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Wirtschaft

Bidens Steuerpläne belasten Dow und Nasdaq

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NEW YORK (dpa-AFX) – Die New Yorker Börsen haben am Donnerstag ihre Vortagsgewinne gleich wieder revidiert. Als Grund dafür, dass die Indizes vor allem in der zweiten Tageshälfte tiefer ins Minus rutschten, galten Steuerpläne des US-Präsidenten Joe Biden. Einem Bericht zufolge will dieser Kapitalerträge künftig stärker besteuern.

Der Dow Jones Industrial fiel am Ende um 0,94 Prozent auf 33 815,90 Punkte. Damit kam es nicht zu einer Annäherung an den bisherigen Rekord, der mit 34 256 Punkten schon eine Woche alt wird. Der marktbreite S&P 500 fiel am Donnerstag um 0,92 Prozent auf 4134,98 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 büßte 1,24 Prozent auf 13 762,36 Zähler ein.

Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Kreise berichtete, ist Biden gewillt, für wohlhabende Amerikaner eine Kapitalertragssteuer in Höhe von mehr als 40 Prozent vorzuschlagen. Damit würde er die Abgabe in etwa verdoppeln, hieß es. Am Markt habe dies Spekulationen ausgelöst, dass einige Anleger vor der Einführung noch ihre Positionen beglichen, um den niedrigeren Steuersatz zu nutzen, hieß es von Experten.

Laut dem Marktstrategen Stephen Innes vom Broker Axi wären vor allem Profi-Trader wie etwa Hedgefonds davon betroffen. „Ein Sorgenpunkt ist, dass diese ein großes Stück zur Liquidität am Aktienmarkt beitragen“, so der Experte. Er betonte, der Markt habe zwar generell mit einer höheren Besteuerung gerechnet. Es sei aber nicht klar gewesen, wann diese komme. Investoren gingen nun von einer Einführung eher früher als später aus.

Für Gesprächsstoff sorgte Biden auch mit einem neuen Klimaschutzziel. Bei einem Online-Treffen mit 40 Staats- und Regierungschefs rief der US-Präsident zu schnellem Handeln auf. Er kündigte selbst an, bis zum Ende des Jahrzehnts die US-Treibhausgasemissionen im Vergleich zum Jahr 2005 mindestens halbieren zu wollen. Dies sorgte bei Aktien aus dem Bereich der Alternativen Energien für Fantasie bei den Anlegern, die Titel von First Solar zum Beispiel legten um 4,2 Prozent zu.

Unter den Einzelwerten fielen die am Donnerstag vorgelegten Quartalsberichte meist erfreulich aus. Deutliche Kursgewinne von 4,2 respektive 3,5 Prozent verbuchten die Aktien des Telekom-Riesen AT&T und des Mischkonzerns Danaher. In beiden Fällen übertrafen die Resultate die durchschnittlichen Analystenprognosen.

Aktien des US-Chemiekonzerns Dow Inc verloren hingegen nach der Zahlenvorlage sechs Prozent. Experten vermuteten, dass Anleger nach einem eigentlich als überzeugend gewerteten Zahlenwerk nun Gewinne mitnahmen. Der Kurs hatte sich seit dem Corona-Tief im März 2020 binnen eines Jahres in etwa verdreifacht.

Der Kurs von Biogen sackte um vier Prozent ab, obwohl das veröffentlichte Zahlenwerk über dem Analystenkonsens lag. RBC-Experte Brian Abrahams schrieb, dass die Umsätze des Pharmakonzerns in vielen wichtigen Segmenten weiter den Gegenwind der Konkurrenz spürten. Er warnte bei dem Unternehmen im Kerngeschäft vor weiteren Risiken.

Für Aufsehen sorgte noch die SAP -Marktforschungstochter Qualtrics, die Ende Januar in den USA an die Börse gegangen war. Das Papier erholte sich um fast 23 Prozent von einer kurz nach der Erstnotiz begonnenen Talfahrt. Sie reagierten damit auf mehrere Hochstufungen von Analysten und die am Vorabend nach Börsenschluss vorgelegten Quartalszahlen. Gelobt wurde besonders ein optimistischer Ausblick auf das laufende Jahresviertel.

Kräftig erholt zeigten sich außerdem die Aktien von Nikola, einem auf Nutzfahrzeuge spezialisierten Tesla -Branchenkollegen. Nach Ausschlägen Mitte vergangenen Jahres war es um die Papiere deutlich ruhiger geworden, zuletzt wurden die Aktien unter zehn US-Dollar auf dem Niveau gehandelt, bevor sie groß ins Blickfeld rückten. Laut dem RBC-Experten Joseph Spak verkündete das Unternehmen nun aber eine neue Kooperation beim Aufbau von Wasserstoff-Tankstellen. Die Aktien erholten sich um 14,4 Prozent.

