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Coronavirus-News: 5587 Corona-Neuinfektionen in Deutschland – rund 3400 mehr als letzten Sonntag

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Bundespräsident Steinmeier in Quarantäne – Test negativ +++ Österreichischer Außenminister mit Corona infiziert +++ 7830 neue Corona-Fälle in Deutschland +++ News zur Coronavirus-Pandemie. 

5587 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Erwartungsgemäß haben die Gesundheitsämter in Deutschland vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert am frühen Sonntagmorgen mit 5587 an. An Sonntagen wie auch an Montagen sind die erfassten Fallzahlen meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln. Im Vergleich zu den 3483 Infektionen am Sonntag vergangener Woche ist der aktuelle Wert aber deutlich erhöht.

Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Samstag mit 7830 zum dritten Mal in Folge einen Höchstwert erreicht. Das RKI weist in seinem Lagebericht von Samstagabend darauf hin, dass mittlerweile mehr als die Hälfte aller Landkreise eine erhöhte Verbreitung des Coronavirus von mehr als 25 nachgewiesenen Infektionen pro Woche und 100 000 Einwohner haben.

Slowakei will alle Bürger auf Coronavirus testen

Die Slowakei will alle Bürger ab zehn Jahren kostenlos auf das Coronavirus testen. Dies kündigte Regierungschef Igor Matovic am Samstag an. Ob die Tests verpflichtend oder freiwillig sein sollen, ließ Matovic offen. Ein Pilotversuch soll am kommenden Wochenende starten, die Hauptphase der Tests soll von Ende Oktober bis Anfang November dauern.

Slowenien gibt wegen Überlastung Nachverfolgung von Corona-Kontakten auf 

Slowenien gibt wegen Überlastung die Corona-Kontaktnachverfolgung auf. Die Gesundheitsbehörden des Landes seien nicht mehr in der Lage, allen Kontakten von Infizierten nachzugehen, teilte das Institut für öffentliche Gesundheit am Samstag mit. In einer Erklärung wurden die betroffenen Bürger aufgefordert, ihre Kontakte selbst zu informieren.     Das Zwei-Millionen-Einwohnerland zählte in den vergangenen 24 Stunden 900 neue Infektionsfälle. Dies entspricht einer Verdoppelung binnen einer Woche.

Bundespräsident Steinmeier negativ auf Coronavirus getestet

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist negativ auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte eine Sprecherin des Bundespräsidialamtes in Berlin am Samstag mit, nachdem Steinmeier sich zuvor wegen der Infektion eines Personenschützers in Quarantäne begeben hatte. Der Bundespräsident bleibe selbstverständlich weiter in Quarantäne, in den kommenden Tagen seien weitere Tests geplant.

Bundespräsident Steinmeier in Quarantäne – Personenschützer infiziert

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich am Samstag in Quarantäne begeben, weil einer seiner Personenschützer mit dem Coronavirus infiziert ist. Das teilte eine Sprecherin des Bundespräsidialamts am Samstag in Berlin mit. Steinmeier habe sich ebenfalls einem Test unterzogen, dessen Ergebnis noch nicht vorlag.

Baden-Württemberg ruft höchste Corona-Alarmstufe aus

Wegen des starken Anstiegs der Infektionszahlen ruft die Landesregierung von Baden-Württemberg die höchste Corona-Alarmstufe aus. Weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie wie eine verschärfte Maskenpflicht in der Öffentlichkeit und weitere Kontaktbeschränkungen sollen von Montag an gelten, wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Samstag nach einer außerordentlichen Kabinettssitzung mitteilte.

70.000 Menschen in NRW in Corona-Quarantäne

In Nordrhein-Westfalen sind nach Angaben von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) derzeit rund 70.000 Menschen wegen Corona in Quarantäne. Trotz Personallücken in den Gesundheitsämtern seien die nötigen Tests und Nachverfolgungen der Infektionsketten grundsätzlich aber gewährleistet, sagte er am Samstag im Deutschlandfunk.

NRW teste rund 350.000 Menschen pro Woche auf eine Infizierung mit dem Coronavirus – möglich seien derzeit sogar 400.000 pro Woche. Das Gesundheitssystem habe noch „sehr viele Kapazitäten“ zur Versorgung Infizierter – auch in der Intensivmedizin. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands leben rund 18 Millionen Menschen.

Berlin plant laut Medienbericht drastische Kontaktbeschränkungen

Im Kampf gegen die rasante Ausbreitung des Coronavirus plant der Berliner Senat laut „Tagesspiegel“ eine drastische Verschärfung der Kontaktbeschränkungen. Das gehe aus dem finalen Entwurf der neuen Infektionsschutzverordnung vor, berichtet die Zeitung. Zudem solle eine Maskenpflicht auf Märkten und anderen belebten öffentlichen Plätzen eingeführt werden. Beschlossen ist das aber noch nicht, die neuen Regeln stehen am Dienstag auf der Agenda. 

Nach Informationen des „Tagesspiegels“ sieht der Entwurf vor, dass sich ab nächster Woche maximal fünf Personen gemeinsam im öffentlichen Raum aufhalten dürfen – oder mehrere Angehörige zweier Haushalte. Ausgenommen davon seien sportliche Aktivitäten. Bislang galt die Fünf-Personen-Begrenzung zeitlich zwischen 23 Uhr bis 6 Uhr. 

Österreichischer Außenminister mit Corona infiziert – Kontakt zu Maas

Der österreichische Außenminister Alexander Schallenberg hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Eine Sprecherin seines Ministeriums bestätigte, dass Schallenberg positiv getestet worden sei. Der Minister sei aber symptomfrei. Es sei möglich, dass Schallenberg bereits am Montag infiziert gewesen sei. An dem Tag hatte er ebenso wie Bundesaußenminister Heiko Maas am EU-Außenministertreffen in Luxemburg teilgenommen.

Städtebund: Kita-Schließungen auch bei steigenden Corona-Zahlen keine Option

Erneute Kita-Schließungen sind aus Sicht des Deutschen Städte- und Gemeindebunds (DStGB) auch bei einer Beschleunigung der Corona-Pandemie keine Option. „Wir müssen alles Notwendige dafür tun, dass auch die Kindertagesbetreuung gesichert bleibt“, sagte DStGB-Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der „Passauer Neuen Presse“ (Samstagsausgabe). Angesichts steigender Infektionszahlen warnte Landsberg, dass es in diesem Bereich zu einer Häufung von Ansteckungen kommen könnte. 

Erneuter Rekordwert: 7830 neue Corona-Fälle in Deutschland 

In Deutschland ist erneut eine Rekordzahl bei den Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom frühen Samstagmorgen wurden binnen eines Tages 7830 neue Ansteckungsfälle von den Gesundheitsämtern gemeldet. Dies waren nochmal knapp 500 Fälle mehr als am Tag davor.

Bereits die am Donnerstag vom RKI bekanntgegebene Zahl von 6638 Neuinfektionen war der höchste Wert in Deutschland seit Beginn der Pandemie gewesen. Am Freitag waren 7334 Neuinfektionen gemeldet worden. Die vorherigen Spitzenwerte waren im Frühjahr verzeichnet worden.

 Nachrichten von Freitag, den 16. Oktober

Oberverwaltungsgericht stoppt Beherbergungsverbot in Brandenburg

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat das Beherbergungsverbot in Brandenburg für Gäste aus Corona-Hotspots zunächst gestoppt. Das Gericht habe zwei Eilanträgen stattgegeben, teilte es am Freitagabend mit. Damit ist das Übernachtungsverbot in Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und Campingplätzen für Besucher aus Regionen in Deutschland mit über 50 neuen Infektionen je 100.000 Einwohnern in einer Woche vorläufig außer Kraft gesetzt. Ein Hotel und eine Vermieterin von Ferienwohnungen hatten sich mit Eilanträgen gegen die Verordnung gewandt. Eine der Antragstellerinnen reichte auch eine Klage ein.

Das Beherbergungsverbot sei voraussichtlich unverhältnismäßig, begründete das Gericht die Entscheidung. Die zu erwartende Eindämmung des Infektionsgeschehens stehe in keinem angemessenen Verhältnis zu den Einschränkungen, die das Hotel und die Vermieterin hinnehmen müssten. Auch die durch die Verfassung geschützte allgemeine Handlungsfreiheit der Urlauber werde zu stark eingeschränkt. 

Nach einer gescheiterten Einigung von Bund und Ländern zum Beherbergungsverbot für Gäste aus Corona-Hotspots hatte Brandenburg zunächst daran festgehalten. Das Verbot galt nicht, wenn ein Besucher einen höchstens 48 Stunden alten negativen Corona-Test vorlegen konnte. Ausgenommen waren auch Ausflüge, Einkäufe oder Besuche. 

Eilantrag gegen Beherbergungsverbot in Hamburg endgültig gescheitert

Das Oberverwaltungsgericht Hamburg hat am Freitag einen Eilantrag gegen das Beherbergungsverbot in zweiter Instanz abgelehnt. Zuvor hatte den Antrag auch das Verwaltungsgericht in der Hansestadt bereits zurückgewiesen. Gestellt hatte ihn nach Angaben des Gerichts ein Ehepaar aus Köln (Nordrhein-Westfalen), das am Freitag anreisen wollte. Der Beschluss ist nicht anfechtbar. Der Schutz des Lebens und der Gesundheit der Menschen in Hamburg seien bedeutsamer als das private Interesse der Antragsteller an einem Erholungsurlaub in Hamburg, begründete das Gericht die Entscheidung.  

In der Hansestadt müssen Touristen laut einer Verordnung zur Eindämmung des Coronavirus schriftlich bestätigen, dass sie sich in den vergangenen 14 Tagen nicht in einem Landkreis aufgehalten haben, in dem der Warnwert von 50 pro 100.000 Einwohner überschritten wurde. Ansonsten müssen die Urlauber ein ärztliches Zeugnis vorliegen, dass es keine Anzeichen für eine Corona-Erkrankung gibt. 

Zu berücksichtigen sei auch, dass die Situation in einem Stadtstaat wie Hamburg – mit einer Vielzahl von Menschen auf engem Raum – anders zu bewerten sein könnte als dies in Flächenstaaten angezeigt sei, hatte das Verwaltungsgericht zu bedenken gegeben. Am Donnerstag hatten Gerichte in Baden-Württemberg und Niedersachsen die dortigen Verbote gekippt. Sachsen und das Saarland strichen die Regel freiwillig. In Bayern gibt es das Beherbergungsverbot von Samstag an nicht mehr. Das Oberverwaltungsgericht in Schleswig-Holstein wies einen Eilantrag gegen das Beherbergungsverbot ab.

Italien registriert mehr als 10.000 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden

In Italien haben die Gesundheitsbehörden am Freitag mehr als 10.000 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert – ein neuer Höchstwert seit dem Beginn der Pandemie. Demnach wurden auch 55 Tote in Verbindung mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet. Im März hatte der höchste Wert an Neuinfektionen innerhalb eines Tages bei 6557 gelegen. Dieser Wert wurde mit 10.010 Neuinfektionen am Freitag zum dritten Mal in Folge gebrochen. Allerdings wird inzwischen auch mehr getestet: Mehr als 150.000 Coronatests wurden laut den Behörden seit Donnerstag ausgeführt.    

Agentur: Belgien beschließt wegen Corona Teil-Lockdown

In Belgien sollen wegen der drastisch gestiegenen Corona-Infektionszahlen alle Restaurants und Gaststätten für vier Wochen schließen. Das berichtete die belgische Nachrichtenagentur Belga am Freitagabend unter Berufung auf Informationen aus einem Krisentreffen von Vertretern der Zentralregierung und der Gemeinschaften und Regionen. Zudem soll es täglich von Mitternacht bis 5.00 Uhr morgens landesweit eine Ausgangssperre geben. Belgien zählt zu den am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern Europas. Die Behörden des Elf-Millionen-Einwohner-Landes meldeten zuletzt im Sieben-Tages-Schnitt knapp 6000 registrierte Fälle innerhalb von 24 Stunden. In den vergangenen 14 Tagen wurden nach aktuellen Zahlen rund 550 Infektionen pro 100.000 Einwohner gemeldet.

Berliner Senat scheitert vorerst mit Widerspruch gegen Sperrstunden-Urteil

Der Berliner Senat ist zunächst mit dem Versuch gescheitert, die Sperrstunde in der Hauptstadt weiter flächendeckend durchzusetzen. Das teilte eine Sprecherin des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg mit. Der Senat hatte eine sogenannte Zwischenverfügung beantragt. Die Entscheidung in der Hauptsache steht noch aus. Zuvor hatte das Verwaltungsgericht Berlin entschieden, dass unter anderem Bars und Kneipen wieder nach 23 Uhr öffnen dürfen, jedoch weiterhin ab diesem Zeitpunkt keinen Alkohol mehr ausschenken dürfen. Gegen die Sperrstunde waren elf Gastronomen mit Eilanträgen vorgegangen. Nach ihrer Ansicht gibt es keine überzeugende Begründung für die Schließung der Gaststätten von 23 bis 6 Uhr. 

Rekordwerte bei Corona-Neuinfektionen in Litauen und Lettland

Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Litauen und Lettland haben Rekordwerte erreicht. In beiden baltischen Staaten wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörden in Vilnius und Riga so viele neue Fälle registriert wie noch nie seit Beginn der Pandemie. In Litauen wurden demnach 284 positive Tests innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, in Lettland waren es 148. Die bisherigen Höchstwerte lagen bei 255 und 137. Im dritten Baltenstaat Estland wurden 37 Neuinfektionen festgestellt. 

Neue Version der Corona-Warn-App wird um Symptome-Tagebuch erweitert

Die Corona-Warn-App des Bundes wird am kommenden Montag um zwei Funktionen erweitert. Zum einen können Positiv-Getestete freiwillig in einer Art Tagebuch Krankheitssymptome eintragen, um die Warnung von Kontakten noch präziser umsetzen zu können. Außerdem wird die App über die Grenzen Deutschlands hinaus in etlichen europäischen Ländern funktionieren. Über das baldige Update mit der Symptomtagebuch-Funktion hatte zuerst der „Spiegel“ berichtet. Durch die zusätzlichen Angaben soll die Risikoberechnung der App verbessert werden. Diese ermittelt für Kontaktpersonen von Infizierten, wie hoch ihr Ansteckungsrisiko ist.

Die App ist mittlerweile rund 19,6 Millionen Mal heruntergeladen worden. Experten gehen davon aus, dass die Anwendung von rund 16 Millionen Menschen in Deutschland aktiv genutzt wird. Zuletzt hatten sich die täglichen Download-Zahlen auf rund 100.000 verdreifacht. Die neue Version 1.5 wird am Montagmittag in den App-Stores von Apple und Google erwartet.

Berliner Senat will gegen Gerichtsbeschluss zu Sperrstunde vorgehen

Der Berliner Senat will gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts, das die Sperrstunde in der Hauptstadt gekippt hat, juristisch vorgehen. Er werde Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg gegen die Entscheidung einlegen, teilte eine Senatssprecherin am Freitagnachmittag mit.

Außerdem werde der Senat eine sogenannte Zwischenverfügung beantragen. „Damit soll möglichst noch heute Klarheit geschaffen werden, dass auch die elf klagenden Gastronomen nicht nach 23 Uhr öffnen dürfen“, heißt es in der Mitteilung. Falls das Oberverwaltungsgericht entsprechend schnell entscheidet, würde die Sperrstunde am Abend weiterhin gelten.

Das Verwaltungsgericht (VG 14 L 422/20 und VG 14 L 424/20) hatte entschieden, dass unter anderem Bars und Kneipen wieder nach 23.00 Uhr öffnen, jedoch weiterhin ab diesem Zeitpunkt keinen Alkohol mehr ausschenken dürfen, wie ein Gerichtssprecher sagte. Gegen die Sperrstunde waren die Gastronomen  mit Eilanträgen vorgegangen.

Erstmals mehr als 2000 Corona-Neuinfektionen in der Slowakei

Die Slowakei hat zum ersten Mal mehr als 2000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Insgesamt wurden 2075 neue Fälle registriert. Deutschland hatte bereits am Donnerstag beschlossen, die gesamte Slowakei von diesem Samstag an als Risikogebiet einzustufen. Eindringlich schlug die slowakische Ärztekammer Alarm: „Die Personalsituation beginnt in einigen Krankenhäusern ernst bis kritisch zu werden. Es fehlen nicht nur Ärzte, sondern auch anderes Gesundheitspersonal“, warnte Ärztekammer-Präsident Marian Kollar am Freitag vor Journalisten in Bratislava. Dem konservativen Gesundheitsminister Marek Krajci warf er Missmanagement und völlige Kommunikationsverweigerung gegenüber Experten vor. Das Ministerium habe bisherige Warnungen völlig ignoriert, kritisierte Kollar.

NRW führt in Corona-Hotspots Sperrstunde ab 23.00 Uhr ein

In Nordrhein-Westfalen wird für die Gastronomie in allen Kommunen mit hohen Corona-Neuinfektionszahlen eine verpflichtende Sperrstunde zwischen 23.00 Uhr und 6.00 Uhr eingeführt. Das hat das Landeskabinett in Düsseldorf beschlossen. Die Sperrstunde gilt in Kommunen mit 50 oder mehr Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb sieben Tagen, wie Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) mitteilte. Damit setzt das Land eine Bund-Länder-Vereinbarung um. Die Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatten sich am Mittwoch darauf geeinigt, bei 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen eine Sperrstunde um 23.00 Uhr für die Gastronomie zu verhängen.

EU-Gipfel in Berlin wegen Corona abgesagt

Die Europäische Union hat ihren für November geplanten Gipfel in Berlin zur China-Politik wegen der dramatisch steigenden Corona-Infektionszahlen abgesagt. „Im Sinne der Kontakte ist das glaube ich eine notwendige Botschaft“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel in Brüssel.

Maskenpflicht im Unterricht an Berufsschulen und in den Oberstufen

Hamburgs Berufsschüler und Schüler an den Oberstufen der allgemeinbildenden Schulen müssen von kommender Woche an auch im Unterricht Mund-Nase-Masken tragen. Zudem sollen die Klassenräume in allen Schulen nach den Herbstferien alle 20 Minuten gelüftet werden, teilte der Senat mit.

Spahn rechnet mit Ende des Beherbergungsverbots

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet damit, dass das umstrittene Beherbergungsverbot bald annähernd flächendeckend vom Tisch ist. „Ich habe den Eindruck, wir kommen zu einer Einheitlichkeit, die bedeutet, so gut wie kein Beherbergungsverbot mehr in Deutschland“, sagte er in Berlin.

Gerichte hatten zuletzt die Regelung in einigen Bundesländern aufgehoben. Zudem haben immer mehr Bundesländer, zuletzt Bayern und Hessen, angekündigt, sie auslaufen zu lassen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder hatten bei ihren Beratungen am Mittwoch in Berlin keine Einigkeit zu den Beherbergungsverboten erzielen können und einen Beschluss bis nach den Herbstferien vertagt. 

Bundesregierung hält Abriegelungen für mögliches Mittel im Kampf gegen Corona

Die Bundesregierung hält die von RKI-Chef Lothar Wieler ins Gespräch gebrachte Abriegelung von Gebieten mit hohen Corona-Zahlen grundsätzlich für ein mögliches Mittel im Kampf gegen die Pandemie. „Die Beschränkungen von Ein- und Ausreisen kann rein epidemologisch gesehen eine Möglichkeit sein, um eine Verbreitung des Virus zu verhindern“, sagte Vize-Regierungssprecherin Martina Fietz am Freitag vor Journalisten in Berlin auf eine entsprechende Frage.

Von konkreten Plänen in diese Richtung konnte Fietz aber nicht berichten. „Unser Ziel ist es, so viel wie möglich vom öffentlichen und privaten Leben aufrecht zu erhalten“, sagte Fietz. „Deshalb ist es wichtig, dass wir die Maßnahmen entschieden einhalten und die Bevölkerung daran mitwirkt.“

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte, es gebe „keine konkreten Szenarien“ für einen Einsatz der Bundespolizei im Falle von Abriegelungen. Der Sprecher verwies zugleich darauf, dass die Bundespolizei auf Anfrage der Bundesländer Unterstützung bei Corona-Maßnahmen leisten könne.

Auch Hessen plant die Abschaffung des Beherbergungsverbots

Hessen plant die Abschaffung des Beherbergungsverbots für Reisende aus innerdeutschen Corona-Hotspots. Das kündigte die Staatskanzlei in einer Mitteilung an. Die geplante Abschaffung stehe auf der Tagesordnung für eine Sitzung des Corona-Kabinetts am kommenden Montag. Das Gremium der Landesregierung werde auch über die konkrete Umsetzung der Beschlüsse der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin diese Woche beraten.

„Das bestehende und gut funktionierende hessische Eskalationsstufenkonzept soll dazu ergänzt und angepasst werden“, teilte die Staatskanzlei mit. In Hessen gibt es seit Juli ein Beherbergungsverbot. Mehrere Länder hatten die Regel zuletzt gekippt.

Familienministerin Giffey: „Kitas sind keine Infektionsherde, Kinder keine Infektionstreiber“

Laut Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) sind Kindertagesstätten „keine Infektionsherde“ und Kinder „keine Infektionstreiber“ in der Corona-Pandemie. Das sagte die SPD-Politikerin in der Bundespressekonferenz in Berlin und stützte sich dabei auf die Ergebnisse einer Studie, die im Mai gestartet sei und auf dem Datenmaterial aus 12.000 Kindertagesstätten und Kindertagespflegestellen basiere.

Demnach hätten von den insgesamt rund 56.000 Kitas in Deutschland „nur unter ein Prozent“ geschlossen werden müssen. Durchschnittlich gebe es in Kindertagesstätten rund sechs Infektionen pro Woche, wobei ein Großteil von den gemeldeten Infektionen nicht von Kleinkindern ausgehe. „Die präventive und flächendeckende Schließungen von Kitas ist derzeit nicht angesagt“, so Giffey. Der Regelbetrieb solle weiter aufrecht erhalten werden. Das Fazit der Bundesfamilienministerin: „Kitas sind keine Infektionsherde, Kinder keine Infektionstreiber.“

Finnische Regierungschefin muss EU-Gipfel wegen Corona verlassen

Nach Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat auch die finnische Regierungschefin Sanna Marin den EU-Gipfel vorzeitig wegen einer Corona-Infektion in ihrem Umfeld verlassen müssen. Wie Marin im Onlinedienst Twitter mitteilte, entschloss sie sich vorsorglich, vom Treffen der Staats- und Regierungschefs in Brüssel abzureisen. Sie lässt sich den Angaben zufolge für den Rest des Treffens am Freitag durch Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven vertreten. Schon vor Gipfelbeginn musste Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki seine Teilnahme absagen. Er wird von seinem tschechischen Kollegen Andrej Babis vertreten. Von der Leyen verließ das Treffen kurz nach dem Auftakt am Donnerstagnachmittag, weil ein Mitglied ihres Büros positiv getestet wurde.

RKI: Wieder mehr Corona-Ausbrüche in Altenheimen

In Deutschland werden laut Robert Koch-Institut (RKI) wieder vermehrt Corona-Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen gemeldet. „Da sich wieder vermehrt ältere Menschen anstecken, nimmt die Anzahl der schweren Fälle und Todesfälle zu“, schreibt das RKI in seinem Lagebericht von Donnerstagabend. Im Frühjahr gab es mehrere große Corona-Ausbrüche in Altenheimen. Senioren gelten generell als anfälliger für einen schweren Verlauf von Covid-19. Die Zahl der Neuinfektionen insgesamt hat in Deutschland einen Höchstwert erreicht. So meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland nach RKI-Angaben von heute 7334 neue Fälle binnen eines Tages.

Maskenpflicht ab Montag in Baden-Württemberg auch im Unterricht

Angesichts stark steigender Infektionszahlen in Baden-Württemberg wird die Maskenpflicht dort an weiterführenden Schulen ab kommender Woche auch auf den Unterricht ausgeweitet. „Die Erweiterung der Maskenpflicht ab Klasse 5 auf den Unterricht gilt ab einer landesweiten 7-Tages-Inzidenz von über 35“, teilte eine Sprecherin des Kultusministeriums mit. „Wir werden heute die Schulen darüber informieren, dass dies dann ab kommenden Montag zu beachten ist.“ Bislang gilt die Maskenpflicht ab Klasse fünf und an weiterführenden Schulen in Baden-Württemberg lediglich auf sogenannten Begegnungsflächen wie Schulfluren, Aula und Toiletten.

Am Donnerstag lag die Inzidenz im Südwesten bei 38 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. In Stuttgart war dieser Wert mit 82,9 am höchsten.

Covid-19-Impfstoff für Probanden an Uniklinikum Hamburg-Eppendorf

Am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) haben erste Probanden bei einer klinischen Phase-I-Studie einen Impfstoff gegen Covid-19 erhalten. Bereits am vergangenen Freitag sei einer Frau der Impfstoff MVA-SARS-2-S injiziert worden, teilte das UKE mit. Danach sei fünf weiteren Probandinnen und Probanden der sogenannte Vektor-Impfstoff verabreicht worden. Insgesamt nähmen 30 Menschen im Alter von 18 bis 55 Jahren an der Studie teil. Der Impfstoff wurde den Angaben zufolge vom Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) und der IDT Biologika GmbH entwickelt und wird nun am UKE auf seine Sicherheit, Verträglichkeit und spezifische Immunantwort gegen den Erreger untersucht.

Rund um den Globus werden bereits mehr als 40 Impfstoff-Kandidaten an Menschen getestet. Einige sind bereits in der entscheidenden Testphase III. Dabei wird an Tausenden Menschen untersucht, ob das Mittel tatsächlich vor einer Infektion schützt.

Bayern hebt Teilnehmer-Obergrenze für Gottesdienste im Freien auf

Für Gottesdienste unter freiem Himmel gibt es in Bayern künftig keine Personenobergrenze mehr. Die bisherige Höchstzahl von 200 Teilnehmern gelte ab Samstag nicht mehr, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU)  in München. Dies sei für die Gläubigen und die Kirchen gerade mit Blick auf Allerheiligen und Weihnachten eine wichtige Botschaft. Es bleibe aber dabei, dass bei den Gottesdiensten die Abstandsregeln, die Maskenpflicht und auch die Hygienekonzepte eingehalten werden müssten. „Ich vertraue hier auf die Umsetzung der Pfarrgemeinden und der Gottesdienstbesucher“, sagte Herrmann.

Gericht kippt Berliner Sperrstunde

Das Berliner Verwaltungsgericht hat die vom Senat beschlossene Sperrstunde in der Hauptstadt gekippt. Das sagte ein Gerichtssprecher der Nachrichtenagentur DPA. Mehrere Gastronomen hatten Eilanträge gegen die Verordnung eingereicht.

Insgesamt hatten sich nach Angaben von Rechtsanwalt Niko Härting rund ein Dutzend Berliner Bars und Clubs gegen die Sperrstunde gewandt. Sie kritisierten die Sperrstunde als unverhältnismäßig.

Aus ihrer Sicht gibt es keine überzeugende Begründung für die Schließung der Gaststätten um 23 Uhr. Mit einer Sperrstunde für die Gastronomie werde erreicht, dass sich junge Menschen dann an anderen Orten träfen, für die keine Hygienekonzepte gelten, so die Argumentation.

Der Senat hatte am Dienstag vor dem Hintergrund der deutlich gestiegenen Infektionszahlen beschlossen, dass Restaurants, Bars, Kneipen und die meisten Geschäfte künftig zwischen 23.00 und 6.00 Uhr geschlossen sein müssen. Die neue Regelung war ab vergangenem Wochenende in Kraft getreten.

In Bayern gibt es ab Samstag kein Beherbergungsverbot mehr

Das umstrittene Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Hotspots läuft in Bayern an diesem Freitag aus. Die Staatsregierung verzichte auf eine Verlängerung der Vorschrift, „wir belassen es dabei“, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) der Nachrichtenagentur DPA in München. Damit endet das Beherbergungsverbot mit Ablauf des Tages. Zur Begründung sagte Herrmann, dass man darauf setze, dass die Länder die Beschlüsse der Bund-Länder-Vereinbarung aus dieser Woche umsetzten.

Herrmann betonte, dass das Beherbergungsverbot aber weiter im „Instrumentenkasten“ für den Kampf gegen die Pandemie enthalten bleibe. Sollte es notwendig werden, könne es somit wieder angewendet werden. Dies sei derzeit aber auch weniger relevant, weil die Ferien in vielen besonders von der Pandemie betroffenen Regionen bereits wieder vorbei seien.

Ernüchternde WHO-Ergebnisse zu Trump-Medikament Remdesivir

Mehrere in weltweiten Testreihen überprüfte, potenzielle Corona-Medikamente haben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wenig oder keinen Nutzen gezeigt. Darunter ist auch ein Mittel, das US-Präsident Donald Trump nach seiner Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 erhielt: Remdesivir. Das Arzneimittel ist auch in Europa zur Therapie von Covid-19 zugelassen.

Zwischenergebnisse legten nahe, dass die getesteten Medikamente wenig oder gar keinen Effekt hatten, teilte die WHO mit. Geprüft wurden unter anderem, welchen Einfluss sie auf die Sterblichkeit, den Zeitpunkt für den Einsatz von Beatmungsgeräten und die Länge des Krankenhausaufenthalts hatten.

Höchststand seit August: Mehr als 63.000 neue Corona-Fälle in USA

Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen in den USA hat erneut einen Höchststand seit Mitte August erreicht. Am Donnerstag (Ortszeit) verzeichnete die Johns Hopkins Universität in Baltimore binnen 24 Stunden rund 63.600 Neuinfektionen, rund 4000 mehr als am Vortag. Ähnlich hoch waren die Zahlen zuletzt am 14. August gewesen, als rund 64.600 neue Fälle gemeldet wurden. 

Besonders stark war der Anstieg in einigen Bundesstaaten des Mittleren Westens wie North Dakota, South Dakota und Missouri. Die Zahl der neuen Todesfälle blieb relativ stabil bei 904. 

Die bislang höchste Anzahl der Coronavirus-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden verzeichnete die Universität am 16. Juli mit mehr als 77.300. Insgesamt haben sich seit Beginn der Pandemie in den USA mehr als 7,9 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, rund 217.700 starben. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer an Infektionen aus. In den USA leben rund 330 Millionen Menschen.

Bundesregierung rechnet mit weiterem Anstieg der Corona-Infektionszahlen

Die Bundesregierung geht von einem weiteren Anwachsen der ohnehin schon hohen Corona-Infektionszahlen aus. „Wir erwarten nicht, dass die Zahlen morgen geringer werden, sondern dass sie weiter steigen“, sagte Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) den Sendern RTL und n-tv. Deutschland stehe „am Beginn einer wirklich großen zweiten Welle“, und diese Welle „müssen wir jetzt unterbrechen“, sagte Braun.

Die Lage sei derzeit „deutlich ernster“ als während der ersten Corona-Welle im Frühjahr, sagte der Minister. „Jetzt merken wir, dass wir gerade in einem steilen Anstieg sind.“ Wie hoch die Zahlen noch stiegen, hänge von den Maßnahmen ab, die nun ergriffen würden. „Wir müssen jetzt sehr entschieden handeln, weil sonst steigen sie immer weiter.“

Wegen Corona: Londoner Parlament muss nüchtern bleiben

Angesichts schärferer Corona-Maßnahmen in vielen Teilen des Landes muss das Londoner Parlament bis auf Weiteres nüchtern bleiben. Die Pubs und Bars des Parlaments dürfen ab Samstag bis auf Weiteres keinen Alkohol mehr ausschenken. „Nachdem London in die zweithöchste Corona-Risikostufe eingruppiert wurde, habe ich das Parlament aufgerufen, das Unterhaus der Lage im Land anzupassen“, sagte der Sprecher des Parlaments, Lindsay Hoyle, in London zur Begründung.

In Regionen mit der höchsten Corona-Warnstufe wie Liverpool müssen Pubs und Bars geschlossen bleiben, sofern sie keine Hauptmahlzeiten anbieten. Da die Abgeordneten in London das ganze Land repräsentierten, sei die Maßnahme angemessen, erklärte Hoyle. Außerhalb des Parlaments darf in London bis zur Sperrstunde um 22 Uhr weiterhin getrunken werden – ab Samstag allerdings nur noch mit Mitgliedern des eigenen Haushalts.

Deutsche haben wieder zunehmend Angst vor Ansteckung mit dem Coronavirus

Die Deutschen haben wieder zunehmend Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Während Ende Juli in einer Umfrage von Yougov noch 40 Prozent der Deutschen große Furcht äußerten, sich zu infizieren, lag der Wert Anfang Oktober bei 43 Prozent, wie das Kölner Meinungsforschungsunternehmen am Freitag mitteilte.

Anfang Oktober glaubten zudem 72 Prozent, dass sich die Corona-Situation in Deutschland verschlechtert. Ende Juli waren es lediglich 66 Prozent. Auch die Einschätzung der Deutschen zur weltweiten Coronakrise zeigt, dass noch kein Ende in naher Zukunft erwartet wird: Anfang Oktober gaben drei von vier Befragten an, die globale Corona-Situation würde sich verschlechtern (75 Prozent). Ende August waren es noch 70 Prozent.

Eilantrag gegen Beherbergungsverbot scheitert in Schleswig-Holstein

Das Beherbergungsverbot für Menschen aus deutschen Corona-Risikogebieten bleibt in Schleswig-Holstein vorerst bestehen. Das Oberverwaltungsgericht in Schleswig wies am späten Donnerstagabend den Eilantrag einer Familie aus dem Kreis Recklinghausen in Nordrhein-Westfalen ab, die ab Freitag auf Sylt Urlaub machen wollte. Der Eilantrag sei unbegründet, entschieden die Richter. (Az. 3 MR 45/20)

Allerdings sahen sie noch viele offene Fragen rund um die Regelung. „In Anbetracht der gegebenen Eilbedürftigkeit beurteilt der Senat die für den Eilantrag maßgeblichen Erfolgsaussichten in der Hauptsache als offen“, hieß es in der Mitteilung des Gerichts. Insbesondere sei in der Kürze der Zeit die Frage nicht zu beantworten gewesen, ob es verhältnismäßig sei, das Beherbergungsverbot an die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Infektionen in der Herkunftsregion der potenziellen Urlauber zu knüpfen.

Erneuter Rekordwert bei Coronavirus-Neuinfektionen in Deutschland

In Deutschland ist erneut eine Rekordzahl bei den Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom frühen Freitagmorgen wurden binnen eines Tages 7334 neue Ansteckungsfälle von den Gesundheitsämtern gemeldet. Dies waren nochmal knapp 700 Fälle mehr als am Tag davor. Bereits die am Donnerstag vom RKI bekanntgegebene Zahl von 6638 Neuinfektionen war der höchste Wert in Deutschland seit Beginn der Pandemie gewesen.

Söder: Beherbergungsverbot für Urlauber aus Hotspots wird fallen

Das umstrittene Beherbergungsverbot für Reisende aus Gegenden mit besonders hohen Infektionszahlen wird nach Ansicht von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder demnächst fallen. Die Einschränkungen für Urlauber aus Corona-Hotspots seien im Kampf gegen die Seuche „in der Tat nicht das Wichtige. Das wird jetzt auch Stück für Stück auslaufen“, sagte der CSU-Chef am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“.

Das liege auch daran, dass Gerichte die Verbote teilweise kassieren. Söder sagte mit Blick auf Bayern: „Auch bei uns wird das so sein, das wir das Stück für Stück auslaufen lassen“ – Voraussetzung sei aber, dass die Menschen sich an die neuen, strengeren Beschränkungen hielten.  

Bericht: Keine starke Ausbreitung des Coronavirus an deutschen Schulen

Die Befürchtungen, dass die bundesweite Öffnung der Schulen in voller Klassenstärke nach dem Ende der Sommerferien zu einer unkontrollierten Ausbreitung des Coronavirus führen könnte, haben sich nach Angaben der Landesregierungen nicht bestätigt. Laut einer am Freitag veröffentlichten Umfrage des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) unter den Kultusministerien der Bundesländer konnten bis zum Start der Herbstferien durchschnittlich 98 Prozent aller Schüler am Präsenzunterricht teilnehmen.

Erhoben worden waren die Zahlen von den Ministerien zum jeweiligen Zeitpunkt vor Beginn der Herbstferien. Demnach waren etwa in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Bayern rund 0,04 Prozent der Schüler mit dem Coronavirus infiziert. Etwas höher war die Infektionsrate in Berlin, wo sich etwa 0,07 Prozent der Schüler mit dem neuartigen Virus ansteckten. Sachsen-Anhalt wiederum verzeichnete keinen einzigen Coronavirus-Fall an Schulen.

Auch unter Lehrkräften war das Infektionsgeschehen überschaubar. In NRW waren zum Beispiel 0,1 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer, in Berlin 0,14 Prozent betroffen. Auch die Quarantäne-Maßnahmen an den Schulen bewegten sich demnach auf einem relativ niedrigen Niveau. So waren beispielsweise in NRW 98,1 Prozent der Schüler nicht von Quarantäne betroffen. Unter Lehrkräften lag der Anteil bei 95,7 Prozent.

 Nachrichten von Donnerstag, den 15. Oktober

Jodel-Konzert in Schweiz wohl Auslöser für massiven Anstieg von Corona-Fällen

In der Schweiz hat offenbar ein traditionelles Jodel-Konzert zu einem massiven Anstieg von Corona-Neuinfektionen geführt. An der Veranstaltung Ende September im ländlichen Kanton Schwyz nahmen laut Behörden rund 600 Menschen teil. Diese waren aufgerufen, Abstand zu halten; das Tragen einer Schutzmaske war jedoch nicht vorgeschrieben. Der Kanton gehört mittlerweile mit mehr als 1230 Coronavirus-Fällen zu einem der Hotspots in Europa.     

„Wir haben neun Tage nach den Aufführungen erfahren, dass sich mehrere Personen der Gruppe angesteckt haben“, sagte der Organisator Beat Hegner dem öffentlich-rechtlichen Sender RTS. Allein am Mittwoch wurden 94 Personen positiv getestet, doppelt so viele wie am Vortag. „Die Explosion der Fallzahlen in Schwyz ist eine der schlimmsten in ganz Europa“, erklärte Chefarzt Reto Nueesch. Das überlastete Kantonskrankenhaus bat bereits die Menschen, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen und Versammlungen zu vermeiden. „Es gibt eine extrem hohe Rate positiver Tests“, sagte Krankenhausdirektorin Franziska Foellmi. Zuletzt hatten die Kantonsbehörden zwar die Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus verstärkt, eine Maskenpflicht in Geschäften besteht aber nach wie vor nicht. 

