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Wirtschaft

Daniel Quinten wird neuer BVR-Vorstand

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Volksbank

Der Verband der deutschen Volks- und Raiffeisenbanken, BVR, findet einen neuen Regulierungsexperten für seinen Vorstand. Daniel Quinten folgt auf Gerhard Hofmann.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die deutschen Genossenschaftsbanken holen einen KPMG-Partner in den Vorstand ihres Lobbyverbandes BVR. Daniel Quinten, bei KPMG spezialisiert auf Regulierungsthemen, startet zum 1. Januar 2022 beim Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken. Der 46-Jährige übernimmt dort die Ressorts Sicherungseinrichtung, Recht und Steuerrecht, teilte der Verband mit.

Quinten, der zuvor in leitender Position bei der Bundesbank gearbeitet hatte, folgt auf Gerhard Hofmann. Hofmann werde zu seinem 65. Geburtstag im kommenden Februar auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand des BVR ausscheiden, so der Verband weiter. Hofmann hatte den Posten Anfang 2008, also kurz vor Ausbruch der Finanzkrise, übernommen. Die Genossenschaftsbanken überstanden die Finanzkrise ohne staatliche Hilfen.

Der BVR vertritt die rund 800 deutschen Volks- und Raiffeisenbanken, weitere genossenschaftlich organisierte Geldhäuser, darunter Sparda-Banken und PSD Banken, sowie das Spitzeninstitut DZ Bank und weitere Unternehmen der genossenschaftlichen Finanzgruppe.

BVR-Vertreter bedauerten, dass Hofmann den Verband vorzeitig verlässt. Sein Vertrag wäre eigentlich bis Ende 2022 gelaufen. BVR-Präsidentin Marija Kolak bezeichnete Hofmann als einen „brillanten Kenner der deutschen und internationalen Finanzszene“, er sei ein fachlich und kollegial hoch geschätztes Mitglied des Vorstandes. Der Verband freue sich, mit Quinten „wieder einen ausgewiesenen Kenner der Banken und deren Regulierung an Bord zu bekommen“.

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Kolak hatte Ende der Woche erneut betont, dass der BVR eine gemeinsame europäische Einlagensicherung weiterhin ablehnt und gewarnt, die EU-Kommission könnte „durch die Hintertür“ Veränderungen bei der Einlagensicherung herbeiführen. Diese Position zu untermauern, dürfte auch für Quinten eines der wesentlichen Themen als BVR-Vorstand sein.

Die EU hat in den vergangenen Jahren bei der Integration des zersplitterten Finanzmarkts zwar Fortschritte erzielt, doch bis heute fehlt das zentrale Element einer Bankenunion – eine gemeinsame europäische Einlagensicherung, im EU-Jargon „European Deposit Insurance Scheme“ (Edis) genannt. Vor allem die deutschen Sparkassen und Genossenschaftsbanken wollen eine Vergemeinschaftung der Einlagensicherung verhindern.

Mehr: Volksbank Heilbronn muss wegen Aktien- und Zinsgeschäften gestützt werden.



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Wirtschaft

IBM bringt Quantencomputer in den Südwesten

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Im internationalen Wettlauf um die Technik der Zukunft stellen die Fraunhofer-Gesellschaft und der Computerkonzern IBM am Dienstag (14.00 Uhr) den ersten Quantencomputer des US-Konzerns in Europa vor. Die Anlage am Deutschlandsitz des IT-Unternehmens in Ehningen soll unter dem Dach der Fraunhofer-Gesellschaft genutzt werden, die Technologie, Anwendungsszenarien und Algorithmen weiter zu erforschen. Außerdem sollen mit dem Hochleistungsrechner bundesweit Kompetenzen in Wirtschaft und Wissenschaft aufgebaut und damit internationale Wettbewerbsvorteile geschaffen werden. Bei der Anlage handelt es sich nach IBM-Angaben um „Europas leistungsstärksten Quantencomputer im industriellen Kontext“.

Beide Partner hatten im März 2020 eine Vereinbarung unterschrieben, um die Forschung zu Quantencomputern in Deutschland voranzutreiben. In diesem Zuge hatte IBM zugesagt, einen Quantencomputer der Serie „Q System One“ in Ehningen zu stationieren. IBM ist neben Google auf diesem Gebiet führend. Der Quantencomputer ist IBM zufolge seit November in Deutschland, seit Februar arbeitet die Fraunhofer-Gesellschaft mit der Anlage. Zur Präsentation am Dienstag wird ein Videostatement von Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet. Ministerpräsident Winfried Kretschmann ist IBM zufolge live dabei.

