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Wirtschaft

Club Deal verspricht Rendite zu hohem Risiko

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Regensburg (dpa/tmn) – Für Gespartes gibt es so gut wie keine Zinsen mehr. Da stellt sich die Frage, wohin mit dem Geld. Betongold wäre eine Alternative zum Sparkonto. Immobilien werden aber immer teurer.

Der Gedanke liegt nahe, sich mit anderen Anlegern zusammenzutun, um gemeinsam in den Kauf eines Gebäudes zu investieren. Solche Geschäfte heißen Club Deals. Mit Hilfe dieses Vehikels stemmen institutionelle Anleger teilweise millionenschwere Transaktionen.

Geld einsammeln, in einen Topf werfen und zu Renditezwecken ein, zwei Häuser erwerben. Auch Verbraucher können diese Idee realisieren. Sie haben grundsätzlich zwei Teilnahmemöglichkeiten: Entweder den Club Deal selbst auf die Beine stellen oder Beteiligung an Geschäften, die etwa über Internetplattformen und Crowdfinanzierer angeboten werden. Beide Varianten bergen allerdings hohe Risiken.

Club Deals für verschiedene Nutzungen

Im Prinzip funktionieren Club Deals mit Immobilien jeder Größenordnung und Nutzungsart – Wohnen, Büro, Logistikhallen, Hotels, Läden. „Wichtig ist, dass das Objekt zu den Kenntnissen der Investoren passt“, umreißt Steffen Sebastian, Professor am Institut für Immobilienwirtschaft der Universität Regenburg eine Grundvoraussetzung.

Für den typischen Verbraucher kämen eher einzelne Wohnungen ohne viel Sanierungsbedarf oder Mehrfamilienhäuser bis maximal zwei Millionen Euro infrage. Diese Eingrenzung hängt mit Kosten und Aufwand zusammen. Je komplizierter das Objekt, desto intensiver die Abstimmung der Club Deal-Teilnehmer untereinander.

Klare Regeln sind unerlässlich

Die Gründung einer GbR ist die häufigste Rechtsform für einen privat organisierten Club Deal. Das kann ein Stammtisch oder Freundeskreis sein. Gebraucht werden mindestens zwei Leute. Jeder Teilnehmer wird in der Regel Miteigentümer an der Immobilie.

Profis regeln Rechte und Pflichten der Club Dealer vertraglich. „Ziel des Investments, Laufzeit, Exitstrategie werden festgelegt. Das sollten auch Privatanleger machen“, erläutert der Berliner Rechtsanwalt Esfandiar Khorrami. Klauseln fixieren zudem, was passiert, wenn ein Beteiligter klamm wird.

Gute Kontakte sind wichtig

Laien sollten solche Grundsätze ebenfalls vereinbaren, um Transparenz zu schaffen und Konflikten vorzubeugen, meint der Anwalt. Geld muss nicht das alleinige Beitrittskriterium zum Club Deal sein. Fachwissen über Sanierung oder Aufwertung zwecks Werterhöhung der Immobilie können auch als Kapital betrachtet werden.

Darüber hinaus zählten gute Kontakte. „Club Deal funktioniert nur über Netzwerke. Jeder redet mit jedem. Sonst ist der Markt schneller und die Immobilie bereits veräußert“, berichtet Khorrami von seinen Erfahrungen.

Das Risiko kann hoch sein

Club Deals sind wegen des drohenden Kapitalverlusts generell mit Vorsicht zu betrachten. „Die Risiken sind unkalkulierbar“, warnt Prof. Sebastian. Im Blick hat der Experte nicht nur, aber vor allem Geschäfte, die über Anlagegesellschaften und Crowdinvesting-Plattformen offeriert werden.

Niels Nauhauser von der Verbraucherberatung Baden-Württemberg sekundiert: „Club Deals werden zum Teil bewusst so aufgesetzt, dass die bestehende Regulierung des Kapitalanlagegesetzbuches umgangen wird.“

Nachrangdarlehen sind nicht abgesichert

Fachleute begründen ihre Warnung mit dem ihrer Ansicht nach zu hohen Risiko der Objekte und der schlechten Absicherung von Investoren. „Im Grund genommen sind solche Angebote nichts anderes als ein Überbrückungskredit für Entwickler, den vermögende Privatleute zur Verfügung stellen“, sagt Olaf Stotz, Professor für Asset Management and Pension Economics an der Frankfurt School of Finance.