Frankreich meldet Rekordzahl von mehr als 30.000 Neuinfektionen in 24 Stunden

Frankreich hat mit mehr als 30.000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages erneut eine Höchstzahl gemeldet. Bei den französischen Gesundheitsbehörden wurden am Donnerstag 30.621 neue Fälle registriert. Die Zahl der Corona-Toten stieg um 88 auf insgesamt 33.125 seit Beginn der Pandemie. Wegen der massiv steigenden Corona-Zahlen hatte Frankreichs Regierung am Mittwoch erstmals seit dem Frühjahr wieder Ausgangssperren in großen Städten angekündigt. In Paris und acht weiteren Hotspots dürfen die Bürger ab diesem Wochenende das Haus zwischen 21.00 Uhr abends und 06.00 Uhr morgens nur noch in Ausnahmefällen verlassen. Auf Reisebeschränkungen innerhalb des Landes, wie sie in Deutschland für heftigen Streit sorgen, verzichtet Frankreich dagegen bislang.

Österreich stellt Corona-Ampel für vier Bezirke auf Rot

Angesichts der sich ausweitenden Pandemie hat Österreich erstmals seine Corona-Ampel für vier Bezirke in drei westlichen Bundesländern auf Rot gestellt. Betroffen seien Wels Stadt in Oberösterreich, Hallein in Salzburg sowie Innsbruck Stadt und Innsbruck Land in Tirol, wie die Nachrichtenagentur APA am Donnerstagabend nach einem Treffen der zuständigen Expertenkommission berichtete. Für diese Bezirke bestehe ein sehr hohes Risiko, hieß es. Innsbruck-Land und Hallein grenzen an Bayern. Die Corona-Ampel ist in Österreich seit Anfang September in Betrieb. Mit ihrer Hilfe wird die Infektionslage jede Woche neu bewertet und auf einer Karte farblich dargestellt. Die Farben reichen von Grün (Risiko: niedrig) über Gelb (mittel) und Orange (hoch) bis Rot (sehr hoch). Kriterien sind Fallzahlen der vergangenen sieben Tage, Nachverfolgbarkeit der Ansteckungen, Auslastung der Krankenhausbetten und Gesamtzahl an Tests. Außerdem wird berücksichtigt, ob eine Region viele Touristen oder Pendler hat.

Auch das Saarland kippt Beherbergungsverbot

Das Saarland streicht ebenfalls das Beherbergungsverbot zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus‘. Damit entfällt von diesem Freitag an für Reisende aus innerdeutschen Hotspots die Pflicht, bei der Übernachtung im Saarland einen negativen Corona-Test vorzulegen, wie Regierungssprecher Alexander Zeyer mitteilte. Zuvor hatten schon die obersten Verwaltungsgerichte in Baden-Württemberg und Niedersachsen das Verbot für die jeweiligen Bundesländer gekippt. Die Landesregierung in Dresden hob das Verbot für Sachsen von kommenden Samstag an ebenfalls auf.

Niederlande und Frankreichs Grenzregion als Risikogebiete eingestuft

Die Bundesregierung hat die ganzen Niederlande, das gesamte französische Festlandsgebiet und erstmals auch Regionen in Italien und Polen mit Wirkung ab dem kommenden Samstag zu Corona-Risikogebieten erklärt. Außerdem werden dann Malta und die Slowakei komplett sowie einzelne Regionen in neun weiteren EU-Ländern auf die Risikoliste gesetzt, wie das Robert Koch-Institut auf seiner Internetseite mitteilte.

RKI-Präsident kann sich vorstellen dass Corona-Risikogebiete abgeriegelt werden

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, kann sich eine Abriegelung von Risikogebieten vorstellen, um das aktuelle Corona-Infektionsgeschehen in Deutschland unter Kontrolle zu halten. Vor neun Monaten habe er eine solche Maßnahme noch für undenkbar gehalten, sagte Wieler in einem Interview des Fernsehsender Phoenix. Inzwischen halte er das aber für vorstellbar. Mit Blick auf die am Mittwoch zwischen Bund und Ländern verabredeten Corona-Maßnahmen kritisierte Wieler, ihm fehle die „Verbindlichkeit“. Einige der Maßnahmen seien nur Empfehlungen, er würde sich aber wünschen, dass etwa das Tragen von Masken in Innenräumen verpflichtend wäre. Angesichts der heftigen Debatte um Beherbergungsverbote in einigen Bundesländern verwies Wieler darauf, dass die Mobilität „einer der Treiber dieser Pandemie“ sei.

Von der Leyen muss EU-Gipfel wegen Corona-Falls in ihrem Büro verlassen

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat den Gipfel der Staats- und Regierungschefs in Brüssel wegen eines Corona-Falls in ihrem Umfeld verlassen müssen. „Ich wurde soeben darüber informiert, dass ein Mitglied meines Büros heute Morgen positiv auf Covid-19 getestet wurde“, erklärte von der Leyen auf Twitter. Ihr eigener Test sei negativ ausgefallen, sie werde sich dennoch umgehend in Quarantäne begeben.

Kurz zuvor hatte Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen noch Kritik daran geäußert, dass der Gipfel als persönliches Treffen abgehalten wird. „Dieses Treffen hätte per Videokonferenz organisiert werden sollen“, sagte sie laut der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau bei ihrer Ankunft am Brüsseler Flughafen. Wegen der aktuellen Corona-Lage sei es nicht „weise“, sich persönlich zu treffen. Sie habe das im Voraus auch mehrmals angemerkt.

Von der Leyen fordert einheitliche Quarantäne- und Testregeln in EU

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat die EU-Staaten zu weiterer Koordinierung der Corona-Maßnahmen aufgerufen. Die Corona-Lage werde mehr und mehr besorgniserregend, sagte die CDU-Politikerin zu Beginn des EU-Gipfels in Brüssel. Die EU-Staaten hätten sich zwar in dieser Woche auf eine Ampel-Karte verständigt, auf der Regionen je nach Infektionslage farblich markiert werden. Aber ihrer Meinung nach sollte es darüber hinaus eine Einigung auf die Länge einer Quarantäne sowie auf die Notwendigkeit von Tests geben. „Ich rufe alle Beteiligten dazu auf, dass wir hier ebenfalls eine Einigung finden. Das ist wichtig.“

Erneut Rekord an Corona-Neuinfektionen in Litauen

In Litauen haben die Corona-Neuinfektionen zum dritten Mal in diesem Monat einen Rekordwert erreicht. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Vilnius wurden am Donnerstag 255 positive Tests innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Dies ist der höchste Anstieg binnen eines Tages seit Beginn der Pandemie. Der bisherige Höchstwert in dem baltischen EU-Land von 205 Neuinfektionen war am Samstag erfasst worden. 

Corona-Angst lässt Dax einknicken

Die Notierungen am deutschen Aktienmarkt sind am Donnerstag unter der Last steigender Corona-Infektionen eingebrochen. Nach den strengeren Vorschriften in zahlreichen Ländern, darunter Deutschland, schließen Marktexperten inzwischen auch einen erneuten Lockdown in Europa nicht mehr aus. Der Dax reagierte darauf am Donnerstag mit deutlichen Verlusten von zuletzt minus 2,92 Prozent auf 12.647,42 Zähler. Zeitweise war er knapp unter die Marke von 12.600 Punkten gefallen

EU-Staaten wollen im Kampf gegen Corona-Welle enger kooperieren

Angesichts stark steigender Corona-Zahlen hat EU-Ratschef Charles Michel eine bessere Koordinierung in Europa angemahnt. Dies gelte unter anderem für die Nachverfolgung von Infektionen und die Quarantäneregeln, sagte Michel zum Auftakt des EU-Gipfels. In den vergangenen Tagen haben wir wichtige Entscheidungen getroffen, aber das reicht nicht“, sagte Michel. „Wir müssen mehr Koordinierung auf der europäischen Ebene entwickeln, um die Ausbreitung des Virus zu begrenzen.“ Damit würden sich die Staats- und Regierungschefs am Freitag eingehend befassen.

Söder sieht täglich wachsende Gefahr für zweiten Lockdown

Angesichts des starken Anstiegs von Corona-Fällen auch in Bayern sieht Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine täglich wachsende Gefahr für einen erneuten Lockdown. „Die Lage ist leider ernst, und sie wird jeden Tag ernster“, sagte er am Donnerstag nach einer Sitzung des Kabinetts in München.

Corona sei immer dramatischer in ganz Europa aktiv. Auch wenn es keinen Grund zur Panik gebe, sei die Situation sogar deutlich komplexer als im vergangenen Frühjahr. Denn jetzt stehe der Winter vor der Tür, und zugleich „explodieren die Zahlen in ganz Europa“. Söder betonte, dass sich Bayern auf Anfrage aus Tschechien bereit erklärt habe, Intensivpatienten aufzunehmen. Landesweit seit die Auslastung bei den Intensivbetten bereits bei mehr als 40 Prozent.

Söder betonte, die Staatsregierung werde alles tun, um einen Lockdown zu verhindern. Ob jedoch die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch in Berlin dafür ausreichten, sei zu bezweifeln. In bayerischen Regionen mit hohen Corona-Zahlen gelten daher künftig strikte Sperrstunden in der Gastronomie. Bei mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen müssen Gaststätten um 23 Uhr schließen, zudem darf dann an Tankstellen kein Alkohol mehr verkauft werden, und es gilt dann ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen. Bei einer Sieben-Tages-Inzidenz von mehr als 50 gelten die Sperrstunde und die beiden anderen Verbote schon ab 22 Uhr.

Betreiber sehen keine neuen Einschränkungen für Messen

Die deutschen Messegesellschaften gehen nach den Corona-Beschlüssen vom Mittwoch davon aus, dass sie weiter Messen ausrichten können. Sie berufen sich auf die Einigung der Länderchefs und der Bundeskanzlerin. Diese wollen zwar die Teilnehmerzahl von Veranstaltungen auf 100 begrenzen, wenn es an einem Ort innerhalb von sieben Tagen mehr als 50 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gegeben hat. Beschlossen wurde aber auch: „Ausnahmen bedürfen eines mit dem zuständigen Gesundheitsamt abgestimmten Hygienekonzeptes.“ Nach Angaben des Branchenverbands Auma liegen für die in nächster Zeit geplanten Messen entsprechende Konzepte bereits vor.

Schärfere Corona-Regeln in London: Keine Treffen zwischen Haushalten

In der britischen Hauptstadt London gelten ab Samstag schärfere Corona-Regeln. Angesichts rapide steigender Infektionszahlen dürfen sich Angehörige verschiedener Haushalte in Innenräumen nicht mehr treffen, wie der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan bekannt gab. Auch Treffen in Pubs oder Restaurants sind nicht erlaubt.

„Niemand möchte weitere Einschränkungen, aber dies ist notwendig, um die Londoner zu schützen“, sagte Khan. Es werde ein „schwieriger Winter“ für die Hauptstadt mit ihren rund neun Millionen Einwohnern. Im Freien sind weiterhin Treffen mit bis zu sechs Personen erlaubt.

Niederländer feiern letzte Party vor dem Teil-Lockdown

Letzte Party vor dem Lockdown: In Den Haag haben sich am Mittwochabend zahlreiche Menschen zum Feiern getroffen, bevor alle Bars, Restaurants und Coffeeshops im Zuge der Corona-Maßnahmen schließen mussten. „Es ist die letzte Nacht vor dem Lockdown, die letzte Möglichkeit zum Feiern. Das ist eine besondere Nacht für uns“, sagte der 19-jährige Simon Karelse der Nachrichtenagentur AFP. Die meisten Feiernden sagten, sie unterstützten die von der Regierung erlassenen Beschränkungen. Dennoch hätten sie die vorerst letzte Gelegenheit zum Feiern nutzen wollen. Am Plein-Platz in der Innenstadt war ein großes Zelt aufgebaut, dutzende Menschen tanzten dicht an dicht. „Es ist eine Schande, wir hoffen, dass es nur ein paar Wochen dauern wird, aber ich habe kein gutes Gefühl“, sagte DJ Dena. Er fürchte um die Arbeitsplätze in der Kreativ-Branche. Laut Regierung soll der Teil-Lockdown zunächst zwei Wochen dauern, danach soll erneut beraten werden. 

Gericht kippt Beherbergungsverbot in Baden-Württemberg, Sachsen und Niedersachsen

Der Verwaltungsgerichtshof in Baden-Württemberg hat mit Beschluss vom Donnerstag einem Eilantrag gegen das Beherbergungsverbot in dem Bundesland stattgegeben. Dieses gilt bislang für Gäste aus deutschen Regionen, in denen 50 oder mehr neue Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen registriert wurden. Die Antragsteller kommen aus dem Kreis Recklinghausen in Nordrhein-Westfalen, der über dieser Marke liegt. Sie hatten einen Urlaub im Kreis Ravensburg gebucht.

Das Beherbergungsverbot ist in Baden-Württemberg damit vorläufig mit sofortiger Wirkung außer Vollzug gesetzt, wie das Gericht am Donnerstag in Mannheim mitteilte. Es können aber noch Rechtsmittel eingelegt werden. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte im Stuttgarter Landtag zuvor lediglich eine Lockerung des Beherbergungsverbots für Geschäftsreisen ab dem 8. November in Aussicht gestellt.

Das Land Sachsen wird das Verbot ab dem kommenden Samstag aufheben, kündigte die sächsische Gesundheitsministerin Petra Köpping in Dresden vor Journalisten an. Das Gericht sah den Einschnitt in das Grundrecht auf Freizügigkeit als unverhältnismäßig an. Das Land habe auch nicht darlegen können, dass Hotels und Pensionen „Treiber“ des Infektionsgeschehens seien, so dass drastische Maßnahmen nötig seien. Es sei den Antragstellern auch nicht zumutbar, bis zu 48 Stunden vor Ankunft genommene negative Corona-Tests vorzulegen. Man könne nicht gewährleisten, dass Reisende in so kurzer Zeit einen Corona-Test erlangen könnten.

Auch das niedersächsische Oberverwaltungsgericht hat das Beherbergungsverbot des Landes für Reisende aus deutschen Corona-Hotspots in einem Eilverfahren für rechtswidrig erklärt. Der Beschluss sei unanfechtbar, teilte das Gericht in Lüneburg mit. Geklagt hatte der Betreiber eines Ferienparks.

Erster Ort in Österreich wieder unter Quarantäne

In Österreich wird der Ort Kuchl im Salzburger Land wegen der Corona-Neuinfektionen unter Quarantäne gestellt. Die Ein- und Ausreise aus der Gemeinde mit rund 6600 Einwohnern sei bis auf einige Ausnahmen ab Samstag bis zum 1. November nicht mehr erlaubt, sagte Salzburgs Landeschef Wilfried Haslauer. „Die Situation läuft völlig aus dem Ruder“, sagte der ÖVP-Politiker über die Lage im Ort. Insgesamt bezeichnete er die Entwicklung im Bundesland als dramatisch. Die Kapazitäten in den Kliniken drohten in weniger als zwei Wochen, an ihre Grenzen zu kommen. Dann wäre ein Lockdown wohl unvermeidlich.

Leopoldina kritisiert vereinbarte Corona-Regelungen als unzureichend

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat die beim Bund-Länder-Treffen beschlossenen Corona-Maßnahmen als unzureichend kritisiert. Die vereinbarten Regelungen seien „nicht ausreichend, um das Infektionsgeschehen zu kontrollieren und einzudämmen“, erklärte die Nationalakademie am Donnerstag in Halle an der Saale. Die Wissenschaftler verwiesen auf die seit Tagen sprunghaft steigende Zahl von Neuinfektionen „in fast allen Regionen Deutschlands“. In den meisten europäischen Nachbarländern sei das Infektionsgeschehen bereits außer Kontrolle. Auch in Deutschland seien viele Infektionsketten in Hotspots schon jetzt nicht mehr nachzuverfolgen. „In den kommenden Tagen und Wochen kann die Eindämmung der Pandemie nur noch dann gelingen, wenn die Bundesländer verpflichtende und einheitliche Schutzmaßnahmen vereinbaren und durchsetzen“, forderte der Präsident der Leopoldina, Gerald Haug. 

Nur durch bundesweit einheitliche Regeln kann nach Ansicht der Leopoldina das Vertrauen in die politischen Entscheidungen und die Einsicht in die Notwendigkeit der Maßnahmen gestärkt werden. Die Politik sei gefordert, in der jetzt flächendeckend eskalierenden Situation, „nachvollziehbar und koordiniert zu handeln, um Gefahren für die Allgemeinheit abzuwenden und einen neuen Lockdown zu verhindern“. 

Kanzleramtschef Braun: Müssen alle vorsichtiger sein als beschlossen

Das Bundeskanzleramt hält die Beschlüsse von Bund und Ländern zur Eindämmung der Corona-Pandemie vom Mittwoch für unzureichend. Die Entscheidungen seien zwar ein „wichtiger Schritt, aber sie werden vermutlich nicht ausreichen“, sagte Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) im ARD-„Morgenmagazin“. Deshalb komme es auf die Bevölkerung an.

Es solle nunmehr jeder „nicht nur gucken, was darf ich jetzt, sondern wir müssen im Grunde genommen alle mehr machen und vorsichtiger sein als das, was die Ministerpräsidenten gestern beschlossen haben“. Bei jeder großen Pandemie gebe es eine zweite Welle. „Jetzt kann es überhaupt keine Frage mehr geben, dass das der Beginn einer sehr großen zweiten Welle ist.“ Und „je länger wir warten und je weniger entschlossen wir handeln, desto entscheidender ist das nicht nur für unsere Wirtschaft, sondern auch für unsere Gesundheit“.

Braun äußerte Verständnis für die Irritationen, die das umstrittene Beherbergungsverbot ausgelöst hat. Er riet den Menschen gleichwohl: „Bleiben Sie zu Hause. Jetzt ist nicht die Zeit zu reisen, sondern Zeit, Kontakte deutlich zu reduzieren.“ Experten hätten vorgerechnet, dass im Grunde alle Kontakte halbiert werden müssten.

Regierender Bürgermeister nennt Mittelfinger-Plakat „peinlich“

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (55) kritisiert das umstrittene Kampagnenmotiv einer Seniorin, die Maskenverweigerern den ausgestreckten Mittelfinger zeigt. „Diese Anzeige ist peinlich. Das muss man sagen. Das ist auch nichts, was wir als Senatskanzlei oder als Senat in Auftrag gegeben haben“, sagte der SPD-Politiker zu dem Motiv der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft und der Tourismusmarketinggesellschaft Visit Berlin im RBB-Inforadio. Er glaube, „es hätte glücklichere Möglichkeiten gegeben, auf die Dringlichkeit aufmerksam zu machen. Es ist aber auch kein großer Schaden entstanden.“

Das Plakat soll für die Einhaltung der Corona-Regeln werben. Auf dem Bild ist eine ältere Frau zu sehen, die eine auffällige Mund-Nasen-Bedeckung trägt und den Betrachtern den Mittelfinger entgegenstreckt. Der Text darüber und daneben lautet allerdings: „Der erhobene Zeigefinger für alle ohne Maske. Wir halten die Corona-Regeln ein.“ Ein Versehen? Nein, sagte Christians Tänzler, Sprecher von Visit Berlin am Dienstag. Der Widerspruch sei gewollt. „Das ist bewusst so gemacht.“

Corona: Stadt in China testet 10 Millionen Menschen in wenigen Tagen

Nach einem neuen Ausbruch des Coronavirus hat die ostchinesische Metropole Qingdao innerhalb von vier Tagen einen Massentest bei zehn Millionen Menschen durchgeführt. Wie die lokale Gesundheitskommission mitteilte, wurden seit dem Wochenende 13 Infektionen entdeckt. 9,94 Millionen Proben seien gesammelt worden, von denen über sieben Millionen bereits ausgewertet seien. 

Die erste Infektion mit Sars-CoV-2 war über das  Wochenende in einem Krankenhaus der Stadt entdeckt worden, woraufhin der Test der gesamten Bevölkerung angeordnet wurde. Getestet wurden auch Menschen aus anderen Städten, die in den letzten Tagen aus Qingdao zurückgekehrt waren. So wurden etwas Qingdao-Rückkehrer in Peking von ihren Arbeitgebern oder Nachbarschaftskomitees aufgefordert, sich testen zu lassen. 

Neuer Corona-Rekord trotz verschärfter Regeln in Tschechien

Trotz verschärfter Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie steigen die Corona-Zahlen in Tschechien weiter an. Am Mittwoch wurden 9544 neue Fälle verzeichnet, wie das Gesundheitsministerium in Prag bekanntgab. Das war der höchste Wert an einem Tag seit Beginn der Pandemie. Die Gesamtzahl der jemals Infizierten stieg damit auf knapp 140.000. Rund 2700 Menschen werden im Krankenhaus behandelt. Die Zahl der Todesfälle seit Beginn der Pandemie in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung stieg auf 1172.

Spahn: Corona-Schnelltests noch keine Alternative für breite Bevölkerung

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) warnt vor zu großen Hoffnungen auf Corona-Schnelltests. Für Reisende und den Großteil der Bevölkerung seien sie anfangs noch keine Alternative, sagte er im ARD-„Morgenmagazin“. Demnach werden mittlerweile zwar bis zu 1,5 Millionen Testkits pro Woche hergestellt – diese sollten aber vornehmlich in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Arztpraxen für „zusätzliche Sicherheit“ sorgen.

„Am Anfang haben wir nicht für alle alles“, sagte der Gesundheitsminister. Daher müssten die Schnelltests zunächst in den am stärksten gefährdeten Bereichen der Bevölkerung eingesetzt werden. Spahn zeigte sich aber zuversichtlich, dass „von Woche zu Woche“ mehr Tests verfügbar würden.

Bericht: Bundespolizei ermahnte binnen eines Monats gut 71.000 Maskenverweigerer

Die Bundespolizei hat einem Bericht zufolge binnen eines Monats mehr als 71.000 Mal Reisende wegen Verstoßes gegen die Maskenpflicht ermahnt. Von Mitte September bis Mitte Oktober seien 71.233 derartige Fälle an Bahnhöfen und in Zügen registriert worden, berichteten die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf Zahlen der Gewerkschaft der Polizei (GdP).

Demnach wurden in 200 Fällen uneinsichtige Reisende von der Weiterfahrt ausgeschlossen oder des Bahnhofs verwiesen. In 1124 Fällen sei das zuständige Gesundheitsamt informiert worden, um Bußgelder zu verhängen. Der ganz überwiegende Teil der Reisenden habe sich bei Ermahnungen durch die Polizei einsichtig gezeigt, hieß es weiter.

Bisherige Beschlüsse des Corona-Gipfels in der Übersicht:

Angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen wollen Bund und Länder künftig schneller und schärfer auf die Ausbreitung des Virus reagieren. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der 16 Länder einigten sich am Mittwoch auf eine Reihe neuer Maßnahmen: Dazu zählen eine erweiterte Maskenpflicht, Kontaktbeschränkungen in der Öffentlichkeit, eine Begrenzung der Gästezahl bei privaten Feiern sowie Sperrstunden. Den Streit um die Beherbergungsverbote konnte die Runde nicht beilegen: Sie vertagte das Thema auf November. Die Zahl der Neuinfektionen steigt derweil in Deutschland stark an.

 

Rekordzahl von 6638 Coronavirus-Neuinfektionen in Deutschland

In Deutschland ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus auf Rekordhöhe gestiegen. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstagfrüh unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden binnen eines Tages 6638 neue Ansteckungsfälle erfasst. Die bis dahin höchste Zahl von Neuinfektionen war nach den aktuellen Angaben des RKI am 2. April mit 6554 Fällen registriert worden.

Sachsens Ministerpräsident will auf Umsetzung von Beherbergungsverbot verzichten

Sachsen will auf eine Umsetzung des Beherbergungsverbots für Reisende aus innerdeutschen Corona-Risikogebieten verzichten. „Das Beherbergungsverbot trifft viele Menschen, die nichts mit der Krankheit zu tun haben“, sagte der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Donnerstag dem MDR Sachsen. Auch die bei einem Bund-Länder-Treffen in Berlin beschlossene Begrenzung von Teilnehmern bei privaten Feiern soll in dem Freistaat weniger streng ausfallen.

 Nachrichten von Mittwoch, den 14. Oktober

Auch Trump-Sohn Barron war mit Coronavirus infiziert

Der jüngste Sohn von US-Präsident Donald Trump, Barron, war ebenfalls mit dem Coronavirus infiziert. Der 14-Jährige habe aber keine Krankheitssymptome gehabt und sei inzwischen wieder negativ getestet worden, erklärte seine Mutter, First Lady Melania Trump, am Mittwoch.

Kretschmann sieht Bund-Länder-Runde zu Corona als Erfolg

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hält die Verabredungen von Bund und Ländern zur Eindämmung des Coronavirus für einen Erfolg. Es seien große Fortschritte erreicht worden, sagte der Grünen-Politiker am Mittwochabend. In einer Reihe von Fragen seien „drastische Einschnitte“ beschlossen worden. „Das wird uns alle sehr treffen“, sagte Kretschmann. Ob die Maßnahmen genügten, würden die nächsten Tage zeigen.

Merkel: Können uns zweite Welle auch wirtschaftlich nicht leisten

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat angesichts der stark steigenden Corona-Infektionszahlen auch auf die Gefahren für die Wirtschaft verwiesen. „Es geht nicht nur um die Frage des Gesundheitssystems“, sagte Merkel am Mittwoch nach mehrstündigen Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder. Auch die wirtschaftliche Entwicklung hänge davon ab, dass man durch die Pandemie nicht zu schwer beeinträchtigt werde. „Was der Gesundheit dient, dient also auch dem wirtschaftlichen Ablauf.“

Die Kanzlerin verwies darauf, dass bereits in diesem Jahr 250 Milliarden Euro neue Schulden aufgenommen werden mussten. „Und deshalb können wir uns auch ökonomisch eine zweite Welle, wie wir sie im Frühjahr hatten, mit solchen Folgen nicht leisten.“ Es müsse alles getan werden, um die Infektionszahlen im Griff zu behalten und die Kontakte nachzuvollziehen. „Und dazu müssen wir mit den Zahlen an einigen Stellen runterkommen“, sagte Merkel.

Söder: „Höchste Zeit, jetzt die Weichen richtigzustellen“

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte nach dem Corona-Gipfel in Berlin, man müsse abwarten, ob die Beschlüsse reichen, die Bund und Länder beschlossen haben. “ Wir sind einem zweiten Lockdown näher, als wir es wahrhaben wollen“, so der CSU-Politiker. „Es ist höchste Zeit, jetzt die Weichen richtigzustellen.“ Der Termin im Kanzleramt sei zwingend notwendig gewesen. Man müsse das Bewusstsein schärfen. „Sollte ein zweiter Lockdown kommen, würde das erhebliche Schäden anrichten.“ Man müsse vor die zweite Corona-Welle kommen. 

Die zweite Welle sei „absolut da“. Es habe keinen Sinn, sich die Lage schön zu reden, so Söder. Die Herausforderung des Winters sei da. Kurz zusammengefasst sagte Söder zu den Maßnahmen: mehr Maske, weniger Alkohol, weniger Feiern. Dies sei keine Frage von Loyalität gegenüber dem Staat, sondern eine Frage von Solidarität, sagte der Ministerpräsident. Wenn die Maßnahmen nicht wirken, müsse man darüber reden, ob man nachschärfen müsse. Ohne „Bußgeldersanktionen“ hätten die Maßnahmen ebenfalls keinen Sinn, sagte Söder.  

Merkel nach Corona-Gipfel: „Müssen uns dem Virus nicht ergeben“

Nach einem Mammutgipfel zu neuen Coronamaßnahmen im Kanzleramt in Berlin tritt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor die Presse. Das, was man in den kommenden Tagen und Wochen tue, werde entscheidend dafür sein, wie man in Zukunft durch die Pandemie komme, sagte Merkel. Man stehe vor größeren Herausforderungen. „Unser gemeinsames Ziel ist, dass wir die Kontakte nachverfolgen wollen“, sagte die Kanzlerin. Es werde neue, verschärfende Maßnahmen ab dem Wert von mindestens 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen geben, teilweise aber schon ab einem Wert ab 35. Man werde sich nach einiger Zeit neu beraten, sagte die Bundeskanzlerin. „Den exponentiellen Anstieg müssen wir stoppen, sonst wird das in kein gutes Ende führen.“ Ihre „Unruhe“ sei noch nicht weg, so Merkel.

Ein Teil der Beschlüsse, der sie nicht zufriedenstelle, sei das Thema Beherbergungsverbot, so Merkel. „Wir werden über den Verlauf der Herbstferien an diesen Regelungen festhalten“, sagte sie. Nach den Herbstferien in Bayern werde man sich nochmals beraten. Es werde aber von Reisen abgeraten, insbesondere aus Hotspot-Gebieten. 

Merkel stellte die Frage, ob die Maßnahmen reichen würden oder nicht. „Wir haben heute Gesundheitsämter, die nicht mehr hundertprozentig die Kontrolle haben.“ Sie appellierte an die Bevölkerung: „Es ist ganz wichtig, das alle weiter mitmachen.“ Das Einhalten der Regeln habe dazu beigetragen, dass man keine Entwicklung habe wie in Nachbarländern. Man müsse durch politische Beschlüsse dazu beitragen, dass das Gesundheitssystem nicht überlastet werde. „Wir müssen uns dem Virus nicht ergeben.“ Man werde weiter arbeiten, so Merkel. Man sei aber „gewillt“.

Berlins regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) nannte die Beschlüsse einen „bedeutenden Schritt“. Er nannte Maßnahmen wie Maskenpflicht, Sperrstunde und Kontaktbeschränkungen „wichtig“. Es sei wichtig, deutlich zu machen, dass man größere Gruppenbildung vermeiden müsse. Man werde kontrollieren und „sehr genau hingucken“, so Müller. Wenn man einen Lockdown vermeiden wolle, komme es jetzt auf die kommenden Wochen an. „Wir sind jetzt in einer entscheidenden Phase.“ 

Keine Einigung über Corona-Beherbergungsverbote bei Corona-Krisengipfel 

Bund und Länder haben bei ihren Corona-Beratungen im Kanzleramt keinen einheitlichen Kurs zu den Beherbergungsverboten für Urlauber aus innerdeutschen Risikogebieten gefunden. Bis zum 8. November soll diese umstrittene Maßnahme demnach auf ihre Wirksamkeit überprüft werden, wie die Nachrichtenagentur DPA am Mittwoch aus Teilnehmerkreisen erfuhr.

Merkel: Maßnahmen nicht hart genug für Erfolg gegen Corona

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die bisherigen Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz massiv kritisiert. „Die Ansagen von uns sind nicht hart genug, um das Unheil von uns abzuwenden“, sagte die CDU-Politikerin nach übereinstimmenden Angaben von Teilnehmern am Mittwochabend während der Sitzung in Berlin. Mit den nun festgelegten Maßnahmen würden Bund und Länder „in zwei Wochen eben wieder hier“ sitzen. „Es reicht einfach nicht, was wir hier machen.“ Die Grundstimmung sei, dass sich jedes Land ein kleines Schlupfloch suche. „Das ist das, was mich bekümmert. Und die Liste der Gesundheitsämter, die es nicht schafft, wird immer länger.“

Macron: Nächtliche Ausgangssperre in Paris und anderen Städten ab Samstag

Wegen der massiv steigenden Corona-Zahlen verhängt Frankreich erstmals seit dem Frühjahr wieder Ausgangssperren. In Paris und acht weiteren Großstädten dürfen die Bürger ab dem Wochenende zwischen 21 Uhr abends und sechs Uhr morgens das Haus nicht mehr verlassen, wie Präsident Emmanuel Macron am Mittwochabend im Fernsehen ankündigte. Die Lage sei „Besorgnis erregend“, betonte Macron.

Länder und Bund ringen um Aufhebung des Beherbergungsverbots

In der Runde von Bund und Ländern ist am Mittwochabend hart um eine Aufhebung des Beherbergungsverbots wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen gerungen worden. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) habe ein Plädoyer gegen das Verbot gehalten, erfuhr die Nachrichtenagentur DPA aus Teilnehmerkreisen. Er habe auf dessen Folgen wie eine falsche Nutzung von Testkapazitäten hingewiesen. Für eine Beibehaltung des Beherbergungsverbots plädierten demnach Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. 

Angesichts der in der Runde zuvor beschlossenen neuen verschärften und vereinheitlichten Instrumente für den Umgang mit Corona-Hotspots solle man gemeinsam beschließen, dass das Beherbergungsverbot entfallen könne, argumentierte Laschet demnach. Das Verbot sei nicht zielorientiert wirksam und unverhältnismäßig. 

Nach diesen Informationen erhielt Laschet von seiner rheinland-pfälzischen Amtskollegin Malu Dreyer (SPD) Rückendeckung. Auch Hamburgs erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) plädierte demnach für eine Abschaffung und forderte den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) auf, die Frage zu beantworten, wie er das Beherbergungsverbot ernsthaft umsetzen wolle. Söder habe zu dem Thema zunächst geschwiegen. 

Saar-Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) unterstützte Laschet nach diesen Informationen ebenfalls. Er habe betont, dass es gute Schutzkonzepte der Hotels gebe, hieß es. Auch der zu der Riege der Vorsichtigen zählende baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) habe erklärt, das Verbot könne nicht umgesetzt werden. 

Auch auf Malta Rekordzahl neuer Coronafälle

Der Inselstaat Malta hat am Mittwoch eine Rekordzahl neuer Corona-Fälle registriert. Die Behörden meldeten 111 zusätzliche Virusfälle innerhalb eines Tages. Bisher hatte der Höchstwert bei 106 Neuinfektionen gelegen und stammte vom 16. September. Danach gingen die Werte aber wieder zurück. Malta, wo rund 500.000 Menschen leben, war mit Blick auf die Pandemie über viele Monate recht glimpflich davon gekommen. Doch seit Oktober hat sich der Anstieg der Zahlen stark beschleunigt. 

Großbritannien: Fast 20.000 Neuinfektionen an einem Tag

Knapp 20.000 Menschen in Großbritannien haben sich innerhalb von 24 Stunden nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Das entspricht einem Anstieg von etwa 2500 im Vergleich zum Vortag. 137 Menschen sind an einer Covid-19-Erkrankung gestorben, wie die Gesundheitsbehörden mitteilten. Besonders stark betroffen von der Pandemie sind der Norden Englands, Nordirland, Schottland und Teile von Wales. Die tatsächliche Zahl der Neu-Infektionen dürfte aber noch höher liegen, da nicht genügend Tests zur Verfügung stehen.

Frankreich führt Gesundheitsnotstand wieder ein

Im Kampf gegen steigende Corona-Zahlen wird in Frankreich der Gesundheitsnotstand von diesem Samstag an wieder eingeführt. Das teilte die Regierung in Paris nach einer Kabinettssitzung mit. Der Ausnahmezustand im Gesundheitsbereich bietet einen rechtlichen Rahmen für Beschränkungen, zu denen in letzter Konsequenz auch Ausgangssperren gehören können.

Bund und Länder wollen striktere Kontaktbeschränkungen in Hotspots

In Corona-Hotspots mit Inzidenzwerten von mehr als 50 sollen sich künftig nur noch maximal zehn Personen im öffentlichen Raum treffen dürfen. Und sollten die neuen Maßnahmen den Anstieg nicht zum Stillstand bringen, sollen sich nur noch bis zu fünf Personen oder die Angehörigen zweier Hausstände im öffentlichen Raum treffen dürfen. Darauf verständigten sich Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder auf dem Corona-Gipfel, wie die Nachrichtenagentur DPA aus Teilnehmerkreisen erfuhr. Noch stehe der finale Beschluss des gesamten Konzepts aber noch aus.

Pause beim Corona-Gipfel: Lange Nacht wahrscheinlich

Laut Beobachtern vor Ort ist der Corona-Gipfel in Berlin für eine Pause unterbrochen worden. Mit einem baldigen Ende der Beratungen sei daher nicht zu rechnen, vielmehr richte man sich auf eine lange Nachtsitzung ein, heißt es.

Gipfel-Beschluss: Maskenpflicht in Corona-Hotspots wird erweitert

In Städten und Regionen mit stark steigenden Corona-Zahlen soll die Maskenpflicht erweitert werden. Sie soll ab 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen auch überall da gelten, wo Menschen dichter beziehungsweise länger zusammenkommen. Das haben Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder in Berlin beschlossen.

Katalonien und Melilla verfügen Schließung von Bars und Restaurants

Zur Eindämmung wieder stark steigender Corona-Infektionen haben die spanische Region Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und die Nordafrika-Exklave Melilla die Schließung aller Bars und Restaurants angeordnet. Die Anweisungen gelten zunächst für 15 Tage und treten in Katalonien am Freitag und in Melilla am Sonntag in Kraft. Die Behörden Kataloniens hätten damit auf einen starken Anstieg der Corona-Zahlen seit etwa eineinhalb Wochen reagiert, sagte die regionale Gesundheitsministerin Alba Vergés.

Sperrstunde um 23 Uhr für Gastronomie in Corona-Hotspots bestätigt

Wie schon verlautete, soll es in Städten und Regionen mit stark steigenden Corona-Zahlen künftig generell eine Sperrstunde um 23 Uhr in der Gastronomie geben. Dies soll ab 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche gelten. Das wurde während des Gipfels nun beschlossen, wie die Nachrichtenagentur DPA und die „Bild“-Zeitung erfuhren. Zuvor war in einer Vorlage des Bundes die Rede davon gewesen, dass strengere Maßnahmen bereits ab 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner greifen sollten. 

Gipfel-Beschluss: Private Feiern in Hotspots auf zehn Personen aus zwei Haushalten begrenzt

In Regionen mit stark steigenden Corona-Zahlen werden private Feiern künftig generell auf maximal zehn Teilnehmer und zwei Hausstände begrenzt. Das haben Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder während auf dem Corona-Gipfel in Berlin beschlossen, wie die Nachrichtenagentur DPA erfuhr. Die Begrenzung gilt bei mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche.