Mit Quantencomputern reagieren Forschung und Industrie auf die Tatsache, dass die bislang übliche Entwicklung von Hochleistungscomputern an ihre physikalischen Grenzen stößt. Ein Quantencomputer speichert Informationen nicht in Form von Bits, die nur zwei mögliche Zustände annehmen können, nämlich 1 oder 0. Ein Qubit eines Quantencomputers kann stattdessen beides gleichzeitig sein. Das Quantenteilchen hält solange beide Zustände bei, bis man es sich ansieht oder misst. Damit können die Computer theoretisch um ein Vielfaches leistungsfähiger sein als herkömmliche Rechner.



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Wirtschaft

Lufthansa kündigt Einsparungen an – Kapitalerhöhung kommt

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Lufthansa-Maschine

Die Airline will sich aus der Coronakrise sparen und neues Geld einsammeln.

(Foto: dpa)

Berlin Die Lufthansa nimmt eine Kapitalerhöhung in Angriff und umwirbt Investoren dafür mit neuen Spar- und Gewinnzielen. Zur Vorbereitung einer Kapitalerhöhung seien vier Banken mandatiert worden, erklärte die Fluggesellschaft am Montag per Pflichtmitteilung. „Vorstand und Aufsichtsrat haben noch keine Entscheidung über Umfang und Zeitpunkt einer möglichen Kapitalerhöhung getroffen“, hieß es weiter. Die Airline hatte bereits im Mai einen solchen Schritt angekündigt. Bis 2024 will das Unternehmen eine operative Rendite von mindestens acht Prozent des Umsatzes erzielen. Dazu sollen die Kosten um rund 3,5 Milliarden Euro bis 2024 im Vergleich zu 2019 sinken.

Die Lufthansa war durch die Coronakrise in Existenznot geraten und musste mit einem Finanzrahmen von neun Milliarden Euro von Deutschland und ihren anderen Sitzländern gestützt werden. Sobald der Zugang zum Kapitalmarkt wieder möglich war, besorgte sich das Unternehmen über Anleihen Geld, um möglichst schnell die staatliche Hilfe zurückzuzahlen.

Die Aktionäre hatten auf der Hauptversammlung im Mai der Lufthansa grünes Licht gegeben, bis zu 5,5 Milliarden Euro frisches Kapital aufzunehmen. So viel war aber nicht geplant, erklärte der Vorstand damals. Nach früheren Reuters-Informationen will sich die Lufthansa bald mindestens drei Milliarden Euro besorgen, um die stille Einlage des Bundes zu tilgen.

Der mit 20 Prozent an der Lufthansa beteiligte staatliche Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) wird voraussichtlich bei der Kapitalerhöhung mitziehen – allerdings ohne dafür zusätzliches Geld des Steuerzahlers auszugeben. Der WSF müsse dem Plan noch zustimmen, erklärte die Lufthansa weiter. Der Corona-Finanzhilfefonds wolle sich mit einer sogenannten Operation Blanche an der Kapitalerhöhung beteiligen. Dabei verkauft ein Aktionär einen Teil seiner Bezugsrechte für die neuen Aktien, um mit der Einnahme daraus die verbliebenen Bezugsrechte auszuüben.

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Auf Deutschland entfielen insgesamt 6,8 Milliarden Euro des staatlichen Rettungspakets für die Lufthansa. Davon hat die Airline-Gruppe erst gut zwei Milliarden Euro in Anspruch genommen und das zur Hälfte mit dem Geld aus neuen Anleihen schon wieder getilgt, sodass die Lufthansa dem Staat derzeit rund eine Milliarde Euro schuldet. Sollte eine Kapitalerhöhung um drei Milliarden Euro gelingen, könnte diese Summe schon früher als bisher geplant zurückgezahlt werden. Der Staat müsste dann sein Aktienpaket, für das er rund 300 Millionen Euro zahlte, bald verkaufen.

