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Wirtschaft

Anleger verkaufen Technologiewerte und kaufen Reiseaktien

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Mit den deutlichen Verlusten am heutigen Dienstag fällt das deutsche Börsenbarometer unter seine kurzfristig wichtige Unterstützung. In den vergangenen neun Handelstagen rutschte der deutsche Leitindex insgesamt drei Mal auf das Niveau zwischen 13.830 und 13.802 Punkten, um kurze Zeit später wieder deutlich höher zu notieren. Doch mit dem heutigen Handelstag ist diese Marke obsolet. Nun rückt die langfristigere Unterstützung von 13.500 Punkten in den Vordergrund.

Der Bereich um 13.800 Punkten war bislang der tiefste Korrekturpunkt seit dem Rekordhoch von 14.169 Zählern? Es wäre eine positive Überraschung gewesen, wenn solch eine geringe Korrekturen von bislang rund 2,5 Prozent wären ein Indiz für noch deutlich höhere Notierungen gewesen.

Am heutigen Handelstag geht der Paradigmenwechsel an der Börse weiter. Weg von Technologieaktien, hin zu zyklischen Werten. So fällt der technologielastige TecDax um vier Prozent und damit deutlich mehr als die anderen Börsenindizes. Die Essenslieferdienste wie Delivery Hero und Hellofresh zählen mit minus 4,8 sowie 6,1 Prozent zu den deutlichen Verlierern. Im Kleinwerte-Index SDax stürzen die Onlinehändler wie Home24 und Westwing mit einem Verlust von minus zwölf sowie 8,5 Prozent regelrecht ab.

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Aktien der Lufthansa, Fraport und Airbus hingegen liegen zwischen vier und fünf Prozent im Plus. Auch im SDax führt mit dem Stahlkonzern Salzgitter ein Industriewert die Gewinnerliste mit einem Plus von 4,7 Prozent an.

Sämtliche Sentimentanalysen hierzulande sprechen allerdings dafür, dass neue Rekordhochs nur ein Frage der Zeit sind. Der Analyse der Sentix-Experten zufolge liegt für den Dax ein taktisches Kaufsignal vor und auch Verhaltensökonom Joachim Goldberg sieht nach Auswertung der Umfrage der Börse Frankfurt vergangener Woche eine gute Ausgangslage für Kursgewinne deutscher Bluechips.

Und für den Sentimentexperten Stephan Heibel sieht nach Auswertung der Handelsblattumfrage Dax-Sentiment die Lage so aus: „In dieser Situation erfordert es Mut, auf dem aktuellen Kursniveau einzusteigen.“ Doch dieser Mut könnte belohnt werden, wenn sich die Impfsituation in den kommenden Tagen und Wochen verbessert.

Immer dann wenn die Kurse steigen, wird über eine sogenannte Blase an den Aktienmärkten diskutiert, die bald platzen dürfte und die Aktienmärkte abstürzen lässt. Aktuell hat sich Ray Dalio zu Wort gemeldet, Chef des weltweit größten Hedgefonds Bridgewater. Er kramte am gestrigen Montag gegenüber dem Wirtschaftsnachrichten-Dienst Bloomberg seinen „Blasenindikator“ hervor und stellte fest, dass etwa fünf Prozent der Top-1.000-Unternehmen in den USA auf einem „unhaltbaren Niveau“ bewertet sind.

Die Diskussion ist nicht neu: Bereits im Januar dieses Jahres befürchteten die internationalen Fondsmanager laut einer Umfrage der Bank of America die Gefahr einer Blasenbildung an den Aktienmärkten, allerdings ohne genaue Definition. Ihre Reaktion damals: Trotz der genannten Gefahr einer Blasenbildung wurden die Fondsmanager risikofreudiger und kauften mehr Aktien. Die Gier war halt größer als die Angst. Was sich im Nachhinein als richtig herausgestellt hat.

Es ist extrem schwer und sogar eher unmöglich, den genauen Zeitpunkt für das Platzen einer solchen Blase herauszufinden. Zumal es auch keine genaue Definition gibt. In den vergangenen Monaten hätte eine hohe Cashquote oder ein Spekulieren auf drastisch fallende Kurse in erster Linie viel Geld gekostet.

Der Chef der US-Notenbank Jerome Powell präsentiert am heutigen Montag vor Kongressausschüssen seinen geldpolitischen Bericht. Im Fokus steht die Höhe der Rendite von US-Staatsanleihen. Dieser Wert hat sich seit August vergangenen Jahres mehr als verdoppelt.