Gipfel einigt sich angeblich auf 23 Uhr als Sperrstunde in Corona-Hotspots

Nach stundenlangen Beratungen haben sich die Ministerpräsidenten offenbar zumindest auf eine Sperrstunde geeinigt, die künftig in Corona-Hotspots gelten soll. Das will die „Bild“-Zeitung aus Teilnehmerkreisen erfahren haben. Demnach sollen Bars und Gaststätten um 23 Uhr schließen, wenn in einer Stadt oder in einem Landkreis der sogenannte Inzidenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner überschritten wird. Laut einer Gipfel-Vorlage des Bundes sollen die Länder allerdings schon einschreiten, wenn es 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche gibt.

Corona-Gipfel ringt um Linie – Söder: Rechtzeitig handeln, „sonst sitzen wir in zehn Tagen wieder hier“

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat seine Länderkollegen zu einem schnellen und einheitlichen Vorgehen gegen Corona gemahnt: „Wenn es losgeht, dann geht es sehr schnell. Wir kommen wieder voll in die Sprungkurve rein“, sagte er während des laufenden Corona-Gipfels laut Angaben von Teilnehmern. Die Frage sei daher nur, ob jetzt noch rechtzeitig gehandelt werde, „denn sonst sitzen wir in zehn Tagen eh wieder hier“. Er wünsche sich daher eine Systematik, die alle nachvollziehen und nach der alle handeln könnten. „Die Bevölkerung wird ihr Urteil sprechen. Politiker in anderen Ländern, die geschwankt sind und zu früh geöffnet haben, wurden fundamental abgestraft.“ Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) ergänzte: „Wir werden in drei Wochen ganz andere Diskussionen führen, müssen jetzt handeln.“ Dagegen äußerte sich NRW-Regierungschef Armin Laschet (CDU) eher zurückhaltend und skeptisch, etwa was Einschränkungen von privaten Feiern angeht: „Das ist mir zu früh und zu rigoros“, zitierten ihn Teilnehmer. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sieht vor allem bei privaten Feiern die größten Probleme für die Verbreitung des Virus, heißt es.

Corona-Gifpel: Merkel fordert von Ländern „beherzten Schritt“ gegen Corona

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Länder zu einer gemeinsamen Kraftanstrengung im Kampf gegen das Coronavirus aufgefordert. „Wollen wir einen beherzten Schritt machen, oder uns wieder Woche für Woche treffen wie im Frühjahr“, sagte die CDU-Politikerin nach Angaben von Teilnehmern am Nachmittag bei der Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin. Schon vor der Konferenz hatte Regierungssprecher Steffen Seibert erklärt, dass die Verhandlungen sehr schwierig werden könnten und in den Raum gestellt, dass sie am Ende zu keiner einheitlichen Linie führen könnten.

Veranstaltungsbranche trägt 2020 symbolisch zu Grabe

Mit einem Trauermarsch und einer symbolischen Beisetzung haben Vertreter der Kultur- und Veranstaltungsbranche unter anderem in Hamburg das Jahr 2020 symbolisch zu Grabe getragen. Rund 200 Demonstranten begleiteten einen schwarzen Sarg, der aus einer mobilen Verpackung für Veranstaltungs- und Bühnentechnik eigens gefertigt wurde, vom Hauptbahnhof der Hansestadt zum Rathausmarkt. Dort wurde das Jahr symbolisch beerdigt. An der Demo unter dem Motto „Alarmstufe Rot – Rettet die Veranstaltungswirtschaft“ beteiligten sich rund 500 Teilnehmer aus den unterschiedlichsten Bereichen der Branche. Der Deutsche Eventverband wollte mit der Aktion erneut auf die „verheerenden Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Kultur- und Veranstaltungsindustrie“ aufmerksam machen. Zudem forderte er zielgerichtete und verbindliche Hilfen und Zusagen seitens der Politik. Die Branche mit rund 1,5 Millionen Beschäftigten liegt seit Beginn der Pandemie praktisch komplett still.

Corona-Gipfel: Kontakt-Beschränkungen falls sich Lage nicht binnen zehn Tagen entscheidend bessert

In der Vorlage des Bundes zum Corona-Gipfel mit den Länderchefs heißt es, wenn der Anstieg der Infektionszahlen durch die verschärften Maßnahmen nicht spätestens innerhalb von zehn Tagen zum Stillstand komme, „sind weitere gezielte Beschränkungsschritte unvermeidlich, um öffentliche Kontakte weitergehend zu reduzieren“. Die Ordnungsämter in Hotspot-Regionen müssten entlastet werden, „damit zur Einhaltung der Corona-Verordnungen eine hohe Kontrolldichte gewährleistet werden kann“. Die Innenministerkonferenz solle kurzfristig über eine Entlastung durch Bundespolizei und Länderpolizeien beraten.

Russland registriert zweiten Impfstoff gegen Corona

Im Kampf gegen das Coronavirus gibt es in Russland einen zweiten Impfstoff. Dies Vakzin sei registriert worden, sagte Präsident Wladimir Putin der Staatsagentur Tass zufolge in Moskau. Das Serum wurde demnach im Forschungszentrum „Vektor“ in der sibirischen Großstadt Nowosibirsk entwickelt und trägt den Namen „EpiVacCorona“. „Soweit ich weiß, haben wir bereits einen dritten Impfstoff in der Entwicklung“, meinte der Kremlchef. Dieses Serum wird derzeit am Tschumakow-Forschungszentrum für immunobiologische Präparate der Russischen Akademie der Wissenschaften getestet. Russland hatte Mitte August den weltweit ersten Impfstoff gegen das Coronavirus für eine breite Anwendung in der Bevölkerung freigegeben. International haben Wissenschaftler erhebliche Bedenken gegen „Sputnik V“ geäußert, weil das Serum noch vor Abschluss wichtiger Tests registriert wurde. 

Katalonien verfügt Schließung von Bars und Restaurants

Zur Eindämmung wieder stark steigender Corona-Infektionen hat die spanische Region Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona die Schließung aller Bars und Restaurants angeordnet. Die Anweisung gelte zunächst für 15 Tage und trete am Freitag in Kraft, sagte die regionale Gesundheitsministerin Alba Vergés am Mittwoch. Die Behörden reagierten damit auf einen starken Anstieg der Corona-Zahlen seit etwa eineinhalb Wochen.

Nach den jüngsten Zahlen des spanischen Gesundheitsministeriums in Madrid wurden binnen der vergangenen sieben Tage in Katalonien fast 11.000 Neuinfektionen registriert. In den Wochen zuvor waren es jeweils etwa 7000. Gerechnet auf 100.000 Einwohner lag der Wert der Neuinfektionen binnen sieben Tagen bei gut 142. Im Vergleich: In Deutschland beträgt dieser Wert trotz des Anstiegs zurzeit knapp 30.

Der geschäftsführende katalanische Regionalpräsident Pere Aragonès rief die rund 7,6 Millionen Einwohner der im Nordosten Spaniens gelegenen wirtschaftsstarken Region zudem auf, ihre Wohnung möglichst nur noch aus dringendem Grund zu verlassen und soziale Kontakte einzuschränken. „Familienbesuche können auch ein wenig warten, wenn wir umfassende Ausgangsbeschränkungen vermeiden wollen“, sagte Aragonès. Zugleich ordnete die Regionalregierung weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens an. Einkaufszentren und größere Supermärkte müssen die Zahl der Kunden auf 30 Prozent ihrer normalen Kapazität beschränken. Für Fitnesszentren, Kinos und Theater gelte eine Beschränkung auf 50 Prozent. Spielplätze müssten ab 20.00 Uhr geschlossen werden. Zuvor war schon dringend angeraten worden, wo immer möglich zur Arbeit von Zuhause aus zurückzukehren.

Regierungssprecher zu Beratungen zwischen Merkel und Länderchefs: Einheitlich ist kein Selbstzweck

Die Bundesregierung schließt nicht aus, dass die Beratungen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten der Länder an diesem Nachmittag am Ende zu keiner einheitlichen Linie führen. „Einheitlichkeit ist wünschenswert. Aber Einheitlichkeit ist auch kein Selbstzweck und es ist nicht gesichert, dass alle Teilnehmer heute zu gleichen Überzeugungen kommen“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Er sprach von einer „wichtigen Beratung mit Blick auf den Herbst, auf den Winter, auf das Weihnachtsfest, das wir alle miteinander verbringen werden“. Es gehe darum, zu einer Zahl von Corona-Neuinfektionen zurückzukommen, bei denen die Kontaktverfolgung in jedem einzelnen Fall möglich sei. 

Für Reiserückkehrer sollen ab 8. November neue Quarantäne-Regeln gelten

Für Reiserückkehrer aus Risikogebieten im Ausland sollen ab dem 8. November neue Quarantäne-Bestimmungen gelten. Dies sieht der Entwurf für eine neue Muster-Quarantäneverordnung vor, über die das Bundeskabinett beriet; der Entwurf liegt AFP vor. Zentraler Punkt ist eine Pflichtquarantäne von zehn Tagen für alle Rückkehrer aus Gebieten, die vom Robert-Koch-Institut als Risikogebiet eingestuft werden. Diese Pflichtquarantäne kann verkürzt werden, wenn der oder die Betroffene „frühestens ab dem fünften Tag nach der Einreise“ einen negativen Corona-Test vorlegen können, wie es in der Vorlage heißt. Bislang gilt für Reiserückkehrer aus Risikogebieten eine Pflichtquarantäne von 14 Tagen. Die Vorgaben müssen noch von den Ländern auf dem Verordnungsweg umgesetzt werden. Die Musterverordnung solle eine „möglichst bundesweit einheitliche Regelung“ gewährleisten, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Das „gemeinsame Ziel“ von Bund und Ländern sei es, „neue Infektionsherde durch Einreisen nach Deutschland zu verhindern“.

Iran meldet neuen Höchststand bei Corona-Toten und Neuinfektionen

Der Iran hat mit 279 Corona-Toten und 4830 Neuinfektionen innerhalb eines Tages einen neuen Höchststand gemeldet. Wie die Sprecherin des Gesundheitsministeriums, Sima Lari, im Staatsfernsehen weiter sagte, sind seit Ausbruch der Pandemie Ende Februar über 29.000 Menschen im Zusammenhang mit Corona gestorben. Mehr als eine halbe Million Menschen habe sich infiziert. Der Iran hat etwa so viele Einwohner wie Deutschland.

Erneut Fernunterricht an Moskauer Schulen wegen Corona

Angesichts dramatisch steigender Corona-Zahlen in Russland muss ein Teil der Schüler in Moskau wieder zu Hause lernen. Die Klassenstufen sechs bis elf werden vom kommenden Montag an in den Fernunterricht wechseln, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Die jüngeren Schüler sollen nach den Herbstferien wieder zur Schule zurückkehren dürfen. Diese Regelung gilt demnach zunächst für zwei Wochen. Bereits im Frühjahr mussten in Russland alle Schüler zu Hause lernen. Die Behörden meldeten landesweit 14 231 neue Infektionen an einem Tag – so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Damit erkrankten bislang mehr als 1,3 Millionen Menschen in dem Land. 23.205 starben im Zusammenhang mit dem Virus. 

Auch Apothekerverband betont: Kein Mangel an Grippeimpfstoff in Deutschland

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) sieht keinen Engpass bei der Versorgung mit Grippe-Impfstoff in Deutschland. Die 26 Millionen zur Verfügung stehenden Impfdosen seien „bei Weitem noch nicht verbraucht“, sagte ein Sprecher am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Aufgrund der Corona-Pandemie gebe es eine erhöhte Impfbereitschaft in der Bevölkerung und das Interesse konzentriere sich auf einen früheren Zeitraum als in den Vorjahren. Dies könne zu „lokal unterschiedlichen und zeitlich begrenzten Situationen“ führen, in denen ein Arzt keinen Impfstoff zu Verfügung habe. Dies sei jedoch lediglich „eine Unwucht im System“, so der Sprecher. Man sei „weit davon entfernt, dass alle Grippe-Impfstoffe verbraucht sind“. Zuvor hatten Kinder- und Jugendärzte angesichts örtlich fehlender Sofortversorgung vor einem Mangel gewarnt. 

Neue Regeln für Corona-Verdienstausfall geplant

Die Koalition plant zusätzliche Möglichkeiten der Entschädigung bei Verdienstausfällen für Eltern, die ihre Kinder wegen Corona zu Hause betreuen müssen. Für Reiserückkehrer aus Risikogebieten soll es dagegen keine Entschädigung mehr für die Zeit der vorgeschriebenen Quarantäne geben. Das geht aus einer sogenannten Formulierungshilfe für die Koalitionsfraktionen des Bundestages zu weiteren Änderungen des Infektionsschutzgesetzes hervor, die der Nachrichtenagentur DPA vorliegt. So solle künftig ein Entschädigungsanspruch auch für einzelne Eltern in Betracht kommen, die ein Kind zu Hause betreuen müssen, weil das Gesundheitsamt ihren Nachwuchs unter Quarantäne gestellt hat. Bisher sah die Regelung eine Entschädigung vor, wenn Schulen oder Kitas behördlich geschlossen wurden und keine anderweitige Betreuung möglich war. Eltern, die dann nicht zur Arbeit können, können 67 Prozent des Nettoeinkommens als Entschädigung vom Staat erhalten.

Spahn schließt Impfpflicht ausdrücklich aus

Gesundheitsminister Spahn hat vor der Bundespressekonferenz erneut ausdrücklich betont, dass es keine Grippe-Impfpflicht gebe. Die Bundesregierung sei sehr klar, dass es sich um ein Angebot handelt. Allerdings werde vor allem den Risikogruppen dringend empfohlen, sich impfen zu lassen.

RKI-Chef Wieler schätzt Gefahr durch Corona als „nicht höher als im Frühjahr“ ein

Lothar Wieler, Chef des Robert-Koch-Instituts, schätzt die aktuelle Gefahr durch das Coronavirus derzeit als „nicht höher als im Frühjahr“ ein. Den Infektionszahlen stehe ein besseres Wissen über Sars-CoV-2 und seine Wirkung gegenüber, sagte Wieler vor der Bundespressekonferenz. Das Virus habe sich nicht so verändert, dass es schwerere Erkrankungen auslöse als bisher bekannt. Allerdings sei es dringend nötig, alle Schutzmaßnahmen und Hygieneregeln weiter sorgsam zu beachten, um einen exponentiellen Anstieg der Neuinfektionen zu verhindern. Trotz seiner Einschätzung sei die aktuelle Corona-Situation besorgniserregend. Vor allem die Gesundheitsämter kämen bei der Kontaktpersonenverfolgung schon jetzt kaum noch hinterher, wie Gesundheitsminister Spahn ergänzte.

Hilfe für stark betroffene Wirtschaftsbereiche soll verbessert werden

Der Bund will Hilfsmaßnahmen für besonders von der Corona-Pandemie betroffene Branchen verbessern. Die angesichts steigender Infektionszahlen geplanten Einschränkungen würden dazu führen, dass einige Wirtschaftsbereiche auch in den kommenden Monaten erhebliche Einschränkungen ihres Geschäftsbetriebes hinnehmen müssten, heißt es im Entwurf für die Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Länder am Nachmittag. Deshalb werde der Bund „Hilfsmaßnahmen für Unternehmen verlängern und die Konditionen für die hauptbetroffenen Wirtschaftsbereiche verbessern“, heißt es.

Spahn: Dosen für die Grippeimpfung nicht knapp

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist dem Eindruck entgegengetreten, dass der Impfstoff für die empfohlenen Grippeimpfungen knapp seien. Vor der Bundespressekonferenz in Berlin sagte der Minister, es sei völlig normal, dass die Impfdosen nach und nach produziert und ausgeliefert würden. Es sei ein gutes Zeichen, dass sich bereits so viele Menschen hätten impfen lassen, dass derzeit nicht jeder sofort eine Impfung erhalte. Dies werde sich aber praktisch jederzeit ändern. Sollte es gelingen, dass im kommenden Jahr 26 Millionen Deutsche gegen die Grippe geimpft sind, „dann bin ich ein glücklicher Gesundheitsminister“, so Spahn wörtlich. In dieser Zahl habe der Bund Dosen bestellt. „So viele Impfdosen standen noch nie zuvor in Deutschland für die Grippeimpfung zur Verfügung“, sagte Spahn. 

Gesundheitsminister Jens Spahn lässt sich gegen die Grippe impfen

Gesundheitsminister Jens Spahn lässt sich in der Berliner Charité gegen die Grippe impfen. Der Bund empfiehlt angesichts der Corona-Pandemie eine Grippeimfung in diesem Jahr besonders.

© Hannibal Hanschke / AFP

Bund schlägt Begrenzung der Teilnehmerzahl bei Familienfeiern vor

Der Bund plädiert dafür, die Zahl der Teilnehmer bei privaten Feiern sowie bei öffentlichen Veranstaltungen spätestens dann zu beschränken, wenn es 35 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Region innerhalb einer Woche gibt. Wann die Sperrstunde beginnen soll und wie viele Teilnehmer bei Feiern im Familien- und Freundeskreis zugelassen sein sollen, wird in dem der Nachrichtenagentur DPA vorliegenden Entwurf für die die Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Länder offen gelassen.

Bund und Länder: Maskenpflicht ausweiten, mehr Kontaktbeschränkungen, Verzicht auf Reisen

Der Bund will eine ergänzende Maskenpflicht und eine Sperrstunde in der Gastronomie schon dann einführen, wenn die Zahl der Neuinfektionen 35 pro 100.000 Einwohner in einer Region innerhalb einer Woche überschreitet. Diese Maskenpflicht soll dort eingeführt werden, wo Menschen dichter oder länger zusammenkommen, heißt es in einem der Nachrichtenagentur DPA vorliegenden Entwurf für die Beschlussvorlage der Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Länder am Nachmittag. Laut der Vorlage soll zudem geplant sein, die Kontaktbeschränkungen wieder auszuweiten. Bürger aus Corona-Hotspots sollen zum Verzicht auf Reisen aufgerufen werden, heißt es in der Vorlage weiter.

Erstmals seit April mehr als 5000 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwochmorgen erstmals seit April mehr als 5000 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Insgesamt belief sich die Zahl laut RKI auf 5132. Das waren mehr als 1000 Fälle mehr als noch am Vortag. Der letzte Höchstwert seit April waren 4721 neu nachgewiesene Fälle am Samstag gewesen.

Am Mittwoch vergangener Woche hatten die Gesundheitsämter dem RKI 2828 Neuinfektionen mitgeteilt. Zuletzt waren Mitte April die Zahlen so hoch wie aktuell. Allerdings sind die Werte nicht miteinander vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird – und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden. Das RKI schreibt zur momentanen Situation: „Aktuell ist ein beschleunigter Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten. Daher wird dringend appelliert, dass sich die gesamte Bevölkerung für den Infektionsschutz engagiert.“ Der Anteil der Covid-19 Fälle nehme in der älteren Bevölkerung leicht zu. Senioren gelten in der Regel als anfälliger für eine schwere Corona-Erkrankung als Jüngere.

Weil setzt bei Corona-Treffen auf für Bürger überzeugenden Kurs

Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil (SPD) setzt bei den Corona-Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten auf einen Kurs, der die Bürger überzeugt. „Zur Eindämmung des Infektionsgeschehens sind wir vor allem auf die Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger angewiesen“, sagte Weil vor dem Treffen in Berlin an diesem Mittwoch. „Politische Vorgaben und Regeln können ein vorsichtiges und umsichtiges Verhalten nicht ersetzen.“ Allerdings müsse die Politik dort, wo es nötig ist – wie beispielsweise bei der Begrenzung von privaten Feiern – auch klare Regeln aufstellen. „Insofern hoffe ich, dass die Bund-Länder-Gespräche zu einem gemeinsamen und auch für die Bürger überzeugenden Kurs in der vor uns liegenden schwierigen Zeit beitragen werden“, sagte Weil. Kanzlerin und Ministerpräsidenten kommen an diesem Mittwoch erstmals seit Mitte Juni wieder im Kanzleramt zusammen und tagen nicht per Videokonferenz.

Corona-Masken in Japan nun auch in Getränkeautomaten 

Abends aus dem Haus gegangen und Maske vergessen? In Japan kein Problem. Nicht nur in Japans überall präsenten 24-Stunden-Supermärkten gibt es Masken und Desinfektionsmittel zu kaufen. Ab diesem Monat bietet der Getränkekonzern DyDo angesichts der andauernden Coronavirus-Pandemie Gesichtsmasken sowie Feuchttücher zum Desinfizieren auch in Getränkeautomaten an, wie eine Unternehmenssprecherin in Osaka der Nachrichtenagentur DPA am Mittwoch mitteilte. Geplant sei, rund 3000 Getränkeautomaten im Land mit den Masken und Tüchern auszurüsten – einsortiert neben den üblichen Getränken wie Tee und Kaffee. Die Gesichtsmasken werden im Zweierpack und Desinfektionstücher zu je zehn per Tüte angeboten.

Facebook verbietet Anzeigen gegen Impfungen

Facebook will alle Anzeigen auf seinen Seiten verbieten, die sich gegen Impfungen aussprechen. Dies kündigte der Internetkonzern am Dienstag an. Die Corona-Pandemie zeige, wie wichtig „vorbeugendes Verhalten“ zum Schutz der Gesundheit sei, betonte der Konzern. Facebook will nach eigenen Angaben aber weiterhin solche Anzeigen zulassen, die bestimmte Maßnahmen von Regierungen im Zusammenhang mit Impfungen kritisieren. An Impfstoffen gegen das Coronavirus wird derzeit weltweit unter Hochdruck geforscht. Den Betreibern der großen Onlinenetzwerke wird immer wieder vorgeworfen, Impfgegnern eine weite Verbreitung ihrer Botschaften zu ermöglichen.

Nachrichten von Dienstag, den 13. Oktober 2020

US-Pharmakonzern unterbricht Erprobung von Antikörpertherapie

Der US-Pharmakonzern Eli Lilly hat die Erprobung einer Antikörpertherapie zur Behandlung von Covid-19-Erkrankungen pausiert. Damit sei das Unternehmen der Empfehlung einer unabhängigen Expertengruppe gefolgt, die unter anderem die Patientensicherheit während klinischen Studien überwacht, wie ein Sprecher am Dienstag mitteilte. Zu den Gründen für die Vorsichtsmaßnahme machte er keine Angaben. Die Erprobung der Antikörpertherapie wird vom Nationalen Institut für Allergien und Infektionskrankheiten gefördert. Beim weltweiten Wettlauf um die Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten gegen das Virus Sars-CoV-2 gibt es immer wieder Rückschläge. Am Montag gab der Pharmakonzern Johnson & Johnson bekannt, dass er seine Impfstoff-Studie wegen einer ungeklärten Erkrankung eines Probanden vorübergehend unterbrochen habe.

Niederlande im „Teil-Lockdown“: Gaststätten zu und Maskenpflicht

Die Niederlande haben die Corona-Maßnahmen drastisch verschärft. Ministerpräsident Mark Rutte kündigte am Dienstag in Den Haag einen „Teil-Lockdown“ an. Kneipen, Cafés und Restaurants werden geschlossen, und der Verkauf von Alkohol wird ab 20 Uhr verboten. Außerdem dürfen die Bürger nur noch maximal drei Gäste pro Tag in ihren Wohnungen empfangen und sollen Bus und Bahn nur noch in dringenden Fällen nutzen. Premier Rutte kündigte auch eine allgemeine Maskenpflicht an für alle öffentlichen Räume wie Geschäfte, Museen oder Bibliotheken, bisher war dies nur eine dringende Empfehlung. „Es liegt nun an uns allen selbst“, sagte der Premier in der live im TV ausgestrahlten Pressekonferenz. „Seien Sie realistische Niederländer und übernehmen Sie Verantwortung.“  

Bericht: 600 Corona-Infizierte an belgischer Uni

600 Studierende haben sich auf dem Uni-Campus der belgischen Stadt Ottignies-Louvain-la-Neuve nach Medienberichten mit dem Coronavirus infiziert. Das entspricht einem Anteil von zwei Prozent der dort eingeschriebenen Studierenden, wie der Fernsehsender VRT bereits am Montag berichtete. „Wir haben viel getan, um die Studierenden für die Folgen ihres Verhaltens zu sensibilisieren, aber dennoch hat es nicht geholfen“, sagte der Vize-Direktor der Universität, Philippe Hiligsmann, VRT. Die Mitarbeiterin der Universität Anne-Sophie Masureel betonte zudem, dass die Studierenden sich in den Hörsälen an die Abstandsregeln und die Maskenpflicht hielten. Masureel vermutet, dass es vor allem in der Freizeit der Studierenden zu Ansteckungen gekommen sei.

Irland nimmt Milliarden für Corona-Schäden und Brexit in die Hand

Zur wirtschaftlichen Bewältigung der Corona-Pandemie und des Brexits nimmt Irland für das kommende Jahr den größten Haushalt seiner Geschichte auf. 17,5 Milliarden Euro sollen in Maßnahmen fließen, mit denen die Folgen von Covid-19 und des Brexits abgemildert werden sollen, wie der irische Finanzminister Paschal Donohoe in Dublin erklärte. Der Haushalt für 2021 sei „der größte in der Geschichte des Staates“, sagte Donohoe. In ihrer Kalkulation geht die Regierung dabei von einem Brexit ohne Handelspakt mit der EU aus sowie von dem Szenario, dass auch im kommenden Jahr noch kein Impfstoff gegen das Coronavirus verfügbar sein wird. 

Bundespolizei meldete zuletzt mehr als 1100 Maskenverweigerer

Zwischen dem 12. September und dem 12. Oktober hat die Bundespolizei den Gesundheitsämtern 1124 Fälle gemeldet, bei denen Menschen in Zügen oder Bahnhöfen keinen Mund-Nasen-Schutz trugen. Das teilte das Bundespolizeipräsidium in Potsdam mit. Für das weitere Vorgehen nach den Landesregelungen und für die Verhängung möglicher Bußgelder sind die örtlichen Gesundheitsämter zuständig. Die Bundespolizei leitet festgestellte Verstöße an diese weiter. In 200 Fällen schlossen Beamtinnen und Beamte der Bundespolizei Reisende von der Weiterfahrt aus oder verwiesen sie des Bahnhofs. 

Merkel mahnt Respekt für Corona-Schutzregeln an

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Disziplin bei der Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen angemahnt. „Ich beobachte mit großer Sorge die erneut ansteigenden Infektionszahlen eigentlich in fast allen Teilen Europas“, sagte Merkel in einer Videoansprache vor dem europäischen Ausschuss der Regionen. „Wir dürfen jetzt nicht das verspielen, was wir in den letzten Monaten durch Einschränkungen erreicht haben.“     

Die Kanzlerin äußerte sich einen Tag vor den neuen Corona-Beratungen mit den Regierungschefs der Bundesländer. „Uns allen sind diese Einschränkungen nicht leicht gefallen“, sagte sie vor den Vertretern europäischer Regionen. „Viele Menschen haben ihr Leben verloren, und deshalb ist es umso wichtiger, dass wir jetzt dafür Sorge tragen, dass nicht ein weiterer Lockdown vonnöten sein wird.“  Merkel mahnte zur Vernunft: „Wir müssen zeigen, dass wir unsere Lektion gelernt haben“, sagte sie. „Und wir müssen die Menschen in Europa bitten, vorsichtig zu sein, die Regeln einzuhalten.“ Es müsse das getan werden, „was wir tun können, um das Virus einzudämmen und trotzdem unsere wirtschaftliche Tätigkeit aufrecht  zu erhalten“. 

Viel Kritik an Partyverbot in Italien

Ein neu erlassenes Partyverbot im Anti-Corona-Kampf ist in Italien auf Kritik der rechten Opposition und in sozialen Netzwerken gestoßen. Auf Twitter griffen Nutzer zu Hashtags wie „#Stasi“ und „#Orwell“, um gegen die nach ihrer Meinung zu starken Eingriffe ins Privatleben zu protestieren. Die Kritiker zogen so Vergleiche zu Spitzelpraktiken der früheren DDR-Geheimpolizei Stasi und zum Roman „1984“ des Autors George Orwell über einen Überwachungsstaat. Manche warnten vor einer Welle von Anzeigen unter Nachbarn.

Die Regierung hat ihr Dekret mit neuen Schutzmaßnahmen gegen die Pandemie am Dienstag publiziert. In dem rund 20-seitigen Text heißt es, private Feiern an „Örtlichkeiten drinnen und draußen“ seien verboten. Feierlichkeiten nach Zeremonien, etwa Hochzeiten und Beerdigungen, müssten auf 30 Teilnehmer beschränkt werden. Tanzlokale blieben zu. Außerdem empfiehlt die Regierung den rund 60 Millionen Bürgern, daheim auf alle Abendessen und andere Treffen mit mehr als sechs Gästen aus anderen Haushalten zu verzichten.

Neue DOSB-Studie: Mehrheit der Spitzenverbände fürchten um Existenz

Nach einer neuen Studie des Deutschen Olympischen Sportbundes zu den Corona-Schäden im deutschen Sport stehen besonders die Spitzenverbände vor einer existenziellen Herausforderung. Im Falle eines Anhaltens der Pandemie sehen die Hälfte der DOSB-Verbände bis Ende 2021 ihre Existenz als gefährdet an. Bei den Spitzenverbänden ist die Furcht sogar viel größer: 67 Prozent von ihnen fürchten auf der Strecke zu bleiben. „Da liegt die Quote derer, die sagen, wir sind auf der absolut sicheren Seite nach heutiger Einschätzung nur noch bei einem Drittel“, sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann der Nachrichtenagentur DPA.

Coronakrise: Bundestagspräsident Schäuble verteidigt Kompetenzen der Länder 

Kurz vor der Konferenz der Ministerpräsidenten im Kanzleramt hat Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) die Zuständigkeit der Länder in der augenblicklichen Corona-Lage verteidigt. „Der Föderalismus bewährt sich. Man kann das Infektionsgeschehen nicht generell über einen Kamm scheren, dafür ist etwa die Lage in einem Dorf im Schwarzwald und Berlin-Mitte zu unterschiedlich“, sagte Schäuble der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Generell müsse man die Entwicklung der Infektionszahlen ernst nehmen, die Situation in den Nachbarländern zeige, was auf Deutschland zukommen könne. „Unser Ziel muss bleiben, Kitas, Schulen und Wirtschaft offen zu halten“, sagte der Bundestagspräsident. Schäuble sieht weiter eine breite Mehrheit in der Bevölkerung, die die Einschränkungen in der Krise mitträgt. Die meisten Menschen hielten sich an Abstandsregeln und Maskenpflicht.

IWF: Einbruch der Weltwirtschaft weniger dramatisch als befürchtet

Die Weltwirtschaft dürfte den Corona-Schock nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) etwas besser verkraften als zunächst befürchtet. In diesem Jahr sei mit einem Einbruch der Wirtschaftsleistung um rund 4,4 Prozent zu rechnen, hieß es am Dienstag in einer neuen IWF-Prognose. Damit hob der Währungsfonds seine Vorhersage vom Juni um 0,8 Prozentpunkte an. „Wir gehen von einer etwas weniger heftigen, aber immer noch tiefen Rezession aus“, erklärte IWF-Chefvolkswirtin Gita Gopinath.

Dank beispielloser Konjunkturhilfen und geldpolitischer Unterstützung hätten die großen Volkswirtschaften die Folgen der Coronakrise im zweiten Quartal besser bewältigt als angenommen, so Gopinath. Eine Wiederholung einer „Finanzkatastrophe“ wie während der letzten großen Weltwirtschaftskrise der Jahre 2008 und 2009 habe dadurch bislang verhindert werden können. Allerdings bleibt der Ausblick trübe. Die Erholung ab kommendem Jahr werde „langsam, ungleich, unsicher und anfällig für Rückfälle“ sein, betonte der Währungsfonds.

Fast jeder Zweite ändert Reisepläne wegen Beherbergungsverbot

Eine knappe Mehrheit der Bundesbürger ändert wegen des umstrittenen Beherbergungsverbots ihre Reisepläne bis Jahresende. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Civey für den Fachdienst „Tagesspiegel Background Verkehr & Smart Mobility“ hervor. Demnach geben 45 Prozent an, ihre Pläne wegen der Reisebeschränken für Urlauber aus innerdeutschen Corona-Risikogebieten zu ändern. 42 Prozent ändern ihre Pläne nicht, 13 Prozent sind unentschieden.

Vor allem Stadtbewohner stornieren massenhaft, da vor allem Metropolen zunehmend zu den Risikogebieten zählen. Außerdem zeigen sich Unterschiede zwischen Jüngeren und Älteren. Bei den 18- bis 29-Jährigen ändern 37 Prozent ihre Urlaubspläne, bei den über 65-Jährigen sind es dagegen mehr als 50 Prozent. „Unentschieden“ antwortet in allen Altersgruppen mindestens jeder Achte.

Studie: Längere krankheitsbedingte Fehlzeiten bei Corona-Patienten

Corona-Patienten, die bereits im Frühjahr wegen einer wegen Covid-19 stationär behandelt werden mussten, haben auch danach oft bei der Arbeit krankheitsbedingt gefehlt. Das geht aus einer aktuellen Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervor. So lag der Krankenstand der betroffenen Beschäftigten in den ersten zehn Wochen nach ihrem Krankenhausaufenthalt mit 6,1 Prozent deutlich höher als bei der nicht infizierten Vergleichsgruppe mit gleicher Alters- und Geschlechtsstruktur. Da lag er bei 2,8 Prozent.

Von den insgesamt 27.300 AOK-versicherten Beschäftigten mit einer nachgewiesenen Sars-CoV-2-Infektion mussten mehr als 3.700 Menschen zwischen dem 1. März und dem 21. April 2020 stationär behandelt werden. „War (…) ein Krankenhausaufenthalt notwendig, ergaben sich auch weitere schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen, die über die akute Erkrankung hinausgingen“, sagte Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des WIdO. Im Durchschnitt fehlten die von Corona betroffenen Beschäftigten nach der Krankenhausentlassung 13,5 Tage. Die Vergleichsgruppe wies dagegen nur Fehlzeiten von im Schnitt 9,4 Tagen auf.

Studie: Kinderbetreuung in Corona-Zeiten meist von Müttern geschultert

Auch bei einer ähnlichen beruflichen Belastung haben während des Corona-Lockdowns im Frühjahr meist die Mütter die Kinderbetreuung geschultert. Eine Studie des Nationalen Bildungspanels zeigt zudem, dass fast ein Drittel der älteren Schulkinder um die 14 Jahre sich überwiegend selbst überlassen blieb. Was dies mit Blick auf die Herausforderungen des Homeschoolings für Folgen habe, müsse in weiteren Untersuchungen analysiert werden, teilte das am Bamberger Leibniz-Institut für Bildungsverläufe beheimate Bildungspanel mit.

Das Zusammenspiel von Kinderbetreuung und Beruf habe ab Mitte März für mehr als vier Millionen berufstätige Eltern aufgrund von pandemiebedingten Schul- und Kitaschließungen schlagartig nicht mehr funktioniert, erläuterten die Forscher. „Die Daten zeigen, dass auch in der Krise vor allem Müttern die zentrale Rolle bei der Betreuung zukam. Bei allen untersuchten Familien betreuten Mütter ihre Kita- oder Schulkinder während der Pandemie häufiger alleine als Väter.“

Verfassungsschutzchef Haldenwang positiv auf Corona getestet

Verfassungsschutzpräsident Thomas Haldenwang wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Das teilte das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) auf Anfrage mit. Auf Nachfrage ergänzte eine Sprecherin, Test und Ergebnis seien vom Montag. Zuvor hatten der „Tagesspiegel“ und die „Bild“ über die Infektion berichtet. 

Haldenwang führe die Amtsgeschäfte von zuhause weiter, teilte der Verfassungsschutz mit. „Die Arbeitsfähigkeit des BfV ist vollumfänglich sichergestellt, da das BfV auf derartige Vorkommnisse vorbereitet ist“, so die Behörde. So sei schon zu Beginn der Pandemie ein Krisenstab eingerichtet worden. Der heute 60-jährige Haldenwang führt seit rund zwei Jahren den deutschen Inlandsnachrichtendienst.

Kretschmann setzt weiter auf Beherbergungsverbot

Vor der Ministerpräsidentenkonferenz mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel hält der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Beherbergungsverbot für Reisende aus Krisengebieten fest. „Ich habe gerade eine Aussetzung des Beherbergungsverbots gestoppt“, sagte Kretschmann in Stuttgart vor Journalisten. Es gehe nun darum, das Infektionsgeschehen zu verlangsamen und eine Ausbreitung zu verhindern.    

„Wir haben das Virus nur im Griff, wenn wir in der Lage sind, Infektionsketten lokal nachzuverfolgen“, sagte Kretschmann. Auch der baden-Württembergische Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) erklärte, es sei zwar bekannt, dass Hotels bei Infektionen keine Hotspots darstellten. Es gehe aber beim Beherbergungsverbot darum, den Anreiz zu Mobilität zu verringern.

Söder lehnt Debatte über längere Weihnachtsferien wegen Corona ab

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat Überlegungen zu einer Verlängerung der Weihnachtsferien wegen Corona zurückgewiesen. „Nee“, sagte Söder nach einer Kabinettssitzung in München zu einem entsprechenden Vorschlag einzelner Unionspolitiker. „Wir reden jetzt darüber, wie wir Unterricht gestalten können“, betonte er. Die Zeit sei nicht einfach, und man werde in den kommenden Wochen und Monaten schauen, wie es weitergehe. Schule sei schon anstrengend genug – da sei es jetzt jedenfalls nicht die Zeit, über Ferienverlängerungen zu reden und damit mit „zusätzlichen Dingen“ für Verunsicherung zu sorgen.

Söder: Nächste vier Wochen sind im Kampf gegen Corona entscheidend

Im Kampf gegen die sich wieder verschärfende Coronakrise sind nach Ansicht von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder die kommenden vier Wochen entscheidend für Deutschland. „Wir müssen jetzt Corona ausbremsen, bevor wir eine echte Notbremsung machen müssen“, sagte der CSU-Chef nach einer Sitzung der Landesregierung in München. Söder sprach sich dafür aus, dass es eine erweiterte Maskenpflicht in ganz Deutschland brauche, mit mehr Maske könne die Pandemie besser unter Kontrolle gehalten werden. Auch private Feiern müssten in den kommenden Wochen runtergefahren werden.

