht, sie wären die einzigen Betroffenen gewesen. Außerdem sei Weinstein „ein Riese“ gewesen. Illuzzi wies auch auf die Ähnlichkeiten der Geschichten der mutmaßlichen Opfer untereinander hin, unter anderem bei der Beschreibung von Details, wie etwa Wutanfällen Weinsteins oder Drohungen ihnen gegenüber.

Verteidigung attackierte Zeuginnen

Am Donnerstag hatte Weinsteins Verteidigung in ihrer Abschlussrede die Zeuginnen angegriffen. Sie würden Weinstein zum einzigen Verantwortlichen für eigene Handlungen machen und sich selbst zum Opfer stilisieren, sagte Donna Rotunno, die Chefanwältin des Angeklagten. „In ihrem Universum sind Frauen nicht verantwortlich für die Partys, an denen sie teilnehmen, die Männer, mit denen sie flirteten, die Entscheidungen, die sie für ihre eigene Karriere treffen, die Flugtickets, die sie akzeptieren.“

Weiterhin appellierte sie an die Geschworenen, ihren „gesunden Menschenverstand“ zu benutzen. Der Angeklagte sei unschuldig und werde vorverurteilt. „Es ist keine einfache Aufgabe, eine der wichtigsten, die jemals von ihnen verlangt werden wird“, sagte Rotunno. Der Prozess sei kein „Beliebtheitswettbewerb“. Gerade unbeliebte Personen seien besonders auf eine faire Jury angewiesen. Ab Dienstag beginnen die Beratungen der zwölf Geschworenen, in denen sie über das Urteil entscheiden sollen.

In dem Prozess, der im Januar begonnen hatte, geht es um zwei konkrete Fälle von den Berichten der insgesamt 80 Frauen, die Weinstein sexuelle Übergriffe vorwerfen: 2006 soll er eine Produktionsassistentin zum Oralsex gezwungen und 2013 eine weitere Frau vergewaltigt haben. Bei einer Verurteilung droht dem ehemaligen Produzenten eine lebenslängliche Haftstrafe. Die Vorwürfe gegen Weinstein haben 2017 der #MeToo-Bewegung zusätzliche Dringlichkeit verliehen.

Weinstein streitet sämtliche Vorwürfe ab. Er habe ausschließlich einvernehmliche sexuelle Kontakte gehabt. Ermittler und Staatsanwaltschaft gaben im Prozess an, Weinstein habe mithilfe eines Teams von Privatdetektiven versucht, die Berichterstattung über die Vorwürfe gegen ihn zu unterbinden, zwei Monate, ehe sie publik wurden. Unter anderem soll er ehemalige Opfer und mögliche Zeuginnen ausspioniert haben. Weiterhin hat Weinstein mehr als 30 Frauen, die jedoch nicht vom Prozess betroffen sind, insgesamt 25 Millionen Dollar an Vergleichszahlungen gezahlt.



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US-Pfadfinder melden wegen Skandals um sexuellen Missbrauch Konkurs an | ZEIT ONLINE

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Der Verband der US-Pfadfinder hat Konkurs angemeldet, um Entschädigungszahlungen an Opfer von sexuellem Missbrauch zahlen und die Organisation zugleich schützen zu können. Das Insolvenzverfahren werde den Pfadfindern helfen, die Betroffenen durch die Einrichtung eines Fonds „angemessen zu entschädigen“, hieß es in einer Erklärung der Boy Scouts of America. Auf lokaler Ebene soll die Arbeit weitergehen, da die Ortsvereine eigenständige Organisationen sind.

Der Pfadfinderverband sorge sich „sehr um alle Opfer von Missbrauch und entschuldigt sich aufrichtig bei allen, denen während ihrer Zeit bei den Pfadfindern Schaden zugefügt wurde“, sagte Geschäftsführer Roger Mosby. Nach Angaben von Anwälten der Betroffenen wurden seit 1944 etwa 12.000 Mitglieder der US-Pfadfinder Opfer von sexuellem Missbrauch geworden. Ihren Angaben zufolge sind mehr als 7.800 mutmaßliche Täter in Akten aufgeführt, die der Organisation vorliegen.

Mit der Insolvenz werden die Klagen der Betroffenen nun zunächst pausiert. Letztlich könnte es aber sein, dass die Scouts Besitztümer wie etwa Zeltanlagen verkaufen müssen, um die Entschädigungssummen zu zahlen. Sie könnten möglicherweise auf über eine Milliarde Dollar steigen.

Der sexuelle Missbrauch bei den Boy Scouts of America wurde 2012 durch ein Gerichtsverfahren publik. Der Organisation wird vorgeworfen, Misshandlungen von Generationen von Jugendlichen vertuscht zu haben und nicht ausreichend gegen Pädophile in den eigenen Reihen vorgegangen zu sein. Der 1910 gegründete US-Pfadfinderverband hat nach eigenen Angaben rund 2,2 Millionen Mitglieder im Alter zwischen fünf und 21 Jahren.



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Umweltsünde Kassenbons: Wirtschaft will Bagatellgrenze

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Verpflichtende Kassenbons verursachen Müllberge, die die Umwelt ebenso belasten wie Nerven und Budget der Geschäftsinhaber. Die Wirtschaft spricht von einem „Schildbürgerstreich“ und fordert eine Bagatellgrenze von 20 Euro.

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Norbert Röttgen kandidiert für den CDU-Vorsitz

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Auch der nordrhein-westfälische Politiker Norbert Röttgen will CDU-Vorsitzender werden. Das bestätigte sein Büro dem SPIEGEL. Die „Rheinische Post“ hatte zuerst über die Personalie berichtet. Der 54-Jährige habe seine Kandidatur in einem Schreiben an die scheidende Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer angekündigt.

Röttgen ist Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages. Er war außerdem von Herbst 2009 bis Mai 2012 Bundesumweltminister. Er sei der festen Überzeugung, dass es um weit mehr gehe als den Parteivorsitz und schon gar nicht um die Interessen Einzelner, schrieb Röttgen den Angaben zufolge. „Die Lage ist so ernst, dass es um die Zukunft der CDU geht und darum, was sie für die Stabilität Deutschlands bedeutet.“ Dies wolle er in einem offenen Prozess in die CDU einbringen.

Kramp-Karrenbauer wird heute das erste Gespräch mit potenziellen Kandidaten führen. Sie trifft den früheren Unions-Fraktionschef Friedrich Merz. Aus dessen Umfeld verlautete bereits, dass Merz zu einer Kandidatur entschlossen sei. Als weitere Favoriten für diese Posten gelten CDU-Vize und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet sowie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

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