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Geschaeft

Bin ich ein privilegiertes Maskottchen? | ZEIT ONLINE

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Vor Kurzem erhielt
ich eine Anfrage eines Mode- und Lifestylemagazins: Sie wollten unter der
Überschrift „Inspirierende Frauen“ ein Foto von mir und einen Text zu meiner
Instagram-Arbeit drucken. Diese banale kleine Anfrage wäre für mich mit
keinerlei Arbeitsaufwand verbunden
gewesen, und im Ergebnis hätten meine Texte mehr Aufmerksamkeit bekommen. Nur, welche
Kompromisse hätte ich dafür eingehen müssen?

Mit dem Konzept der Intersektionalität beschreibt Kimberlé
Crenshaw, dass sich verschiedene Diskriminierungsformen überschneiden und
gegenseitig bedingen können. Die Möglichkeiten gesellschaftlicher Teilhabe
werden dadurch beeinflusst, von welchen Diskriminierungsformen eine Person betroffen ist oder eben nicht. Ich zum
Beispiel erfahre Diskriminierung nicht als Frau und/oder als Person of Color, sondern als Frau of Color in einer weiß-dominanten und patriarchalen Gesellschaft.
Daher meine Unsicherheit: Werde ich von
Auftraggebenden benutzt, weil Diversität gerade (noch) angesagt ist? Oder weil sie eine Quote erfüllen wollen, damit nicht nur weiße Menschen zu dem Panel, der Interviewreihe oder Lesung
eingeladen werden? Fragt mich die weiße
Kollegin, mit ihr zusammenzuarbeiten, weil ich spannende Ideen habe? Oder weil
sie als besonders „rassismuskritisch“ dastehen möchte? Gleichzeitig verfüge
aber auch ich je nach Kontext über Privilegien, mit denen ich mich kritisch
auseinandersetzen muss: Wann nehme ich selbst zu viel Raum ein und wann darf
ich diesen Raum einfordern? Wer nimmt diesen Raum in Anspruch, vielleicht auch
unhinterfragt? Wer wird ausgelassen? Und werde ich eventuell deshalb angefragt,
weil ich light skinned bin und damit
gesellschaftlich akzeptierter als Menschen, die dark skinned sind?

Unsicherheit
im Umgang mit den eigenen Privilegien ist sinnvoll: Sie hält den Denkprozess am
Laufen, lässt uns neue Fragen stellen und kann uns helfen, Diskriminierung
wahrzunehmen und zu verstehen. Diese Unsicherheit gilt es auszuhalten,
schließlich fühlen sich von Diskriminierung Betroffene ständig unsicher. Ich habe
die Beobachtung gemacht, dass gerade Menschen, die sich in ihrer künstlerischen
Tätigkeit, ihrer politischen Bildungsarbeit, ihrem Aktivismus mit den eigenen Erfahrungen
als marginalisierte Personen auseinandersetzen, viel eher anderen Benachteiligten
den Vortritt lassen. Dabei müssen sich marginalisierte Menschen ohnehin schon
die begrenzten Räume, Möglichkeiten und Sparten teilen, die ihnen überhaupt zur
Verfügung stehen. Wo sind zum Beispiel die erfolgreichen weißen Menschen, die sich zurücknehmen, die Plätze für schwarze
Menschen und Personen of Color fordern und schaffen?

In der
Diskussion um die Zeitschrift Elle, die in der letzten Ausgabe unter dem
Titel Black is back schwarze
Menschen zum Modetrend erklärt, wird deutlich: Solange weiße Menschen Zeitschriften gestalten, werden diejenigen, die
nicht der weißen Norm entsprechen,
als Diversitätsfaktor benutzt. Die Autorin Alice Hasters nennt es in Was weiße Menschen nicht über Rassismus
hören wollen, aber wissen sollten
den Maskottchen-Effekt, wenn nichtweiße Menschen vor, jedoch nicht hinter
der Kamera stehen.
Sie werden beispielsweise in einer
Zeitschrift auf eine bestimmte Weise dargestellt, aber sie entscheiden nicht
darüber, auf welche Weise sie dargestellt werden, weil sie nicht in der
Redaktion vertreten sind.