Söder betonte, Bund und Länder müssten an diesem Mittwoch auf der Konferenz der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin einen gemeinsamen Regelungskanon beschließen, um auch die Bevölkerung für die kommenden Wochen zu motivieren. „Wir müssen der Wahrheit ins Auge schauen, wir sind in einer sehr ernsten Lage. Wir sind kurz davor, die Kontrolle zu verlieren“, sagte Söder. Dies zeige sich in vielen Nachbarländern „überall um uns herum gibt es extrem negative Anzeichen“. Es sei „fünf vor 12“, noch könnten gemeinschaftlich die Weichen gestellt werden, sonst drohe es außer Kontrolle zu geraten, sagte Söder. Ein zweiter Lockdown müsse verhindert werden. 

Leopoldina-Präsident fordert klare, gemeinsame Anti-Corona-Maßnahmen

Der Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Gerald Haug, hat Bund und Länder eindringlich zu klaren und einheitlichen Anti-Corona-Maßnahmen aufgefordert. Mit Blick auf die bevorstehende Konferenz der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte Haug nach Beratungen mit dem bayerischen Kabinett in München, dort müssten Weichen gestellt werden, um die Zahl der Neuinfektionen einzudämmen. Dort würden „die Weichen gestellt, ob wir unter 20.000 Neuinfektionen bleiben können“, mahnte er. In Nachbarländern sei die Entwicklung schon „unkontrolliert weggelaufen“. Deshalb gebe es die große Bitte der Wissenschaft, es zu schaffen, mit einheitlichen Regeln verantwortlich durch Herbst und Winter zu kommen.

Airbus verzichtet in Deutschland bis März auf Kündigungen

Die deutschen Airbus-Standorte werden bis Ende März keine betriebsbedingten Kündigungen aussprechen. Das sei ein Ergebnis der Verhandlungen zwischen den Sozialpartnern, teilte ein Airbus-Sprecher in Hamburg mit. Zunächst hatten das „Stader Tageblatt“ und das „Hamburger Abendblatt“ darüber berichtet. Für die Airbus-Beschäftigten bedeutet dieser Zwischenschritt allerdings keine völlige Entwarnung: Der Job-Abbau bei dem Flugzeughersteller geht weiter – über Abfindungen, Altersteilzeitmodelle, Transfergesellschaften und andere freiwillige Regelungen. Zu betriebsbedingten Kündigungen könnte es im kommenden Jahr kommen, je nach dem dann erreichten Personalstand und der Lage der Branche und des Unternehmens.

Polens Regierungschef Morawiecki muss in Quarantäne

Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki muss sich nach einem Kontakt mit einem Covid-19-Infizierten in Quarantäne begeben. „Die Regierung arbeitet normal weiter, ich bin in ständigem Kontakt mit allen Mitarbeitern und allen Diensten“, schrieb Morawiecki auf Facebook. Er appellierte an die Bürger, Verantwortungsbewusstsein zu zeigen. In einer Mitteilung von Morawieckis Kanzlei hieß es, der Regierungschef habe mit der fraglichen Person am 9. Oktober Kontakt gehabt. Bei Morawiecki sei kein Covid-19 diagnostiziert worden, er zeige auch keine Symptome.

Minister Laumann: NRW wird Beherbergungsverbot nicht umsetzen

Nordrhein-Westfalen wird das umstrittene Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Risikogebieten auch weiterhin nicht umsetzen. Das kündigte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) in Düsseldorf an. Solche Verbote machten nach seinem Wissen „keine Sinn, weil sie nicht dazu beitragen, die Ansteckungsketten zu verlangsamen“.

Wie bei der Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch eine Einigung in der Frage gefunden werden solle, wisse er auch nicht, sagte Laumann. Es gebe aber inzwischen auch aus der Medizin Wortmeldungen zum Thema Beherbergungsverbote, die die Position Nordrhein-Westfalens bestärkten. 

Bundesregierung schlüsselt Kosten für Corona-Warn-App auf

Die Kosten für die Entwicklung und den Betrieb der Corona-Warn-App des Bundes werden sich trotz der Erweiterung für einen Datenaustausch mit anderen europäischen Ländern nicht erhöhen. Das geht aus eine Stellungnahme des Bundesgesundheitsministeriums an die Mitglieder des Digitalausschusses hervor, die der Nachrichtenagentur DPA vorliegt.

Die Kosten für die initiale Entwicklung durch Europas größten Softwarekonzern SAP fielen dabei fast vier Millionen Euro niedriger aus als ursprünglich kalkuliert. Ursprünglich hatte die Bundesregierung mit 11 Millionen Euro gerechnet, abgerechnet wurden aber nur 7,15 Millionen Euro. Entwicklungspartner T-Systems erhielt 7,8 Millionen Euro für die IT-Infrastruktur und den Aufbau der beiden Hotlines, bei denen Anwender Fragen zur Technik stellen und Positiv-Meldungen verifizieren lassen können. An monatlichen Kosten fallen bei T-Systems zwischen 2,5 und 3,5 Millionen Euro an. 

Nach Berechnungen des fraktionslosen Bundestagsabgeordneten Uwe Kamann laufen damit bis Ende 2021 Gesamtkosten von 67,45 Millionen Euro auf. Dazu kämen die Kosten für das Marketing. Der IT-Unternehmer war für die AfD in den Bundestag eingezogen und gehört inzwischen der Partei LKR (Liberal-Konservative Reformer) an. Zum Start der Corona-Warn-App hatte das Finanzministerum mit Kosten von bis zu 69 Millionen Euro kalkuliert. Die Anwendung wurde in den App-Stores von Apple und Google inzwischen mehr als 18,4 Millionen Mal heruntergeladen. Experten schätzen, dass rund 15 Millionen Menschen in Deutschland die App aktiv nutzen. 

FDP: Vorschlag für längere Winterferien Unsinn

FDP-Fraktionsvize Christian Dürr hat einen Vorschlag von Unionsabgeordneten, als Schutzmaßnahme gegen Corona-Infektionen die Winterferien zu verlängern, als Unsinn bezeichnet. Dürr sagte der Nachrichtenagentur DPA am Dienstag: „Eine kurzfristige Verlängerung der Winterferien würde die Planung von Millionen Familien kaputtmachen. In diesem Jahr gab es genug Schulausfall. Die Kinder müssen die Inhalte nachholen und das dürfen wir nicht immer weiter nach hinten verschieben.“ In Wahrheit wolle die Union nur davon ablenken, dass sie seit einem halben Jahr kein Konzept für die Schulen in der Coronakrise habe. Statt solch absurder Ideen sollten CDU und CSU lieber daran arbeiten, die digitale Bildung zu verbessern.“

Berlin macht Jagd auf Corona-Hilfe-Betrüger

Nach scharfer Kritik an der Auszahlung von Corona-Soforthilfen fast ohne Prüfung bemüht sich das Land Berlin um Schadensbegrenzung. Wie die Berliner Staatsanwaltschaft auf Anfrage des Wirtschaftsmagazins CAPITAL (Ausgabe 11/2020, EVT 15. Oktober) bestätigte, wurde in der Behörde eine Sonderermittlungsgruppe eingerichtet, die Missbrauch und Betrug bei den Hilfen verfolgt. In der Gruppe seien „sechs Staatsanwältinnen und Staatsanwälte unter der Leitung einer Oberstaatsanwältin“ zusammengezogen worden, sagte eine Sprecherin. Ziel sei es, „in diesem Verfahrenskomplex zügig voranzukommen“. Nach Angaben der Sprecherin wurde bereits in mehr als 300 Verfahren veranlasst, Vermögen von Empfängern der Hilfen abzuschöpfen. Bundesweit waren zu Beginn der Coronakrise im Frühjahr Tausende Fälle bekannt geworden, in denen Soloselbstständige und Kleinunternehmer zu Unrecht Corona-Zuschüsse beantragt und erhalten hatten.

Gerresheimer liefert bald erste Verpackungen für Corona-Impfungen aus

Der Verpackungshersteller Gerresheimer rüstet sich für die Markteinführung von Corona-Impfstoffen. Erste Auslieferungen von Injektionsfläschchen an Pharmahersteller, die zukünftig ihre Wirkstoffe darin füllen werden, beginnen noch dieses Quartal, wie das Düsseldorfer Unternehmen am Dienstag mitteilte. Man habe Vorbestellungen im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich bekommen. 2021 sollen die Auslieferungen Fahrt aufnehmen.

Das börsennotierte Unternehmen mit fast 10.000 Mitarbeitern weltweit ist ein Zulieferer für die Pharmaindustrie. Neben Hustensaft-Fläschchen stellt es unter anderem auch Spritzen sowie Insulin-Pens und Asthma-Inhalatoren her. Die Pharmabranche arbeitet derzeit mit Hochdruck an der Entwicklung von Corona-Impfstoffen. Marktreif ist in Europa noch keiner, im Winter oder vielleicht erst im Frühjahr könnte sich das ändern. Wenn grünes Licht kommt für den Verkauf der Impfstoffe, wollen die Pharmafirmen vorbereitet sein – daher haben sie bereits beim Zulieferer Gerresheimer Injektionsfläschchen geordert.

Schwesig gegen Lockerung des Beherbergungsverbots – für mehr Strenge

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig ist gegen eine Lockerung des Beherbungsverbots für Touristen aus Corona-Risikogebieten. „Ich bin nicht dafür: Rein in die Kartoffeln, raus aus die Kartoffeln“, sagte die SPD-Politikerin am Dienstag im ARD-„Morgenmagazin“. Mecklenburg-Vorpommern werde bei der Ministerpräsidentenkonferenz an diesem Mittwoch mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auch nicht bei einer Aufweichung mitmachen.

Schwesig sagte: „Wir brauchen eine klare, stringente Linie. Die kann in einer Zeit, wo die Zahlen immer mehr in Deutschland steigen, nicht Lockerung sein.“ Schwesig sprach sich stattdessen für strengere Regeln aus, „insbesondere in Risikogebieten“.

Die SPD-Frau erklärte: „Wir sind mit unseren strengen Regeln von Anfang an in der Corona-Zeit gut gefahren. Wir haben die niedrigsten Infektionszahlen, obwohl wir drei Mal so viele Touristen beherbergt haben, wie wir eigentlich Menschen im Land sind. Das zeigt, dass unsere Regeln gut funktionieren.“ 

Mecklenburg-Vorpommern hat vergleichsweise strenge Regeln für Touristen. Neben einem aktuellen negativen Corona-Test schreibt die Corona-Landesverordnung weiterhin eine 14-tägige Quarantäne unmittelbar nach der Einreise vor.

Montgomery fordert für Risikogebiete „Ausreisekontrollen“

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hat das Beherbergungsverbot in vielen Bundesländern für Urlauber aus Corona-Risikogebieten heftig kritisiert. „Das halte ich für völligen Unsinn“, sagte Montgomery im Deutschlandfunk. Zumal Arbeits-, Familien- und nicht touristische Besuche ja erlaubt seien. „Nun erklären sie dem Virus mal, was der Unterschied zwischen einem Touristen und einem Manager ist“, sagte Montgomery.

Man müsse stattdessen dort ansetzen, wo die Infektionszahlen stark angestiegen seien. Es müsse eine „Ausreisekontrolle“ bei Reisen aus diesen Risikogebieten geben. „Davor scheut sich aber die Politik und kommt jetzt mit allen möglichen absurden Vorschlägen.“ Montgomery wandte sich auch gegen den Vorschlag zweier Unions-Politiker, die Winterferien an den Schulen zu verlängern. „So ein Quatsch“, sagte der Mediziner. Damit verunsichere man nur Schüler, Eltern und Lehrer.

Italien verschärft Coronaschutz: Partys werden eingeschränkt

Die italienische Regierung verschärft die Schutzmaßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie weiter. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete, schränkt Rom vor allem private Partys drinnen und draußen stark ein. Das gehe aus einem Dekret hervor, das Ministerpräsident Giuseppe Conte unterzeichnet habe.

In Lokalen und Discos sind danach Partys verboten. Feste nach Zeremonien, etwa Hochzeiten, würden auf 30 Teilnehmer beschränkt. Außerdem empfehle die Regierung den rund 60 Millionen Bürgern, auch daheim auf alle Abendessen und andere Treffen mit mehr als sechs haushaltsfremden Teilnehmern ganz zu verzichten.

Die neuen Regeln sollen laut Ansa zunächst für 30 Tage gelten. Restaurants und Bars müssen danach künftig um Mitternacht schließen. Ab 21 Uhr sei es verboten, dass Gäste im Stehen vor Lokalen essen und trinken. Damit sollen abendliche Menschentrauben vor Bars vermieden werden. Die Regierung verbiete auch Schulausflüge. Der Kontaktsport für Amateure, etwa beim Fußball, werde eingeschränkt.

Leverkusen und Gelsenkirchen überschreitet Warnstufe in der Corona-Pandemie

Mit Leverkusen und Gelsenkirchen haben zwei weitere Großstädte in Nordrhein-Westfalen eine wichtige Warnstufe in der Corona-Pandemie überschritten. In den vergangenen sieben Tagen habe es in der Bayer-Stadt 62,3 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gegeben, hieß es auf der Webseite des Robert-Koch-Instituts (RKI) am Dienstagmorgen. Die Schwelle liegt bei 50 – sie wurde also deutlich übersprungen, am Montag waren es nach Angaben der Stadt nur 44,6 gewesen. Aus Sicht von Virologen ist Leverkusen damit wie so viele andere Städte auch ein „Corona-Risikogebiet“. Dies gilt nun auch für Gelsenkirchen, wo die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstag nach RKI-Angaben bei 58,9 lag. Bereits am Montagabend hatte die Landeshauptstadt Düsseldorf mitgeteilt, dass sie die Warnstufe ebenfalls überschritten habe. Dort lag der Wert am Dienstag bei 55. Weiterhin drüber sind zum Beispiel Köln (66), Duisburg (54,5) und Hamm (58,4).

Erneut mehr als 4000 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Nach einem Rückgang der Zahlen am Sonntag und Montag haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstagmorgen erneut mehr als 4000 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Insgesamt beläuft sich die Zahl laut RKI auf 4122. Am Donnerstag hatte die Anzahl neuer Infektionen mit 4058 erstmals seit April die 4000er-Grenze überschritten. Am Samstag waren es gar 4721 neu nachgewiesene Fälle. Am Montag waren 2467 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet worden. Erfahrungsgemäß liegen die erfassten Zahlen an Sonntagen und Montagen meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI weitergeben. Am Dienstag vor einer Woche waren es 2639 Fälle gewesen. Seit Beginn der Coronakrise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 329.453 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 13.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9634. Das waren 13 mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 279 300 Genesene.

Kassenarztchef: Schnelltests bei Veranstaltungen sind Science-Fiction

Der Chef des Kassenärzte-Verbandes, Andreas Gassen, hat Hoffnungen auf einen Einsatz von Antigen-Schnelltests bei Großveranstaltungen gedämpft. „Auch die angekündigten Antigen-Schnelltests sind kein Allheilmittel“, sagte der Kassenarztchef der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Die Vorstellung, wir machen bei 5000 Stadionbesuchern mal eben einen Schnelltest, bleibt Science-Fiction.“ Selbst bei den besten Schnelltests würden zwei bis zehn Infizierte von hundert Getesteten nicht erkannt. „Bei Massenveranstaltungen auf engem Raum wäre damit ein potenzielles Ansteckungsrisiko nicht sicher auszuschließen“, warnte Gassen.

Bei Antigen-Tests werden in Abstrichproben charakteristische Viren-Proteine erkannt. Die Methode gilt zwar als weniger zuverlässig als viele der bislang üblichen PCR-Tests auf Viren-Erbgut, dafür aber oft als schneller und günstiger. Erste Antigen-Tests für die Anwendung durch medizinisches Fachpersonal sind in Deutschland bereits auf dem Markt. Die Antigen-Schnelltests sollen laut Bundesgesundheitsministerium ab Mitte Oktober in Pflegeheimen und Krankenhäusern zum Einsatz kommen.

US-Pharmakonzern Johnson & Johnson unterbricht Corona-Studie

Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson hat seine Studie für einen künftigen Corona-Impfstoff wegen einer ungeklärten Erkrankung eines Probanden vorübergehend unterbrochen. Das teilte das Unternehmen am Montag (Ortszeit) mit. Die Erkrankung des Studienteilnehmers werde nun von einer unabhängigen Expertengruppe und von internen Ärzten geprüft und bewertet. Weitere Informationen zu dem erkrankten Probanden gab es zunächst unter Hinweis auf seine Privatsphäre nicht. Johnson & Johnson teilte zudem mit, es sei nicht immer sofort ersichtlich, ob ein Teilnehmer eine Studienbehandlung oder ein Plazebo erhalten habe. „Unerwünschte Ereignisse“ wie Krankheiten oder Unfälle seien zu erwartende Bestandteile jeder klinischen Studie.

Mann in den USA binnen anderthalb Monaten zwei Mal Corona-infiziert

Ein Mann in den USA hat sich im Abstand von nur etwa anderthalb Monaten zwei Mal mit dem neuartigen Coronavirus infiziert – und der Verlauf seiner zweiten Infektion war schwerer als beim ersten Mal. Dies geht aus einer am Dienstag im Fachmagazin „The Lancet Infectious Diseases“ veröffentlichten Studie hervor. Demnach musste der 25-Jährige aus dem Bundesstaat Nevada nach seiner zweiten Ansteckung ins Krankenhaus eingeliefert und beatmet werden. Der Mann infizierte sich der Studie zufolge mit zwei unterschiedlichen Varianten des Virus Sars-CoV-2. In der Untersuchung werden weltweit noch vier weitere Fälle genannt, in denen sich bereits mit dem Coronavirus infizierte Menschen ein zweites Mal ansteckten. Diese Fälle wurden in Belgien, den Niederlanden, Hongkong und Ecuador festgestellt. Es sei noch ungeklärt, wie lange die Immunität nach einer ersten Infektion mit dem neuartigen Virus andauere, erläuterte der Hauptautor der Studie, Mark Pandori. Doch zeige die Untersuchung, dass eine vorherige Infektion nicht unbedingt vor einer nochmaligen Ansteckung schützt. Dies bedeute, dass positiv Getestete „weiterhin Vorsichtsmaßnahmen ergreifen sollten“, darunter die physische Distanz zu anderen Menschen, das Tragen von Atemschutzmasken und das regelmäßige Händewaschen.

Tschechische Regierung ordnet Schließung von Bars und Restaurants an

Wegen des starken Anstiegs bei den Corona-Neuinfektionen in Tschechien hat die Regierung in Prag die Schließung von Restaurants und Bars angeordnet. Von Mittwoch an gälte außerdem ein Alkoholverbot im öffentlichen Raum, sagte Ministerpräsident Andrej Babis am Montag bei einer Pressekonferenz. Die Maßnahmen gelten zunächst bis zum 3. November. „Wir haben nur einen Versuch, und er muss erfolgreich sein“, sagte Babis, der eine Reihe weiterer Verschärfungen ankündigte. So dürfen sich ab Mittwoch nur noch maximal sechs Menschen treffen. Zudem werden nach den weiterführenden Schulen und den Universitäten auch die Grundschulen geschlossen, die Schüler sollen dann wieder digital unterrichtet werden. Gesundheitsminister Roman Prymula warnte, dass die Krankenhäuser an ihre Belastungsgrenzen geraten könnten, sollte es nicht gelingen, die Infektionswelle „binnen zwei oder drei Wochen“ zu stoppen. Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Tschechien war zuletzt rapide gestiegen. Am Montag meldete das Gesundheitsministerium einen Anstieg der seit Beginn der Pandemie gezählten Infektionsfälle auf mehr als 119.000. Die Zahl der Todesfälle belief sich auf 1045. Kinos, Theater, Museen und Galerien sind in Tschechien wegen des Infektionsgeschehens bereits seit Montag geschlossen. Auch alle Sportveranstaltungen wurden ausgesetzt. 

Nur 56 Anträge von Profisport-Vereinen für finanzielle Hilfe vom Bund

Nur 56 Profisportvereine haben bisher Anträge für finanzielle Unterstützung aus dem Corona-Soforthilfeprogramm des Bundes gestellt. Insgesamt wurden 16.893 698,27 Euro beantragt, berichten die „Stuttgarter Zeitung“ und die „Stuttgarter Nachrichten“ (Dienstagsausgabe). Diese Zahlen seien vom Bundesverwaltungsamt in Köln (Stand Montag) genannt worden. Ein Grund könnte das sehr bürokratische Verfahren sein, hieß es in dem Bericht. So könne die staatliche Hilfe zum Beispiel nur von einem vereidigten Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer beantragt werden, die Vereine müssen ihre Bilanzen offenlegen, zahlreiche Dokumente liefern und Nachweise erbringen, etliche Formulare ausfüllen.

Panama erlaubt wieder internationale Flüge

Auf dem größten Flughafen Mittelamerikas starten und landen erstmals nach rund sieben Monaten wieder internationale Passagierflüge. Als erster Flieger aus Europa nach Corona-bedingter Pause landete am Montag eine Maschine mit 158 Fluggästen aus Amsterdam auf dem Tocumen-Flughafen in Panama-Stadt, wie die Betreiber mitteilten. Mehr als 16,5 Millionen Passagiere nutzten den Flughafen im vergangenen Jahr. Er ist eine wichtige Drehscheibe in der Region. Panamas Präsident Laurentino Cortizo, der vor Ort war, schrieb bei Twitter, alle nötigen gesundheitlichen Maßnahmen würden ergriffen. Mit der Wiederaufnahme des Flugverkehrs in 20 Länder könnten auch 85 Prozent der Geschäfte in dem Flughafen wieder öffnen. Bei Ankunft wird ein negativer Corona-Test verlangt, der zum Zeitpunkt des Starts höchstens 48 Stunden alt sein darf. Für 50 US-Dollar (rund 42 Euro) kann im Flughafen ein Schnelltest gemacht werden.

 Nachrichten von Montag, den 12. Oktober

Mannschaft in Quarantäne: Zweitligist VfL Osnabrück beantragt Spielverlegung

 Der VfL Osnabrück hat bei der Deutschen Fußball Liga den Antrag auf Absetzung des für Sonntag geplanten Heimspiels gegen den SV Darmstadt 98 eingereicht. Das teilte der Fußball-Zweitligist am Montag mit. Nach den positiven Corona-Tests von zwei Lizenzspielern war für einen Großteil der Mannschaft behördlich eine 14-tägige Quarantäne angeordnet worden. Gemäß der Spielordnung ist eine Verlegung einer Partie möglich, sobald nicht mindestens 15 Spieler einsatzfähig sind. Es gebe keine weiteren positiven Befunde, hieß es vom Verein. Niemand zeige Krankheitssymptome.

Düsseldorf überschreitet Warnstufe

Düsseldorf hat die wichtige Warnstufe von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Heute sei ein Wert von 54,8 erreicht worden, teilte die Stadt mit. Die Stadt kündigte zusätzliche Schutzmaßnahmen in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt an. Diese sollten vor allem möglich machen, dass das Gesundheitsamt weiter die Kontaktpersonen nachverfolgen könne, hieß es. 

In der Stadt gelte nun auch auf Wochenmärkten eine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Statt bisher zehn dürften sich nur noch fünf Menschen im öffentlichen Raum zusammen aufhalten. Es gelte eine Sperrstunde für die Gastronomie von 1 Uhr nachts bis zum nächsten Morgen um 6 Uhr. Im Einzelhandel darf nur noch ein Kunde pro zehn Quadratmeter zugelassen werden. 

Spahn rechnet mit Impfbeginn gegen Corona im ersten Quartal 2021

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet innerhalb des nächsten halben Jahres mit ersten Corona-Impfungen in Deutschland. „Stand jetzt würde ich davon ausgehen, Stand heute 12.10., dass wir im ersten Quartal nächsten Jahres beginnen können“, sagte Spahn bei einer Videokonferenz des ifo-Instituts. Man setze auf mehrere Technologien und Hersteller. „Wenn alle Pferde ins Ziel kommen, werden wir viel zu viel Impfstoff haben“.

Spahn und Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) hatten bereits im September die Prognose abgegeben, dass Impfstoffe für erste Bevölkerungsgruppen in den ersten Monaten des nächsten Jahres, für die breite Masse der Bevölkerung allerdings vermutlich erst Mitte kommenden Jahres bereitstehen werden. Zunächst sollen Menschen mit Vorerkrankungen, ältere Menschen und Beschäftigte im Gesundheitswesen und in der Pflege zum Zuge kommen. Spahn betonte am Montag erneut, dass es sich bei Impfungen gegen Corona um freiwillige Impfungen handeln werde.

Rheinland-Pfalz verzichtet vorerst auf Beherbergungsverbot

Wegen des anhaltenden Streits um das Beherbergungsverbot verzichtet Rheinland-Pfalz vorerst auf die geplante Einführung dieser Regelung. Das Beherbergungsverbot werde nicht wie geplant am Dienstag in Kraft treten, weil die bundesweite Debatte „extrem virulent“ sei, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) in Mainz nach einem Treffen mit Kommunalverbänden.    

Die Rückmeldungen etwa von den Hoteliers seien „verheerend“. „Solange diese Debatte nicht zu Ende geführt ist, werden wir diese Regelung auch nicht anwenden“, betonte Dreyer, die eine bundeseinheitliche Maßnahme für die beste Lösung hielte. Sie werde das Thema am Mittwoch in die Beratungen der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einbringen.

Zuletzt fünf Städte und Kreise überlastet bei Kontaktnachverfolgung

Vier Landkreise und das Land Berlin kamen zuletzt mit der Verfolgung von Kontakten von Corona-Infizierten nicht mehr hinterher. Das geht aus einem vertraulichen Regierungspapier zur Infektionslage in Deutschland hervor, das der Nachrichtenagentur DPA in Berlin vorliegt. Es ist auf den Montag datiert, die Angaben zur Überlastung geben allerdings den Stand vom 6. Oktober wieder. „Durchführung von Infektionsschutzmaßnahmen absehbar nicht mehr sichergestellt“ steht zur Erläuterung auf einer Karte, in der die betroffenen Kreise und das Land Berlin markiert sind.

Unterstützungsbedarf meldeten demnach der schleswig-holsteinische Landkreis Pinneberg an, das Land Berlin, der Lahn-Dill-Kreis und der Kreis Offenbach in Hessen sowie der Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg. In allen Fällen gab es demnach Engpässe bei der Nachverfolgung von Kontaktpersonen, in Berlin zusätzlich unter anderem auch bei der Betreuung und Überwachung von Menschen in Quarantäne und der Entnahme von Abstrichen für Tests. Als Reaktion sollte das Robert Koch-Institut Mitarbeiter in Berliner Behörden entsenden, der Lahn-Dill-Kreis leitete die Suche nach zusätzlichen Mitarbeitern ein.

Tourismusbranche kritisiert Corona-Beherbergungsverbote

Tourismusverbände haben die Beherbergungsverbote vieler Bundesländer für Urlauber aus deutschen Corona-Risikogebieten scharf kritisiert. Der Deutsche Tourismusverband forderte einheitliche und verständliche Regeln für das Reisen in Deutschland. Das Chaos zu Beginn der Herbstferien zeigt einmal mehr, dass ein abgestimmtes Vorgehen von Bund und Ländern dringender denn je notwendig ist“, teilte der Verband am Montag in Berlin mit. Dazu gehöre eine realistische Analyse, wo die Gefahren lägen und wo nicht. Die Gefahren liegen nicht bei der Übernachtung in einer Ferienwohnung auf dem Land und auch nicht in einem Hotel einer Stadt“, sagte Verbandspräsident Reinhard Meyer. „Reisen innerhalb Deutschlands einschließlich Übernachtungen muss weiterhin erlaubt und möglich sein.“ Meyer warnte vor einer Insolvenzwelle spätestens im Frühjahr 2021, sollten Herbst- und Wintergeschäft ausfallen. Die Branche habe allein im ersten Halbjahr Umsatzeinbußen von 35 Milliarden Euro verzeichnet.

DFB: Keine Zuschauer beim Nations-League-Spiel gegen die Schweiz

Die Nations-League-Partie der deutschen Nationalmannschaft am Dienstag gegen die Schweiz in Köln wird als Geisterspiel ausgetragen. Das teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Montag mit. Wegen der hohen Corona-Infektionszahlen, die in der Stadt am Rhein deutlich über dem Grenzwert von 35 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohnern in der Woche liegen, habe das Kölner Gesundheitsamt in Absprache mit dem Land Nordrhein-Westfalen dem Verband „erneut untersagen müssen, Zuschauer zuzulassen“. Am Montag wies das Robert Koch-Institut eine 7-Tage-Inzidenz von 66,3 für Köln aus. Städte, in denen der Wert über 50 liegt, gelten als Risikogebiet.

Brüsseler Autosalon 2021 fällt wegen Corona aus

Der Brüsseler Autosalon mit jährlich knapp einer halben Million Besuchern fällt Anfang 2021 coronabedingt aus. Angesichts der Unsicherheiten mit Blick auf die Coronakrise habe man entschieden, die Branchenschau auf 2022 zu verschieben, teilte der belgisch-luxemburgische Auto- und Fahrradverband FEBIAC am Montag mit. „Wir wollen auf keinen Fall die Sicherheitsmaßnahmen und Kontaktbeschränkungen, die die Regierung von jedem Bürger und jeder Organisation erwartet, untergraben“, sagte Salon-Direktor Pierre Lalmand. Die 99. Ausgabe des Brüsseler Autosalons soll nun vom 14. bis 23. Januar 2022 stattfinden.

Innenministerium schließt neue Corona-Grenzkontrollen nicht aus

Angesichts steigender Corona-Zahlen in Deutschlands Nachbarländern schließt das Bundesinnenministerium auch erneute Grenzkontrollen nicht aus – möchte sie aber vermeiden. Man beobachte in angrenzenden Ländern teils eine „sehr starke Steigerung“ der Fälle, sagte ein Sprecher am Montag in Berlin. Er betonte aber: „Wir versuchen, mit diesen Maßnahmen das Notwendige sicherzustellen ohne über andere Maßnahmen an den Grenzen nachdenken zu müssen.“

Zu Beginn der Pandemie hatten die Bundesrepublik und andere europäische Länder vorübergehend Kontrollen und andere Beschränkungen an den Binnengrenzen eingeführt. Dadurch war es mitunter zu langen Staus gekommen, der Warenverkehr war unterbrochen. Auch Arbeitnehmer hatten Probleme. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) betonte seither mehrfach, dass er erneute Grenzkontrollen zu Nachbarländern vermeiden wolle.

Iran meldet so viele Corona-Tote wie noch nie

Der Iran hat einen Rekord bei der Anzahl der Corona-Toten gemeldet. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums starben binnen 24 Stunden 272 Patienten an dem Virus. Im gleichen Zeitraum habe es zudem über 4200 Neuinfektionen gegeben, sagte Ministeriumssprecherin Sima Lari im Staatsfernsehen. Damit liege die Zahl der Corona-Toren seit dem Ausbruch der Pandemie Ende Februar aktuell bei fast 29.000, die der Infizierten bei über einer halben Million. Der Iran hat etwa so viel Einwohner wie Deutschland.

Mehr als 1000 Amtshilfeanträge an die Bundeswehr seit Pandemie-Beginn

Mehr als 1000 Amtshilfegesuche sind bei der Bundeswehr seit Beginn der Corona-Pandemie eingegangen. Von den Anträgen, die allein zur Hilfeleistung wegen Covid-19 an die Bundeswehr gestellt wurden, habe die Bundeswehr rund 67 Prozent positiv beantworten können, teilten die Streitkräfte mit. Dabei liege der aktuelle Schwerpunkt bei der Unterstützung von Gesundheitsämtern insbesondere bei der Nachverfolgung von Infektionsketten. Seit einer Woche seien täglich bis zu 1400 Soldaten gleichzeitig zur Unterstützung von Kommunen und Landkreisen im Einsatz, hieß es in der Mitteilung. Schon jetzt sei die Zahl der Amtshilfeanträge an die Bundeswehr mehr als dreimal so hoch wie im gesamten Vorjahr.

Corona-Alarm in der Schweizergarde im Vatikan: Mehrere Kranke

Im Vatikan herrscht Corona-Alarm: Vier Mitglieder der päpstlichen Schweizergarde sind positiv auf das Coronavirus getestet worden und haben Symptome. Das bestätigte Vatikansprecher Matteo Bruni. Die bunt uniformierten Wachen schützen Papst Franziskus, 83, und seine Residenz. Außerdem habe es „in den letzten Wochen“ drei andere Corona-Fälle in dem kleinen Kirchenstaat gegeben. Die vier infizierten Wachleute seien isoliert worden, schrieb der Sprecher. Weitere Überprüfungen von Kontaktpersonen liefen, nachdem die Fälle am Wochenende aufgefallen seien. 

Wie die Nachrichtenagentur Ansa zuvor unter Berufung auf den Schweizer Sender SRF berichtet hatte, wurden die Anti-Corona-Vorkehrungen im Vatikan in einer Anweisung verschärft. Die Quartiere würden strenger als bisher abgeschottet. Bruni teilte mit, dass „alle Wachen, ob im Dienst oder nicht“, inzwischen drinnen und draußen Schutzmasken tragen müssten. 

Sorgen vor Corona-Ausbruch: Tests von mehr als 100 Sylter Partygästen

Nach einer Party in einer Sylter Bar, auf der auch ein Corona-infizierten Mann war, haben sich 102 Gäste beim Gesundheitsamt gemeldet. „Davon ist der Großteil Sylter“, sagte eine Sprecherin des Kreises Nordfriesland am Montag der Nachrichtenagentur. 83 der 102 Personen stammen von der Insel. Sie sollten voraussichtlich noch am Montag getestet werden. Ergebnisse werden am Mittwoch erwartet. Für die übrigen Gäste sind deren örtliche Gesundheitsämter zuständig.

Nach Angaben des Gesundheitsamtes in Husum hatte der Infizierte vor dem Auftreten erster Symptome und einem Test das „American Bistro“ in Westerland besucht. Nach seiner Erinnerung seien dort in der Nacht zum 4. Oktober 70 bis 100 Menschen anwesend gewesen. Das Amt bat daraufhin alle Personen, die sich in jener Nacht ab 23.30 Uhr in dem Lokal aufgehalten haben, sich über die Hotline 0800 200 66 22 oder per E-Mail zu melden.

Die Bar selbst ist derzeit freiwillig geschlossen, wie die Sprecherin sagte. Die Gäste hatten dort die Möglichkeit, sich per QR-Code einzutragen. Rückmeldungen mehrerer Gäste zufolge gab es dabei aber Probleme.

Keine Beschlüsse zu Beherbergungsverboten – „Liegt in der Kompetenz der Länder“

Das sogenannte Corona-Kabinett hat sich nach Worten von Regierungssprecher Steffen Seibert unter anderem mit den umstrittenen Beherbergungsverboten und Quarantänevorschriften für Urlauber befasst. Beschlüsse seien jedoch nicht getroffen worden, da dies „in der Kompetenz der Länder“ liege, so Seibert am Montag. Die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten treffen sich am Mittwoch, um über ein gemeinsames Vorgehen zu beraten.

Bundesregierung informiert über weitere Maßnahmen in der Pandemie

Die Bundesregierung hat am Montag auf einer neuerlichen Sitzung des Corona-Kabinetts über weitere Maßnahmen in der Pandemie beraten. Dabei sollten die zuständigen Fachminister mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über die aktuelle Lage sprechen. Die Bundesregierung strebte an, die Quarantäneregeln neu zu fassen sowie bis Mitte Oktober eine neue Teststrategie zu beschließen. Über die Ergebnisse wird auf der Regierungs-Pressekonferenz informiert.

Welthungerhilfe: Corona ist „Brandbeschleuniger“ für Hunger weltweit

Die Welthungerhilfe befürchtet eine starke Zunahme von Hunger und Armut weltweit durch die Corona-Pandemie. Besonders in Afrika südlich der Sahara und in Südasien sei die Situation schon vor der Pandemie alarmierend gewesen, sagte die Präsidentin der Organisation, Marlehn Thieme, bei der Vorstellung des Welthunger-Index 2020 in Berlin. „Covid-19 wirkt wie ein Brandbeschleuniger.“ Zusätzlich werde die Situation durch die Folgen des Klimawandels wie zunehmende Dürrekatastrophen verschärft. 

Nach dem Welthungerindex litten Ende 2019 rund 690 Millionen Menschen unter chronischem Hunger, weitere 135 Millionen seien von einer akuten Ernährungskrise betroffen gewesen. Insgesamt seien Menschen in 50 Ländern – ein Viertel aller Länder weltweit – von Hunger und Unterernährung betroffen. In 14 Ländern habe sich die Situation seit 2012 sogar verschlechtert. 

Die Welthungerhilfe befürchtet nun, dass das Ziel der Vereinten Nationen, bis 2030 auf „Null Hunger“ zu kommen, weit verfehlt werden könnte. „Wenn wir bei der Hungerbekämpfung weiter so machen wie bisher, werden es 37 Länder bis 2030 nicht schaffen, ein niedriges Hungerniveau zu erreichen“, sagte Thieme. Die Fortschritte seien in Folge von Ungleichheit, Konflikten, Vertreibung und Klimawandel viel zu gering.

München durchbricht kritischen Wert 50 bei Corona-Infektionen

Die bayerische Landeshauptstadt München hat am Montag wieder den Grenzwert von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts stieg die Sieben-Tage-Inzidenz am Montag auf 50,6. Bereits nach den bayerischen Sommerferien war der Wert Ende September auf über 50 gestiegen, dies war damals mit Infektionen durch Reiserückkehrer erklärt worden. Zwischenzeitlich war die Zahl der Infizierten in München deutlich gesunken. Von den vier deutschen Millionenstädten Berlin, München, Köln und Hamburg liegt damit aktuell nur noch Hamburg unter der 50er-Grenze, dort lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Montag bei 28,9. 

Gesundheitsämter melden 2467 neue Corona-Infektionen

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montagmorgen 2.467 neue Corona-Infektionen gemeldet. Am Vortag hatte der Wert noch bei 3483 gelegen, nachdem am Samstagmorgen 4721 Neuinfektionen gemeldet worden waren. Erfahrungsgemäß liegen die erfassten Zahlen an Sonntagen und Montagen meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI weitergeben.

Seit Beginn der Coronakrise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 325 331 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 12.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9621. Das waren sechs mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es 276.900 Genesene.

