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Aufschwung der Wirtschaft mit The Pumas Tag 2/10

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Corona-Krise in Berlin: Inklusionsbetriebe bekommen UnterstĂŒtzung vom Senat

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Der Berliner Senat will Unternehmen mit einem hohen Anteil schwerbehinderter MItarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Corona-Krise stĂ€rker unterstĂŒtzen. Unter anderem erhalten die 38 sogenannten Inklusionsbetriebe eine Soforthilfe von monatlich 500 Euro je schwerbehindertem Arbeitnehmer.

Das gilt fĂŒr zunĂ€chst drei Monate mit der Möglichkeit einer VerlĂ€ngerung um weitere drei Monate, wie Arbeitssenatorin Elke Breitenbach (Linke) am Dienstag mitteilte. Das nun geschnĂŒrte Paket umfasst auch die Möglichkeit weiterer ZuschĂŒsse, etwa zur Aufstockung des Kurzarbeitergelds.

„Mit diesem Maßnahmenpaket ĂŒbernimmt der Senat soziale und wirtschaftliche Verantwortung“, sagte Breitenbach. „FĂŒr die schwerbehinderten Menschen in Inklusionsbetrieben werden so ArbeitsplĂ€tze gesichert und existenzielle Nöte vermieden.“

In gemeinnĂŒtzig tĂ€tigen Inklusionsbetrieben sind 30 bis 50 Prozent der Angestellten schwerbehindert. Die 38 Berliner Betriebe zĂ€hlen nach Angaben des Landesamtes fĂŒr Gesundheit und Soziales 1.506 Mitarbeiter, darunter 687 Menschen mit Handicap.

Sie arbeiten vor allem im Dienstleistungssektor: etwa in Hotellerie, Gastronomie, GĂ€rtnereien oder GebĂ€udereinigung, bieten WĂ€sche-, Catering- oder BĂŒroservice an. Die Firmen sind wie viele andere mit wegbrechenden AuftrĂ€gen und Lieferketten sowie ausbleibenden Zahlungen von Kunden konfrontiert. 



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Coronakrise: Deutsche haben Angst vor Wirtschaftseinbruch

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Die Angst vor einer Verschlechterung der Wirtschaftslage in Deutschland ist wegen der Coronakrise sprunghaft angestiegen. Laut einer reprĂ€sentativen Umfrage der R+V Versicherung hat mehr als jeder zweite Deutsche davor Angst. Der Anteil kletterte um 23 Prozentpunkte auf 58 Prozent – den höchsten Wert seit zehn Jahren. 2010 hatte die Finanzkrise die Angst vor einer Rezession in die Höhe getrieben.

„Die Sorgen sind begrĂŒndet. Der jetzige Wirtschaftsabschwung ĂŒbertrifft höchstwahrscheinlich die Wirtschaftskrise von 2009. Diesmal könnte der Absturz tiefer gehen“, sagte Manfred Schmidt, Politikprofessor an der Ruprecht-Karls-UniversitĂ€t in Heidelberg und Berater der R+V.

Bemerkenswert: Frauen beurteilen die Aussichten fĂŒr die deutsche Wirtschaft deutlich skeptischer : 61 Prozent haben Angst vor einer Verschlechterung, wĂ€hrend das nur fĂŒr 54 Prozent aller MĂ€nner zutrifft. JĂŒngere Befragte bis 30 Jahre (51 Prozent) sind in dieser Frage etwas optimistischer als die Ă€ltere Generation (59 Prozent).  

Nur jeder Vierte bangt um den eigenen Job

Die Angst, arbeitslos zu werden, bleibt im April aber auf dem relativ niedrigen Niveau des Vorjahres: Nur etwa jeder vierte BundesbĂŒrger bangt um den eigenen Job. Allerdings gilt hier: je jĂŒnger, desto besorgter. Bei den unter 30-JĂ€hrigen ist diese Angst mit 36 Prozent am höchsten.