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Geschaeft

„Null Emissionen bis 2050 ist das absolute Minimum“ | ZEIT ONLINE

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Der Bundestag hat das Klimaschutzgesetz im großen Teilen verabschiedet – Großbritannien hat schon seit elf Jahren eins. Seither sind die
Emissionen dort kontinuierlich gesunken. Der Ökonom Lord Adair
Turner spielte dabei eine wichtige Rolle: Er war von 2008 bis 2012 erster
Vorsitzender
des Climate Change Comittee, einer Expertenkommission, die für die Erarbeitung
der britischen Emissionsbudgets verantwortlich ist. Zusätzlich stand er von
2008 bis 2013
der
britischen Finanzaufsicht vor
. Seit 2005 ist Turner Mitglied im House
of Lords.
Heute arbeitet er
als Senior Fellow am Institute for New Economic Thinking (INET)
Im Interview spricht er über den Erfolg des britischen
Klimaschutzgesetzes und mögliche Lehren für Deutschland. 

ZEIT ONLINE: Lord Turner,
das britische Klimaschutzgesetz sah ursprünglich vor, die Emissionen bis 2050
um 80 Prozent zu reduzieren. Im Juni verschärfte die Regierung, damals noch
unter Theresa May, das Ziel: Großbritannien
will nun bis 2050 klimaneutral werden
. Wie
realistisch ist das? 

Adair Turner: Ich bin absolut sicher, dass wir unsere Emissionen
bis 2050 netto auf null senken können, und zwar zu eher belanglosen Kosten. Wir
werden auf etwa ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts verzichten müssen. Unsere
Wirtschaft wird weiterhin wachsen – nur eben etwas langsamer.

ZEIT ONLINE: Netto null bedeutet, dass es zwar noch
Emissionen geben wird, die dann aber durch sogenannte Offsets ausgeglichen
werden, also den Zukauf von CO2-Zertifikaten.

Turner: Ja. Der
Zukauf wird aber nur eine Restgröße darstellen. Die Technik entwickelt sich so
schnell, dass wir beispielsweise in der Stromerzeugung so gut wie kein CO2 mehr
ausstoßen werden. Wir brauchen dann keine
Kohle mehr
– vielleicht
noch eine kleine Menge Gas, aber deren Emissionen lassen sich dann durch die Speicherung
von Kohlendioxid im Untergrund (CCS)
ausgleichen.
Sogar die Stahl- und Zementproduktion
oder der Flugverkehr
lassen
sich so umbauen, dass sie keine Emissionen mehr ausstoßen. Jedes reiche,
entwickelte Land kann – und sollte – das tun. Die Kosten sind so gering, dass
wir sie am Ende nicht einmal bemerken werden.

ZEIT ONLINE: In Deutschland wären vermutlich viele überrascht über
so viel Vertrauen in die Dekarbonisierung der Wirtschaft.

Turner: Es überrascht mich, dass man darüber überrascht sein kann.
Schauen Sie sich die Technologien an, die Kosten, die Zahlen! Ich kann mir
keinen Sektor der Wirtschaft vorstellen, der nicht bis 2050 emissionsfrei
arbeiten könnte. Das ist absolut machbar. Für Leute, die behaupten, wir könnten
das nicht schaffen, habe ich wirklich keinen Respekt.

ZEIT ONLINE: Großbritannien nutzt weiter Kernkraft, im Gegensatz zu
Deutschland …

Turner: Ich denke, dass Deutschland einen Fehler gemacht hat, die
Kernkraftwerke vor dem Ende ihrer Lebensdauer abzuschalten. Das war eine groteske
Entscheidung, denn es macht den Übergang zu einer emissionsfreien Wirtschaft
viel schwieriger. Man muss die erneuerbaren Energien noch schneller aufbauen.
Auf kurze Sicht ist der Atomausstieg schlecht für den Kampf gegen den
Klimawandel.