Altmaier sieht keine Veranlassung für Nachdenken über zweiten Lockdown

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sieht keine Veranlassung, über einen erneuten Lockdown auch nur nachzudenken. „Wir haben gelernt aus den letzten sechs Monaten – wir wissen heute, was gefährlich ist und was nicht“, sagte Altmaier Sonntagabend in der „Bild“-Sendung „Die richtigen Fragen“. „Es gibt überhaupt gar keinen Grund für einen zweiten generellen Lockdown“, sagte Altmaier. Er sehe auch „keine Veranlassung und keinen Grund, über einen allgemeinen Lockdown nachzudenken oder zu entscheiden“.

Hotel- und Gaststättenverband erwartet baldige Klagen gegen Beherbergungsverbot 

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) erwartet noch in dieser Woche Klagen gegen das umstrittene Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Risikogebieten. Insbesondere beim Übernachtungsverbot gebe es erhebliche rechtliche Bedenken, sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges am Sonntagabend in der „Bild“-Sendung „Die richtigen Fragen“.      Hartges warf die Frage auf, ob die Maßnahme „geeignet, erforderlich und auch verhältnismäßig im Rechtssinn“ sei. „Wenn sie das nicht ist, ist sie rechtswidrig“, fügte sie hinzu. „Ich gehe davon aus, dass hier in den nächsten Tagen Gerichtsverfahren anhängig gemacht werden.“

Corona-Warnstufe: Duisburg erreicht kritischen Wert

Duisburg hat in der Corona-Pandemie die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Wie aus den Angaben des Robert Koch-Instituts vom Montagmorgen hervorgeht, liegt der Wert bei 50,1 (Datenstand 12.10., 0.00 Uhr). Seit Beginn der Coronakrise haben die Gesundheitsämter in der Stadt 3251 nachweisliche Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 gemeldet.

Studie: Virus überlebt bis zu 28 Tage auf glatten Oberflächen

Das neuartige Coronavirus kann laut einer Studie auf glatten Oberflächen wie Handys und bestimmten Geldscheinen bis zu 28 Tage lang überleben. Die Überlebensdauer des Erregers ist nach der am Montag veröffentlichten Untersuchung aus Australien allerdings stark von den Temperaturverhältnissen abhängig – sie sinkt, je höher die Temperatur ist. So stellten die Forscher der Wissenschaftsbehörde CSIRO fest, dass das Virus bei einer Temperatur von 20 Grad Celsius „extrem robust“ ist. Bei dieser Temperatur ist der Erreger demnach in der Lage, 28 Tage lang auf Glas, Stahl und Geldscheinen aus Kunststoff zu überleben. Bei 30 Grad betrug seine Überlebensdauer hingegen nur noch sieben Tage, bei 40 Grad lediglich 24 Stunden. Auf porösen Oberflächen wie etwa Baumwolle ist die Überlebensdauer des Virus der Studie zufolge generell niedriger: Sie beträgt demnach abhängig von der Temperatur zwischen 14 Tagen und weniger als 16 Stunden. 

Einzelhändler in Toplagen besonders hart betroffen

Besonders hart hat die Corona-Pandemie den Einzelhandel in den sonst sehr gut frequentierten Toplagen der Metropolen getroffen. Das hat der Geschäftsführer der Handelsberatung BBE, Joachim Stumpf, beobachtet. Einkaufsstraßen in kleineren Städten und nüchterne Fachmarktzentren haben sich dagegen viel besser von der Krise erholt. „Corona hat in den Innenstädten alles durcheinandergewirbelt“, sagt Stumpf. Das Erfolgsrezept der Toplagen, die in normalen Zeiten Kunden von weit her anlocken und einen großen Teil der Umsätze mit Touristen machen, funktioniere aktuell nicht mehr. Dagegen hätten sich vermeintliche Problemstandorte in kleineren Städten, die in den vergangenen Jahren regelmäßig zu den Verlierern gehörten, rasch von dem Corona-Schock erholt. Sie profitierten davon, dass die Verbraucher das Getümmel mieden.

China: Neun-Millionen-Stadt will alle Einwohner testen

Die ostchinesische Küstenmetropole Qingdao will seine gesamte Bevölkerung von mehr als neun Millionen Menschen auf das Coronavirus testen. Das teilte die lokale Gesundheitskommission mit, nachdem über das Wochenende ein Dutzend neuer Infektionen aufgetreten waren, die zum größten Teil im Zusammenhang mit einem Krankenhaus stünden. Unmittelbar nachdem die ersten Infektionen festgestellt wurden, seien bereits über 140.000 Menschen vor allem im Gesundheitssektor getestet worden. „Die gesamte Stadt wird innerhalb von fünf Tagen getestet“, teilte die Behörde mit. 

Corona-Kabinett berät über weitere Maßnahmen in der Pandemie 

Die Bundesregierung will am Montag auf einer neuerlichen Sitzung des Corona-Kabinetts über weitere Maßnahmen in der Pandemie beraten. Dabei werden die zuständigen Fachminister mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über die aktuelle Lage sprechen. Die Bundesregierung strebt an, die Quarantäneregeln neu zu fassen sowie bis Mitte Oktober eine neue Teststrategie zu beschließen. Über die Ergebnisse wird auf der Regierungs-Pressekonferenz (12.30 Uhr) informiert. Zuletzt waren die Corona-Neuinfektionen bundesweit stark gestiegen, zusätzlich überschritten immer mehr Kommunen den Schwellenwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Am Mittwoch will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erneut mit den 16 Länderregierungschefs über die Corona-Lage beraten.

js / wue / fs / jek / rw / anb / dho
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AFP





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Coronavirus-News: Dänemark verschärft Corona-Regeln – kein Alkoholverkauf nach 22 Uhr

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Gericht kippt Beherbungsverbot in Schleswig-Holstein +++ RKI bestätigt 11.242 Neuinfektionen in Deutschland +++ Weit mehr als 40.000 Neuinfektionen in Frankreich +++ News zur Coronavirus-Pandemie im stern-Ticker.

Dänemark verschärft Corona-Regeln – kein Alkoholverkauf nach 22 Uhr

 Die dänische Regierung hat weitere Maßnahmen angekündigt, die den Anstieg der Corona-Neuinfektionen bremsen sollen. Von Montag an dürfen sich nicht mehr als zehn Personen an einem Ort versammeln. Zuvor lag die Grenze bei 50. Außerdem dürfen Kioske und Supermärkte nach 22 Uhr keinen Alkohol mehr verkaufen. „Corona ist nicht überstanden, im Gegenteil, es ist zurück mit voller Kraft“, sagte Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Freitagabend bei einer Pressekonferenz. Sie forderte die Dänen auf, ihre persönlichen Kontakte auf zehn Menschen zu beschränken.

Für den Zeitraum vom 29. Oktober bis zum 2. Januar 2021 wird außerdem die Mundschutzpflicht ausgeweitet. Sie gilt dann nicht nur für öffentliche Verkehrsmittel, sondern für alle Räume, die öffentlich zugänglich sind. Das betrifft konkret auch Supermärkte, Bibliotheken und Take-Away-Restaurants. m Freitag hatte die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Dänemark mit 859 einen Rekordwert erreicht. 125 Menschen wurden im Krankenhaus behandelt. 697 waren bis Freitag an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben.

WHO-Chef zur Corona-Lage: Zu viele Länder auf gefährlichem Pfad

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die von rasant steigenden Corona-Infektionen betroffenen Länder zum Handeln aufgerufen. „Zu viele Länder sind auf einem gefährlichen Pfad“, sagte Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag in Genf. „Wir sind an einem kritischen Punkt, vor allem in der nördlichen Hemisphäre. Die nächsten Monaten werden sehr schwierig.“ Er beschwor Regierungen, sofort neue Maßnahmen zu ergreifen, um weitere Todesfälle zu verhindern und die Gesundheitsdienste vor dem Kollaps zu bewahren.

Gericht kassiert Beherbungsverbot in Schleswig-Holstein

Schleswig-Holsteins Oberverwaltungsgericht hat das sogenannte Beherbergungsverbot für Touristen aus Corona-Hotspots gekippt. Das Gericht in Schleswig stufte die Regelung am Freitag als rechtswidrig ein. Es erklärte die Regelung in einem Eilverfahren auf Antrag von zwei Hotelbetrieben aus Rostock für außer Vollzug gesetzt, bis eine Entscheidung in der Hauptsache getroffen ist. Dieser Beschluss sei allgemeinverbindlich, so dass sich jede Person darauf berufen könne und künftig auch von Gerichten und Behörden zu beachten sei. Er sei unanfechtbar (Az. 3 MR 47/20). Die Schleswiger Richter folgten damit Gerichtsentscheidungen in anderen Bundesländern.

„Veranlasst ist die Entscheidung durch die dringende Notwendigkeit, schwere wirtschaftliche Nachteile für die im Land existierenden Beherbergungsbetriebe abzuwehren“, erläuterte das OVG. Dazu zählen auch die von den beiden Antragstellerinnen betriebenen Resorts beziehungsweise Hotels in Travemünde, Grömitz und auf Sylt. Nach summarischer Prüfung sei davon auszugehen, dass der Normenkontrollantrag in der Hauptsache Erfolg haben werde.

Gesundheitsbehörden berichten über Probleme bei Corona-Kontaktnachverfolgung

Jedes vierte deutsche Gesundheitsamt kann Corona-Kontaktpersonen laut einer Umfrage nur noch mit zeitlichem Verzug benachrichtigen. Das meldet die Apotheken Umschau und verweist auf die Ergebnisse von mehr als 400 Anfragen an deutsche Behörden. 164 Ämter machten demnach Angaben zu dem aktuellen Stand der Kontaktnachverfolgung. Rund ein Viertel der Ämter bestätigte, dass es zu zeitlichen Verzögerungen komme. 

Als Kontaktpersonen gelten Menschen, die unmittelbaren Kontakt zu Personen mit bestätigter Sars-CoV-2-Infektion hatten. Auf Anweisung der zuständigen Gesundheitsbehörde müssen sie sich in Quarantäne begeben. Aufgrund der steigenden Fallzahlen mit dem Coronavirus haben Gesundheitsämter jedoch zunehmend Schwierigkeiten bei der Nachverfolgung von Infektionsketten. Einige Ämter greifen deshalb bereits auf die Unterstützung der Bundeswehr zurück.

Hamburg verschärft Regeln für private Feiern

Wegen der deutlich gestiegenen Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus hat der Hamburger Senat weitere Kontaktbeschränkungen beschlossen. Nur noch zehn Personen aus zwei Hausständen sollen sich zu privaten Feiern oder Zusammenkünften zu Hause oder im öffentlichen Raum treffen dürfen. Das werde ab Montag gelten, kündigte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) an. Die Begrenzung auf zwei Hausstände gelte nicht für familiäre Beziehungen jeder Art, also auch nicht für Patchwork-Familien.

Erst am Freitag vergangener Woche hatte der Senat eine Verschärfung verkündet. Demnach konnten bislang in Hamburg maximal 25 Personen im öffentlichen und 15 im privaten Raum zusammen feiern. Dabei spielte es keine Rolle, aus wie vielen Haushalten sie stammten.

Der Sieben-Tage-Wert je 100.000 Einwohner liegt nach Angaben der Hamburger Gesundheitsbehörde seit Montag über 50. Am Freitag kletterte dieser Wert durch einen sprunghaften Anstieg um 360 neue Fälle auf 75,1.

AC Mailand schließt Jugendabteilung bis November 

Wegen mehrerer Corona-Fälle hat der italienische Fußball-Erstligist AC Mailand seine Jugendabteilung vorerst bis zum 2. November geschlossen. Das teilte der Serie-A-Club am Freitag mit, die lokalen Gesundheitsbehörden seien informiert. Rekordmeister Juventus Turin hatte am Montag ebenfalls den Betrieb bei den Junioren eingestellt. Auch in der Serie A hatte es zuletzt wieder vermehrt positive Corona-Tests gegeben.

Irritationen in Österreich über Bayerns Pflichttests für Pendler

In Österreich stoßen die deutschen Reisewarnungen und besonders die neue bayerische Testpflicht für Berufspendler aus Corona-Risikogebieten auf Ablehnung. Politiker und Wirtschaftsvertreter kritisierten die seit Freitag geltende bayerische Maßnahme, die einen wöchentlichen PCR-Test von einpendelnden Arbeitnehmern fordert. „Eine gewisse Vorbereitungszeit wäre wünschenswert gewesen“, teilte Tirols Landeschef Günther Platter mit.

Rom sperrt beliebte öffentliche Plätze zeitweise

Beliebte öffentliche Plätze in Rom sollen wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen in Italien zeitweise gesperrt werden. Das Verbot gelte freitags und samstags ab 21 Uhr bis Mitternacht, teilte die Stadt am Freitag mit. Betroffene Plätze seien der Campo de‘ Fiori sowie die Piazza Trilussa, die Piazza Madonna de‘ Monti und die Via del Pigneto. Diese Orte sind in den Abendstunden beliebte Treffpunkte für viele junge Menschen. Die neue Maßnahme sollen verhindern, dass sie sich in den Fußgängerzonen und auf den Plätzen große Gruppen treffen. Die umliegenden Restaurants, Bars und Wohnungen bleiben jedoch weiterhin zugänglich.

Italien will mit regionalen Maßnahmen und nicht mit einem landesweiten Shutdown auf die aktuelle Krise reagieren. Das Land verzeichnete am Donnerstag binnen 24 Stunden mehr als 16.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus – so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie.

Präsident der Bundesärztekammer korrigiert Aussagen über Alltagsmasken

Zwei Tage, nachdem er den Nutzen von Alltagsmasken bei der Bekämpfung der Pandemie in Zweifel gezogen hat, ist der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, zurückgerudert. „Die aktuelle Evidenz aus vielfältigen Studien spricht für einen Nutzen des Mund-Nasen-Schutzes“, teilte er am Freitag mit. Seine Aussagen hätten zu erheblichen Irritationen geführt, die er sehr bedaure.

Reinhardt hatte in der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“ vom Mittwochabend gesagt, er sei von den Alltagsmasken nicht überzeugt, „weil es auch keine tatsächliche wissenschaftliche Evidenz darüber gibt, dass die tatsächlich hilfreich sind. Schon gar nicht im Selbstschutz und wahrscheinlich auch nur ganz wenig im Schutz, andere anzustecken“. Das widerrief er am Freitag: „Die Studien weisen darauf hin, dass sowohl die Übertragung auf andere als auch die Selbstansteckung durch Alltagsmasken reduziert wird“, sagte er laut Mitteilung.

Lauterbach fordert Ende der Einzelfall-Nachverfolgung

Um einen Kontrollverlust der Gesundheitsämter in der Corona-Krise zu verhindern, fordert SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach eine Abkehr von der Nachverfolgung sämtlicher Kontakte jedes Einzelfalls. „Ein Kontrollverlust ist nur noch abzuwenden, wenn wir sofort umsteuern: Weg von der Einzelfall-Nachverfolgung, hin zur retrospektiven Cluster-Aufarbeitung“, sagte Lauterbach der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Wenn Ämter nicht mehr jeden Fall verfolgten, werde Personal frei, um Clustermitglieder – also Mitglieder bestimmter Gruppen – zu kontaktieren. „Das Robert Koch-Institut muss jetzt endlich den Schalter umlegen.“

Konkret bedeute das, bei einem neuen Corona-Fall systematisch abzufragen, ob die Person in den fünf Tagen vor der Ansteckung zu einem bestimmten Zeitpunkt eng mit vielen anderen Menschen zusammen war, etwa in einer Schulklasse, bei einer Chorprobe, einer Feier, in einer Pflegeeinrichtung, erläuterte Lauterbach. „Dann jagt man nicht allen Einzelkontakten der Person nach, sondern kontaktiert gezielt nur diejenigen, die an den Clustern beteiligt waren, also Mitschüler, Chormitglieder und so weiter.“

Schottland führt fünf Corona-Warnstufen ein

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon hat ein neues Warnstufensystem vorgestellt, mit dem sie die rapide Ausbreitung des Coronavirus in Schottland eindämmen will. Anders als in England soll es in dem Landesteil fünf statt drei Warnstufen geben von weitgehender Normalität wie im Sommer (Stufe 0) bis zu einem lockdown-ähnlichen Zustand (Stufe 4), bei dem Pubs, Restaurants und auch einige Geschäfte geschlossen werden sollen. Schulen sollen jedoch möglichst auch in der höchsten Warnstufe geöffnet bleiben. Die Stufen 2 und 3 sind für Zeiten wie jetzt, wenn die Infektionszahlen steigen“, sagte Sturgeon am Freitag in Edinburgh. In diesen Stufen sind Treffen zwischen Haushalten stark eingeschränkt und große Teile der Gastronomie müssen schließen.

Das neue System soll ab dem 2. November in Kraft treten – es schließt sich an eine mehrwöchige Phase an, in der in einigen stark besiedelten Regionen, dem sogenannten Central Belt, bereits Pubs und Restaurants schließen mussten.

Technische Panne am RKI: Coronazahlen wohl zu niedrig

Wegen einer technischen Störung am Robert Koch-Institut ist es am Donnerstag zeitweise zu Datenlücken bei der Übermittlung von Corona-Infektionszahlen aus den Bundesländern gekommen. Durch einen Ausfall eines Webservers beim RKI am Donnerstagnachmittag seien knapp drei Stunden bis 17.30 Uhr Übermittlungen von den Gesundheitsämtern zu den zuständigen Landesbehörden und von denen zum RKI gestört gewesen, teilte RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher am Freitag mit und bestätigte Medienberichte über eine technische Panne beim RKI.

Anschließend habe der Server aber wieder funktioniert und es sei auch noch sehr viel übermittelt worden. „Es kann aber sein, wenn ein Gesundheitsamt es nicht nach 17.30 Uhr noch mal versucht hat, dass diese Daten dann heute fehlen“, teilte die Sprecherin weiter mit. Die fehlenden Daten würden am Freitag automatisch im Laufe des Tages mit übermittelt und erschienen dann morgen in der Publikation. „Wie groß die Datenlücke ist, kann sich erst dann zeigen“, ergänzte Glasmacher.

Gesundheitsämter in mehreren Städten überlastet

Gesundheitsämter in mehreren deutschen Städten sind wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen überlastet. Sie könnten in einer ganzen Reihe von Städten nicht leisten, was anzustreben sei, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Sie könnten also nicht in jedem Fall die Kontakte der Betroffenen nachvollziehen. Auch in Teilen Berlins sei das zu erleben.

Seibert mahnte die Bevölkerung zu strenger Einhaltung des Infektionsschutzes: „Wir sind nicht machtlos, wir haben es in der Hand, diesen Trend zunächst einmal zu stoppen und umzukehren.“ Warnungen vor 20.000 Neuinfektionen pro Tag und einer außer Kontrolle geratenden Lage wollte sich die Bundesregierung nicht anschließen. Seibert wies darauf hin, „dass man die Sache sicher auch regional und lokal betrachten muss“.

Curevac-Chef rechnet 2021 mit Impfstoff

Der Vorstandsvorsitzende des Tübinger Biopharmaunternehmens Curevac, Franz-Werner Haas, rechnet nicht damit, dass der Impfstoff seiner Firma gegen das Coronavirus noch dieses Jahr auf dem Markt kommt. „Glaube ich nicht“, sagte er in Stuttgart. Vielleicht gehe es schneller, aber er wolle da keine Versprechungen machen. „Das wäre einfach unlauter“. Haas rechnet weiterhin mit dem ersten Halbjahr 2021. Das hänge unter anderem von der Rekrutierung der 30.000 Probanden für die nächste klinische Studie ab. Es brauche eine weltweit breite Immunisierung – er sei zuversichtlich, dass Curevac einen Platz finden werde, auch wenn der Impfstoff aus Tübingen mit ein paar Monaten Versatz komme, sagte Haas mit Blick auf Mitbewerber. Es gehe erstmal darum, den Wettlauf mit der Zeit zu gewinnen, um einen Impfstoff zu haben.

Altmaier will Grenzschließungen in der EU vermeiden

In der EU sollten nach den Worten von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) Grenzschließungen in der Corona-Krise vermieden werden. Das machte Altmaier am Freitag in Berlin nach einer Videokonferenz der für Wettbewerbsfähigkeit zuständigen EU-Minister deutlich. Der für Binnenmarktfragen zuständige EU-Kommissar Thierry Breton sagte, die Grenzen sollten auf keinen Fall wieder geschlossen werden. Der Binnenmarkt dürfe nicht auseinanderreißen.

Zahl der Corona-Patienten auf deutschen Intensivstationen steigt

In Deutschland werden mehr und mehr Corona-Patienten in Intensivstationen in Krankenhäusern behandelt. Nach Zahlen des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) vom Freitag werden derzeit 1121 Patienten mit Covid-19 intensivmedizinisch behandelt. Vor einer Woche waren es noch 690, vor zwei Wochen 510 und vor einem Monat 293 gewesen. 478 Corona-Patienten werden derzeit beatmet.

Demnach sind aktuell 21.736 Intensivbetten belegt. 7784 sind frei. Das sind 873 freie Betten weniger als noch vor einer Woche. Darüber hinaus steht eine „Notfallreserve“ von 12 717 Intensivbetten bereit, die innerhalb von sieben Tagen verfügbar wären.

Slowakei testet fast die gesamte Bevölkerung

In der Slowakei hat am Freitag die erste Phase einer geplanten Corona-Testung an fast der gesamten Bevölkerung begonnen. Bis Sonntag sollen unter der Regie des Verteidigungsministeriums alle über zehn Jahre alten Bewohner von vier besonders stark von der Pandemie betroffenen Bezirken an der polnischen Grenze einem Antigen-Schnelltest unterzogen werden. Zusätzlich gelten schon ab kommendem Samstag im ganzen Land strenge Ausgangsbeschränkungen.

Wie der populistisch-konservative Regierungschef Igor Matovic zuvor erklärt hatte, ist die Teilnahme an den Tests freiwillig. Wer aber in den Tagen nach der Testaktion keinen negativen Corona-Test vorweisen kann, muss in eine zehntägige Zwangsquarantäne. Dies hatte auch Staatspräsidentin Zuzana Caputova kritisiert: „Wenn man Sanktionen androht, lässt sich nicht von Freiwilligkeit sprechen“, erklärte sie vor Journalisten.

Litauen und Lettland melden neue Höchstwerte

Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Litauen und Lettland haben Rekordwerte erreicht. In beiden baltischen EU-Staaten wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörden in Vilnius und Riga so viele neue Fälle verzeichnet wie noch nie seit Beginn der Pandemie. In Litauen wurden demnach 442 positive Tests innerhalb von 24 Stunden registriert, in Lettland waren es 250. Die bisherigen Höchstwerte lagen bei 424 und 188.

Anti-Lockdown-Protest in Australien endet in Gewalt

Bei einem Protest gegen die strengen Corona-Einschränkungen in der australischen Metropole Melbourne ist es am Freitag zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein, zudem wurden 16 Menschen festgenommen, wie der Sender „ABC“ berichtete. An der Kundgebung nahmen Schätzungen zufolge mehrere Hundert Menschen teil, von denen viele keine Masken trugen. Die Demonstranten forderten die Wiederherstellung ihrer Freiheiten und ein Ende des strengen Lockdowns, auf manchen Plakaten war aber auch zu lesen Covid-19 ist ein Betrug“.

Der Lockdown in der Hauptstadt des Bundesstaates Victoria gilt als einer der härtesten der Welt. Die zweite Corona-Welle war dort Ende Juni ausgebrochen. Anfang Juli waren neue Maßnahmen ausgerufen worden, seither liegt das Leben für die fünf Millionen Einwohner weitgehend still.

Gesundheitsministerium rechnet mit Impfbeginn Anfang 2021

Das Bundesgesundheitsministerium bleibt bei seiner Einschätzung, dass erste Corona-Impfungen voraussichtlich in den ersten Monaten des nächsten Jahres möglich werden. Man gehe weiterhin davon aus, dass Anfang 2021 ein Impfstoff zur Verfügung stehen könnte, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Freitag auf Anfrage.

Bild“ hatte zuvor unter Berufung auf Teilnehmer einer Videoschaltkonferenz der Gesundheitsminister der Länder mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Anfang der Woche berichtet, dass Impfungen schon früher möglich sein könnten. Spahn habe dort erklärt, die Firma Biontech (Mainz) stehe dicht vor der Zulassung eines Impfstoffs. Auf Nachfragen, wann er mit ersten Impfungen rechne, habe Spahn gesagt, „Das könnte noch vor Ende des Jahres passieren.“

Zudem seien die Regierungen der Bundesländer in dieser Woche vom Bundesgesundheitsministerium aufgefordert worden, bis zum 10. November Lieferadressen für den Impfstoff zu nennen. Insgesamt sollen demnach bundesweit 60 Impfzentren entstehen. 

Fußballspiele in Belgien wieder ohne Publikum

Wegen einer steigenden Zahl von Infektionen mit dem Coronavirus gilt in der belgischen Fußball-Liga seit Freitag wieder ein einmonatiges Stadionverbot für Fans. Bis zum 19. November finden alle professionellen Sportwettbewerbe ohne Publikum statt, teilte die belgische Regierung am Freitag mit. Zudem mussten mehrere Erstliga-Partien wegen zahlreicher positiv getesteter Spieler verschoben werden.

Dies betrifft zunächst die Samstagspartien Eupen gegen Mechelen und Brügge gegen Mouscron sowie die Begegnung Charleroi gegen Waasland-Beveren am Sonntagabend. Bei Mouscron seien inzwischen zwölf Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilte der Club Belga zufolge schon am Donnerstag mit. Beim FC Mechelen sind inzwischen zehn Personen positiv. Waasland-Beveren erklärte am Donnerstag, dass ein weiterer Spieler positiv getestet wurde, womit die Gesamtzahl der Fälle im Club auf 17 stieg. Alle drei Vereine beantragten nach Bekanntwerden der Neuinfektionen Spielverschiebungen bei der Liga.

Schäuble besteht auf Maskenpflicht im Bundestag

Abgeordnete und Mitarbeiter der AfD-Fraktion müssen im Bundestag weiter die Maskenpflicht einhalten. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) nimmt seine Allgemeinverfügung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes nicht zurück. Eine Aufforderung von 19 Abgeordneten und neun Mitarbeitern der AfD an ihn, eine dahingehende Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung zu unterschreiben, wies das Justitiariat des Bundestags zurück. Schäubles Allgemeinverfügung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sei formell und materiell rechtmäßig, teilte die Bundestagsverwaltung am Freitag auf Anfrage mit.

Der Anwalt der Abgeordneten und Mitarbeiter der AfD-Fraktion, der Schäuble eine „Abmahnung“ geschickt hatte, sei darauf hingewiesen worden, dass seine Mandanten die Vorschriften weiter zu befolgen hätten. Darauf möge er sie hinweisen. Dem Anwalt wurde den Angaben zufolge auch mitgeteilt, dass die Aufforderung zu einer Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung kein statthafter Rechtsbehelf gegen eine Allgemeinverfügung sei. Seinen Mandanten stehe der Rechtsweg über die Verwaltungsgerichte offen.

Bayerns Verfassungsrichter bestätigen Kontaktdaten-Erfassung

Der Bayerische Verfassungsgerichtshof hat die coronabedingte Pflicht zur Erfassung von Kontaktdaten etwa in der Gastronomie oder bei Veranstaltungen bestätigt. Das höchste bayerische Gericht lehnte es in einer am Freitag veröffentlichten Entscheidung ab, die entsprechenden Vorschriften in der bayerischen Verordnung per einstweiliger Anordnung außer Vollzug zu setzen.

Es lägen keine Gründe vor, die einen solchen Schritt rechtfertigen würden, teilte das Gericht mit. Es sei nicht offensichtlich, dass die Staatsregierung beim Erlass der Verordnung bundesrechtlich eröffnete Spielräume überschritten haben könnte. Und es sei auch nicht offensichtlich, dass die Staatsregierung die Pflicht zur strengen Prüfung der Verhältnismäßigkeit des Eingriffs in das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung verletzt haben könnte.

EU-Gesundheitsagentur sorgt sich wegen Corona-Lage

Die EU-Gesundheitsagentur ECDC sieht die derzeitige Corona-Situation als eine große Bedrohung für die öffentliche Gesundheit. In einem am Freitag veröffentlichten Bericht hieß es, in den europäischen Ländern hätten die Covid-19-Infektionen in den letzten Wochen erheblich zugenommen. Der Anstieg der gemeldeten Fälle sei nicht mehr nur auf vermehrte Tests zurückzuführen.

„Was wir jetzt sehen, ist eindeutig eine zweite Infektionswelle und wir erwarten, dass es noch schlimmer wird“, sagte Agoritsa Baka, Expertin für Krisenvorsorge bei der ECDC, dem Schwedischen Radio. Besorgniserregend sei, dass nun auch wieder mehr ältere Menschen infiziert würden. „Viele Länder haben steigende Sterblichkeitsraten gemeldet, und die Gesamtzahl der Todesfälle ist seit über einem Monat gestiegen“, hieß es in dem Bericht. Auch wenn die Sterberate niedriger sei als zu Beginn der Pandemie, müsse man damit rechnen, dass sie steigen werde.

Brauerei entlockt Gästen mit Freibier echte Kontaktdaten

Eine Brauerei im baden-württembergischen Ehingen ist erfinderisch geworden, damit Gäste in der Corona-Pandemie im Wirtshaus korrekte Kontaktdaten hinterlassen. Statt Kontaktlisten erhalten die Gäste im Gasthaus der Brauerei Postkarten, auf denen sie ihre Daten eintragen sollen. Was die Postkarte ebenso enthält: Einen Gutschein für ein Freibier. „Wir wollten dem Gast die Scheu nehmen, uns seine persönlichen Daten zu geben, indem wir ihm mit der Versendung der Postkarte seine Daten zurückgeben“, teilte Franz Weisser von der Brauerei mit.

Die Idee dazu sei auch aus der Not geboren, da die Brauerei nach dem Lockdown große Sorge gehabt habe, ob die Wirtschaft wieder in Gang komme. Von den Gästen werde die Aktion gut angenommen: „Nach dem Staunen sorgt es für ein Lächeln und sogar Heiterkeit“, teilte Weisser mit.

In Berlin überwacht Bundespolizei Corona-Regeln

Die vom Berliner Senat angeforderten Einsatzkräfte der Bundespolizei werden sich an diesem Wochenende auch um illegale Parties und feucht-fröhliche Gruppen vor Kiosken (in Berlin „Späti“ genant) kümmern. „Die verstärkten Kontrollen werden am kommenden Wochenende Tag und Nacht bis in den Montagmorgen hinein stattfinden“, sagte der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Steve Alter, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. „Wer also beim Einkaufsbummel oder im Berliner Nachtleben die Regeln missachtet, muss damit rechnen, von der Polizei angesprochen zu werden.“

Die Polizei werde über die teilweise neuen Regelungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zusätzlich informieren. Je nach Schwere der Verstöße drohten auch Straf- oder Bußgeldverfahren. Die konkrete Einsatzplanung liege bei der Berliner Polizei, betonte der Sprecher. Täglich sollen jeweils 1000 Einsatzkräfte unterwegs sein: 500 Beamte der Berliner Polizei und ebensoviele Bundespolizisten.

Drei Corona-Fälle bei Fußball-Drittligist

Beim Team von Drittliga-Aufsteiger Türkgücü München ist es zu mindestens drei positiven Corona-Fällen gekommen. Das gab der Verein bekannt. Den infizierten Personen „geht es gut und sie weisen keinerlei Symptome auf“, hieß es dazu. Zuvor hatte bild.de über eine Quarantäne des Teams berichtet.

Das am Abend geplante Auswärtsspiel beim FSV Zwickau soll nach einem kurzfristigen Antrag von Türkgücü verschoben werden. Eine definitive Entscheidung dazu wurde vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) erwartet.

Auch Spahns Ehemann mit Corona infiziert

Der Ehemann von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn CDU) ist ebenfalls positiv auf Corona getestet worden. Das teilte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums mit. Demnach habe er sein Testergebnis am späten Donnerstagabend erhalten. Er war zusammen mit dem Minister am Mittwochnachmittag in häusliche Isolation gegangen und hatte am Donnerstagmorgen einen Corona-Test PCR) machen lassen“, hieß es weiter. Spahn selbst zeige weiterhin Erkältungssymptome sagte der Sprecher. Sein Ehemann sei aktuell symptomfrei.

Spahn ist mit dem Journalisten Daniel Funke verheiratet, dem Hauptstadt-Büroleiter der Burda Magazine Holding. Sie hatten sich im Frühjahr 2013 kennengelernt. Der Gesundheitsminister ist der erste Minister der Bundesregierung, der sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert hat.

Bayern setzt Testpflicht für Pendler in Kraft

Die neue bayerische Testpflicht für Berufspendler aus ausländischen Risikogebieten und die schärferen Regeln für extreme Corona-Hotspots im Freistaat und sind in Kraft. Am späten Donnerstagabend veröffentlichte Bayerns Gesundheitsministerium die entsprechend ergänzte Corona-Verordnung – die neuen Auflagen gelten damit seit Freitag.

Für Grenzpendler aus ausländischen Corona-Risikogebieten gilt demnach nun: Wer „regelmäßig mindestens einmal wöchentlich nach Bayern einreist, um sich dort aus beruflichen oder geschäftlichen Gründen, zu Ausbildungszwecken oder zum Schul- oder Hochschulbesuch aufzuhalten“, muss den Behörden vor Ort nun unaufgefordert binnen sieben Tagen und anschließend regelmäßig einmal pro Woche einen negativen Corona-Test vorlegen.

Flughäfen fordern schnelle Corona-Hilfen

Die Flughäfen in Deutschland haben ihre Forderung nach staatlichen Corona-Hilfen erneuert. Im Vorfeld des Luftverkehrsgipfels am 6. November im Bundesverkehrsministerium betonte der Verband ADV die volkswirtschaftliche Bedeutung der Flughäfen. Die Bruttowertschöpfung betrage pro Jahr rund 27 Milliarden Euro. Die Infrastruktur-Einrichtungen seien unverzichtbarer Wachstumsgeber sowie Garant für gleichwertige Lebensverhältnisse in den Regionen, erklärte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel in Berlin.

Anders als die Airlines haben die meist im öffentlichen Besitz befindlichen Flughafenbetreiber bislang kaum direkte Corona-Beihilfen erhalten. Im September hat bereits der Flughafen Paderborn-Lippstadt Insolvenz angemeldet. Viele Beschäftigte sind wegen des stark reduzierten Flugbetriebs in Kurzarbeit. Jeder vierte der rund 180 000 Arbeitsplätze ist laut Verband direkt gefährdet.

Erste Corona-Patienten aus den Niederlanden nach Deutschland verlegt

Zum ersten Mal in der zweiten Welle der Corona-Pandemie werden Patienten aus den Niederlanden in deutsche Kliniken verlegt. Ein Hubschrauber transportierte am Freitagmorgen einen Patienten in ein Krankenhaus nach Münster. Das teilte das Koordinierungszentrum für die Verteilung von Patienten am Freitag in Rotterdam mit. Ein zweiter Flug ebenfalls von Almere nach Münster sollte folgen.

Durch die Verlegungen soll der Druck auf die Intensivstationen gesenkt werden. Bereits fast jedes zweite Bett auf Intensivstationen ist mit einem an Covid-19 erkrankten Patienten belegt. Zuletzt waren am Donnerstag fast 9300 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet worden. Die Niederlande gehören zu den am stärksten von der zweiten Welle der Pandemie betroffenen Länder Europas.

RKI bestätigt 11.242 Corona-Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Freitagmorgen 11.242 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Die Zahl ist vergleichbar mit dem Rekordwert von 11.287 Fällen vom Vortag und liegt deutlich über den 7334 gemeldeten Neuinfektionen vom Freitag vergangener Woche.

Die jetzigen Werte liegen damit über denen vom Frühjahr, sind aber nur bedingt vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird – und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden. Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauere es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten.

Weit mehr als 40.000 neue Corona-Infektionen in Frankreich binnen 24 Stunden

In Frankreich haben sich binnen 24 Stunden weit mehr als 40.000 Menschen neu mit dem Coronavirus infiziert, so viel wie noch nie zuvor. Seit Mittwochabend seien rund 15.000 neue Infektionsfälle registriert worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Donnerstagabend mit. Die Gesamtzahl liege damit bei 41.622 Neuinfektionen. Seit Mittwoch wurden den Angaben zufolge zudem 165 neue Todesfälle in Krankenhäusern registriert. Mit mindestens 34.210 Corona-Todesfällen ist Frankreich nach absoluten Zahlen eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder Europas. Fast eine Million Menschen (999.043) haben sich bislang mit dem neuartigen Erreger infiziert.

Nachrichten von Donnerstag, 22. Oktober

Verstärkte Corona-Kontrollen in der Hauptstadt – Bundespolizei hilft

Die Hauptstadt-Polizei wird am Wochenende zusammen mit Bundespolizisten verstärkt die Einhaltung der Corona-Regeln in Berlin kontrollieren. Am Tag werden 1000 Einsatzkräfte stadtweit unterwegs sein. Darauf verständigten sich Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), wie Geisels Behörde am Donnerstag mitteilte. Ab Samstag gilt in Berlin eine neue Infektionsschutzverordnung. Es gilt eine Maskenpflicht für Wochenmärkte, für zehn Einkaufsstraßen wie Ku’damm und Friedrichstraße, für Warteschlangen und Shoppingmalls. Draußen dürfen sich nur noch 25 statt bisher 50 Menschen treffen. 

Schweden passt Empfehlungen für ältere Bevölkerung an 

Seit Donnerstag gelten in Schweden nicht mehr die Sonderempfehlungen für die Bevölkerung ab 70 Jahren, die wegen der Corona-Pandemie erlassen wurden. Nun gelten für alle die selben Empfehlungen, etwa Abstand halten, größere Personengruppen meiden und Hygiene, wie schwedische Behörden mitteilten. Dies gelte auch für andere Risikogruppen. Zuvor waren ältere Menschen und Risikogruppen aufgefordert, möglichst physischen Kontakte zu anderen sowie Geschäfte und andere öffentlichen Orten zu meiden. Es sei dennoch wichtig zu bedenken, dass ein hohes Alter ein Risiko für schwere Krankheitsverläufe und auch Todesfälle bei einer Covid-19-Infektion darstelle, so die Gesundheitsbehörde.