Der Kurs des Euro sank. Allerdings konnte sich die Gemeinschaftswährung bei der Marke von 1,20 US-Dollar stabilisieren, zuletzt wurden 1,2015 US-Dollar gezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2046 (Mittwoch: 1,2007) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8301 (0,8328) Euro.

Die Kurse von US-Anleihen entwickelten sich recht stabil. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) legte knapp um 0,05 Prozent auf 132,62 Punkte zu. Die Rendite dieser Anleihelaufzeit fiel auf 1,54 Prozent./tih/he
— Von Timo Hausdorf, dpa-AFX —



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Raus aus der Strafzinsfalle: Wie schwer ist die Börse?

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Raus aus der Strafzinsfalle

Wie schwer ist die Börse?

Immer mehr Banken brummen ihren Sparern ein sogenanntes Verwahrentgelt auf. Sie geben also Strafzinsen direkt an die Kunden weiter. Welche Alternativen gibt es zum Sparbuch oder Festgeldkonto? Warum fällt es vielen Sparern schwer, sich am Aktienmarkt zu engagieren? Und wie eignen Sparer sich gutes Börsenwissen an?

Tipps für passende Anlagestrategien, richtige Depotmischungen und wichtige Regeln für die Finanzmärkte erfährt Bianca Thomas von Kemal Bagci von BNP Paribas und Sven Gundermann von Taunus Investments in dieser Folge des „Zertifikate“-Podcasts.



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Industrieroboter werden zunehmend zur Option für Mittelständler

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Roboter von Universal Robots

Die einfachen Tätigkeiten übernimmt bei VEMA künftig der kollaborative Roboter.


(Foto: Universal Robots)

München Den ersten Arbeitstag des neuen Mitarbeiters feierte der deutsche Mittelständler Vema mit einem kleinen Empfang. Die anderen Beschäftigten sollten keine „monotone, stumpfe Arbeit verrichten“, sondern sich auf wichtigere Dinge konzentrieren, sagte Vema-Geschäftsführer Christian Veser. Die einfachen Tätigkeiten übernimmt künftig der neue kollaborative Roboter, den Vema von Universal Robots gekauft hat. Es war bereits der 50.000. verkaufte Cobot des dänischen Pioniers.

Seit Jahren schon hatte die Robotikbranche den Durchbruch der kollaborierenden Cobots prophezeit, die direkt neben dem Menschen arbeiten. Doch gerade Mittelständlern waren die Maschinen oft noch zu kompliziert und zu teuer.

Corona könnte nun den Durchbruch bringen. Denn in der Pandemie ermöglichten es Roboter vielerorts, die Produktion aufrechtzuerhalten. Das ist auch eine Chance für Deutschland. Der Markt für schwere Industrieroboter werde von japanischen und chinesischen Anbietern dominiert, sagt Olaf Gehrles vom Deutschen Robotik Verband (DRV). „In der Leichtbaurobotik sieht die Welt ganz anders aus.“ In der bunt gemischten Riege der Hersteller spielen auch deutsche Start-ups wie Franka Emika und Hahn Robotics eine wichtige Rolle.

Entscheidend für den Durchbruch wird sein, dass es leichter wird, die Cobots zu bedienen. Firmen wie Artiminds, Drag&Bot und Robominds arbeiten an einfacher Programmierung. Einige von ihnen konzentrieren sich ganz auf die Software und bauen keine eigene Hardware mehr.

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Das Darmstädter Start-up Energy Robotics zum Beispiel entwickelt eine Software, die Roboter anderer Hersteller intelligenter machen soll. Die mobilen – mal hunde-, mal menschenähnlichen – Roboter von Boston Dynamics, die im Netz für viel Furore sorgten, können damit auf Wartungsarbeiten geschult werden.

30

Prozent

wird der Markt für kollaborierende Roboter im Schnitt bis 2025 jährlich wachsen. (Quelle: Research-and-Markets)

Inzwischen sind auch die traditionellen Roboterhersteller aufgewacht. So entwickelt Kuka ein neues Betriebssystem für seine gesamte Roboterpalette. 2022 sollen die ersten Cobots präsentiert werden, die mithilfe dieser Plattform einfach programmiert, bedient und in die Produktionsabläufe eingebaut werden sollen können.