ZEIT ONLINE: Sie sagen, es gibt keine Branche, die sich nicht bis
2050 umstellen könnte. Was ist mit der Autoindustrie?

Turner: Für die deutsche Autoindustrie ist der Wandel in der Tat
eine große Herausforderung. An ihr hängen viele Arbeitsplätze und der Erfolg
der Unternehmen basiert auf dem Verbrennungsmotor. Jetzt kommen Elektroautos,
die deutlich effizienter sind und leichter herzustellen und die so gut wie
nicht kaputt gehen. Für ein E-Auto und seinen Betrieb werden die Kunden deshalb
langfristig deutlich weniger zahlen.

Die Autohersteller werden sich
deshalb verändern müssen. Aber bis 2050 ist das machbar. Sicher werden
dann deutlich weniger Menschen in der Autoindustrie arbeiten. Aber so funktioniert
nun mal der Kapitalismus: Sobald neue Technologien aufkommen, wandern
Arbeitsplätze von einer Branche in die andere. Für die Autoindustrie ist das
eine große Umstellung, aber die Verlagerung von Arbeitsplätzen aus der
Landwirtschaft in die Industrie zwischen 1950 und 1970 war beispielsweise für
Länder wie Deutschland, Frankreich und Italien eine viel größere Veränderung.



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Geschaeft

127. Sitzung des Deutschen Bundestages (14.11.19)

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Im Bundestag wird heute erneut über den Solidaritätszuschlag diskutiert. Außerdem gehören zu den Tagesordnungspunkten u.a. der Masernschutz und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft.

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Geschaeft

Deutschland: Autokennzeichen „HH 1933“ ist sittenwidrig

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Ein Autofahrer aus Viersen hat kein Recht auf ein Wunschkennzeichen mit der Kombination „HH 1933“. Das entschied das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster in einem Rechtsstreit zwischen einem Autobesitzer und dem Kreis Viersen um ein von diesem beantragtes Wunschkennzeichen (Az. 8 B 629/19).

In einem Autonummernschild ist diese Kombination aufgrund von unvermeidlichen Assoziationen mit dem Nationalsozialismus auch im Land Nordrhein-Westfalen sittenwidrig und daher nicht zulässig, entschied das Gericht. Ob der Kläger damit eine persönliche Sympathie für das NS-Regime zum Ausdruck bringen wolle oder nicht, sei wegen der sich jedem Betrachter aufdrängenden Bezüge unerheblich, urteilten die obersten Verwaltungsrichter Nordrhein-Westfalens in ihrem unanfechtbaren Beschluss, mit dem sie ein Urteil des Verwaltungsgerichts in Düsseldorf bestätigten. Der Autobesitzer hatte dagegen eine Beschwerde eingelegt.

NS-Assoziation für „durchschnittlichen Bürger“ offensichtlich

Laut Gericht ist jedem „durchschnittlichen Bürger“ in Deutschland sofort offensichtlich, dass die Kombination aus Buchstaben und Ziffern als Abkürzung des Hitlergrußes sowie als Bezug zum Jahr der sogenannten Machtergreifung des NS-Regimes zu verstehen sei. Sie sei deshalb schlicht sittenwidrig.

Was die Auto-Kennzeichen wirklich bedeuten

Die Ausgabe von Nummernschildern mit offensichtlichen Nazibezügen wird von den Behörden in Deutschland zwar überall generell untersagt. Es gibt von Bundesland zu Bundesland aber unterschiedlich umfangreiche Listen zu den verbotenen Kombinationen. Während Kürzel wie „SS“, „SA“, „KZ“ oder auch „HJ“ flächendeckend verboten sind, gilt dies für andere Sequenzen nicht in gleicher Weise. So werden Nummernschilder mit „HH“ oder „88“ in einigen Ländern ausgegeben, in anderen von vorneherein nicht.



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