Die Entscheidung, die spezielle Empfehlung zu streichen, basiere auf einer Gewichtung der Auswirkungen auf die Gesundheit und die aktuelle Infektionssituation. Eine Analyse der Behörde zeige, dass durch die im April während der Pandemie für Menschen ab 70 Jahren eingeführte Sonderempfehlung schwere Verläufe und Todesfälle bei Älteren vermieden hätten. „Gleichzeitig gibt es Anzeichen für negative Folgen in Form einer schlechteren psychischen Gesundheit und eines erhöhten Risikos für körperliche Erkrankungen“, hieß es. Solche spezifischen Empfehlungen sollten daher für eine begrenzte Zeit angewendet werden. Die neue Empfehlung basiere jedoch darauf, dass die Ausbreitung des Coronavirus auf einem niedrigen Niveau bleibe. Das Zehn-Millionen-Einwohner-Land hatte anfangs schwer mit dem Virus zu kämpfen. Nach einer Phase der Entspannung steigen aber die Infektionszahlen wieder. Am Mittwoch wurden mehr als 1200 neue Infektionsfälle gemeldet. Insgesamt haben sich knapp 109.000 Menschen in Schweden mit dem Virus infiziert, mehr als 5900 sind an Covid-19 gestorben. Besonders betroffen ist die Region Stockholm.

Dänemark schließt Grenze für deutsche Urlauber

Dänemark schließt angesichts der hohen Zahl an Corona-Neuansteckungen seine Grenze für Urlauber aus Deutschland weitgehend. Das dänische Außenministerium gab am Donnerstag bekannt, dass Menschen aus Deutschland ab Samstag nur noch einreisen dürfen, wenn sie einen triftigen Grund haben. Urlaubreisen sind damit wieder bis auf wenige Ausnahmen passé. Ausgenommen sind etwa Deutsche, die ein Ferienhaus in Dänemark besitzen, wie Außenminister Jeppe Kofod am Donnerstag sagte. Wer sich im Land aufhalte, müsse aber nun nicht überhastet abreisen. Auch aus der Grenzregion Schleswig-Holstein soll man vorerst noch einreisen können – vorausgesetzt, die Infektionszahl steigt dort nicht auf über 30 pro 100.000 Einwohner.

Ein triftiger Grund für die Einreise kann gegeben sein, wenn ein Deutscher in Dänemark arbeitet oder seine Familie oder seinen Partner besuchen will. 

Am Donnerstag hatte auch in Dänemark die Zahl der Neuinfektionen ein Rekordhoch erreicht. Von Mittwoch auf Donnerstag wurden 760 neue Fälle registriert, wie das Staatliche Gesundheitsinstitut mitteilte. Virologen weisen aber darauf hin, dass die hohe Zahl nicht bedeuten muss, dass sich nun mehr Menschen infizieren als im Frühjahr, weil inzwischen auch sehr viel mehr getestet werde.

Die dänische Regierung hat angesichts der zunehmenden Neuinfektionen schärfere Maßnahmen im Land in Aussicht gestellt. Schon jetzt muss man in großen Teilen des öffentlichen Lebens in Dänemark einen Mundschutz tragen. Bei Versammlungen sind nicht mehr als 50 Personen zugelassen.

CSU fordert freiwillige Kontaktbeschränkungen gegen Coronakrise

Die CSU hat die Bürger angesichts drastisch steigender Infektionszahlen aufgerufen, sich freiwillig an die Kontaktbeschränkungen im Kampf gegen das Virus zu halten. „Wir brauchen dringend freiwillige Kontaktbeschränkungen“, sagte CSU-Generalsekretär Markus Blume am Donnerstag. Jeder Bürger sei in dieser Phase der Pandemie dazu aufgerufen, die Zahl seiner persönlichen Kontakte zu minimieren. Corona sei auch ein Test für die Freiheit des Westens, sagte Blume. Es dürfe nicht sein, dass Deutschland am Ende den Systemwettbewerb verliere und nur autoritäre Staaten wie China im Kampf gegen die Pandemie erfolgreich seien. „Ich würde es als Armutszeugnis des Westens sehen, wenn wir es nicht schaffen, mit den Mitteln der Freiheit angemessen auf Corona zu reagieren“, um Werte und Wohlstand zu erhalten, sagte der Generalsekretär.

Schweden hebt Corona-Beschränkungen für Ältere auf

Ältere Menschen in Schweden sind nicht mehr aufgefordert, sich zu isolieren. Sozialministerin Lena Hallengren sagte am Donnerstag, es gäbe keinen Grund mehr, warum für Ältere schärfere Maßnahmen gelten sollten als für den Rest der Bevölkerung. Personen die älter als 70 Jahre sind, waren bisher aufgefordert, öffentliche Verkehrsmittel und physischen Kontakt zu anderen zu vermeiden. Außerdem sollten sie sich von Geschäften und anderen öffentlichen Orten fernhalten. Die Maßnahmen hätten einen großen Effekt gehabt, hieß es von Seiten der Gesundheitsbehörde. Doch ein Bericht habe gezeigt, dass sich die Isolation bei vielen Älteren negativ auf ihre psychische Gesundheit ausgewirkt habe.

Nachbesserung von Corona-Hilfen: Altmaier will „Unternehmerlohn“ 

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat Freiberuflern und Selbstständigen im Zuge geplanter Nachbesserungen von Corona-Hilfen Hoffnung auf einen „Unternehmerlohn“ gemacht. Dazu müsse in der Koalition aber noch eine Einigung gefunden werden, sagte Altmaier am Donnerstag in Berlin nach einer Videokonferenz mit Wirtschaftsverbänden in Berlin. Altmaier sagte zu, staatliche Hilfen zu verbessern und zu erhöhen. Dabei gehe es auch darum, wie Solo-Selbständigen besser geholfen werden könne. Wirtschaftsverbände kritisieren seit langem, die bisherigen Hilfen seien nicht passgenau. Andreas Lutz, Vorstandsvorsitzender des Verbands der Gründer und Selbstständigen Deutschland, sagte, viele Solo-Selbstständige arbeiteten von zuhause. Ihnen nütze die bisher in den Überbrückungshilfen vorgesehene Erstattung fixer Betriebskosten nicht viel. Die eigentlichen Kosten seien Lebenshaltungskosten oder die Miete der Wohnung, weil viele von zuhause aus arbeiteten. Die Grundsicherung sei keine Lösung.

Zwei neue Coronavirus-Varianten in Norwegen

In Norwegen sind zwei Varianten des Coronavirus Sars-CoV-2 aufgetreten, die in dem Land bisher nicht festgestellt worden waren. Die Gesundheitsbehörde FHI (Folkehelsemyndigheter) untersucht nun, ob diese Varianten schneller übertragbar sind. Abteilungsleiterin Line Vold sagte am Donnerstag dem Norwegischen Rundfunk NRK, Analysen des genetischen Materials zeigten, dass beide Typen sich sehr ähnlich seien.

Die eine Variante, die bereits in Australien und anderen europäischen Ländern aufgetreten sei, verbreitete sich dem Bericht zufolge in einem Bus mit Senioren, die im September eine Rundreise durch Norwegen gemacht hatten. Die Infizierten werden nun in einem Forschungsprojekt ein halbes Jahr beobachtet. „Wir denken, dass es sich um eine ansteckendere Variante des Virus handelt, die sich im Bus befand“, sagte die Ärztin Heidi Syre, die das Forschungsprojekt leitet, dem NRK.   

Die andere Variante trat dem Bericht zufolge bisher an zwei Orten auf. In einer Werft in Hyllestad wurden 80 Menschen infiziert. In Trondheim sind mehr als 1000 Personen in Quarantäne, nachdem sich das Virus seit Anfang Oktober von einer Gaststätte aus verbreitet hat.

22 von 30 Klosterschwestern mit Corona infiziert

In einem Kloster in Mönchengladbach (NRW) sind 22 von 30 Schwestern positiv auf Corona getestet worden. Zwei Schwestern, beide schon weit über 80, sind ins Krankenhaus gekommen. Die anderen hätten teilweise Symptome, teilweise auch nicht, sagte eine der Schwestern vom Orden der Salvatorianerinnen, Esther Strauß, am Donnerstag der Nachrichtenagentur DPA. „Es ist nicht schleichend reingekommen, sondern plötzlich“, erläuterte die 84 Jahre alte Nonne. „Wir müssen uns alle zur selben Zeit infiziert haben.“ Wie das geschehen sei, wüssten sie nicht. „Wir dürfen das Haus nicht verlassen“, sagte sie. „Die einen sagen: Wir sollen den Kreuzgang auf- und abgehen, damit wir nicht steif werden. Die anderen sagen: Wir sollen am besten auf unseren Zimmer bleiben.“ In jedem Fall würden sie sich ausschließlich im Komplex des Klosters Neuwerk aufhalten, um niemanden anzustecken.

Kein Corona-Verdacht bei Seehofer – Test negativ

Bundesinnenminister Horst Seehofer sieht keinen Anlass für Quarantäne nachdem Gesundheitsminister Jens Spahn positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Für Seehofer bestehe derzeit kein Verdacht einer Corona-Infektion, teilte ein Sprecher des Ministeriums am Donnerstag auf Anfrage mit. „Bei allen Kontakten des Ministers, auch bei der gestrigen Kabinettssitzung wurden die Vorsichtsmaßnahmen, insbesondere die Einhaltung des Mindestabstandes und das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes berücksichtigt“, führte er weiter aus. Im Innenministerium würden die mit der Corona-Pandemie verbundenen Maßnahmen sehr ernst genommen. 

Dem Vernehmen nach wurde Seehofer auf das Virus getestet, nachdem bekannt wurde, dass sich Spahn angesteckt hat – mit negativem Ergebnis. Die Termine des Innenministers in den kommenden Tagen sollen wie geplant stattfinden.

Sprecher: Spahn geht es Umständen entsprechend gut

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht es nach Angaben eines Sprechers des Gesundheitsministeriums „den Umständen entsprechend gut“. „Er hat weiterhin kein Fieber, zeigt aber Erkältungssymptome“, teilte der Sprecher am Donnerstag mit. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem engeren Umfeld des Ministers seien inzwischen ebenfalls auf das Coronavirus untersucht, aber negativ getestet worden. „Als Vorsichtsmaßnahme arbeiten sie vorläufig aus dem Homeoffice.“

Wie es am Donnerstag aus Regierungskreisen weiter hieß, ist die Leitungsebene des Gesundheitsministeriums arbeitsfähig, das schließe den Minister ein. Er arbeite im Homeoffice. Erkenntnisse darüber, wo der Minister sich angesteckt haben könnte, gebe es bisher nicht. Spahn war am Mittwoch als erster Bundesminister positiv auf Corona getestet worden. Er hatte sich nach Angaben seines Ministeriums wegen Erkältungssymptomen einem Test unterzogen. 

Ärztepräsident zweifelt an Alltagsmasken – „Vermummungsgebot“ 

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, zweifelt am Nutzen von Alltagsmasken bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Er sei von den Alltagsmasken nicht überzeugt, „weil es auch keine tatsächliche wissenschaftliche Evidenz darüber gibt, dass die tatsächlich hilfreich sind“, sagte er in ZDF-Talkshow „Markus Lanz“ vom Mittwochabend. „Schon gar nicht im Selbstschutz und wahrscheinlich auch nur ganz wenig im Schutz, andere anzustecken.“ Im Zusammenhang mit der Maskenpflicht sprach der Mediziner an einer Stelle von einem „Vermummungsgebot“.

Das Robert Koch Institut (RKI) empfiehlt das Tragen von Alltagsmasken in bestimmten Situationen als Baustein, um Risikogruppen zu schützen und die Ausbreitungsgeschwindigkeit zu reduzieren.

Reinhardt sagte, er glaube, dass man den Mund-Nasen-Schutz tragen könne, wo man den Abstand nicht wahren könne, etwa im öffentlichen Nahverkehr oder in Räumlichkeiten, wo man notwendigerweise eng beieinander sei. Zum Tragen an der frischen Luft sagte er: „Ich glaube, dass das wenig bringen wird.“ An einigen Orten wurde die Maskenpflicht auch auf viel frequentierten öffentlichen Straßen und Plätzen angeordnet, an denen es nicht genug Raum zum Abstandhalten für alle gibt.

RKI-Präsident für Maskenpflicht in Räumen

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, hat sich angesichts der steigenden Corona-Zahlen für eine umfangreiche Maskenpflicht in Deutschland ausgesprochen. Zur Frage, an welcher Stelle wirklich etwas bewirkt werden könne, sagte Wieler am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Berlin: „Also Maskenpflicht in den Räumen, wo man sich anstecken kann.“ Wieler erwähnte den öffentlichen Nahverkehr und Geschäfte – wo dies bereits gilt – sowie Innenräume, wo viele Menschen zusammenkämen. Seine Empfehlung sei, das Tragen einer Maske, „in den Bereichen, wo Menschen zusammenkommen, insbesondere in Innenräumen, ganz klar“.

Bundesverfassungsgericht weist Eilantrag gegen Beherbergungsverbot ab

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat den Eilantrag einer Familie aus Tübingen gegen das Beherbergungsverbot in Schleswig-Holstein als unzulässig abgelehnt. Der Eilantrag sei unzureichend begründet, erklärte das Gericht. Ob das Beherbergungsverbot grundsätzlich rechtens ist, entschieden die Karlsruher Richter deswegen nicht.

Polen und Schweiz auf Corona-Risikoliste – Kanaren nicht mehr

Die Bundesregierung hat die Nachbarländer Polen und Schweiz, fast ganz Österreich und große Teile Italiens mit Wirkung ab dem kommenden Samstag zu Corona-Risikogebieten erklärt. Die Kanarischen Inseln werden dagegen von der Risikoliste gestrichen, wie das Robert Koch-Institut mitteilte.

Werder-Profi positiv auf Coronavirus getestet: Team in Quarantäne

Ein Fußballprofi des Bundesligisten Werder Bremen ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Spieler, der am Mittwoch getestet worden war und dem es nach Vereinsangaben gut geht, befindet sich in häuslicher Quarantäne. Für einen weiteren Profi sowie ein Mitglied des Funktionsteams hat das zuständige Gesundheitsamt trotz negativer Testergebnisse eine 14-tägige Quarantäne angeordnet. Die übrigen Spieler, die Trainer und das komplette Funktionsteam bleiben zudem freiwillig bis zum nächsten Test an diesem Freitag zu Hause. Ein für diesen Donnerstag angesetztes Regenerationstraining fällt aus.


Keine konkrete Aussage zu Impfungen

Wann es eine Impfung gegen das Coronavirus geben wird, vermag Wieler nicht zu sagen. Er hoffe auf das kommende Jahr. Allerdings wisse derzeit niemand, wie die derzeit laufenden Studien ausgehen werden. Er selbst sei jedoch optimistisch, dass unter den Kandidaten ein geeignete Mittel sei. Die Ständige Impfkommission plane jedoch schon die Impfkampagne für Deutschland.

Wieler wirbt für Kontakt-Tagebuch

Wie der Virologe Christian Drosten wirbt auch der RKI-Präsident für das Führen eines Kontakt-Tagebuches, um Infektionsketten nachvollziehen zu können. Worum es dabei geht, lesen Sie hier:

„Wir können es schaffen“

„Wir können es schaffen“, antwortet Wieler auf die Frage, ob sich eine Entwicklung wie in den Nachbarländern verhindern lasse. Voraussetzung seien die konsequente Anwendung der AHA+L-Regeln und die Arbeit der Gesundheitsämter.

Wieler zu Isolierung von Risikogruppen: „Kann nicht funktionieren“

Forderungen nach einer strikteren Isolierung von risikogruppen erteilt Wieler eine Absage: „Das kann nicht funktionieren.“ In unserer Gesellschaft lebten älter und jüngere Menschen zusammen: Jüngere Menschen müssten sich ihrer Verantwortung bewusst sein und entsprechend Risiken vermeiden.

„Bedenkliche“ Entwicklung in bestimmten Landkreisen

Mit Blick auf die rund 20 Kreise und Städte, die die Infektionsketten nicht mehr nachvollziehen können, spricht Wieler von einer „bedenklichen“ Entwicklung. Dennoch sei jeder einzelne Kontakt, der erfasst werde, wichtig. „Wir dürfen nicht aufgeben.“ 

Appell an Gesundheitsämter

Wieler wendet sich direkt an die Gesundheitsämter und appelliert an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, nicht nachzulassen. „Mit jedem Fall den Sie erkennen und isolieren, verhindern Sie weitere Infektionen.“

Die meisten Infektionen entstehen im privaten Umfeld

Aus Daten der Gesundheitsämter geht laut Robert-Koch-Institut hervor, wo sich Infektionscluster bilden. Demnach ist inzwischen der größte Teil der Ausbrüche auf den privaten (Wohn-)Bereich zurückzuführen. In die Häuser und Wohnungen werde das Virus oftmals von Feiern und größeren Treffen hineingetragen. Die gute Nachricht sei: „Wir können viel dazu beitragen, die Ansteckungen zu verhindern“, so Wieler. „Nehmen Sie die Symptome und Warnungen ernst.“ Bislang sei Deutschland verhältnismäßig gut durch die Pandemie gekommen. Dies sei unter anderem der Mithilfe der Bevölkerung und der Arbeit der Gesundheitsbehörden zu verdanken.

Wieler warnt vor weiterem Verlauf

Der Anteil der älteren Infizierten steigt Wieler zufolge, ebenso wie die Behandlungen von Covid-Patienten in Krankenhäusern und auf Intensivstationen. Es sei zu erwarten, dass auch die Zahl der Toten wieder deutlicher steige.

RKI ruft zu Mithilfe auf

Lothar Wieler, der Präsident des Robert-Koch-Instituts, ruft die Bevölkerung dazu auf, sich weiter und verstärkt an die bekannten AHA+L-Regeln zu halten (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske, Lüften). Die Lage sei ernst. Es gebe jedoch weiterhin die Chance, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.

Infektionsschutz wird löchriger – RKI gibt neuen Pandemie-Überblick

Mit Blick auf stetig steigende Fallzahlen informiert das Robert Koch-Institut (RKI) ab 10 Uhr zur Entwicklung der Pandemie in Deutschland. RKI-Präsident Lothar Wieler hatte zuletzt den Ernst der aktuellen Lage betont. Einige Städte und Kreise sind nach RKI-Angaben derzeit damit überfordert, den vorgeschriebenen Infektionsschutz in der Pandemie vollständig zu leisten.

Absatz von Toilettenpapier wieder fast doppelt so hoch wie vor Coronakrise

Mit den stark steigenden Corona-Zahlen zieht auch die Nachfrage nach Toilettenpapier wieder deutlich an. In der vergangenen Kalenderwoche wurde mit einem Absatzplus von 90 Prozent fast doppelt so viel Toilettenpapier verkauft wie im Durchschnitt vor Ausbruch der Pandemie, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Auch andere Hygieneartikel waren demnach stark nachgefragt. Der Absatz von Desinfektionsmittel lag demnach knapp 73 Prozent über dem Vorkrisen-Schnitt, bei Seife betrug das Absatzplus gut 62 Prozent. Die Nachfrage nach beiden Produkten war auch während des Sommers „leicht überdurchschnittlich“, wie die Statistiker betonten.

Konsumlaune der Verbraucher bricht angesichts hoher Corona-Zahlen wieder ein

Die massiv steigende Zahl der Corona-Neuinfektionen drückt die Konsumlaune der Verbraucher: Das Marktforschungsinstitut GfK prognostizierte einen Wert von minus 3,1 Punkten für November, das sind 1,4 Punkte weniger als im Oktober. Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartungen als auch die Anschaffungsneigung gingen zurück. Ob sich das Konsumklima in den kommenden Monaten wieder stabilisiert, hängt laut GfK vor allem vom weiteren Verlauf der Pandemie ab.

Neuer Rekord bei Neuinfektionen in Deutschland – mehr als 11.000 Fälle

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist erstmals seit Beginn der Pandemie auf mehr als 11.000 verzeichnete Fälle binnen eines Tages gestiegen. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Morgen mitteilte, wurden am Vortag 11.287 neue Ansteckungsfälle erfasst. Der bisherige Rekordwert hatte bei 7830 Infektionen innerhalb eines Tages gelegen und war am vergangenen Freitag von den Gesundheitsämtern gemeldet worden.

Jugendämter fordern in Coronakrise mehr Rücksicht auf Kinder

Die Jugendämter in Deutschland fordern in der Coronakrise mehr Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen und eine Stärkung der Kinder- und Jugendhilfe. Es werde darüber geschimpft, dass die Jugend Partys feiere, aber es werde nicht gesehen, dass ihnen ihre Alltagsräume genommen worden seien, sagte Birgit Zeller, Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter (BAG) und Leiterin des Landesjugendamtes Rheinland-Pfalz der Nachrichtenagentur DPA.

„Das war zunächst die Schule, aber das sind auch alle Freizeitgestaltungsmöglichkeiten. Die Kneipe, der Club, der Sportverein. All das, wo Gemeinschaft stattfindet, das entfällt. Und das ist etwas, das junge Menschen ganz anders trifft, als Erwachsene.“ In der weiteren Diskussion um Maßnahmen der Pandemiebekämpfung müsse das viel stärkere Berücksichtigung finden, verlangte Zeller.

Der BAG-Vorsitzende Lorenz Bahr und Leiter des Landesjugendamtes Rheinland wies auf benachteiligte und arme Kinder hin. Diese seien „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die größten Verlierer der Corona-Pandemie“. Er forderte ein Unterstützungsprogramm für die Jugendämter mit 5000 zusätzlichen Stellen. Diese hätten eine große Bedeutung für den Zusammenhalt der Gesellschaft. „Sie sind die zentralen Ansprechpartner und Ohren, nicht nur für Kinder und Jugendliche, sondern auch für deren Familien.“

Ärzteverband: Merkel-Rechnung mit 19.200 Neuinfektionen realistisch

Die Verbandschefin der Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst hält das Szenario von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nicht für übertrieben, dass die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland auf über 19.000 steigen könnte. „Als die Bundeskanzlerin vor einigen Wochen von 19.200 Neuinfektionen an einem Tag gesprochen hat, habe ich eine solche Entwicklung zunächst für unwahrscheinlich gehalten“, sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Aber so wie die Dinge derzeit verlaufen, halte ich das inzwischen für eine realistische Einschätzung.“

Einheitliche Corona-Regeln für Pflegeheime geplant

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung will den Pflegeheimen demnächst einheitliche Corona-Regeln an die Hand geben. „In wenigen Wochen, deutlich vor Weihnachten, werden wir – unterstützt von Gesundheitsminister Jens Spahn und dem Robert Koch-Institut – eine Handreichung vorlegen, um dem Flickenteppich mehr Einheitlichkeit und Nachvollziehbarkeit zu geben“, sagte Andreas Westerfellhaus der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

SPD: Maskenpflicht und Sperrstunde ins Infektionsschutzgesetz

Die SPD-Bundestagsfraktion strebt baldige Gesetzesänderungen an, um das Parlament stärker an den Corona-Entscheidungen zu beteiligen. „Wir wollen sicherstellen, dass der Bundestag bei den wesentlichen Entscheidungen das letzte Wort hat und dass die Befugnisse für die Regierung zum Erlass von Verordnungen bestimmt genug sind“, sagte der rechtspolitische Sprecher Johannes Fechner der „Welt“. „Darüber diskutieren wir gerade intensiv auch mit dem Koalitionspartner und wollen zeitnah zu Gesetzesänderungen kommen.“

Konkret wolle man „Standardmaßnahmen wie Maskenpflicht oder Sperrstunde im Infektionsschutzgesetz verankern, damit es für die Länder einen bundeseinheitlichen Rechtsrahmen gibt“, sagte Fechner. Außerdem solle „klar festgelegt werden, welche Bedingungen vorliegen müssen, damit die Standardmaßnahmen überhaupt ergriffen werden können“. Generell wolle man „einen Parlamentsvorbehalt bei allen Entscheidungen, die die Grundrechte wesentlich beeinträchtigen“.

Nachrichten von Mittwoch, 21. Oktober

Toter bei Corona-Impfstoff-Studie von AstraZeneca in Brasilien

Während der Studie zu einem Corona-Impfstoff des Pharmakonzerns AstraZeneca in Brasilien ist ein Proband gestorben. Dies bestätigte die brasilianische Überwachungsbehörde für Gesundheit, Anvisa, der Nachrichtenagentur DPA am Mittwoch. Zuvor hatten brasilianische Medien darüber berichtet. Den Impfstoff hatte der britisch-schwedische Konzern in Zusammenarbeit mit der Universität Oxford entwickelt. Nach eigenen Angaben war die Anvisa bereits am Montag darüber informiert worden. Die Empfehlung laute, die Tests fortzusetzen. Der Fall werde derzeit geprüft, Daten über Freiwillige müssten vertraulich behandelt werden. 

Dem Fernsehsender „CNN Brasil“ zufolge handelt es sich bei dem Toten um einen 28 Jahre alten Mann aus Rio de Janeiro, der wegen Komplikationen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben sei. Die brasilianische Zeitung „O Globo“ berichtete dagegen unter Berufung auf Quellen, die aus rechtlichen Gründen nicht genannt werden wollten, dass der betreffende Freiwillige nicht den Impfstoff, sondern ein Placebo bekommen habe. Offiziell äußerten sich zu dieser Frage zunächst weder das Labor noch die Testzentren oder die Anvisa. 

Spanien registriert als erstes EU-Land mehr als eine Million Corona-Infektionen

Spanien hat als erstes EU-Land die Schwelle von einer Million Corona-Infektionen überschritten. Mit 16.973 Neuinfektionen binnen 24 Stunden stieg die Zahl der nachgewiesenen Ansteckungen am Mittwoch auf 1.005.295 Fälle, wie das Gesundheitsministerium in Madrid am Abend mitteilte. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus stieg demnach um 156 auf 34.366. Unterdessen wurden die strengen Corona-Maßnahmen im Land auf die Region Aragon und die nördliche Provinz La Rioja ausgeweitet, weil dort in den vergangenen 14 Tagen mehr als 500 Corona-Infektionen auf 100.000 Einwohner registriert wurden. „Die Situation ist offen gesagt besorgniserregend“, sagte der Regionalpräsident Aragons, Javier Lambán, bei einer Pressekonferenz.

Negativer Corona-Schnelltest bei Familienministerin Giffey

Familienministerin Franziska Giffey (SPD) ist am späten Mittwochnachmittag negativ auf Corona getestet worden. Wie eine Sprecherin der Nachrichtenagentur DPA sagte, handelte sich um einen Schnelltest. Ein weiterer werde folgen. Zuvor war Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) als erster Minister der Bundesregierung positiv getestet worden. Er hatte am Vormittag noch an der Kabinettssitzung im Bundeskanzleramt teilgenommen und dort am Rande auch mit Giffey gesprochen, wie Fotos zeigen. Grund für den Test der Familienministerin sei aber vor allem die gemeinsame Pressekonferenz am vergangenen Freitag zur Lage der Kitas in der Pandemie gewesen, hieß es. Giffey hatte da sehr lange gemeinsam mit dem Gesundheitsminister auf dem Podium gesessen.

Merkel wünscht Spahn nach Corona-Infektion rasche Genesung

Kanzlerin Angela Merkel hat dem mit dem Coronavirus infizierten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) alles Gute und einen schnelle Genesung gewünscht. Spahn habe die Kanzlerin am Nachmittag persönlich von seiner Infektion informiert, sagte ein Regierungssprecher der Nachrichtenagentur DPA.

Spahn zu Corona-Infektion: „Habe Erkältungsymptome“ – Umfeld lässt sich testen

Nach seinem positiven Corona-Test hat sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Abend erstmals öffentlich geäußert. „Ich befinde mich in häuslicher Isolation und habe bisher nur Erkältungssymptome entwickelt“, sagte der CDU-Politiker der „Bild“-Zeitung. Zugleich bedankte Spahn sich für die Genesungswünsche.

Alle Kontaktpersonen werden nach Angaben des Ministeriums aktuell über die Corona-Infektion Spahns informiert. Spahns Sprecher Hanno Kautz sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Erkältungssymptome bei dem Minister seien erst am Mittwoch aufgetreten, er habe sich daraufhin testen lassen. Die entsprechenden Mitarbeiter seien ins Homeoffice umgezogen.

Gesundheitsminister Jens Spahn positiv auf Coronavirus getestet

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich mit dem Coronavirus angesteckt. Wie das Gesundheitsministerium in Berlin mitteilte, wurde er am frühen Mittwochnachmittag positiv auf das Virus getestet. Spahn habe sich umgehend in häusliche Isolierung begeben, hieß es in der Mitteilung. „Bislang haben sich bei ihm nur Erkältungssymptome entwickelt. Alle Kontaktpersonen werden aktuell informiert.“ Er ist damit der erste Bundesminister, der sich nachweislich infiziert hat. Fotos zeigen, dass Spahn am Mittwochvormittag im Kanzleramt an der Kabinettssitzung teilnahm. Auf den Bildern ist Spahn mit einem Mund-Nasen-Schutz zu sehen. 

Wie ein Regierungssprecher am Mittwoch in Berlin auf Anfrage mitteilte, muss das Bundeskabinett deswegen nicht gesammelt in Quarantäne. Das Kabinett tage unter Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln, die darauf abzielten, dass auch im Falle der Teilnahme einer Person, die später coronapositiv getestet werde, eine Quarantäne anderer oder gar aller Teilnehmer nicht erforderlich werde. 

Die Fotos aus der Kabinettssitzung zeigen, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Minister der Regierung mit Maske im Sitzungsraum eintreffen. Am Tisch sind die Masken dann ab. „Bedingungen im Bundeskanzleramt und insbesondere im Internationalen Konferenzsaal, in denen die wöchentlichen Kabinettssitzungen stattfinden, sind hinsichtlich des Infektionsschutzes besonders optimiert und vom Gesundheitsamt Berlin-Mitte fachlich überprüft worden“, sagte der Sprecher weiter. Das Kabinett tagt dort an einem großen runden Tisch. Zwischen den Teilnehmern sind jeweils mehrere Plätze frei. 

Immer wieder mussten sich zuletzt Spitzenpolitiker wegen Risikobegegnungen in Quarantäne begeben. Am Samstag hatte es Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier getroffen. Grund war der positive Corona-Test eines Personenschützers. Zwei Tests beim Staatsoberhaupt fielen seither negativ aus.

Bereits am Montag hatte sich Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) wegen einer Warnung über die Corona-App in Quarantäne begeben. Ende September hatten sich auch Außenminister Heiko Maas (SPD) und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) vorübergehend isoliert. Bei Maas hatte sich ebenfalls ein Personenschützer infiziert. Altmaier ging vorsorglich in Quarantäne, weil ein Mitarbeiter eines EU-Ministers positiv getestet worden war, der mit ihm bei einem Treffen des EU-Handelsministerrats in Berlin anwesend war. 

Bereits im März war auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) vorsorglich für knapp zwei Wochen in häuslicher Quarantäne, weil sie von einem Arzt geimpft worden war, bei dem kurz darauf eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt wurde.

Ärger über Durchstecherei bei Bund-Länder-Beratungen zu Corona 

Bei Bundesregierung und Länderregierungschefs nimmt nach einem Medienbericht die Verärgerung über Durchstechereien etwa bei gemeinsamen Konferenzen über die Corona-Pandemie zu. Daher werde über schärfere Regelungen nachgedacht, wie solche „Lecks“ zu stopfen seien, berichtete der Sender RTL/ntv. Die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer sagte dazu, sie könne solche Pläne nicht bestätigen. „Ich kann Ihnen aber sehr wohl berichten, dass die Bundeskanzlerin sich ganz grundsätzlich an die Vertraulichkeit solcher internen Beratungen hält“, sagte sie.

Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), sagte dem Sender: „Diese Durchstechereien während der MPK (Ministerpräsidentenkonferenz) sind ein großes Ärgernis. Sie blockieren unsere Arbeit, kosten Zeit und verhindern gute, sachgemäße Ergebnisse.“ Laut RTL/ntv lässt Merkel prüfen, wie man die vertraulichen Corona-Spitzenrunden mit den Ministerpräsidenten besser vor Lecks schützen und gegen die Medien abschotten kann. Im Gespräch sei offenbar unter anderem eine Verkleinerung der Runden, bei der zuletzt etwa auch die Chefs der Staatskanzleien zugeschaltet gewesen seien, so der Sender weiter. Außerdem werde eine Pflicht für alle Anwesenden erwogen, ihre Handys vor Beginn der Sitzung abzugeben.

NRW führt Maskenpflicht für Schüler auch im Unterricht wieder ein

Schüler ab der 5. Klasse müssen in Nordrhein-Westfalen nach den Herbstferien auch an ihrem Sitzplatz im Unterricht wieder Maske tragen. Die Regelung soll bis zu den Weihnachtsferien gelten, teilte das Schulministerium am Mittwoch mit. Zudem kündigte das Land ein Sonderprogramm an, um die Belüftung an Schulen zu verbessern. Das Land wird dafür laut NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) 50 Millionen Euro für mobile Lüftungsanlagen zur Verfügung stellen. Die Wiedereinführung der Maskenpflicht im Unterricht hatte am Dienstag unter anderem die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gefordert.

Wie im Sommer müssen Lehrer künftig immer dann Maske tragen, wenn sie den Mindestabstand von 1,5 Metern nicht einhalten können. Auch wenn es der Unterricht erfordert, können sie sie zumindest zeitweise ausziehen. Grundschüler sind von der Maskenpflicht im Klassenzimmer ausgenommen. Weiter empfiehlt das NRW-Schulministerium, in den Klassenräumen alle 20 Minuten Stoßlüften – sowie „Querlüften wo immer es möglich ist“ und „Lüften während der gesamten Pausendauer“. 

US-Gesundheitsbehörde: Möglicherweise mehr Corona-Tote als ohnehin bekannt

Durch das neuartige Coronavirus sind in den USA nach offiziellen Angaben bislang rund 220.000 Menschen ums Leben gekommen, laut einer Studie verursachte die Pandemie aber womöglich noch deutlich mehr Opfer. Seit Ende Januar seien in den Vereinigten Staaten 299.028 mehr Menschen gestorben als üblich, heißt es in der Untersuchung der US-Gesundheitsbehörde CDC. Davon seien 198.081 und damit zwei Drittel der Fälle direkt auf Covid-19 zurückzuführen.

Die Zahl der Todesfälle, die durch Herz-Kreislauferkrankungen, Alzheimer und andere Formen von Demenz sowie Atemwegserkrankungen verursacht wurden, nahm im gleichen Zeitraum laut CDC ebenfalls zu. Einige dieser mehr als 100.000 zusätzlichen Todesfälle könnten der Studie zufolge aber falsch klassifiziert worden sein; sie müssten womöglich ebenfalls auf die Corona-Pandemie zurückgeführt werden. Die Studienautoren erklären die Übersterblichkeit auch dadurch, dass der Zugang zur Gesundheitsversorgung wegen der Pandemie eingeschränkt war.

Als Übersterblichkeit wird eine im Vergleich zu anderen Zeiträumen oder Erwartungswerten erhöhte Sterberate bezeichnet. Die Studie verglich den Zeitraum von Ende Januar 2020 bis zum 3. Oktober 2020 mit den durchschnittlichen wöchentlichen Todeszahlen zwischen 2015 und 2019. Die höchste Übersterblichkeit, beinahe 95.000 Todesfälle, wurde laut der Studie in der Altersgruppe der 75- bis 84-Jährigen registriert. Die Altersgruppe der 25- bis 44-Jährigen allerdings verzeichnete mit 26,5 Prozent den größten Anstieg der Übersterblichkeitsrate.

Söder will Testpflicht für Berufspendler aus Hotspots im Ausland

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will im Freistaat eine Testpflicht für Berufspendler aus ausländischen Corona-Hotspots einführen. Wer sich binnen 14 Tagen vor der Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten hat und nach Deutschland zum Arbeiten pendelt, soll künftig einmal pro Woche einen negativen Corona-Test vorweisen müssen. Das sagte Söder am Mittwoch in einer Regierungserklärung zur Coronakrise im Landtag in München.

Veranstaltungs-Beschränkung in Bayern auf 50 Personen ab Corona-Wert 100

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat für Regionen mit drastisch erhöhten Corona-Zahlen eine Beschränkung von Veranstaltungen auf maximal 50 Teilnehmer und eine Sperrstunde ab 21.00 Uhr angekündigt. Dies soll dann greifen, wenn die Zahl von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten wird. Das sagte Söder am Mittwoch in einer Regierungserklärung zur Coronakrise im Landtag in München.

Zudem hat der Ministerpräsident in einem flehentlichen Appell zu Ernsthaftigkeit und Seriosität im Kampf gegen die Corona-Pandemie aufgerufen. „Vorsicht und Umsicht sind der beste Maßstab“, sagte Söder am Mittwoch bei seiner Regierungserklärung im Bayerischen Landtag. „Es ist in Deutschland zu früh und viel zu hoch von den Zahlen“, sagte Söder. Der Winter, mit einem erhöhten Infektionsgeschehen, komme erst noch.

In vielen Nachbarländern seien die Verhältnisse schlimmer als in Deutschland und in Bayern, aber auch hierzulande verschlimmere sich die Situation schnell. „Corona ist wieder voll zurück, die zweite Welle ist da, sie rollt über ganz Europa“, sagte der Ministerpräsident. Einem zweiten Lockdown sei man näher als viele glaubten, zumindest einem Teil-Lockdown. Die Zahl der schwer Erkrankten in den Krankenhäusern nehme spürbar zu.

Tschechien schließt Geschäfte und verhängt Lockdown 

Angesichts sprunghaft steigender Corona-Zahlen greift Tschechien zu drastischen Maßnahmen, die einem landesweiten Lockdown gleichkommen. Von Donnerstagmorgen an müssen fast alle Geschäfte schließen, wie Gesundheitsminister Roman Prymula am Mittwoch bekanntgab. Ausgenommen sind unter anderem Lebensmittelgeschäfte, Drogerien und Apotheken. Zudem werden Ausgangsbeschränkungen wie im Frühjahr verhängt: Die Regierung hat angeordnet, dass Leute ihre Kontakte mit anderen Menschen auf die „absolut notwendige Zeit“ begrenzen müssen. Das gilt nicht für den Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arzt- und Familienbesuche. Erlaubt sind auch Spaziergänge in Parks und der freien Natur. 