Hinter diesem Zinsanstieg steht zum einen die allgemeine wirtschaftliche Erholung nach dem Coronatief, zum anderen die Erwartung einer schnell zunehmenden Inflation.

Aktuell erhalten Anleger beim Kauf einer US-Staatsanleihe mit einer Laufzeit von zehn Jahren 1,3687 p.a. Der Wert liegt in der Nähe des bisherigen Höchststandes der vergangenen zwölf Monate, der mit 1,3925 Prozent am gestrigen Montag erreicht wurde. Es gilt aber als extrem unwahrscheinlich, dass Powell Signale für eine straffere Geldpolitik geben wird.

So etwas hatte im Mai 2013 der damalige Fed-Chef Ben Bernanke getan, indem er ankündigte, die Anleihekäufe zu reduzieren („Taper Tantrum“). Die Anleihekurse brachen daraufhin schlagartig ein, und die Renditen schnellten in die Höhe. Dies löste eine Art Schockwelle an den globalen Finanzmärkten aus, die insbesondere auch in den Schwellenländern zu heftigen Kursverwerfungen führte.

Selbst wenn ein ähnlicher Fall am heutigen Montag eintreten sollte: Der Grafik der Jahre 2013/2014 zeigt: Der Kursrutsch nach dem damaligen Taper Tantrum war im Nachhinein ein idealer Einstiegszeitpunkt.

Blick auf die Einzelwerte

Heidelberg Cement: Trotz der Belastung durch die Corona-Pandemie hat der Baustoffkonzern das Betriebsergebnis im vergangenen Jahr gesteigert. Der bereinigte operative Gewinn legte um 6,1 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro zu. Das Unternehmen schnitt damit etwas besser ab als von Analysten erwartet. Der erste Lockdown im Frühjahr hatte Absatz und Umsatz einbrechen lassen, was im Jahresverlauf nicht mehr ganz aufgeholt wurde. Die Aktie gibt 2,4 Prozent nach.

Flatexdegiro: Das hohe Kundenwachstum des Frankfurter Online-Brokers lässt vermuten, dass extrem viele neue Trader am Markt mitmischen. „Wir sehen eine weiterhin enorm starke Entwicklung des Kundenwachstums und der Handelsaktivität“, sagte Vorstandschef Frank Niehage. Bis zum Jahresende soll die Kundenzahl auf 1,8 bis zwei Millionen steigen von 1,25 Millionen Kunden zum Jahresende 2020. Die ausgeführten Transaktionen sollen 2021 bei 75 bis 90 Millionen liegen, nach 75 Millionen im vergangenen Jahr.

Die Zahlen schlagen sich auch in der Entwicklung des Aktienkurses wieder. In den vergangenen drei Monaten stieg das Papier um mehr als 68 Prozent, allerdinge gibt es heute deutliche Gewinnmitnahmen: Das Papier rutscht um zehn Prozent ab.

Rational: Die Aktien des Großküchen-Ausrüsters Rational steuern auf den größten Tagesverlust seit mehr als sechs Jahren zu. Nach einem verhaltenen Ausblick brechen die Anteilsscheine mehr als zehn Prozent an und stehen damit an der Spitze der MDax-Verlierer. Der Konzern erwartet nach dem Umsatz- und Gewinneinbruch im Corona-Jahr 2020 nun doch noch keine durchgreifende Erholung.

Was die Dax-Charttechnik sagt

Derzeit hängt der deutsche Leitindex zwischen zwei Kurslücken: Am vergangenen Mittwoch wurde im Vergleich zu den Notierungen vom Dienstag eine kleine Abwärtskurslücke aufgerissen, zwischen 14.050 Punkten und 14.036 Zählern gab es zu regulären Handelszeiten keine Notierung. Diese Lücke gilt nun als erster Widerstand, sollte der Dax wieder über die Marke von 14.000 Punkten steigen.

Auf der Unterseite ist immer noch die Aufwärtskurslücke von Ende Januar intakt. Solche Aufwärtskurslücken entstehen, wenn der höchste Stand eines Handelstags unter der tiefsten Notierung des Folgetags liegt. Das gilt umgekehrt bei Abwärtskurslücken.

Diese Aufwärtskurslücke in Zahlen: Am Montag vergangener Woche lag der höchste Dax-Kurs bei 13.648 Zählern, die niedrigste Notierung am Dienstag vergangener Woche bei 13.693 Punkten.