„Der Wirtschaftsabschwung trifft einen grĂ¶ĂŸeren Teil des Arbeitsmarktes mit voller Wucht. Deutschland hat aber zwei starke ‚Medikamente‘ zur Linderung der SchĂ€den verabreicht“, so Schmidt. „Das Kurzarbeitergeld schĂŒtzt mehrere Millionen Arbeitnehmer vor Entlassungen. Linderung verschafft zudem auch das Hilfspaket der Bundesregierung in Höhe von mehreren hundert Milliarden Euro fĂŒr die Wirtschaft – ob fĂŒr große, mittlere oder kleine Betriebe.“

Ihren bisherigen Höchststand hatten beide Werte zur Angst in den Jahren 2004 und 2005, als wÀhrend der schwachen Konjunkturlage in Deutschland viele Unternehmen massiv Stellen abbauten und die Arbeitslosenquote auf 11,7 Prozent kletterte.

Auch die Ängste vor einer schweren Erkrankung hat die Coronakrise bisher kaum befeuert. Im Vergleich zu 2019 stieg diese Sorge lediglich um sechs Prozentpunkte auf 41 Prozent. Das ist laut R+V Versicherung in diesem Bereich der zweitniedrigste Wert seit 1992. Den niedrigsten gab es im vergangenen Jahr. „Das ist eine sensationelle Nachricht. Das hat mich echt erstaunt“, sagt Schmidt.

FĂŒr die Studie wurden zwischen dem 31. MĂ€rz und 2. April 1075 BundesbĂŒrger zwischen 16 und 75 Jahren reprĂ€sentativ online befragt.

Icon: Der Spiegel



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Radomir Antic ist tot: Schleifer und Streichler

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Radomir Antics Geschichte wird dadurch einmalig, dass er als einziger die drei spanischen Großklubs trainierte: AtlĂ©tico Madrid, FC Barcelona und Real Madrid. Er wurde zumeist geholt, um Verlierer in Sieger zu verwandeln – und im Mittelmaß versunkene Spitzenteams zurĂŒck zum Ruhm zu fĂŒhren. Und doch bezeichnete er die Geschichte seiner Karriere selbstironisch: „Wie immer dachten sie, das mit dem Trainieren kriegt doch jeder hin“, sagte er mal.

Am Montag ist Radomir Antic an einer BauchspeicheldrĂŒsenerkrankung gestorben.

AtlĂ©tico gab die Nachricht am Abend bekannt, wenig spĂ€ter auch Barça und Real. Wo mit Bernd Schuster und Miquel Soler zwei Spieler das Trikot aller drei Vereine trugen, steht Antic bei den Trainern allein da. Neben einem prĂ€genden Übungsleiter verliert insbesondere der spanische Fußball eine geschĂ€tzte Persönlichkeit. „Ein großer Trainer und noch grĂ¶ĂŸerer Mensch“, kondolierte sein frĂŒherer AtlĂ©tico-StĂŒrmer Kiko, „keine Worte fĂŒr meinen Schmerz“, fand Ex-Barça-Torwart Victor ValdĂ©s, „du warst ein Vater“, schrieb Real-Legende MĂ­chel.

Der Stabilisator

Im MĂ€rz 1991 hatte Antic bei einem im Mittelmaß versinkenden Real Madrid die Klublegende Alfredo Di StĂ©fano abgelöst und noch den dritten Platz erreicht. In der Folgesaison stand er zur Saisonmitte an der Tabellenspitze, ehe er ab­sur­der­wei­se entlassen wurde. Real verspielte alle Titel.

Als er im Sommer 1995 AtlĂ©tico Madrid ĂŒbernahm, hatte der Klub innerhalb von zwei Jahren sagenhafte zehn Trainer verschlissen, war jeweils nur knapp dem Abstieg entkommen und wie so oft zu den Zeiten des cholerischen EigentĂŒmers JesĂșs Gil y Gil fast pleite. Ein Jahr spĂ€ter standen sie als Gewinner von Liga und Pokal da. Es sollte AtlĂ©ticos einzige Meisterschaft zwischen 1977 und 2014 und das bis heute einzige Double bleiben.