Litauen und Slowenien vermelden Rekord bei Corona-Neuinfektionen

In Litauen haben die Corona-Neuinfektionen zum vierten Mal in diesem Monat einen Rekordwert erreicht. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Vilnius vom Mittwoch wurden 311 positive Tests innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Dies ist der höchste Anstieg binnen eines Tages seit Beginn der Pandemie. Der bisherige Höchstwert in dem baltischen EU-Land lag bei 255 Neuinfektionen. Litauen mit seinen knapp drei Millionen Einwohnern verzeichnete insgesamt bislang 8239 bestätigte Infektionen und 120 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus. Dabei hatten die Infektionszahlen zuletzt deutlich zugenommen – seit Mitte vergangener Woche sind es  täglich mehr als 200 neue Fälle. Es wurde aber auch mehr getestet. 

Im EU-Land Slowenien haben die Behörden am Mittwoch ebenfalls einen Rekordwert an neuen Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. In den vergangenen 24 Stunden sei bei 1503 Menschen das Virus Sars-CoV-2 nachgewiesen worden, teilte ein Regierungssprecher in Ljubljana mit. Das waren fast doppelt so viele wie vor fünf Tagen, als mit 869 Neuinfektionen der bisherige Rekordwert festgestellt worden war

RKI: Sterberate in Deutschland deutlich unter einem Prozent

Weit weniger als jeder Hundertste der gemeldeten Corona-Infizierten in Deutschland ist zuletzt an oder mit Beteiligung der Infektion gestorben. Das geht aus dem aktuellen Lagebericht des Robert Koch-Instituts (RKI) von Dienstagabend hervor. Demnach liegt der Anteil Verstorbener an allen laborbestätigten Sars-CoV-2-Infektionen seit der Kalenderwoche 34 (17.8. bis 23.8.) bei deutlich unter einem Prozent.

Der überwiegende Teil (85 Prozent) der mehr als 9800 Corona-Toten seit Beginn der Pandemie war laut RKI 70 Jahre oder älter. Unter 50 Jahre alt waren 130 Betroffene, was 1,3 Prozent aller Corona-Toten entspricht.

Die Zahl der Toten pro Woche hatte Anfang April mit mehr als 1600 ihren Höchststand erreicht und war dann deutlich gesunken. Seit Anfang September stieg sie wieder leicht an und lag zuletzt bei etwa 200 Fällen binnen sieben Tagen. Mit Blick auf die gesamte Pandemie in Deutschland gab das RKI die Fallsterblichkeit am Dienstag mit 2,6 Prozent an.

Spahn sieht keinen bundesweiten Lockdown mehr kommen

Zu einem großflächigen Stillstand in Deutschland wie im Frühjahr wird es nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in der jetzigen Corona-Situation nicht kommen. „Einen zweiten Lockdown, so wie er immer gemeint wird, den sehe ich nicht“, sagte Spahn auf die entsprechende Frage eines Nutzers der Social-Media-App Jodel. Dort hatten sich auch in der Vergangenheit bereits Spitzenpolitiker, unter anderem Kanzleramtschef Helge Braun CDU), Fragen von Nutzern gestellt.

Spahn begründete seine Aussage damit, dass man wisse, dass es beispielsweise im Einzelhandel, bei Friseuren und in anderen Bereichen momentan keine Ausbrüche gebe, wenn auf die sogenannte AHA-Regel – Abstand, Hygiene, Alltagsmaske – geachtet werde. „Also wir haben Bereiche, von denen wissen wir heute besser als im März, wo die Risiken händelbar sind, und deswegen würde man sie auch nicht wieder schließen müssen.“

EU-Kommission: „Noch Monate bis zum Corona-Impfstoff“

Für die Coronakrise ist nach Einschätzung der EU-Kommission keine schnelle Lösung durch Impfungen in Sicht. „Es wird noch Monate dauern, bis ein Impfstoff gefunden und verteilt ist“, sagte Kommissionsvizepräsident Maros Sefcovic am Mittwoch im Europaparlament in Brüssel. Niemand wisse heute, wann die Pandemie endlich vorüber sein werde.

Er appellierte an die Bürger, mit ihrem Verhalten bei der Eindämmung der Pandemie zu helfen. „Niemand in Europa will einen zweiten Lockdown“, sagte Sefcovic. „Deshalb rufe ich alle europäischen Bürger auf, sich verantwortungsvoll zu verhalten.“

Die EU-Kommission ist unter anderem damit befasst, für alle EU-Staaten Vorverträge über mögliche künftige Impfstoffe abzuschließen. Neben den drei bereits öffentlich bekannten Verträgen seien drei weitere in der Abschlussphase, sagte Sefcovic.

Soldaten helfen im Corona-Hotspot Berchtesgadener Land

Sanitäter der Bundeswehr helfen seit Mittwoch im bayerischen Landkreis Berchtesgadener Land, die Ursache für den massiven Anstieg der Corona-Zahlen zu finden. Die etwa 20 Kräfte sollen unter anderem zur Nachverfolgung von Infektionsketten eingesetzt werden, wie Sprecher Carsten Spiering vom Landeskommando in Bayern mit Sitz in München sagte. In bestimmten Fällen darf die Bundeswehr innerhalb Deutschlands eingesetzt werden.

Warum sich so viele Menschen im südöstlichsten Zipfel Bayerns mit dem Coronavirus angesteckt haben, ist noch offen. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen 7 Tagen im Landkreis lag am Dienstag bei rund 236. Seit Dienstagnachmittag ist im Landkreis eine strikte Ausgangsbeschränkung in Kraft. Zudem mussten Schulen und Kitas schließen. Freizeiteinrichtungen aller Art sowie Restaurants dürfen nicht mehr öffnen. Veranstaltungen sind untersagt – mit Ausnahme von Gottesdiensten. Hotels mussten ebenfalls schließen, nur Geschäftsreisende dürfen dort noch übernachten.

Unternehmen können weitere Überbrückungsgelder beantragen

In der Coronakrise könne besonders belastete Unternehmen ab sofort weitere Überbrückungshilfen beantragen. Dabei geht es um Zuschüsse zu betrieblichen Fixkosten wie Mieten – und zwar für die Monate September bis Dezember. Voraussetzung ist, dass ein Unternehmen hohe Umsatzausfälle hat. „Wir lassen unsere Unternehmen in der Krise nicht allein“, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) laut Mitteilung. Mit den Hilfen solle vor allem Firmen geholfen werden, die durch behördliche Anordnungen oder Hygiene- und Abstandsregeln weiter geschlossen seien oder nur mit halber Kraft fahren könnten.

Bund und Länder haben bereits beschlossen, die Überbrückungshilfen um ein halbes Jahr bis zum 30. Juni 2021 zu verlängern.

Altmaier berät mit Wirtschaft die Corona-Lage

Angesichts der hohen Zahl an Corona-Neuinfektionen in Deutschland berät Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Donnerstag mit Wirtschaftsverbänden über die aktuelle Lage. Das geht aus einer Einladung des Wirtschaftsministeriums hervor. Vertreten bei einer Videokonferenz sind demnach etwa der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband sowie der Verband der Gründer und Selbstständigen. Gerade diese beiden Branchen sind besonders hart von Einschränkungen betroffen. Die Bundesregierung hatte zuletzt Überbrückungshilfen für besonders belastete Branchen verlängert. Immer wieder gab es Kritik, die Hilfe kämen bei vielen Betroffenen nicht genügend an.

7595 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vom Mittwochmorgen 7595 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Der Wert bleibt damit knapp hinter der Höchstmarke von 7830 vom Samstag zurück, liegt aber deutlich über den 5132 gemeldeten Neuinfektionen vom vergangenen Mittwoch.

Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Samstag zum dritten Mal in Folge einen Rekordwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland erreicht. Die jetzigen Werte sind allerdings nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird – und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Auch zweiter Corona-Test von Bundespräsident Steinmeier negativ

Auch ein zweiter Corona-Test bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist negativ ausgefallen. Das teilte eine Sprecherin des Bundespräsidialamts mit. Das zuständige Gesundheitsamt habe festgelegt, dass das Staatsoberhaupt noch bis zum 29. Oktober in Quarantäne bleiben müsse, hieß es weiter. Steinmeier hatte sich am Wochenende selbst in Quarantäne begeben, nachdem einer seiner Personenschützer positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Ein erster Test bei ihm fiel negativ aus.

Söder fordert nationale Corona-Regeln

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat seine Forderung nach mehr nationalen Regeln im Kampf gegen die Coronakrise bekräftigt. Im ZDF-„Morgenmagazin forderte der CSU-Chef, das Infektionsschutzgesetz an das aktuelle Pandemiegeschehen anzupassen. Es ist auch wichtig, dass wir nicht nur unterschiedliche regionale Konzepte haben, sondern auch mehr einheitliche Linie haben. Wir spüren, dass das ständig nachgesteuert werden muss“, sagte Söder. Er glaube ein „grundlegender Durchgriff“, der in einem nationalen Pandemieplan erfolge, würde auch vor Ort helfen.

Der CSU-Politiker hatte sich zuletzt wiederholt für mehr Kompetenzen für den Bund beim Infektionsschutz starkgemacht. Am Montag hatte Söder gesagt: „Ich bin ein überzeugter Föderalist, aber ich glaube, dass der Föderalismus zunehmend an seine Grenze stößt.“

Söder sieht „politisch-mentales“ Problem im Kampf gegen Corona

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat zu einer „nationalen Kraftanstrengung“ im Kampf gegen die Coronakrise aufgerufen. Deutschland habe bei der Bewältigung der Pandemie derzeit kein logistisches, sondern ein „politisch-mentales“ Problem, sagte Söder am Mittwoch im ZDF-„Morgenmagazin“. „Seit Monaten wird das Thema zerredet, kleingeredet, es wird schöngeredet“, sagte Söder. Es sei aber wichtig, die Pandemie wieder als Herausforderung zu verstehen. „Wir brauchen jetzt einen Gemeinschaftsakt – genauso wie bei der ersten Welle.“

Ministerpräsident warnt vor steigenden Krankenkassen-Beiträgen 

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat angesichts wachsender Ausgaben für Corona-Tests vor Beitragssteigerungen der gesetzlichen Krankenversicherung gewarnt. Zu erwarten seien „knackige Beitragserhöhungen“ im kommenden Jahr, sagte der SPD-Politiker dem „Tagesspiegel“ (Mittwoch). „Jetzt kommt ein richtiger Griff in die Kassen, das hält das System nicht aus.“ Er lehnte Pläne der Bundesregierung ab, die Finanzreserven der gesetzlichen Krankenkassen von acht Milliarden Euro für die Bewältigung der Corona-Kosten heranzuziehen. 

Werden die Rücklagen aufgebraucht, könnten viele gesetzliche Krankenkassen in die roten Zahlen rutschen und die Zusatzbeiträge am Ende daher deutlich stärker steigen.  Beitragserhöhungen sind letztlich für die allermeisten Zahler verdeckte Steuererhöhungen“, sagte Weil. Zudem komme der dickste Kostenbrocken erst noch: „Wenn es gut geht, wird im nächsten Jahr eine umfassende Impfwelle durch Deutschland gehen, die sehr viel Geld kosten wird.“ 

Großteil der Bewohner von NRW leben in Risikogebiet

In Nordrhein-Westfalen wohnen inzwischen zwei Drittel der Bevölkerung in einem Corona-Risikogebiet. Rund 12 Millionen Einwohner leben in Städten oder Kreisen, die über der kritischen Schwelle von 50 Neuinfektionen liegen, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch hervorgeht. Münster mit rund 315 300 Einwohnern war demnach die einzige größere Stadt, die mit 33 Fällen pro 100.000 Einwohnern in den letzten sieben Tage unter der Kennzahl von 50 blieb. Das bevölkerungsreichste Bundesland NRW hat knapp 18 Millionen Einwohner.

Mehrere Regionen verzeichneten sogar mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen einer Woche – darunter die Millionenstadt Köln mit einem Wert von 104,5. Dunkelrot auf der RKI-Karte waren auch Duisburg, Gelsenkirchen, die Städteregion Aachen und Wuppertal. Die höchsten Werte hatte die bergische Stadt Solingen mit rund 159.250 Einwohnern und einem Wert von 137,5 sowie Herne mit 133,6 und 156 450 Einwohnern. Das gesamte Ruhrgebiet galt auch am Mittwoch weiter als Risikogebiet.

Franzosen skeptisch wegen möglicher Corona-Impfung

Paradoxerweise ist die angekündigte Ankunft einer Impfung gegen Covid-19 nicht für alle eine gute Nachricht. Trotz der Tödlichkeit des Virus, trotz seiner Aggressivität bei einigen Patienten zögern viele Franzosen, sich impfen zu lassen. Laut einer Umfrage (des Meinungsforschungsinstituts) Elabe sind 37 Prozent sogar dagegen. Während der Coronakrise ist so viel schief gegangen, dass das Vertrauen in den wissenschaftlichen Fortschritt nicht mehr selbstverständlich ist. (…) Auch wenn die Franzosen sich während des Lockdowns und der Ausgangssperren regelkonform verhalten, möchten sie ihre Freiheit behalten, wenn es um eine freiwillige Impfung geht. Nach dem Kampf gegen das Virus beginnt dann der Kampf der Meinungen. Eine große Herausforderung der öffentlichen Gesundheit für (Staatschef) Emmanuel Macron, der hofft, Mitte 2021 mit Corona abgeschlossen zu haben.“

Maffay hält nichts von Teilnehmer-Begrenzung bei Konzerten

Deutschrock-Sänger Peter Maffay, 71, hält nichts von den wegen der Corona-Pandemie vorgeschriebenen Obergrenzen von Teilnehmerzahlen für Kulturereignissen. „Das augenblickliche Limit bremst uns aus und gibt der Branche keine Chance, sich selbst aus der Patsche zu helfen“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Seit Ausbruch der Pandemie habe er mit seiner Band ein einziges Konzert – Anfang Oktober in der Berliner Waldbühne – gegeben. „Da passen normalerweise 22 .000 Leute rein, diesmal waren nur 4500 zugelassen“, sagte Maffay. Wirtschaftlich sei das „Nonsens“ gewesen. Was spricht dagegen, statt 4500 6000 oder 7000 Menschen reinzulassen, wenn es die Location und das Hygienekonzept zulassen?“

Bericht: Japan plant zu Olympia Anti-Corona-System in Athletendorf

Japans Olympia-Planer erwägen für die Sommerspiele im nächsten Jahr, das Athletendorf in Tokio mit einem ausgefeilten medizinischen Versorgungssystem zum Schutz vor dem Coronavirus auszurüsten. Wie die japanische Wirtschaftszeitung „Nihon Keizai Shimbun“ unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, soll auf diese Weise selbst bei Infektionsfällen eine Ausbreitung auf die übrige Stadt verhindert werden. Zu diesem Zweck sollen Personen im Athletendorf, bei denen Infektionssymptome auftreten, in einer zu errichtenden ambulanten Versorgungseinrichtung im Umfeld des Athletendorfs behandelt werden können. Zugleich werde an eine Testeinrichtung im Athletendorf gedacht, hieß es weiter.

Im Athletendorf in der Bucht von Tokio mit seinen 21 Gebäuden zur Unterbringung der Olympioniken sowie angeschlossenen Kantinen und anderen Einrichtungen werden auf dem Höhepunkt der Spiele rund 30.000 Menschen erwartet, wie das Blatt weiter berichtete. Indem das Gebiet mit einer medizinischen Infrastruktur versorgt würde, solle das Auftreten von Infektionsclustern verhindert werden. Angedacht sei unter anderem, dass mögliche Infizierte mit leichten Symptomen in speziellen Unterkünften nahe des Athletendorfes unterkommen, während Fälle mit schwereren Symptomen in medizinische Einrichtungen kommen.

Nachrichten von Dienstag, 20. Oktober

ECDC: Mehr als fünf Millionen bestätigte Corona-Fälle in Europa

In der EU und ihren wichtigsten europäischen Partnerstaaten haben sich mittlerweile mehr als fünf Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Bis Dienstag wurden dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) insgesamt 5.039.783 Fälle aus dem Europäischen Wirtschaftsraum zuzüglich Großbritannien gemeldet. Das sind rund 130.000 mehr als am Vortag, wie aus einer täglich aktualisierten Übersicht des ECDC hervorgeht.

Die mit Abstand meisten Corona-Fälle haben demnach Spanien (974.449), Frankreich (910.277) und Großbritannien (741.212) verzeichnet. Dahinter folgen Italien (423.578), Deutschland (373.167), die Niederlande (235.954) und Belgien (230.387). In der gesamten Region hat es bislang rund 202.000 Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung gegeben.

Zum EWR zählen neben den 27 EU-Staaten auch Norwegen, Island und Liechtenstein. Das ECDC schließt auch das frühere EU-Mitglied Großbritannien mit ein. Dafür wird die Schweiz mit ihren bislang rund 83.000 bestätigten Corona-Fällen nicht miteingerechnet.

Berlin weitet Maskenpflicht aus und verschärft Sperrstunde

Wegen der Corona-Pandemie gelten in Berlin bald niedrigere Obergrenzen für private Zusammenkünfte. Draußen dürfen sich nur noch 25 statt bisher 50 Menschen treffen, drinnen statt bisher zehn Menschen nur noch Angehörige eines Haushalts plus maximal fünf andere Personen. Das beschloss der Senat am Dienstag, wie Regierungschef Michael Müller (SPD) mitteilte.

Zuvor hatte der Senat bereits eine Ausweitung der Maskenpflicht beschlossen. Sie soll künftig auch für Wochenmärkte, bestimmte Einkaufsstraßen und Warteschlangen gelten, in denen der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht einzuhalten ist.

Wie Müller ankündigte, soll zudem die zur Eindämmung der Pandemie verhängte Sperrstunde gerichtsfest gemacht werden. Geplant seien eine Verordnung und eine Gesetzesänderung, um bei der nächtlichen Sperrstunde samt Ausschankverbot für Alkohol sowohl für die Gastronomie als auch für Spätverkaufsstellen „nachzuschärfen“. Die Sperrstunde für Gastronomie und Handel in Berlin gilt seit 10. Oktober in der Zeit von 23.00 Uhr bis 6.00 Uhr. Alle Gastronomiebetriebe sowie fast alle Geschäfte müssen dann schließen.

Slowakische Regierung will fast das ganze Volk auf Corona testen 

Wer sich nicht auf Corona testen lässt, muss in Quarantäne: Die slowakische Regierung hat am Dienstag ein drastisches Vorgehen bei ihren geplanten Corona-Massentests angekündigt. Der Regierungsplan sieht vor, dass an den kommenden drei Wochenenden jeweils von Freitag bis Sonntag alle über zehn Jahre alten Bewohner des Landes einem Antigen-Schnelltest unterzogen werden sollen. Das Vorgehen sorgte für Irritation und Rätselraten in den Medien. Der populistisch-konservative Regierungschef Igor Matovic hatte das Vorhaben am Wochenende überraschend angekündigt, ohne vorher seine Koalitionspartner zu informieren.

Schweiz: Rechnerisch doppelt so viele Corona-Fälle wie Italien

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in der Schweiz hat sich binnen einer Woche verdoppelt. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl zähle die Schweiz damit doppelt so viele Neuansteckungen wie Italien, sagte Stefan Kuster, Leiter Übertragbare Krankheiten im Bundesamt für Gesundheit (BAG), in Bern. 3008 neue Corona-Fälle in 24 Stunden wurden am Dienstag in der Schweiz und in Liechtenstein gemeldet. Zudem registrierte das BAG acht neue Todesfälle.

Gericht kippt Beherbergungsbeschränkungen für Mecklenburg-Vorpommern

Auch in Mecklenburg-Vorpommern sind die bislang geltenden Beherbergungsbeschränkungen für Urlaubsgäste aus Corona-Risikogebieten gerichtlich gekippt worden. Das Oberverwaltungsgericht in Greifswald gab den Eilanträgen von zwei Hotelbetrieben statt, die gegen die geforderten Corona-Negativtests geklagt hatten. Die Landesregierung habe keinen sachlichen Grund darlegen können, weshalb Urlaubsgäste aus Risikogebieten anders zu behandeln seien als etwa Schüler, Studenten oder Berufspendler, teilte das Gericht zur Begründung mit.

Iran: Corona-Totenzahlen mehr als doppelt so hoch wie angegeben

Die Zahl der Corona-Toten im Iran ist nach Angaben aus dem Krisenstab des Landes mehr als doppelt so hoch wie vom Gesundheitsministerium angegeben. „Die amtliche Statistik müsse mit 2,5 multipliziert werden, um an die realen Zahlen zu kommen“, sagte Massud Mardani, Mitglied des iranischen Corona-Krisenstabs, der Nachrichtenagentur Isna. Nach dieser Berechnung läge die Zahl der Corona-Todesfälle bei mehr als 840 pro Tag – und nicht wie vom Gesundheitsministerium angegeben bei 337.

Rom bittet Influencer-Paar um Hilfe: „Benutzt die Maske!“

Italiens Regierung hat sich an das bekannteste Influencer-Paar des Landes gewandt, um die Corona-Ansteckungen unter jungen Leuten in den Griff zu bekommen. Der Rapper Fedez (31) erzählt dazu in einem am Montag veröffentlichten Video auf Instagram, Regierungschef Giuseppe Conte habe ihn und seine Frau Chiara Ferragni (33) um Hilfe gebeten. Es sei ein „sehr unerwarteter“ Anruf gewesen. Im selben Film startet Fedez einen Aufruf, sich an die nationale Maskenpflicht zu halten. Andere Politiker lobten das Paar am Dienstag.

Region Hannover führt Maskenpflicht in Unternehmen ein

Wegen der steigenden Corona-Zahlen führt die Region Hannover eine Maskenpflicht in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen ein. Sie soll ab Donnerstag (22. Oktober) gelten, wie die Behörde mitteilte. Der Inzidenzwert der Region lag am Dienstag bei 36,1 Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Die Mund-Nasen-Bedeckung müsse nicht am eigenen Schreibtisch, aber auf den Fluren und Treffpunkten wie in der Küche getragen werden, erläuterte eine Sprecherin. Ausgenommen sind Schulen und Kitas, in denen weiterhin die bestehenden Hygienekonzepte gelten

Hunderte Touristen müssen Berchtesgadener Land verlassen

Die strikten Ausgangsbeschränkungen im Landkreis Berchtesgaden haben Hunderte Feriengäste zur Abreise gezwungen. Die Berchtesgadener Land Tourismus schätzte die Zahl der Gäste, die in der Bergidylle rund um Watzmann und Königssee teils die Herbstferien verbringen wollten, auf knapp 2500. Der Sommer sei zwar für manche Beherbergungsbetriebe sogar besser gelaufen als das Vorjahr, sagte eine Sprecherin. Aber: „Teilweise sind noch nicht mal die Schäden aus dem Frühjahr kompensiert.“ Der Lockdown hatte damals Hoteliers und Gastgebern schwere Einbußen gebracht. 

Britische Forscher wollen Freiwillige gezielt mit Coronavirus anstecken  

Zur besseren Erforschung von Corona-Ansteckungen wollen britische Wissenschaftler erstmals Freiwillige gezielt mit dem Virus anstecken. Wie Wissenschaftler des Londoner Imperial College und anderer Einrichtungen mitteilten, soll das Forschungsprogramm zeigen, wie hoch die Viruslast sein muss, damit Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 erkranken. Auf diese Weise solle das Programm dazu beitragen, „die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, seine Folgen zu lindern und Todesfälle zu reduzieren“.

Spahn verteidigt längere Sonderbefugnisse

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat seine Pläne zur Verlängerung eigener infektionsschutzrechtlicher Sonderbefugnisse in Pandemiefällen verteidigt. Die Existenz entsprechender Regelungen entspringe „nicht Willkür oder Zufall“, sagte er im ZDF-„Morgenmagazin“. Sonderbefugnisse des Bundesgesundheitsministers bei der Pandemiebekämpfung hätten vielmehr „gesetzliche Grundlagen“ und würden vom Bundestag regelmäßig diskutiert. Das werde auch weiterhin so sein, ergänzte Spahn.

US-Pharmafirma hofft auf Notfallzulassung für Corona-Impfstoff

Der Arzneimittelhersteller Moderna erwartet mit etwas Glück eine US-Notfallzulassung für den eigenen Corona-Impfstoff im Dezember. Die Voraussetzung dafür sei, dass Moderna im November in einer Studie positive Zwischenergebnisse erziele, führte der Vorstandsvorsitzende Stephane Bancel auf einer Veranstaltung des Wall Street Journal“ aus.

Mit einer Notfallzulassung der amerikanischen Behörde für Nahrungs- und Arzneimittel (FDA) könnten Teile der US-Bevölkerung – zum Beispiel medizinisches Personal oder ältere Menschen – auch vor der offiziellen Zulassung geimpft werden.

Zahl der Corona-Toten im Iran wohl doppelt so hoch wie angegeben

Die Zahl der Corona-Toten im Iran ist nach Angaben aus dem Krisenstab des Landes mehr als doppelt so hoch wie vom Gesundheitsministerium angegeben. „Die amtliche Statistik müsse mit 2,5 multipliziert werden, um an die realen Zahlen zu kommen“, sagte Massud Mardani, Mitglied des iranischen Corona-Krisenstabs, der Nachrichtenagentur Isna am Dienstag. Nach dieser Berechnung läge die Zahl der Corona-Todesfälle bei mehr als 840 pro Tag – und nicht wie vom Gesundheitsministerium angegeben bei 337.

Auch andere Gesundheitsexperten im Iran teilen die Einschätzung Mardanis. Sie gehen davon aus, dass die offiziell angegebene Totenzahl deswegen noch relativ niedrig ist, weil es zu wenige Testmöglichkeiten gebe. Fachleute fordern daher eine umgehende Ausgangssperre in Großstädten, besonders in der Hauptstadt Teheran mit ihren 13 Millionen Einwohnern. Sonst könnte es zu kritischen Engpässen bei der medizinischen Versorgung und zu einem Mangel an Krankenhausbetten kommen. Präsident Hassan Ruhani aber ist aufgrund wirtschaftlicher Erwägungen weiterhin dagegen.

Gesamtes Ruhrgebiet nun Risikogebiet

Das gesamte Ruhrgebiet gilt seit Dienstagmorgen als Risikogebiet. Laut Robert Koch-Institut (RKI) ist auch die Stadt Oberhausen mit 52,7 über die wichtige Corona-Kennzahl von 50 gekommen. Auf einer Karte des RKI zieht sich ein durchgehender roter Streifen von Aachen bis Bielefeld. Die Städteregion Aachen, Solingen, Gelsenkirchen und Herne sind sogar dunkelrot markiert – sie liegen über dem Wert von 100 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Die Stadt Köln liegt mit dem Wert 97,8 noch knapp unter der 100. Allerdings nahm die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz in der Domstadt von Montag auf Dienstag um 22,4 Punkte stark zu.

Zustand von erkranktem PLO-Generalsekretär „kritisch, aber stabil“

Der Gesundheitszustand des an Corona erkrankten Generalsekretärs der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), Saeb Erekat, ist nach Angaben seiner Familie stabil. Der 65-Jährige werde weiter auf der Intensivstation des Hadassah-Krankenhauses in Jerusalem behandelt und künstlich beatmet, berichtete die PLO unter Berufung auf Angehörige. Eine Sprecherin der Klinik sagte, Erekats Zustand sei unverändert. Am Montag war er als „kritisch, aber stabil“ eingestuft worden.

Erekat war am Sonntag mit Atemnot in die Universitätsklinik gebracht worden. Nach einer Verschlechterung seines Zustands war er dann in Vollnarkose versetzt und künstlich beatmet worden. Erekats Behandlung ist nach Angaben der Klinik besonders schwierig, weil sein Immunsystem nach einer Lungentransplantation vor drei Jahren unterdrückt sei. Dazu kämen die Corona-Erkrankung sowie eine bakterielle Infektion.

Finnair streicht wegen Corona hunderte Jobs

Die finnische Fluggesellschaft Finnair streicht bis März rund 700 Stellen. Wegen der von der Corona-Pandemie verursachten dramatischen Lage der Flugbranche fallen allein schätzungsweise 600 Arbeitsplätze in der finnischen Heimat weg, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Darüber hinaus werden die meisten Mitarbeiter langfristig von vorübergehenden Freistellungen betroffen sein, weil davon ausgegangen wird, dass die Branche Jahre für die Erholung von der Krise benötigen wird. Die Airline hat derzeit rund 6500 Angestellte, der Großteil davon arbeitet in Finnland.

Er sei dankbar, dass gemeinsam mit den Angestellten eine Lösung zur Rettung von etwa 150 Jobs im Konzern gefunden worden sei, sagte Finnair-Chef Topi Manner. „Trotzdem ist dies ein sehr trauriger Tag bei Finnair.“ Die Veränderungen seien notwendig und unvermeidbar.

Altmaier lobt Ausgangssperre im Berchtesgadener Land

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat die Entscheidung zur Verhängung von Ausgangsbeschränkungen im bayerischen Landkreis Berchtesgadener Land gelobt. Die Infektionszahlen dort seien fünfmal so hoch wie es „tolerabel“ sei, sagte der CDU-Politiker im „Frühstart“ von RTL/ntv. „Deshalb habe ich größten Respekt vor den Verantwortlichen vor Ort, vor dem Landrat, Bürgermeister, aber auch vor der bayerischen Staatsregierung, weil sie schnell und umfassend handeln. Damit helfen sie uns, einen allgemeinen Lockdown in ganz Deutschland zu verhindern.“

Wir müssen verstehen, dass Maßnahmen in Hotspots keine willkürlichen Maßnahmen sind, um Menschen das Leben schwer zu machen, sondern dass sie notwendig sind, um andere Menschen zu schützen vor Ort“, sagte Altmaier. „Wir müssen die Infektionsdynamik, die wir seit ungefähr zehn Tagen sehen, brechen.“

Von Dienstag 14.00 Uhr an gelten in der Region an der Grenze zu Österreich die ersten Ausgangsbeschränkungen seit dem Lockdown im Frühjahr. Die Menschen dürfen die eigene Wohnung dann nur noch aus triftigen Gründen verlassen. Schulen, Kitas, Freizeiteinrichtungen und Restaurants müssen schließen, Veranstaltungen werden untersagt.

Griechenland erlaubt wieder Fans im Stadion

In einem Pilotversuch wird griechischen Fußballfans diese Woche erstmals seit rund sieben Monaten erlaubt, trotz Corona zwei Spiele im Stadion zu verfolgen. Seit Dienstag könnten Anhänger von Olympiakos Piräus für das Champions-League-Match gegen Olympique Marseille am Mittwoch (21.00 Uhr) im Internet Tickets erwerben, berichtete das griechische Portal Sport24. Einige Fans von Paok Saloniki dürfen beim Europa-League-Spiel gegen Omonia Nikosia am Donnerstag (18.55 Uhr) dabei sein. Die Aussicht auf Erfolg ist allerdings begrenzt, denn es dürfen jeweils nur 10 Prozent der Plätze belegt werden und maximal 3500 Zuschauer im Stadion live dabei sein.

Zuvor hatte die griechische Regierung unter strengen Auflagen grünes Licht für die Öffnung der Stadien gegeben und sprach von einem Pilotprojekt. Weitere Spiele mit Fans sollen aber folgen. Voraussetzungen sind unter anderem, dass die Tickets online verkauft werden, die Menschen auf den ihnen zugeteilten Sitzplätzen bleiben und Essen und Trinken per Selbstbedienung verkauft wird.

6868 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Dienstagmorgen 6.868 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Der Wert liegt damit deutlich über den 4122 gemeldeten Fällen vom Dienstag vergangener Woche. Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Samstag mit 7830 zum dritten Mal in Folge einen Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland erreicht. Die jetzigen Werte sind allerdings nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird – und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauere es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten.

Lehrerverband pocht auf Betrieb mit halben Klassen in Hotspots

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, hat Ländern und Kommunen einen widersprüchlichen Umgang mit den Corona-Regeln für Schulen vorgeworfen. Der Regelbetrieb laufe vielerorts weiter, obwohl in Städten und Regionen immer häufiger der kritische Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche überschritten werde, sagte Meidinger der „Rhein-Neckar-Zeitung“. „Bei diesem Wert müsste es eigentlich eine Rückkehr zum Wechselbetrieb mit halbierten Klassen geben.“ Er kenne aber kaum eine Kommune, die entsprechend handele. 

„Es sorgt uns, dass diese Richtwerte für verschärfte Hygieneschutzmaßnahmen an Schulen komplett ignoriert werden, um Schulen auf Teufel komm raus offen zu halten.“

Ende vergangener Woche hatte die Kultusministerkonferenz trotz deutlich steigender Corona-Infektionszahlen nochmal bekräftigt, dass Schulen und Kitas möglichst lange offen bleiben sollen. Bei höheren Infektionszahlen könne es sinnvoll sein, die Maskenpflicht auch im Unterricht anzuordnen, hieß es.

Politiker mehrerer Parteien für Aufrüstung der Corona-App

Politiker mehrerer Parteien haben angesichts steigender Corona-Infektionszahlen eine Aufrüstung der Corona-Warn-App mit zusätzlichen Funktionen gefordert. Es sei nicht akzeptabel, dass nur 60 Prozent der positiv getesteten Nutzer ihren Befund der App melden, sagte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Dienstagsausgabe). Bislang müssen Nutzer mit einem positiven Befund aktiv zustimmen, damit ihre Risikokontakte über die App informiert werden.    

Nach aktuellen Regierungsangaben ist die Corona-Warn-App inzwischen 19,6 Millionen Mal heruntergeladen worden. In 1,8 Millionen Fällen sind Testergebnisse über die App übermittelt worden. Derzeit werden rund 500 Infektionen pro Tag von Nutzern in der App gemeldet und mögliche Kontaktpersonen informiert. Die Nutzung der Corona-Warn-App ist ebenso freiwillig wie die Information über einen positiven Befund.

 

Nachrichten von Montag, 19. Oktober

Irland verkündet als erstes EU-Land zweiten Corona-Lockdown

Irland kehrt als erstes EU-Land in den Corona-Lockdown zurück. Ministerpräsident Micheal Martin ordnete am Montag erneut eine Ausgangssperre für die Bevölkerung an. Ausnahme bildeten Schulen, diese sollen geöffnet bleiben. Die Regierung beschloss die Schließung aller nicht notwendigen Geschäfte, Restaurants und Bars dürfen nur noch Außer-Haus-Service anbieten. Die Maßnahmen gelten ab Mittwoch um Mitternacht für die kommenden sechs Wochen. Nach Angaben des irischen Gesundheitsministeriums hatten sich zuletzt 1031 Personen innerhalb von 24 Stunden mit dem Corona-Virus infiziert. Insgesamt sind bislang knapp 51.000 Ansteckungen in Irland registriert worden. Das Land hat nur knapp fünf Millionen Einwohner.

Drosten und Kollegen warnen vor Konzept der Herdenimmunität

Der Berliner Virologe Christian Drosten und andere Kollegen stellen sich entschieden gegen Forderungen, Corona-Beschränkungen aufzuheben und gleichzeitig den Schutz besonders gefährdeter Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. „Mit Sorge nehmen wir zur Kenntnis, dass erneut die Stimmen erstarken, die als Strategie der Pandemiebekämpfung auf die natürliche Durchseuchung großer Bevölkerungsteile mit dem Ziel der Herdenimmunität setzen“, heißt es in einer Stellungnahme der Gesellschaft für Virologie (GfV) mit Sitz in Heidelberg, an der auch Drosten beteiligt war. Herdenimmunität bedeutet, dass ein großer Teil der Bevölkerung nach einer Infektion oder Impfung immun geworden ist, und sich das Virus dadurch nicht mehr so gut ausbreiten kann. 

Eine unkontrollierte Durchseuchung würde zu einer eskalierenden Zunahme an Todesopfern führen, schreiben die Virologen. Denn selbst bei strenger Isolierung älterer Menschen gebe es noch weitere Risikogruppen, die viel zu zahlreich, zu heterogen und zum Teil auch unerkannt seien, um aktiv abgeschirmt werden zu können. Laut GfV weiß man noch nicht zuverlässig, wie lange eine durch eine Infektion erworbene Immunität anhält. Das Anstreben der Herdenimmunität ohne Impfung sei unethisch sowie medizinisch, gesellschaftlich und damit auch ökonomisch hochriskant. 

Die Virologen beziehen sich in ihrem Text auf die sogenannte Great-Barrington-Erklärung, die drei Forscher aus den USA und Großbritannien verfasst haben. Laut einer eigenen Webseite haben bereits viele Hunderttausend Menschen die Erklärung unterzeichnet. In dem Text heißt es unter anderem: „Der einfühlsamste Ansatz, bei dem Risiko und Nutzen des Erreichens einer Herdenimmunität gegeneinander abgewogen werden, besteht darin, denjenigen, die ein minimales Sterberisiko haben, ein normales Leben zu ermöglichen, damit sie durch natürliche Infektion eine Immunität gegen das Virus aufbauen können, während diejenigen, die am stärksten gefährdet sind, besser geschützt werden.“

Tschechien führt Maskenpflicht im Freien wieder ein

Im Kampf gegen massiv steigende Corona-Zahlen führt Tschechien wieder eine Maskenpflicht im Freien ein. Sie gelte von Mittwoch an innerhalb des bebauten Gebiets von Städten und Gemeinden, gab Gesundheitsminister Roman Prymula nach einer Kabinettssitzung am Montag bekannt. Ausnahmen gelten unter anderem, wenn ein Abstand von mehr als zwei Metern eingehalten werden kann, sowie beim Sport. In Innenräumen ist die Mund-Nasen-Bedeckung ohnehin Pflicht – neuerdings auch im Auto, wenn familienfremde Personen mitfahren.

Eine Maskenpflicht im Freien galt bereits einmal von Mitte März bis Mitte Juni während der ersten Phase der Pandemie im Frühjahr. In Tschechien war die Zahl der Corona-Neuinfektionen zuletzt stark angestiegen. Nach den jüngsten Zahlen der EU-Agentur ECDC steckten sich binnen 14 Tagen 858,6 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Virus an – der höchste Wert unter allen EU-Mitgliedstaaten. 