Nur knapp darunter liegt mit 13.500 Zählern die aus charttechnischer Sicht noch wichtigere Unterstützung. Diese Marke bildete im vergangenen Jahr monatelang einen Widerstand, der erst im Dezember überwunden werden konnte. Deswegen ist aus dem Widerstand eine Unterstützung geworden. Diese hat der Leitindex in diesem Jahr nur einmal zum Handelsschluss unterschritten.

Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.



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Ölpreise ziehen an: Wohin steuern die Rohstoffmärkte?

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Ölpreise ziehen an

Wohin steuern die Rohstoffmärkte?

Die Aktienkurse sind weltweit in Rekordlaune und blicken hoffnungsvoll in eine Zeit nach der Corona-Pandemie. Dieser Rückenwind erreicht auch die Rohstoffmärkte. Die Industrie läuft langsam wieder an und Metalle wie Silber, Kupfer und Nickel sind derzeit stark gefragt. Auch die Ölpreise haben zuletzt wieder merklich angezogen.

Wie können Anleger an diesem Aufschwung teilhaben? Investoren sollten auch im Hinterkopf behalten, dass mit dem Mai ein historisch gesehen eher schwacher Börsenmonat vor der Tür steht. Könnte das die Rohstoff-Rally ausbremsen? Wie könnte eine Absicherung aussehen?

Über verschiedene Anlagestrategien mithilfe von Zertifikaten oder ETCs diskutiert Anne-Kathrin Cyrus mit Kemal Bagci von der BNP Paribas und Andreas Männicke von East Stock Informationsdienste.



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Wirtschaft

Wo sich ein Kauf im Ausland lohnen könnte

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Finca auf Mallorca

Auf Mallorca wie auch den übrigen Baleareninseln kam im vierten Quartal 2020 jeder dritte Hauskäufer aus dem Ausland.


(Foto: E&V Mallorca Southwest/E&V Private Office)

Madrid, Paris, Athen Für viele Deutsche ist es der Traum: die eigenen vier Wände, aber mit Blick aufs Meer oder mit der Gewissheit, dass die Sonne scheint. Nie zuvor suchten so viele Menschen auf Google.de nach „Ferienhaus kaufen“ oder „Ferienwohnung kaufen“ wie im vergangenen Sommer. Doch wie sehen die europäischen Märkte aus? Was kosten Ferienhäuser und -wohnungen dort – und welche lokalen Besonderheiten gilt es zu beachten? In einer mehrteiligen Serie zu Ferienimmobilien beleuchten wir die gefragtesten Urlaubsregionen im europäischen Ausland – und beleuchten die Frage, wo sich noch Gelegenheiten bieten.

Im Folgenden werfen wir einen Blick auf die Lage in Spanien, Frankreich und Griechenland. Demnächst folgt ein Überblick über die Situation des Ferienimmobilienmarkts unter anderem in Großbritannien, Österreich und Italien.

Ferienimmobilien in Spanien – Mallorca bleibt im Fokus

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Betreiber fordern Öffnung der Campingplätze

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Im Rhein-Lahn-Kreis haben am Samstag mehr als ein Dutzend Campingplatzbetreiber aus dem Norden von Rheinland-Pfalz für die sofortige Öffnung der Stell- und Zeltplätze demonstriert. „Es wäre gut, wenn interessierte Camper ihrem Hobby an der frischen Luft nachgehen könnten. Besser jedenfalls als dass sich Menschen heimlich und in größerer Zahl in Wohnungen treffen“, sagte der 51 Jahre alte Oliver Schupp, auf dessen Campingplatz in Fachbach an der Lahn sich die Demonstranten versammelt hatten.

Campingplätze sind wegen der Corona-Pandemie für Urlauber geschlossen. Lediglich Dauercamper sind in den meisten Bundesländern unter bestimmten Bedingungen zugelassen.

Nach Angaben von Schupp vertreten die Demonstranten in Fachbach die Ansicht, Campingausflüge könnten mit Hilfe der Hygienevorschriften in der aktuellen Situation für Entspannung sorgen. Nicht jeder habe einen Garten. Das Ausbleiben der Gäste sei zudem auch ein wirtschaftliches Problem, das manche Campingplatzbetreiber vor existenzielle Probleme stelle. Wie Schupp sagte, habe man bewusst den Samstag als Termin für die Demonstration gewählt. An diesem Tag demonstrierten Camping-Freunde mit Wohnmobilen und Wohnwagen in Berlin für eine Öffnung der Stell- und Campingplätze. Angemeldet waren etwa 700 Fahrzeuge.



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