Im FrĂŒhling 2003 ĂŒbernahm Antic den chaotischen FC Barcelona auf Platz 15. Damals trainierten die Spieler noch auf einem kleinen Platz direkt am Stadion, die Journalisten durften immer zusehen – und fĂŒr einige Tage auch ein Hospitant namens Joachim Löw. Im Juni nach seinem Amtsantritt ĂŒbergab er den Klub drei PrĂ€sidenten spĂ€ter auf Rang sechs und rettete Barça die historische Serie, immer die Qualifikation fĂŒr Europa geschafft zu haben.

Methodisch detailliert, taktisch innovativ

Mit Antic geht einer der letzten Vertreter der vielsprachigen jugoslawischen Trainerschule, die fremde LĂ€nder zu ihren eigenen machte, von den Fußballern immer verstanden wurde und scheinbare WidersprĂŒche mit persönlichem Charisma auflöste. Antic war dabei methodisch detailliert und taktisch innovativ, in der Vorbereitung ein Schleifer und im Alltag ein Menschenkenner. „Gute Spieler machen nicht immer eine gute Mannschaft, gute Stimmung fast immer“, war sein Lösungsansatz. Freitags gab es Teambier.

Geboren wurde er 1948 als Sohn zweier Partisanen, die sich im Kampf gegen die Nazi-Besatzung kennengelernt hatten und im neuen Jugoslawien als MilitĂ€rs arbeiteten. „Ich bin stolz auf die sozialistischen Werte meiner Erziehung“, sagte er noch vor zwei Jahren dem Magazin „Jotdown“. Von seinen Mannschaften forderte er immer, sich nie kleiner als der Gegner zu fĂŒhlen. Selbst wurde er Verteidiger bei Partizan Belgrad, obwohl er auch Basketball gespielt, BoxkĂ€mpfe bestritten und Schachturniere gewonnen hatte. Ab dem 28. Lebensjahr durfte man damals ins Ausland, er spielte fĂŒr Fenerbahce Istanbul, Real Saragossa und Luton Town, ehe er den Trainerzyklus wieder bei Partizan begann. Nach einer gewonnenen Meisterschaft im zunehmend angespannten Jugoslawien – „ich erinnere mich nicht gern an diese Zeit“ – ging er 1988 vor Ausbruch der Balkankriege wieder nach Saragossa; und sollte diesmal sehr lange in Spanien bleiben.

„Wenn du ihn nicht zahlst, tue ich das aus meiner eigenen Tasche“

Sein Double-AtlĂ©tico gilt als eine der attraktivsten Mannschaften der Ligageschichte. Sie verteidigte weit aufgerĂŒckt und konterte schnörkellos nach vorn. Ihre SchlĂŒsselfigur war Spielmacher und Freistoßspezialist Milinko Pantic, den der Trainer aus jungen Tagen bei Partizan kannte und nun mit 29 Jahren von Panionios Athen aus der Versenkung holte – entgegen allgemeiner Skepsis. „Du willst hier doch nur deine Freunde unterbringen, wie alle anderen auch“, hielt Gil ihm vor. „Wenn du ihn nicht zahlst, tue ich das aus meiner eigenen Tasche“, entgegnete Antic. Letztlich sorgten der feine Fuß von Pantic und die minutiöse Einstudierung unzĂ€hliger Varianten dafĂŒr, dass AtlĂ©tico unglaubliche 49 Prozent seiner Tore nach Standards erzielte.

Antic blieb bis 1998 im Klub, konnte bei einer ersten RĂŒckkehr 1999 noch mal den Abstieg verhindern, 2000 bei der zweiten aber nicht mehr. SpĂ€ter erfĂŒllte er sich noch einen Traum, als er die serbische Nationalelf zur WM 2010 fĂŒhrte. Beim Ausscheiden in der Gruppe gelang dabei immerhin ein Sieg gegen Deutschland. Dennoch wurde Antic bei nĂ€chstbester Gelegenheit gefeuert. Dass es Serbien danach acht Jahre lang zu keiner Endrunde mehr schaffen sollte, durfte niemanden ĂŒberraschen.

Radomir Antic wurde 71 Jahre alt.

Icon: Der Spiegel



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