WHO: Impfstart wohl Mitte 2021

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet mit einem Start der Impfungen gegen das Coronavirus zur Jahresmitte 2021. Anfang nächsten Jahres sollten die Daten aus den abschließenden Phase-3-Studien vorliegen, sagte eine WHO-Expertin am Montag in Genf. Danach könnten die Entscheidungen zum Impfstart fallen. Die beteiligten Firmen produzierten vorsorglich bereits Millionen von Dosen. Risikogruppen könnten als erste mit einer Impfung rechnen. Die bisherigen Studienergebnisse seien durchaus ermutigend, was ihre Wirksamkeit speziell bei älteren Menschen angehe, hieß es weiter. 

Ausgangsbeschränkung im Berchtesgadener Land ab Dienstagmittag

Erstmals seit dem Lockdown im Frühjahr gelten wegen extrem gestiegener Corona-Zahlen im bayerischen Landkreis Berchtesgadener Land wieder strikte Ausgangsbeschränkungen. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist ab diesem Dienstag von 14.00 Uhr an nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt, wie Agrarministerin Michaela Kaniber (CSU) am Montagabend nach einer Krisensitzung mit Landratsamt und Regierung von Oberbayern in Bad Reichenhall mitteilte. Die bayernweit ersten Ausgangsbeschränkungen seit Monaten gelten vorerst für 14 Tage. Zuvor hatte Ministerpräsident Markus Söder nach einer CSU-Vorstandssitzung in Nürnberg angekündigt, für den Landkreis ein „umfassendes Maßnahmenpaket zu machen“. Die Zahl dort sei eindeutig zu hoch. Die Maßnahmen würden „einem Lockdown entsprechen“..

Dazu gehört, dass Schulen und Kitas schließen. Es soll lediglich eine Notbetreuung geben, wie Landrat Bernhard Kern sagte. Auch Freizeiteinrichtungen aller Art sowie Restaurants dürfen nicht mehr öffnen. Ausnahmen gibt es nach Angaben von Landrat Kern unter anderem für Mitnahme-Angebote in der Gastronomie. Veranstaltungen werden untersagt, mit Ausnahme von Gottesdiensten. Hotels müssen ebenfalls schließen, außer für Übernachtungen für Geschäftsreisende.

Grenze zwischen Kanada und USA bleibt in Coronakrise weitgehend zu

Aus Sorge vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus bleibt die Grenze zwischen den USA und Kanada für mindestens einen weiteren Monat weitgehend geschlossen. Vorerst bis zum 21. November blieben nicht unbedingt notwendige Grenzüberquerungen untersagt, teilte Kanadas Premierminister Justin Trudeau über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. 

Trudeau hatte zuvor bereits angedeutet, dass er angesichts steigender Coronavirus-Infektionszahlen in den USA keine Möglichkeit für eine baldige Öffnung der Grenze sehe. „Die USA sind nicht in einer Situation, in der wir mit einem guten Gefühl die Grenzen öffnen könnten“, hatte der Premierminister in der kanadischen Radioshow „Smart Start“ gesagt.

Laut Umfrage gibt es bislang keine „zweite Welle“ von Hamsterkäufen

Auch wenn die Corona-Zahlen derzeit bundesweit kräftig steigen, gibt es bislang noch keine „zweite Welle“ von Hamsterkäufen. Allerdings werden hier und da offenbar die ersten Verbraucher nervös. Das ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur DPA bei den großen Handelsketten. Knapp jeder zehnte Verbraucher will sich laut einer repräsentativen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov in den kommende Wochen verstärkt mit Toilettenpapier, Nudeln und anderen Waren des täglichen Gebrauchs eindecken. 

Erste Berichte in den sozialen Medien über leergekaufte Regale in einzelnen Geschäften hatten in den vergangene Tagen für Aufsehen gesorgt. Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels gab jedoch am Montag Entwarnung. „Wir beobachten derzeit keine flächendeckende Veränderung des Einkaufsverhaltens der Kunden“, betonte ein Sprecher des Verbandes. Die Nachfrage in den Lebensmittelgeschäften gehe aktuell nicht über die Bevorratung des normalen Bedarfs hinaus. Fast wortgleich äußerte sich auch Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka.

Südafrika setzt Deutschland auf Liste der Hochrisikoländer 

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen in Deutschland hat Südafrika auch die Bundesrepublik auf die Liste seiner Hochrisikoländer gesetzt. In einer Erklärung teilte die Regierung in Pretoria mit, für Geschäftsreisende, Investoren oder Experten seien auf Antrag aber ebenso Ausnahmen für eine Einreise möglich wie für Deutsche mit Immobilien im Lande. Südafrika hatte den regulären internationalen Flugverkehr erst Anfang des Monats nach rund sechsmonatiger Sperre wieder für den Reiseverkehr aus dem Ausland geöffnet. Ausgeschlossen sind allerdings weiter Touristen aus Ländern, die als Hochrisikogebiete gelten. 

Zweiwöchiger Lockdown im britischen Landesteil Wales

Der britische Landesteil Wales führt wegen der Corona-Pandemie einen zweiwöchigen Lockdown ein. Dies sei notwendig, um die Ausbreitung des Erregers etwas zu bremsen und das Gesundheitswesen vor dem Kollaps zu bewahren, teilte der Regierungschef von Wales, Mark Drakeford, in Cardiff mit. 

Die strengen Kontaktbeschränkungen sollen vom 23. Oktober bis zum 9. November gelten. Wer könne, müsse in dieser Zeit seiner Arbeit zu Hause nachgehen. Freizeitaktivitäten und Tourismus seien dann untersagt. Nur Geschäfte mit lebensnotwendigen Waren dürfen den Angaben zufolge öffnen, Pubs und Restaurants bleiben geschlossen. Auch Treffen verschiedener Haushalte – ob drinnen oder draußen – seien verboten.

Hessen schafft Beherbergungsverbot ab

Hessen schafft das Beherbergungsverbot für Reisende aus innerdeutschen Corona-Hotspots ab. Es habe sich nicht als zielführend erwiesen, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) in Wiesbaden zur Begründung. In Hessen galt seit Sommer ein Beherbergungsverbot. 

Kliniken in Teilen Englands erreichen Kapazitätsgrenze 

Im britischen Großraum Manchester können einem Medienbericht zufolge die ersten Kliniken keine Covid-19-Patienten mehr aufnehmen. Zwölf Krankenhäuser seien bereits voll, zitierte der „Guardian“ aus einem internen Dokument des staatlichen Gesundheitsdienstes National Health Service (NHS). Bürgermeister Andy Burnham forderte erneut von Premier Boris Johnson mehr finanzielle Unterstützung für die Menschen und Firmen in der Region. 

Eurostat: Fast 170.000 Todesfälle mehr während erster Corona-Welle

Während der ersten Corona-Welle sind in der Europäischen Union von März bis Juni 168.000 Todesfälle mehr als üblich verzeichnet worden, allein rund 10.000 davon in Deutschland. Diese Zahlen legte die EU-Statistikbehörde Eurostat in Luxemburg vor. Der Höchstwert wurde in der 14. Kalenderwoche vom 30. März bis 5. April registriert: 36.000 zusätzliche Todesfälle.

Erfasst wurden alle Sterbefälle aus 26 EU-Staaten, also nicht nur Menschen, die an oder mit dem Coronavirus gestorben sind. Eurostat vergleicht die Daten der Kalenderwochen 10 bis 26 mit den Durchschnittswerten der jeweils selben Zeit 2016 bis 2019. Eine Statistik der Todesursachen werde es erst in etwa zwei Jahren geben, sagte eine Eurostat-Sprecherin. 

Nach Corona-Ausbruch drei weitere Bewohner von Altenheim gestorben

Nach einem Covid-19-Ausbruch in einer Alteneinrichtung in Bad Essen sind drei weitere Bewohner gestorben. Nach Angaben einer Sprecherin der Betreibergesellschaft waren die Betroffenen im Alter von 79, 80 und 82 Jahren, zwei von ihnen seien schon seit längerem in der Palliativpflege gewesen. Insgesamt sind damit seit dem Ausbruch der Pandemie in dem Wohnpark mit 124 Bewohnern sechs Menschen gestorben. Drei von ihnen wurden schon vor dem Corona-Ausbruch palliativ versorgt. Zuerst hatte die „Neue Osnabrücker Zeitung“ darüber berichtet.

Iran meldet neuen Tageshöchststand bei Corona-Toten

Der Iran hat einen neuen Tageshöchstwert seiner Corona-Todesopfer gemeldet. Wie das Gesundheitsministerium in Teheran mitteilte, wurden am heutigen Tag landesweit 337 Todesfälle durch das neuartige Coronavirus registriert – so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Die ersten Infektionen waren im Iran im Februar aufgetreten.    

„Seit ein paar Tagen sind wir mit einem nie da gewesenen Anstieg der Sterblichkeit“ bei Covid-19-Patienten konfrontiert, sagte die Sprecherin des iranischen Gesundheitsministeriums, Sima Sadat Lari. 

71-Jähriger versprüht Pfefferspray zur Wahrung von Corona-Abstand

71-jähriger Mann hat in Aachen ein Gruppe Jogger und zwei Radfahrer mit Pfefferspray eingenebelt, um sie offenbar auf gebührendem Corona-Abstand zu halten. Die Radler konnten nach dem Zwischenfall vom Samstag mit tränenden Augen gerade noch unfallfrei absteigen und die Polizei rufen, wie die Ordnungshüter am Montag mitteilten. Den Beamten sagte der Senior, er habe sich nicht anders zu helfen gewusst. Den Mann erwartet nun ein Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Die Polizei bat die bislang unbekannten Jogger, sich als Zeugen zu melden.

Corona-Warn-App startet länderübergreifende Risiko-Ermittlung

Die Corona-Warn-App des Bundes kann nun auch länderübergreifend über eine möglicherweise gefährliche Begegnung mit Corona-Infizierten warnen. Am Montagmittag erschien wie angekündigt das Update auf die Version 1.5 in den App-Stores von Google und Apple. Damit können bei der Risiko-Ermittlung jetzt auch Kontakte mit Nutzern der offiziellen Corona-Apps anderer Länder ermittelt werden. Mit dem Update tauschen im ersten Schritt die Apps aus Deutschland, Irland, und Italien Warnungen aus. Weitere Staaten, darunter Dänemark, Lettland und Spanien, sollen kurze Zeit später folgen, Länder wie Niederlande, Österreich, Polen und Tschechien voraussichtlich im November. Zum Jahresende könnten bis zu 16 nationale Apps miteinander gekoppelt sein.

Söder: Praktischer „Lockdown“ für Kreis Berchtesgaden

Im Kampf gegen die extrem gestiegenen Corona-Infektionszahlen im oberbayerischen Landkreis Berchtesgaden will Ministerpräsident Markus Söder (CSU) praktisch einen „Lockdown“ verhängen. Es werde ein Maßnahmenpaket geben, „das einem Lockdown entspricht“, sagte Söder. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) solle gemeinsam mit dem Landkreis und der Regierung von Oberbayern die Details ausarbeiten. Im Kreis Berchtesgaden lag die Zahl der Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen laut Robert Koch-Institut bei rund 252. Der Kreis gehört damit zu den Regionen mit den bundesweit höchsten Sieben-Tage-Inzidenzen.

Mehr als 12.000 Corona-Neuinfektionen an einem Tag in Belgien

Das von der Corona-Pandemie besonders schwer geplagte Belgien hat an einem einzigen Tag mehr als 12.000 Neuinfektionen verzeichnet. Wie ein Sprecher des Krisenzentrums nach Angaben der Nachrichtenagentur Belga in Brüssel mitteilte, wurden für den Dienstag voriger Woche (13. Oktober) 12.051 neue Fälle registriert. Zum Vergleich: In Deutschland meldeten die Gesundheitsämter nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) für diesen Tag 5132 Corona-Neuinfektionen. Deutschland hat mehr als siebenmal so viele Einwohner wie Belgien.

Hamburg überschreitet Corona-Warnwert – Sieben-Tage-Wert über 50

Hamburg hat in der Corona-Pandemie die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Die Gesundheitsbehörde gab den Wert für den Stadtstaat am Montag mit 50,6 an. Bund und Länder hatten am 15. Oktober beschlossen, dass schärfere Regeln greifen müssen, wenn dieser Grenzwert in Regionen überschritten wird. Dazu gehört, dass sich im öffentlichen Raum nur noch zehn Personen treffen dürfen. Bei Feiern dürfen in der Öffentlichkeit lediglich zehn Menschen zusammenkommen, im privaten Raum maximal zehn Leute aus höchstens zwei Haushalten. Eine Sperrstunde in der Gastronomie gilt in Hamburg bereits seit dem vergangenen Samstag. Veranstaltungen wurden schon auf 100 Teilnehmer beschränkt.

Polen richtet Corona-Krankenhaus im Nationalstadion ein

Polen will im Warschauer Nationalstadion ein provisorisches Krankenhaus für Corona-Patienten einrichten. Das teilte ein Regierungsbeamter mit. „Wir wollen, dass die ersten 500 Betten bereits vor Ende der Woche für Patienten verfügbar sind“, sagte der Kanzleichef des Premierministers, Michal Dworczyk, dem Sender Radio Zet. Das Krankenhaus, das im Konferenzraum des Stadions entstehen soll, werde auch über rund 50 Intensivpflegebetten verfügen, erklärte der Regierungsbeamte. Das Stadion war für die Fußball-Europameisterschaft 2012 gebaut worden.

Eilantrag zu Beherbergungsverboten beim Bundesverfassungsgericht eingegangen

Die umstrittenen Beherbergungsverbote in der Coronakrise werden zum Fall für das Bundesverfassungsgericht. Kläger aus Tübingen hätten einen Eilantrag gegen die in Schleswig-Holstein geltenden Vorschriften eingereicht, sagte ein Gerichtssprecher in Karlsruhe. Wie schnell die Verfassungsrichter darüber entscheiden werden, war zunächst nicht absehbar. Im Landkreis Tübingen treten im Moment viele neue Corona-Fälle auf. Ein wichtiger Grenzwert ist überschritten, damit zählt Tübingen zu den deutschen Risikogebieten. In Schleswig-Holstein dürfen Feriengäste aus solchen Regionen nur aufgenommen werden, wenn sie einen frischen negativen Corona-Test vorweisen können. Das Schleswig-Holsteinische Oberverwaltungsgericht hatte das Beherbergungsverbot vergangenen Donnerstag im Eilverfahren bestätigt – im Gegensatz zu obersten Verwaltungsgerichten in einigen anderen Bundesländern.

Fast 500 App-Nutzer informieren täglich über Corona-Infektion

Fast 500 Nutzer der Corona-Warn-App, die sich infiziert haben, informieren pro Tag andere über den eigenen Positiv-Befund. „Die App wird gut angenommen“, sagte der Leiter der Digital-Abteilung im Bundesgesundheitsministerium, Gottfried Ludewig, dem Nachrichtenportal „ThePioneer“. Jede Infektionskette, die dadurch zusätzlich unterbrochen werde, sei wichtig. „Immer mehr Positiv-Getestete nutzen die App auch zur Warnung.“ Zuvor war bekannt geworden, dass sich Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) wegen einer Warnung über seine App vorsorglich in häusliche Quarantäne begeben hat. Nach aktuellen Regierungsangaben ist die Corona-Warn-App inzwischen 19,6 Millionen Mal heruntergeladen worden, wie es in dem Bericht weiter hieß. In 1,8 Millionen Fällen sind Testergebnisse über die App übermittelt worden. Die 500 Positiv-Befunde pro Tag entsprechen deutlich mehr als zehn Prozent aller entsprechenden Resultate. Die Nutzung der Corona-Warn-App ist ebenso freiwillig wie die Information über einen positiven Befund. 

Österreich schränkt Zusammenkünfte drastisch ein

Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz hat seine Landleute im Wien auf einen „rot-weiß-roten Kraftakt“ gegen das Coronavirus eingestimmt – „gerade, weil wir Corona-müde sind“. Wegen auch in der Alpenrepublik drastisch steigenden Infektionszahlen sollen ab Freitag drastische Beschränkungen für Zusammenkünfte jeder Art gelten. So dürfen sich privat laut Kurz dann nur noch maximal sechs Personen in Innenräumen und maximal zwölf Personen im Freien treffen. Dies gelte für alle nicht-beruflichen Aktivitäten – vom Restaurantbesuch über den Yoga-Kurs bis hin zu Geburtstags- und Hochzeitsfeiern. Ausgenommen seien lediglich Begräbnisse. Bei öffentlichen Veranstaltungen, ob Fußball oder Oper, soll ab Freitag gelten, dass 1500 Zuschauer im Freien und 1000 Besucher im Saal zugelassen sein sollen – nachvorheriger Erlaubnis der Behörden. Dabei sollen Plätze zugewiesen werden, Masken müssen während der gesamten Veranstaltung getragen werden, weder Speisen noch Getränke dürfen gereicht werden. 

Söder fordert bundesweite Maskenpflicht und mehr Kompetenzen für den Bund

CSU-Chef Markus Söder fordert eine bundesweite Maskenpflicht für Regionen mit hohen Corona-Zahlen. Bei mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen solle eine Maskenpflicht in Schulen, auf stark frequentierten öffentlichen Plätzen und auch am Arbeitsplatz gelten, wenn Mindestabstände nicht eingehalten werden könnten, sagte der bayerische Ministerpräsident am Montag vor Journalisten in München. Masken seien „das Präventionsmittel schlechthin“, so Söder. „Wir brauchen eine allgemeine Maskenpflicht national.“ Zudem forderte der CSU-Chef insgesamt einheitliche Corona-Regeln gefordert, um die Akzeptanz für die Maßnahmen zu erhöhen. Er sei ein Fan des Föderalismus, aber „der Föderalismus kommt hier an seine Grenzen“. Es seien gesetzliche Regelungen im Infektionsschutzgesetz notwendig, wobei Kompetenzen von den Ländern an den Bund übertragen werden müssten. 

Nächtliche Ausgangssperre in Belgien

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie ist in Belgien eine nächtliche Ausgangssperre in Kraft getreten. Zwischen Mitternacht und 5.00 Uhr morgens dürfen die Menschen ihr Zuhause nicht verlassen. Ab 20 Uhr ist außerdem der Verkauf von Alkohol verboten. Nachdem die Region Brüssel schon vorletzte Woche die Schließung aller Cafés und Restaurants angeordnet hatte, gilt dies nun landesweit für mindestens vier Wochen. Die Menschen in Belgien dürfen nur noch mit maximal einem Mensch außerhalb ihres Haushalts engen Kontakt ohne Maske haben.

RKI meldet 4325 Corona-Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Montagmorgen 4325 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Der Wert ist vergleichsweise niedrig, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten übermitteln. Gemessen an den 2467 gemeldeten Infektionen vom Montag vergangener Woche ist der aktuelle Wert aber deutlich erhöht. Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Samstag mit 7830 zum dritten Mal in Folge einen Höchstwert erreicht.

Seit Beginn der Coronakrise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 366.299 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 19.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9789. Das waren zwölf mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 294.800 Genesene.

Pflegebevollmächtigter warnt vor „Isolation um jeden Preis“

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, warnt mit Blick auf die stark steigenden Corona-Zahlen vor einer „Isolation um jeden Preis“ in Pflegeheimen. „Der Erhalt der Selbstbestimmung ist dringend notwendig. Es darf nicht passieren, dass Menschen entmündigt werden“, sagte Westerfellhaus der Funke Mediengruppe. „Es gab im Frühjahr auch Bewohnerinnen und Bewohner, die gesagt haben, ich will keinen sehen, ich habe Angst. Das gilt es genauso zu respektieren wie den Wunsch derjenigen, die sagen, die Kontakte zu meinen Angehörigen sind mir sehr wichtig.“

Eine Garantie, dass Bewohner mit ihrer Familie Weihnachten feiern könnten, könne er nicht geben, „das wäre Kaffeesatz-Leserei“. Er unterstütze alles, was dazu beitrage, dass alle mit ihrer Familie Weihnachten feiern könnten, sagte Westerfellhaus. „Und ich glaube, dass wir das mit einem Besuchermanagement auch gewährleisten können. Das heißt natürlich aber auch genau nicht, dass alle am Heiligabend um 17 Uhr kommen können.“

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Sonntag bei 1,44 (Vortag: 1,40). Das bedeutet, dass zehn Infizierte im Mittel 14 bis 15 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Historiker sieht Corona als „epochale Zäsur“

Der Historiker Andreas Wirsching sieht in der Coronavirus-Pandemie das Ende einer Epoche aufziehen. „Es spricht vieles dafür, dass das Jahr 2020 als eine epochale Zäsur in die Geschichte eingehen wird“, sagte der Direktor des Instituts für Zeitgeschichte der Nachrichtenagentur DPA. „Zwar wissen wir das jetzt noch nicht so genau, aber einiges ist erkennbar, insbesondere was die Globalisierung betrifft.“ Wirsching denkt, dass das Zeitalter der Internationalisierung und Globalisierung, das es seit etwa 1970 gebe, starken Veränderungen unterworfen, „wenn nicht beendet“, werde.

Bei Erkältung wieder Krankschreibung per Telefon möglich

Wegen der verschärften Corona-Lage können Patienten mit Erkältungsbeschwerden sich jetzt wieder bundesweit telefonisch eine Krankschreibung besorgen. Die Sonderregelung trat am Montag in Kraft und gilt vorerst bis zum Jahresende – das hatte der Gemeinsame Bundesausschuss im Gesundheitswesen am Donnerstag beschlossen. Patienten mit leichten Atemwegserkrankungen müssen somit nicht in eine Praxis gehen, nur weil sie eine Krankschreibung benötigen. Das soll helfen, volle Wartezimmer und Ansteckungsrisiken zu vermeiden.

Die entsprechenden Krankschreibungen gibt es jeweils für sieben Tage. Die Ärzte müssen dazu die Patienten persönlich am Telefon zu ihrem Zustand befragen. Eine einmalige Verlängerung der Krankschreibung kann telefonisch für weitere sieben Kalendertage ausgestellt werden.

tkr / dho / rw
DPA
AFP



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Trotz Schwächen ein tolles Smartphone

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Mit dem Pixel 5 hat Google ein recht ungewöhnliches Smartphone auf den Markt gebracht. Wollte die Pixel-Reihe einst das Pendant zum iPhone sein und stets mit Innovationen sowie neuester Technik auftrumpfen, wird mit dem Pixel 5 alles anders. Erinnerungen an die Nexus-Serie werden wach.

Eins bot Google gemeinsam mit Smartphone-Herstellern wie Samsung und HTC ein Gerät unter dem Nexus-Branding an, das gut ausgestattet und gleichzeitig deutlich günstiger war, als die Konkurrenz. Die Technik war zweifelsfrei nicht High End, sie reicht jedoch für die Masse aus. Und der vergleichsweise günstige Preis ließ darüber hinwegsehen. Nahezu das Gleiche gilt für das Pixel 5. Dabei hat das neue Google-Smartphone gegenüber aktuellen Spitzenmodellen noch ein Ass im Ärmel.

Die Hardware des Google Pixel 5 im Test

Schaut man sich das Datenblatt des Pixel 5 an und vergleicht es mit denen anderer Top-Modelle, fällt auf: Google hat ordentlich gespart. So gibt es zwar einen Fingerabdrucksensor. Der befindet sich aber auf der Rückseite des Geräts. Inzwischen haben Smartphones der Oberklasse den biometrischen Sensor eher im Display integriert. Darüber lässt sich jedoch hinwegsehen. Nicht aber über eine fehlende Gesichtserkennung und den Verzicht auf ein Teleobjektiv. Hinzu kommt: Mit dem Snapdragon 765G kommt „nur“ ein Prozessor der Mittelklasse zum Einsatz.

Software Android 11
Prozessor Qualcomm Snapdragon 765G
Display 6 Zoll, 1.080 x 2.340 Pixel
Arbeitsspeicher 8 GB
interner Speicher 128 GB
Hauptkamera 4272×2848 (12,2 Megapixel)
Akku 4.080 mAh
induktives Laden
USB-Port 3.1 Typ C
IP-Zertifizierung IP68 (Schutz gegen Untertauchen)
Gewicht 151 g
Farbe Schwarz, Grün
Einführungspreis 613 €
Marktstart Oktober 2020

Deutlich schwerer ins Gewicht fällt jedoch der 128 GB kleine Speicher, der zu allem Übel nicht erweiterbar ist. Positiv hingegen fällt auf, dass Google beim Pixel 5 gegenüber seinem Vorgänger einen deutlich größeren Akku eingebaut hat, was eine längere Laufzeit verspricht. Mit 5G ist das Smartphone zudem für die Zukunft gerüstet. Ebenfalls erfreulich: Das 6 Zoll große OLED-Display mit Full-HD+ Auflösung besitzt eine Bildwiederholungsrate von 90 Hz. Damit laufen Animationen deutlich flüssiger über den Bildschirm, als noch beim Vorgänger, dessen Frequenz bei 60 Hz lag. Nachfolgend die Hardware-Wertungen im Einzelnen.

  • Gehäuse: 4,5 von 5 Sternen
  • Display: 4 von 5 Sternen
  • Ausstattung: 3 von 5 Sternen
  • Kamera: 3,5 von 5 Sternen
  • Software: 5 von 5 Sternen
  • Akku: 5 von 5 Sternen

→ Gesamtwertung: 4 von 5 Sternen

Software schlägt Hardware

Im Benchmark-Test gelang es dem Pixel 5, schmale 285.507 Punkte zu holen. Spitzenmodelle der Konkurrenz, wie etwa das Xiaomi Mi 10, das Sony Xperia 5 II oder das Galaxy Note 20 Ultra kommen allesamt auf über 530.000 Punkte. In der Theorie ist das Pixel 5 also deutlich langsamer und weist eine erheblich schwächere Performance auf. Doch wie sehr fällt das im Alltag auf? Kurz: kaum. Hardcore-Gamer werden mit hoher Sicherheit einen Unterschied zu einem Asus Rog Phone 3 feststellen. Doch bei allen sonstigen Aufgaben läuft das Pixel 5 tadellos.

Es ist – ähnlich wie bei Apple – die hervorragende Verzahnung von Hard- und Software, die das Pixel 5 trotz Mittelklasse-Technik so gut macht. Hinzu kommen bei der Bedienung an jeder Ecke kleine aber feine Details zum Vorschein, die einen immer wieder überraschen. Drückt man etwa länger den Ein- und Ausschalter und hat beispielsweise smarte Glühlampen über Google Home integriert, lassen sie sich ein- und ausschalten sowie dimmen. Hinzu kommt: Pixel-Smartphones bekommen deutlich länger Software-Updates als Modelle anderer Hersteller. Android-Smartphone ist also nicht gleich Android-Smartphone. Google und das Pixel 5 haben hier deutliche Vorteile gegenüber allen anderen  Herstellern, die ebenfalls auf das Betriebssystem des US-Konzerns setzen.

Das Design des Pixel 5

Auf den ersten Blick wird klar: Google widersetzt sich den aktuellen Design-Trends und verzichtet auf ein Gehäuse aus Glas. Stattdessen kommt ein Unibody aus recyceltem Aluminium zum Einsatz. Damit sticht das Smartphone aus dem Einheitsbrei heraus und reanimiert einen Trend, den es zu Nexus-Zeiten schon einmal gab. Durch seine raue und feinkörnige Oberfläche liegt das Handy mit Metallkorpus erstaunlich warm und weich in der Hand. Beinahe so, als wäre das Gehäuse aus Kunststoff. Das geringe Gewicht und die angenehme Größe des Pixel 5 tun ihr Übriges dazu.

Was das Design angeht, ist Google trotz oder gar aufgrund der Schlichtheit, ein großer Wurf gelungen. Wie das Sony Xperia 5 II, dessen Display nur 0,1 Zoll größer ist, ist das Pixel 5 vergleichsweise kompakt. Für Liebhaber kleinerer aber trotzdem leistungsstarker Handys ist das Pixel 5 ein absoluter Geheimtipp.

Die Kameras des Pixel 5

Gerade noch gelobt, jetzt kritisiert. Ist die Software das Erfolgsrezept des Pixel 5, zeigt sie beim Fotografieren ein ganz anderes Gesicht. Egal auf welches Motiv man die Kamera hält, man sieht förmlich, wie die Software versucht, das „Beste“ dabei herauszuholen. Dabei will die Software des Pixel 5 die fehlende Hardware wie etwa Tele- und Makro-Objektiv oder einen ToF-Sensor auszugleichen. Manchmal gelingt das. In der Regel bekommt man aber für Instagram und Co. optimierte Fotos. Sie entsprechen weniger der Realität und dienen eher als Kunstwerk. Die Farben etwa – insbesondere Rot- und Blautöne – sind viel zu derb. Zudem hat die Kamera Probleme bei Aufnahmen, in denen es mehrere helle und dunkle Bereiche gibt. Per HDR versucht die Software sich aus der Affäre zu ziehen, was ihr aber nur teilweise gelingt. Das gilt im Übrigen auch für die Frontkamera.

Es ist aber nicht nur die eingebaute Photoshop-Funktion, die Fotos zu sehr aufmotzt. Auf dem kleinen Smartphone-Display mögen die Bilder noch ganz gut aussehen. Im Detail aber fehlt ein bisschen Schärfe. In Innenräumen gesellt sich – trotz Tageslicht – bei dunklen Flächen schnell Rauschen dazu. Manuell eingreifen kann der Fotograf nicht, da es keinen manuellen Modus gibt.

Mit dem Ultraweitwinkelobjektiv lassen sich Landschaftsaufnahmen machen, die nur wenig verzerrt sind. Das ist schön. Und auch bei Nacht macht die Kameraausstattung des Pixel 5 eine gute Figur. Auch, wenn sie mit einem knapp zwei Jahre alten Huawei P30 Pro nicht mithalten kann. Die fehlende Telekamera schmerzt. Der digitale Zoom kann hier und da nützlich sein, schafft aber bei Weitem nicht so viel, wie sein optisches Pendant.

Was ist das für ein Klang?

Beim Lautsprecher in einem Handy kann man nichts falsch machen, oder? Das Pixel 5 aber liefert einen merkwürdigen und teils miserablen Ton. Bei niedriger und mittlerer Lautstärke sind die Höhen viel zu dominant; der Bass wirkt künstlich. Dreht man voll auf, wird der Ton etwas ausgeglichener, enthält aber zu viel Hall und scheppert ordentlich. Für Podcasts oder Sprache ist der Sound, den die Lautsprecher herauspressen, in Ordnung. Für Musik sollte man ihn eher nicht länger als eine Songlänge nutzen. Vergleicht man den Sound, den die Lautsprecher des Pixel 5 liefern, mit dem des Sony Xperia 5 II, liegen Welten dazwischen.

Die Lautsprecher des Google Pixel 5 liefern keinen besonders guten Klang
Die Lautsprecher des Google Pixel 5 liefern keinen besonders guten Klang

Endlich eine gute Akkulaufzeit

Eine der größten Schwächen des Pixel 4 war seine Akkulaufzeit. Das lag vor allem an dem klein bemessenen Akku, der eine Kapazität von 2.800 mAh aufwies. Beim Pixel 5 setzt Google einige Schippen drauf. Das Smartphone besitzt einen 4.080-mAh-Akku, der in unserem Test locker einen ganzen Tag durchhält. Eine Platzierung in der Top 10 der Smartphones mit der besten Akkulaufzeit 2020 ist dem Pixel 5 damit sicher.

Auch wenn die Laufzeit beeindruckend ist, fehlt dem Google-Smartphone auch in dieser Kategorie das Tüpfelchen auf dem I. Denn Nutzer können das Gerät mit maximal 18 Watt aufladen. Huawei etwa ist beim Mate 40 Pro bereits bei 66 Watt angelangt. In der Praxis heißt das: Binnen einer halben Stunde füllt sich der Akku des Pixel 5 zu 40 Prozent.

Fazit zum Pixel 5

Wer auf der Suche nach einem kompakten Android-Smartphone ist, das im Alltag nahezu alle Aufgaben schnell und komfortabel erledigt, findet im Pixel 5 den perfekten Begleiter. Zudem ist das Google-Smartphone mit rund 600 Euro auch noch deutlich günstiger als Spitzenmodelle der Konkurrenz. Das Pixel 5 ist aber eben auch kein Spitzenmodell, sondern eher der Mittelklasse zuzuordnen. Das verrät bereits der Prozessor.

Doch nicht nur hinsichtlich der Performance gibt es Einbußen. Die größten Abzüge muss der Nutzer bei der Kameraausstattung hinnehmen. Ein Teleobjektiv fehlt ebenso wie die Möglichkeit, die Parameter beim Fotografieren manuell zu verändern. Das wäre wünschenswert, da die Software vollkommen übertreibt. Gleiches gilt für den Lautsprecher, dessen Klang nicht wirklich gut ist.

Die lange Akkulaufzeit hingegen ist überaus erfreulich. Zudem ist das Pixel 5 wasserdicht, kabellos aufladbar, bietet 5G sowie ein tolles Display mit 90-Hz-Frequenz und punktet vor allem mit seiner Software.

Google Pixel 5 im Test

Pro

  • Tolles Design
  • Kompakt und leicht
  • Gutes Display mit 90 Hz
  • Bemerkenswerte Akkulaufzeit
  • Trotz Mittelklasse-Hardware schnell

Contra

  • 128 GB Speicher nicht erweiterbar
  • Kamera bei Weitem nicht auf Top-Niveau
  • Schlechter Ton der Lautsprecher



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Technologie

Strom sparen mit der Blockchain-Technologie

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Laut Analysen der University of Cambridge verbraucht das Bitcoin-Netzwerk mehr Energie als alle Haushalte in der Schweiz zusammen. Der Grund dafür ist der hohe Stromverbrauch der Mining-Computer, die mit dem sogenannten „Proof-of-Work“-Algorithmus arbeiten. Das bedeutet, dass sie komplexe mathematische Berechnungen erstellen und lösen müssen, um Kryptowährungen schürfen zu können. Damit stellen die Blockchain-Netzwerke sicher, dass niemand Transaktionen fälscht und manipuliert.

Das Bewusstsein für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz steigt und die Blockchain gerät aufgrund des vermeintlich hohen Energieverbrauchs in den Hintergrund. Mittlerweile gibt es aber auch viele Start-ups und Unternehmen, die zeigen, dass sich mit der Technologie auch Strom sparen lässt – mit alternativen Blockchain-Netzwerken.

Solarstrom-Handel in Australien

In Australien hat das Unternehmen Power Ledger ein Blockchain-Projekt für den Strommarkt entwickelt. Die Idee: Hausbewohner sollen untereinander ihren überflüssig produzierten Strom verkaufen und handeln. Am Ende soll das Projekt ein Gebiet so groß wie Deutschland abdecken.

Für einen ersten Versuch kaufen und verkaufen 20 Einwohner in der australischen Kleinstadt Busselton Solarstrom über die Blockchain. Das alles funktioniert – ganz nach den Vorteilen der Blockchain – ohne Mittelsmänner: Die Transaktionen, in diesem Fall die Stromkäufe, werden digital in einzelnen Blöcken dezentral gespeichert. Das spart Zeit, Kosten und verhindert Manipulation.

Die Haushalte werden mit speziellen Computer ausgestattet. Mit diesen können sie in Echtzeit ihren Energieverbrauch überwachen. Hat ein Bewohner zum Beispiel etwas von seiner Solarenergie übrig, könnte er es an einen Nachbarn verkaufen. Damit werden die Bewohner ihre Stromkosten langfristig gesehen senken und der Strom wird besser auf alle teilnehmenden Bewohner verteilt. Power Ledger hat noch weitere Pläne: Alle Teilnehmer sollen in Zukunft mit dem gewonnenen Strom auch Batterien aufladen können, etwa von Elektro-Autos.

Energiezertifikate auf der Blockchain speichern

Die Blockchain-Technologie könnte mit einer richtigen Anwendung einen bedeutenden Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten So ließen sich beispielsweise Energiezertifikate auf der Blockchain speichern. Die Technologie schafft Transparenz. Das wiederum ermöglicht es Konsumenten, dass sie jederzeit überprüfen können, wie, wo, und wann ihr Strom erzeugt wurde.

Die Technologie könnten sogar ganze Energiekonzerne ersetzen – über die Peer-to-Peer-Lösung. Private Stromerzeuger könnten den Ökostrom ohne Umwege direkt an den Verbraucher leiten.

Stromquellen aus erneuerbaren Energie könnten hohe Resonanz erlangen

Die Blockchain kann also eine große Menge an Datenströmen dezentral speichern. Anders als bei Atom- und Kohlekraftwerken geht der Strom von Wind- Solar und Biogasanlagen über unterschiedliche Plätze, Häuser und Länder.

Die Zertifizierung erneuerbarer Energien könnte sich durch einer Blockchain-basierten Anwendungen verbessern. Durch die Transparenz können umweltbewusste Verbraucher nachvollziehen, ob ihr Strom wirklich aus erneuerbaren Quellen wie Windkraft- oder Solaranlagen kommt. Das könnte das Bewusstsein für erneuerbare Energien bei Energieproduzenten und Bewohnern steigern. In Brasilien entwickelt das Energy-Intelligence-Unternehmen Fohat internationale Zertifikate für erneuerbare Energien, die den Ursprung des nachhaltigen Stroms belegt.

Die Energie Web Foundation (EWF) ist eine Non-Profit-Organisation, die ein dezentrales und digitalisiertes Energiesystem beschleunigen möchte. Das Ziel ist es, jedem Kunden am Energiemarkt teilnehmen zu lassen. Im August die EWF bekannt, dass ihr neuestes Mitglied „SunSpec“ dem Blockchain-Konsortium für erneuerbare Energien beigetreten ist. Das Ziel der Allianz ist es, mit der Blockchain Protokolle und Zertifizierungen zwischen Marken und Sonnenkollektoren zu standardisieren und ein weltweites Solarwachstum zu bewirken. Große Konzerne wie Tesla oder LG Electronics sind Partner von SunSpec.

Innogy rüstet Ladesäulen für E-Autos mit Blockchain aus

Auch große Energiekonzerne haben das Potenzial von Blockchain erkannt. Die Ökostromtochter von RWE Innogy kündigte an, mit dem Projekt „Share & Charge“ 1000 Ladesäulen für E-Autos mit der Blockchain-Technologie ausrüsten zu wollen. Die Vision dahinter: Die Technologie erkennt, wenn ein Kunde bezahlt hat. So fließt der Strom und der Erzeuger bekommt automatisch sein Geld. So können sich unterschiedliche Beteiligen wie Autofahrer, Stromerzeuger oder Ladesäulen miteinander vernetzen.



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