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Wirtschaft

Brexit könnte Modebranche zu mehr Nachhaltigkeit führen

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Topshop-Filiale in der Princes Street in Edinburgh

Der Trend zum Online-Shopping führte dazu, dass traditionelle Ketten in den Einkaufsstraßen nicht in ihrer bisherigen Form überleben konnten.

(Foto: dpa)

Nottingham Der britische Mode- und Design-Experte Anthony Kent hält die durch den Brexit entstandenen Hürden für die Modebranche auch für eine Chance auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit. „Es könnte britische Marken dazu bringen, mehr zuhause zu produzieren. Man muss mehr über die Lieferketten nachdenken“, sagte der Mode-Forscher von der Nottingham Trent Universität der Deutschen Presse-Agentur.

Im Sinne der Nachhaltigkeit sei das wünschenswert. „Vielleicht wird es dadurch weniger Enthusiasmus für Fast Fashion geben“, sagte Kent.

Die britische Modebranche ist eine derjenigen, die besonders stark mit den neuen Regeln nach dem Brexit zu kämpfen hat: Durch den zwischen Großbritannien und der EU vereinbarten Handelspakt gilt zwar prinzipiell zollfreier Handel – allerdings nur dann, wenn die Produkte auch tatsächlich weitgehend in diesen Ländern produziert werden und aus Materialien von dort bestehen.

Im Modesektor, der viel in Asien nähen lässt und nicht-heimische Rohstoffe verwendet, ist das oft nicht der Fall. Wenn Kunden in der EU bei einem Modelabel in Großbritannien Kleidung bestellen, werden daher teilweise Zollgebühren fällig – für Verbraucher eine unangenehme Überraschung.

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„Unternehmen, die in Europa aktiv sind, haben dieses Problem sehr plötzlich herausgefunden“, sagte Kent. „Es ist nicht großartig diskutiert worden, bevor der Brexit tatsächlich stattfand.“ Sicherlich werde es Betriebe geben, die stark darunter leiden oder sogar untergehen könnten.

Vertreter der Branche fordern zu mehr Unterstützung auf

Andere könnten Aktivitäten stärker in die EU verlagern – wie etwa der Sportbekleidungs-Hersteller JD Sports, der die Eröffnung eines Standortes mit rund 1000 Beschäftigten in der EU in Erwägung zieht.

Bekannte Vertreter der Branche, darunter Modedesignerin Vivienne Westwood, haben die britische Regierung in einem offenen Brief aufgefordert, den Sektor stärker zu unterstützen – wie es etwa bei der Fischerei der Fall sei.

Großbritannien hat die Europäische Union bereits Ende Januar 2020 verlassen, danach gab es aber noch eine Übergangsphase. Seit Anfang dieses Jahres ist der harte Schnitt nun vollzogen.

Obwohl der Brexit-Handelspakt weitgehend freien Warenhandel ermöglichen soll, sind die Exporte aus dem Königreich auf den Kontinent eingebrochen. Viele Unternehmen scheuen die aufwendigen Zollformalitäten und notwendig gewordenen Kontrollen an den Grenzen.

Die Modebranche ist zusätzlich stark durch die Folgen der Pandemie gebeutelt. Der Trend zum Online-Shopping führte dazu, dass traditionelle Ketten in den Einkaufsstraßen wie Topshop nicht in ihrer bisherigen Form überleben konnten.

Online-Handelsplattformen wie Asos oder Bohoo übernahmen mehrere Marken, darunter auch Topshop, vom strauchelnden Kaufhauskonzern Arcadia, wollen jedoch nicht die Filialen erhalten. Auch die London Fashion Week, üblicherweise ein wichtiges Event im Terminkalender der Modebranche, muss wegen der Pandemie derzeit ausschließlich online stattfinden.