Die Kapitalgeber dieser Nachrangdarlehen werden üblicherweise nicht über das Grundbuch abgesichert. Sie würden weder Eigentümer noch hätten sie Einfluss oder Kontrolle über das Investment, so Kritiker.

Kleinanleger sollten Club Deals eher meiden, so das Fazit der Experten. Sie raten zu anderen Lösungen. Das können etwa offene Immobilienfonds sein. Auch börsengehandelte Immobilienfonds wären eine Alternative. Das Risiko ist hier relativ breit gestreut.



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Ölpreise ziehen an: Wohin steuern die Rohstoffmärkte?

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Ölpreise ziehen an

Wohin steuern die Rohstoffmärkte?

Die Aktienkurse sind weltweit in Rekordlaune und blicken hoffnungsvoll in eine Zeit nach der Corona-Pandemie. Dieser Rückenwind erreicht auch die Rohstoffmärkte. Die Industrie läuft langsam wieder an und Metalle wie Silber, Kupfer und Nickel sind derzeit stark gefragt. Auch die Ölpreise haben zuletzt wieder merklich angezogen.

Wie können Anleger an diesem Aufschwung teilhaben? Investoren sollten auch im Hinterkopf behalten, dass mit dem Mai ein historisch gesehen eher schwacher Börsenmonat vor der Tür steht. Könnte das die Rohstoff-Rally ausbremsen? Wie könnte eine Absicherung aussehen?

Über verschiedene Anlagestrategien mithilfe von Zertifikaten oder ETCs diskutiert Anne-Kathrin Cyrus mit Kemal Bagci von der BNP Paribas und Andreas Männicke von East Stock Informationsdienste.



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Wo sich ein Kauf im Ausland lohnen könnte

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Finca auf Mallorca

Auf Mallorca wie auch den übrigen Baleareninseln kam im vierten Quartal 2020 jeder dritte Hauskäufer aus dem Ausland.


(Foto: E&V Mallorca Southwest/E&V Private Office)

Madrid, Paris, Athen Für viele Deutsche ist es der Traum: die eigenen vier Wände, aber mit Blick aufs Meer oder mit der Gewissheit, dass die Sonne scheint. Nie zuvor suchten so viele Menschen auf Google.de nach „Ferienhaus kaufen“ oder „Ferienwohnung kaufen“ wie im vergangenen Sommer. Doch wie sehen die europäischen Märkte aus? Was kosten Ferienhäuser und -wohnungen dort – und welche lokalen Besonderheiten gilt es zu beachten? In einer mehrteiligen Serie zu Ferienimmobilien beleuchten wir die gefragtesten Urlaubsregionen im europäischen Ausland – und beleuchten die Frage, wo sich noch Gelegenheiten bieten.

Im Folgenden werfen wir einen Blick auf die Lage in Spanien, Frankreich und Griechenland. Demnächst folgt ein Überblick über die Situation des Ferienimmobilienmarkts unter anderem in Großbritannien, Österreich und Italien.

Ferienimmobilien in Spanien – Mallorca bleibt im Fokus

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Betreiber fordern Öffnung der Campingplätze

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Im Rhein-Lahn-Kreis haben am Samstag mehr als ein Dutzend Campingplatzbetreiber aus dem Norden von Rheinland-Pfalz für die sofortige Öffnung der Stell- und Zeltplätze demonstriert. „Es wäre gut, wenn interessierte Camper ihrem Hobby an der frischen Luft nachgehen könnten. Besser jedenfalls als dass sich Menschen heimlich und in größerer Zahl in Wohnungen treffen“, sagte der 51 Jahre alte Oliver Schupp, auf dessen Campingplatz in Fachbach an der Lahn sich die Demonstranten versammelt hatten.

Campingplätze sind wegen der Corona-Pandemie für Urlauber geschlossen. Lediglich Dauercamper sind in den meisten Bundesländern unter bestimmten Bedingungen zugelassen.

Nach Angaben von Schupp vertreten die Demonstranten in Fachbach die Ansicht, Campingausflüge könnten mit Hilfe der Hygienevorschriften in der aktuellen Situation für Entspannung sorgen. Nicht jeder habe einen Garten. Das Ausbleiben der Gäste sei zudem auch ein wirtschaftliches Problem, das manche Campingplatzbetreiber vor existenzielle Probleme stelle. Wie Schupp sagte, habe man bewusst den Samstag als Termin für die Demonstration gewählt. An diesem Tag demonstrierten Camping-Freunde mit Wohnmobilen und Wohnwagen in Berlin für eine Öffnung der Stell- und Campingplätze. Angemeldet waren etwa 700 Fahrzeuge.



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