Die Cobots übernehmen derzeit vor allem „Pick-and-Place“-Aufgaben. Sie ergreifen also etwas und platzieren es, etwa einen Akku in ein Prüfgerät. Bislang habe bei kleinen Firmen und Handwerkern oft der Mut gefehlt, Schritte in Richtung Automatisierung zu gehen, sagt der DRV-Vorsitzende Helmut Schmid. Dank der einfachen, günstigen Lösungen bekämen nun auch die kleinen Firmen den „überfälligen Zugang zur Robotik“. Die Inbetriebnahme dauert oft nur eine halbe Stunde – Mitarbeiter mit Spezialkenntnissen sind nicht notwendig.

Noch machen die Cobots nur etwa fünf Prozent des Robotergesamtmarkts von 373.000 Auslieferungen (2019) aus. Die Experten von Research-And-Markets erwarten bis 2025 aber ein jährliches Wachstum von 30 Prozent.

Bei Vema sind nun bereits vier Cobots im Einsatz. Die Beschäftigten haben ihren blechernen Kollegen sogar Namen gegeben. Die ersten heißen Elfriede, Günther und Bruno. Den neuen tauften sie Jürgen – schließlich war Universal-Robots-Präsident Jürgen von Hollen zur Inbetriebnahme extra nach Krauchenwies-Göggingen gereist.

Mehr: Diese 75 Ideen bringen Deutschland in den kommenden Jahren voran



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Unionsfraktionsvize will deutlich höheren CO2-Preis schon ab 2022

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Andreas Jung

Der stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende Jung fordert eine zeitnahe massive Erhöhung des CO2-Preises.

(Foto: Reuters)

Berlin Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Andreas Jung, schlägt vor, den CO2-Preis auf Öl und Gas bereits im kommenden Jahr um 20 Euro auf 45 Euro zu erhöhen. Wie er in einem Interview der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ erläuterte, wären das 15 Euro mehr als nach den aktuellen Plänen vorgesehen.

Für 2023 schlägt Jung 55 Euro vor (20 Euro mehr als geplant) und für 2024 dann 65 Euro. Nach 2025 solle dann der „Übergang zum Markt“ folgen – zwei Jahre früher, als bisher geplant. Gleichzeitig müsste der Strom aber zur Entlastung der Haushalte billiger werden, erklärte Jung weiter.

Vorschläge zu einem höheren CO2-Preis hatte Anfang Mai auch der Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Alexander Dobrindt, gemacht. Auch die Grünen plädieren für einen höheren CO2-Preis.

Seit Jahresbeginn gilt im Verkehr sowie bei Gebäuden ein CO2-Preis in Höhe von 25 Euro pro ausgestoßener Tonne Kohlenstoffdioxid. Er verteuert fossile Energieträger und soll einen Anreiz dafür schaffen, auf klimafreundlichere Alternativen umzusteigen.

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Nach Angaben der Bundesregierung ergibt sich etwa für Benzin in diesem Jahr ein Aufschlag von sieben Cent pro Liter. Ein CO2-Preis von 45 Euro würde den Liter Benzin um etwa 12,7 Cent verteuern. Nach den aktuellen Plänen soll der CO2-Preis bis 2025 schrittweise auf 55 Euro pro Tonne steigen.

Bundesumweltministerin lehnt zeitnahe Erhöhung ab

Unionsfraktionsvize Jung ist dieser Plan zu unambitioniert, um die am vergangenen Mittwoch beschlossenen höheren Klimaziele der Bundesregierung erreichen zu können. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) lehnt eine zeitnahe CO2-Preis-Erhöhung bislang ab und argumentiert, dass es zunächst ausreichend Alternativen zu fossilen Brennstoffen geben müsse.

Der soziale Ausgleich sei wichtig, es könne nicht darum gehen, Menschen einfach nur finanziell zu belasten, erklärte Schulze am Mittwoch. Auch der Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv), Klaus Müller, warnte am Samstag im „Spiegel“ vor sozialer Ungerechtigkeit durch steigende CO2-Preise.

„Alle zusätzlichen Einnahmen aus der Bepreisung von CO2 müssen an die Bürger – idealerweise pro Kopf – zurückfließen“, sagte Müller dem Nachrichtenmagazin. Auch andere Forscher und Klimaaktivisten schlagen vor, die Kosten für den CO2-Preis mit einer Prämie für alle Bürger zu kompensieren.

Mehr: Merkel lehnt Änderung des Beschlusses zum Kohleausstieg ab



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