Mehr: Chloés neue Chefdesignerin soll für mehr Nachhaltigkeit sorgen



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Dax erholt sich leicht von Vortagesverlusten

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FRANKFURT (dpa-AFX) – Der Dax hat nach zwei schwächeren Tagen wieder den Vorwärtsgang eingelegt. Der deutsche Leitindex profitierte am Mittwoch von moderaten Kursgewinnen an der tonangebenden Wall Street und schloss 0,44 Prozent höher bei 15 195,97 Punkten. In den vergangenen beiden Tagen hatte das Börsenbarometer gut 2 Prozent eingebüßt. Der MDax der mittelgroßen Werte rettete sich zur Wochenmitte knapp ins Plus und legte am Ende um 0,02 Prozent auf 32 545,76 Zähler zu.

Gegen eine kräftige Erholung des hiesigen Aktienmarktes sprechen laut Marktteilnehmern rasant steigende Corona-Infektionszahlen in einigen Ländern. Anleger fürchten, dass anziehende Infektionszahlen zu weiteren Lockdowns führen könnten und sich dadurch die weltweite Wirtschaftserholung hinauszögere. Auch dürften einige Investoren nach der Kursrally der vergangenen Monate erst einmal Kasse machen. Immerhin war der Dax seit Jahresbeginn in der Spitze um rund 13 Prozent auf über 15 500 Punkte gestiegen.



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Freibetrag verdoppelt: Mehr Steuervorteile für Startup-Mitarbeiter

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Freibetrag verdoppelt

Mehr Steuervorteile für Startup-Mitarbeiter

Firmengründungen werden in Deutschland weiter stark gefördert. Mitarbeiter von Startups können sich künftig über einen höheren Steuerfreibetrag freuen, was Unternehmensbeteiligungen angeht. Für Startups soll der vom Finanzausschuss beschlossene Schritt Anreiz und Bindung zugleich erleichtern.

Startups sollen künftig ihre Mitarbeiter mit steuerlichen Vorteilen enger an sich binden können. CDU/CSU und SPD haben sich dazu im Bundestag auf Details geeinigt, wie beide Regierungspartner mitteilten. Diese wurden vom Finanzausschuss beschlossen. Damit gilt eine Zustimmung im Plenum als gesetzt. Die finanzpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Antje Tillmann, sprach von einem guten Tag für die Startup-Szene, also neu gegründete und oft innovative Firmen.

Die Bundesregierung wollte den steuerlichen Freibetrag für Mitarbeiterbeteiligungen auf 720 Euro im Jahr verdoppeln. Im Bundestag wurde nun beschlossen, dies nochmal auf 1440 Euro zu verdoppeln. „Damit soll die Gewinnung und Bindung qualifizierter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch Startups erleichtert werden“, sagte SPD-Politikerin Wiebke Esdar. „Beschäftigte von Startups müssen ihre Einkünfte auf der Übertragung von Vermögensbeteiligungen am Unternehmen des Arbeitgebers zunächst nicht versteuern. Die Besteuerung soll erst zu einem späteren Zeitpunkt, in der Regel im Zeitpunkt der Veräußerung, bei einem Arbeitgeberwechsel oder spätestens nach dem Ablauf einer Frist von zwölf Jahren erfolgen.“

Früheren Regierungsangaben zufolge sollen die Neuregelungen ab dem 1. Juli 2021 gelten. Der Bundestag soll nun bereits am Donnerstag formal dem sogenannten Fondsstandortgesetz zustimmen. Tillmann sagte, auch der Anwendungskreis der betroffenen Firmen sei ausgeweitet worden. „Entgegen dem Regierungsentwurf können nun auch zwölf Jahre alte Unternehmen von der neuen Regelung profitieren.“ Bundesfinanzminister Olaf Scholz hatte zuletzt gesagt, Ziel sei es, der Startup-Szene einen Schub zu geben und hier international eine Spitzenposition einzunehmen. „Wichtig ist mir, dass die Beschäftigten auch am Erfolg der Unternehmen teilhaben können.“ Bisher müssen Beschäftigte Vorteile aus den Beteiligungen sofort versteuern.