Die Lufthansa könnte sich damit von Auflagen befreien, die sie im Gegenzug für staatliche Hilfe einhalten muss: das Verbot, Dividende an Aktionäre zu zahlen oder Zinsen an Anleihebesitzer sowie Bonuszahlungen an Führungskräfte. Auch könnte sie wieder früher als gedacht an Übernahmen denken. Bisher war geplant, die Staatshilfe erst 2023 zu tilgen. Geld soll auch durch den Verkauf des internationalen Caterings, die Finanztochter Airplus und einen Teil von Lufthansa Technik hereinkommen.

Personalabbau geht weiter

Der MDax-Konzern kündigte zugleich ein Gewinnziel für 2024 an, wenn die Luftfahrt nach Brancheneinschätzung das Vorkrisenniveau wieder erreicht. Die bereinigte operative Marge soll dann mindestens acht Prozent vom Umsatz erreichen, die Kapitalrendite mindestens zehn Prozent. Damit unterstreicht das Management, dass es fest von einer Erholung des in der Pandemie weitgehend eingebrochenen Geschäfts ausgeht.

Das Wiederanlaufen des Reiseverkehrs weltweit habe die Buchungen in den vergangenen Wochen stark steigen lassen, sodass im zweiten Quartal wieder Geld hereinkommt. Im Juni werde Passagierzahl 30 Prozent des Vorkrisenniveaus erreichen, im Juli etwa 45 Prozent und im August rund 55 Prozent. Durchschnittlich werde eine Angebotskapazität von 40 Prozent im Gesamtjahr erreicht, wie schon in Aussicht gestellt.

Um profitabel zu werden, muss die Lufthansa die Kosten stark senken. „Neben der Senkung der Kosten ist die Lufthansa Group fest entschlossen, ihre Transformation zu beschleunigen, um gestärkt aus der Krise hervorzugehen und Chancen für profitables Wachstum zu nutzen“, erklärte der Konzern. Die Airline-Gruppe will sich dafür noch stärker umbauen, was mit weiterem Personalabbau einhergeht.

Gut die Hälfte der 3,5 Milliarden Euro Kostensenkung sollen durch niedrigere Personalkosten erreicht werden. Davon sei etwa die Hälfte durch die Trennung von fast 26.000 Mitarbeitern seit Ausbruch der Krise schon erreicht. In Deutschland soll die Beschäftigtenzahl um weitere 10.000 sinken, wie bereits angekündigt, sodass insgesamt noch rund 100.000 Mitarbeiter bleiben. Dazu will die Lufthansa Tarifestandards senken, Arbeitnehmer zum freiwilligen Ausscheiden bewegen, aber auch betriebsbedingte Kündigungen aussprechen. Die Gewerkschaften hatten in der Coronakrise bereits Zugeständnisse gemacht, zuletzt der Lufthansa aber Tarifflucht vorgeworfen.

Mehr: Nach Corona nun die Klimakrise: Lufthansa-Chefs wappnen sich für grüne Regierungsbeteiligung



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BGH überprüft erstes Strafurteil wegen „Cum-Ex“-Geschäften

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Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe überprüft am Dienstag (10.30 Uhr) zum ersten Mal eine strafrechtliche Verurteilung wegen „Cum-Ex“-Aktiengeschäften zulasten der Steuerkasse. Das Landgericht Bonn hatte im März 2020 zwei Londoner Börsenhändler zu Haftstrafen auf Bewährung verurteilt. Einer von ihnen soll 14 Millionen Euro zurückzahlen – seinen Anteil an den Profiten. Von der in den Skandal verwickelten Privatbank M.M. Warburg sollten rund 176 Millionen Euro eingezogen werden. (Az. 1 StR 519/20)

Mit Cum-Ex-Deals hatten Investoren, Banken und Aktienhändler den deutschen Fiskus über Jahre um etliche Milliarden Euro geprellt. Dabei wurden Aktien mit („cum“) und ohne („ex“) Dividendenanspruch um den Stichtag hin- und hergeschoben. Für diese undurchsichtigen Transaktionen ließen sich die Beteiligten Kapitalertragssteuer erstatten, die sie nie gezahlt hatten. Bis zum Bonner Urteil war offen, ob sie damit nur ein Steuerschlupfloch ausnutzten – oder strafbare Steuerhinterziehung begingen.

Dass der BGH schon ein Urteil verkündet, ist möglich, bei der komplexen Materie aber eher unwahrscheinlich. Revision eingelegt haben beide Angeklagte, die Bank und die Staatsanwaltschaft.



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