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Gamestop-Schock sitzt tief: Leerverkäufer fürchten Kleinanleger-Mob

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Gamestop-Schock sitzt tief

Leerverkäufer fürchten Kleinanleger-Mob

Der Leerverkauf von Aktien gehört zum Standardrepertoire von Hedgefonds, um auf den Niedergang eines Unternehmens zu wetten. Doch der Umfang dieser Wetten ist massiv eingebrochen. Die Manager zittern vor Kleinanlegern, die sich schon einmal im Internet zur Rebellion verabredet haben.

Der Aufstand der Kleinanleger gegen die Leerverkäufer von der Wall Street hat offenbar anhaltend Eindruck auf die Hedgefonds-Profis gemacht. Deren Standardmethode, um auf den Misserfolg von Unternehmen und auf Kursverluste von deren Aktien zu wetten ist auf den niedrigsten Stand seit nahezu 17 Jahren zurückgegangen. Bei diesen Leerverkäufen werden Aktien verkauft, die der Verkäufer gar nicht besitzt, sondern nur geliehen hat, in der Hoffnung sie dann später zu einem günstigeren Kurs kaufen und zurückgeben zu können. Laut Daten der Investmentbank Goldman Sachs sind aktuell bei Firmen aus dem US-Leitindex S&P500 im Mittel nur Aktien im Wert von 1,6 Prozent der Marktkapitalisierung (also dem Wert aller Aktien eines Unternehmens zusammengezählt) leer verkauft. In Europa ist diese sogenannte Short-Rate so stark eingebrochen wie noch nie, wie Bloomberg unter Berufung auf Daten von Morgan Stanley berichtet.

Dabei gäbe es aus Sicht der Hedgefonds derzeit gute Gründe, gegen zumindest einige Branchen und Unternehmen zu wetten. Während die Pandemie sich in vielen Teilen der Welt noch immer weiter ausbreitet und Unternehmen belastet, sind die Börsenkurse vielerorts auf Rekordstände gestiegen. Das Verhältnis von Aktienkurs und Gewinn vieler Firmen befindet sich auf einem Niveau, das an die Dotcom-Blase um die Jahrtausendwende erinnert. Selbst Optimisten rechnen damit, dass es zumindest kurzfristig zu Kurseinbrüchen kommen könnte. Der Anteil von Optionsgeschäften zur Absicherung gegen Kursverluste des S&P500 ist zuletzt gestiegen gegenüber solchen, die auf Kursgewinne setzen.

Dennoch wagt sich derzeit kaum ein Fondsmanager an Leerverkäufe. „Niemand will mehr seinen Kopf abgerissen bekommen durch einen Leerverkauf“, zitiert Bloomberg Benn Dunn. Damit meint der Chef der Finanzberatungsfirma Alpha Theroy Advisors die Milliardenverluste, die einige Hedgefonds mit der Aktie des Spiele-Händlers Gamestop erlitten.

Die Aktie gehörte aufgrund der schlecht laufenden Geschäfte und der nach Ansicht vieler Anlageprofis noch schlechteren Aussichten für den stationären Handel zu den am häufigsten leer verkauften an den US-Börsen. Tausende Kleinanleger, darunter passionierte Gamer und Kunden von Gamestop, sahen das jedoch anders und verabredeten sich über das Forum „Wallstreetbets“ auf der Onlineplattform Reddit, um gemeinsam in die Aktie zu investieren und den Kurs in die Höhe zu treiben. Damit erwischten sie die Hedgefonds auf dem falschen Fuß. Diese mussten die leer verkauften Aktien nun zu horrenden Preisen nachkaufen. Ein sogenannter Shortsqueeze entstand und katapultierte das Papier, das vergangenes Jahr noch bei unter fünf Dollar notierte zeitweise auf mehr als 480 Dollar. Aktuell werden die Aktien immer noch für gut 158 Dollar gehandelt.

Was manche als unlautere Kursmanipulation verurteilten, feierten andere als Sieg von Kleinanlegern über die Machenschaften elitärer Wall-Street-Zirkel. Insgesamt verloren institutionelle Leerverkäufer mehr als 14 Milliarden Dollar. Wie die eingebrochene Zahl solcher Wetten zeigt, wirkt der Schrecken dieser Verluste nach.



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